Zahnwissen-Lexikon   Ta - Tm
Tn - Tz  
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T; Kurzzeichen, in der ZHK von versch. Bedeutung:
T = Tuberculum (kleiner Höcker, Vorsprung); T= Teleskopkrone; T = Tragion

Tabakbeutelnaht
"Raffnaht", engl.: purse-string suture; Kreis- oder Schnürnaht an einem Organstumpf, um diesen zu verschließen und in seiner Umgebung zu versenken; typische Nahttechnik bei der Blinddarmentfernung; modifiziert in der ZHK gelegentlich bei der Zystostomie angewandt.
Naht

Tablettenfluoridierung
Fluoridtabletten, engl.: tablet fluoridation; eine der Formen der systemischen (über den Körper) Fluoridzufuhr. Meist in den ersten beiden Lebensjahren in Kombination mit Vitamin D als sog. Karies- u. Rachitisprophylaxe angewandt. Um eine optimale Wirkung zu erreichen, sollten man die Tabletten nach Möglichkeit im Munde zergehen lassen ("lutschen"), da heute bekannt ist, dass die regelmäßige lokale Anreicherung am Zahn wesentlich effektiver ist als die Zufuhr von Fluoriden über den Organismus (systemische Zufuhr) - aus der ursprünglich systemischen Zufuhr wird so eine lokale Applikation. Im Gegensatz zur Trinkwasserfluoridierung lässt sich mit dieser Art exakt und individuell dosieren; als nachteilig wird der schon in früher Kindheit stattfindende Tablettengewöhnungseffekt und ein Vergessen der Einnahme erwähnt. Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die generelle T. heute - bei normalem Kariesrisiko und entsprechender Mundhygiene in den Industrieländern - nicht mehr befürwortet. Daneben sollte unbedingt vorher eine Fluoridanamnese erhoben werden.
Die Kombination von fluoridhaltiger Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz führt zu einem geringeren systemischen Fluorideintrag als Fluoridtabletten und damit bei einer höheren Wirkung zu einem geringeren Fluoroserisiko. Dies gilt auch dann, wenn die Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
Nachfolgendes Dosierungsschema wird (2003) von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer Fluoridanamnese:


überarbeitet nach einer Vorlage von ZA M. Van Steenkiste

Fluoridanamnese, Fluoride, Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen, Mineralisationszeiten, Salzfluoridierung

TACT - Verfahren
Abk. von Tuned Aperture Computed Tomography; technologisch etwa zwischen der konventionellen Tomosynthese und der Computertomographie (CT) liegend, 1997 in die ZHK eingeführt zur Darstellung dreidimensionaler Zahnabbildungen in bester Auflösung: Aus einer kleinen Zahl von Röntgenbildern, die aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen wurden, kann ein dreidimensionales Gebilde rekonstruiert werden. Am Bildschirm kann dann die dreidimensionale Darstellung des untersuchten Bereichs verzögerungsfrei hin und her geschwenkt werden ("pseudo-halographischer Eindruck"). Obwohl extra für die ZHK entwickelt, hat sich dieses Verfahren nicht durchsetzen können (2013).

Tag der Zahngesundheit
engl.: Oral Health's Day; seit 1991 in Deutschland jährlich um den 25. September herum stattfindender Aufmerksamkeitstag. Veranstalter ist der Aktionskreis "Tag der Zahngesundheit", dem führende bundesweite Institutionen aus Gesundheitswesen und Zahnmedizin angehören. http://www.tag-der-zahngesundheit.de/
Weiter besteht seit 2001 im September bzw. Oktober der "Monat der Zahngesundheit"
DAJ

Tagesdosis
TD, engl.: daily dose, daily intake; Arzneidosis je Tag. Die sog. "erlaubte Tagesdosis", ETD, (acceptable daily intake, ADI) bezeichnet die Aufnahmemenge einer Substanz, welche bei lebenslanger täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich angesehen wird. TDI; http://www.bfr.bund.de/

Tagesprofil
engl.: daily profile; Schlagwortbezeichnung für alle (zahn-)ärztlichen Leistungen, die während eines Arbeitstages in einer Arztpraxis erbracht bzw. abgerechnet wurden. Aufgrund von zeitlichen Vorgaben für jede ärztliche Leistung und eines Vergleiches von T. anderer Praxen soll damit z. B. eine Aussage darüber gemacht werden können, ob die abgerechnete Leistung qualitativ korrekt erbracht oder überhaupt erbracht werden konnte (Kontrolle von "Abrechnungsbetrug"). So gelten z.B. Ärzte als "auffällig", wenn sie an mindestens drei Tagen im Quartal über zwölf Stunden pro Tag oder insgesamt mehr als 780 Stunden im Quartal abrechenbare Leistungen erbracht haben (sog. "Plausibilitätsprüfung mit Zeitprofilen").
Vertragsarztrechtsänderungsgesetz, Wirtschaftlichkeitsgebot

