diese Übersetzung
kann entstellend
oder falsch sein!


Reparatur eines erkrankten Zahnes
-
die Füllung
(teilw. überarbeitet 2014)
weitere Themen dazu:

  Special: Kronen
  
Zahnwissen-Lexikon

 

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  Vorweg - Grundsätzliches
  Was ist bei einer fachgerechten Füllung zu beachten?
  Einteilung der Füllungstypen und -materialien
  Amalgam
  Kunststoff / Komposit
  Kunststoff / Kompomer

  höherwertige Füllungen
  Goldinlay / Onlay - Overlay / Goldhämmerfüllung
  Keramiklay
 
Galvanoinlay  
  Kunststoffinlay
  Glasionomerzement - GIZ
  Verblendschalen - Venners

Menschliche Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen: 18 Tonnen Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem Leben. Das sind umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in der Länge von viereinhalb Kilometern oder für Geflügelliebhaber 10.000 Hähnchen.
So kann es schon einmal vorkommen, dass auch ein gut gepflegter Zahn einmal ein Loch bekommt - der Fachmann nennt diese Zahnerkrankung "Karies". Wenn auch noch nicht bei jedem bekannt, ist es aber Tatsache, dass eine Karies nicht von allein ausheilt, sondern zahnärztlicher Hilfe bedarf - je früher, umso besser und schonender für den Zahn und den Menschen, in dem dieser steckt. Ist die Karies noch nicht so weit fortgeschritten, dass nicht schon die ganze Zahnkrone von den Kariesbakterien aufgefressen ist, so wird man diesen Defekt häufig mit einer Füllung reparieren und so dem Zahn uneingeschränkt seine Kaufunktion wieder geben können.
Hartnäckig hält sich auch noch bei bestimmten Zeitgenossen der Ausdruck "Plombe" für eine Füllung. Plombe leitet sich von Plumbum = Blei ab. Dieses Material mag vielleicht einmal im Altertum in die Zähne gebracht worden sein, dürfte aber heute weltweit als Reparaturmaterial nirgendwo mehr zu finden sein.
Füllungen müssen erhebliche Kräfte aushalten: Der Kaudruck, dem ein Zahn standhalten muss, kann bei Frauen bis zu 300, bei Männern bis zu 400 Kilo betragen.

Von der reinen Kaufunktion abgesehen, haben Zähne aber auch noch eine fast ebenso wichtige soziale Aufgabe. Fehlende Zähne gelten als "grausam" und sichtbar reparierte Zähne lassen nicht so positive Rückschlüsse auf deren Träger zu, da ein "strahlendes Lächeln" durch sichtbar abgefüllte Zähne schnell "getrübt" sein kann. 
Heute stehen der Zahnmedizin eine ganze Reihe von Füllungsmaterialien zur Verfügung, welche nachfolgend mit ihren Vor- und Nachteilen und auch ihren Kosten besprochen werden.
Wie in anderen Bereichen des Lebens, gibt es auch bei Füllungen Unterschiede in der Haltbarkeit, im Aussehen und im Preis. Bedenken Sie immer dabei, dass eine Füllung kein Wegwerfartikel ist, sondern möglichst viele Jahre oder Jahrzehnte im Mund verbleiben soll. Weiter soll die Füllung - zumindest im sichtbaren Bereich - so unauffällig, so zahnähnlich sein, dass man sie nicht erkennen kann.
Zum Nulltarif sind derartig berechtigte Forderungen nicht zu realisieren, und so resultiert aus diesen Ansprüchen z.T. auch ein nicht unbedeutender Preis, den die gesetzlichen Kostenträger - je nach Anspruch - nicht voll übernehmen können. Auch die Privaten zahlen nicht Alles, und so empfiehlt es sich immer vor einer Behandlung mit der Zahnarztpraxis und dem Versicherungsträger über die Möglichkeiten und Kosten zu sprechen.



