3.) FDI-STELLUNGNAHME, Sicherheit von Dentalamalgam, 2007
4.)
Stellungnahme der Dachorganisation der australischen Zahnärzte 2011
Neu: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie" - Stand 8/2003
1.) Die in den USA unter anderem auch für die Zulassung von Medizinprodukten zuständige allmächtige Food & Drug Administration (FDA) hat am 28. Juli 2009 Dentalamalgam in einer neuen Richtlinie – wie Goldlegierungen und Komposite – als Medizinprodukte der Klasse II (moderates Risiko) klassifiziert. Die American Dental Association (ADA) hat diesen Schritt begrüßt. Es wurde dabei nachdrücklich betont, dass es von der gemeinsamen Entscheidung des Zahnarztes und des Patienten abhängt, welches Material für die Füllungstherapie anzuwenden ist.
http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm173992.htm
2.) US-amerikanische Studie aus 2004
(Bethesda) - Amalgam zur Reparatur von Zähnen einzusetzen ist seit
Jahren umstritten. Für die Befürchtung, dass die quecksilberhaltigen
Zahnfüllungen ernste Gesundheitsprobleme auslösen, konnte eine
unabhängige Expertenkommission in einer umfangreichen Metastudie
jedoch nur wenige Hinweise finden. Außer in seltenen Fällen von
allergischen Reaktionen auf das Material gibt es kaum Belege für einen
solchen Zusammenhang, berichtet das Life Sciences Research Office (LSRO)
im amerikanischen Bethesda.
"Diese Ergebnisse stimmen mit unseren Studien überein", sagt Professor
Klaus Ott von der Poliklinik für Zahnerhaltung in Münster. Mit dem
"Untersuchungszentrum Amalgam" haben er und seine Kollegen eine
Anlaufstelle für Problempatienten geschaffen, die meinen, dass eine
Verbindung zwischen ihren gesundheitlichen Beschwerden und
Amalgamfüllungen besteht. Die Zahnmediziner untersuchen, ob es eine
Häufung charakteristischer Symptome gibt. "Dies ist nicht der Fall",
erklärt Professor Ott. "Es gibt keine eindeutigen Symptome für die
Unverträglichkeit von Amalgam - bis auf die Allergien, und die sind
extrem selten." Die Datenlage zu Amalgam sei zum heutigen
Erkenntnisstand zudem verhältnismäßig gut gesichert, da seit über 150
Jahren daran geforscht wird, wie Quecksilber auf den menschlichen
Körper wirkt.
Das amerikanische LSRO hatte für die groß angelegte Metastudie eine
Reihe internationaler Experten - unter anderen Immunologen,
Allergologen und Toxikologen - beauftragt, die nicht selbst am Thema
Amalgam forschten. Diese Expertenkommission analysierte Studien, in
denen seit 1996 die Quecksilberbelastung durch Amalgam-Zahnfüllungen,
Quecksilberdämpfe oder Quecksilber direkt untersucht worden waren. Die
Wissenschaftler prüften etwa 950 Forschungsarbeiten und bezogen
schließlich 300 in ihren endgültigen Bericht ein.
Die Belastung mit Quecksilber nimmt mit steigender Anzahl der
Amalgamfüllungen durchaus zu, fanden die Forscher. Auch können
bestimmte Gewohnheiten wie zum Beispiel das permanente Kauen von
Nikotinkaugummis das Ausdampfen des Quecksilbers aus der Füllung noch
verstärken. Trotzdem fanden sich nicht genügend stichhaltige Beweise
für eine Beziehung zwischen Amalgam und ernsten Gesundheitsbeschwerden
wie beispielsweise Nierenfehlfunktionen, Autoimmunerkrankungen wie
Multiple Sklerose oder neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer
oder Parkinson. Allerdings merken die Experten an, dass noch einige
Lücken in der Forschung zu diesem Thema existieren. "Wenn diese
geschlossen werden, könnte das die Theorie, dass Amalgam
gesundheitliche Beschwerden verursacht, definitiv stützen oder
widerlegen", schreiben die Autoren.
Amalgam setzen Zahnärzte seit mehr als 150 Jahren zur Reparatur
kariöser Zähne ein. Das Material ist sehr widerstandsfähig, leicht zu
verarbeiten und kann sehr schnell in den behandelten Zahn eingesetzt
werden. Alternativen wie Porzellan, Kunststoff oder Gold sind
zahnmedizinisch entweder weniger befriedigend oder weitaus teurer und
werden von den Krankenkassen meist nicht bezahlt. Könnte endgültig
ausgeschlossen werden, dass das Quecksilber im Amalgam zu
gesundheitlichen Problemen führen kann, wäre das eine Erleichterung
für Zahnärzte und Gesundheitswesen.
Der größte Vorteil von Amalgam ist, dass es extrem dauerhaft ist. "Ob
sich ein Zahnarzt für Zement, Kunststoff, Gold, Keramik oder Amalgam
entscheidet, hängt vom individuellen Fall des Patienten ab", sagt
Professor Ott. So spielen etwa die Größe des Defekts und eventuelle
Unverträglichkeiten eine Rolle. "Das Wichtigste ist aber die
Prophylaxe", betont er. "Am liebsten keine Füllungen, sondern gesunde
Zähne."
[ ©: Cornelia
Dick-Pfaff,
Die Welt
vom
14.12.2004 ]
Original unter http://www.lsro.org/