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ÜBAG , ÜÖBAG, Kurzbez. für KZV-übergreifende (= "überörtliche") Berufsausübungsgemeinschaften, http://www.kzbv.de

Überabformung
Überabdruck, Schlüsselabformung, engl.: overimpression; Abformung nach einer Gerüst-/Kroneneinprobe zur Erstellung des definitiven Meistermodells im Rahmen einer Zwischeneinprobe. Die Ü. erfolgt meist mit hochpräzisen Abdruckmassen, unter Verwendung eines individuellen Löffels, um Diskrepanzen zwischen Modell und Mundsituation zu vermeiden.
Abdruck

Überbelastung
engl.: overuse; länger anhaltende und unphysiologisch starke Krafteinwirkungen auf die Kau- oder Seitenfläche eines Zahnes bzw. Implantats führen zu Resorptionen am Parodontium (Knochen- und Wurzelresorptionen) und einer damit verbundenen Zahnbeweglichkeit; dies besonders dann, wenn sie nicht in axialer Richtung erfolgen.
Hyperzementose, Vorkontakt, Zementrissfraktur

überbezirkliche o. überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften (ÜBAG); Berufsausübungsgemeinschaft, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, KZV-übergreifende Berufsausübungsgemeinschaften

Überbiss , Overjet

überempfindliche Zähne
Hypersensibilität, Dentinüberempfindlichkeit, engl.: sensitive teeth, tooth hypersensitivity, dentin hypersentivity, odontohyperesthesia; kurze, scharfe schmerzhafte Zahnnerv-Reaktionen auf äußere Reize (chemisch, physikalisch), die auf freiliegendes Dentin treffen. Die Schwelle für Wärmeschmerzempfinden an der Schmelz-Dentin-Grenze liegt bei 47,7°C und wird bei einem intakten Zahn selten erreicht. Die Schwelle für Kaltschmerzempfinden dagegen liegt bei 26,4°C und wird bei Verzehr von Eis oft unterschritten.
Mit einer Prävalenz von 10 bis 20% ist die Dentinüberempfindlichkeit weit verbreitetet. Der Schmerz wird dabei durch das Einwirken thermischer, chemischer und taktiler Reize auf das freiliegende Wurzeldentin ausgelöst, wobei ein Kältereiz als besonders unangenehm empfunden wird. Hauptstörzonen sind freiliegende Zahnhälse, abgeschliffene ("abgekaute") Zahnflächen und zuweilen nach dem Legen von (zahnfarbenen) Füllungen nach der Adhäsiv-Technik. Die Schmerzen können teilweise so groß sein, dass die Essgewohnheiten aus Angst vor einer erneuten Reizung eingeschränkt oder bestimmte Speisen gemieden werden. Die Schmerzauslösung selbst ist wissenschaftlich noch nicht restlos aufgeklärt: Nach der wahrscheinlichsten hydrodynamischen Theorie (engl.: hydrodynamic theory) wird die Flüssigkeit ("Dentinliquor") in den Dentinkanälchen (Tubuli) bei frei liegendem Dentin durch äußere Reize in Bewegung versetzt, dadurch werden die feinen Nervenendigungen des Zahnnervs gereizt und lösen die Empfindlichkeit aus. Andere Theorien gehen von einer direkten Reizung der Nervenendigungen durch die einwirkenden Substanzen aus. Weiter zeigen Untersuchungen, dass "sensibles" Dentin bis zu 8 mal mehr offene Dentintubuli an der Dentinoberfläche aufweist auf als normales; der Durchmesser der Tubuli ist doppelt so groß wie bei normalem Dentin, sodass sogar milde Reize bereits einen Anstieg des Flüssigkeitsflusses in den Tubuli – und damit eine Auslösung des Schmerzes – bewirken.

Bisher (2011) gibt es noch kein Universalmittel zur Behandlung dieser teils sehr unangenehmen Empfindungen. Deshalb sollte primär eine Risikominimierung durch Vorbeugung erfolgen:
Erosionsprävention durch Einschränkung säurehaltiger Speisen
Abrasionsprävention durch Einübung der richtigen Putztechnik/-häufigkeit und zeitliche Abgrenzung der Mundhygiene nach Konsum säurehaltiger Nahrungsmittel
Gegebenenfalls Attritionsprävention durch funktionsanalytische Maßnahmen
Zur Behandlung selbst sind verschiedene Mittel im Handel; im Prinzip wird bei den Präparaten ("Desensitizern") versucht, die Dentinkanälchen zu versiegeln (Adhäsivsysteme), durch Penetration in die Kanälchen eine Präzipitatbildung zu bewirken (Chlorhexidin- und Fluoridlacke) oder eine Ausfällung von Plasmaproteinen zu erhalten (monomerhaltige Primer). Das früher gebräuchliche und gut wirkende Silbernitrat gilt heute als obsolet, da es die touchierten Partien irreversibel schwarz verfärbt. Weiter sollen mit der "Burnishing-Methode" aufgebrachte und ins Dentin eingeriebene Mischungen aus Natriumfluorid, Kaolin und Glyzerin ebenfalls die Tubuli verschließen und eine Sekundärdentinbildung anregen.
Heute sind Fluorid- (im sauren Bereich) bzw. Strontiumpräparate für den Hausgebrauch als Begleitstoffe von Zahnpasten im Handel (s.u.). Ebenso wurde (2004) über gute Ergebnisse nach der Anwendung mit 3%iger Kaliumoxalatlösung für 15 Sekunden berichtet. Ebenfalls lassen sich mit Hilfe von Kaugummis, welche Kalzium und Phosphat freisetzen, die Dentintubuli verschließen und so Hypersensibilitäten wirkungsvoll reduzieren.
Moderne, nur in einer Zahnarztpraxis anwendbaren, Systeme versiegeln die freiliegenden Kanälchen mit Methacrylaten (sog. "Dentinklebern" wie z.B. Gluma®) oder hochkonzentrierten Fluoriden (Lacke, Gelees).
Ebenso wird über Erfolge mit Laser-Techniken (ER:YAG-Laser) berichtet: Während die konventionellen Desensitizer nach 2 Monaten erheblich an Wirkung verloren hatten, blieb die Wirkung des Lasers auf dem gleichen Niveau wie nach der Behandlung - Langzeitbeobachtungen stehen allerdings aus.
Bleichen, Dentinhaftung, Erosions-bedingte Zahnschäden, Kaliumnitrat, keilförmige Defekte, Lappenoperation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Miller-Klassen, Pottasche, RCI-Index, Schleimhauttransplantat, Strontiumchlorid, Temperaturempfindlichkeit, Tiefenfluoridierung, Versiegelung, Wurzeldentin, Zinkoxid
Plastische Parodontalchirurgie - Rezessionsbehandlung (ZBW, 2017)

 

 

 

 

 



Denkmodell zur Schmerzauslösung durch äußere Einflüsse

Überextension
engl.: overextension; zu weit reichender Rand/Ausdehnung einer Krone oder Prothesenbasis. Während es bei Ersterer zu Zahnfleischreizungen und -entzündungen kommt, bewirkt eine Überextension der Prothesenbasis ein Abheben dieser von der Mundschleimhaut durch den Angriff der Muskulatur beim Kauen/Sprechen und/oder Druckstellen.
Extensionsabdruck, Sublingualrolle

