Zahnwissen-Lexikon   Za - Zm
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Zahn
pl. Zähne, lat.:  Dens, pl. Dentes, griech.: odous, pl. odontes, engl.: tooth, pl. teeth; in einer Zahnreihe angeordnetes, sich zweimal bildendes Körperorgan mit den Hauptfunktionen Nahrungszerkleinerung und Lautbildung - entwicklungsgeschichtlich ein Anhangsgebilde der Haut. Seine festen Bestandteile und deren Eigenschaften sind:

Im Inneren des Zahnes befindet sich die weiche Pulpa (= Zahnmark o. laienhaft "Zahnnerv") mit den Eigenschaften:

  • Pulpa (pulp)
      unterteilt in Kronenpulpa und Wurzelpulpa; letztere besitzt Seitenkanälchen (Ramifikationen mit einem Netz anastomosierender Zellen), welche Pulpenausläufer darstellen und eine Verbindung mit dem Zement der Wurzel herstellen
      das Grundgewebe ist ein gallertiges Bindegewebe, mit einem Netz aus Blut- und Nervgefäßen (Nervengeflecht = Raschhowscher Plexus, welcher mit den Odontoblasten Verbindung hat)
      weiter sind Odontoblasten vorhanden, welche das Pulpencavum ("Nervhöhle") auskleiden; deren Fortsätze ziehen in das Dentin hinein (= Odontoblastenfortsätze)
      an die Odontoblastenschicht schließt sich die Weilsche Zone als zellarmes Gewebe an
      die engste Stelle der Pulpa befindet sich am Foramen apicale: es ist die Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für die Pulpa
      ihre Aufgabe besteht in der lebenslangen Bildung von Dentin, der Ernährung von Teilen des Zahnes und einer Schmerzempfindung auf thermische, chemische, osmotische und mechanische Reize ( Vitalität)

Das System "natürlicher Zahn" hat nur deswegen eine so hohe Dauerfestigkeit - die höchste im menschl. Organismus überhaupt -, weil die verschiedenen Werkstoffe Dentin und Schmelz ein ausgezeichnetes Verbundsystem darstellen.

Menschl. Zähne durchbrechen den Kiefer im Laufe des Lebens zweimal ( Dentition). Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt ( Polyphyodontie). Bei fast allen Säugetieren findet lediglich einmal im Leben ein Zahnwechsel statt, die sog. Dyphyodontie:

  Milchgebiss mit 20 Zähnen (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 Backenzähne); keine kleinen Backenzähne ( Prämolar)
  bleibendes Gebiss besitzt mit den Weisheitszähnen 32 Zähne (8 Schneidezähne, 4 Eckzähne, 8 kleine Backenzähne, 12 große Backenzähne; Zahnformel).
Die Zahnfarbe ist bei den Milchzähnen kreidig weiß, bei den bleibenden Z. alterabhängig und rassebedingt.
Zähne waren in der Entwicklungsgeschichte einzeln stehende, hochkronige Zapfen, die zum Zerkauen von Tierknochen und Pflanzenfasern dienten und auf Abrieb ausgerichtet waren ( Trikonodont). In einer weiteren Stufe wuchsen die Zapfen in Gruppen zu Zähnen zusammen und entwickelten durch gegenseitige Abstützung mehr Festigkeit. Die Zähne der Säugetiere stellten sich schließlich auf das Reißen von Fleisch und dadurch auf die Nutzung von tierischem Eiweiß ein. Die aus dem Tierreich zuweilen bekannte Neubildung von Zähnen über die existierenden Dentitionen hinaus existiert beim Menschen nicht ( Gebissreduktion).

Menschliche Zähne vollbringen täglich Höchstleistungen: 18 Tonnen Nahrungsmittel kaut der Mensch durchschnittlich in seinem Leben. Das sind umgerechnet 45 Schweine, für Vegetarier ein Brot in der Länge von viereinhalb Kilometern oder für Geflügelliebhaber 10.000 Hähnchen.

Sei jeher gelten Zähne auch als ein Statussymbol. So sind nach einer Umfrage (Wort und Bild - Apotheken Umschau; 2012) "für 81,7 Prozent der Deutschen makellose Zähne "heutzutage auch ein Statussymbol" - für Frauen (85,8 Prozent) mehr als für Männer (77,4 Prozent). Für drei Viertel (76,2 Prozent) der Deutschen ist es "sehr wichtig", ein möglichst perfektes Gebiss zu haben. Ein strahlendes Lächeln wäre den meisten auch einiges wert: Fast zwei Drittel (65,3 Prozent) würden sogar andere größere Geldausgaben, zum Beispiel für einen Autokauf oder eine Urlaubsreise, zurückstellen, um die Kosten für einen notwendigen Zahnersatz aufzubringen. Nur einer Minderheit von 12,8 Prozent ist es ziemlich egal, wie die Zähne aussehen, Hauptsache sei, sie könnten damit gut und schmerzfrei kauen."

Zahnaufbau und Begriffe

Aplasie, Dens, Dentition (Zahndurchbruch), Ersatzzahn, Gebiss, Gebissreduktion, Geburtslinie, Haltbarkeit von natürlichen ZähnenHautzähne, Heterodontie, Kauakt, Kaufläche, Kollumwinkel, Krümmungsmerkmal, Krone, MineralisationszeitenOdontium, Prismenzähne, Reißzahn, Schaufel(zahn), Schmelzdatierungstechnik, stomatognathes System, TCA, Trikonodont, Trituberkulartheorie, Wechselgebiss, Weisheitszahn, Wurzeldentin, Wurzeleinziehung, Wurzelkanal, Zahnentwicklung, Zahnflächen, Zahnform, Zahnformel, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnhals, Zahnmerkmale, Zahnoberfläche, Zahnreihe, Zahnschema, Zahnwurzel

http://9-10semester.zahnmedizin-hannover.com/Zaehne.pdf
http://www.uic.edu/, http://www.um.u-tokyo.ac.jp/  (beide Links sehr ausführlich, gehen auch auf andere ethnische Merkmale ein, in Englisch)
Der evolutionäre Ursprung unserer Zähne
http://www.dental-tribune.com/

 




klinische u. anatomische Krone






voll ausgebildetes bleibendes G.



Zahnkeim im frühen Stadium

 

 






Anatomie / Begriffe
des Zahnhalteapparates



Eigene Zähne und Zahnersatz bei jüngeren Senioren (1997-2014)

Zahnachse
Zahnlängsachse, "Zentralachse", engl.: tooth (longitudinal) axis; räumliche Verbindungslinie zwischen der Wurzelspitze und der Mitte der Schneidekante (bei einwurzligen Zähnen) bzw. zwischen der Wurzelgabelung (Bifurkation) und der Mitte der Kaufläche bei mehrwurzligen Zähnen = anatomische Zahnachse.
Die funktionelle Zahnachse bezeichnet in einem Kräftediagramm die virtuelle Linie, bei welcher unter Krafteinwirkung (Druck) die meisten Sharpey-Fasern angespannt werden.
axial, Inklination, Krümmungsmerkmal, Translation, Zahnmerkmale, Zahnrichtung

Zahnanlage , Zahnkeim

Zahnanomalie
Zahnfehl-/missbildung, engl.: dental anomaly; Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von angeborenen oder erworbenen Zahnfehlbildungen wie Zahnüberzahl und -unterzahl, Zahnverwachsungen u. -verschmelzungen, Zwillingszähne, Taurodontie usw.
Anomalie, Dens in dente, Gebissreduktion, Hyperodontie, Hypodontie, Tuberculum dentis, unbezahnt, Zahnentwicklungsstörungen, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)

Zahnaplasie
teeth o. tooth aplasia; völliges Fehlen einer oder mehrerer Zähne. Begriff gebraucht für eine angeborene bzw. genetische Störung und nicht für ein im Laufe des Lebens erworbenes Fehlen von Zähnen
Anodontie, Aplasie, Zahnunterzahl

Zahnäquator , Äquator

Zahnarzt
Zahnärztin, Zahnmediziner, *), engl.: (lady) dentist, odontologist, dental professional, oral health care professional, dental surgeon; Berufsbezeichnung für Personen, die ein durch das Zahnheilkundegesetz vorgeschriebenes Studium der Zahnheilkunde absolviert haben und auf Grund ihrer Approbation zur berufsmäßigen Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt sind. 1952 wurde durch das "Allensbacher Abkommen" der bis dahin parallel existierende Berufsstand der Dentisten integriert (s.u.). Da der Zustand der Mundhöhle und der Zähne als wichtiger Indikator für Erkrankungen in anderen Körperregionen dient, ist in den letzten Jahren ein Wandel vom "Zahn"- zum "Mund"-arzt zu beobachten - die ZHK wird nicht mehr als isolierte Reparaturmedizin gesehen.
Überwiegende Tätigkeit in Deutschland als niedergelassener Zahnarzt in eigener, freiberuflicher Praxis als Vertragszahnart oder als Assistent. Die meisten Zahnärzte sind in allen Fachbereichen der ZHK tätig.
Die 52.729 in eigener Praxis niedergelassenen Zahnärzte (2016) sind nur knapp überwiegend männlich und haben zwischen 4 und 5 Angestellte. Die Zahl der in Praxen angestellten Zahnärzte hat seit 2007 kontinuierlich zugenommen und liegt derzeit bei 15.541 Personen.
Neben der durch die Berufsordnungen vorgeschriebenen Fortbildungsverpflichtung besteht seit 2004 eine gesetzlich vorgeschriebene Fortbildungspflicht für Vertragszahnärzte.
Primär wird von Seiten der Zahnärztekammern die mögliche Weiterbildung zum Fachzahnarzt für ... überwacht. Daneben werden in jüngerer Zeit postgraduierte Studiengänge mit einem Abschluss zum Master of Science (MSc) ... durchgeführt.
Das Aufgabenfeld des Z. hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Neben einem umfangreichen medizinischen Wissen gehören Budgetverantwortung, betriebswirtschaftliches Denken, gesundheitsvorbeugende Aufklärung und Qualitätssicherung zum Alltag des niedergelassenen Z..
Viele junge Zahnärzte und vor allem Zahnärztinnen scheuen die hohen Investitionskosten von über 415.000 EURO (2009) einer Praxisgründung und sehen die Arbeit in Anstellung als attraktive Alternative an. Mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse einfacher geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen Weg. Damit bilden sich größere Behandlungseinheiten.

Grundsätzliche gibt es die rechtliche Möglichkeit, dass ein zugelassener Arzt auch zahnärztlich tätig sein darf (ohne Zulassung zu den den gesetzlichen Krankenkassen; als sog. "Privatzahnarzt"). Die Berufsbezeichnung "Zahnarzt" schreibt zwar den erfolgreichen Abschluss eines Zahnmedizinstudiums vor, das Zahnheilkundegesetz lässt sich aber über die Berechtigung durch das ("übergeordnete") Medizinstudium nicht aus. Allerdings dürfte die Berufsbezeichnung "Zahnarzt" für einen nur durch sein Medizinstudium qualifizierten Arzt - ohne Erlangung praktischer zahnärztlicher Fähigkeiten - eine bewusste Irreführung der Patienten darstellen. In 2003 wurde auch dieser juristischer Streit durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH, AZ.: C-35/02) entschieden:
Die EU-Richtlinie 78/687/EWG zur "Erlangung zahnärztlicher Diplome" verlangt zur Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstigen Befähigungsnachweis, mit dem garantiert nachgewiesen wird, dass der Zahnarzt im Verlauf seiner gesamten Ausbildungszeit angemessene Kenntnisse der wissenschaftlichen Zahnheilkunde erworben hat. Die Richtlinie 78/687/EWG des Rates vom 25. Juli 1978 "ist dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegensteht, die Ärzten, die nicht die nach Artikel 1 der Richtlinie erforderliche Ausbildung absolviert haben, generell die Tätigkeiten des Zahnarztes gestattet. Dagegen sieht Paragraf 1 Absatz 1 des Gesetzes über die Zahnheilkunde (ZHG) vom 31. März 1952 in der Fassung vom 16. April 1987 vor: "Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes die Zahnheilkunde dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach Maßgabe dieses Gesetzes oder als Arzt nach bundesgesetzlicher Bestimmung. Die Approbation berechtigt zur Führung der Bezeichnung als Zahnarzt oder Zahnärztin." . Da aber das EU-Recht eine übergeordnete Norm und der EuGH feststellte, dass §1,1 mit EU-Recht nicht vereinbar ist, muss einem Arzt keine Approbation als Zahnarzt erteilt werden, solange er nicht die Voraussetzungen zur Erlangung des zahnärztlichen Diploms nach Maßgabe der Richtlinie 78/687/EWG erfüllt hat.
Historie:
Wenn auch der Begriff "Zahnarzt" 1725 in D erstmals verwendet wird, so nahmen doch bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts hinein vorwiegend Bader und Barbiere Verrichtungen an den Zähnen vor. Daneben waren versch. Personengruppen wie z.B. Ärzte, Chirurgen und umherziehende Zahnbrecher mit der Behandlung von Zahnkranken befasst. Die Zahl der sog. Zahnpraktiker stieg nach 1855 schlagartig an, da um diese Zeit der Kautschuk als kostengünstiges und leicht zu verarbeitendes Prothesenbasismaterial entdeckt wurde - bis dahin konnten sich nur wohlhabende Bevölkerungsteile Prothesen auf Elfenbein- oder Walrosszahn-Basis leisten.
1851 wird in Preußen eine Kurierverbot erlassen; allerdings: mit dem Erlass der "Neuen Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund" wurde 1869 die sog. Kurierfreiheit dort eingeführt, die übrigen deutschen Länder folgten bis 1873 (eine Approbation benötigte nur, wer sich als "Arzt" bezeichnen wollte). Für die zunächst unter vielen Begriffen bezeichneten "Zahnheilkundigen" setzte sich ab 1900 der Begriff "Dentist" durch. 1909 wird ein ordnungsgemäßes, sieben-semestriges Zahnmedizinstudium an einer medizin. Fakultät etabliert; Promotionsmöglichkeiten bestehen ab 1919 und Habilitationen sind ab 1923 möglich. 1939 wird das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) erlassen, die Zahnheilkunde ist diesem Personenkreis nicht mehr zugänglich. Erst mit dem Zahnheilkundegesetz (1952; in der EX-DDR ab 1949 Neudefinition der ZHK durch die "Anordnung über die Approbation der Zahnärzte") wurde die Kurierfreiheit in der ZHK endgültig abgeschafft und auch der Dualismus mit dem Dentistenstand durch die Approbationsordnung (10-semestriges Vollstudium) von 1955 beendet. Es ist seither nur noch approbierten Personen möglich, die ZHK auszuüben.

*): Gelegentlich wird der Name "Zahnarzt" zur Disposition gestellt: So schlugen der Wissenschaftsrat und die Kultusministerkonferenz 2005 vor, die Bezeichnung "Zahnarzt" durch "DentalMedizinischer Doktor (DMD)" zu ersetzen und eine Neustrukturierung des Studienabschlusses und der Promotionsordnung durchzuführen, weil die medizinischen und zahnmedizinischen Promotionen "oftmals nicht das wissenschaftliche Niveau erreichen, dass in anderen Disziplinen gefordert sei". Die DGZMK meint, dass der Begriff "Orale Medizin", die Tätigkeit des Zahnarztberufs treffender charakterisiere.
Angestellter Zahnarzt, Approbation, Äskulapstab, Assistent, BVAZ, D.D.S., Doktor, Dentist, Einkommen, Fachzahnarzt für ..., Honorarzahnarzt, Image der Zahnärzte, Master, Praxis, Image der Zahnärzte, Mundarzt, Niederlassung, Residenzpflicht, Stomatologie, Vertragszahnarzt, Vorbereitungszeit, Selbstverwaltung, Zahnarztsuche im InternetZahnheilkunde, ZahnProthetiker
Entwicklung der Zahnarztzahlen (2000-2009)
Zahnärzte nach Geschlecht u. Region (2009)
Zahnarzt-Imagestudie 2010
Neue zahnärztliche Approbationsordnung im Bundeskabinett verabschiedet (BZÄK, 2017)
Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ; Berufsverband der Allgemeinzahnärzte (BVAZ)
Memorandum der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Rahmen der zahnärztlichen Berufsausübung (©: BZÄK, 2011)
Eurostat-Statistik 2014 - 343.329 approbierte Zahnärzte gibt es in der EU (zm, 2017)
EU Manual of Dental Practice (in engl. ; 408 S.) oder ©: Council of European Dentists (CED)
Zahnarzt-Qualität in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern
Mein Studium: Zahnmedizin
Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2016 (InvestMonitor Zahnarztpraxis) oder © IDZ
Zahnarzt- und Zahntechnikkosten im europäischen Vergleich - Hohe Zahntechnikerdichte, hohe Preise? (zm, 2017)



2016: 71.425 Zahnärzte und ihre Teams für Ihre Mundgesundheit



Zahnarztdichte in Deutschland 2015



Zahnärztezahlen 2007 -2015 nach Art der Berufsausübung
(sog. "Erwerbsstatus")



Bürokratiebelastung in Zahnarztpraxen - 2015



Anteil der Arbeitsschwerpunkte an der wöchentlichen Arbeitszeit in 2007



an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmende Zahnärzte Deutschland (1992 - 2009)



zahnärztlich Tätige nach Geschlecht 2006-2015



Rangskala der Einkommen versch. Arztgruppen

 



Art der Existenzgründung 2011 - 2015



Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt (mit Prognose bis 2030)


Zahlen im internat. Vergleich
©: www.bmgesundheit.de/



Beschäftigungs-
zahlen ZÄ im Vergleich mit anderen Berufen (2009)


 

Anteil der Zahnmedizin an den Ausgaben der GKV in Prozent, 1997-2015



GKV (2015): Aufschlüsselung der Ausgaben für
zahnmedizinische Behandlung



Anzahl/Verteilung ZÄ
weltweit



Ärztegruppen im Vergleich - Facharztgruppen (2016)

Zahnarzthelferin
engl.: dental assistant (auxiliary); anerkanntes Berufsbild für die zahnärztliche Helferin (Helfer; Frauenanteil in 2010 über 98%) gem. Berufsbildungsgesetz (BBiG) in dualer drei-/zweieinhalbjähriger Berufsausbildung. Diese Berufsbezeichnung ist in D seit dem 1. August 2001 gesetzlich in den Begriff  "Zahnmedizinische Fachangestellte" geändert worden; dies wohl mehr aus einer "Wortkosmetik" heraus (man glaubte, der Ausdruck "Helferin" sei negativ besetzt), da sich das Berufsbild dadurch nicht geändert hat.
"Zahnmedizinische Fachangestellte", Aufstiegsfortbildung, Auszubildende, Tarifvertrag
Video über des Berufsbild der ZFA
  Fortbildungsmöglichkeiten für Zahnarzthelferinnen/Zahnmedizinische Fachangestellte in Baden-Württemberg als .pdf (©: LZK B.-W.)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Verband medizinischer Fachberufe
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt

Zahnärztekammer
ZÄK, ZK, engl.: general dental council, dental chamber; Körperschaft des Öffentlichen Rechts (KdÖR). In Deutschland bestehende Übertragung von Staatsaufgaben an einen verkammerten Berufsstand im Rahmen der sog. Selbstverwaltung mit der Maßgabe, dass keine unmittelbare Fachaufsicht, sondern lediglich eine Rechtsaufsicht von Seiten des Staates durchgeführt wird. Es besteht nur eine Z. (Ausnahme: Nordrhein-Westfalen) im jeweiligen Bundesland ( http://www.bzaek.de); z.T. noch regionale Untergliederungen ( BZK).
Zahnärztlicherseits besteht in diesen gesetzlich vorgeschriebenen Einrichtung eine Zwangsmitgliedschaft für alle Zahnärztinnen/Zahnärzte - von der Approbation bis zum Tod oder Erlöschen der zahnärztlichen Approbation aus anderen Gründen. Die Organe werden i.d.R. alle 4 Jahre demokratisch neu gewählt, wobei nur zur Kammerversammlung eine Urwahl besteht. Zur Finanzierung der nicht unerheblichen Aufgaben werden von den Mitgliedern entsprechende Beiträge erhoben, welche bundesweit erheblichen Schwankungen unterliegen und im Ø bei 1000 € jährlich liegen dürften. Alle deutschen Zahnärztekammern haben sich 1953 (am 27. März; Rothenburg ob der Tauber) als Dachorganisation "BDZ" in einem e.V. zusammengeschlossen und sich 1990 die Bezeichnung Bundeszahnärztekammer, BZÄK (ehemals: BDZ = Bundesverband der Deutschen Zahnärzte) gegeben. Heute ist es eine vordringliche Aufgabe der BZÄK, die Bedingungen für eine wissenschaftliche, präventionsorientierte Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Voraussetzungen politisch mitzugestalten.
Zu den Hauptaufgaben der Z. gehören u.a.:

Innerhalb der EU sind die deutschen Kammern umstritten, da:
» § 85 des EU-Vertrages sagt: "Mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar und verboten sind alle Vereinbarungen zwischen Unternehmen, Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, welche den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten zu beeinträchtigen sind und eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs innerhalb des Gemeinsamen Marktes bezwecken und bewirken..."
» Der Europäische Gerichtshof (EuGH, Luxemburg) hat in zwei Urteilen (Az.: C-309/00 u. C-35/99) zum Berufsrecht und der Gebührenordnung für Rechtsanwälte von einer Unternehmensvereinigung gesprochen und sieht darin "unzulässige Kartelle".

Im Gegensatz dazu trifft das Bundesverfassungsgericht 2017 ein gegenteiliges Urteil: https://www.dzw.de/kammersystem-pflichtmitgliedschaft-ist-verfassungsgemaess

Geschichte:
"Etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kann man in Deutschland von einem zahnärztlichen Stand sprechen. Von ausschlaggebender Bedeutung war, dass seit dem 1. Januar 1846 in Berlin, im Verlag von Albert Förstner, die erste deutsche zahnärztliche Zeitschrift erschien. Sie trug den Titel "Der Zahnarzt" mit dem Untertitel "Das Neueste und Wissenswürdigste des In- und Auslands über die Zahnheilkunde". Zwischen 1859 und 1860 wurden die ersten zahnärztlichen Vereine gegründet. In Berlin 1847 der "Verein der Zahnärzte in Berlin", in Hamburg1857 der "Verein der Zahnärzte" und in Dresden der "Verein sächsischer Zahnärzte". Diese Provinzialvereine schlossen sich 1859 im Central-Verein Deutscher Zahnärzte zusammen." (aus http://www.zvffm.de/pages/verein/geschichte.php)

Adressen aller Länderkammern: http://www.bzaek.de/ oder
http://www.bzaek.de/nc/patienten/patientenberatungsstellen.html (Patientenberatungsstellen)
Berufsordnung, Bezirkszahnärztekammer (BZK), DAZ, Fortbildung, FVDZ, Geschichte der Zahnheilkunde, Heilberufsgesetz, Konstanzprüfung, Patientenberatungsstellen, Selbstverwaltung
 Daten und Fakten 2010 o. ©. Bundeszahnärztekammer
 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Kammersystem: Pflichtmitgliedschaft ist verfassungsgemäß (dzw, 2017)

 

 

 





Aufgaben der Zahnärztekammern

Zahnärztliche Stelle
engl.: ~ dental supervision center according to the x-ray regulation; Begriff aus der Röntgenverordnung ( Röntgenverordnung (Stand 2002) ©: Uni-Münster) mit der Funktion vielfältiger Qualitätssichernder Maßnahmen im Bezug auf die diagnostische Anwendung von Röntgenstrahlen und Verarbeitung entsprechender bildgebender Verfahren (z.B. Verbesserung der Bildqualität, Herabsetzung der Strahlenexposition):

" RöV § 17a Qualitätssicherung durch ärztliche und zahnärztliche Stellen
(1) Zur Qualitätssicherung der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen bestimmt die zuständige Behörde ärztliche und zahnärztliche Stellen. Die zuständige Behörde legt fest, in welcher Weise die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen die Prüfungen durchführen, mit denen sichergestellt wird, dass bei der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde die Erfordernisse der medizinischen Wissenschaft beachtet werden und die angewendeten Verfahren und eingesetzten Röntgeneinrichtungen den nach dem Stand der Technik jeweils notwendigen Qualitätsstandards entsprechen, um die Strahlenexposition des Patienten so gering wie möglich zu halten. Die ärztliche und zahnärztliche Stelle hat der zuständigen Behörde
1. die Ergebnisse der Prüfungen nach Satz 2,
2. die beständige, ungerechtfertigte Überschreitung der bei der Untersuchung zu Grunde zu legenden diagnostischen Referenzwerte nach § 16 Abs. 1
und
3. eine Nichtbeachtung der Optimierungsvorschläge nach Absatz 2 mitzuteilen.
(2) Die ärztliche oder zahnärztliche Stelle hat im Rahmen ihrer Befugnisse nach Absatz 1 die Aufgabe, dem Strahlenschutzverantwortlichen Maßnahmen zur Optimierung der medizinischen Strahlenanwendung vorzuschlagen, insbesondere zur Verbesserung der Bildqualität, zur Herabsetzung der Strahlenexposition oder zu sonstigen qualitätsverbessernden Maßnahmen, und nachzuprüfen, ob und wie weit die Vorschläge umgesetzt werden.
(3) Die ärztliche oder zahnärztliche Stelle unterliegt im Hinblick auf patientenbezogene Daten der ärztlichen Schweigepflicht. (4) Der Betrieb einer Röntgeneinrichtung zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde ist bei einer von der zuständigen Behörde bestimmten ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle unverzüglich anzumelden. Ein Abdruck der Anmeldung ist der zuständigen Behörde zu übersenden. Der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle sind die Unterlagen auf Verlangen vorzulegen, die diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach den Absätzen 1 und 2 benötigt, insbesondere Röntgenbilder, Angaben zur Höhe der Strahlenexposition (z.B. aufnahmetechnische Parameter), zur Röntgeneinrichtung, zu den sonstigen verwendeten Geräten und Ausrüstungen und zur Anwendung des § 23. Der Strahlenschutzverantwortliche unterliegt den von der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle durchzuführenden Prüfungen.
(5) Andere Stellen dürfen der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle auf deren Ersuchen Informationen einschließlich personenbezogener Daten, die sie auf Grund eines Gesetzes zur Qualitätssicherung in der Heilkunde und Zahnheilkunde oder zum Schutz von Patienten erhoben haben, übermitteln, soweit dies zur Erfüllung der Aufgaben der ärztlichen oder zahnärztlichen Stelle nach dieser Verordnung erforderlich ist. Gesundheitsdaten von Patienten dürfen nur mit Einwilligung des Betroffenen übermittelt werden. Im Übrigen bleiben die Bestimmungen zum Schutz personenbezogener Daten unberührt. "
Die zahnärztlichen Stellen sind bei den Zahnärztekammern der jeweiligen Bundesländer angesiedelt.
Konstanzprüfung, Röntgenverordnung
Röntgenstelle-Ausschuss der Bundeszahnärztekammer (mit allen relevanten Verordnungen)

Zahnarztregister
engl: dentists register; bei den KZVen geführte Verzeichnisse. Der Eintrag in ein Z. - an bestimmte Voraussetzungen geknüpft (Approbation u. 2-jährige Vorbereitungszeit) - ist eine der Grundlagen für eine beabsichtigte Zulassung als Vertragszahnarzt.