Eine Füllung sollte die Funktion und das Aussehen des erkrankten Zahnes nach Möglichkeit wieder so herstellen als hätte nie eine Erkrankung stattgefunden. Die Natur nachzubilden ist in allen Bereichen des Lebens kaum möglich - nicht anders verhält es sich bei einer Zahnfüllung. Die moderne Zahnheilkunde verfügt heute über zahlreiche Möglichkeiten an das Ziel der "Unversehrtheit" fast heranzukommen. Je mehr man sich diesem Ziel nähern will, umso aufwendiger und damit teurer werden diese Reparaturen. Die Schwierigkeiten liegen hierbei besonders auf der Kombination von Haltbarkeit und Funktion verbunden mit einem kosmetisch erstklassigen Ergebnis. Nachfolgend ein paar Kriterien an eine "gute Füllung":
  • Am Übergang zwischen Zahn und Füllung darf kein Absatz vorhanden sein. Auch kaum sichtbare Stufen werden von der feinfühligen Zunge als sehr unangenehm empfunden. In den Zahnzwischenräumen muss die Zahnseide problemlos auf- und abgleiten können.


    Schädigung der Papille durch überstehende Füllung
  • Bei Füllungen in den Kauflächen müssen die Zähne des Ober- und Unterkiefers wieder genau aufeinanderpassen. Es darf nicht das Gefühl entstehen, dass beim Zubeißen und seitlichen Kieferbewegungen der abgefüllte Zahn stört.
  • Bei Füllungen mit einem Kontakt zu den Nachbarzähnen ist es wichtig, dass ein satter, punktförmiger Berührungspunkt ("Kontaktpunkt") zwischen Füllung und Nachbarzahn besteht. Faserige Speisen dürfen sich nicht "Zwischenbeißen" lassen. Aber: die Zahnseide muss bei der Zahnreinigung mit leichtem Druck durch den Zahnzwischenraum gleiten können.
  • Nach dem Aushärten muss die neue Füllung poliert werden. Dadurch wird die Oberfläche optimal geglättet und verhindert so, dass sich schädlicher Zahnbelag auf dem Zahn ablagern kann.
  • Bei metallischen Füllungen kann anfänglich noch eine Temperaturempfindlichkeit auftreten, welche sich mit der Zeit legt. Empfindlichkeiten auf süß/sauer deuten auf eine nicht ganz "dichte" Füllung hin. Es sollte unbedingt noch einmal die Zahnarztpraxis zur Überprüfung kontaktiert werden.
  • Füllungsmaterialien lassen sich von ihren Verarbeitungseigenschaften her in plastische und starre Materialien einteilen. Diese Ausdrücke betreffen aber nicht die Festigkeit der endgültigen Füllung, sondern beziehen sich auf die Techniken, welche beim Legen einer Füllung eingesetzt werden. Plastische Füllungen werden direkt nach dem Entfernen der Karies und dem Schaffen einer Kavität in den Zahn gebracht, starre Materialien benötigen in den meisten Fällen einen zweiten Behandlungstermin, da das Füllungswerkstück in einem zahntechnischen Labor gefertigt wird.
  • Andere Klassifikationen teilen nach zahnfarbenen und metallischen Füllungen ein. Und wieder andere unterscheiden in endgültige (definitive) und provisorische Füllungsmaterialien.
  • Unterschieden wird weiter nach der Füllungsgröße: die Zahnkrone hat fünf Flächen. Daran orientieren sich die Bezeichnungen ein-, zwei-, drei- und mehrflächige Füllungen.

      
  • Nach dem Ort der Flächen unterscheidet man zusätzlich verschiedene Füllungstypen, welche allein oder kombiniert miteinander auftreten können:
    I.  Grübchen und Fissuren der Kaufläche
    II. Berührungsflächen der großen und kleinen Backenzähne
    III. Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen, ohne Beteiligung der Schneidekante
    IV. Berührungsflächen von Schneide- und Eckzähnen, mit Beteiligung der Schneidekante
    V.  Flächen im Bereich der Zahnhälse
  • Allen Einteilungen gemein ist, dass vor dem Legen der endgültigen Füllung die Karies im Zahn vollständig entfernt sein muss. Das Loch im Zahn etwas "auskratzen" und dann was "hineinschmieren" kann einmal die große Ausnahme bei einem behandlungsunwilligen Kind sein, entspricht sonst aber nicht den Regeln einer ordentlichen Zahnheilkunde.
    Neben der vollständigen Kariesentfernung muss aber die Füllung selbst auch noch ein entsprechendes "Bett" (Kavität) haben, damit sie dauerhaft im Zahn verankert bleibt und diesen auch vor weiteren Erkrankungen schützt wie auch stabilisiert. Diese als "Präparation" bezeichnete Vorgehensweise ist bei den verschiedenen Füllungsmaterialen sehr unterschiedlich, genauso wie die Verarbeitungstechniken und die Kosten für das eingesetzte Material. Daraus resultieren in der Hauptsache die teilweise erheblichen Preisunterschiede.
Amalgam