Überfüllung
Überpressen, Überstopfen, engl.: overfilling; Puffs; Bezeichnung für das Resultat einer Wurzelkanalfüllung, welche über den anatomischen Apex hinausgeht und das Wurzelfüllmaterial in das periapikale Gewebe presst. Eine stärkere Ü. über den Apex hinaus ist selten gewünscht, kann aber aus anatomischen Gründen manchmal nicht vermieden werden.
Eine Ü. wird nach Strindberg in vier Gruppen eingeteilt:
B1 (auch: flush): Füllung bis zum röntgenologischen Apex
B2: apikale Überfüllung kleiner als 1mm
C1: Überfüllung von 1-2mm
C2: Überfüllung mehr als 2mm
Guttapercha, Kondensation, Puffs

Übergangspassung , engl.: transition fit, Friktion, Passung

Überinstrumentierung
engl.: overinstrument; Schlagwortbezeichnung für das "über den Apex hinaus aufbereiten" im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung. Dies durch eine Messaufnahme zu minimierende Missgeschick führt selbst dann zu einer schlechteren Prognose des behandelten Zahnes, wenn die definitive Wurzelkanalfüllung regelrecht gelegt wird.
Überfüllung

Überkappung
engl.: (dental) pulp-capping; Aufbringen von Medikamenten - meist auf der Basis von Calciumhydroxid-Präparaten oder Calciumsalicylat-Basis - mit dem Ziel der Vitalerhaltung einer infizierten oder gefährdeten Pulpa.
Bei einem vitalen, klinisch unauffälligen Zahn, ohne röntgenologische Veränderungen an der Wurzelspitze ist die Prognose gut. Ist die Pulpa irreversibel entzündet, ist die Vitalexstirpation das Mittel der Wahl. Die exakte Diagnose ist jedoch nicht klinisch, sondern nur histologisch möglich (s.u.: "Folgende 6 Punkte ...") .
Es werden zwei Arten unterschieden, welche unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden:
  • direkte Überkappung (direct pulp capping)
    erfolgt bei einem durch Karies ( Caries profunda) oder iatrogen bedingtem Freiliegen des Zahnnervs (Pulpa aperta): Nach Stillung der Blutung (i.d.R. mit H2O2) wird auf den Zahnnerv das Überkappungsmaterial aufgetragen und mit einer stabilen und dichten Unterfüllung überschichtet (z.B. Glasionomerzement). Als Goldstandard haben sich hierfür Calciumhydroxid-Präparate in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Man erwartet, dass sich durch regenerative Vorgänge des Zahnnervs neue Hartsubstanz bildet ( Tertiärdentin) und diese den Defekt dauerhaft biologisch verschließt. Da dieses Vorgehen nicht immer erfolgreich ist, kann eine endgültige Versorgung des Zahnes mit einer endgültigen Füllung/Krone erst dann erfolgen, wenn eine periodisch durchgeführte Vitalitätsprüfung auch noch nach Monaten positiv ist. In jüngerer Zeit wird eine direkte Überkappung mit flüssigen Kunststoffen (ohne das klassische Calciumhydroxid; z.B. ein Bonding) ebenfalls mit Erfolg angewandt.
    Es werden Wartezeiten bis zu einem Jahr angegeben (s.u.).
    Erfolg und Misserfolg direkter Überkappungen sind generell von versch. Zahngruppen abhängig: so zeigen Frontzähne wesentlich bessere Erfolgsraten als Molaren. Nach 10 Jahren wird für die direkte Überkappung eine Misserfolgsrate von 80 % (!) angegeben (s. Abb.)
    Überkappungen mittels Bonding - eine zeitlang propagiert - wurden u.a. wieder wegen einer hohen Allergisierungsrate durch das Monomer verlassen.
  • indirekte Überkappung (indirect pulp capping)
    Grundlage der Caries profunda-Therapie. Das pulpennahe Dentin (der Nerv darf noch nicht eröffnet sein; sonst direkte Überkappung, oben) wird mit dem Überkappungsmaterial abgedeckt und mit Zement überdeckt ( Unterfüllung), bevor die eigentliche Versorgung der Kavität  mit einer Füllung/Krone erfolgt. Erfolgsüberprüfung ebenfalls durch spätere Vitalitätsprüfungen

Zur Erfolgsquote sagen Untersuchungen: diese nimmt vom Frontzahn- zum Seltenzahnbereich kontinuierlich ab. Die mittleren Schneidezähne hatten eine Erfolgsquote von 83,3 %, die Weisheitszähne eine von nur 38,9 %.
Deutlich war die Alterabhängigkeit: In der Gruppe der 10- bis 19-jährigen lag die Erfolgsquote bei 76,4%. Die der über 70-jährigen Patienten lag dagegen nur bei 0 %.
Interessant ist der Zeitpunkt des Auftretens von Misserfolgen: Mindestens 63,6 % der Misserfolge traten bereits im ersten Jahr nach der Ü. auf.
Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik "reversible oder irreversible Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung bei "reversibel" oder Entfernung des Zahnnervs) einzuleiten:
Was löst den Schmerz aus?
bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible Pulpitis vor.
Wie lange hält der Schmerz an?
Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei „Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel.
Tritt Schmerz spontan auf?
Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis.
Ist der Schlaf nachts wegen Zahnschmerzen gestört?
Falls JA = irreversible Pulpitis.
Lindert Kälte den Schmerz?
Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen.
Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt i.d.R. eine irreversible Pulpitis vor.
Caries profunda, Dentinimplantat, Mineral Trioxid Aggregat, Reaktionsdiagnostik, Vitalamputation, Vitalerhaltung

 

 




direkte Ü.



Erfolg u. Misserfolg nach 10 Jahren bei direkten Ü.
nach Barthel et al. 2000, veröffentlicht in zm 100, Nr. 3A



indirekte Ü.

Überkonturierung
Überkonturieren
, engl.: overcontouring;
1.) von künstlichen Zahnkronen (Seitenflächen oder Rändern). Diese weisen dann eine unnatürlich starke Wölbung auf und führen zu Schäden am Zahnfleisch, weil der natürliche Selbstreinigungseffekt nicht mehr wirken kann. Es kommt zu einer übermäßigen Plaqueansammlung infolge einer Nischenbildung und dadurch bedingter Entzündung der Gingiva. Eine Ü. ist häufig bei Verblendkronen zu beobachten. Aus einem gewollten Kompromiss zwischen schonendem Zahnhartsubstanzabtrag und der für ästhetische Verblendungen unvermeidlichen Materialschichtstärke resultiert gern eine vestibuläre Ü. des Werkstückes.
2.) von Zahnfüllungen; hier auch: Übermodellierung; ein Zuviel an Füllungsmaterial über die Kavitätenränder hinaus. Derartige Überschüsse müssen entfernt werden, da sie einmal zu Plaqueretentionsstellen führen und weiter frakturgefährdet sind.
Bei Komposites praktiziertes Verfahren, um nach dem Aushärten die minderwertige, sauerstoffinhibierte obere Schicht am Füllungsrand beim Ausarbeiten der Füllung abtragen zu können.
 