Zahnärztezahlen 2009 - nach Art der Berufsausübung

Zahnarztsuche
(im Internet), Zahnärzteadressen, engl.: dentist search in the internet, dentist adresses; vielfältige Datenbanken von unterschiedlichen Anbietern ins Internet gestellt; objektive qualitative Angaben sind bisher (2013) nicht bekannt, Auszeichnungen sind daher mit Vorsicht zu betrachten.
Zahnarzt

Zahnaufhellung , Zahnbleichen, "Zahnblondieren"; Bleichen von Zähnen

Zahnaufnahme , andere Bezeichnung für eine intraorale Röntgenaufnahme

Zahnaufstellung , (von Kunstzähnen), engl.: tooth set-up (of artificial teeth, (plastic o. ceramics) teeth); Schlagwortbez. für die probeweise Anordnung von industriell gefertigten Kunststoff- o. Keramikzähnen bei Teil- oder Vollprothesen.  Wachsaufstellung

Zahnausfall
engl.: dedentition, von der Ursache her nicht näher beschriebenes Schlagwort. Hauptsächlich sind damit die Folgen einer Parodontitis marginalis progressiva bzw. eine Späterscheinung der "Parodontose" gemeint.
Skorbut, Zahnverlust

Zahnbasis , engl.: teeth basis; apicale Basis

Zahnbefund
Zahnbestand, engl.: tooth finding zahnärztlicher Untersuchungsbefund, der sich ausschließlich auf die Befundung der Zähne (z.B. vorhanden oder fehlend) und nicht auf andere Dinge in der Mundhöhle bezieht.

Zahnbehandler , Zahnpraktiker, engl.: dental therapist; Dentist, ZahnProthetiker

Zahnbein , engl.: dentine ; Dentin

Zahnbelag
engl.: (dental) plaque, tartar, tooth film; Oberbegriff für alle Verunreinigungen auf den Zahnoberflächen und dem Zahnfleischrand. Man unterscheidet harte und weiche Zahnbeläge. Harte Z. sind Zahnstein und Konkremente, weiche Z. - wie Materia alba und Plaque - bestehen zu 80% aus Mundbakterien. Daneben gibt es noch Verfärbungen durch Speisen, Getränke (Tee, Rotwein, Heidelbeeren) und farbgebende Bakterien ( Melanodontie), Nikotin (Raucherbeläge) oder auch in Mundspüllösungen enthaltene Medikamente (Chlorhexidin, Zinnfluorid) bzw. Medikamentensäfte, wie z.B. Eisen-III-Verbindungen.
Weicher Z. lässt sich gut mit speziellen Tabletten oder Lösungen für den Patienten sichtbar anfärben (s.Abb.)
Entfernt werden die harten Z. heute i.d.R. mit Ultraschallgeräten, die weichen Z. mit gründlichem Zähneputzen oder professionell mit sog. "Pulverstrahl - Geräten" bzw. speziellen Verrichtungen in einer Zahnarztpraxis ( Professionelle Zahnreinigung).
Eine zweimalige Entfernung der Z. pro Jahr in einem sonst gesunden Gebiss - auch wenn nur noch wenige Zähne vorhanden und/oder für einen Laien Beläge optisch nicht sichtbar sind - gilt heute als Standard; individuell kann dieses Intervall davon abweichen.                           
Belag, Betelkauen, Lobene Stain Index, Melanodontie, Plaquehemmung, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Raucherbelag, Verfärbungen, Zungenbelag, Zahnstein 

 



mit einer Färbetablette sichtbar gemachte Beläge

Zahnbett , engl.: socket of a tooth, periodontium; Oberbegriff für den Komplex Zahnhalteapparat und Alveole. Zu der Vielzahl von Zahnbetterkrankungen bzw. Zahnbettschwund: Parodontopathien

Zahnbeweglichkeit ;engl.: tooth mobility; mit einer Unterteilung in:

Auslenkung, Periodontometrie, Periotest, Zahnbewegung, Zahnbewegungen, Zahnlockerung

Zahnbewegung
engl.: tooth movement or translation; Unterteilung in:
physiologische Zahnbewegung: eine anatomisch vorgegebene leichte Eigenbeweglichkeit der Zähne. Dieses "Spiel" hat z.B. beim Kauakt eine wichtige Bedeutung und schützt den Alveolarknochen vor übermäßiger Belastung; Desmodont
physiologische Zahnwanderung: Stellungsänderung von Zähnen oder Zahngruppen, die durch einen Zahnverlust oder durch Attrition erfolgt (sog. kompensatorischer Lückenschluss); Zahnwanderung
orthodontische oder therapeutische Zahnbewegung: mithilfe eines applizierten, auf biomechanischen Grundsätzen beruhenden Kraftsystems wird eine Stellungsänderung erzielt; Zahnbewegungen, therapeutische

Zahnbewegungen
, therapeutische, engl.: therapeutic tooth movements; in der Kieferorthopädie durchgeführte, dosierte Maßnahmen zur Veränderung der Zahnstellung im dreidimensionalen Raum. Dabei sind folgende Grundbewegungen möglich, welche einzeln oder in Kombination durchgeführt werden:
  • kippende Zahnbewegung (Kraft an der Zahnkrone), engl.: tipping movement
    bei Einwirkung von Kräften auf die Zahnkrone, wie z.B. durch einen Labialbogen oder eine Protrusionsfeder verursacht, kommt es zu einer kontrollierten Kippbewegung der Zahnkrone - die Position der Zahnwurzel ändert sich dabei nur wenig. Derartige Veränderungen - z.B. bei einer Lutschprotrusion - können relativ einfach auch mit herausnehmbaren Geräten durchgeführt werden.
  • kippende Zahnbewegung (Kraft an der Zahnwurzel) - Torque-Bewegung, "Wurzelbewegung", engl.: (rotational) torque movement
    dabei bleibt die Zahnkrone selbst in ihrer Ausgangsstellung stehen, nur die Wurzel wird gekippt. Derartige Kräfte können nur mit festsitzenden Apparaturen unter Verwendung eines Vierkantbogens erreicht werden: Man verdreht außerhalb des Mundes den Vierkantbogen in sich, und setzt ihn dann unter Spannung in die entsprechenden Brackets ein. Da die Zahnkrone durch das Bracket auf der Stelle gehalten wird, bewirkt die drehende Kraft des verspannten Bogens eine Bewegung, welche an der Wurzelspitze am größten ist. Einsatz der T. B. z.B. zum Aufrichten von unteren Schneidezähnen. Bei nicht richtig dosierter Kraft kann es zu Schäden an den Wurzelspitzen - Resorptionen - kommen.
  • körperliche Zahnbewegung, Translation, engl.: bodily movement
    parallele Verschiebung von Zahnkrone und Wurzel. Schwieriger durchzuführende Maßnahmen z.B. um Zahnlücken regelrecht zu schließen und eine Kippung der Nachbarzähne in die Zahnlücke zu vermeiden. Derartige, parallel-verschiebende Kräfte können nur mit Hilfe von Brackets und Vierkantbögen (festsitzend) erreicht werden.
  • Verschiebung in vertikaler Richtung: - Extrusion und Intrusion
    zur Korrektur von Zahnfehlstellungen in vertikaler Richtung ("Nivellierung"). Auch derartige Bewegungen sind nur mit festsitzenden Apparaturen möglich, indem spezielle Biegungen des Drahtbogen vorgenommen werden.
  • Drehbewegung - Rotationsbewegung (Drehung eines Zahnes um seine eigene Längsachse = Zahnrotation) engl.: rotary movement
    Maßnahmen zur einstellenden Bewegung ("Derotation") einzelner Zähne aus kosmetischen (Frontzahnbereich) und funktionellen (verdrehte Backenzähne nehmen in der Zahnreihe mehr oder weniger Platz ein als in Normalstellung) Gründen. Nur wenig verdrehte Frontzähne lassen sich gut mittels herausnehmbarer Geräte korrigieren; bei stärkeren Rotationen sowie im Seitenzahnbereich müssen festsitzende Apparaturen eingesetzt werden, um die angreifenden Kräfte zu einer ausschließlich axialen Rotation umzuleiten. Gelegentlich müssen stark rotierte Seitenzähne zusätzlich mit Metallbändern und Gummizügen versehen werden

Aktive Platte, Auslenkung, Bracket, Drehstand, Multibandapparatur, Paddelfeder, Protrusionsfeder, Vierkantbogen, Zahnbeweglichkeit, Zahnbewegung, Zahnwanderung
Video: Wirkungsweise einer Multiband-Behandlung im 18-Monate-Zeitraffer

 

 

 



die versch. Zahnbewegungen im Raum

Zahnbezeichnung , Zahnbenennung, Zahnnummer, engl.: notation of teeth; Zahnflächen, Zahnschema

Zahnbogen
arcus dentalis, engl.: dental arch; der Form einer Parabel angenäherte bogenförmige Anordnung der Zähne im Alveolarfortsatz des Ober- und Unterkiefers. Diese befinden sich normalerweise beim Menschen in anisognather Beziehung, d.h., der obere Z. überdeckt den unteren.
Arcus alveolaris, Fehlstellung von Zähnen, Gaumennahterweiterung, Zahnbogenlänge, Zahnreihe

Zahnbogenbreite
engl.: dental arch width; mehrere Methoden zur Erfassung der Z. im vorderen und hinteren Bereich eines Kiefers und daraus Ableitung von sog. Soll-Werten (statistischen Richtwerten). Bedeutung vor allem in der Kieferorthopädie zur Beurteilung einer notwendigen Kieferdehnung oder Abschätzung einer notwendigen Zahnentfernung. Abb. Zahnbogenindex
Abweichung, Ausgleichsextraktion, Kölner Sollwerte, Pont-Index, Zahnbogenindex, Zygion-Alveolar-Index
http://www.idl-online.de/, http://archiv.ub.uni-marburg.de/

Zahnbogenindex
engl.: dental arch index; Messzahl zur Klassifizierung der Ausdehnung von Zahnbögen im hinteren und vorderen Bereich der Zahnbogenbreite:
Zahnbogenindex = (hintere Zahnbogenbreite x 100) : (hintere) Zahnbogenlänge
Daneben existiert noch ein frontaler Zahnbogenindex:
Index = (vordere Zahnbogenbreite x 100) : vordere Zahnbogenlänge
Da derartige Indizes vor allem für die Diagnostik in der Kieferorthopädie bei Jugendlichen Anwendung finden, beziehen sich Messungen immer nur bis in das Gebiet der Sechsjahrmolaren
Abweichung, Arch Length Discrepancy (ALD), Bolton Analyse, Eckzahndistanz, Kölner Sollwerte, Pont-Index, Zygion-Alveolar-Index



Zahnbogenlänge
engl.: dental arch length; Länge des Zahnbogens aller vorhandenen Zähne. Andere Quellen bezeichnen die Z. als größten Abstand des Zahnbogens von der vorderen bzw. hinteren Zahnbogenbreite.
Da derartige Untersuchungen vor allem für die Diagnostik in der Kieferorthopädie bei Jugendlichen Anwendung finden, beziehen sich Messungen immer nur bis in das Gebiet der Sechsjahrmolaren.
Die Beziehung der Zahnbogenlänge zur Länge der Kieferbasis wird durch die Arch Length Discrepancy (ALD) ausgedrückt.
Pont-Index, Zahnbogenindex
http://www.idl-online.de/


Zahnbreite
engl.: tooth width; mesio-distaler Durchmesser der Zahnkrone; dabei haben am gleichen Ort stehende Zähne im Milch- und bleibenden Gebiss eine unterschiedliche Z.; es ergibt sich dadurch beim Zahnwechsel ein gewisser Platzgewinn in der Stützzone ( leeway space),
Die Breiten der Molaren und Prämolaren hängen, statistisch signifikant, von den Breiten der Schneidezähne ab. Das heißt: Große Frontzähne bei einem Menschen bedeuten auch große Seitenzähne. Die besten Werte dafür sind in der kieferorthopädischen Standardliteratur von dem amerikanischen Kollegen Moyers beschrieben, mit unterschiedlichen Signifikanzen, und in einer Tabelle festgelegt: Die Moyers Wahrscheinlichkeitstabelle trifft mit etwa 75% Ähnlichkeit am besten auf die europäischen Bevölkerung zu. Da heißt es zum Beispiel: Wenn die unteren 4 Schneidezähne 24 mm breit sind, beträgt die Breite der oberen Zähne (Zähne 3, 4, 5) 23,1 mm und die Breite der unteren Zähne (Zähne 3, 4, 5) 22,8 mm.
Alameter, Bolton Analyse, Engstand, Moyers Analyse, Neff-Verhältnis, Platzmangel, Pont Index, Prämolarenbreite, Zahnlänge (Breite, Dicke, Länge), Zahnreihe

Zahnbürste
engl.: tooth brush; mechanisches (o. elektr. angetriebenes) Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnoberfläche und Massage/Säuberung des Zahnfleisches; i.d.R. vollständig aus Kunststoff bestehend. An eine Z. werden heute folgende Anforderungen gestellt:
  • Kurzkopfzahnbürste (normale Härte bei gesundem Zahnfleisch) mit einem geraden, kleinen Borstenfeld, um so auch schwer zugängliche Ecken und Winkel zu erreichen, "multitufted" (multitufted = vielbüschelig) angeordneten Borsten und einem handlichen, "rutschfesten" Griff.
  • Kleiner Bürstenkopf! Denn gerade unzugängliche Stellen im Mund (Zahninnenseiten der Unterkiefer-Frontzähne und die hinteren Backenzähne) werden mit großen Borstenköpfen nur unzulänglich gereinigt.
  • Auf dem Markt befinden sich auch U-förmige Bürsten (sog. "Mehrkopfzahnbürsten"). Diese reinigen gleichzeitig die Zahnreihen von beiden Seiten und entfernen Beläge auf der Kaufläche. Praktische und klinische Erfahrungen sind bisher wenige vorhanden.
  • Borsten nur aus Kunststoff mit abgerundeten Enden, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen. Keine Naturborsten, da diese von innen hohl und somit Bakterienträger sind!
  • Bei gesunden Gebissverhältnissen ist die Härte der Borsten zweitrangig, da der Zahnschmelz so hart ist, dass ihm die Borsten nichts anhaben können. Kritisch wird es bei freiliegenden Zahnhälsen und erkranktem Zahnfleisch; hier sollten wegen möglicher Verletzungsgefahren nur weiche bis mittelharte Borsten eingesetzt werden.

Wissenschaftler empfehlen regelmäßiges, mindestens zweiminütiges Bürsten mit einem Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht. Bestehender Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und einem Druck von mehr als 150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten u.U. Schäden am Zahnschmelz und an freiliegenden Zahnhälsen auf. Laut einer Umfrage bei Zahnärzten glaubt der Großteil der Bevölkerung, je länger und fester die Zähne geputzt würden, umso besser stünde es um die Mundhygiene.

Zur Geschichte der Z. war unter "eDentora" (Site existiert nicht mehr) u.a. folgendes zu finden:
"In frühen Schriften aus Mesopotamien finden sich Hinweise auf einen “Siwak”, eine Art hölzernen Zahnstocher bzw. büschelförmig aufgespaltener Zweig, der vor mehr als 5000 Jahren benutzt wurde und an einem Ende zu einer Art Bürste aufgefächert war. Die Mesopotamier bewunderten saubere Zähne, und ihre Ärzte kannten schabende Techniken mit besonderen Stäbchen. Diese Stäbchen hatten religiöse Bedeutung, und während der Zahnreinigung wurden Gebete gesprochen. Auch in ägyptischen Gräbern haben die Archäologen Zahnstocher aus der Zeit um 3000 v. Chr. gefunden, und von den vornehmen Römern wissen wir, dass sie sich die Zähne von Sklaven reinigen ließen.
Die Chinesen erfanden die Zahnbürste im 15. Jahrhundert und verwendeten Borsten von sibirischen Wildschweinen, die an einem Griff aus Bambusholz befestigt waren. Später brachten Reisende diese Erfindung nach Europa, jedoch empfanden die Menschen im Abendland Wildschweinborsten als zu hart, so dass sie sich für Rosshaar entschieden oder weiterhin den Zahnstochern treu blieben, die zu jener Zeit auch aus Federkielen, Stacheln vom Stachelschwein und sogar aus Metall hergestellt wurden!
Die japanischen Samurai gehörten zu den Ersten, die regelmäßig eine Zahnbürste benutzten. Die Wissenschaftler haben die Zähne von 357 Samurai aus der Tokugawa-Zeit (1603-1867) mit denen von 1211 Bürgern derselben Epoche verglichen, die in der Stadt Kokura bestattet wurden. In der Tokugawa-Periode waren in Japan die ersten Zahnbürsten in Form von stoffumwickelten Holzstochern aufgetaucht.
Im frühen 18. Jahrhundert rieten französische Zahnärzte zum Zähneputzen, und bei modebewussten Europäern gehörte diese Sitte schon bald zum guten Ton.
Die “moderne“ Zahnbürste kam 1780 auf, als William Addis die Haare eines Kuhschwanzes in die Löcher durchbohrter Knochenstücke einzog. Knochen bleibt hart, wenn er nass wird, so dass diese Griffe bis zur Erfindung des Zelluloids verwendet wurden. Auch die Borsten entwickelten sich weiter und bestanden schon bald aus parallel angeordnetem, verknotetem Rosshaar, das mit Zement befestigt und auf die richtige Länge geschnitten wurde.
Die Zahnbürstenhersteller verwendeten Haare, bis DuPont 1937 das Nylon erfand. Die ersten Nylonborsten waren rauh und hart, galten aber als hygienischer als Borsten aus Naturhaar, in denen sich schädliche Bakterien ansammeln konnten. Ab 1950 gelang es, weichere Borsten herzustellen, die die oralen Gewebe weniger traumatisierten (inzwischen hat sich gezeigt, dass harte Borsten bei Erwachsenen die Entstehung von Gingivarezession fördern können). Die manuellen Zahnbürsten wurden seitdem bedeutend verbessert und sind heute wichtige Hilfsmittel der täglichen Zahnreinigung.
Im Jahr 1880 ließ sich ein gewisser Dr. Scott eine elektrische Zahnbürste patentieren, die mit “elektromagnetischem Strom“ betrieben wurde. Die erste brauchbare elektrische Zahnbürste wurde jedoch erst in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Schweiz entwickelt. Dann kam Squibb 1960 mit Broxodent, einem an die Steckdose anzuschließenden Modell, und 1961 entwickelte General Electric ein aufladbares schnurloses Modell. Interplak brachte 1987 die erste elektrische Zahnbürste mit rotierenden Borsten auf den Markt. Ende der 90er-Jahre wurden die sog "Schallzahnbürsten" entwickelt, welche heute als Standard gelten.
Bis Ende der achtziger Jahre des letzten Jhds. war die Gestaltung der Z. eher zweitrangig, solange bis der Hersteller Dr. Best daranging, die schlichte Bürste zum Präzisionswerkzeug zu stilisieren. Zusammen mit einem Namensvetter, Dr. James Best aus Chicago, erprobte er an Tomaten die Vorzüge des sog. Schwingkopfes. Es folgten Studien über die Anordnung und Art der Borsten und so finden sich heute eine Unzahl von Modellen auf dem Markt, deren Vorzüge häufig einzig durch die Werbung suggeriert werden und von dem eigentlichen Nutzen einer Z. - der regelmäßigen und richtigen Anwendung ( Zahnputztechnik) - ablenken.
Mundhygiene, elektrische Zahnbürste, Erosion, Interproximal Access Efficacy, Ionen-Zahnbürste, Naturborsten, Sonic Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnputztechniken
http://www.zahnpasten.hcbe.ch/home/inhalt/startpage/startpage.htm , http://www.dental-education.ch/opl/
Zahnbürstenberater
Tipps für Ihr schönstes Lächeln (Women's Health, 2011)
http://www.aerztezeitung.de/panorama/default.aspx?sid=638528
elektrischen Zahnbürsten im Vergleich (testberichte.de, 2013)

 


©: AP / FAZ
Die vielleicht älteste Zahnbürste Europas; entdeckt bei Ausgrabungen in einem ehemaligen Hospital in Minden. Das Fundstück ist mindestens 250 Jahre alt, zehn Zentimeter lang und aus Tierknochen gearbeitet




microfeine Bürstenenden
sind besonders für die
"Problemzone"
Zahnfleichsaum
geeignet.
Überarbeitet nach
einer Vorlage
des "meridol"
Fotoarchivs
.