 


Amalgam ist als das älteste, weltweit meist verwendete und am besten untersuchte Füllungsmaterial bekannt. Es besteht aus einer gefeilten Metall-Legierung, wird mit Quecksilber vermischt und im plastischen Zustand in den Zahn "hineingestopft".

  • Vor- / Nachteile:
    Nach Erhärtung dehnt es sich noch leicht aus und schließt so die Kavität sehr dicht ab. Es ist äußerst kaustabil und haltbar, gutmütig in der Verarbeitung und zu einem akzeptablen Preis für große Teile der Bevölkerung anzuwenden. Wegen seines Metallcharakters gilt es als Bakterienfeindlich und beugt so einer späteren Karies vor.
    Kosmetisch als ausgesprochen nachteilig ist die silbrige Farbe (schwärzlich verfärbt es sich häufig, wenn es nicht sachgemäß ver- und nachbearbeitet wurde), welche einen Einsatz im sichtbaren Bereich ausschließen. Wegen der Freisetzung von Quecksilberspuren wird es von versch. Gruppierungen strikt abgelehnt, obwohl für die behaupteten Nebenwirkungen selten eindeutige Belege vorgebracht werden können. Allerdings haben in einer gesundheitssensiblen Gesellschaft derartige Verunsicherungen zu einer großen Abneigung gegen dieses Material geführt. Die seriöse Wissenschaft sieht dies differenzierter und kann die unterstellten Nebenwirkungen nicht belegen. Eine große, über 10 Jahre dauernde, wissenschaftlich seriöse Studie aus Deutschland (2008) hat erneut die Äußerungen der Amalgamgegner nicht bestätigen können (Näheres dazu ...). Aus "gesundheitsvorbeugenden Gründen" sollte es nicht bei Schwangeren und Kindern verarbeitet werden, ohne einen Beweis für diese Empfehlung erbringen zu können.
    Wäre das Amalgam zahnfarben, so wäre längst nicht so viel Wirbel um diesen Stoff entstanden, ist die Meinung vieler Wissenschaftler, denn gerade die aus Kostengründen häufig bevorzugten einfachen Kunststoffe sind bei weitem noch nicht so gründlich wie das Amalgam untersucht. Ob bei dieser Art der "weißen Füllung" nicht doch eine Zeitbombe tickt, weiß heute keiner mit letzter Sicherheit zu sagen.
    Haltbarkeit von Zahnamalgam im Vergleich zu Kompositkunststoffen (DIMDI / Bundesministerium für Gesundheit, 2008)
    FDI-Entschließung zu Quecksilber und Dentalamalgam, 2009
    Metalle im Mund
    Minamata Convention (im Lexikonteil von Zahnwissen.de)
  • Kosten:
    sowohl bei den Gesetzlichen, wie auch den Privaten wird diese Füllungsart im Rahmen der Grundversorgung voll übernommen. Von allen Füllungsmaterialien hat es das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis.
 
Kunststoff -

Komposit

 

 

 