Überkronung , überkront, engl.: crowning; Krone

Überkronungsrisiko
engl.: etwa crown risk; Grundsätzlich stellt jede Überkronung eines vitalen Zahnes für die Pulpa ein Risiko dar. Nach Kerschbaum (Köln, 1998) muss nach fünf Jahren in vier Prozent der Fälle mit einem Granulom, nach zehn Jahren in 15 Prozent der Fälle mit dem Verlust der Vitalität gerechnet werden. Ursache hierfür ist hauptsächlich eine unausweichliche großflächige Eröffnung der Dentinkanälchen während der Präparation und damit verbunden eine Verletzung der Odontoblastenfortsätze. Dabei gilt: Je dichter die Präparation in die Nähe der Pulpa reicht und je größer die Durchmesser der Dentinkanälchen sind, desto leichter können Schädigungen entstehen. Nicht nur die Präparation selbst, sondern jeder Arbeitsschritt von der Abformung über die Herstellung des Provisoriums bis zum Eingliedern der Arbeit können den Zahnnerv belasten. Gerade bei einer jugendlichen Pulpa ist bei der Präparation besondere Vorsicht geboten, da die Dentinkanälchen und die Pulpa selbst (noch) relativ groß sind. Es sollte deshalb ein deutlich größerer Abstand zur Pulpa eingehalten werden als beim Dentin eines Erwachsenen-Zahnes, dessen Kanälchen durch Anlagerung von Hartsubstanz im Bereich der Kanalwand einen kleineren Durchmesser aufweisen und deren Dentinstärke generell größer ist.
Haltbarkeit von festsitzendem Zahnersatz, Präparation, Präparationstrauma, Prepometer

Überkuppelung , engl.: overlay; Overlay

Überlagerungsaufnahme , Schichtaufnahme

Überlassung von Behandlungsunterlagen Dokumentation

Übersichtsaufnahme ; engl.: standard radiography, z.B. Panoramaschichtaufnahme

Übertragungsbogen
Gesichtsbogen, Transferbogen, Fazialbogen, engl.: face bow; nicht allgemein übliches Hilfsmittel, welches i.d.R. an "mittelwertigen" Punkten (= arbiträrer Ü.) des Gesichts angelegt wird und dazu dient, individuell anatomisch-geometrische Verhältnisse vom Patienten auf einen Artikulator zu übertragen, um im Labor eine schädelbezügliche Montage der Abdruckmodelle zu ermöglichen. Dadurch soll im Rahmen der labormäßigen Zahnersatzherstellung eine Minimierung der Okklusionsfehler erzielt werden. Der dazu verwendete Ü. erlaubt eine Individualisierung des Bonwill-Dreiecks und des Balkwill-Winkels. Bis auf die Gerber'sche Methode (unterkieferbezogen) erfolgt eine 3-dimensionale Übertragung des Oberkiefer(-modells), an welches der Unterkiefer entsprechend angepasst wird.
Um eine derartige Übertragung durchzuführen, werden sog. Referenzpunkte am menschl. Schädel benötigt. Es sind dies i.d.R. zwei posteriore (mit Bezug zur Scharnierachse) und ein anteriorer Bezugspunkt (tastbarer unterer Rand der Orbita oder individuell bestimmter Punkt oberhalb der Schneidekanten der OK-Schneidezähne oder der Subnasalpunkt).
Unterteilung nach der Funktion in:
  • anatomischer Übertragungsbogen ("Schnellübertragungsbogen")
    die am meisten in der Praxis angewandte Übertragungsmethode nach dem Zirkelprinzip (SAM-ATB, Whip Mix Quick-mount) oder dem Schieblehrenprinzip (Rotofix, UTS-Bogen). Daneben noch starre Systeme, die nur mittels beweglicher Ohroliven anlegbar sind Hanau-Springbow, Dentatus AEB-Bogen)
  • Schanierachsbogen ("Axiograph")
    dienen sowohl zur Lokalisation der Achspunkte, als auch zu deren Bewegungsaufzeichnung (SAM-Axiograf I-III); Scharnierachse
  • Pantograph (Aufzeichnung konventionell, elektronisch oder per Ultraschall)

Die heute (2011) gebräuchliche Vorgehensweise (Gesichtsbogen und Mittelwert-Artikulator) ist nach wissenschaftlichen Kriterien zur Herstellung einer individuellen Okklusion nicht ausreichend, führt aber in der Praxis zu einem durchaus akzeptablen Ergebnis. Zudem besteht noch ein Forschungsbedarf dahingehend, ob sich mit den teilweise sehr zeitintensiven Methoden praktische Konsequenzen in qualitativer und zeitlicher (weniger Korrekturen im Munde) Hinsicht ergeben.
Bei Einzelzahnversorgungen oder kleinen Zahngruppenversorgungen im normal bezahnten Kiefer ist eine Übertragung mittels Bogen meist nicht nötig, da der Artikulator mit Hilfe der übrigen Schliff-Facetten eingestellt werden kann bzw. andere Techniken zum Einsatz kommen können (z.B.: FGP-Verfahren).
Artikulator, Quetschbiss, Registrierung, Stützstiftregistrierung, TMJ-Artikulator
http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2004/880/pdf/Dissertation_Orth.pdf

 


 


Übertragungskappe
Transferkappe, engl.: transfer coping; aus Kunststoff oder Metall bestehende Behelfe zur Übertragung und Zuordnung der Mundsituation von Implantat- oder Zahnstümpfen auf ein zahntechnisches Arbeitsmodell. Die Ü. wird im Mund über dem entsprechend bearbeitetem Zahnstumpf/Implantat exakt angepasst und darüber ein Abdruck zusammen mit der Ü. genommen.
Coping


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Überversorgung
engl.: overservicing; Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung und im Sozialgesetzbuch (§ 101) geregelt. Im Wesentlichen geht es dabei um ein Überschreiten der Zahlen aus der sog. Bedarfsplanung: "Überversorgung liegt vor, wenn der allgemeine bedarfsgerechte Versorgungsgrad um zehn Prozent überschritten wird. Der bedarfsgerechte Versorgungsgrad wird durch Arzt-Einwohner-Verhältniszahlen ermittelt. Sofern Überversorgung vorliegt, müssen für den betroffenen Planungsbereich Zulassungsbeschränkungen erlassen werden, um den weiteren Anstieg der Arztzahlen zu verhindern" (aus Lexikon AOK-Bundesverband).
Für den zahnärztlichen Bereich sind jegliche Beschränkungen ab dem 1.4.2007 entfallen: GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung)
Davon abzugrenzen ist eine Übertherapie, engl.: overtreatment. Der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen hat auf Grundlage des SGB V im Jahr 2001 folgende Definitionen für diesen Begriff entwickelt: Als Übertherapie wird eine "Versorgung mit nicht indizierten Leistungen" betrachtet. Dazu zählen auch "Leistungen ohne hinreichend gesicherten" oder "nur geringen Nutzen". Auch Leistungen, die "in ineffizienter, also unwirtschaftlicher Form" erbracht wurden, fallen unter diese Rubrik. Übertherapie bietet demnach keinen gesundheitlichen Nutzen oder setzt Patienten vermeidbaren Risiken aus.