Talgdrüsenzyste , Talgzyste, engl.: sebaceous cyst; Atherom (falsches)

Talon
engl.: do.; zusätzliche Höckerbildung (einer oder mehrere) an oberen Backenzähnen (Molaren); eine zusätzliche Höckerbildung an den Unterkieferbackenzähnen wird als Talonid bezeichnet.
Carabelli Höcker, Höcker

Talonzähne
heute kaum noch gebräuchliche Kunstzähne (Facetten) aus keramischen Massen. Die T. sind im Gegensatz zu den üblichen Facettenzähnen zusätzlich verstärkt und erlauben so eine Verarbeitung im Zahnersatz mit Verzicht auf eine kosmetisch störende Metallschneidekante als Fassung.
künstliche Zähne

Tamponade
engl.: do.; Einlegen eines - meist mit einem Medikament bestückten (blut- bzw. schmerzstillend) - Gazestreifen ("Tampon") in eine Kieferwunde. Hauptsächlich gebraucht zur Stillung einer Nachblutung, nach der Entfernung retinierter Weisheitszähne oder Behandlung infizierter Kieferwunden (z.B. Alveolitis) bzw. Zystenoperationen.
Eingebracht werden derartige T. mit einem Tamponstopfer (z.B. nach LUNIATSCHEK, s. Abb.)

Drucktamponade, Nachblutung, Partsch I, Sickerblutung

Tanaka-Formel
engl.: Tanaka and Johnston's prediction equation; Anwendung im Rahmen der kieferorthopädischen Gebissanalyse zur Ermittlung des voraussichtlichen Platzbedarfs der kieferorthopädischen Stützzone während der 2. Phase im Wechselgebiss. Dabei wird sich an der Summe der Schneidezahnbreiten (SI) im Milchgebiss orientiert. Es gelten nach T. und Johnston (1974):
Platzbedarf im Oberkiefer: (SI (UK) : 2) + 11 mm
Platzbedarf im Unterkiefer: (SI (UK) : 2) + 10,5 mm
Die Zahlen beziehen sich auf eine nordeuropäische Untersuchung und können bei einem anderen ethnischen Ursprung davon abweichen.
Jaeckel Formel, Tonn Index
http://d-nb.info/981791034/34

Tangentialbrücke
Linienbrücke, engl.: tangential bridge; Sonderform einer Basisbrücke, bei welcher die Zwischenglieder nur einen punkt- oder linienförmigen Kontakt zur Schleimhaut haben.
Brücke, Brückenglied, Spaltbrücke
Special auf Zahnwissen.de (Brücken)

Tangentialpräparation
engl.: tangential preparation; "einfache" Präparationsart beim Bearbeiten eines Zahnes zur Aufnahme einer Krone: Ohne irgendeine Auskehlung oder Stufe ist der Übergang zur unbeschliffenen Zahnsubstanz ohne besondere Markierung und besteht aus einem leichten Winkel zum natürlichen Zahn.
gilt als "einfache" Präparationsart
relativ wenig Zahnsubstanz muss abgetragen werden
auch bei schwierigen anatomischen Verhältnissen anwendbar
die Präparationsgrenze ist auf dem Modell und im Mund nur schwer zu erkennen, deshalb gern Probleme im Dentallabor bei der Erkennung des Endes der Präparation ("Präparationsgrenze").
der Kronenübergang steht - materialbedingt - leicht über den Zahn heraus; stärker dann, wenn die Krone zahnfarben verblendet ist.
auch bei korrekter Anpassung/Verarbeitung kann es zu Zahnfleischreizungen kommen.
Kronen auf Zahnwissen.de
Präparation
 


Tannin
Gerbsäure
, engl.: do. o. tannic acid; Flüssigkeit mit adstringierender und antiseptischer Wirkung, gern als Hausmittel bei Zahnfleischerkrankungen (z.B. "Paradenton") eingesetzt.