SOLL und IST beim jährlichen Verbrauch

Zahnbürste, elektrische , engl.: electric tooth brush; elektrische Zahnbürste, Sonic Zahnbürste

Zahnbürstenbaum
engl.: Neem tree, "the village pharm"; in Afrika/Orient/Indien beheimateter Busch bzw. schnell wachsender Baum (Azadiracta indica) mit charakteristischen, über die ganze Pflanze verteilten, langen Knospen. Die noch grünen Knospen wurden von der Urbevölkerung umfunktioniert: Ein Ende der Knospe oder ein Astteil wird solange zerkaut, bis es einer "ausgefransten Zahnbürste" ähnelt, welche dann zur Zahnreinigung als sog. "Miswak" oder "Siwak" verwendet wird.
Wurzeln und Zweige von Salvadora persica (Arakbaum) werden in den arabisch-islamischen Ländern als sog. Zahnhölzer (Miswak, Siwak) zum Reinigen der Zähne, als Zungenschaber und zur Massage der Gingiva verwendet. Auf diese Weise trägt der "Zahnbürstenbaum" in diesen Regionen zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene bei. Noch heute findet man z.B. bei den islamischen Sitten zur Gebetsverrichtung folgende Erwähnung: "... Die erforderlichen Vorschriften des Gebetes nach der Rechtsschule Hanefi sind im folgenden: Zahnbürste aus Zahnbürstenbaum zu benutzen. ..."
Zusätzlich beinhaltet der Z. wichtige Mineralstoffe, Rohfasern, Proteine und keimhemmend wirkende Substanzen, wobei insbesondere Ablagerungen feinster Bassanit-Kristalle bei der spontan ausgelösten Selbstreinigung der Zähne durch das Kauen die Putz- und Reinigungswirkung unterstützen. In jüngster Zeit wurde festgestellt, dass die benutzten Hölzer einen hohen Fluoridgehalt von 8 bis 22 ppm (das sind 8 bis 20 tausendstel Promille) aufweisen - offensichtlich war die Bedeutung der Fluordierung der Zähne schon im Altertum bekannt.
Mundhygiene, Siwak, Zungenschaber
http://www.zahnbewusstsein.de/



Daraus wird eine Zahnbürste "gekaut":

Zahnbürstmethoden
Zahnputztechniken, "Zähneputzen", engl.: brushing techniques, methods (techniques) of toothbrushing; unter Berücksichtigung einer die Umgebung schonenden Handhabung bei gleichzeitig optimaler Reinigung der Zähne, ihrer Zwischenräume und des Zahnfleischrands und zusätzlich einer entsprechenden Massage des Zahnfleischs. Auch heute noch ist das unkontrollierte Hin- und Her-Schrubben mit allen negativen Folgeerscheinungen, sog. Zahnputzschäden (sog. "Putzläsionen" wie z.B. keilförmige defekte, Rückgang des Zahnfleischs; horizontales Putzen) bei Handzahnbürsten überwiegend gebräuchlich. Im wesentlichen werden fünf Methoden voneinander unterschieden (s.a. Abb. re.):

Gemeinsam ist diesen Techniken, dass sie relativ schwer zu erlernen und auf Dauer richtig auszuüben sind. Deshalb wird heute vermehrt der Gebrauch von elektrischen Zahnbürsten empfohlen, welche viele der richtigen Bewegungen "von allein" ausführen. Noch wichtiger als eine entsprechende Technik ist der regelmäßige Gebrauch der Zahnbürste. Damit alle Zahnbezirke gut gereinigt werden, sollte stets nach einem gleichen Schema ("Putzmuster") vorgegangen werden:

  • Man beginnt im Oberkiefer rechts außen bei den hinteren Backenzähnen, reinigt dann die Außenseiten der Schneidezähne und Backenzähne der anderen Seite; dann ist auf dieses Vorgehen in gleicher Weise im Unterkiefer durchzuführen. Nach der gleichen Systematik werden anschließend die Innenflächen der Zähne gereinigt . Abschließend wird eine Reinigung aller Kauflächen der Backenzähne durchgeführt, wobei ausnahmsweise auch schrubbende Bewegungen erlaubt sind. Zur Kontrolle des Putzerfolges empfiehlt es sich hin und wieder, die Zähne nach dem Reinigen anzufärben, um so Schwachstellen in der Z. herauszufinden.
  • Die KAI-Methode:
    Nicht nur für Kinder ist die KAI-Methode als relativ sichere Putztechnik zu empfehlen. Es werden zuerst die Kauflächen gebürstet, danach die Außenflächen und Innenflächen der Zähne gründlich gereinigt. Die Zähne sollten mit kleinen, kreisenden Bewegungen geputzt werden. Zur Reinigung der Außenflächen werden die Zähne aufeinandergebissen.
  • Der Anpressdruck der Bürste auf den Zahn sollte eher schwach sein (ca. 150 g = Gewicht einer Orange; üben an der Küchenwaage, bis 150 Gramm angezeigt werden), da die Borsten zum einen sonst umknicken und keinen großen Reinigungseffekt mehr bewirken, zum anderen gerade bei freiliegenden Zahnhälsen ( Rezessionen) ein "Wegputzen" des Zahnwurzelzements ( keilförmige Defekte) auftreten kann. Vor dem Zähneputzen sollte der Mund mit Wasser gründlich ausgespült werden, um so frische Speisereste schon vor der eigentlichen Reinigung zu entfernen. Nach der Aufnahme von sauren Speisen und Getränken ( Erosion) wird empfohlen, noch einige Zeit (bis zu 1 Std.) mit dem Putzen zu warten.
  • Nur eine erbsengroße Menge fluoridierte Zahnpasta auf die Bürste geben, lange und überall putzen, dann ausspucken und nur kurz ausspülen. Längeres Ausspülen vermindert die Fluoridwirkung.
  • Zahnreinigungen sollen nach aktuellem Wissensstand hinsichtlich ihrer Häufigkeit und der eingesetzten Hilfsmittel risikoorientiert erfolgen. Für einen großen Teil der Bevölkerung gilt eine zweimal tägliche vorgenommene effektive Reinigung unter Verwendung fluoridhaltiger Zahnpaste als ausreichend. Ein zu häufiges, aggressives Zähneputzen kann das Auftreten von nicht-kariesbedingten Zahnschäden, z. B. in Form von Abrasionen oder Erosionen, begünstigen. Auch die American Dental Association (ADA) empfiehlt lediglich eine zweimalige tägliche Zahnpflege mit einer weichen Zahnbürste.
    Weiter wird ein zweiminütiges Bürsten mit einem Druck von 150 Gramm, was dem Gewicht einer Orange entspricht (Anpressdruck auf einer Küchenwaage testen) angeraten. Bestehender Zahnbelag wird nach mehr als zwei Minuten Putzen und einem Druck von mehr als 150 Gramm nicht mehr geringer; dafür treten u.U. Schäden am Zahnschmelz und an freiliegenden Zahnhälsen auf.
    Veraltete Ratschläge und Behauptungen, die in unseren Regionen noch weit verbreitet sind (z. B. „nach jedem Essen Zähneputzen nicht vergessen“ oder „ein sauberer Zahn wird nicht krank“) sind in diesen Empfehlungen nicht zu finden.
  • Zur Reinigung des als kritisch angesehen Gebiets stehen als Hilfsmittel neben Zahnseide unter anderem medizinische Zahnhölzchen und Interdentalraumbürsten zur Verfügung. Interdentalraumbürsten gelten als besonders effektiv, da sie auch schwer zugängliche Oberflächenkonkavitäten (z. B. bei Wurzeleinziehungen) reinigen, die von Zahnseide nicht erreicht werden können. Einfache Zahnstocher sind hingegen als weniger effektive Hilfsmittel mit erhöhtem Verletzungspotential am Zahnfleisch anzusehen.
  • Durch das tägliche Zähneputzen entstehen an freiliegendem Dentin (z.B. Zahnhals) bei richtiger Putztechnik und Pasten mit normalen RDA-Werten nur sehr geringe Substanzverluste. Diese rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche.
  • Der Mundgesundheitszustand eines Menschen ist von zahlreichen endogenen und exogenen Faktoren abhängig. Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand ist es nicht gerechtfertigt, die Prävention oraler Erkrankungen allein auf mechanisches Zähneputzen zu reduzieren.
  • Zusätzliche Infos (mit graphischer Ablauf-Darstellung) unter:
    http://www.kfo-online.de/lexikon/Z/zahnputztechnik.html 

elektrische Zahnbürste, Erosionen, horizontales Putzen, keilförmige Defekte, Mundhygiene, Rezessionen, Rot-Weiß-Methode, Sonic Zahnbürste, (Hand-)Zahnbürste, Zahnhölzchen, Zahnpflegekaugummi, Zahnseide
https://de.wikipedia.org/wiki/Zahnputztechnik
alle gängigen Techniken als PDF
Videos: Zahnpflege (Handzahnbürste); Putzanweisung (elektr. Zahnbürste)
http://www.kfo-online.de/lexikon/Z/zahnputztechnik.html
Zähneputzen - Planlos im Mundraum (2014)
Zahnzwischenraumreinigung - eine Übersicht (ZPW, 2015)
Gerne Zähneputzen - so wird Zahnpflege zum Kinderspiel . Eine ausführliche Baby- und Kinderseite der Dentinox Gesellschaft



Bass-Technik



Charters Methode



Stillman-Technik



Fones Methode
(gut für Kinder
geeignet)


Video : Zahnpflege (Handzahnbürste)

Zahncreme , Zahnpasta

Zahndurchbruch
"Zahnen", engl.: eruption of a tooth; Moment des Erscheinens eines Anteils der Zahnkrone in der Mundhöhle (Durchbruch durch die Gingiva). Dagegen drückt der Ausdruck "Eruption" den gesamten dynamischen Vorgang vom Wachsen des Zahnkeims bis zur fertigen Einstellung in der Mundhöhle aus.
Unterteilung in:
natürlicher Zahndurchbruch: Dentition, Eruption, Heterodontie
erschwerter Zahndurchbruch: Dentitio difficilis, Weisheitszahn
vorzeitiger Zahndurchbruch: Dentitio präcox; angeborener Zahn, prälaktaler Zahn  
verzögerter Zahndurchbruch: Dentitio tarda , Retention
Dentition, Dentitionsreihenfolge, erbliche primäre Zahndurchbruchstörung, Zahndurchbruchszeiten, Zahnektopie, Zahnlänge, Zahnwurzel
Baby- und Kinderseite der Dentinox Gesellschaft


meist erscheinen die unteren mittleren Schneidezähne beim Kleinkind als erste (6.-8. Monat)


Zahndurchbruchszeiten
engl.: tooth eruption times, statistisch erfasste, individuell aber erheblich schwankende Zeiten ("Frühzahner", "Spätzahner") des Erscheinen eines Zahnes in der Mundhöhle. Der in Laienkreisen immer wieder geäußerte Zusammenhang mit einer dadurch bedingten Qualität der geistigen (verzögerten) Reife kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden.
Dentition, Dentitionsreihenfolge, Eruption, Zahndurchbruch http://www.merck.com/

Zahndysplasie
Zahnfehlbildung, Zahnmissbildung, engl.: tooth dysplasia; Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Formen missgebildeter Zähne (Schmelz- und/oder Dentinmissbildungen). Hauptursachen sind Erbanlagen, Zahnkeimschädigungen, Wachstumsstörungen, Infektionskrankheiten und Stoffwechsel- bzw. Mineralisationsstörungen. Isoliert oder im Zusammenhang von weiteren Missbildungs-Syndromen auftretend. Siehe z.B. unter:
Amelogenesis imperfecta, Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie, Dentinogenesis imperfecta, Fluorose, Hutchinson Trias, Mesiodens, Stainton-Syndrom, Zahnentwicklungsstörungen, Zahnhartsubstanzdefekte, Zapfenzahn



Tonnenzähne

Zähneknirschen , Zähnepressen, engl.: teeth gritting, gnashing, bruxism; Bruxismus, Knirschen

Zahnektopie
Zahndystopie
, engl.: tooth ectopy; Durchbruch bzw. Lage eines Zahnes an einer ungewöhnlichen Stelle, z.B.
Verlagerung von oberen Eckzähnen in die Augenhöhle, Kieferhöhle oder Nase
Verlagerung des unteren Weisheitszahnes in den aufsteigenden Kieferast oder zum Kieferwinkel
Aberration, Verlagerung

Zahnen
engl.: teething, toothing; laienhafte Bezeichnung für den Zahndurchbruch, besonders bei Säuglingen/Kleinkindern.
Zu Komplikationen Dentitio difficilis, Kapuze, Weisheitszahn, Zahnfieber

Zahnengstand , engl.: crowed teeth; Engstand

Zahnentfernung , Zahnextraktion, Extraktion, Extraktionstherapie, Reihenextraktion

Zahnentwicklung , engl.: odontogenesis; Odontogenese © Uni-Greifswald; http://jdr.iadrjournals.org/cgi/reprint/7/1/1.pdf oder © Journal of Dental Research (anthropologische Aspekte)

Zahnentwicklungsstörungen
engl.: odontogenesis disorders (defects);
Genetisch bedingte Z
. kommen im Gegensatz zu den erworbenen Störungen (s.u.) meist generalisiert im Milch- wie im bleibenden Gebiss vor. Man unterscheidet Störungen der Schmelzbildung ( Amelogenesis imperfecta, Fournier Zähne), Störungen der Dentinbildung (Dentinogenesis imperfecta) und eine kombinierte Störung von Schmelz, Dentin und Pulpa (Odontogenesis imperfecta).
Erworbene Z. treten auf durch äußere Störungen (z.B. vereiterte Milchzähne, Zahnunfälle im Milchzahngebiss, Medikamente, Fluoridüberdosierungen, Tetrazykline, allgemeine Infektionen (Rachitis, Masern (s. Abb.) Röteln, Lues, Salmonelleninfektion) oder systemische Erkrankungen (Stoffwechselstörungen, hormonale Krankheiten).

Amelogenesis imperfecta, Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie ("Glaszähne"),  Chlorodontie, Dentinogenesis imperfecta, Fournier Zähne, Franceschetti - Syndrom, Gebissreduktion, Horner Zähne, Hypoplasie, MIH, Mineralisationszeiten, Rachitis, Schmelzhypoplasie, Sichelzahn, Tetrazyklin, Zahndysplasie, Zahnentwicklung, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnhartsubstanzdefekte
Die relativ sichere Diagnose MIH (zm - 2015)





stärker ausgeprägte Fluorose
mit versch. Stadien



starke Hypoplasien bei einem 11-jährigen;
erhielt im Alter von 26 Monaten wegen einer schweren Pneumonie 485 mg Tetrazyklin / kg Körpergw.



Schmelzhypoplasie durch Masern im 4. Lebensmonat



Rachitis-bedingte Schmelzhypoplasie



generalisierte Störung im Bereich der Zahnhälse bedingt durch Tetrazyklin-Saft im Kleinkindalter

Zähneputzen , engl.: toothbrushing, Zahnbürstmethoden, Mundhygiene

Zahnerhaltungskunde
antiquiert: Sosiodontie, ungebräuchlich: Konservierende Zahnheilkunde ("Kons"), engl.: conservative dentistry; wissenschaftlicher Zweig der Zahnheilkunde, der sich besonders um die Erhaltung bestehender Zähne oder Teilen davon befasst. Hierzu zählen insbesondere Prävention und Prophylaxe, Füllungstherapie und Endodontie; obwohl von der Bedeutung und vom Umfang her ein eigenes Fachgebiet, wird in D die Parodontologie meist als eine Untergliederung der Z. gelehrt.
Fachgebiete, Konservierende Zahnheilkunde

Zahnersatz
ZE, "falsche Zähne", "Dritte Zähne", engl.: denture(s), dental prosthesis, false teeth; dient allgemein der Wiederherstellung von Kaufunktion, Sprache (Phonetik) und dem Aussehen (Ästhetik). Diese Forderungen können in der ZHK durch vielfältige Maßnahmen erreicht werden, wobei grundsätzlich zwischen herausnehmbarem und festsitzendem Z. und Kombinationen beider Arten unterschieden wird. Hinzu kommt die - immer mehr gebräuchliche - Möglichkeit des Einpflanzens künstlicher Zahnwurzeln ( Implantat) und in wenigen Fällen auch noch die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Schließung von (kleinen) Zahnlücken. Lehrmäßig und versicherungstechnisch gelten auch noch künstliche Kronen als Z., obwohl sie eigentlich keinen Zahn, sondern nur dessen Krone, ganz o. z.T. ersetzen. Deshalb gilt als klassische Definiton:
  Kronen (obwohl kein Zahn, sondern nur Zahnhartsubstanz ersetzt wird),
  Brücken, Prothesen (Teilprothesen, Vollprothesen),
  kombinierte Versorgungsformen und
  implantatgetragene Kronen, Brücken oder Prothesen (rein Implantat-getragen oder kombiniert).
  Gesundheitsinfo zu Zahnersatz: Viele Möglichkeiten zum Ersatz von Zähnen

abnehmbar, andersartiger Zahnersatz, bedingt abnehmbar, Brücke, Dienstvertrag, Druckstelle, Eingliedern, Einprobe, Einschleifen, Einzelzahnersatz, Entfernung von festsitzendem Zahnersatz, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Festzuschüsse, Frontzahnlinie (Lachlinie), Geschmacksveränderungen, Geschiebe, Gewährleistung, gleichartiger Zahnersatz, Haftung, Haftmittel, Haltbarkeit von Zahnersatz, Kombinationsprothese, Körperbautypen, Krone, Kunstzahn, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), ProtheseProthesenreinigung, Prothesenunfähigkeit, Regelversorgung, "rosa Ästhetik", Schwund, Stereognosie, Teilprothese, Vollprothese, Werkvertrag, Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich"
Informationen zum Zahnersatz (KZBV, 2016)
Nachbesserungsrecht bei Gewährleistung von Zahnersatz
Zahnärztliche und zahntechnische Vergütung beim Zahnersatz – Ergebnisse aus einem europäischen Ländervergleich (idz, 2017)


Eigene Zähne und Zahnersatz bei jüngeren Senioren (1997-2014)

Zahnersatzrichtlinien
engl.: dentures guidelines; der Gemeinsame Bundesausschuss hat ab 2005 für Zahnersatz neue Richtlinien ("Zahnersatz-Richtlinien", Änderung der Richtlinien vom 4.6.2003) erlassen, welche am 18.3.2005 im BAnZ veröffentlicht wurden, Download: © GBA; im Dezember 2005 erfolgte eine Ergänzung zu dem Komplex "Brücken": © GBA
alle Richtlinien der kassenzahnärztlichen Versorgung (Stand 1.1.2005) , Download: © KZBV
Änderung der Festzuschuss-Richtlinie für Zahnersatz ab 16.7.2010 o. © GBA

Zähne und ihr Einfluss auf den Körper; Wechselbeziehungen

Zahnextraktion ; Zahnentfernung, engl.: tooth extraction; Extraktion

Zahnfach , engl.: alveolus ; Alveole

Zahnfarbe
Zahnfarbbestimmung
, engl.: tooth color , tooth shade; Bezeichnung für den sichtbaren Teil einer Zahnkrone von natürlichen oder künstlichen Zähnen, welche eine außerordentlichen Vielfalt von Farbnuancen aufweist. Während es relativ einfach ist, die Form und Oberflächenstruktur des menschlichen Zahnes nachzuempfinden, wird das behandelnde Team bei der Farbauswahl häufig vor größere Probleme gestellt:
Milchzähne haben eine, den Namen gebende, kreidig-weiße Farbe, bleibende Zähne entsprechen in ihrer Grundfarbe eher einem elfenbein-weiß mit alters- und individuellen und rassebedingten Tönungen von hellweiß über gelbliche und bräunliche bis hin zu Dunkelgrau; dabei können eine unzulängliche Mundhygiene, nahrungsbedingte Eigenschaften (Nahrungs- und Genussmitteln, hier besonders Rotwein, Kaffee, Tee und Nikotin; Verfärbungen) und Medikamente die natürliche Zahnfarbe mit der Zeit beträchtlich verändern. Weiter nehmen Zähne ohne lebenden Zahnnerv bzw. wurzelkanalbehandelte Zähne ("tote" Zähne, siehe Abb.) eine meist (dunkel) gräuliche Z. an. Ebenso gilt: Je dünner der Zahnschmelz, umso gelblicher erscheinen die Zähne, weil das unter dem Zahnschmelz befindliche dunklere Zahnbein (Dentin) "durchschimmert". An den Schneidekanten wirkt sich dieser Effekt - mangels darunter liegendem Dentin - in einer bläulich-transparenten Z. aus.
Von den oberen Zähnen sind die Schneidezähne (besonders der seitliche Schneidezahn) am hellsten, am dunkelsten ist der Eckzahn; im Unterkiefer verändert sich die Erscheinung kontinuierlich von vorne nach hinten zu einer dunkleren Z. hin.
Verfärbungen: Vom Entstehungsort der Z. abgeleitet, unterscheidet man extrinsische (= von außen, z.B. durch chemische Reaktionen zwischen Nahrungsmitteln, Umwelt und Pellicle) und intrinsische (= von innen, z.B. bei Zahnentwicklungsstörungen wie durch Fluorose oder Tetrazyclinanwendung bedingt) Zahnverfärbungen.

Bestimmung der Zahnfarbe:
Die Zahnfarbe entsteht, wenn Licht auf die Zahnoberfläche trifft. Ein Teil des Lichtspektrums wird absorbiert, der andere Teil reflektiert. Darüber hinaus wird die daraus resultierende Eigenfarbe in der (subjektiv unterschiedlichen) Farbwahrnehmung durch Eigenschaften wie Lichtdurchlässigkeit (Transluzenz/Transparenz), Lichtundurchlässigkeit (Opazität), Lichtstreuung (Opaleszenz)  und Farbeigenleuchten durch Farbverschiebung (Fluoreszenz) beeinflusst.
Vereinzelt sind heute (2011) digitale Systeme zur Bestimmung der Z. auf dem Markt, ohne sich durchgesetzt zu haben. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie frei von subjektiven Einflüssen arbeiten sollen (digitale Messung bei 6.000 Kelvin; Tageslicht entspricht ca. 6.500 Kelvin), dafür aber relativ teuer sind. Das größte Problem bei der Entwicklung von Farbmessgeräten ist die Beherrschung zahnspezifischer Parameter wie z. B. Transluzenz, Reflektivität, Fluoreszenz und Heterogenität der Zahnoberflächen, die eine Messung derart verfälschen können, dass das Endergebnis oftmals allein bei einfacher visueller Überprüfung als nicht akzeptabel angesehen werden muss. Trotzdem werden die bisherigen klinischen Ergebnisse als "ermutigend" angesehen
Auf dem Markt sind - getrennt nach Messprinzip:

  • Spektralphotometer, diese messen die Reflexionsanteile einer Farbe im Wellenlängenbereich von 400 - 700 Nanameter, rechnen diese Daten in numerische Werte um. Das Licht wird dann in seine spektralen Komponenten zerlegt und analysiert. Das System arbeitet unabhängig von der Lichtquelle und zeigt eine detaillierte Information der gemessenen Zahnfarbe. Bekannte Vertreter sind das EasyShade® der Vita-Zahnfabrik, SpectroShade® und Pikkio® von MHT
  • Colorimeter als ein Dreibereichs-Farbmessgerät, welches mit Farbfiltern arbeitet. Dabei hat die Art der Lichtquelle Einfluss auf die Messdaten. Bekannte Vertreter sind ShadeEye-Ex® und ShadeVision® von X-Rite.

Neben dem Messprinzip ist auch die Aufnahmefläche unterschiedlich: Die Farbmessung innerhalb eines kleinen Areals führen Pikkio, ShadeEye und EasyShade durch. Die gesamte Zahnoberfläche wird wie mit einer Videokamera von SpectroShade, ShadeVision und ShadeScan vermessen.
Zur (überwiegend durchgeführten) visuellen Bestimmung der Grundfarbe stehen industriell gefertigte Farbringe zur Verfügung (z.B. Vita-Zahnfarben, siehe Abb. oben), welche einen Grundfarbwert liefern, der zur Erlangung optimaler Ergebnisse - z.B. bei einer Versorgung im Frontzahnbereich - noch in Details individualisiert werden muss. Um eine gleich bleibend hohe Qualität der ästhetischen Therapie zu gewährleisten, wird deshalb die Einhaltung definierter Bedingungen hinsichtlich Umgebungsgestaltung, Beleuchtung und Betrachter empfohlen. Als Umfeld für die Farbbestimmung eignen sich neutralgraue Räumlichkeiten oder Hintergründe. Hier ist zu beachten, dass auch ausgeprägte Farben an Patient und Behandler die Wahrnehmung beeinträchtigen. Abschminken der Lippen des Patienten ist unabdingbar, um einer Verfälschung der Betrachtungsergebnisse vorzubeugen. Hinsichtlich der Lichtverhältnisse ist tageslichtähnliche Beleuchtung von ca. 2000 Lux zu empfehlen. Dies entspricht der Intensität von diffusem Nordlicht zur Mittagszeit, kann aber auch durch dem Tageslicht in Intensität und Spektrum angepasste Lichtquellen gewonnen werden. Zu hohe Lichtintensität (Lampe am Behandlungsstuhl: 8000 Lux; grelles Sonnenlicht) führt zu unzureichenden Ergebnissen. Schließlich ist von Seiten des Betrachters Farbtüchtigkeit, ausreichende Schulung und ständiges Training zum erfolgreichen Vorgehen erforderlich. Schwierigkeiten in der Bestimmung ergeben sich auch dadurch, dass man bei der Betrachtung des Zahnes eine durch die verschiedenartige Zahnsubstanz bedingte Mischfarbe sieht. Weiter sollten die Zähne jeweils nur für kurze Augenblicke betrachtet werden, da das Auge zur Adaption neigt und somit die Farbdifferenzierungsempfindlichkeit rasch nachlässt.
In schwierigen Fällen empfiehlt es sich, eine Zweitmeinung einzuholen (z.B. von einem versierten Zahntechniker) oder zur Beurteilung zusätzlich ein Messgerät heranzuziehen.
Unterstützend werden in neuerer Zeit digitale Kamerasysteme eingesetzt. Diese erweisen sich vor allem bei der Kommunikation mit dem Dentallaborabor als hilfreich. Voraussetzung für einen optimalen Informationstransfer ist eine möglichst unverfälschte Farbdarstellung der eingesetzten Kameras.
Ein noch nicht genauer untersuchter "optischer Effekt" beeinflusst das Farbergebnis bei Komposite-Füllungen, welcher als Chamäleon- oder Vermischungseffekt (VE) bezeichnet wird. Derartige Materialien sind  zu einem gewissen Grad in der Lage, die Farben des umgebenden natürlichen Zahnes anzunehmen, was in einer sehr guten Ästhetik resultiert. Farbdifferenzen zwischen Zahn und Füllung sind so viel geringer, als isoliert betrachtet. Es scheint sich bei diesem Phänomen um einen komplexen visuellen Adaptationseffekt zu handeln, der von zahlreichen Faktoren - z.B. der Füllungsgröße und Transluzenz. - beeinflusst wird.

Zur "Akzeptanz" der Z. durch den Patienten - nach Eingliederung von Zahnersatz - hat das Landgericht Hamburg entschieden (Az. 323 S 20/04): Lässt sich ein Patient für ihn angefertigte Veneers einsetzen, nachdem er sie optisch überprüft hat, so hat der Zahnarzt Anspruch auf die entsprechende zahnärztliche Vergütung. Der Patient kann die Bezahlung der Rechnung dann nicht mehr mit der Begründung ablehnen, die Farbgebung sei nicht so wie vereinbart. Da an Veneers besonders hohe kosmetische Ansprüche gestellt werden, dürfte dieses Urteil auch auf andere zahnärztliche Versorgungen übertragbar sein.

Bleichen von Zähnen, CIE-Lab-System, Ishihara-Test, Krone, Kunstzahn, Lobene Stain Index, Prothese, Verfärbungen, Vita-Zahnfabrik
Visuelle und digitale Farbbestimmung
„VITA ToothFinder" (Auswahl passender Front- und Seitenzähne für herausnehmbare voll- und teilprothetische Versorgungen)
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005770

 



sog. "toter"
Schneidezahn mit
kosmetisch störender
Verfärbung

 



 



Der 2007 vorgestellte A-D Shade-Guide / Bleach

 



digitale Farbbestimmung mittels Vita-Easyshade

Zahnfäule , engl.: (dental) caries, tooth decay; Karies

Zahnfee
engl.: tooth fairy; mystisches Wesen, welches Kindern nachts erscheinen soll und über die Zahngesundheit wacht und entsprechend belohnt oder straft. So wird bspw. ein unter das Kopfkissen gelegter ausgefallener Milchzahn durch ein Goldstück ersetzt, oder ein auf den Fingernagel des Lutschfingers aufgemaltes Bild der Zahnfee darf nachts nicht abgelutscht werden, da sonst die Z. böse wird.
Das mystische Wesen "Zahnfee" entstammt dem angelsächsischen Bereich und wurde 1927 einem größeren Kreis durch das Schauspiel "The Tooth Fairy" von Esther Watkins Arnold bekannt.