kosmetisch unauffällige Reparatur von 2 beschädigten Schneidezähnen 


Der Laie spricht bei diesem Füllungswerkstoff von einer "weißen Kunststoff-Füllung", obwohl der Kunststoffanteil in den letzten Jahrzehnten beträchtlich verringert wurde und heute nur noch bei 20-30% liegt. Eingebettet in diesen chemischen Stoff - der Fachmann spricht von einer Kunststoffmatrix - befinden sich feine Quarz-, Glas- bzw. Keramiksplitterchen oder -kügelchen, welche der Füllung erst die eigentliche Festigkeit geben.
  • Vor- / Nachteile:
    Es handelt sich dabei um einen sog. "Verbundwerkstoff", welcher mit dem englischen Begriff "Composite" übersetzt wird. Derartige Verbunde haben erhebliche Vorteile bei der Füllungstechnik, da der Kunststoffanteil nach einer speziellen Vorbehandlung am Zahn, mit diesem eine innige Verzahnung eingeht und gleichzeitig die festen, zahnfarbenen Bestandteile zur Stabilität der Füllung beitragen und dieser ein zahnähnliches Aussehen geben.
    Nach dem Einbringen der plastischen Füllungsmasse in den vorbehandelten ("konditionierten") Zahn wird der Werkstoff innert kurzer Zeit mit ultraviolettem ("blauen") Licht ausgehärtet und ist im Gegensatz zum Amalgam sofort belastbar. Auch fehlt ihm die Wärme- und Kaltleitung, wie diese bei metallischen Füllungen vorkommen kann.
    Aber es gibt auch Nachteile:
    --  Kunststoffe sind generell "bakterienfreundlich" und so kann es am Füllungsrand leichter zur Bildung einer neuen Karies kommen, wenn die Mundhygiene nicht optimal ist.
    --  Kunststoffe sind auch nicht auf Dauer "mundbeständig" und können sich verfärben, obwohl hier neuere Entwicklungen viele dieser anfänglichen Schwierigkeiten verringert haben.
    --  Noch nicht im vollständig im Griff ist die Kunststoffschrumpfung während des Abbindens. Dies führt dann zwangsläufig zu feinen Spaltbildungen und Mikrorissen am Füllungsrand oder zu Spannungen innerhalb des Werkstoffes, wenn dieser sehr fest mit dem Zahn verankert ist und das Material selbst nicht in mehreren Arbeitsgängen in die Kavität eingebracht wird.
    --  Komposite sind sehr feuchtigkeitsempfindlich und müssen in einem absolut trockenen Arbeitsfeld eingebracht werden
    --  mögliche Gesundheitsrisiken sind - im Gegensatz zum Amalgam - noch wenig erforscht. Bekannt ist, dass etwa 80% des Füllungsabriebs im Körper verbleiben und hier teilweise in andere chemische Verbindungen umgewandelt werden, deren Auswirkungen auf den Organismus nicht sicher bekannt sind.

    Der manchmal unterstellte "Amalgamersatz" ist dieser Werkstoff sicherlich nicht, er stellt aber bei entsprechend aufwendiger Verarbeitung und strenger Indikation eine gute und wirtschaftlich interessante "Amalgamalternative" dar. 
    Haltbarkeit von Zahnamalgam im Vergleich zu Kompositkunststoffen (DIMDI / Bundesministerium für Gesundheit, 2008)
  • Kosten:
    im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind Kunststoff-Füllungen für den Seitenzahnbereich und nach der "Mehrschicht-Technik" nicht vorgesehen. Allerdings beteiligen sich diese nach der sog. Mehrkostenberechnung derart an einer solchen Füllung, dass sie eine entsprechende Amalgamfüllung über Chip-Karte bezahlen und der Patient selbst nur noch mit den darüber hinausgehenden Kosten direkt von der Zahnarztpraxis belastet wird. Je nach Größe und Arbeitsaufwand können hier Beträge bis zu 100 € pro Füllung als Zuzahlung auftreten. Auch bei den Privaten kann es - je nach abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles übernommen wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw. Versicherung über die zu erwartenden Kosten.
  • Link: 68 Komposites im direkten Vergleich (2011)
  • Link: Kompositrestaurationen im Frontzahnbereich.

Kunststoff -

Kompomer

 


Kompomere sind eine Mischung aus einem Kunststoff und einem Glasionomerzement und ergeben ein zahnähnliches Füllungsmaterial. Sie werden heute als eine Untergruppe der Komposites angesehen, lassen sich aber "gutmütiger" verarbeiten. Wegen der geringen Festigkeit können diese Materialien an nicht kaubelasteten Zahnflächen (z.B. Zahnhälse) als endgültige Füllung dienen. Das Haupteinsatzgebiet ist die Kinderzahnheilkunde, da hier i.d.R. durch den bevorstehenden Zahnwechsel eine nicht so lange Liegezeit gegeben ist. Eine Aushärtung im Mund erfolgt heute, ähnlich der bei Komposites, mit ultraviolettem Licht in relativ kurzer Zeit.
  • Vor- / Nachteile:
    Vorteile:
    --  nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie ein Komposit, deshalb auch bei nicht so guten Arbeitsbedingungen anwendbar
    --  gehen in begrenztem Umfang eine chemische Verbindung mit der Zahnhartsubstanz ein, was die Haftung am Zahn erhöht
    -- beigemischte, kariesverhütende Stoffe (z.B. Fluoride) können beigemischt werden und werden aus der fertigen Füllung heraus wieder in Spuren freigesetzt ("Fluoriddepot")
    --  geringes allergenes Potential