Tantal
engl.: tantalum; 73. Element im Periodensystem; graphitgraues, glänzendes "Übergangsmetall" mit hoher Mundbeständigkeit (Passivierung durch Oxidschicht, ähnlich wie bei Titan). In der ZHK gelegentlich Verwendung als Legierungsbestandteil zur Härtesteigerung oder bei Instrumenten bzw. Implantaten, da es nicht mit Körpergeweben und -flüssigkeiten reagiert ( Biokompatibilität). Tantalimplantate haben sich in der ZHK nicht durchsetzen können; die Gründe sind eine schwierigere Verarbeitung und ein höheres Gewicht im Vergleich zu Titan
T. wurde im Jahr 1802 von dem schwedischen Chemiker A.K. Ekeberg entdeckt; der gewählte Namen orientiert sich am Verhalten seines Oxides, sich in Säuren schwer zu lösen, und soll an die Qualen des Tantalus erinnern.
Legierung

Taper
taper gauge, Kegellehre; die Kegelsteigung (Konizität) eines Wurzelkanalinstrumentes wird auch als "Taper" bezeichnet; engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): Einheitenloses Maß für die Verjüngung (Konizität) eines Wurzelkanalsinstrumentes. Es gibt die Durchmesser-Änderung in mm pro Längen-Änderung in mm an. Beispielsweise hat ein Instrument nach ISO 3630 einen Taper von 0,02.
Unter dem Begriff getapert versteht man, dass sich die Konizität eines Instrumentes verändert; z.B. kann ein Wurzelkanalinstrument oder -stift unterschiedlich getapert ("getapert von 0,2 nach 0,4") sein, um sich der Anatomie des Wurzelkanals besser anzupassen oder eine spezielle Aufbereitungsform zu erzielen.

Tapirmaul , Tapirlippe Melkersson-Rosenthal-Syndrom

Targis Vectris
"Glasfaser-Verbundbrücke"; glasfaserverstärkte, metallfreie Gerüstkonstruktion als Grundlage für einen festsitzenden Zahnersatz - besonders Brücken - aus speziellen Kunststoffen (aus der Werkstoffgruppe der Ceromere; IVOCLAR AG Lichtenstein). Diese noch wenig klinisch erprobte Technik weist in vitro höhere Festigkeitswerte, geringeres Gewicht und niedrigere Kosten als eine Metallkonstruktion auf. Bisher (2013) in der ZHK ohne Bedeutung.
Inlay-Brücke, GFK-Technik, Komposite,faserverstärkte, Metallkeramik

Tarifvertrag
Manteltarifvertrag, Vergütungstarifvertrag, für zahnmedizinische Fachangestellte ("Zahnarzthelferinnen"), engl.: collective (bargaining) agreement; mit Unterteilung in Gehalts- und Manteltarifvertrag. Keine bundesweite Regelung, selbst in den Bundesländern, wo ein T. besteht, hat dieser nur Gültigkeit, wenn dieser explizit in den Arbeitsvertrag aufgenommen wird.
http://www.zahnjob.de/zfa_gehalt.htm

Tasche
engl.: (periodontal) pocket; Schlagwortbezeichnung aus der Parodontologie für eine Knochentasche oder Zahnfleischtasche

Taschenabszess, marginaler Abszess, engl.: (lateral) peridontal abscess; Abszess, Parodontalabszess

Taschenboden
Zahnfleischtaschenboden o. Zahnfleischtaschenfundus, engl.: pocket floor; die bei der Zahnfleischtaschensondierung feststellbare untere Begrenzung einer Zahnfleischtasche, welche in etwa dem Epithelansatz ( Saumepithel) entspricht
dentogingivaler Verschluss, Saumepithel, Taschentiefe, Zahnfleischtasche

Taschenepithel ; engl.: pocket epithelium; Saumepithel, Taschenboden

Taschentiefe
Zahnfleischtaschentiefe, Sondierungstiefe, engl.: pocket depth; mit einer speziellen Messsonde (Taschensondierung, Parodontalsonde) und einer möglichst konstanten Kraft (~ 25 p; Gentle Probe) wird der Abstand vom Zahnfleischrand bis zum Boden der Zahnfleischtasche (entspricht etwa dem Epithelansatz, Saumepithel) parallel zur Zahnachse gemessen (sog. Taschenmessung). Eine T. von etwa 2 mm entspricht dem normalen Sulkus und wird als nicht krankhaft (= physiologisch) angesehen. T. darüber sollten behandelt werden, da sie einer Reinigung von außen wie auch einer Selbstreinigung nicht mehr zugänglich und häufig krankhaft entzündet sind.
Borodontic Sonde, dentogingivaler Verschluss, Gentle Probe, Periodontal Disease Index, PerioControl, Sonde, Taschenboden, Zahnfleischtasche
 