Zahnfehlbildung , engl.: tooth malformation Zahndysplasien

Zahnfehlstellung , engl.: teeth malposition; Aberration, Fehlstellung von Zähnen

Zahnfieber
engl.: "dental fever"; laienhafte Bez. für die fiebrige Begleiterscheinung bei einem erschwerten Zahndurchbruch; Dentitio difficilis, Zahnen

Zahnfilm , engl.: (dental) film; doppelseitig beschichteter, kleiner - meist in der Standardgröße von 5 x 4 cm - Röntgenfilm für intraorale Aufnahmen mit folgendem Aufbau:
Schutzschicht
lichtempfindliche Emulsion (Silberhalogenide, meist Silberbromid, in Gelatine)
Haftschicht
Filmträger aus Polyester
Haftschicht
lichtempfindliche Emulsion (Silberhalogenide, meist Silberbromid, in Gelatine)
Schutzschicht
rückseitig eine Bleifolie zur Abschirmung von Streustrahlung
Röntgenfilm
 


Zahnflächen
engl.: tooth surfaces; Oberflächen- und Richtungsbezeichnungen an einem Zahn; primär auf die Zahnkrone bezogen, werden in der nachfolgenden Aufzählung auch Körper- und Mundbezeichnungen aufgeführt. Bezeichnet werden an einer Zahnkrone 5 Flächen - i.d.R. mit lateinischen Namen (s. obere Abb.)
  • addental: (keine Zahnflächenbezeichnung) den Zähnen anliegend
  • anterior: (keine Zahnflächenbezeichnung) vordere, nach vorn verlagern, verschieben. Gegenteil: posterior (hinterer, rückwärtiger)
  • approximal: zum Nachbarzahn hin
  • axial: (keine Zahnflächenbezeichnung) in Richtung der (anatomischen) Zahnachse
  • bukkal: Außenseite des Zahnes (bei Backenzähnen)
    labial
    : Außenseite des Zahnes (Schneidezähne, Eckzahn)
    Oberbegriff
    für bukkal u. labial: vestibulär , (dann als Gegenteil von oral)
  • cervikal: den Zahnhals betreffend, am Zahnhals gelegen
  • distal: nach hinten ausgerichtet (von der Mitte des Kiefers weg)
  • gingival: zum Zahnfleisch gehörend, zum Zahnfleisch hin
  • Glattflächen: Außen- und Innenseiten der Zähne
  • interradikulär: zwischen den Zahnwurzeln gelegen
  • inzisal: auf der Schneidekante
  • koronal: zur Zahnkrone hin gerichtet, gelegen
  • lingualInnenseite des Zahnes (im Unterkiefer), zur Zunge hin gelegen
    Oberbegriff
    für lingual u. palatinal: oral , (dann als Gegenteil von vestibulär)
  • mastikal: zur Kaufläche hin, kauflächenwärts
  • medial : (keine Zahnflächenbezeichnung) zur Körpermitte hin
  • mesial: nach vorn ausgerichtet (zur Mitte des Kiefers hin)
  • okklusal: auf der Kaufläche, zur Kaufläche hin
  • palatinal: Innenseite des Zahnes (im Oberkiefer);
  • radikulär: die Zahnwurzel betreffend, von ihr ausgehend
  • apical: (keine Zahnflächenbezeichnung), zur Wurzelspitze hin
  • coronal: (keine Zahnflächenbezeichnung), zur Zahnkrone, zur Spitze der Zahnkrone, hin; apical
  • crestal o. krestal; Richtungsbezeichnung für "vom Kieferkamm her"; im Bereich des Arcus alveolaris (Limbus alveolaris) gelegen
  • dorsal: (keine Zahnflächenbezeichnung) zur Rückseite, zum Rücken hin
  • endständig: der am weitesten distal stehende Zahn in einer Zahnreihe
  • extraoral: (keine Zahnflächenbezeichnung), außerhalb des Mundes
  • facial: (keine Zahnflächenbezeichnung), zum Gesicht hin
  • frontal: (keine Zahnflächenbezeichnung), parallel zur Stirn
  • gnathogen: (keine Zahnflächenbezeichnung), vom Kiefer ausgehend, zum Kiefer gehörend
  • inferior: (keine Zahnflächenbezeichnung), untere(r)
  • intraalveolär: (keine Zahnflächenbezeichnung), innerhalb des Zahnfachs gelegen
  • intraoral: (keine Zahnflächenbezeichnung), innerhalb des Mundes
  • intraligamentär: (keine Zahnflächenbezeichnung), zwischen Zahn und Kieferknochen (Alveolarknochen) gelegen
  • kaudal: (keine Zahnflächenbezeichnung) zum unteren Körperende hin, steißwärts nach unten
  • krevikulär , creviculär; die Zahnfleischtasche, den Sulkus betreffend
  • kranial: (keine Zahnflächenbezeichnung) zum Schädel hin, nach oben
  • kollateral: (keine Zahnflächenbezeichnung) seitlich, benachbart
  • lateral: von der Seite her, an der Seite von gelegen
  • mandibulär: zum Unterkiefer gehörend
  • marginal: zum Zahnfleischrand gehörend
  • maxillär: zum Oberkiefer gehörend
  • okzipital : in Richtung Hinterhaupt oder am Hinterhaupt gelegen
  • parapulpär: (keine Zahnflächenbezeichnung), neben dem Zahnnerv gelegen
  • perimandibulär: um den Unterkiefer herum gelegen
  • proximal: zur Körpermitte hin
  • sagittal: von "Hinten" nach "Vorn"
  • subgingival: (keine Zahnflächenbezeichnung) unterhalb des Zahnfleischsaums
  • sublingual: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter der Zunge gelegen
  • submandibulär: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter dem Unterkieferkörper gelegen
  • submukös: (keine Zahnflächenbezeichnung), unter der (Mund-)Schleimhaut befindlich
  • supragingival: (keine Zahnflächenbezeichnung) oberhalb des Zahnfleischsaums
  • transdental: (keine Zahnflächenbezeichnung), über die Wurzelspitze hinaus
  • transversal: (keine Zahnflächenbezeichnung), quer zur Körperachse verlaufend
  • ultra: (keine Zahnflächenbezeichnung) für jenseits, weiter, darüber hinaus
  • ventral: Körperebene: bauchwärts, zum Bauch hin gerichtet
  • vertikal: senkrecht
  • zervikal: den Zahnhals betreffend, am Zahnhals gelegen

Körperebenen, Zahnschema, Zahnmerkmale
Anatomie bewegt dargestellt





distal - mesial




Bezeichnungen als grafische Übersicht

Zahnfleisch , engl.: gum(s), gingiva; Gingiva

Zahnfleischabtragung , Zahnfleischentfernung, engl.: gingivectomy; Gingivektomie

Zahnfleischbluten ; engl.: bleeding of gums, gingival bleeding; Gingivitis, Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündung  ; ungebräuchlich: Ulitis; engl.: inflammation of the gums Gingivitis, Parodontitis

Zahnfleischkapuze
Zahnfleischkappe
, Schleimhautkapuze, engl.: mucosal o. tooth hood; vorwiegend beim Durchbruch unterer Weisheitszähne auftretende teilweise Abdeckung der Zahnkrone mit einem Schleimhautlappen.
Kapuze

Zahnfleischklammer
engl.: gingivally (approaching) clasp; nicht mehr übliche Verankerung einer Teilprothese an unter sich gehenden Stellen des Alveolarfortsatzes im Sinne eines Halteelementes ("alveoläre Klammer") aus Prothesenkunststoff. Eine Sonderform stellt die durchgehende Kummetverankerung dar: Ein vestibulärer Drahtbügel oder eine Kunststoffspange, der in die Umschlagsfalte reicht, dient als Halte- und Verbindungselement; kann bei doppelseitiger Freiendsituation ohne konventionelle Klammerverankerung Anwendung finden.
Retentionsprothese
Zahnfleischmaske
engl.: gum mask, gingival analog; im sichtbaren Mundbereich gelegentlich eingesetzte Maske zur optischen Kaschierung eines erheblichen Zahnfleischschundes oder zur Überdeckung bei Implantation im Frontzahnbereich; wird zahnmedizinisch zu den Epithesen gerechnet. Verwendung dann, wenn durch andere Maßnahmen (z.B. Augmentation) kein Aufbau des fehlenden Kieferknochens und des darüber liegenden Zahnfleischs möglich ist.
Befestigt wird die Z. an den restlichen Zähnen; sie wird vom Patienten zur Mundhygiene und wenn er nicht im öffentlichen Leben steht abgenommen. Z. nehmen mit der Zeit vom Speichel und aus Nahrungsmitteln, Getränken und Genussmitteln (Nikotin) Färbungen auf und werden deswegen nach ca. 1-3 Jahren aus ästhetisch-hygienischen Gründen erneuert.
Behandlung auf Verlangen, Epithese
http://www.detax.de/


©: www.bpdental.de

Zahnfleischnische
engl.: (gingival) crater; kraterförmige Defekte als Folge einer Gingivitis o. Stomatitis ulcerosa im Gebiet der Interdentalpapille. Hervorragender Schlupfwinkel für pathogene Bakterien, sodass die Grunderkrankung nur schwer ausheilt (Rezidiv). Beseitigung durch eine Schleimhaut- oder Schleimhaut-Knochen-Plastik bzw. Entfernung des Zahnes.



Zahnfleischpapille , engl.: gingival papilla; Interdentalpapille

Zahnfleischpolyp
engl.: gum polyp; chronisch entzündliche, gestielte Gingiva-Wucherung als Folge einer Reizwirkung, wie z.B. durch scharfe Kanten kariöser Zähne oder überstehender Füllungs-/Kronenränder. Histologische Abklärung nötig, da das seltenere  Papillom ein klinisch ähnliches Erscheinungsbild hat.
Epulis

Zahnfleischrandschnitt ; Gingivarandschnitt

Zahnfleischsaum , Zahnfleischrand, engl.: gingival or gum line; Gingivalsaum

Zahnfleischschwund, Gingivaatrophie

Zahnfleischtasche
"Tasche", engl.: periodontal pocket, gingival sulcus; Spaltraum zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch, welcher in Form des (Gingival-)Sulkus bei jedem Zahn als "Furche" besteht.
Bei entzündlichen Parodontalerkrankungen kann sich eine "Tasche" auf zwei Arten bilden:
  • Anschwellen des Zahnfleischrandes (Gingivalsaum) = Bildung einer "Pseudotasche"; typisches Begleitsymptom bei einer Gingivitis

  • Ablösung des Epithelansatzes und Verschiebung zur Wurzelspitze hin  = "echte Tasche"; typisches Begleitsymptom bei einer Parodontitis
    In dieser Tasche setzen sich - da der natürlichen und mechanischen Reinigung nicht mehr zugänglich - Konkremente an der Wurzeloberfläche fest. Weiter kommt es zu einer Besiedlung mit überwiegend anaerobischen Bakterien. Als Folge tritt eine Entzündung mit dem akuten Begleitsymptom "Zahnfleischbluten" auf. Bei Nichtbehandlung kann sich z.B. ein Taschenabszess entwickeln.


bakteriologische Identifizierungssysteme, Biomarker, BOP, Deep Scaling, Dunlop Methode, Erhaltungstherapie, Gentle Probe, Gesteuerte Geweberegeneration, Gingiva, Gingivektomie, Höhenabbau, Ignipunktur, Kapuze, Knochentasche, krevikulär, Kürettage, Kronenrand, Oraqix, Parodontalbehandlung, Parodontitis, Parodontalsonde, Parodontometer, PCR, Peri-Probe, Pseudotasche, Saumepithel, Sulkusflüssigkeits-Fließrate - SFFR, Taschenboden, Taschentiefe, WHO-Sonde

 



Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates


 

 

 


Zahnfleischverband
Parodontalverband, engl.: periodontal pack, occlusive dressing; Schutzabdeckung der Zahnfleischstrukturen nach größeren parodontal-chirurgischen Eingriffen, wie z.B. Lappenoperationen, Gingivektomien, Gingivoplastiken oder gesteuerter Geweberegeneration(GTR). Z. bestehen meist durch Pasten aus Zinkoxid-Eugenol ("Kirkland-Verband") oder auf Kunstharzbasis (z.B. Coe-Pak) u.U. Beimischung von antibakteriellen Substanzen wie z.B. CHX. Diese Pasten erhärten durch Speichelzutritt und können noch zusätzlich durch Verbandhalter oder Nähte fixiert werden. 
Die Liegedauer beträgt etwa 6 - 10 Tage. Neuere Behandlungsmethoden verzichten häufig auf einen Z.
Parodontalchirurgie, Parodontalverband



Zahnfleischwucherung
Zahnfleischhypertrophie, engl.: gingival proliferation (overgroth); Gingivahyperplasie, Nifedipin, Hyperplasie

Zahnform
engl.: tooth shape; Bez. für das anatomische Aussehen eigener o. künstlicher Zähne, welche besonders im sichtbaren Bereich das Erscheinungsbild des Individuums mit prägen und deshalb bei Zahnersatz - besonders Vollprothesen - von Bedeutung sind.
So bildet man bei Kunstzähnen im Frontzahnbereich z.B. die Konstitutionstypen (pyknisch = vollwüchsig, athletisch = kräftig u. leptosom = schlank) nach oder hält sich an die Dreiformthese nach Williams, wonach die Umrissform des Gesichtes umgekehrt identisch ist mit der Form der oberen Schneidezähne.


Zahnformel
Gebissformel, Bolk-Gebissformel, engl.: dental formula, Bolk's denture formula; schematische Darstellung eines Gebisses unter Verwendung von Buchstaben und Zahlen; in der vergleichenden Anatomie der Säuger gebräuchlich. Man fasst die verschiedenen Zahnarten in Gruppen zusammen und bezeichnet sie mit den lateinischen Anfangsbuchstaben:
I = Incisivus (Schneidezahn)
C = Caninus (Eckzahn)
P = Prämolar (kleiner Backenzahn)
M = Molar (großer Backenzahn).
Milchzähne werden mit kleinen Buchstaben und dem Zusatz d (deciduus = abfallend, ausfallend, nicht bleibend) aufgeführt (z.B.: id3 = 3-Milch-Schneidezähne in einem Quadranten).
Diesen Buchstaben stellt man die Zahl der davon vorhandenen Zähne dahinter. So bedeutet "I3" beispielsweise, dass dieses Individuum in einer Kieferhälfte "3 Schneidezähne" besitzt (z.B. der Hund, Schwein, Ursäuger). In der Formel wird über dem Bruchstrich die Zahnanzahl und -art einer Oberkieferhälfte, unter dem Strich die einer Unterkieferhälfte eingetragen. Die Zahlen der Ober- und Unterkieferhälften werden addiert, mit zwei multipliziert (die Kiefer sind symmetrisch aufgebaut) und daraus ergibt sich der Zahnsummenformelwert, welcher hinter einem Gleichheitszeichen rechts neben den Bruchstrich dargestellt wird (s. Abb.).
Heterodontie, Reißzahn, Zahn, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnmerkmale, Zahnschema
http://www.faunistik.net/
 

 

Zahnfraktur
Zahnunfall, engl.: tooth fracture (break); Bruch (auch Anbruch) einer Zahnkrone, Zahnwurzel oder beiden Teilen durch Gewalteinwirkung bzw. während des Entfernens eines Zahnes. Man unterscheidet (siehe Abb.):

a) Fraktur ausschließlich im Zahnschmelz
b) Fraktur im Zahnschmelz und Dentin ohne Beteiligung des Zahnnervs
c) Fraktur im Zahnschmelz und Dentin mit Beteiligung des Zahnnervs
d) Fraktur in Höhe des Zahnhalses (vollständige Zahnkronen-Fraktur; der sichtbare Teil des Zahnes fehlt ganz)
e) Fraktur im oberen Wurzeldrittel
f) Fraktur im mittleren Wurzeldrittel
g) Fraktur im unteren Wurzeldrittel
h) Längsfraktur des Zahnes

Die Brüche können auch unvollständig ("Riss") bzw. ohne räumliche Veränderung (Dislokation) der Bruchstücke sein (s. Abb. unten). Man bezeichnet den ersten Zustand als Infraktur oder Cracked-tooth-Syndrom.
Die meisten Z. sind zahnärztlicherseits so zu behandeln, dass der Zahn erhalten werden kann - lediglich Fraktur f) hat meist den Verlust des Zahnes zur Folge; e) und h) gelten als schwierig zu behandeln.

Infraktur, intra-radicular splinting, Kaukraft, Konkussion, Schmelzsprung, traumatische Zahnverletzungen, Stiftverbolzung
Behandlung von längsfrakturierten Zähnen - Es geht auch ohne Extraktion





Fraktur im Zahnschmelz und Dentin (= b) )


Infraktur ("Riss")
eines oberen Schneidezahns

 




unfallbedingte tiefe Wurzelfraktur (= g)


:
Längsfraktur der Zahnkrone (= h))

zahnfreundlich , zahnschonend, engl.: harmless (friendly) to teeth. Aktion zahnfreundlich

Zahnführung
geführte Okklusion, engl.: tooth guidance; mechanische Dominanz von Zähnen des Oberkiefers bei einer dynamischen Okklusion des Unterkiefers
Eckzahnführung, Frontzahnführung, Gruppenführung, Okklusion

Zahnfurche
auch: primitive Z., engl.: (primitive) dental groove; in der 4. Embryonalwoche sich entwickelnde rinnenartige Vertiefung im Alveolarwall, aus welcher sich später die Zahnleiste entwickelt. Gelegentlich auch Synonym für eine Fissur

Zahngesundheit , engl.: dental health; weitgehendes Fehlen von Karies und Zahnbetterkrankungen. Im zahnmedizinischen Bereich wurde seitens der WHO als Fernziel von Präventionsmaßnahmen die Formel "22-77-99" aufgestellt, was heißen soll, dass bei 77jährigen noch mindestens 99 % der Bevölkerung 22 eigene Zähne haben sollten. Häufig auch mit Mundgesundheit gleichgesetzt.
FST-Index, Gesundheit, Krankheit, Prävention, Prophylaxe, Salutogenese, T-Health Index

Zahngesundheitsindex ; T-Health Index

Zahnglocke , engl.: enamel organ; Schmelzorgan

Zahngröße , engl.: tooth size Zahnlänge

Zahngruppen
engl.: classes of teeth; Zähne mit ähnlichen Merkmalen, in der ZHK eingeteilt in: Schneidezähne, Eckzähne, Prämolaren (kleine Backenzähne), Molaren (große Backenzähne) oder Unterteilung in Frontzähne (Schneidezähne + Eckzähne) und Seitenzähne
Zahnhals
Cervix, Zervix, engl.: neck of tooth, collum (cervix) dentis; leicht eingezogene Übergangsstelle zwischen dem (sichtbaren) Zahnschmelz (der Zahnkrone) und dem Wurzelzement des Zahnes. Bei gesunden Zahnfleischverhältnissen von der Gingiva überdeckt.

Zahnhalsfüllung
zervikale Füllung, engl.: cervical or Black V filling; technisch i.d.R. schwierig anzufertigende Füllungsart. Da die Kavität selten allseitig von Schmelz umgeben ist und die Wurzeloberfläche nicht die Härte und Biegefestigkeit des Zahnschmelzes aufweist, kann es zu Haftungsproblemen bei der Anwendung der Adhäsivtechnik in Verbindung mit den klassischen zahnfarbenen Füllungsmaterialien (Komposites) kommen. Trotz ästhetischer Unzulänglichkeiten erreichen in diesem sensiblen Gebiet Kompomere bessere Ergebnisse, da sie elastischer sind und per se eine bessere Haftung am Dentin haben. Alternativ zeigen Inlays oder Goldhämmerfüllungen im nicht-sichtbaren Bereich gute Langzeitergebnisse.
Ein weiteres Problem besteht bei Z. mit der Nähe zum bzw. Ausdehnungen unter das benachbarte Zahnfleisch, welches ein trockenes bzw. blutleeres Arbeitsfeld erschwert.
Black

Zahnhalskaries
engl.: cervical caries; Karies im Bereich der Schmelz-Zement-Grenze; Sonderform der Karies, wobei nicht - wie gewöhnlich - der Schmelz und das Dentin der Zahnkrone befallen sind, sondern die Zahnwurzel ("Wurzelkaries") bzw. die Schmelz-Wurzelzement-Grenze ("Zahnhalskaries"). Während die Z. durch eine auf dem Zahnfleischrand liegende Plaqueschicht (= schlechte Mundhygiene) verursacht wird und häufig zusammen mit einer Gingivitis anzutreffen ist, kann die Wurzelkaries nur auftreten, wenn durch einen Rückgang des Zahnfleisches Teile der Zahnwurzeloberfläche frei liegen. Neben dem natürlichen Rückgang des Zahnfleisches können auch falsche Zahnputztechniken, schlecht angepasster Zahnersatz und - als bekannte und teilweise beabsichtigte "Nebenwirkung" - Parodontalbehandlungen zu einem Freiliegen der Zahnwurzel führen.
keilförmige Defekte, Krone, White Spot, Wurzelkaries, Zahn, Zahnwurzel

 

 

 



Zahnhals, Zahnhalsfüllung, Zahnhalskaries,
Schmelz-Zement-Grenze




erosionsbedingte Zahnhalskaries -Wurzelkaries

Zahnhalsklammer
engl.: cervical or gingival clamp; verschiedene Klammerarten, deren Klammerarme dem Zahnhals anliegen. Da derartige Klammern vereinzelt bei Zähnen mit geringer Wölbung des prothetischen Äquators ( Infrawölbung) eingesetzt werden und - die Gingiva querend - von der Wurzel her an den Zahn greifen (s. Abb.), werden sie auch als Infrawölbungsklammern bezeichnet. Einsatz bei provisorischen Versorgungen oder bei schwierigen kosmetischen Situationen; typische Vertreter sind die Bonyhárd-Klammer und entsprechende Modifikationen.
Klammer

 


 



J oder Y-Klammer

Zahnhalteapparat , engl.: periodontic apparatus; Parodontium

Zahnhartsubstanz, engl.: hard tooth structure; Oberbegriff für Zahnschmelz, Dentin (Zahnbein) und Wurzelzement; Zahn

posteruptive Schäden: neben den durch Unfälle bedingten Schäden ( traumatische Zahnverletzungen) sind dies besonders zwei große Verursacher:


Osteogenesis imperfecta, Sichelzahn, Tetrazyklin, Zahndysplasie, Zahnentwicklungsstörungen

Zahnheilkunde
ZHK, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Zahnmedizin, Dentologie, Odontologie, Odontostomatologie, Odontiatrie, engl.: dentistry, odontology; abgegrenzter, eigenständiger Bereich der Medizin als wissenschaftliche Lehre vom Bau, von der Funktion und den Krankheiten des Gebisses (Zähne, Zahnhalteapparat, Zahnfleisch und Kiefer). Die Ausübung der ZHK erfolgt in Deutschland auf dem Boden des Zahnheilkundegesetz; sie umfasst die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung aller Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich. Als Teilgebiete gelten (2012):
Zahnärztliche Chirurgie; Oralchirurgie im Rahmen einer Weiterbildung
Konservierende Zahnheilkunde ( Zahnerhaltungskunde)
Parodontologie (Heilkunde der Erkrankungen des Zahnhalteapparates und deren Vorbeugung)
Prothetische Zahnheilkunde (Zahnersatzkunde) und Werkstoffkunde
Implantologie
Kieferorthopädie
Öffentliches Gesundheitswesen, BZÖG
im weiteren Sinne zählen noch als Teil- bzw. Arbeitsgebiete: Kinderzahnheilkunde, Gender Dentistry, Gerostomatologie u. zahnärztliche Psychosomatik
Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gilt nicht als Teilgebiete der Zahnmedizin, sondern ist ein gemeinsames Fachgebiet der Medizin und Zahnmedizin.
Fachgebiete, Gender Dentistry, Geschichte der Zahnheilkunde, Rezept, Schulmedizin
Wegbereiter der Zahnheilkunde - Carl Sauer – Widersacher der Dentisten (zm, 2017)
Zahnmedizin in der Karikatur

