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Zahnschmerzen

  

Inhalte dieser Seite:  

  wie erreiche ich einen Zahnarzt im Notfall?
  erste Verhaltensregeln - allgemein
  bei beginnender Schwellung
  es hört nicht auf zu Bluten

  das Zahnfleisch ist entzündet
  Lippenbläschen (Herpes)
  Zahnen bei Babys - Weisheitszahnbeschwerden
  Zahnverlust durch Unfall
  Zahnschmerzen im Urlaub (Sprachführer)

  ... haben die fatale Eigenschaft dann aufzutreten, wenn man sie nicht gebrauchen kann. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können weitestgehend davor schützen, aber nie eine 100-prozentige Garantie sein. Spätestens beim ersten Auftreten von Schmerzen sollte ein Zahnarzttermin vereinbart werden, denn starke Zahnschmerzen kommen selten aus heiterem Himmel, sie haben sich in der Regel schon vorher in leichterer Form mehrmals angekündigt. Schmerzverursacher sind in der Regel Karies, "nervtote Zähne", Zahnfleisch- oder Zahnwurzelentzündungen, herausgefallene Füllungen, durchbrechende Zähne (Milchzähne, Weisheitszähne), überempfindliche Zahnhälse und Unfälle. Bei Kieferentzündungen und Wundheilungsstörungen tritt häufig zusammen mit den Schmerzen noch eine Schwellung auf.

Es gibt ein paar Tipps, um sich bei starken Schmerzen über die Runden zu helfen:

 

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Erste Verhaltensregeln:

allgemein: 

beginnende Schwellung:

Nachblutung nach einer Zahnentfernung:

Zahnfleischentzündungen:

Lippenbläschen (Lippenherpes)

  • intensive Sonnenbestrahlung ("Mallorca-Herpes"), Stress, ein geschwächtes Immunsystem (z.B. bei einer Erkältung) aber auch mechanische Reizungen können das Lippenherpes-Virus, welches sich im Körper von 90% der Bevölkerung reaktionslos findet, aktiv werden lassen. Ebenso können bestimmte Nahrungsmittel, die die Aminosäure L-Argin enthalten (z.B. Erbsen, Nüsse, Schokolade) diese Infektion ausbrechen lassen: es bilden sich innerhalb kürzester Zeit juckende und schmerzende Bläschen an den Lippen, die nach 8-10 Tagen krustig abheilen. Die Erkrankung ist ansteckend, deshalb ist eine gute  Hygiene (Trinkgefäße!) und die Vermeidung von Intimkontakten wichtig. Die Bläschen nicht ausdrücken! Berührungen der Augen mit ungewaschenen Händen vermeiden, denn Herpesinfektionen des Auges können zu einem Sehverlust führen!
    Wichtig ist eine Behandlung bei dem ersten Auftreten dieser Erscheinung oder sogar prophylaktisch (z.B. beim Sonnenbaden und bekannter Anfälligkeit) um die Bläschenbildung ganz einzudämmen oder erheblich zu mildern.
    Während Aciclovir (Zovirax®) als Virostaticum bei einer Stomatitis aphthosa gute Erfolge erzielen kann, ist der Wirkstoff zur Behandlung einer einzelnen Aphthe nicht angezeigt. Gewisse Erfolge zeigen ein Salbenkonzentrat aus Melisseblättern (Lomaherpan®) oder der sog. "Filmbildner" Polydimethylsiloxan (Simethicon®) zur symptomatischen Behandlung, wie auch pflanzliche Präparate auf der Basis von Kamillen-,  Echinacea-, Arnika- und Salbeisalben oder Melissenöl. Zur sofortigen Schmerzstillung wird auch aus Präparat Legased® angewandt. Im äußersten Notfall kann auch Zahnpasta wegen ihrer desinfizierenden Wirkung angewandt werden.  nachoben.gif (234 Byte)

Zahnen bei Kleinkindern / Weisheitszahnbeschwerden:  

  • wenn neue Zähne ("Zahnen") durch das Zahnfleisch zu stoßen beginnen - sei es beim Säugling mit den Milchzähnen oder beim Heranwachsenden mit den Weisheitszähnen - kommt es immer wieder zu Entzündungen des darüber liegenden Zahnfleischs
    In der Volksmedizin hat sich das Kauen von Veilchenwurzeln und Fenchelstengeln als Linderung bewährt, aber Achtung: diese Präparate sind häufig mit Bakterien verunreinigt. Zusätzlich kann eine Kühlung der Wange mit kalten Umschlägen erfolgen, notfalls kann vorübergehend ein Zäpfchen (Paracetamol) gegeben werden.

  • Weisheitszahnbeschwerden werden notfallmäßig durch lauwarmen Mund-Spülungen mit Chlorhexidin-, Kamille- oder Salbeilösungen oder Einpinseln einer Myrrhe-Tinktur behandelt. Bei beginnender Schwellung gut kühlen! Baldiger Zahnarztbesuch ist unbedingt anzuraten, da im Gegensatz zu den natürlichen "Zahnungsbeschwerden" bei Kleinkindern, Probleme mit den Weisheitszähnen nicht von allein verschwinden, sondern sich in regelmäßigen (und unpassenden) Situationen wiederholen werden. nachoben.gif (234 Byte)

Zahnverlust / -beschädigung durch Unfall:

  • Besonders bei Kindern und Jugendlichen bestehen gute Erfolgsaussichten, die unfallbedingt verloren gegangenen Zähne wieder einzupflanzen (replantieren). Wichtig ist dabei, dass die herausgeschlagenen Zähne feucht gehalten werden und der Zahnarztbesuch unverzüglich erfolgt. Ideal zum Feuchthalten ist die in Apotheken erhältliche Zahnrettungsbox-Dentosafe mit physiologischer Kochsalzlösung als Inhalt. Da eine derartige Box häufig dann nicht zur Hand ist wenn man sie dringend bräuchte, kann man den Zahn in einem mit Milch gefüllten Behälter aufbewahren (in der Zwischenzeit bis zur Bereitstellung der Milch den Zahn im Speichel des Verunfallten aufbewahren); oder der Zahn kann notfalls - falls der Verunfallte sonst normal ansprechbar ist und sich vernünftig verhält (Vorsicht vor einem unbeabsichtigtem Verschlucken !) - zum "Transport"  unter die Zunge gelegt werden. Falls der Verunfallte es zulässt, ist ein Zurückplatzieren des unter Wasser abgespülten Zahnes in das blutende Zahnfach - auch ohne Anwesenheit eines Zahnarztes - die beste Aufbewahrungsmethode.

  • Zahnbeschädigungen lassen sich i.d.R. funktionell und kosmetisch befriedigend reparieren; häufig erfordert dies allerdings einen hohen zahnärztlichen Aufwand. Ein "Ankleben" des abgebrochenen Stückes ist meist nicht möglich; bringen Sie es trotzdem in die Sprechstunde mit, da dies u.U. für die provisorische Versorgung hilfreich sein kann.

  • Ausführlich im Lexikonteil

Zahnschmerzen im Urlaub - Sprachführer


[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]   
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