Tätigkeitsschwerpunkt
Qualifikationsbezeichnung, engl.: activity emphasis; die Kriterien für das Führen eines T. werden von den Zahnärztekammern der jeweiligen Bundesländer vergeben. Maximal dürfen drei Tätigkeitsschwerpunkte aus der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde geführt werden. Die Teilnahme an strukturierten Fortbildungsmaßnahmen ist Voraussetzung für das Führen eines T.
Fachzahnarzt, Fortbildung, Fortbildung (strukturierte), Interessensschwerpunkte, Weiterbildung
Die Verwendung von Berufs- und Qualifikationsbezeichnungen im Lichte des Wettbewerbsrechts – eine Rechts- und Rechtsprechungsübersicht


Anteil der Arbeitsschwerpunkte an der wöchentlichen Arbeitszeit in 2007

Tatoos , Zahntatoos ; Zahnschmuck

Taurodontie
Stierzahn, Rinderzahn, abgleitet vom griech. tauros = Stier, engl.: do.; der Name leitet sich daher ab, dass der Zahnnerv dieser missgebildeten (Backen-)Zähne den Wiederkäuern ähnliche Erweiterungen des Zahnnervs besitzen (die Kronenpulpa erstreckt sich weit in die Wurzelpulpa); die Wurzeln trennen sich erst kurz vor deren Spitzen in Äste auf.
Amelogenesis imperfecta, Zahnanomalie
http://www.abcdent.ro/poze/taurodontie_1144904557.jpg 

TCA
Altersbestimmung, Abk. für Tooth Cementum Annulation; aus der Wildbiologie stammende Methode zur Bestimmung des Alters eines Zahnträgers. Sie liefert sehr viel präzisere Ergebnisse als die bisher gängige Verfahren aus der Osteologie, die Altersschätzung anhand von Abnutzungsspuren an einzelnen Knochen: Bei 400-facher Vergrößerung werden die "Spuren der Zeit" im Zahnzement als eine Serie von hellen und dunklen Linien sichtbar.  Die Dichte der Ringe korrespondiert, ähnlich wie bei den Jahresringen von Bäumen, u.a. mit Belastungen, denen die Zahnbesitzer ausgesetzt waren - wie beispielsweise Krankheiten, Hungersnöte oder auch Schwangerschaften. Mit der TCA lässt sich nicht nur das Alter von Verstorbenen selbst Jahrhunderte später feststellen, sondern man geht davon aus, dass sich auch Aussagen über die Ernährung und den Gesundheitszustand der ersten Menschen machen lassen.
Schmelzdatierungstechnik
Abb. ; http://humangenetik.bio.lmu.de/

TCP-Keramik , Abk. von in der Implantologie früher eingesetzter Tri-Calcium-Phosphat-Keramik;

TDI
engl. Abk. v. total daily intake = tägliche tolerierbare Dosis eines Stoffes/Medikamentes. Für die Aufnahme von Phenol (Lebensmittelverpackungen und Spielzeug) gilt z.B. derzeit (2009) eine tägliche tolerierbare Dosis (TDI) von 1,8 mg / kg Körpergewicht.
letale Dosis, Tagesdosis