Zahnheilkundegesetz
ZHG, ZHKG, engl.: law of dentistry; Grundlage für die Ausübung der Zahnheilkunde in D.; zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung der Bundesärzteordnung und anderer Gesetze vom 21.7.2004, BGBl I 2004. Es beschreibt die zahnärztlichen Tätigkeiten ("Ausübung der Zahnheilkunde ist die berufsmäßige auf zahnärztlich wissenschaftliche Erkenntnis gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen.") und die Zuständigs- bzw. Delegationsmöglichkeiten. So besagt beispw. § 1 Abs. 5 Zahnheilkundegesetz aus:
"Approbierte Zahnärzte können insbesondere folgende Tätigkeiten an dafür qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener Ausbildung wie zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete Zahnarzthelferin, Prophylaxehelferin oder Dentalhygienikerin delegieren: Herstellen von Röntgenaufnahmen, Entfernen von weichen und harten sowie klinisch erreichbaren subgingivalen Belägen, Füllungspolituren, Legen und Entfernen provisorischer Verschlüsse, Herstellen provisorischer Kronen und Brücken, Herstellen von Situationsabdrücken, Trockenlegen des Arbeitsfeldes relativ und absolut, Erklärung der Ursache von Karies und Parodontopatien, Hinweise zu zahngesunder Ernährung, Hinweise zu häuslichen Fluoridierungsmaßnahmen, Motivation zu zweckmäßiger Mundhygiene, Demonstration und praktische Übungen zur Mundhygiene, Remotivation, Einfärben der Zähne, Erstellen von Plaque-Indizes, Erstellung von Blutungsindizes, Kariesrisikobestimmung, lokale Fluoridierung zum Beispiel mit Lack oder Gel, Versiegelung von kariesfreien Fissuren."
, wobei zusätzlich zu bemerken ist, dass diese Leistungen nur nach Anweisung durch einen Zahnarzt durchgeführt werden können."
Das Gesetz heutiger Prägung trat am 1. April 1952 in Kraft. Es beendete damals einen fast 80 Jahre dauernden Dualismus zwischen Zahnärzten und Dentisten in West-Deutschland ("Bonner Abkommen" (manchmal auch als "Allensbacher Abkommen bezeichnet)) und hielt u.a. fest, dass die Ausübung der Zahnheilkunde nur Zahnärzten (Ärzten) vorbehalten ist und ein Hochschulstudium mit Approbation voraussetzt. Damit wurde eine Professionalisierung geschaffen, die in vielen anderen europäischen Ländern schon früher bestand.
In 2003 wurde auch ein juristischer Streit durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH, AZ.: C-35/02) darüber entschieden, ob Arzt-Approbation zur Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt:
Die EU-Richtlinie 78/687/EWG zur "Erlangung zahnärztlicher Diplome" verlangt zur Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit als Zahnarzt ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstigen Befähigungsnachweis, mit dem garantiert nachgewiesen wird, dass der Zahnarzt im Verlauf seiner gesamten Ausbildungszeit angemessene Kenntnisse der wissenschaftlichen Zahnheilkunde erworben hat. Dagegen sieht Paragraf 1 Absatz 1 des Gesetzes über die Zahnheilkunde (ZHG) vom 31. März 1952 in der Fassung vom 16. April 1987 vor: "Wer im Geltungsbereich dieses Gesetzes die Zahnheilkunde dauernd ausüben will, bedarf einer Approbation als Zahnarzt nach Maßgabe dieses Gesetzes oder als Arzt nach bundesgesetzlicher Bestimmung. Die Approbation berechtigt zur Führung der Bezeichnung als Zahnarzt oder Zahnärztin." . Da aber das EU-Recht eine übergeordnete Norm und der EuGH feststellte, dass §1,1 mit EU-Recht nicht vereinbar ist, muss einem Arzt keine Approbation als Zahnarzt erteilt werden, solange er nicht die Voraussetzungen zur Erlangung des zahnärztlichen Diploms nach Maßgabe der Richtlinie 78/687/EWG erfüllt hat.
Approbation, Delegation, Heilberufsgesetz, Öffnungsklausel, Zahnarzt, Zahnmedizinische Fachangestellte
http://www.rechtliches.de/info_ZahnHKG.html, Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde, Fortbildungsmöglichkeiten für Zahnarzthelferinnen/Zahnmedizinische Fachangestellte in Baden-Württemberg als .pdf (©: LZK B.-W.)
http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/zhg/gesamt.pdf

Zahnhöcker , engl.: (dental) cusp; Höcker

Zahnhölzchen
medizinische, Zahnhölzer, Zahnstocher, engl.: tooth pick; meist dreieckig geformt Stäbchen aus einem weichen Werkstoff, wie z.B. Holz (z.B. Balsa) oder (in jüngerer Zeit) speziellen Kunststoffen zur Zahnzwischenraumreinigung und - bei richtiger Technik - zur Stimulation der Interdentalpapille. Die Z. können z.B. mit Fluoriden zur Kariesprophylaxe oder antibakteriellen Wirkstoffen getränkt sein.
Mehr Schaden als Nutzen bringen dagegen unzweckmäßige Geräte wie harte Hölzer, Büroklammern, Metallstreifen, nicht bruchfester Kunststoff usw.
Interdentalhölzer, Interdentalraum, Mundhygiene, Zahnseide

Zahn im Zahn , Dens in dente

Zahnimpressionen
Zahneindruck, engl.: tooth impressions, tooth indentations; Negativform von Zahnkronen, welche auf anderen Körperteilen (eigenen, fremden) oder Gegenständen hinterlassen werden. Neben den professionell durchgeführten Zahn- und Kieferabdrücken, werden Z. bei Habits und Parafunktionen (s. Abb. u.) sowie Weichteilschwellungen nach Operationen oder einer übergroßen Zunge beobachtet. Davon abzugrenzen sind Biss- oder Saugimpressionen, wie sie z.B. in der Haut und Schleimhaut sichtbar werden können. Derartige Impressionen haben in der forensischen Medizin bei der Überführung des Verursachers Bedeutung.
Zungenpressen





Zahnintrusion,  zentrale Zahnluxation, engl.: do. o. tooth depression; Intrusion, Milchzahnpersistenz, traumatische Zahnverletzungen

Zahnkaries , in der ZHK ungebr4äuchlicher Ausdruck für Die Karies. Medizinisch als: Abgrenzung zur Knochenkaries (bone caries)

Zahnkeim
engl.: tooth germ o. tooth bud; Bezeichnung für einen im Kiefer liegenden Zahn (Milchgebiss, Wechselgebiss), dessen Krone schon ausgebildet (mineralisiert), dessen Wurzelwachstum aber noch nicht abgeschlossen ist. Das frühe Stadium eines Z. wird auch als Zahnscherbchen bezeichnet.
Dilazeration, Eruption, Gemination, Germektomie (Zahnkeimentfernung), Impaktion, Zahnhartsubstanzdefekte, Zahnkeimentzündung, Zahnkeimschädigung, Zahnkeimtransplantation, Zahnleiste, Zahnrichtung, Zahnscherbchen







Zahnkeim im frühen Stadium

Zahnkeimentzündung
engl.: tooth germ (or: tooth bud) inflammation; nur selten über den Blutweg (hämatogen; z.B. Nabelschnurinfektion; Osteogingivitis neonatorum) ausgelöste Entzündung des Zahnkeims bzw. seiner knöchernen Umgenung, welche sich in seltenen Fällen zu einer Zahnkeimosteomyelitis (Folliculitis expulsiva, engl.: tooth germ sequestration) - meist im Oberkiefer - entwickeln kann. Normalerweise erfolgt der Infektionsweg bei dieser seltenen Erkrankung aus der Mundhöhle über eine Zahnfleischtasche am Milchzahn oder eine Unfallverletzung - hämatogene Ursachen sind sehr selten.
Hypodontie, Osteomyelitis, Säuglingsosteomyelitis, traumatische Zahnverletzungen

Zahnkeimpaarung ; engl.: twin teeth or gemination; Gemination

Zahnkeimschädigung
engl.: tooth germ damage; Schädigung eines sich im Kiefer befindlichen bleibenden Zahnkeims nach dem Beginn der Schmelzbildung, i.d.R. durch apicale Prozesse des darüber liegenden Milchzahns ausgelöst. Weitere Ursachen können traumatische Milchzahnverletzungen (Intrusion des Milchzahns), unsachgemäße Milchzahn-Wurzelkanalbehandlungen oder sonstige Störungen (z.B. Infektionen) bei der Zahnentwicklung sein.
Turner Zahn, Zahnhartsubstanzdefekte



kreidige Schmelz-flecken an den Schneidezähnen



infektiös bedingte Z.

Zahnkeimtransplantation
Zahnkeimverpflanzung
, engl.: tooth germ transplantation; autoplastische Transplantation im Sinne einer Verpflanzung wurzelunreifer Zähne einschließlich des umgebenden Häutchens (Follikel) - meist des unteren Weisheitszahns - in ein entsprechend vorbereitetes Zahnfach an eine andere Stelle innerhalb der (unteren Molaren-) Zahnreihe; bevorzugt sind die Molarenalveolen der 1. u. 2. Backenzähne des Unterkiefers. Die "Überpflanzung" erfolgt einschließlich des Zahnfollikels und erfordert wegen einer möglichen Zahnkeimschädigung eine vorsichtige Vorgehensweise. Die Verpflanzung erfolgt entweder sofort in die frische Extraktions-Alveole oder (bei Vorliegen von apikalen Entzündungen des entfernten Zahnes) verzögert nach 3-6 Wochen.

Zahnkeimverlagerung
engl.: tooth germ transposition; Verlagerung eines Zahnkeimes an einer anderen Stelle im Kiefer (anomale Keimlage); meist schon embryologisch (Aberration von Keimgewebe) verursacht, seltener durch ein Milchzahntrauma.
Folgen sind ein Durchbruch des Zahnes an falscher Stelle innerhalb oder außerhalb der Zahnreihe oder eine (Teil-)Retention.
Verlagerung, Zahnektopie

Zahnkeimzyste , engl.: dentigerous or follicular cyst; Zyste

Zahnkippung ; engl.: tooth tipping; Kippung

Zahnknospe , engl.: tooth bud; Bez. für den Zustand während der Zahnentwicklung, bei welchem das Schmelzorgan noch nicht gebildet ist; Zahnleiste

Zahnkranz
engl.: basing arch; zahntechnische Bezeichnung für den Teil eines Sägemodells (Abb.), welcher Zähne, Präparation der Zahnstümpfe und eine relativ dünne Gipsunterlage mit Teilen des Kiefers enthält. Besteht aus einem besonders harten Gips (Gipsklasse IV)

Zahnkrone , Corona dentis, engl.: crown, corona dentis (künstliche) Krone, (natürlicher) Zahn

Zahnlänge
Zahngröße, engl.: tooth length; Strecke zwischen der Schneidekante bzw. Höckerspitze und der Wurzelspitze eines Zahnes. Individuell stark schwankend und altersabhängig. Allgemein kann festgestellt werden, dass die Unterkiefer-Schneidezähne am kürzesten und die Oberkiefer-Eckzähne ("Augenzahn") am längsten sind. Neben der altersabhängigen Länge (Verkleinerung mit zunehmenden Alter durch Abrasion und Wurzelresorption; größte Länge etwa 2 - 3 Jahre nach dem Zahndurchbruch) spielt auch die Gesichts-/Schädelform eine Rolle und spiegelt sich häufig in der Länge der Zähne wieder. Das Verhältnis Zahnkronenlänge : Zahnwurzellänge ist etwa 1 : 2 . Für die kosmetische Größe der Zahnkrone gilt ein Längen-Breiten-Verhältnis von 1 : 0,75 bis 0,8 als vorteilhaft.
Zahlen zur Z. (gesamter Zahn, d.h. Zahnkrone und Zahnwurzel) sind wegen der klinischen Bedeutungslosigkeit nur vereinzelt bekannt. Bedeutung hat dagegen - vor allem für endodontische Maßnahmen - die Wurzelkanallänge

Nach Mühlreiter - De Jonge werden folgende mittleren Werte zur Zahngröße angegeben:

Zahn (Oberkiefer)

Größen
In Klammern = Milchzähne
(Angaben in Millimeter)

  Zahn (Unterkiefer)

Größen
In Klammern = Milchzähne
(Angaben in Millimeter)

mittlerer
Schneidezahn
Kronenbreite  8,4  (6 - 7,5)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge  11,6  (6 - 7,3)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge 24  (17 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze)
 

 

 

mittlerer
Schneidezahn
Kronenbreite  5,4  (3,6 - 5,5)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge  9,4  (5 - 6,6)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge  21,4  (15 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze)
seitlicher
Schneidezahn
Kronenbreite  6,5  (4,2 - 6,6)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge  9,0 - 10,2  (5,5 - 6,8)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge  22,5  (14,5 - 17)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze)
 

 

 

seitlicher
Schneidezahn
Kronenbreite  5,9  (3,8 - 5,9)
(gemessen am incisalen Rand)
Kronenlänge  9,9  (5,6 - 7)
(gemessen an der vestibulären Fläche)
Zahnlänge  23,5  (15 - 19)
(vom incisalen Rand bis an die Wurzelspitze)
Eckzahn Kronenbreite  7,6  (6,2 - 8)
(Strecke mesiale bis distale Kronenecke)
Kronenlänge  10,9  (6,5 - 7,8)
(gemessen zwischen Basis u. Spitze)
Zahnlänge  27  (17,5 - 22)
 

 

 

Eckzahn Kronenbreite  6,7  (5,2 - 7)
(Strecke mesiale bis distale Kronenecke)
Kronenlänge  11,4  (6,5 - 8,1)
(gemessen zwischen Basis u. Spitze)
Zahnlänge  25,4  (17,5 - 22)
erster Prämolar Kronenbreite  6,8
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge  8,7
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,7
  erster Prämolar Kronenbreite  6,9
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge  8,9
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 22,8
zweiter Prämolar Kronenbreite  6,5
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge  7,9
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,5
  zweiter Prämolar Kronenbreite  7,3
(vestibulär gemessen)
Kronenlänge  8,5
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 23,2
erster Molar Kronenbreite  10,1  (6,6 - 7,8)
(oral gemessen)
Kronendicke  11,7
Kronenlänge  7,7  (5,8 - 6,5)
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 21,3  (14 - 17)
(an der oralen Wurzel gemessen)
  erster Molar Kronenbreite  11,5  (7,5 - 8,5)
(oral gemessen)
Kronendicke  10,4
Kronenlänge  8,3  (6,6 -7)
(vestibulär gemessen)
Zahnlänge 22,8  (14 - 17)
(an der mesialen Wurzel gemessen)
zweiter Molar Kronenbreite  9,8  (8,3 - 9,3)
Kronendicke  11,5  (9 - 10,2)
Kronenlänge  7,7  (6 - 6,7)
Zahnlänge 21,1  16,5 - 18,5)
  zweiter  und dritter
Molar
Kronenbreite  10,7  (10 - 11,5)
Kronendicke  9,8  (8,5 - 9,5)
Kronenlänge  8,1  (6,5 - 7,2)
Zahnlänge 21,8  (17,5 - 19,5)
(an der mesialen Wurzel gemessen)
in der Regel 3, in ca. 1/3 der
Fälle 4 Wurzelkanäle
dritter Molar keine Angaben      

Dentalindex nach Flower, Endometrie, Zahnform, Zahnmerkmale

Zahnlaut, engl.: dental consonant; Dentallaut

Zahnleiste
Schmelzleiste, Epithelleiste, engl.: dental ridge, dental lamina, toothed lath; im Embryonalstadium gebildete (vom Alveolarwall in der 6. Fetalwoche ausgehend), den Kiefern angepasste schnurartige Ansammlung von Zellen als bogenförmige Einstülpung, aus welcher sich die Anlagen für die Milchzähne und in einer zweiten Z. die für die bleibenden Zähne herausbilden.
Dentition, Gebiss, Hyperodontie, Schmelzorgan, Serres Perlen, Zahnfurche


Zahnleiste mit Zahnknospen

Zahnlockerung
gomphiasis, odontoseisis, engl.: tooth loosening; abnorm erhöhte Zahnbeweglichkeit, ausgelöst durch Abbau des Kieferknochens, entzündliche Prozesse der Wurzelhaut bzw. an der Wurzelspitze, große Zysten oder durch ein Trauma; Einteilung in 3 Lockerungsgrade.
LockerungsgradParodontalstatus, Periotest, Stabilisierungsschiene, traumatische Zahnverletzungen, Zahnbeweglichkeit

zahnlos
Zahnlosigkeit, engl.: edentulous; Fehlen der Zähne, bedingt durch:
eine Nichtanlage aller Zähne, Anodontie
durch chirurgische Zahnentfernung bzw. altersbedingtem Verlust aller Zähne (Edentation) oder traumatische Einflüsse
natürlich: vor dem Durchbruch des 1. Zahnes im Milchgebiss
Z. bedingt ein Einfallen der Lippenpartie, eine Absenkung des Zusammenbisses (verminderte Bisshöhe) und einen Vorschub des Unterkiefers, was zu einem erheblich älterem Gesichtsausdruck führt (sog. "Greisengesicht"); ebenso kann die Nahrungsaufnahme und Verdauung nur unvollkommen erfolgen. Durch entsprechend gestalteten Zahnersatz kann dieser Zustand gut korrigiert werden.
adental, unbezahnt, Zahnersatz

Zahnlücke
"Lücke", engl.: gap between the teeth, (tooth space); natürliche oder krankhafte Veränderung im Kiefer zwischen zwei eigenen Zähnen, bedingt durch versch. Umstände:

Aus funktionellen - im sichtbaren Bereich auch aus kosmetischen Gründen - ist i.d.R. eine zahnärztliche Versorgung der Lücken (mittels Zahnersatz, kieferorthopädischer Behandlung, Implantaten, Verpflanzung von Zähnen) geboten:
Der menschliche Körper ist auf Effizienz ausgerichtet. Er erhält, was er braucht und baut ab, was er nicht benötigt. Bei den Muskeln ist dieser Mechanismus offensichtlich, aber er betrifft in gleicher Weise das Knochengewebe im Kiefer. Wird es weniger belastet, verringert es sich und der Halt für die verbliebenen Zähne nimmt ab. Sind mehrere Lücken vorhanden, kann dieser stetige Knochenabbau zu einer veränderten Gesichtsform führen.

Angulation, Brücke, Kennedy-Klassen, Lückengebiss, Zahnersatz, Zahnwanderung


Z. im Unterkiefer und
deren Versorgung mit
einer einfachen Teilprothese


Zahnluxation , engl.: tooth luxation; traumatische Zahnverletzungen

Zahnmark , engl.: dental pulp; Pulpa

Zahnmedizin , Zahnheilkunde

Zahnmedizinische Fachangestellte
ZFA, ehemals: Zahnarzthelferin, zahnärztliche Helferin, engl.: (literal, da deutsche Wortschöpfung) dental expert employee or (better) dental assistant; anerkanntes Berufsbild für eine zahnmedizinische Fachkraft gem. Berufsbildungsgesetz (BBiG) in dualer drei- bzw. zweieinhalbjähriger Berufsausbildung. Dabei gelten folgende Übergangsregelungen:
alle Auszubildenden, die ab dem 1. August 2001 ihre Ausbildung begonnen haben und im Jahr 2004 beendeten (die Ausbildungszeit beträgt normalerweise 3 Jahre), tragen die neue Berufsbezeichnung "Zahnmedizinische Fachangestellte" (ZFA)
Eine formell rückwirkende Änderung für schon abgeschlossene Ausbildungen der Berufsbezeichnung "Zahnarzthelferin" in "ZFA" ist nicht möglich
Die Verwendung "ZFA" im allgemeinen Sprachgebrauch für alle Helferinnen ist dagegen zulässig
Die Zahnärzteschaft betont ausdrücklich, dass die Gleichwertigkeit beider Berufsbilder gegeben ist.
http://www.bzaek.de/berufsstand/praxispersonal.html  (mit historischer Entwicklung):
Im Zeitraum von 2000 bis 2014 hat sich die Anzahl der männlichen Auszubildenden vervierfacht: waren es im Jahr 2000 nur 50 Männer, die eine Ausbildung zum ZFA absolvierten, so waren es 2014  144. Der Frauenanteil liegt somit bei ~ 99 Prozent.

Der Tätigkeitseinsatz ( Einsatzrahmen, Delegation, Delegationsschema) von ZFAs ist deutschlandweit nicht einheitlich geregelt; er resultiert im Prinzip aus einer - juristisch durchaus verschieden zu wertenden - Interpretation des Zahnheilkundegesetzes.
Der Weltzahnärzteverband ( FDI) sagt zum Einsatzrahmen aus:
1. Einführung
Der Zahnarzt trägt dem Patienten gegenüber die Verantwortung für die Diagnose und Beratung sowie die Bereitstellung von Mundgesundheitsversorgung in Übereinstimmung mit dem geltenden Gesetz. Daraus folgt, dass der Zahnarzt ebenfalls für die Unterstützung, Führung und Beaufsichtigung der Hilfskräfte innerhalb des Praxisteams verantwortlich ist.
2. Definitionen
2.1 Zahnärztliche Hilfskraft: Mitglied des Praxisteams, dem der Zahnarzt in Einklang mit der aktuellen Gesetzgebung bestimmte Aufgaben im Rahmen der Mundgesundheitsversorgung der Patienten übertragen kann.
2.2 Beaufsichtigung: Betreuung der Hilfskraft bei der Ausführung ihrer Aufgaben und Pflichten.
3. Aufgaben und Pflichten
3.1 Der Zahnarzt ist verpflichtet:
  Dafür zu sorgen, dass die berufliche Kompetenz aller Mitglieder des zahn-ärztlichen Teams stets dem aktuellen Wissensstand entspricht und Hilfskräfte Schulung in Bezug auf die ihnen übertragenen Aufgaben erhalten.
Die Hilfskräfte beruflich zu betreuen und ihre Leistungen zu überwachen, um optimale Qualität der erbrachten Mundgesundheitsversorgung zu sichern.
3.2 Die Hilfskraft ist verpflichtet:
  Von den Aufgaben, die an sie delegiert werden, nur diejenigen auszuführen, für die sie im Rahmen der im jeweiligen Land zulässigen Berufspraxis angemessen qualifiziert bzw. ausgebildet ist und alle Aufgaben abzulehnen, für die sie nicht ausgebildet bzw. qualifiziert ist.
  Den Zahnarzt darauf hinzuweisen, wenn eine Behandlungsmaßnahme ihre Ausbildung bzw. Fachkompetenz als Hilfskraft überschreitet.

Am 1. April 2005 trat eine Novelle des Berufsbildungsgesetzes in Kraft. Diese 26. Aktualisierung des rechtlichen Rahmens - gültig auch für die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) - beinhaltet u. a.:
Verlängerung der Probezeit von drei auf vier Monate
Möglichkeit, zeitlich begrenzte Abschnitte (maximal ¼) der Berufsausbildung im Ausland zu absolvieren - bei ZFAs also maximal neun Monate
Prinzipielle Zulässigkeit einer Verkürzung der regulären Dauer der Ausbildungszeit nicht nur in Bezug auf die Gesamtdauer (drei Jahre), sondern "bei berechtigtem Interesse" auch in der täglichen oder wöchentlichen Zeitdimension
Verkürzung des Tätigkeitsnachweises in der Praxis für "Externe" als Voraussetzung für die Zulassung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung von bisher sechs auf jetzt 4 ½ Jahre.

Im Zeitraum von 2000 bis 2014 hat sich die Anzahl der männlichen Auszubildenden vervierfacht: waren es im Jahr 2000 nur 50 Männer, die eine Ausbildung zum ZFA absolvierten, so waren es 2014  144. Der Frauenanteil liegt somit bei ~ 99 Prozent.