    Nachteile:
    --  unbefriedigende Härte- und Abriebeigenschaften, deshalb Anwendung als temporäres Füllungsmaterial (Milchzähne) oder im nicht belasteten Zahnbereich (Zahnhals)
    --  schlechte kosmetische Eigenschaften. Besonders an trockenen Zahnstellen (Schneidezähne) wirken die Füllungen kreidig.
  • Kosten:
    im Leistungskatalog der Gesetzlichen nicht ausdrücklich vorgesehen. Allerdings in den meisten Praxen im Rahmen der Kinderzahnheilkunde ohne Zuzahlung.

Die beiden oben besprochenen Füllungsarten sind in vielen Mündern der Deutschen anzutreffen. Sie erfüllen ihren Zweck und sind keinesfalls als eine minderwertige Versorgungsform zu betrachten. Jedoch kommen sie aus fachlicher und kosmetischer Sicht nicht an alle Forderungen und Erwartung an eine optimale Versorgung heran:
Nachfolgend werden einige höherwertige Füllungsarten aufgeführt, welche sich entweder durch eine sehr gute Haltbarkeit und/oder Passgenauigkeit und/oder Verträglichkeit und/oder kosmetische Unauffälligkeit auszeichnen. Derartige Höchstleistungen des zahnmedizinisch Machbaren haben allerdings auch ihren Preis, und so muss Jeder für sich selbst entscheiden, ob ihm dieses Mehr an Gesundheit und kosmetischer Perfektion das Geld dafür Wert ist.
Neben der aufwendigen Präparation und Verarbeitung im Mund werden die meisten der unten aufgeführten Füllungsarten außerhalb des Mundes in einem zahntechnischen Labor passgenau (vor-)gearbeitet, was zusätzlich zu der Höhe des Preises beiträgt. Bei den Inlayarten tauchen auch neue Begriffe auf, je nachdem, wieviel von der defekten Zahnkrone repariert werden muss: Onlay und Overlay. Näheres dazu unter dem Begriff Goldinlay. Diese zusätzlichen Erläuterungen sind auch auf ein Keramikinlay übertragbar:

Goldinlay

 


 

 

 

 


Onlay / Overlay

 


Einlagefüllungen ("Inlays") aus Goldlegierungen haben eine sehr lange Tradition und gelten auch heute noch als die beste Füllungsversorgung überhaupt, wenn man auf die Ästhetik keine Rücksicht nimmt. Früher galt Gold im Mund als ein Zeichen des Wohlstands, heute wird es von vielen Patienten im sichtbaren Bereich als störend empfunden - man pierced halt lieber und findet das chic bzw. stört sich nicht daran.
  • Vor- / Nachteile:
    Goldlegierungen sind außerordentlich haltbar, mundbeständig und bioverträglich. Weltweit werden nur ganz vereinzelt Allergien auf Gold beschrieben. Der Name "Gold" ist bei der Bezeichnung irreführend, da das reine Edelmetall viel zu weich für den Kaudruck im Mund ist. Vielmehr verwendet man hochgoldhaltige Legierungen, welche genau auf die jeweilige Mundsituation abgestimmt werden können. Einer der großen Vorteile liegt in der sehr großen Dichtigkeit der Füllung: durch spezielle Poliermethoden lässt sich der technisch bedingte Spalt zwischen Füllung und Zahn bei Metallfüllungen minimieren ("anfinieren"); ebenfalls tragen besondere Präparationsarten (z.B. ein "Federrand") zu einem optimalen Randschluss bei.
    Befestigt werden diese metallischen Füllungen mit konventionellen, anorganischen Zementen, von denen auch keine Allergien bekannt sind.
    Nachteilig ist neben der störenden Kosmetik ein präparationsbedingtes Mehr an Opferung von gesunder Zahnsubstanz und u.U. eine anfängliche Temperaturempfindlichkeit. Es sollten nur hochgoldhaltige Legierungen zum Einsatz kommen, um die optimalen Eigenschaften dieser Füllungsart zu gewährleisten. Da Inlays im zahntechnischen Labor gearbeitet werden müssen, ist eine zweite Sitzung zum Einsetzen erforderlich.
  • Kosten:
    im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind Goldinlays nicht vorgesehen. Allerdings beteiligen sich diese nach der sog. Mehrkostenberechnung derart an einer solchen Füllung, dass sie eine entsprechende Amalgamfüllung über Chip-Karte bezahlen und der Patient selbst nur noch mit den darüber hinausgehenden Kosten direkt von der Zahnarztpraxis belastet wird. Je nach Größe, Legierung und Arbeitsaufwand können hier Beträge bis zu 500 € pro Füllung als Zuzahlung auftreten. Auch bei den Privaten kann es - je nach abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles übernommen wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw. Versicherung über die zu erwartenden Kosten.
  • Onlay / Overlay
    Inlays werden im Zahn verankert und füllen einen Defekt aus, der bei der Kaufunktion nicht "tragend" ist. Ist aber mehr Zahnsubstanz verloren gegangen, so dass ganze Zahnteile (Höcker) wieder nachgebildet werden müssen, so spricht man von Onlays; bei noch größeren Defekten schließlich von Overlays. Auf dem Weg zu einer künstlichen Krone hin spricht man noch von einer Teilkrone. Näheres hierzu auf der Spezialseite "Kronen".