Teebaumöl
in der Laienmedizin mit mannigfaltiger Indikation: in der ZHK soll damit beispielsweise ein Befall mit Zahnbelägen (Plaque) vermieden und damit den Zahnfleischentzündungen ("Parodontose") vorgebeugt werden. Begründet wird der Einsatz des Teebaumöls mit der antibakteriellen Wirkung auf die sichtbaren Zahnbeläge und dies wird auch mit wissenschaftlichen Studien belegt. Der Haken dabei ist nur der, dass diese Studien "im Reagenzglas" (in vitro) stattfanden und nicht an die Gegebenheiten im Mund angepasst waren: Die Zahnbeläge bestehen nicht aus vielen einzelnen Bakterien, die es abzutöten gilt, sondern organisieren sich in den sog. Biofilmen, wodurch sie sehr viel schwerer angreifbar sind. So wirken auch andere bewährte Mundspüllösungen im Reagenzglas der Forschungslaboratorien schon in relativ geringer Konzentration - im Mund hingegen ist manchmal erst die 100-fache Konzentration erfolgreich. Hinzu kommt, dass die Wirkstoffe von Mundspüllösungen wegen des ständig neu gebildeten Speichels relativ rasch ausgewaschen oder inaktiviert werden - hier sind also Medikamente gefragt, die sich über einen längeren Zeitraum trotzdem am geplanten Wirkungsort festsetzen können ( Substantivität).
Frau Dr. Nicole Arweiler von der Freiburger Universitäts-Zahnklinik hat eine nach Herstellerangaben vorbereitete Lösung des Teebaumöls an Patienten nach wissenschaftlichen Kriterien getestet (veröffentlicht in ZBW 1.2002) und stellte fest: "...Die Teebaumölemulsion konnte weder den PlaqueIndex noch die prozentuale Plaquebedeckung signifikant reduzieren. ... Die Ergebnisse deuten auf eine stärkere Plaquentwicklung hin gegenüber dem Spülen mit Wasser...."

TEGDMA , Triethylen-glykol-dimetacrylat, "Verdünner" innerhalb der Bowen-Formel als Bestandteil der Kunststoffmatrix bei Komposites

Tegument ; Tegment, engl.: do.; wenig gebräuchliche Bezeichnung für die die Alveolarfortsätze bedeckende Schleimhaut in zahnlosen Kieferabschnitten; Resilienz

Teilabdruck
Teilabformung, partielle Abformung, engl.: partial denture impression; teilweise bei Einzelkronen oder Provisorien angewandte Abformung des Zahnstumpfes mit einem partiellen Abdrucklöffel. Abdruck

Teilberufsausübungsgemeinschaft ; Berufsausübungsgemeinschaft, Teilgemeinschaftspraxis

Teilgemeinschaftspraxis
Teilberufsausübungsgemeinschaft
, TGP, Teil-Partnerschaft, Teil-Kooperationsgemeinschaft, engl.: partial group practice; noch junge, durch die Musterberufsordnung abgedeckte Kooperationsform; ab 2007 durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ebenfalls bei Vertragszahnärzten möglich. Die TGP basiert auf der Möglichkeit, als (Zahn-)Arzt an mehreren Praxen beteiligt zu sein; dabei muss aber eine eigene Leistung am Patienten erbracht werden und die Tätigkeit auf den spezifischen Behandlungsauftrag beschränkt bleiben. So können bestehende Spezialisierungen besser angewandt werden, ohne dass der betreffende Spezialist an mehreren Orten eine eigene Praxis gründen müsste (was ohnehin berufsrechtlich umstritten sein könnte). Bspw. könnte ein Kieferorthopäde (K) im Ort A eine eigne Praxis führen, in den Orten B und C zusammen mit den Zahnärzten Z1 (Z1+K als Praxisinhaber) und Z2 (Z2+K als Praxisinhaber) jeweils noch eine TGP führen. K könnte aber auch in einem Netzwerk zusammen mit einem Zahnarzt (Z) und einem Kieferchirurgen/Oralchirurgen (C) zusätzlich eine weitere überörtliche, "virtuelle Praxis" führen (K+Z+C). Das heißt, alle drei Praxen bleiben weiterhin unabhängig bestehen.
Neben zahlreichen wirtschaftlichen Vorteilen (z.B. gemeinsames Personal u. Einrichtungen) besteht für den Patienten der große Vorteil, sich nur innerhalb einer Praxisstruktur bewegen zu müssen.
Gemeinschaftspraxis, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, Teilzulassung
http://www.aerztliche-teilgemeinschaftspraxis.de/
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen Einzelpraxis (W. Schinnenburg; Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für Medizinrecht

Teilkrone
engl.: partial crown; zur Schonung der Zahnsubstanz, des Zahnfleischrandes und früher aus kosmetischen Gründen angewandte Kronenart, bei welcher i.d.R. der nach außen sichtbare Teil des Zahnes nicht beschliffen wird. Je nachdem, wie viele Zahnflächen bearbeitet bzw. von der T. später bedeckt werden, unterscheidet man zwischen Halbkrone, Dreiviertelkrone und Vierfünftelkrone; immer bedeckt wird dabei die Kaufläche des betreffenden Zahnes. Die T. endet überwiegend mit ihrem Rand oberhalb des Zahnfleisches (supragingival); besonders an den tragenden zentrischen Höckern wird i.d.R. eine Stufe bzw. Schulter präpariert.
T. sind nicht in einem kariesanfälligen Gebiss indiziert, da die Gefahr einer Sekundärkaries im Vergleich zu einer Vollkrone erheblich größer ist.
Da die T. nicht die volle Zahnstumpffläche zur Retention ausnutzen kann, können zusätzlich versch. Verankerungsformen eingesetzt werden:
Rillenpräparation: Kronen nach Breckhus, Carmichael, Finker
Stiftpräparation o. Pinledge: Pinledge-Krone
Kombination von Rillen und Stiften: Rank-Krone
andere Präparationsformen: Krone nach Vest (auch unter Vierfünftelkrone bekannt).