Aufstiegsmöglichkeiten einer ZFA

Vom Berufsbildungsausschuss beschlossen wurde die Einführung einer "Zahnmedizinischen Fachangestellten Light Ausbildung" ("Zahnarzthelferin Light") mit 2-jähriger Berufsausbildung bei einer Vergütung, die nach Abschluss dem Ausbildungsgehalt einer ZFA im 3. Lehrjahr entspricht. Ein offizieller Name existiert noch nicht. Ebenfalls in der Versuchsphase ist die "Zahnarzthelferin Light" mit nur einjähriger Ausbildung nach der EQJ (EinstiegsQualifikation Jugendliche).
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung, Aufstiegsfortbildung, Delegation, Dentalberaterin, Dental Hygenist, Fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte mit Qualitätsbezeichnung, Fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte ohne QualitätsbezeichnungFortbildungsmöglichkeiten für Zahnarzthelferinnen/Zahnmedizinische Fachangestellte in Baden-Württemberg als .pdf (©: LZK B.-W.), Kieferorthopädische Fachassistentin (Zahnmedizinische Kieferorthopädie-Assistentin), Schwangerschaft einer Mitarbeiterin
Video über des Berufsbild der ZFA
Verband medizinischer Fachberufe
ZFA-Statistik 2013 - Ausbildung nahe am Versorgungsalltag
Delegationsrahmen: Was dürfen Zahnmedizinische Fachangestellte? (ZPW, 2017)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt
Fortbildungsangebote für Assistenzberufe
http://www.stieglmeier.de/Lexikon-Arbeitsrecht.html
Gehalt: http://www.gehalt-tipps.de/ ; http://www.zahnjob.de/gehaltsrechner.htm 
http://wirtschaft.t-online.de/arbeitszeugnis-unangemessene-bewertung-begruendet-schadenersatz/id_60970094/index

Zahnmedizinische Fachhelferin
ZMF, engl.: (sinngemäß) dental specialized assistant; zahnärztliche Assistenz mit einer systematische und umfassende Aufstiegsfortbildung gem. § 46 BBiG auf Grundlage der Fortbildungs- und Prüfungsordnung der jeweiligen "Zuständigen Stelle" (i.d.R. die jeweilige Zahnärztekammer) mit einem Fortbildungsumfang von mind. 700 UStd.; Kursteilnahme nach den Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Kammer. Abschlussprüfung gemäß § 46 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz vor der "Zuständigen Stelle" (i.d.R. die jeweilige Zahnärztekammer).
Zu den Tätigkeitsfeldern gehören - nach entsprechender Delegation - besonders:

Aufstiegsfortbildung, Auszubildende, Delegation, Dentalhygienikerin, Fortgebildete ZFA, Tarifvertrag, Schwangerschaft einer Mitarbeiterin
Fortbildungsordnung für Assistenzberufe der ©: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (2006)
Musterfortbildungsordnung ZMF ist auf den Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar (  Ersatzweise unter © BZAEK)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Delegationsschema (2005, B.-W.)
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt
Fortbildungsangebote für Assistenzberufe
Gehalt: http://www.zahnjob.de/gehaltsrechner.htm

Zahnmedizinische Kieferorthopädie-Assistentin ; Kieferorthopädische Fachassistentin

Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin
ZMP
, "Prophylaxehelferin", engl.: dental prophylaxis assistant; mit einer umfassenden und speziell ausgerichteten Aufstiegsfortbildungsmaßnahme mit Qualifikation zur ZMP für Individualprophylaxe in allen Bereichen der Zahnarztpraxis nach entsprechender Delegation. Dazu gehört unter anderem die Gewinnung, Übernahmen und Interpretation von (Hygiene-)Befunden, die Durchführung präventiver und therapeutischer Maßnahmen und die Vermittlung fachlicher Grundlagen in den Bereichen Gesundheitserziehung, -vorsorge und -aufklärung in patientenverständlicher Kommunikation und Pädagogik. Hinzu kommt die Motivierung der Patienten zur Verhaltensänderung im Sinne einer verbesserten Mundhygiene
Diese Aufstiegsfortbildung wird entweder in Vollzeitform oder berufsbegleitend durchgeführt. Für die ZMP ist der Umfang auf etwa 350-400 Stunden festgelegt. Beendet wird sie mit einer Abschlussprüfung gemäß § 46 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz vor der "Zuständigen Stelle" (i.d.R. die jeweilige Zahnärztekammer).
Aufstiegsfortbildung, Delegation, Fortgebildete ZFASchwangerschaft einer Mitarbeiterin
Fortbildungsordnung für Assistenzberufe der ©: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (2006)
Musterfortbildungsordnung ZMP ist auf den Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar (  Ersatzweise unter © BZAEK)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Delegationsschema
Fortbildungsangebote für Assistenzberufe
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt
Gehalt: http://www.zahnjob.de/gehaltsrechner.htm
Buchtipp: "Lehrbuch Prophylaxeassistentin" von Jean-Francois Roulet, Susanne Fath, Stefan Zimmer

Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (-helferin)
ZMV
, engl.: dental administrative assistant; mit eigenverantwortlichen Tätigkeitsfeldern auf folgenden Gebieten nach entsprechender Delegation:
  • Abrechnungswesen
  • Praxisorganisation und -management
  • Rechts- und Wirtschaftskunde
  • anwendungsbezogene Datenverarbeitung (Praxis-EDV)
  • Kommunikation und Rhetorik
  • Ausbildungswesen und Pädagogik

Systematische und umfassende Fortbildungsmaßnahme (Aufstiegsfortbildung gem. § 46 BBiG) auf der Grundlage der Fortbildungs- und Prüfungsordnung der jeweiligen „Zuständigen Stelle“ (i.d.R. die jeweilige Zahnärztekammer) und einem Fortbildungsumfang von mind. 350 Ustd.; Kursteilnahme nach den Zulassungsvoraussetzungen der Kammer.
Aufstiegsfortbildung, Delegation, Fortgebildete ZFA, Schwangerschaft einer Mitarbeiterin
Fortbildungsordnung für Assistenzberufe der ©: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (2006)
Musterfortbildungsordnung ZMV ist auf den Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar (  Ersatzweise unter © BZAEK)
Fernlehrgang: Aufstiegsfortbildung Zahnmedizinische/r Verwaltungsassistent/in (ZMV)
http://www.fa-dent.de/
Fortbildungsangebote für Assistenzberufe
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt
Gehalt: http://www.zahnjob.de/gehaltsrechner.htm

 

Zahnmerkmale
Erkennungsmerkmale, engl.: characteristic dental features; charakteristische Zeichen jedes einzelnen Zahnes, welche besonders zur Bestimmung der Seitenzugehörigkeit bzw. der richtigen Einordnung in den 4 Zahnquadranten dienen. Typisch für jeden Zahn sind das / die:

Zahn, Zahnform, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnrichtung

Zahnmark ; Pulpa

Zahnmissbildung , Zahndysplasie

Zahnnerventzündung , besser: Zahnmarkentzündung, engl.: endodontitis; Pulpitis

Zahnoberfläche
engl.: tooth surface; im Sprachgebrauch gleichbedeutend mit der sichtbaren, aus Schmelz bestehenden Oberflächenschicht der Zahnkrone. Individuell versch. stark ausgeprägte rillenförmige vertikale Eindellungen und horizontal verlaufende feine Imbrikationslinien reflektieren auffallendes Licht unterschiedlich und verleihen so dem Zahn seine individuelle Note

Zahnoberhäutchen ,  engl.: enamel cuticle, Nasmyth's membrane; Schmelzoberhäutchen

Zahnorgan Odontium

Zahnpasta
Zahncreme, Zahnpaste, engl.: toothpaste, dentifrice;  unterstützendes Zahnreinigungs- und -pflegemittel auf Pasten- oder Gelbasis, welches dazu dient, weiche Beläge (Plaque und deren Vorstadien) von der Zahnoberfläche und dem Zahnfleischrand zu entfernen. Zur besseren Wirkung dieses Reinigungsvorgangs (meist mit Putzkörpern aus feinem Sand) werden wasserbenetzende Mittel (Tenside wie z.B. Natriumlaurylsulfat, NLS) sowie Abrasiv- bzw. Polierstoffe verwendet. Gleichzeitig erfolgt bei den heute gebräuchlichen Pasten eine Anreicherung mit Fluoriden (maximal 0,15% (= 1500 ppm); bei Kindercremes 0,05% (= 500 ppm)), bzw. mit anderen (z.B. Plaquehemmenden oder beruhigenden) Zusätzen. Diese Anreicherung ist manchmal nicht unproblematisch, da die Zusatzstoffe mit den Pastenbestandteilen eine Reaktion eingehen können, und dann im Prinzip wirkungslos sind.
Mit der Absicht, die Effizienz der Plaquekontrolle noch weiter zu verbessern, sind neben den Fluoridpasten in den letzten Jahren verstärkt Pasten mit dem Wirkstoff Triclosan auf den Markt gekommen. Vom breit wirksamen antimikrobiellen Triclosan in Konzentrationen von 0,1-1% verspricht man sich insbesondere bei schwierigen Putzsituationen eine bessere Keimreduktion.
In D waren 2007 ca. 80 Präparate auf dem Markt, bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 4,3 Tuben/Jahr.
Die Reinigungsleistung einer Paste wird durch den PCR-Wert (PCR = pellicle cleaning ratio) ausgedrückt. Dieser beschreibt, inwieweit die jeweilige Paste das Zahnoberhäutchen ( Pellicle) stört, indem angefärbte Auflagerungen entfernt werden.
Nach Verbraucheranalysen verwenden 93% der Deutschen mindestens einmal täglich eine Zahnpasta, mehr als 95% davon enthalten Fluoride.
Zum Gebrauch gelten folgende Empfehlungen: Nur eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf die Bürste geben, lange (2-3 Minuten) und überall putzen, dann ausspucken und nur oberflächlich ausspülen. Gründliches Ausspülen vermindert die Fluoridwirkung.
Z. gehört im Warenverkehr zu den kosmetischen Mitteln. Der Begriff "kosmetische Mittel" umfasst nicht nur dekorative Kosmetika, sondern auch pflegende Mittel wie Hautcremes oder Mittel zur Körperreinigung wie Zahnpasten, Seifen, Haarshampoos etc. . Kosmetische Mittel sind nicht zulassungspflichtig; wohl aber unterliegt die Z. dem deutschen Lebensmittelrecht.
Erst bei bereits vorgeschädigten Zähne können Zahnpaste und Zahnbürste durch mechanische Beanspruchung abrasive Verletzungen verursachen. In vitro Studien haben gezeigt, dass Zähneputzen mit abrasiven Z. Abnützungen am Dentin produzieren ( RDA-Wert). Die Übertragung dieser Befunde auf in vivo Effekte ist jedoch schwierig, legt aber nach Meinung britischer Wissenschafter der Bristol University (M. Addy et al.) nahe, dass eine normale Anwendung von Zahnbürste und Zahnpaste nur eine begrenzte Abnützung der Bezahnung bei lebenslänglicher Anwendung bewirkt. Vernachlässigbare Schäden am Dentin entstehen allein durch die Anwendung der Zahnbürste (bei richtiger Putztechnik). Die meisten Z. haben nur eine niedrige relative Schmelzabrasivitätsrate und haben allein keinen Einfluss auf den Schmelz. Fehlanwendung oder das Zusammentreffen mit Erosionen kann die Abnützung des Dentins aber auf pathologische Werte steigern. Durch erosive Einflüsse geschädigter Schmelz kann leicht durch jede - auch ohne Z. - mechanische Aktion beseitigt werden.
Leider geben nicht alle Hersteller - da nicht vorgeschrieben - auch die Inhaltsstoffe an. Seriöse Z. haben nichts zu verbergen und geben - wie am Beispiel der elmex™ beschrieben - an:

Inhaltsstoffe nach INCI Funktion der Inhaltsstoffe
Aqua Lösungsmittel (Wasser)
Hydrated Silica Putzkörper
Sorbitol Feuchthaltemittel
Hydroxyethylcellulose Bindemittel
Olaflur Fluorid-Wirkstoff Aminfluorid (1250 ppm F-)
Titanium Dioxide weißes Farbpigment
Saccharin Süßstoff
Aroma Aromastoffe, z. B. Pfefferminzöl, Menthol, Anethol, Krauseminzöl
RDA-Wert 77
pH-Wert 4,6 (10 % in Wasser)

Nachfolgendes Dosierungsschema bei der Aufnahme von Fluoriden wird heute (2012) von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer individuellen Fluoridanamnese:


überarbeitet nach einer Vorlage von ZA M. Van Steenkiste

Zur Geschichte:
"Die Zahnpasta des Herrn von Mayenburg" (Apotheker in Dresden, Löwen-Apotheke, Handelname Chlorodont, was auf griech. soviel bedeutet wie "frischer Zahn") wurde als Tubenpaste 1907 erfunden. Wichtigster Grundstoff war Naturkalkstein, als Geschmacksstoff diente Pfefferminze.


SOLL und IST beim jährlichen Verbrauch

Zahnpasten (Fluoridgehalte)
Abrasivität, AFT, Doramad, Erosion, Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen, Kosmetika, RDA-Wert, Stomatikum, Triclosan, überempfindliche Zähne, Weißmacher Zahnpasten, Zahnbürste, Zahnputztablette
  Zahnpasta - Richtig putzen und schützen (zm, 2014)
Zahnpasta: Vor welchen Inhalten fürchten sich Verbraucher?

Zahnpflege , engl.: dental care o. hygiene; Mundhygiene, Zahnbürstmethoden

Zahnpflegekaugummi
engl.: dental care gum; zuckerfreies, Pflegemittel für die "Reinigung zwischendurch", d.h. dann, wenn keine anderen mechanischen Reinigungsgeräte zur Verfügung stehen. Die Reinigungswirkung ist allerdings begrenzt; so werden Zahlen (nach dreiminütigem Kauen) von 20% angegeben - im Gegensatz zu 70-90% bei einer Zahnbürste. Zusatzstoffe sind meist der Zuckeraustauschstoff Xylitol und/oder Fluoride
Kaugummi

Zahnprothese , "falsche Zähne", engl.: dental prosthesis, dentures, dental plate, false teeth; grobe Unterteilung in die (herausnehmbare) Teilprothese und Vollprothese
Zahnersatz, Teilprothese, Vollprothese

ZahnProthetiker
engl.: dental prosthetist, prosthodontist; im deutschsprachigem Raum aus der Schweiz bekannte Berufsbezeichnung (zugelassen in den Kantonen Zürich, sankt Gallen und Schwyz) für Personen, die sich ausschließlich mit prothetischen Maßnahmen am Patienten befassen ("umfassend geschulte Fachperson für die dritten Zähne"). In den Fällen, wo medizinische Leistungen bei den Verrichtungen anfallen, hat der Z. einen Zahnarzt "in Vertrag", der diese Leistungen erbringt. Tätigkeitsschwerpunkt vor allem bei der Anfertigung/Eingliederung von Vollprothesen.
Voraussetzungen: abgeschlossene Lehre als Zahntechniker/in und mindestens zehnjährige Berufserfahrung, absolvierter Studiengang Zahnprothetik mit folgenden Fächern: Anatomie, Physiologie, Histologie, Pathologie, Hygiene, Erste-Hilfeleistung, Total- und Teilprothetik. Ausbildung existiert nur im Kanton Zürich.
Im EG-Raum kennen lediglich die Niederlande ("tandprotheticus") und Finnland eine vergleichbare Ausbildung.
http://www.zahnprothesen.ch/
http://www.pro-dent.ch/5335789a650fc3c01/index.html

Zahnputztablette
engl.: dental cleaning tabs; von der Fa. ProDentum 2003 auf den Markt gebrachte "Zahnpasta in Trockenform" mit einem RDA-Wert von 35. Als Zusammensetzung wird vom Hersteller angegeben: Mikrofeine Zellulose-Fasern (zur Politur, Füllstoff), Kieselerde (Putzkörper), Natriumhydrogencarbonat (»Natron«, zusammen mit Vitamin C zur pH-Wert-Regulierung von 5,5), Natriumlaurylsulfat (Tensid, Schaumbildung), Aspartam (Geschmacksstoff, enthält eine Phenylalaninquelle), Ascorbinsäure (Speichelflussanregung), Magnesiumstearat (pflanzlicher Hilfsstoff), Natriumfluorid (Kariesprophylaxe).
http://www.denttabs.de/

Zahnputztechniken , engl.: brushing techniques Zahnbürstmethoden

Zahnregulierung, Kieferregulierung, "Regulierung", engl.: orthodontic treatment, straightening of teeth; Kieferorthopädie

Zahnreihe
Zahnbogen, engl.: dental arch; Gesamtheit aller (sichtbaren bzw. in normaler Stellung durchgebrochenen) Zähne eines Kiefers, mit einer Unterteilung in:
geschlossene
; engl.: closed dental arch; die stehenden Zähne sind nicht durch fehlende (Lücken) unterbrochen. Als wissenschaftliche Lehrmeinung gilt eine geschlossene Zahnreihe bis zum ersten großen Backenzahn (s. untere Abb.) als ausreichend, wenn sie sonst vollständig (und geschlossen) ist
lückige; engl.: spaced teeth; Lückengebiss, Kennedy-Klassen

verkürzte
; engl.: abbreviated or shortened dental arch (SDA); Schlagwortbezeichnung für einen Gebisszustand, bei dem die hinteren Zähne (Molaren) fehlen (sog. Fehlen der Molarenstützzone). Unter verkürzter Zahnreihe (VZR) versteht man einen reduzierten Zahnbogen, der bis zum zweiten Prämolaren reicht; er besteht aus 10 okkludierenden Zahnpaaren ("Golden Twenty Regel", "Top 20"). http://www.innovations-report.de
Normalerweise geht man davon aus, dass nach Zahnverlust die vollständige Rekonstruktion einer Zahnreihe notwendig sei, um die Stabilität des Gebisses zu sichern. Im Rahmen der Kostendiskussion im Gesundheitswesen und der Abkehr von einer "100-Prozent-Versorgung" (um im Falle enger finanzieller Grenzen des Patienten bei Zahnersatzbehandlung die richtigen Prioritäten setzen zu können) wurde in Untersuchungen geprüft, wie viele Zähne funktionell und kosmetisch unbedingt nötig sind. Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es zur Not ohne hintere Backenzähne gehe. Die wichtigsten Aufgaben erfüllen die so genannten "Top 20": Die zentralen zehn Zähne - Frontzähne sowie erster und zweiter kleiner Backenzahn (Prämolaren) - im Ober- und Unterkiefer, unter der Voraussetzung, dass diese gesund bzw. funktionstüchtig restauriert sind. Mit dieser Konstellation waren die meisten Aufgaben der Zähne gut abzudecken. Die Frontzähne stellen vor allem Abbeißen, Sprechen und Ästhetik sicher, die Okklusion bleibt stabil und die Funktion des Kiefergelenks wird i.d.R. nicht beeinträchtigt. Von dem Initiator der bedeutendsten Untersuchung - Prof. Kerschbaum, Köln - wird allerdings klar gestellt, dass die verkürzte Zahnreihe nur das existenziell Notwendige, wie ein Dach über dem Kopf, sei. Er stellt weiter dar, dass jeder zusätzliche Zahn ein weiteres Plus an Lebensqualität bedeute. Weiter rät er, für die Versorgung von finanziell schwach gestellten Patienten zunächst die so genannten "Top 20" zu versorgen und diese in bestem Funktionszustand zu erhalten. Ohne Schaden zu befürchten könne man mit der Versorgung der Molaren so lange warten, bis die Notwendigkeit wirklich erkennbar sei. Liegt später eine stärkere finanzielle Decke des Patienten vor, kann z.B. mit Hilfe der Implantologie ein zahnlos gewordener hinterer Kieferbereich wieder naturnah versorgt werden.
Fehlstellung von Zähnen, Gebiss, Innenstand, Kaufunktion, LeFort, Pont Index, Neff-Verhältnis, Zahnersatz, Zahnwanderung
Nachsorgeaufwand und Kostenvergleich von Implantatprothetik und konventioneller Prothetik bei der Therapie der verkürzten Zahnreihe




vollständige u. verkürzte Z.



unvollständige Z.

Zahnreinigung , engl.: tooth cleaning, odontexesis Professionelle Zahnreinigung (PZR), Zahnbürstmethoden

Zahnrichtung
engl.: teeth tendency; Begr. hauptsächlich beim Zahndurchbruch gebraucht: so bestimmt die Achsstellung des im Kiefer liegenden Zahnkeims in etwa die Richtung, wohin der Zahn durchbrechen wird

Zahnrotation ; engl.: tooth rotation; Zahnbewegungen

Zahnsäckchen
Zahnfollikel, Saccus o. Sacculus dentalis; Bezeichnung für eine bindegewebige Schicht bei der Zahnentwicklung vor dem Durchbruch, die das Schmelzorgan und die Zahnpapille umhüllt. Es bildet die Anlage für Wurzelzement, Parodontalligament und z.T. auch des Alveolarknochens
Dentitionszyste, Zahnkeimtransplantation, Zahnleiste, Zahnscherbchen

Zahnschema
Gebiss-Schema, Zahnnummer, Zahnzahl, engl.: dental chart, chart system of teeth; System zur dokumentarischen Darstellung der menschlichen Zähne (Milchzähne u. bleibende Zähne). Während es in der Historie viele Schemata gab, hat sich international das FDI-Schema - FDI-Two-Digit-System (Internationales Zahnschema der Federation Dentaire Internationale) - durchgesetzt. Es ist ein Vier-Quadranten-System, welches von Pirquet 1924 vorgeschlagen und 1970 von der FDI modifiziert, weltweit als verbindlich erklärt wurde. Es ist nach folgender Logik aufgebaut:
  • Der Ober- und Unterkiefer wird in 4 Abschnitte (Quadranten) eingeteilt, die Darstellung erfolgt aus Sicht des Betrachters, welcher auf die Zähne des Patienten schaut. Dadurch ergibt sich eine Rechts-Links Seitenvertauschung, welche aber nur auf die Schreibweise begrenzt bleibt - z.B. wird der rechte obere Backenzahn sowohl vom Betrachter wie auch dem Patienten als solcher bezeichnet.
  • Der Quadrant im rechten Oberkiefer erhält die "Leitzahl" 1 (eins), der des linken Oberkiefers die 2, derjenige des linken Unterkiefers die Zahl 3 und der des rechten Unterkiefers die 4
  • An die "Leitzahl" wird die "Zahnzahl" angehängt - dies ergibt die Zahnnummer; dabei wird von der Mitte der Schneidezähne aus gezählt. Danach hat der linke obere Schneidezahn die Zahl 21 (sprich: zwei-eins) oder der rechte untere Weisheitszahn die Zahl 48 (sprich: vier-acht)
  • Die gleiche Systematik wird im Milchzahngebiss angewandt, nur dass hier die "Leitzahlen" - wieder beginnend mit dem rechten Oberkiefer - 5, 6, 7 und 8 sind

Von untergeordneter Bedeutung sind heute die Schemata (Systematik s. Abb.):

  • Zsigmondy, ehemals in D gebräuchlich, wegen der Schwierigkeit beim maschinellen Schreiben der Symbole und wegen einer weltweiten Abstimmung zu Gunsten des FDI-Schema verlassen
  • Haderup , ehemals auch in D gebräuchlich; war maschinell besser schreibbar als das Zsigmondy-Schema
  • Amerikanisches Zahnschema
    dieses, überwiegend bei den amerik. Streitkräften angewandte Zahnbezeichnungssystem, beginnt am rechten oberen Weisheitszahn. Es wird im Uhrzeigersinn fortlaufend bis zum rechten Unterkiefer-Weisheitszahn gezählt (Zahn "1" bis Zahn "32"). Milchzähne werden analog mit großen lateinischen Buchstaben durchnummeriert (Zahn "A" bis Zahn "T")

Aus forensischen Gründen existiert noch das sehr viel ausführlichere Odontogramm.
Neben diesen wissenschaftlichen Klassifikationen existieren auch noch Jargonbezeichnungen für:
mittleren Schneidezähne = Einser
seitlichen Schneidezähne = Zweier
Eckzähne = Dreier
1. großer Backenzahn = Sechser

Einser, Gebiss, Milchzahn, Sechsjahrmolar ("Sechser"), Zahnflächen, Zahnformel, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)




Internationales Zahnschema



FDI Two-Digit Notation



Zsigmondy-Zahnschema

 

 



Haderup - Zahnschema



Amerikanisches Zahnschema



Odontogramm

 

Zahnscherbchen
engl.: tooth-shell; historische Bezeichnung für die ersten, im Röntgenbild sichtbaren (verkalkten) Anteile eines sich bildenden Zahnes (Zahnkeims)
Germektomie (Zahnkeimentfernung), Zahnkeim



Zahnschlüssel
engl.: alligator grip wrench; Clef de Garengeot, Fothergill-Schlüssel; historisches krallenähnliches, mit dem Pelikan verwandtes Instrument mit einem Türschlüssel-ähnlichen Griff zur Zahnentfernung von Backenzähnen. Andere Interpretationen führen den Namen auf das "schlüsselartige herausdrehen der Zähne" oder auf den "krallenähnlichen Bart" zurück.
Extraktion, Extraktionszange, Geißfuß, Hebel, Pelikan
http://www.kulturgut.info/mufue/m49/pics.html 


www.zene-artzney.de/
instrumente_
2.html

Zahnschmelz , engl.: dental enamel, adamantine substance of tooth; Schmelz

Zahnschmerz
Dentalgie, Odontalgie, engl.: toothache; Bezeichnung für Körperschmerzen, die durch einen Zahn (Zähne) ausgelöst werden; Auslöser sind vor allem Entzündungen des Zahnnervs, akute Vereiterungen der Wurzelspitze, überempfindliche Zähne, schlecht heilende Extraktionswunden und Zahnfleischentzündungen.
Zur Überbrückung bis zum Zahnarzttermin gilt die Gewürznelke (Bestandteil Eugenol) als "klassisches Hausmittel" bei Schmerzen, welche durch eine schmerzende Karies ausgelöst werden.
Aerodontalgie, Schmerzen, Spontanschmerz, Zahnschmerzarten
Die Geschichte des Zahnschmerzes (BR, 2014)

Zahnschmerzarten , Zahnschmerzformen Schmerzen

Zahnschmuck
Oberbegriff für eine Vielzahl von stark modisch bestimmten Zahnverziehrungen, wie Brillies oder Dental Jewels, Dazzler, Tatoos und Twinkels. Gemeinsam ist allen Schmuckarten, dass sie bei fachgerechter Anwendung keine Schäden am Zahn hinterlassen, da sie - ähnlich wie bei Brackets in der Kieferorthopädie - mit speziellen Klebern (meist auf  Komposit-Basis) auf die Zahnoberfläche gebracht werden. Man unterscheidet:
  Zahntatoos: bunte Motive zum (selber) Aufkleben. Nur kurze Haltbarkeit
  Dazzler: Figuren aus dünner Goldfolie; Dazzler
  Skyces: Strasssteinchen aus Kristallglas
  Twinkels: 24-karätiges Gold, versch. Motive; Twinkler
  Billy-Bobs: "Spaßzähne" zum Überstülpen über die eigenen Zähne; keine Beschädigung der natürlichen Zähne
 Rap-Caps: Goldhülsen über die vorher beschliffenen (natürlichen) Schneidezähne
 Vampirzähne: Anspitzung oder künstliche Verlängerung der natürlichen Eckzähne; Vampierzähne

 Körpertatoos: In den USA sind bis zu 24 % der Bevölkerung tätowiert. In Deutschland geht man von rund 9 % aus, Tendenz steigend. Eine gesundheitliche Bewertung der Inhaltsstoffe von Tattoos bezüglich ihrer Wirkung im Körper gibt es bislang aber nicht. Tätowiermittel können neben Farbmitteln auch andere Stoffe wie Lösungsmittel, Verdickungsmittel, Konservierungsstoffe usw. enthalten. Gesundheitliche Schädigungen durch Tätowierungen müssen nicht gemeldet werden. (Stand 2013)
Da es sich beim Z. um eine kosmetische Leistung handelt, gelten keine Gebühren nach der GOZ; erfahrungsgemäß variieren die Kosten nach eingesetzter Technik und Praxis stark und dürften zwischen 40 und 100 € liegen.
ästhetische Zahnmedizin, Behandlung auf Verlangen, Dazzler, Piercing, Vampierzähne
http://www.brilliance.de/
http://www.twinkles.de/
Löcher in den Wangen erlauben ungewöhnliche Einblicke (ZWP, 2014)

 

 


Abb.:
oben: "Brilli"
unten: Twinkles

zahnschonende Süßwaren , engl.: harmless to teeth, toothfriendly sweets; Aktion zahnfreundlich

Zahnschutz , Mundschutz

Zahnseide
engl.: dental floss; effektives, bei Ungeübten aber nicht so einfach zu handhabendes Reinigungsmittel für Zahnzwischenräume, Unterseite eines Brückengliedes oder bei festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen.
Der Nutzen von Z. in der Kariesprophylaxe ist wissenschaftlich nicht gesichert. Anwendung vor allem in der Gingivitis- und Parodontitisprophylaxe.  
Z
. besteht entweder aus Nylonfäden unterschiedlicher Strukturierung oder aus gefalteten PTFE-Strängen. Erhältlich in versch. Ausführungen:
  • Ungewachst. Dieser Art wird ein besonders guter Reinigungseffekt nachgesagt, der Gebrauch ist aber schwieriger, deshalb nicht für Anfänger empfohlen.
  • Gewachst. Diese beschichtete Z. gleitet besonders gut in die Zahnzwischenräume. Einsatz bei eng stehenden Zähnen und/oder zum Erlernen bei Anfängern
  • SuperFloss™: Ideal zur Reinigung von kieferorthopädischen Apparaturen, Brücken und breiten Zahnzwischenräumen. Die drei Komponenten - verstärkter Anfang als Einfädelhilfe, flauschiger Mittelteil und feines, ungewachstes Endteil - erzielen im Zusammenspiel bei nicht zu engen Platzverhältnissen ein sehr gutes Ergebnis.
  • Ebenfalls auf dem Markt ist gewachste Polyethylen-Zahnseide. Diese Entwicklung eignet sich besonders für Leute, die Zahnseide erst kürzlich für sich entdeckt haben. Sie eignet sich für schmale Zahnzwischenräume besser als die bislang übliche, ungewachste Nylon-Zahnseide.