Überzahl von Zähnen, engl.: polyodontia, supernumerary teeth; Hyperodontie

Ubi pus, ibi evacua
„Wo Eiter ist, dort entleere ihn“ – dieser antike Leitsatz hat besonders im Kiefer- und Gesichtsbereich eine vitale Bedeutung, da durch die Verbindung der dortigen Venen mit denjenigen des Gehirns die Gefahr einer Hirnvenenthrombose (Sinus cavernosus-Thrombose) besteht. Dieses Zitat wird dem griechischen Philosophen und Arzt Hippokrates zugeordnet.

ubiquitär , engl.: ubiquitous; vom lat. ubique = überall, überall verbreitet

U-Bügel-Aktivator
nach Karwetzky, funktionskieferorthopädisches Gerät; je eine Platte im Ober- und Unterkiefer werden durch zwei U-förmig gebogene Drahtschlaufen miteinander fixiert. Sinn dieser Konstruktion ist, dass dadurch eine aktive Bewegung des Unterkiefers (nach dorsal o. ventral) - je nach Bügelaktivierung - herbeigeführt werden kann. Eine Rotationsveränderung des Unterkiefers wird durch eine asymetrische Aktivierung erreicht.
Aktivator
Abbildungen

UCB (= University of California Bone); Bone Morphogenetic Protein (BMP)

UDA-Anker - SYSTEM , Vorläufer des CBW-Systems (spezielle Klebebrückenart)

UDMA
Urethan-Dimethacrylat, aliphatische DMA, "Matrixharz"; 1974 von Foster und Walker entwickelt, ist UDMA Bestandteil der Matrix von jüngeren Komposites. Das Fehlen des Phenolringes in der Monomerkette führt zu einer höheren Flexibilität und Zähigkeit im Vergleich zu Bis-GMA

Uhr-Position
engl.: o’clock position; einprägsame Schlagwortbezeichnung für eine Arbeitsplatzposition des Zahnarztes im Bezug zum Patienten. So bezeichnet z.B. die gewöhnlich eingenommene 10-Uhr-Position (10 o'clock position; s. Abb.) einen Arbeitsplatz rechts seitlich und leicht nach hinten vom Kopf des Patienten (wie bei einer Uhr: Patient = 12, Zahnarzt = 10); die 12-Uhr-Position (12 o'clock position) bedeutet eine Arbeitsposition direkt hinter dem Kopf des Patienten.
Bei der Sitzposition des Assistenzpersonals spricht man von einem Rechtwinkelsitz (= Helferin parallel zum Patienten = in etwa rechtwinklig zum Zahnarzt) und einem Umklammerungssitz (= Helferin dem Zahnarzt zugewandt)


UK ; Abk. für Unterkiefer; Mandibula

Ulitis , Oulitis, engl.: do., vom gr. "ulon" = Zahnfleisch; wenig gebräuchlicher Begriff für eine Zahnfleischentzündung; Gingivitis

Ulkus ; Bez. für ein Geschwür, Ulzeration

Ulon ; griech. für Zahnfleisch, in D ungebräuchlich; Gingiva

ultra ; vom lat. für jenseits, weiter, darüber hinaus; verstärkender (extremer) Bedeutungszusatz zu Substantiven

Ultraschallgerät
Ultraschallscaler, engl.: ultrasonic apparatus; Gerät vornehmlich zum Entfernen harter Zahnbeläge (Zahnstein):
eine metallene Arbeitsspitze wird durch mechanische oder elektromechanische Verfahren in Schwingungen im Frequenzbereich zwischen 8.000 u. 45.000 Hz versetzt. Schwingungsform und Amplitude variieren hierbei je nach verwendeten System und der anatomischen Form der Arbeitsspitze, wobei die Schwingungsrichtung meist senkrecht zur Längsachse des am Abtrag beteiligten Bereichs des Arbeitsendes gerichtet ist.
In den 50er Jahren des letzten Jhds. ursprünglich zur Kavitätenpräparation entwickelt. Daher auch der Name des Gerätes "Cavitron" (engl.: cavity = Kavität)
Einsatz i.d.R. zum Entfernen von Zahnstein;  weitere Anwendungsgebiete s.u..

Schall- und Ultraschallscaler - sog. oszillierende Scalersysteme - lassen sich einteilen in:
Schallscaler (druckluftbetrieben): Amplitude bis 1.000 µm, Frequenz zwischen 6.000 u. 8.000 Hz bei runder Schwingungsform mit einem homogenen und vorhersehbaren Abtragemuster. Typische Vertreter: KaVo Sonicflex, Handstücke der Firmen NSK oder W&H
Ultraschallscaler: Amplitude bis 100 µm, Frequenz zwischen 20.000 und 45.000 Hz bei kreisrunder bis eliptischer Bahn. Daraus ergibt sich eine klopfend oder reibend/schabende Arbeitsspitzenfunktion (je nach Anlagerungswinkel). Weitere Unterteilung in
piezoelektrische (die Schwingung - meist auf eine Ebene begrenzt - wird durch die Einwirkung einer Wechselspannung auf einen Quarzkristall erzeugt) und
magnetostriktive Geräte. Bei letzteren erfolgt die Schwingungserzeugung durch elektro-magnetische Einwirkung auf ein im Gerätehandstück befindliches ferromagnetisches Material.
Bei der Anwendung konventioneller Schall- und Ultraschallscaler findet der Abtrag von Zahnstein und die Entfernung des Biofilms durch mechanische Interaktion des oszillierenden Arbeitsendes mit der bearbeiteten Substanz statt. Eine oft unterstellte bakterizide Wirkung durch Mikroströmungseffekte (Kavitation) der zur Kühlung der Arbeitsenden maschineller Scaler verwendeten Spülmedien konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Klinische Untersuchungen zeigen, dass mit den (Ultra-)Schallscalern ähnliche Attachmentgewinne erzielt werden können wie mit Handinstrumentierung - dies bei einem Zeitvorteil von ca. 30%. In den schwer zugänglichen Furkationsbereichen sind bessere Ergebnisse verglichen mit manuellem Vorgehen zu erzielen.
Magnetostriktive Ultraschallscaler können zu Interferenzen mit Herzschrittmachern führen. Piezoelektrische Ultraschall- und Schallscaler scheinen diesbezüglich unproblematisch zu sein. Da die Datenlage nicht ganz eindeutig ist, wird sicherheitshalber auf die Anwendung von Ultraschallscalern bei Herzschrittmacher-Patienten abgeraten.
Arbeitsspitzen aus Karbonfasern (z.B. wahlweise beim Vector-System) tragen signifikant mehr gesundes Zahn-Wurzel-Material ab (= hoher Abrasionspotential) - bei der supragingivalen Zahnsteinentfernung ist dieser Effekt nicht zu beobachten.
Zur Implantatreinigung und -pflege dürfen bei den gängigen Implantatsystemen keine metallenen Spitzen zum Einsatz kommen, da diese die Implantatoberfläche zerkratzen und so Retentionsstellen für eine Plaque bilden. Empfohlen werden Scaleransätze aus Karbon/Kohlefasern oder Plastik.
Eine Stellungnahme der DGZMK aus 2005 beurteilt U. in der Parodontologie wie folgt:
"Supra- und subgingivales Scaling mit Schall- und Ultraschallinstrumenten führt zu klinischen Therapieergebnissen, die denen nach Handinstrumentierung gleichwertig sind. Nach derzeitigem Stand der Literatur sind hierfür bei adäquater Anwendung alle Schall- und Ultraschallscalersysteme gleich gut geeignet sind".
Zur Kavitätenpräparation mit Ultraschall s.u. sonoabrasive Systeme, z.B. Sonicsys.
U. werden ebenfalls bei der Wurzelkanalbehandlung eingesetzt. Schwingungen im Bereich von 25.000 - 40.000 Hz haben etwa den Effekt von Handinstrumenten, allerdings mit einer erhöhten Gefahr einer Stufenbildung im Wurzelkanal. Schallscaler (Schallvibrationssysteme) mit Frequenzen bis 6.000 Hz sind in dieser Richtung sicherer.
Video: Ultraschall in der Endodontie
Zur Verringerung der Viskosität von Befestigungszementen auf Komposite-Basis (z.B. ESPE Sono®-Cem dualhärtendes Hybrid-Komposite) existiert das Ultraschall-Einsetzverfahren (sog. USI-Technik, engl.: ultrasonic insertion technique)
die gelegentlich empfohlene Kondensation von Amalgam mittels Ultraschallscalern wird wegen einer erhöhten Quecksilberfreisetzung abgelehnt
Zur Osteotomie der Mandibula werden vereinzelt Geräte wie Piezosurgery® (Mectron) und zugehörige Arbeitsendstücke eingesetzt. Verglichen mit konventionellen Operationstechniken unter Verwendung von Sägen und Meißeln ist die Ultraschalltechnik zwar zeitaufwändiger, ermöglicht aber ein sehr präzises und sicheres Arbeiten in einem blutfreien Arbeitsfeld, was eine optimale Kontrolle des Eingriffes erlaubt ( Piezochirurgie)
Ebenfalls wird der Einsatz von piezoelektrischer Ultraschall-Luxation in Verbindung mit einem neu entwickelten Zangensystem zur schonenden Zahnextraktion beschrieben (2005): Das CES (Cologne Extraction System) in Kombination mit speziellen Ansätzen für das Piezosurgery® (Mectron) soll eine äußerst schonende Zahnentfernung ermöglichen, wobei durch die Ultraschall-Luxation eine Lockerung des Zahnes um mindestens einen Lockerungsgrad erreicht wird.
Zur Entfernung sehr festhaftender Beläge o. Verunreinigungen (Zahnstein, Zementreste usw.) werden Ultraschall-Reinigungsgeräte eingesetzt, die hochfrequent mit über 20.000 Hz arbeiten. Auch wenn dabei spezielle Lösungen angewandt werden, erfolgt i.d.R. keine Keimabtötung.
Zur Diagnostik Sonographie
Herzschrittmacher, Kavitation, PerioScan, Sonicsys, sonoabrasive Systeme, SonographieVector, Zahnsteinentfernung
 Schall- und Ultraschallscaler in der Parodontitistherapie
 Wurzelkanalaufbereitung Nichtchirurgische Ultraschallinstrumente in der Endodontie
https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/za/ultraschallgeraete.pdf