  • Goldhämmerfüllungen
    sind eine eher als historisch zu betrachtende Füllungsart, obwohl diese Versorgung im Rahmen der sog. minimal-invasiven Therapie in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erfahren hat.
    Es ist eine zeitlich aufwendige Füllungsart für kleine Kavitäten, die an den Seiten von noch intakter Zahnsubstanz umgeben sind (Zahnhals, kleine Kauflächenbezirke); derartige Füllungen besitzen einen optimalen Randschluss und bestehen aus reinem Gold. Zum Einsatz kommen dabei Formen von reinem Gold ("Stopfgold", "Schwammgold"), die in der Kavität maschinell oder mit Handstopfern kondensiert werden.
  • Kosten:
    das zeitlich sehr aufwendige und für den Patienten während der Behandlung nicht immer angenehme Verfahren ist in den Gebührenordnungen nicht explizit aufgeführt. Eine vorherige Kostenvereinbarung ist anzuraten.

    Langlebigkeit von Goldrestaurationen

Keramikinlay



Austausch bestehender Amalgam-Füllungen durch Keramikinlays



Chairside (direkt am Behandlungsstuhl in einer Sitzung) hergestelltes Keramikinlay

 

 


Einlagefüllungen ("Inlays") aus keramischen Materialien ("Porzellan-Inlay") erreichen heute bei sehr guter Haltbarkeit ein Optimum an Ästhetik und kommen so dem Ziel nach einer perfekten unsichtbaren Reparatur sehr nahe. Zum Einsatz kommen Grundmaterialien auf Glas-, Quarz- oder Zirkonoxidbasis. Porzellan-Inlays werden hauptsächlich außerhalb des Mundes in einem zahntechnischen Labor hergestellt und in den entsprechend vorbereiteten Zahn "eingeklebt".
  • Vor- / Nachteile:
    Keramik selbst gilt als eine der besten bioverträglichen Füllungsmassen überhaupt. Neue Techniken und Materialien haben auch die Gefahr eines Keramikbruchs bei ungünstiger Belastung auf ein Minimum reduziert. Durch geschickte Bearbeitung im Labor lässt sich das Inlay ausgezeichnet an die gesunde Zahnumgebung anpassen.
    Nachteilig bleiben bisher (2008) drei Dinge:
    --  Es handelt sich um eine relativ junge Technik. Langzeiterfahrungen in großem Stil sind (noch) nicht ausreichend vorhanden
    --  die meisten Keramikmaterialien müssen in den Zahn mit einem Kunststoff eingeklebt werden. Dieser kann bei empfindlichen Patienten u.U. eine Allergie auslösen
    --  Ein Anfinieren des Füllungsrandes an die gesunde Zahnsubstanz ist - im Gegensatz zu Goldinlays - bei einer Keramik nicht möglich. Der Randschluss ist also nicht so optimal, aber nach Auffassung der Wissenschaft gut zu tolerieren
  • Eine Sonderform stellen die direkt am Behandlungsstuhl hergestellten ("Chairside") Keramikinlays (s. Abb.). Großer Vorteil hiervon ist das Einsetzen der Füllung noch in der gleichen Sitzung.
    Bei sehr hohen Investitionskosten - aus diesem Grund ist diese Technik für viele kleinere Praxen uninteressant - ist das ästhetische Ergebnis und die Passung nicht so überzeugend wie bei "Labor-Inlays", erspart aber zusätzliche Behandlungszeit und weitere Laborkosten.
  • Kosten:
    im Leistungskatalog der Gesetzlichen sind Keramikinlays nicht vorgesehen. Allerdings beteiligen sich diese nach der sog. Mehrkostenberechnung derart an einer solchen Füllung, dass sie eine entsprechende Amalgamfüllung über Chip-Karte bezahlen und der Patient selbst nur noch mit den darüber hinausgehenden Kosten direkt von der Zahnarztpraxis belastet wird. Je nach Größe, Technik und Arbeitsaufwand können hier Beträge 400 u. 600 € pro Füllung als Zuzahlung auftreten. Auch bei den Privaten kann es - je nach abgeschlossenem Tarif - sein, dass nicht Alles übernommen wird. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Praxis bzw. Versicherung über die zu erwartenden Kosten.
Galvanoinlay

