Vollkeramik - eine Standortbestimmung (2005)
Prof. Dr. Karl-Heinz Kunzelmann
Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Goethestraße 70, 80336 München
Prof. Dr. Peter Pospiech
Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde
Universitätskliniken des Saarlandes, 66421 Homburg
Manfred Kern
Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde e. V.
Postfach 100 117, 76255 Ettlingen
E-Mail: info@ag-keramik.de
©: mit
freundlicher Genehmigung der AG-Keramik
Der Artikel erschien in der
Fachzeitschrift ZMK (21) 5/05
des Spitta-Verlags
Der Einsatz vollkeramischer Restaurationen war bis zur
Verfügbarkeit hochfester Keramiken und neuer Verfahrenstechniken vor allem auf
Gebissareale beschränkt, die geringen Kaukräften ausgesetzt sind. Neue
Werkstoffe haben die Indikationen deutlich ausgeweitet. Das Frakturrisiko wird
bestimmt von der Eigenfestigkeit der Keramik, vom Design der Kavitäten- und
Kronenstumpfpräparation, von Mindestwandstärken, von der Passgenauigkeit und vom
Verbund zum Restzahn. Durch die defektorientierte
Präparation unter weitgehender
Schonung gesunder Zahnhartsubstanz und mit der
adhäsiven Befestigung kann
der Restzahn oftmals so stabilisiert werden, dass selbst in großen
Kavitäten die
Höcker nicht in die Präparation
einbezogen werden müssen. Dadurch kann sehr oft auf die Anfertigung einer
Teilkrone oder gar einer Vollkrone verzichtet werden.
Die vorliegenden klinischen
Beobachtungszeiträume mit Kronen
und Brücken aus Lithiumdisilikat,
Oxid- und Zirkonoxidkeramik
lassen erkennen, dass diese Restaurationswerkstoffe Therapielösungen mit der
Dauerhaftigkeit metallgestützter Rekonstruktionen ermöglichen. Grundsätzlich
erfordern vollkeramische Restaurationen Sorgfalt in der zahnärztlichen
Behandlung und in der zahntechnischen Herstellung. Sie können langlebig sein,
wenn einige Grundregeln beachtet werden; dabei müssen Zahnarzt und Zahntechniker
Hand in Hand arbeiten. Die defektorientierte Indikation, die richtige
Präparation, die belastungsorientierte Werkstoffauswahl, die sorgfältige
Bearbeitung im Labor, die Eingliederung und Befestigung – diese
interdisziplinäre Aktion muss von „keramischem Denken“ gesteuert sein....
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Literaturliste
Special:
http://www.ag-keramik.de/Vollkeramik auf einen Blick Kern_AK.pdf