Ultraschallverfahren, diagnostische
engl.: diagnostic ultrasound procedures; nicht auf ionisierender Strahlung beruhende bildgebende Verfahren in der ZHK. Bisher nur seltener Einsatz in der ZHK; mit Hilfe der U. können z.B. Diskusverlagerungen und intrakapsuläre Veränderungen im Kiefergelenk sicher diagnostiziert werden; die Interpretation der knöchernen Strukturen (z.B. condyläre Veränderungen) ist naturgemäß eingeschränkt. Weitere Einsatzgebiet sind die Darstellung der Nasennebenhöhlen, der Kaumuskulatur und des Mundbodens.
Sonographie
Ultraschallverfahren in der zahnärztlich-oralchirurgischen Diagnostik (2014)

Ultraviolettbestrahlung ; zur Desinfektion/Sterilisation lichtzugänglicher Oberflächen; Kaltsterilisation

Ultraviolett-Polymerisation , Polymerisation, lichtinduzierte

Ulzeration
Geschwürbildung ("(Schleim)Hauteiterung"), engl.: ulceration, abgeleitet von Ulkus = Geschwür. In der ZHK gebräuchlich im Zusammenhang mit geschwürigen Zahnfleischveränderungen.
Abb.: Zungenulzeration aufgrund einer scharfen, lingualen Zahnkante im Unterkiefer
Druckstelle, Eiter, Lues connata

umami
fleischig-herzhaft, wohlschmeckend; 1908 in Japan entdeckte fünfte Grundgeschmacksqualität, die hauptsächlich über den Eiweißbaustein Glutamat vermittelt wird. 

UMH-Matrize , UniversalMatrizenHalter, Müller-Matrize; Ringmatrize

Umsatzsteuer
in einer Zahnarztpraxis
, engl.: sales tax or turnover tax in a dental practice; kompliziertes Regelwerk, wobei für eine Befreiung oder Pflicht immer das therapeutische Ziel entscheidend ist (Stand 2006):
primär ist der Zahnarzt - wirtschaftlich gesehen - in eigener Praxis ein Unternehmer und muss U. entrichten
Leistungen der medizinischen Betreuung, die der Diagnose und Behandlung von Krankheiten und anderen Gesundheitsstörungen dienen, sind von der U. befreit
besteht kein therapeutisches Ziel - z.B. eine rein kosmetische Leistung - so besteht U.-Pflicht ( 2011: Ärzte trifft die Umsatzsteuerpflicht jetzt öfter). Die zahnärztlichen Mitteilungen (zm) melden zur Umsatzsteuerpflicht im September 2008: "Steht das therapeutische Ziel im Hintergrund, fällt Umsatzsteuer an. Heilberufliche Leistungen, in denen kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, sind nicht von der Umsatzsteuer befreit. Das geht aus einem Schreiben der Oberfinanzdirektion Hannover hervor. Dies gelte auch für die Sachverständigentätigkeit der Zahnärzte und Ärzte, wenn das Gutachten der Entscheidungsfindung eines Dritten dient, die gegenüber dem Betroffenen oder anderen Personen Rechtswirkung erzeugt. Auch Schönheitsleistungen von Zahnärzten unterliegen dem Umsatzsteuersatz von 19 Prozent, soweit kein therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, stellt die W+ST Wirtschaftsprüfung GmbH in einer Stellungnahme klar."
Vorsorgeuntersuchungen gelten als befreit von der U.; ärztliche Gutachten nur dann, wenn ein direkter Zusammenhang mit der Heilbehandlung besteht
die Anpassung von Hilfsmitteln (z.B. kieferorthopädisches Behandlungsgerät) ist befreit, nicht aber deren Lieferung
U.-pflichtig ist auch die Lieferung von Zahnprothesen oder kieferorthopädischen Apparaturen, soweit sie im Praxislabor hergestellt werden. Auch Vorarbeiten (z.B. Individueller Löffel), die Anfertigung von Inlays, Kronen oder Veneers sind davon betroffen
u.U. muss das Behandlungshonorar in einen umsatzsteuerfreien und einen -pflichtigen Anteil aufgeteilt werden, wobei die zahnärztliche Dokumentation entscheidend ist (Würdigung des "therapeutischen Ziels"). Die Übernahme der Kosten durch einen Krankenkasse kann lediglich ein Indiz für die Befreiung sein
primär ist der volle Steuersatz (ab 2007: 19%) fällig. Bei Zahnersatzlieferungen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7%
Wenn der steuerpflichtige Umsatz des Vorjahrs nicht mehr als 17.500 € betrug und im aktuellen Jahr 50.000 € voraussichtlich nicht erreicht werden (Absolutbeträge werden meist jährlich angepasst), kann der Zahnarzt als sog. "Kleinunternehmer" auf den Ausweis und die Abführung einer U. verzichten
entscheidet man sich für die Umsatzsteuer, dann gilt dieses für mindestens 5 Jahre
wegen der zu zahlenden U. können durchaus auch Vorteile auftreten: Produkte und Materialien die die Praxis für umsatzsteuerpflichtige Leistungen benötigt, berechtigen zum Vorsteuerabzug. Erst nach Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung, muss die Umsatzsteuer abgeführt werden. 
da sich vorgenannte Bestimmungen häufig ändern können, u.U. auch rückwirkend gelten, ist dringend die Einschaltung eines Fachmanns zur Überprüfung angeraten.
Behandlung auf Verlangen, Gewerbesteuer
Muss die Rechnung dem Umsatzsteuergesetz entsprechen?
2013: Fiskus soll Ärzteumsätze genauer prüfen
2011: Ärzte trifft die Umsatzsteuerpflicht jetzt öfter