 



Galvanoinlays kann man als einen Zwitter aus Keramik- und Goldinlay bezeichnen, welcher den Anspruch erhebt, die positiven Eigenschaften beider Materialien miteinander zu vereinen: einen ausgezeichneten Randschluss - wie beim Goldinlay - und eine zahnähnliche Farbe - wie bei einem Keramikinlay.
  • Vor- / Nachteile:
    die gewünschten Vorteile der Kombination können nicht überzeugen:
    --  die gute Passung der Goldinlays ist zwar vorhanden, es fehlt aber an der Stabilität, da das reine Gold zu weich als Trägersubstanz ist.
    --  kosmetisch kann das Ergebnis gar nicht überzeugen (siehe Abb.), da ein Goldrand sichtbar ist und so den ästhetischen Erwartungen nicht gerecht wird. Auch der Werbeslogan "Die mit dem Goldrand" hat wenig daran ändern können, dass sich diese Füllungsart in der Praxis nicht hat etablieren können.
  • Kosten:
    die Selbstbeteiligung ist i.d.R. mit der Höhe bei Keramikinlays vergleichbar.

Kunststoffinlay

 

 



Inlays aus Kunststoff wurden eine zeitlang von versch. Seiten als preiswerte Alternative zu den Keramikinlays propagiert - inzwischen ist es ruhig darum geworden.
Derartige Inlays können direkt im Mund geformt und außerhalb des Mundes ausgehärtet werden oder sie werden - ähnlich einem Gold-/Keramikinlay - nach einem Abdruck im Labor gefertigt. Zum Einsatz kommen meist Materialien auf Komposit-Basis.
  • Vor- / Nachteile:
    Kunststoffe lassen sich relativ leicht verarbeiten und auch notfalls im Mund reparieren, wenn mal eine Ecke abplatzt. Aber sie haben gravierende Nachteile, welche den Preisvorteil nicht ausgleichen können:
    --  Kunststoffe sind zu weich, um dem Kaudruck- und -abrieb auf Dauer stand halten zu können
    --  jeder Kunststoff trägt ein potentielles Allergierisiko
    --  Langzeituntersuchungen in großem Stil gibt es nicht
    -- da trotzdem aufwendige Arbeitsgänge anfallen, wird bei diesem Verfahren an der falschen Stelle gespart

    Einsatz in der Praxis i.d.R. als provisorische Langzeitversorgung
  • Kosten:
    die Selbstbeteiligung dürfte i.d.R. zwischen einer Kunststoff-Füllung und einem Keramikinlay liegen.