Zur richtigen Anwendung - Schlagwort "Fädeln" - benötigt man etwa 50 cm Z.: Davon wird jeweils ein möglichst kurzer Fadenabschnitt zwischen beiden Händen von Daumen und Zeigefinger gestrafft und dann zwischen zwei Zähne geführt und entsprechend bewegt (s. Abb.). Für jeden Zwischenraum wird ein neuer, sauberer Fadenabschnitt zwischen Daumen und Zeigefinger aufgespannt. Ein voll bezahntes Gebiss (incl. der Weisheitszähne) hat 30 Zahnzwischenräume - ein richtiges Fädeln nimmt je nach Übung für alle Zähne zwischen 10 u. 20 Minuten Zeit in Anspruch. Dies ist sicher einer der Gründe, weshalb sich der allgemeine Gebrauch der Z. - auch in anderen Ländern - nie richtig durchgesetzt hat.
Tipp
: Wer noch ungeübt ist, lässt sich das Fädeln am besten von einer Mitarbeiterin  in einer Zahnarztpraxis zeigen. Professionelle Zahnreinigung
Bewährt haben sich ebenfalls entsprechende Zahnseidenhalter ("Flossette", engl.: dental floss holder) für die Reinigung des Interdentalraums, ohne dass bisher (2015) Studien über die Akzeptanz der Verbraucher vorliegen.
In Deutschland liegt der Verbrauch von Zahnseide bei Erwachsenen bei etwa 3,75 m/Jahr. Würde täglich einmal von Allen Gebrauch davon gemacht werden, müssten er bei 180 Metern liegen.
Sowohl mit Z., wie auch mit Zahnhölzern können die Plaqueindizes deutlich gesenkt werden.
Ein Dentist aus New Orleans soll im frühen 18. Jhd. die Z. erfunden haben; Handelsprodukte aus Nylon tauchen erst im 20. Jhd. nach Erfindung dieser synthetischen Faser (DuPont 1937) auf.
Gingivablutungsindex, Kontaktpunkt, Munddusche, Mundhygiene, Stripping, Wurzeleinziehung, Zahnhölzchen
AirFloss oder Zahnseide – was reinigt besser? (zm, 2017)
Zahnzwischenraumreinigung - eine Übersicht (ZPW, 2015)

 

 




Zahnseidenhalter



SOLL und IST beim jährlichen Verbrauch

Zahnstatus
Dentalstatus, sichtbarer Gebisszustand, engl.: dental chart; ausführliche (schriftl.) Dokumentation (i.d.R. als bildliche Darstellung) des gegenwärtigen Zustandsbildes eines Gebiss; auch als "Status praesens" des Gebisses bezeichnet. Im Gegensatz zu einer einfachen Untersuchung liegt hierbei das Schwergewicht in der Inspektion der Zähne (Anzahl, Karies, Füllungen, Zahnersatz, Zahnlockerungen, fehlende Zähne, Implantate, Fehlbildungen und sonstige Besonderheiten; evtl. noch zusätzlich: geplante zahnärztliche Maßnahmen). Hinzu kommen die Ergebnisse einer Vitalitätsprüfung und die erhobenen Röntgenbefunde. Weitergehende Befunde (z.B. funktionelle Untersuchung, PA-Status) werden dabei höchstens begleitend erhoben.
Status

Zahnstein
Sedimentum dentale (historische Bez.), Calculus dentis, verkalkte Plaque, engl.: tartar, odontolith, dental calculus, scale, calcified plaque; feste Zahnauflagerungen als Folge einer Mineralisation von Zahnbelag (Plaque) auf der Zahnoberfläche - laienhaft häufig gleichgesetzt mit jeglicher Verfärbung und Verunreinigung des Zahnes.
Die Plaque mineralisiert verschieden stark und schnell im neutralen Speichel an den Stellen, an welchen hohe Calcium- und Phosphationenkonzentrationen zu finden sind, besonders aber am Austrittsbereich der großen Speicheldrüsen (im Oberkiefer an der Austrittsstelle der Parotis, im Unterkiefer-Frontzahnbereich an der Austrittsstelle der Unterzungenspeicheldrüse). Aus diesem Grund ist der Z. überwiegend an den inneren (lingualen) Flächen der unteren Schneidezähne und den Außenflächen (bukkalen) der 1.-2. großen Backenzähnen im Oberkiefer anzutreffen (sog. Prädilektionsstellen).
Unterschieden wird in supragingivalen (oberhalb des Zahnfleisches zur Zahnkrone hin, = sichtbar; s.u.) und subgingivalen Z. (auf der Zahnwurzel befindlich, in der Zahnfleischtasche, = nicht sichtbar). Die moderne Nomenklatur bezeichnet den nicht sichtbaren Z. als Konkremente. Je nach Liegedauer und Zeitpunkt der letzten Entfernung unterscheidet man noch zusätzlich zwischen jungem (leicht entfernbar, fast weiß) und altem Z., welcher durch eingelagerte Farbstoffe meist eine gelb-braune Farbe aufweist.
Z. besteht aus vier verschiedenen Kalziumphophatkristallen:
CaH (PO4) x 2H2O = Brushit,
Ca4H (PO4)3 x 2H2O = Oktakalziumphosphat (OCP),
Ca5 (PO4)3 x OH = Hydroxylapatit,
  ß-Ca3 (PO4)2 = Whitlockit.
Supragingivaler Zahnstein
spielt im Rahmen der Ätiologie einer Parodontitis eine entscheidende Rolle. Probleme verursacht er hauptsächlich als Hygienehindernis aufgrund seiner plaque-retentiven porösen Oberfläche und der Verblockung interdentaler Schmutznischen. Sein direkter Kontakt mit dem Zahnfleischsaum scheint Entzündung und gingivale Rezession zu fördern. Supragingivaler Zahnstein ist aber auch von Lakunen und Kanälen durchzogen. In diesen unmineralisierten Bereichen besteht ein großes Reservoir für Bakterien, welche darin ideale Wachstumsbedingungen finden: Feucht, Warm und Nahrung im Überfluss.

Einmal gebildeter Z. kann durch häusliche Pflegemethoden ( Mundhygiene) nicht mehr beseitigt werden, sondern ist nur noch in einer Zahnarztpraxis möglich. Vorbeugend werden Mundspüllösungen mit unterschiedlichem Erfolg angewandt.  Die klassische Zahnsteinentfernung beinhaltet - im Gegensatz zu mancher Laienmeinung - nur die Entfernung des harten Z. . Kosmetisch störende Verfärbungen (z.B. Raucherbeläge) und weiche Plaque (noch nicht zu Z. verkalkte Plaque) gehören nicht dazu, sondern sind z.B. einer Professionellen Zahnreinigung (PZR) vorbehalten.
Es ist bekannt, dass Biphosphonate neben ihrer entzündungshemmenden und knochenschützenden Wirkung auch das Kristallwachstum von Kalziumphosphaten hemmen können. Diese scheinen einen lokalen Wirkmechanismus zu zeigen, der auf einer Hemmung der Ausflockung von Kalziumphosphatkristallen aus einer gesättigten Lösung beruht.
Konkremente, Kürettage, Lobene Stain Index, Leichttherapie, Melanodontie, Periodontal Disease Index, PerioScan, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Stainbuster, Volpe-Manhold Index, Zahnsteinentfernung, Zahnsteinindex, Zahnsteinoberflächen-Index


massiver Z. -
Mundhygiene unbekannt


"normaler" Z.-Befall
ca. ¼ Jahr nach Entfernung bei nicht optimaler Mundhygiene



typische
Prädilektionsstellen
von Zahnstein:
Innen- und Außen-
Flächen der unteren
Schneidezähne

Zahnsteinentfernung
engl.: scaling of calculus; Zahnstein stellt einen erheblichen biologischen Störfaktor im menschlichen Gebiss dar. Dies nicht nur aus kosmetischen Gründen - viele Patienten suchen nur deshalb eine Zahnarztpraxis auf - sondern vielmehr dadurch, dass diese Ablagerung, ebenso wie die dentale Plaque, eine Vielzahl von Bakterien beherbergen, welche in der Mundhöhle (feucht, warm und Nährstoffe) ideale Vermehrungsbedingungen vorfinden. Eine zweimalige Entfernung des Z. pro Jahr in einem sonst gesunden Gebiss - auch wenn nur noch wenige Zähne vorhanden sind - gilt heute als Standard; individuell kann diese Reinigung häufiger oder weniger häufig erforderlich sein. Seit dem 1. Januar 2004 haben gesetzlich Versicherte in D nur noch einmal pro Kalenderjahr Anspruch auf eine Z. zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse
Eine Z. kann generell auf 2 versch. Weise erfolgen, mit:
Handinstrumenten (Scaler und Küretten)
Schall- oder Ultraschallscalern
Ein von manchen Anbietern behaupteter Einsatz von Laser-Geräten ist derzeit nicht klinisch nachgewiesen und scheint auch dem Autor z.Zt. (Stand 2012) nicht möglich.
mit Stainbustern: selbstschärfende, rotierende Zahnoberflächen-Bearbeitungsinstrumente aus zirkonhaltigen Glasfasern in einer Kompositmatrix
Chemische "Zahnsteinlöser" (im Prinzip Mineralien auflösende Säuren) sind wegen erheblicher Nebenwirkungen nicht in der Mundhöhle geeignet; Netzmittel oder Chelatkomplexe wirkungslos.
Gracey Kürette, Herzschrittmacher, Kavitation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, PerioScan, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Stainbuster, Ultraschallgeräte, Vector, Zahnstein, Zahnsteinoberflächen-Index, Zuzahlungen

Zahnstein-Index
engl.: calculus index (CI), CI-SCalculus Index Simplified, "simplified" = vereinfacht; als Bestandteil des Mundhygiene-Status.
Es gibt versch. Messzahlen für die Schwere des Zahnsteinbefalls. Neben dem "Calculus Surface Index, (CSI)" sind noch der "Marginal Line Calculus Index" und der "Volpe-Manhold-Index" gebräuchlich. Häufig wird aber der Periodontal Disease Index nach Ramfjord auch zur Bestimmung des Zahnsteinbefalls mit herangezogen.
Ausführliche Erläuterungen (in engl.)
Marginal Line Calculus Index, Mundhygiene-Status, Zahnsteinoberflächen-Index

Zahnsteinoberflächen-Index
nach Ennever, ZSI, engl.: (Ennever's) calculus surface index, CSI; Maßzahl zur kurzzeitigen Überprüfung der Effektivität von zahnsteinverhindernden Medikamenten oder anderer prophylaktischer Maßnahmen. Methode:
jeder der 4 Unterkieferschneidezähne wird in 4 Flächen eingeteilt (eine labiale, eine linguale und zwei interdentale)
jede Fläche mit Zahnsteinbefall erhält einen Punkt
der Zahnsteinbefall aller Oberflächen wird addiert. Minimalzahl = 0, Maximalzahl = 16
Marginal Line Calculus Index, Zahnsteinindex

Zahnstellungsanomalien, Stellungsanomalien, engl.: anomaly of tooth position; Kieferorthopädie.

Zahnstumpf
"beschliffener Zahn", zahnärztlich bearbeitete natürliche Krone, engl.: tooth stump, zur Aufnahme einer Restauration.
Abb.: Z. mit einer zirkulären Stufe (o.); Z. mit gegossener Aufbaufüllung
Aufbaufüllung, Finieren, Konvergenzwinkel, parapulpäre Stifte, Passung, Präparation, Randschluss, Ringmaß


Zahntechnik
engl.: dental Technology; handwerkliche Anfertigung von Zahnersatz, kieferorthopädischen Geräten, Einlagefüllungen, Schienen, Obturatoren, Biss- und Abdruckbehelfen usw. in einem zahntechnischen Labor ( Dentallabor, Praxislabor) auf der Grundlage eines Werkvertrags. Grundlage derartiger Arbeiten sind Vorgaben eines Zahnarztes (Kieferabformungen, Bissregistrierungen usw.).
Zahntechniker
Zahnarzt- und Zahntechnikkosten im europäischen Vergleich - Hohe Zahntechnikerdichte, hohe Preise? (zm, 2017)
Wie digital ist die Zahntechnik wirklich?

Zahntechniker
engl.: dental Technician (mechanician); nach der Berufsordnung zur Gruppe der Metallfeinbauer gehörender hochqualifizierter Handwerker der Zahntechnik. Zu über 80% in sog. Dentallabors gewerblich tätig, stellt der Z. patientenbezogene Werkstücke nach in einer Zahnarztpraxis gewonnenen Unterlagen auf Weisung durch den Zahnarzt her. Eine selbständige behandelnde Tätigkeit ist dem Z. nach dem Zahnheilkundegesetz untersagt. Das Innenverhältnis zwischen Z. und Zahnarzt ist in vielen Bereichen von einer gegenseitigen Abhängigkeit geprägt: so kann der eine seine Arbeit nicht ohne den anderen verrichten.
In D existierten im Jahr 2006 rund 9.400 gewerbliche Dentallabors mit 66.400 Mitarbeitern. Der Gesamtumsatz betrug 4,2 Milliarden EUR (Jahr 2004, hinzu kommen noch ca. 1,6 Milliarden Euro aus Leistungen der Praxislaboratorien). Die Interessen werden in 24 Zahntechniker-Innungen im Dachverband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) vertreten.
International weist D ein hohes Zahnarzt:Zahntechniker-Verhältnis auf: Kamen 2005 in D etwa 1 Zahnarzt auf einen Zahntechniker, so sind diese Zahlen in etwa für A u. CH 1:0,3 , Schweden 1:0,2 und USA 1:0,12.
Vor allem ein geschätztes Etablieren der CAD/CAM-Techniken in der ZHK in naher Zukunft und eine damit verbundene Verlagerung von zahntechnischen Arbeitsschritten direkt in das zahnärztliche Behandlungszimmer, dürfte das Problem des Überangebotes an Z. noch weiter verschärfen. Hinzu kommt ein sich rasch öffnender Markt in sog. Billiglohnländern (vor allem Fernost) mit zunehmenden Exporten von Zahnersatz nach D.
Dentallabor, Dentist, VDZI, Zahnersatz, ZahnProthetiker, Zahntechnik
http://www.muffel-forum.de/
Zahnarzt- und Zahntechnikkosten im europäischen Vergleich - Hohe Zahntechnikerdichte, hohe Preise? (zm, 2017)




Verhältnis Z. zu Zahnärzte - europäischer Vergleich



Auslandszahnersatz:
Anteile nach
Ländern - 2009

Zahntransplantation , engl.: tooth transplantation; Autotransplantation, Trans-Replantation, Transplantation

Zahntumoren
odontogene Tumore, engl.: tumors of dental origin; i.d.R. gutartige Gewebsneubildungen, die von "an der Zahnbildung beteiligten" (Odontogenese) Strukturen ausgehen (Zahnleiste, Schmelzglocke, Zahnpapille und deren Überresten); sehr seltenes Krankheitsbild (0,002% aller Tumoren).
Ameloblastom, Myxom, Odontoameloblastom, Odontom, Odontosarkom, Osteoodontom
Neoplasmen und andere Tumoren des odontogenen Apparates (Einteilung)


Odontoamelo-
blastom

Zahnüberzahl , Hyper(o)dontie, engl.: polyodontia, supernumerary teeth; Hyperodontie, Mesiodens

Zahnunfall , engl.: tooth accident;  traumatische Zahnverletzungen, Unfall, Zahnfraktur

Zahnung , Zahnen, engl.: tooth eruption, teething Dentition, Zahnen

Zahnunterzahl , engl: hypodontia Anodontie, Aplasie, Dentinogenesis imperfecta, Hypodontie, Oligodontie, Zahnaplasie

Zahnverfärbungen   Verfärbung von Zähnen

Zahnverlagerung   Verlagerung

Zahnverlust
fehlende Zähne, engl.: tooth loss, loss of teeth; die dritte deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS) von 1999 des Institutes der Deutschen Zahnärzte (IDZ) gibt an, dass die häufigste Ursachen für einen Z. Karies (~ 32%) gefolgt von Zahnfleischerkrankungen (~ 28%) sind. Weniger bedeutend sind mit ~ 12% Zahnentfernungen bei der Anfertigung von Zahnersatz, ~ 10 % sind bedingt durch das Entfernen von Weisheitszähnen und ~ 8% sind als Folge einer kieferorthopädischen Planung notwendig. Ein unfallbedingter Zahnverlust ist nur als gering einzustufen. Weiter wird festgestellt: etwa ab 40 Jahren sind Zähne, welche durch Zahnfleischerkrankungen verloren gehen, deutlich in der Überzahl (siehe Grafik). Ab 55 liegt die Fehlquote bei durchschnittlich zehn Zähnen, ab 65 bei 15,4. Nur noch jeder hundertste Deutsche in diesem Alter ist noch im Vollbesitz seiner eigenen Zähne.
Die Hauptursache für den Verlust von Backenzähnen ist Karies, Schneidezähne gehen hauptsächlich durch Zahnfleischerkrankungen ("Parodontose") verloren. Generell werden im Alter zwischen 50 und 60 Jahren die meisten Zähne entfernt. Eine andere Untersuchung (Prof. Kerschbaum, Köln) stellt fest, dass die "Midlifecrisis" die meisten Zähne kostet: 40- bis 60-jährige verlieren in dieser Zeit zwischen 10 und 15 Zähnen.
In 2011 schreiben BZÄK/KZBV in einer Pressemtteilung u.a. zum Z.:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Fehlende Zähne können/müssen ( verkürzte Zahnreihe) durch herausnehmbaren Zahnersatz, Brücken oder Implantate ersetzt werden.
Kritisch ist der vorzeitige Z. der 1. Dentition zu betrachten, da hier häufig mit erheblichen Schäden für das bleibende Gebiss zu rechnen ist:   Milchzahnverlust, vorzeitiger
Traumatisch bedingter Z. ist i.d.R. ausführlich zu dokumentieren, da hier Ansprüche gegen Versicherungsträger Folge sein können.
Haltbarkeit von natürlichen Zähnen, Karies, Parodontitis, traumatische Zahnverletzungen, Zahnausfall, Zahnwanderung
Ursachen des Zahnverlustes in D (IDZ, 2007) oder © IDZ

 

 


Zahnverschmelzung
Zahnverwachsung, Zahnfusion, Synodontie; im Zahnkronen- bzw. Zahnkörperbereich mit gemeinsamen Dentinkörper, Dentes confusi, engl.: tooth fusion, synodontia; entstanden durch unvollständige Keimspaltung.
Erfolgt die Verwachsung nur im Wurzelbereich, so spricht man von einer Zahnverwachsung (Dentes concreti); entstanden durch unvollständige Keimspaltung oder Hyperzementosen.
Gemination, Zwillingszahn





Zahnverstümmelung ; engl.: dental mutilation;    Vampierzähne

Zahnwachstum  ; engl.: tooth growth; Odontogenese

Zahnwanderung
Zahnverschiebung, Aufwanderung, engl.: tooth migration;
1.) als Folge von Zahnverlust eintretende Verschiebung ("Aufwanderung", "Wanderung") von Nachbarzähnen in die entstandene Lücke, bzw. Verlängerung von Zähnen in die Lücke des Gegenkiefers ( Okklusionseinheit). Z. erfolgen besonders stark direkt im Anschluss an eine Extraktion; nach Monaten sind diese nicht mehr so stark ausgeprägt. Bis auf die Unterkieferprämolaren erfolgt die Wanderung in einem Kiefer kippend nach mesial.
Bedingt durch die unterschiedliche Knochenstruktur des Ober- und Unterkiefers (der Unterkiefer hat eine kompakte, der Oberkiefer eine lockere Struktur), vollzieht sich die fast immer "kippende" Wanderung im Oberkiefer sehr viel schneller als im Unterkiefer. Das rechtzeitige Eingliedern einer Brücke bzw. Teilprothese, eines Implantats oder eines Lückenhalters beugt einer Z. vor.
2.) physiologische mesiale Zahnwanderung, welche durch interstitielle (interstitiell = in den Zwischenräumen)  Abrasion der Kontaktpunkte aufgrund der Mesialdrift verursacht wird. Dadurch, dass sich diese punktförmigen Berührungen - abnutzungsbedingt - in Kontaktflächen umwandeln und die Zähne "nach vorn wandern", wird der ursprüngliche Zahnbogen um 0,5 - 1 cm kürzer.
3.) iatrogene Zahnverschiebung im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung.
Zahnbewegung, Zahnbewegungen, Zahnreihe

Zahnwechsel , engl.: exfoliation; Dentition, Wechselgebiss

Zahnwurzel
engl.: tooth (dental) root; aus Zahnbein (Wurzeldenzin) bestehender und mit Wurzelzement  überzogener "Verankerungsteil" des Zahnes im Kieferknochen (Alveole). Die versch. Zahngruppen haben unterschiedlich viele Z.; grob lässt sich sagen, dass die Schneide-, Eck- und kleinen Backenzähne eine (Ausnahme 1. oberer kleiner Backenzahn mit zwei Wurzeln in 50-70% der Fälle), die unteren großen Backenzähne zwei und die oberen großen Backenzähne drei Z. besitzen. Die größten Abweichungen hiervon bilden die Weisheitszähne.
Ebenso sind die Zahnwurzeloberflächen (root surfaces) versch. groß: so werden für Frontzähne Werte von 200 qmm angegeben.
Bei gesunden Mundverhältnissen sind die Z. vom Kieferknochen umgeben und mit Zahnfleisch bedeckt; Erkrankungen des Zahnhalteapparates bzw. altersbedingter Zahnfleischschwund lassen die Z. frei liegen und so den Zahn - da die Z. nicht mit dem äußerst widerstandsfähigen und isolierenden Schmelz umgeben ist - besonders anfällig gegen äußere Einflüsse (z.B. Wurzelkaries, keilförmige Defekte, überempfindliche Zahnhälse usw.) werden.
Auch nach Abschluss des Zahndurchbruchs wächst die Z. noch über einen Zeitraum von 2 - 3 Jahren weiter, bis sie ihre endgültige Ausprägung erhält. Das Foramen apicale ist in diesem Stadium noch weit geöffnet.
Ankylodontie, Apex, Kollumwinkel, Krone, mehrwurzlig, Pfahlwurzel, RCI-Index, Wurzeldentin, Wurzeleinziehung, Wurzelkanal, Wurzelkanalbehandlung, Zahn



mehrwurzliger
Backenzahn.
Deutlich ist die
ins gelbliche gehende
Farbe der Wurzel zu
erkennen




stark abgekrümmte
Zahnwurzel
eines
Weisheitszahnes

 

 



Pfahlwurzel eines oberen
Weisheitszahnes

Zahnwurzel-Karies-Index , RCI-Index

Zahnzahl , Zahnschema

Zahnzange , engl.: dental or extracting forceps; Extraktionszange

Zahnzusatzversicherung , engl.: tooth additional insurance; Zusatzversicherung

Zahnzwischenraum , Interdentalraum

Zahnzyste , odontogene Zyste, engl.: dental cyst ; Zyste

ZÄN
Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.;  engl.: Central association of the physicians for nature welfare procedures and regularization medicine
http://www.zaen.org

Zange, Extraktionszange

Zangenbiss , engl.: edge to edge bite or occlusion, end to end bite or occlusion, Kantenbiss, Kopfbiss

Zapfenzahn
Dens emboliformis, Griffelzahn, Kegelzahn, "Odontoid", engl.: peg-(shaped) tooth; verkümmerte Ausbildung eines Zahnes (besonders der Zahnkrone), hauptsächlich an den seitlichen oberen Schneidezähnen vorkommend (s. Abb.). Erklärt wird die Bildung eines Z. u.a. mit einer genetisch bedingten Gebissreduktion.
Hypodontie, Mesiodens, Trikonodont


ZÄV , Zahnärztlicher Verbindungsausschuss in der EU; ERO, FDI

Zauberpaste
Schlagwortbez. ; in der ZHK z.B. für eine 1:1 Mischung aus cremeartig angemischtem N2, welchem unmittelbar vor der endodontischen Behandlung gangränöser Milchzähne Ledermix beigemischt wird. Hinweis: N2 hat, bedingt durch das Nachzulassungsverfahren für Arzneimittel eine Kontraindikation für die Behandlung von Kindern.
http://www.tarzahn.de/