Umschlagfalte
Begrenzung des Mundvorhofs (vestibulum oris), engl.: mucolabial or mucobuccal fold; in der Ruhelage spitzwinklige Schleimhautfalte im Übergang des Alveolarfortsatzes in die Lippen- bzw. Wangenschleimhaut. Eine korrekte Abformung der U. ist eine der Hauptforderungen an einen Funktionsabdruck.
Alveolarmukosa, Edlan-Mejchar Operation, Funktionsabdruck, Haftmittel, Innenventil, Mukogingivalgrenze, Mund, Mundvorhof, Sublingualrolle, Ventilrand




Bedeutung der U. als Ventilrand in der Voll-Prothetik

Umspritzen
engl.: overmoulding, injection-molding; Jargonbezeichnung für die örtliche Schmerzausschaltung um ein bestimmtes Gebiet; z.B. Umspritzen eines Abszesses o. Infiltrats, da eine Injektion direkt in das entzündete Gewebe - neben der damit verbundenen erheblichen Schmerzen - nur von geringer Wirkung ist.

Umstechungsnaht , "Umstechung", engl.: suture ligation; Umstechen des Blutungsursprungs und anschließendes Zusammenziehen mit einer chirurgischen Naht zur Blutstillung

Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) ; Patientenberatungsstellen

unbedenklich
engl.: harmless; das Verfahren bzw. die Technik dürfte nach dem derzeitigen Wissensstand keinen Schaden erwarten lassen; neue Erkenntnisse könnten in der Zukunft diese Aussage relativieren.
Klinisch getestet, Praxiserprobt, wissenschaftlich anerkannt.

unbezahnt
engl.: toothless, edentulous, non-dentate; im Gegensatz zu "zahnlos" Bezeichnung für den klinischen Zustand eines oder beider Kiefer ohne sichtbare Zähne; retinierte Zähne können durchaus im Kiefer (nicht sichtbar) vorhanden sein.
bezahnt, Edentation, Gebiss, vollbezahnt, zahnlos, Zahnverlust

Unfall
Zahnunfall, engl.: (tooth) accident; nicht beabsichtigte, plötzliche und schädigende Einwirkung eines äußeren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder Tod zur Folge hat.
traumatische Zahnverletzungen ; http://www.unfallkassen.de

Unfallverhütungsvorschriften
UVV; zahlreiche, i.d.R. von den Berufsgenossenschaften herausgegebene Vorschriften für das Verhüten von Unfällen und Infektionen in einer Praxis. Aushängepflichtig, Überwachung durch die Gewerbeaufsichtsämter; mehr unter: http://www.bgw-online.de/
2011 wurde die Unfallverhütungsvorschrift BGV A2 von der neuen DGUV-Vorschrift 2 abgelöst. In der neuen Vorschrift wurden vor allem die betriebsärztliche Betreuung der Beschäftigten und sicherheitstechnische Regelungen konkretisiert, die nunmehr praxisspezifischer ausgerichtet werden können. Mehr ...
BuS-Dienst, Unfall
Aushangpflichtige Gesetze für das Gesundheitswesen (2012)

unilateral , engl.: do.; einseitig, nur eine Seite betreffend (z.B. eine Kieferhälfte) oder bei Instrumenten, welche nur auf einer Seite/Ende gebraucht werden können.

Universalkomposite , auch Universal-Composite; Komposite

Unterfüllung
in der ZHK von 2-facher Bedeutung:

Behandlung von Milchzähnen, Deckfüllung, EBA-Zement, Liner, Robiczek Methode

Unterfütterung
Prothesenunterfütterung, "Auffütterung", engl.: (denture) relining; Verfahren, um eine nicht mehr korrekt sitzende Prothese dem natürlichen Veränderungen unterliegenden Kiefer ("Kieferschwund") wieder exakt anzupassen. Man unterscheidet:
  • direkte Unterfütterung:
    durch Auftragen eines Kunststoffes ("Kaltpolymerisat") auf die Prothese und anschließendes Einsetzen in den Mund werden die fehlenden Partien direkt ausgeglichen. Nach der Erhärtung des Kunststoffs wird die so aufgefütterte Prothese noch entsprechend nachbearbeitet. Wegen möglicher Allergien und Wärmeentwicklung bei der Abbindung des Kaltpolymerisates auf der Mundschleimhaut und den mangelnden Möglichkeiten der Nachbearbeitung ist dieses Verfahren umstritten.
  • indirekte Unterfütterung:
    auf die Prothese wird ein Abdruckmaterial aufgebracht und dieser "Prothesenabdruck", welcher im Prinzip bei einer Vollprothese einem Funktionsabdruck gleicht,  in einem zahntechnischen Labor entsprechend verarbeitet - so wie bei der Herstellung einer neuen Prothese. Es findet so eine Erneuerung des zur Mundschleimhaut zugewandten Teils der Prothesenbasis statt - Ersatzzähne und (etwaige) Klammern oder andere Halteelemente bleiben unverändert.
  • weichbleibende Unterfütterung:
    bei besonders empfindlichen Kieferabschnitten, welche trotz korrekter Abformung ständig zur Druckstellenbildung neigen oder ungünstigen anatomischen Verhältnissen, werden zur U. dauerhaft weichbleibende Materialien (Acrylate, Silikone) angewandt - dies besonders im zahnlosen Unterkiefer. Wenig gebräuchliche bis obsolete Methode. Anfällig gegen Keimbesiedlung (candida albicans) mit der Folge einer Prothesenstomatitis. Acrylate sind härter und rauer als Silikone und weisen die höchste Besiedelung von Mikroorganismen auf. Silikone (z.B. Molloplast-B®) weisen dagegen eine verhältnismäßig glatte Oberfläche auf und werden mikrobiell weniger belastet. Denture-Hygiene-Index

Haftmittel, Immediatprothese, Prothese, Prothesenbasis, Prothesenbruch, Prothesenstomatitis, Schlotterkamm, Vollprothese, Zahnersatz

 

 

 



nicht mehr korrekt sitzende Unterkiefer-Teilprothese.
Deutlicher Hohlraum zwischen Kieferkamm
und
Prothesenbasis

 

 



ausgedehnte
fibromatöse Wucherungen als Folge einer über Jahre
schlecht passenden UK-Prothese

Untergesicht ; Abstand Subnasale - Weichteilpogonion ; Subnasale

Unterkiefer , UK, engl.: lower jaw; Mandibula

Unterkieferast, aufsteigender, Ramus mandibulae, engl.: ramus of mandible, mandibular ramus; aufsteigender Ast, Mandibula