Glasionomerzement -
GIZ


"metallverstärkte" GIZ zur Anwendung im Backenzahnbereich

 



GIZs gibt es in vielen Variationen - zahnfarben, metallisch, kunststoffmodifiziert usw. . Ihr Haupteinsatzgebiet ist die Kinderzahnheilkunde, provisorische Versorgungen über eine längere Zeit und unter prothetischen Arbeiten als Aufbaumaterial ("Stumpfaufbau")
  • Vor- / Nachteile:
    GIZs lassen sich leicht verarbeiten und können auch dann noch gelegt werden, wenn das Behandlungsgebiet nicht richtig getrocknet werden kann. Sie sind relativ gewebefreundlich und haften gut an dem vorhandenen Zahnmaterial. Zugesetzte karieshemmende Stoffe werden wieder gut in die Füllungsumgebung abgegeben.

    GIZs halten dem Kaudruck- und -abrieb nur unbefriedigend aus. Farblich sehr umbefriedigend
    -
    Einsatz in der Praxis in der Milchzahnversorgung, als provisorische Langzeitversorgung und zum Aufbau von Zahnmaterial unter Kronen ("Stumpfaufbau")
  • Kosten:
    keine Selbstbeteiligung, falls provisorische Versorgungen von der Kasse bezahlt werden.

Veneer - Verblendschale

 

 



überarbeitet nach ©
www.degudent.de

Bei sehr großflächigen Defekten oder zur Korrektur von Zahnformen- und Stellungen kommt im Frontzahnbereich noch eine andere Wiederherstellungsmaßnahme in Betracht:
Äußerst filigrane Keramikfacetten (0,5-0,8mm, seltener aus hochwertigem Kunststoff) können dann verarbeitet werden, wenn der (Schneide-)Zahn durch Füllungen oder Zahnschmelzdefekte ein unschönes Aussehen erlangt hat oder sich zwischen den Schneidezähnen eine kosmetisch störende Lücke (Diastema) befindet.
  • Präparation:
    Der Zahn wird nur im sichtbaren Bereich fein präpariert, verliert somit im Gegensatz zu einer Krone nur wenig eigene Zahnsubstanz.
    Die sehr aufwendige Anfertigung (beim Zahnarzt und im Labor) kann (seltener) in nur einer Sitzung direkt am Patienten mit einer Kunststoff- bzw. Keramik-Verblendschale erfolgen ("Chairside"; direkte Methode) oder nach Abdrucknahme und Herstellung in einem zahntechnischen Labor in zwei Sitzungen geschehen ("Labside"; indirekte Methode). Bei der Labormethode kommen fast ausschließlich die kosmetisch überlegenen Keramikschalen zur Verwendung. Befestigt werden die Veneers mit einem speziellen "Kleber" durch Adhäsivtechnik.
  • Die kosmetischen Resultate sind hervorragend; eine biologische Irritation des Zahnfleischs am Schalenrand ist auf ein Minimum beschränkt.
    Diese Restaurationsart bietet Therapielösungen bei:
    Verfärbungen/Aufhellungen von Zähnen, die nicht durch Bleichen beseitigt werden können
    Alternative zu großen zahnfarbenen Füllungen, die kosmetisch nur unbefriedigend der Zahnsubstanz angepasst werden können
    Korrektur "schief stehender" Zähne (sog. Stellungsanomalien)
    Formkorrekturen von Zähnen (zu schmal, zu kurz)
    Beseitigung eines Diastema ("lückige Zähne")
    Reparatur teilweise abgebrochener Zähne
    Beseitigung von Zahnschmelzdefekten (z.B. Fluorose, Tetrazyklindefekten) 
    Nicht einsetzbar sind die Schalen an Backenzähnen und an "scharf" verzahnten Schneidezähnen; ebenso scheiden Knirscher und Presser meist aus, da der klebende Verbund dafür nicht stabil genug ist.
  • Kosten:
    die Selbstbeteiligung ist i.d.R. mit der Höhe bei Keramikinlays vergleichbar: I.d.R. gewährt die Kasse einen Zuschuss für eine Teilkrone (vorher erfragen!).



Die ZiiS GmbH übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Qualität und Vollständigkeit der veröffentlichten Informationen. Ebenso sind Haftungsansprüche gegen die ZiiS GmbH, welche sich auf Schäden jeglicher Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargestellten Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und/oder unvollständiger Informationen bedingt sind, grundsätzlich ausgeschlossen, es sei denn, dem Autor und/oder der ZiiS-GmbH wird ein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten nachgewiesen.

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]   
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