Zehn-Uhr-Position ; Uhr-Position

Zement
In der ZHK von zweierlei Bedeutung:
der Zement = selbstaushärtendes Verbindungsmittel: Befestigungszement
das Zement = Hartsubstanz des Zahnes: Wurzelzement, Zementoblasten, http://www.dental.pitt.edu/

Zementdysplasie
periapicale
, engl.: periapical dysplasia; periapikale fibröse Dysplasie; in Form von Wurzelzementabscheidungen an der Wurzelspitze eines vitalen Zahnes (UK-Front bevorzugt).
Hyperzementose, Zementom

Zementfuge, Zementspalt, engl.: cement line; Befestigungszement, Passgenauigkeit, Randspalt

Zementieren
Einzementieren, engl.: cementation; Schlagwortbezeichnung und Oberbegriff für folgende Tätigkeiten beim Eingliedern von festsitzendem Zahnersatz:
Vorbereiten des Zahnersatzes zum Z.:
Überprüfung der Passgenauigkeit und Okklusion im Mund; Abdecken der nicht mit dem Zahnstumpf in Verbindung stehender Teile mit Vaseline, um so später Überreste besser entfernen zu können
Anmischen des Befestigungszements
gleichmäßiges Einfüllen in das zu befestigende Zahnersatz-Werkstück und Einbringen auf die präparierten Zahnstümpfe
Passung des Zahnersatzes optisch und mit einer Sonde überprüfen
vorsichtiges Zubeißen lassen; dabei überprüft der Patient die korrekte Höhe (grob)
Patient auf Watterollen beißen lassen
Zementprobe zur Kontrolle des Aushärtungsvorganges
Zementreste sorgfältig und vollständig entfernen
Kontrolle der statischen und dynamischen Okklusion; evtl. Einschleifen dieser (in minimalen Dimensionen, da die korrekte Okklusion schon vor dem Zementieren bei der Einprobe überprüft wurde).
Derart im Mund befestigte Zahnersatzarbeiten (bzw. Gußfüllungen o. Implantate) halten praktisch unbegrenzt. Eine spätere Entfernung hat i.d.R. die Zerstörung des Werkstücks zur Folge.
Ein provisorisches Einzementieren durchläuft im Prinzip die gleichen Arbeitsgänge; es wird lediglich ein provisorischer Befestigungszement (engl.: temporary cement) verwendet.
Befestigungszement, Eingliedern, Probeeinsetzen
24 konventionelle Befestigungszemente im direkten Vergleich (2011)
Video: Einsetzen einer Zirkonkrone

Zementikel
engl.: cementicle; kleine, dem Wurzelzement aufgelagerte Kügelchen; Zementpartikel, die frei in der Wurzelhaut liegen (= freie Zementikel). Haften Z. der Wurzelzementoberfläche an, werden sie als adhärente Zementikel bezeichnet; sind sie in die Wurzelzementschicht eingeschlossen, so bezeichnet man dies als interstitielle Zementikel.
Zementom
http://www.dental.pitt.edu/

Zementoblasten
engl.: cementoblasts; das Wurzelzement bildende Zellen. Primär entstammen Z. den ektomesenchymalen Zellen des Zahnsäckchens; später können Z. aus undifferenzierten Zellen des Desmodonts gebildet werden.
Nach einer traumatischen Zahnverletzung entscheidet das Überleben der Z. darüber, ob der Zahn parodontal regeneriert oder im Sinne einer Ersatzresorption auf Dauer verloren geht.
Zementozyten
http://www.dental.pitt.edu/

Zementoklasten , Dentoklasten http://www.dental.pitt.edu/

Zementom
Zementoblastom (= echtes Z.), zementierendes Fibrom, engl.: cementoma; einer Hyperzementose ähnliches, gutartiges und langsam wachsendes, von der Wurzelhaut ausgehendes Geschwulst des Wurzelzements, vorwiegend an der Wurzelspitze (auch vitaler Zähne) vorkommend. Röntgenologisch im unreifen Stadium mit einem apicalen Granulom (der Zahn ist aber vital!), im reifen Stadium mit einer Hyperzementose identisch. Vorwiegend bei Frauen mittleren Alters auftretend. Bedarf i.d.R. keiner Therapie.



periapicale Zementdysplasie

Zementozyten
zelluläres Zement, engl.: cement cells, cementocyts; den Osteozyten ( http://de.wikipedia.org/wiki/Osteozyt) gleichende Zellen, deshalb auch als "spezialisierte" Osteozyten bezeichnet. Z. entstehen aus in Hohlräumen liegenden Zementoblasten.
http://www.dental.pitt.edu/

Zementrissfraktur
engl.: cemental fracture or cementum tear; Ablösungen von Zementbezirken aus der Dentinunterlage durch Überbelastung des Zahnes. Dabei sind die den Zahn in der Alveole haltenden Sharpey-Fasern stabiler als der Dentin-Zement-Verbund.
Wurzelzement

Zentrale
nach Andresen, engl.: "Central"; Schlagwortbezeichnung für zwei sich winkelrecht in einem Punkt - als "Zentrale" bezeichnet - schneidenden Linien. Es sind dies die Ohr-Nasen-Ebene (liegt etwa parallel zur Camper-Ebene) mit einer Senkrechten - auch als "Profil-Zentral-Achse" bezeichnet - dazu, die den weitest dorsal gelegenen Punkt des Nasenflügels (Alare) berührt. Z. deshalb, weil dieses Gebiet ein Zentrum im gnatho-physiognometrischen System darstellt.
Kennlinien

zentrale Projektion , engl.: central or orthoradial projection; laterale Zahnaufnahme

Zentrallage
des Unterkiefers, engl.: central position of the mandible; unklare Bez. für die Lage des Kiefergelenkkopfs. Gemeint ist damit, dass dieser sich "mittig" (Zenith der Gelenkgrube) in der Gelenkpfanne befindet. Der Zusammenbiss der Zahnreihen wird dann (veraltet) als Zentralokklusion bezeichnet.
Zentrik

Zentralstiftfüllung
Zentralstifttechnik, engl.: single cone method, single point technique; gängige Verfahrenstechnik bei einer Wurzelkanalfüllung. Ein an den aufbereiteten Wurzelkanal angepasster Stift (z.B. aus Guttapercha) wird in den zuvor mit einem Wurzelfüllmaterial abgefüllten Wurzelkanal geschoben. Dadurch, dass auf das Einführen weiterer seitlich davon gesetzter Stifte  ( laterale Kondensation) verzichtet wird, ist der hermetische Verschluss ("Wandständigkeit") der Wurzelkanalfüllung auf Dauer nicht als optimal zu bezeichnen.

Zentralstrahl
Hauptstrahl, engl.: central beam or ray; bei der Einstellung zur Projektionsrichtung bei der Anfertigung einer Röntgenaufnahme wird von einem Z. gesprochen ("... der Zentralstrahl der Röntgenröhre trifft dabei senkrecht ..."). Gemeint ist damit die Mitte des Strahlenbündels, da ein einziger "Strahl" nicht existent ist.
laterale Zahnaufnahme

Zentrik
zentrische Position, zentrische (zentrale) Kondylenposition, retrale Kontaktposition, RKP, zentrische Relation, Gelenkzentrik, engl.: centric relation; Bezeichnung für die Lage der Kiefergelenkköpfchen in der terminalen (am weitesten nach hinten gelegen) Scharnierachsenposition bei physiologischer Belastung der beteiligten Gewebestrukturen - die Kiefergelenkköpfe befinden sich im Zenith der Gelenkgrube. Exakte Bestimmung meist nur auf Grund von Röntgenaufnahmen möglich, wobei auch hier individuelle Unterschiede bestehen. In der Praxis ist es dem erfahrenen Behandler überlassen, die für den Patienten richtige Z. einzustellen, da es "DIE" Zentrik aufgrund von Messpunkten oder teuren elektronischen Hilfsmitteln nicht gibt, Kieferrelationsbestimmung.
Die Punkt-Zentrik (point centric) bedeutet eine maximale Verzahnung in der Interkuspidationsposition - die tragenden Höcker haben Dreipunktkontakt in den Grübchen der Antagonisten.
Neben der zentrischen Kondylenposition werden noch beschrieben:

Unter "Freiheit in Zentrik" - freedom of centric, fälschlicherweise auch als "long centric" bezeichnet - versteht man einen relativ kleinen Spielraum bei maximaler Interkuspidation. Ohne seine horizontale Ebene zu verlassen, kann sich der Unterkiefer bis zu 0,5 mm in sonst allen Richtungen bewegen. Diese Freiheit ist nicht in jedem Gebiss anzutreffen. ( http://sitemaker.umich.edu/widmalm/files/bsconstruc.pdf)
Arthrographie, Dawson Griff, Deviation, Funktionsanalyse, funktionelles Dreieck, Kieferrelationsbestimmung, Kieferrelationsrekonstruktion, Lauritzen-Griff, Okklusion, Okklusionskonzepte, Primärkontakt, Schlussbiss, Stops, Tripodisierung, Unterkieferbewegung, Unterkiefergrenzbewegungen




Dreipunktkontakt der "Punkt-Zentrik"


Zentrikschiene , engl.: centric splint Fixierungsschiene

Zerfing Meißel
parodontologisches Handinstrument zur Entfernung von Zahnstein. Während mit anderen Instrumenten ( Scalern) schabend abgetragen wird, wird bei diesem Meißel stoßend gearbeitet. Vereinzelter Einsatz im Zahnzwischenraum.

Zertifizierung
engl.: certification; Vorgang, mit welchem eine Zertifizierungsorganisation (z.B. Zahnärztekammer, DIN-Organisation, TÜV) bescheinigt, dass z.B. die zu zertifizierende Fortbildung die Gesamtheit der in der Norm enthaltenen Anforderungen und die intern definierten Vorgaben erfüllt.
CE-Zeichen, Fortbildung, Qualtitätssicherung

zervikal, cervical, engl.: cervical; den Zahnhals betreffend, am Zahnhals gelegen ; Zahnflächen

ZESAR
Abk. v. Zentrale zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten GmbH; ab 2011 gilt eine gesetzliche Regelung, dass auch Privat Versicherte und Beihilfeberechtigte in den Genuss von Rabatten der Pharmahersteller kommen, so wie vergleichbar eine Regelung mit den Gesetzlichen KK besteht (im Rahmen des „Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz – AMNOG)“ vom 22.12.2010). Diese Rabattansprüche werden von den Versicherungen und Beihilfestellen bei einer zentralen Stelle - ZESAR - angefordert.
ZESAR hat dabei nach "PKV publik" mehrere Funktionen: Zunächst übernimmt das Unternehmen die Arzneimitteldaten von den anspruchsberechtigten PKV-Unternehmen und den Beihilfeträgern. Im weiteren Verlauf werden Rechnungen an die jeweiligen Arzneimittelhersteller geschrieben und anschließend erfolgt eine Überweisung der eingezogenen Rabatte an die Versicherungen und die Beihilfestellen. So kommen die Rabatte zuguterletzt bei den Versicherten und Beihilfeberechtigten an.
ZESAR
ausführliche Erläuterungen o. © PKV publik

ZHK , gebräuchliche Abkürzung für Zahnheilkunde

Zielinsky-Modus
nach dem Berliner Zahnarzt benannte Theorie zur regelrechten Einstellung (Neutralbiss-Stellung) des 6-Jahr-Molar in der ersten Wechselgebissperiode trotz geradem distalen Abschluss der Postlaktealebene. Z. begründet seine Theorie damit, dass die lückig werdenden Zahnreihen im beginnenden Wechselgebiss im Oberkiefer größer sind als im Unterkiefer, und sich so die gesamte untere Zahnreihe gegenüber der oberen nach vorn verschiebt.
=> Postlaktealebene

Zinkoxid-Eugenol
ZnEu, Zinkoxid-Nelkenöl, ZnNÖ, engl.: zincoxide-eugenol; Flüssigkeit-Pulver-Mischung aus dem Phenolderivat Eugenol und Zinkoxid, welche nach Erhärtung als Zinkoxid-Eugenolat vorliegt. Eugenol und Nelkenöl unterscheiden sich nur unwesentlich und haben fast identische Eigenschaften. Vielfältige Anwendung in der ZHK:

Zinkoxid-Phosphatzement , Phosphatzement

Zinkoxyd
Zinkoxid, ZnO, Zinkweiß, engl.: zinc oxide; bakteriostatisch, betäubendes, bakteriostatisches und entzündungshemmendes schwach basisches mineralisches Pulver. In der Medizin als Bestandteil Zinksalben, -pasten und -pflastern (z.B. Leukoplast) sowie Sonnenschutzmitteln; in der ZHK als Zusatz von Wurzelfüllpasten und bei der Behandlung infizierter Zahnwunden; meist in Kombination mit Eugenol (Nelkenöl). Ebenfalls als Bestandteil von Befestigungszementen oder provisorischen Verschlussmaterialien.
Untersuchungen (2005) zeigen, dass ZnO auch einen Schutz vor Karies im Zahnwurzelbereich ("Wurzelkaries") bieten kann, wenn es 1%ig Zahnpasten oder Mundspüllösungen zugesetzt wird. Man vermutet, dass der Mineralstoff auf Grund seines astringenten Effektes die organischen Komponenten des Dentins stabilisiert und so einer Entmineralisierung entgegenwirkt.
Alveolitis, Cavit, Harvard Zement, N2, Phosphatzement, Steinzement

Zinksulfatzement , engl.: Fletscher's cement; Fletscher Zement

Zinn
Sn, Stannum, engl.: tin; Verwendung in der ZHK (Prothetik) in Form von Stanniolpapier (= ausgewalztes Z., Zinnfolie, (tin foil), abgeleitet vom lat. Stannum) als Platzhalter oder Isolierung auf Arbeitsmodellen (z.B. zur Vermeidung von Druckstellen) oder als Grundlage (nicht mundbeständiger) leicht schmelzender Spar-Legierungen bzw. Bestandteil der Amalgamfeilung und Beimischung zahlreicher Edelmetall-Legierungen. Früher auch als Beschwerung in der Prothesenbasis ("Zinnbasis") unterer Vollprothesen.

Zinnfluorid
ZnF
, antibakterielles Medikament; engl.: tin-fluoride; Verbindung von Fluor mit Metallionen des Zinn, wobei die antibakterielle Eigenschaft hauptsächlich dem Zinn zugeschrieben wird, welches eine bakterizide Wirkung auf Plaquebakterien ausübt. Z. allein ist in Zahnpasten wenig stabil, deshalb Zusatz vom Aminfluorid als Stabilisator. Bekanntes Medikament mit ZnF-Inhalten ist meridol™.
Fluoride, meridol, Mundspüllösungen

Zinnkrone
Zinnhütchen, Zinnkäppchen, engl.: tin cap; ungebräuchliche Art der provisorischen Versorgung eines Zahnstumpfes nach Präparation mit einer "Fertigkrone" auf Zinnbasis.
konfektionierte Krone

Zirkoniumoxid
Zirkoniumdioxid
, ZrO2, Hochleistungskeramik, Oxidkeramik, Zirkonia, Zirkonoxid, "keramischer Stahl", Y-TZP, engl.: zirconia oxide, "ceramic steel"; Oxid des zu den Metallen zählenden Elements Zirkonium, begriffsverwirrend auch unter dem Namen Zirkonoxid bekannt (Zirkon ist ein Mineral aus der Gruppe der Silikate). Z. wurde schon im 18. Jhd. durch den Chemiker Martin Klaproth, Wernigerode, entdeckt und in den 90er Jahren des letzten Jhds im größeren Umfang in die ZHK eingeführt. Die Ursache für die lange Entwicklungszeit bis zur Praxisreife lag in der Schwierigkeit, die Eigenschaften von Z. technisch zu beherrschen. Zur Herstellung von Z. verwendet man heute Zirkonsande aus China, Südafrika oder Australien. Diese werden in mehreren Schritten chemisch gereinigt. Das reine Produkt wird mit Yttriumoxid (Y2O3) legiert und anschließend wärmebehandelt (kalziniert) und gemahlen. Für die Qualität einer Zirkonoxid-Zahnersatzarbeit spielen Faktoren wie das Pulver für den Rohling, die Pressformgebung und der Sinterprozess eine entscheidende Rolle, um später ein homogenes Materialgefüge zu erhalten.
Die chemisch korrekte Bezeichnung für die in der ZHK verwendete Variante des Werkstoffs lautet ‚"Yttriumoxid stabilisiertes tetragonales polykristallines Zirkoniumdioxid", kurz "Y-TZP". Einsatz in der Prothetik (Gerüste für Kronen und Brücken, s.u.), Endodontie (z.B. Wurzelstifte) und in der Implantologie (Z-Lock - Implantat, http://www.zsystems.ch/  ; PM des BDZI vom März 2007).
Z. nimmt unter den keramischen Werkstoffen eine Sonderstellung ein: Herausragende mechanische Eigenschaften, insbesondere Festigkeit (Endfestigkeiten bis zu 1.200 Mpa), Langzeitstabilität und Zähigkeit. Die Besonderheit von Z. liegt darin, dass es Schäden, die unter Belastung größer werden, in gewissem Umfang "selbst repariert" (sog. Umwandlungsverstärkung).
Bedingt durch den geringen Partikeldurchmesser (ca. 0,5 µ) bilden sich kaum Plaqueablagerungen an daraus hergestelltem Zahnersatz. Derartige Keramiken (i.d.R. mit einer 5 gewichtsprozentigen "Zulegierung" von Yttriumoxid, Y2O3 als "Selbstreparaturmasse") werden als Basis für die Anfertigung von dreidimensionalen (auch im Seitenzahnbereich) Gerüsten mit Hilfe des CAD/CAM-Verfahrens und bei Wurzelstiften genommen und zeichnen sich durch eine 2-3fach höhere Biege- und Bruchfestigkeit bei ausgezeichneter Biokompatibilität aus. Y-TZP besteht fast ausschließlich aus einer tetragonalen Kristallphase, die eine sehr kleine Korngröße aufweist. Erst durch den dichten und homogenen Aufbau werden die herausragenden mechanischen Eigenschaften dieses Materials erreicht.

Bedingt durch die kosmetisch störende stark milchig-weiße Farbe des Y-TZP, eignet sich dieser Werkstoff kosmetisch nur als Unterbau (Käppchen, Gerüste) für die eigentliche Keramik - er ist in etwa vergleichbar dem Metallgerüst einer VMK-Arbeit. Diese Gerüste müssen mit einer geläufigen Keramik verblendet werden. Hier haben sich drei Techniken durchgesetzt, die sich vor allem im ästhetischen Ergebnis u. Preis unterscheiden - funktionell bestehen kaum Unterschiede:
Verblendung als Schichtkeramik (cercon ceram kiss, DeguDent)
Verblendung als Presskeramik u. anschließender Bemalung = "press and stain" (cercon ceram press, cercon ceram kiss Malfarbe, DeguDent); kosmetisch matte Oberfläche, weniger natürlich, dafür aber preiswerter
Verblendung als Kombination von Presskeramik u. Schichtkeramik = "press and veneer" (cercon ceram press, cercon ceram kiss, DeguDent)

Bedingt durch die vielen Anbieter von Z. auf dem Dentalmarkt fällt eine qualitative Beurteilung der Zirkonoxid-Rohlinge schwer, da deren Leistungsfähigkeit - trotz gleicher chemischer Zusammensetzung - von zahlreichen Faktoren im Herstellungsprozess abhängig ist. Von Bedeutung für die Qualität sind z.B. die Korngröße des Ausgangsmaterials und deren Verteilung, eine exakte Steuerung der Vorsinterungs- und Sinterparameter sowie die homogene Verdichtung des Materials im Pressprozess. Diese Faktoren beeinflussen u.a. Passgenauigkeit, Transluzenz, Festigkeit und Langlebigkeit von Zirkonoxidversorgungen.

"Die Verarbeitung von Z. erfolgt im Dentallabor oder in spez. Fräszentren mittels CAD/CAM-Technologie. Es gibt zwei voneinander abweichende Werkstoff- und Verarbeitungskonzepte. Zum einen wird Z. im durchgesinterten, „gehipten" (HIP - hot isostatically pressed) Zustand gefräst. Diese Keramik ist durch eine Biegefestigkeit von 1.200 MPa, annähernde Poren- und Defektfreiheit, sehr gute Transluzenz und optimale Gefügequalität charakterisiert. Die hervorragenden physikalischen Eigenschaften der HIP-Keramik lassen den Fräsprozess zeitaufwändig und geräteintensiv werden.
Zum anderen kommt die Weiß- oder Grünkörperverarbeitung zum Einsatz. Das zu fräsende Zirkoniumdioxid ist hier noch nicht vollständig durchgesintert. Somit lässt sich der Fräsprozess wegen der kreideartigen Konsistenz des Zirkoniumoxids vereinfachen und kann in relativ kurzer Zeit abgeschlossen werden. Der sich an die Fräsung anschließende Sinterprozess ist technologisch sehr aufwändig. Um eine exakte Passung der Gerüste zu erzielen, muss die Sinterschrumpfung gleichmäßig erfolgen. Für drei- bis viergliedrige Brücken ist diese Technologie bereits gelöst. Seit einigen Jahren sind Cercon smart ceramics'" (Fa. Degudent, Hanau), LavaTM (Fa. 3M Espe, Seefeld), Cerec in Lab mit Vita YZCubes (Fa. Sirona Dental Systems, Bensheim/Fa. Vita, Bad Säckingen) erfolgreich im Einsatz." (aus: Quintessenz 56, 9, (2005))

Klinische Langzeiterfahrungen wie für die Verblend-Metall-Keramik liegen für dieses Material noch nicht in ausreichendem Umfang vor (2013). Bei den Zwischenergebnissen von prothetischen Studien gab es bisher keine auffälligen absoluten Misserfolge in Form von Gerüstfrakturen (dem Unterbau aus Z.). Allerdings sind mit 2,6 bis 11 Prozent die Abplatzraten ( Chipping) der neuen, speziell für Zirkoniumdioxid-Gerüste entwickelten Verblendkeramiken recht hoch.

Zur Frage nach der Bewährung von Z. als Implantatmaterial nahm Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang (Kiel) 2008 Stellung:
Nach wie vor sei Titan der „Goldstandard“ für Implantate. Daran müssten sich andere Werkstoffe messen lassen. Zirkoniumdioxidkeramiken bezeichnete er als neue Hoffnungsträger. Immerhin sei das Material chemisch inert und dem Titan hinsichtlich Ästhetik und Plaqueresistenz überlegen, in vielen anderen Charakteristiken jedoch nicht. Eine weitere Studie aus 2008 (Andreiotelli M, Kohal RJ. Department of Prosthodontics, School of Dentistry, Albert-Ludwigs University, Freiburg, Germany Clin Implant Dent Relat Res. 2009 Jun;11(2):158-66. Epub 2008 Jul 24) kommt zu dem Schluss: Die durchschnittliche Bruchfestigkeit lag durchweg innerhalb der Grenzen klinischer Akzeptanz. Aber die Implantatpräparierung hatte einen statistisch negativen Einfluss auf die Implantatbruchfestigkeit. Es sind langfristige, klinische Daten nötig, bevor einteilige ZrO(2)-Implantate für die tägliche Praxis empfohlen werden können.
Und auf einer anderen Web-Site heißt es u.a. "... Zirkon verliert bereits nach sechs Jahren die Hälfte seiner Festigkeit und man hat in der Tat noch keine Langzeiterfahrungen mit Implantaten, die aus Zirkon bestehen. Deshalb raten viele Kollegen zur Vorsicht; aus werkstofftechnischer Sicht ist und bleibt steriles Titan Grad IV der biologisch-immunologisch verträglichste und stabilste Werkstoff für Zahnimplantate ..."

Ausführliche Darstellung als PDF-Datei (AG Keramik / PD Dr. Tinschert, Aachen);
Befestigungszement, Cercon, Chipping, Cosmopost, FRC-Technik, Implantat, Keramik, Mantelkrone, ortho-circ
©: DGZPW (neu: DGPro)
Befestigungsmaterialien und Keramiken o. ivoclar vivadent
VIDEO: Präparationsregeln für Keramik-Inlays & -Teilkronen (Fa. Komet)
Video: Einsetzen einer Zirkonkrone
Gerüst-Zirkon vs. Vollzirkon - Neue Werkstoffe und Verfahren für die CAD/CAM-Restauration (2013)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkoniumdioxid

 





"Modellation" der Zirkoniumoxid-Käppchen mittels CAD/CAM


gefrästes Zirkon-Brückengerüst.
©: ZTM Winfried Zimmermann
www.zimmzahn.de



Innenteleskope aus Zirkoniumoxid; verklebte Galvanokäppchen in Außenteleskopen

 

 

 

 



Implantat-Werkstoffe:
Vergleich Titan vs. Zirkoniumdioxid

zirkumscript , engl.: circumscript; im Gegensatz zu diffus: scharf begrenzt auf eine bestimmte Ausdehnung

Zirkumzision , Umschneidung

zm  
Abk. von Zahnärztliche Mitteilungen; 1910 gegründet, sind die zm das offizielle Presse- u. Mitteilungs-Organ von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung. Schwerpunkte: Berufspolitik, Zahnmedizin/Medizin/Wissenschaft, Praxismanagement, Finanzen, Recht, Leserservice; umfangreicher Annoncenteil

ZMF , zahnmedizinische Fachhelferin

ZMP , zahnmedizinische Prophylaxeassistentin

ZMV , zahnmedizinische Verwaltungsassistentin


zu Zn-Zz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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