Unterkieferaufnahme
Unterkiefer-Seitenaufnahme
, schräglaterale Unterkieferaufnahme, engl.: (lateral oblique) jaw radiograph (film); extraorale Röntgenaufnahme am "schrägen Unterkiefer" zur einseitigen Darstellung des Unterkiefers (je nach Einstellung: Unterkieferkörper und/oder Kieferwinkel und/oder aufsteigender Ast). Früher hauptsächlich zur röntgenologischen Darstellung der Weisheitszahnregion eingesetzt, wird diese Technik wegen relativ hoher Strahlenbelastung und guten Alternativen ( Panoramaaufnahme) kaum noch eingesetzt.
laterale Zahnaufnahme

Unterkieferbasis
ML-Ebene (MandibularLinie), Unterkieferebene, engl.: lower jaw base, jaw plane; durch die Messpunkte Gonion und Menton, festgelegte Bezugsebene ("Mandibularebene") bei der Schädelvermessung.
Die Strecke "Gonion <--> Menton" gibt die Unterkieferbasislänge an.
Basiswinkel, Fernröntgenbild, Kinnwinkel, Mandibularlinie, OcP-MP-Winkel, Oberkieferlänge


Unterkieferbewegung
engl.: jaw o. mandibular o. masticatory movement; bedingt durch die Komplexität des Kiefergelenks und dem Ansatz versch. Muskelgruppen, kann der Unterkiefer im dreidimensionalen Raum eine Vielzahl von Bewegungen ausführen:

Conceptor Alpha, Funktionsanalyse, Protrusionsbahn, Unterkiefergrenzbewegungen

Unterkieferbogenwinkel ; Kieferwinkel

Unterkieferbruch
Unterkieferfraktur, Fraktur des Unterkiefers durch Gewalteinwirkung (traumatische U.) oder aufgrund krankhafter Prozesse (z.B. großer Zysten, Tumore; Spontanfraktur). Abhängig von der Richtung und Stärke der Einwirkung treten Längs-, Quer- und Schrägfrakturen auf.  Besonders im bezahnten Kiefer treten typische Bruchstellen (Prädilektionsstellen, s. Abb.) auf:
  • paramediane Frakturen
    in etwa im Gebiet der Eckzähne. Ursachen sind einmal die Länge der Eckzahnwurzeln (Knochenschwächung) und die in diesem Gebiet bestehende Krümmung des Unterkiefers
  • Mittellinienfrakturen (Medianfraktur)
  • Kieferwinkelfrakturen
    bedingt durch Weisheitszahn-Knochenschwächung und Kieferwinkel
  • Abbruch des Kiefergelenkköpfchen
    mit oder ohne Dislokation; mit etwa 50 % am häufigsten betroffen;
    Abscherfraktur, Collumfraktur
  • Alveolarfortsatzfrakturen, Frakturen direkt im Kiefergelenkköpfchen (Capitulumfraktur, infracondyläre Fraktur) und Trümmerfrakturen (mehrere Bruchstücke) werden dagegen seltener (~ 4 - 1 %) beobachtet

Abscherfraktur, Kieferbruch, Kiefergelenkkontusion,  Oberkieferbruch (LeFort)







Lokalisation und prozentuale Verteilung der Unterkieferfrakturen




die versch.
Frakturen des Gelenkfortsatzes

Unterkieferebene , Unterkiefergrundebene, Unterkieferrandebene, ; Unterkieferbasis

Unterkiefergrenzbewegungen
engl.: craniomandibular border characteristics, maximal mandibular movements; dreidimensionale Maximalbewegungen des Unterkiefers im Bezug auf die Mundöffnung, die Seitwärtsbewegungen (Laterotrusion), sowie die Vorschubbewegungen (Protrusion) und Rückschubbewegungen (Retrusion). Die stark schwankenden "Normwerte" wurden von J. R. Hesse bei ZahnmedizinstudentInnen folgendermaßen definiert:
Öffnung: >40 mm
Seitwärtsbewegung: 6,9–13,7 mm (weiblich), 7,9–12,5 mm (männlich)
Vorwärtsbewegung: 7,3–10,9 mm (weiblich), 6,2–11,8 mm (männlich)
Rückwärtsbewegung: 0–2 mm

Derartige U. können z.B. im Rahmen einer Registrierung aufgezeichnet werden, indem man die Bewegung des Inzisalpunktes zweidimensional aufzeichnet ( Achsiographie); es ergeben sich charakteristische Gebilde wie etwa das Posselt-Diagramm oder die Pfeilwinkel-Aufzeichnung (gotischer Bogen).
Protrusionsbahn, Stützstiftregistrierung



Registrat einer U.


sog. "Pfeilwinkel"
(elektronische Aufzeichnung)

Unterkieferhypoplasie , mandibuläre Retrognathie, engl.: mandibular hypoplasia; Mikrogenie

Unterkieferindex
Breiten-Längen-Index
(des Unterkiefers), Mandibular-Index (nach Thomson) engl.: mandibul(oalveol)ar index; Verhältnis aus Unterkieferlänge zu Kondylenbreite. Die Index-Formel heißt:
Index = (Unterkieferlänge x 100) : Kondylenbreite ; als Normwerte gelten Zahlen zwischen 97 u. 105 .
Die Unterkieferlänge errechnet sich aus dem Abstand zwischen der vorderen Kinnspitze und einer virtuellen Ebene senkrecht dazu hinter den Kondylen verlaufend (s. Abb.)
Maxilloalveolarindex (Oberkieferindex)


Unterkieferlänge , mandibular depth, length of mandible; Unterkieferindex

Unterkieferluxation , Kieferluxation ; Kiefergelenkluxation

Unterkieferreflex
Masseterreflex, engl: chin o. jaw jerk; Eigenreflex der Kaumuskulatur, welcher durch einen Reflexhammer-Schlag von oben gegen die untere Zahnreihe (Holzspatel aus Schutz darüber!) oder das Kinn bei halbgeöffneten Mund ausgelöst werden kann. Als Effekt verringert sich die Mundöffnung; ein gesteigerte Reflex deutet auf einen Pyramidenbahnschädigung hin.

Unterkieferrücklage , "Kieferrückstand", engl.: mandibular retraction; Distalbiss, Vogelgesicht

Unterkieferwinkel , engl.: mandibular angle; Kieferwinkel

Unterkieferwulst , engl.: mandibular torus; Exostose, Torus

Unterkieferzyste , engl.: mandibular cyst; Pseudozysten

Unterlippenfistel
angeborene Lippenfistel
, engl.: lower lip fistula; isoliert o. in Kombination mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten auftretende dysgenetische Störung (Van-der-Woude-Syndrom). Die Fisteln enden meist "blind" in der Tiefe der Unterlippe.

Unterlippen-Kinnfurche, Kinnfalte; Supramentalfalte

Unterlippenlänge ; Oberlippenlänge

Unterlippenspalte
engl.: (median) lower lip fissure; selten auftretende, angeborene Spaltbildung der Unterlippe, welche meist auf das Unterkieferlippenrot beschränkt bleibt. Kann isoliert auftreten oder in Kombination mit einer Spaltbildung des Unterkiefers, der Zunge und weiterer Weichteile des Mundbodens.
Lippenspalte

unter sich gehend
makromechanische Retention
, engl.: inverse conical ?; in der ZHK gebräuchlicher Jargonausdruck für eine bei plastischen Füllungen (besonders Amalgam) ausgeübte Präparationsform, bei welcher der Kavitätenboden einen größeren Durchmesser als der Kavitäteneingang hat (umgekehrt konisch). Nach Erhärtung des in plastischem Zustand eingebrachten Füllungsmaterials kommt es so zu einer unbedingten Retention des Werkstoffes.
Ausblocken, Kastenpräparation, Kavitätenwand

unterspülbar
engl.: hygienic pontic; Bezeichnung für ein Brückenzwischenglied, welches aus hygienischen Gründen einen weiten Abstand zur Kieferschleimhaut hat, dadurch ist dieses Gebiet der Selbstreinigung und häuslichen Mundhygiene gut zugänglich. Eine derartige Forderung erfüllen die Zwischenglieder von Schwebebrücken

unterstützende Parodontitistherapie , Parodontitistherapie, unterstützende

unterstützende Ultraschall-Systeme
oszillierende Bohrer, oscillating drills; alternative Präparationsmethode (Sonicsys™ oder Si-plus™), welche auf dem Prinzip des Ultraschalls beruht: Entsprechend in Schwingung gebrachte einseitig diamantbelegte Präparationsinstrumente tragen die Zahnsubstanz exakt und ohne Verletzung des Nachbarzahnes z.B. bei Black II-Kavitäten ab im Sinne einer minimal-invasiven Behandlung. Nachteilig ist, dass die Präparationen mit derartigen Systemen wesentlich länger dauern; bisweilen werden die Schwingungen von Patienten als unangenehm empfunden.
Abgefüllt werden die Kavitäten i.d.R. mit einem Komposite. In Hinblick auf die Dentinhaftung adhäsiv verankerter Komposite bietet die oszillierende Präparation nach Untersuchungen keinen Vorteil im Vergleich zum herkömmlichen Präparieren.
Sonicsys

Untersuchung
zahnärztliche, engl.: (dental) examination, inspection, checkup; ärztliche Maßnahme zur Ermittlung der (Mund-)Gesundheitszustandes durch Erhebung von Befunden, primär durch Inspektion und Palpation (Abtasten) innerhalb und außerhalb des Mundes, sowie Erhebung eines Zahnstatus mit Überprüfung zahnärztlicher Ersatzarbeiten (Füllungen, Kronen, Prothesen usw.), Befund des Zahnhalteapparates (Parodontalstatus), nicht sichtbare Veränderungen mit Hilfe von Röntgenaufnahmen.
Die zahnärztliche Inspektion unter Mithilfe von Spiegel, Sonde und Pinzette ist auch heute noch die meist angewandte Methode zur Überprüfung der Mundgesundheit. Zusätzlich können Röntgenaufnahmen, Vitalitätsprüfungen, eine Kontrolle des Zahnfleisches und des Zusammenbisses der Zähne, sowie moderne Methoden zur Bestimmung des Kariesrisikos und der Keimart und -zahl in den Zahnfleischtaschen bei Verdacht auf eine Erkrankung hinzugezogen werden.
Sollten keine primär zu behandelnden akuten Schmerzen vorliegen, so stellt eine gründliche Untersuchung immer den 1. Schritt in einer zahnärztlichen Therapie dar.
Ätiologie, Auskultation, Befund, Beratung, Bonus, Diagnose, Funktionsanalyse, Gebissanalyse, klinische, Inspektion, Konsilium, Orphan Diseases, Palpation, Zahnstatus

Unterversorgung , engl.: underservicing; Überversorgung

Unterzahl von Zähnen , Hypodontie

Unterzungenbügel
Sublingualbügel, Lingualbügel, engl.: sublingual bar; meist gegossene ( Modellguss) Verbindungsvorrichtung zweier Prothesenteile (Sattel) im Unterkiefer. Der von Patienten hin und wieder als störend empfundene U. muss zur Vermeidung von Druckstellen leicht von der Schleimhaut des Alveolarfortsatzes abstehen (~ 1mm, je nach Form des Alveolarfortsatzes). Bei einseitigen Zahnlücken wirkt der U. als Torsionsbügel.
Die früher gebräuchliche "Kragenplatte" anstelle des U. gilt heute als Kunstfehler.
Teilprothese Verbinder, Zungenbügel



Unterzungendrüse , Unterzungenspeicheldrüse, Glandula submandibularis; Speicheldrüsen

Unterzungenflügel
engl.: sublingual flange extension; unter die Zunge (in die "Zungentasche" = Gebiet zwischen Zunge und Unterkiefer-Alveolarfortsatz = "Unterzungentasche") reichende Prothesenbasis-Fortsätze bei Unterkiefer-Vollprothesen zur Verbesserung des Prothesenhaltes.
Extensionsabdruck, Sublingualrolle

Unverträglichkeit von Zahnersatz, Prothesenunverträglichkeit

Uranitis , Gaumenentzündung, vom Wortteil "Urano" für Gaumen, engl.: palatitis, Gaumenentzündung, Leukokeratosis nicotinica palati

Urheimische Medizin, Traditionelle Europäische Medizin (TEM)

Urticaria
Urtikaria, Nesselausschlag, "Nesselsucht", von "Urtica" = "Quaddel", engl.: do.; toxisch-allergisches Exanthem auf exo- oder endogene Reize; als häufigste Erscheinungsform einer allergischen Überempfindlichkeitsreaktion auf der Haut/Schleimhaut. Neben stark juckende Quaddeln treten u.U. auch noch Fieber und Schüttelfrost auf. Einteilung nach Dauer und Verlauf in akute und chronische U.
Allergie, Enanthem, Exanthem


U-Schlaufe ; Labialbogen

USPHS
Abk. von United States Public Health Service; mit dem Leitziel: "protecting, promoting, and advancing the health and safety of the Nation". http://www.phs-dental.org/depac/newfile.html . Die Organisation gibt in unregelmäßigen Abständen "Kriterien" zu dentalen Behandlungsergebnissen heraus ("USPHS criteria")

Usur
begrenzter, umschriebener Gewebeverlust, in der ZHK bekannt als Pfeifenraucherloch, lat.: Usura, engl.: degeneration, erosion; umschriebene Abnutzung im Sinne eines Substanzverlustes, meist an den Schneidekanten durch "üble Angewohnheiten" ( Habits), berufsmäßiges Halten von Werkzeugen (Nägeln, Stecknadeln), starkes Pfeifenrauchen (s. Abb.) sowie Säuren (Pipettieren).
Abrasion, Demastikation


Uvalgie , vom lat.. uvidus = befeuchtet; selten gebrauchter Ausdruck für "vom Zahnfleisch ausgehende Schmerzen"

UV-Polymerisation; Polymerisation, lichtinduzierte

Uvalgie ; ungebräuchlicher Begriff für Schmerzen, die im Zusammenhang mit dem Zahnfleisch stehen

Uvula
"Zäpfchen", Gaumenzäpfchen, vom lat. = "kleine Weinbeere", engl.: do.; Abschluss des weichen Gaumens; besteht aus Muskulatur, welche mit Mund- und Nasenschleimhaut überzogen ist.
Eine angeborene Spaltung der U. - meist im Zusammenhang mit einer Gaumenspalte auftretend - wird als Uvula bifida bezeichnet.
Kionitis oder Uvulitis ist der Ausdruck für eine Entzündung der U.
Gaumen, Schnarchen

Uvuloptose
engl.: uvuloptosis; Tiefstand des Gaumenzäpfchens, wie er z.B. bei einer Gaumensegellähmung auftritt. Deutet auf einen erlittenen Schlaganfall (Apoplex) hin.


[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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