Eine Abgrenzung zu  Onlays bzw. Overlays ist häufig schwierig, da fließend. Grob gesagt kann man definieren, dass bei einem Onlay noch alle Zahnhöcker vorhanden sind (es werden nur die Höckerspitzen bedeckt), bei einer T. fehlt mindestens ein natürlicher Höcker. Dieser an sich "akademische Streit" ist deshalb von Bedeutung, weil die Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für Kronen (dazu zählt auch die T.) einen Festzuschuss bezahlen, Onlays als spezielle Inlayart aber als Füllung betrachten und nach der Mehrkostenregelung finanziell (nur gering) bezuschussen.
Special: Kronen auf www.Zahnwissen.de
Inlay, Dreiviertelkrone, Halbkrone, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Höckerschutz, Krone, Onlay, Overlay, Pinledge, Präparationsgrenze, Rank-Krone, Veneer

Teilkrone

versch. Kronenarten


Abgrenzung:

Abgrenzung:
Inlay, Onlay,
Teilkrone

Teilprothese
herausnehmbarer Zahnersatz, partielle Prothese, partieller Zahnersatz, engl.: partial (removable) (denture) prosthesis; Oberbegriff für jeden herausnehmbaren ("abnehmbaren") Zahnersatz in einem Lückengebiss. Wenn auch die Ausführungen von T. vielfältig sind, so weisen diese doch i.d.R. bestimmte Konstruktionsmerkmale auf:

Nach Strub et al. (1994) sind die Hauptaufgaben einer T.:
Wiederherstellung der (Kau-) Funktion mit Sicherung der Okklusionsverhältnisse, Zahnpositionen sowie Optimierung der Kaukraftverteilung
Wiederherstellung von Phonetik und Ästhetik
Verhütung weitgehender direkter oder indirekter Destruktionen im stomatognathen System (prophylaktische Funktion)

Eine grobe Einteilung der vielfältigen Teilprothesenarten kann erfolgen nach:


Als klassische Indikationsgebiete für T. gelten:
uni- oder bilateral verkürzte Zahnreihe (Kennedy-Klassen I u. II)
überlange Spannen, deshalb statisch für festsitzenden Ersatz stark risikobehaftet
prognostisch ungünstigere Pfeilerzähne
Patient möchte keine "gesunden Zähne" beschleifen lassen
finanzielle Aspekte
Trotz aller Fortschritte in der ZHK - besonders im Hinblick auf die Erhaltung der Zähne und dem Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln - ist die Versorgung eines Lückengebisses mit herausnehmbaren Zahnersatz eine der Hauptversorgungsformen in D.
Vor dem Hintergrund enormer Fortschritte und ermutigender Langzeitergebnisse auf dem Gebiet der zahnärztlichen Implantologie wird die Zukunftsfähigkeit von T. - bzw. herausnehmbaren Zahnersatz generell - diskutiert. Auch wenn fast alles mit Hilfe von Implantaten und festsitzendem Zahnersatz machbar erscheint, scheinen große Zweifel angebracht, darin die Standardversorgung des 21. Jahrhunderts zu sehen, insbesondere bei der Betrachtung sich mächtig vollziehender Veränderungen im System der gesundheitlichen Versorgung nicht nur in Deutschland - mit speziellem Fokus auf die Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen.

Zur Langzeitbewährung von T. sagt eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit  (http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/02/02H138/t3.pdf):
"Vermeulen (1984) kam in einer Longitudinalstudie an 703 Teilprothesenträgern zu folgenden Ergebnissen: Die Halbwertzeit ist mit zehn Jahren für Modellgussprothesen im Gegenteil zu klammerlosen Kunststoffprothesen (3 Jahre) und präzisionsverankertem Ersatz (8 Jahre) am höchsten gewesen. An Teilprothesen im Oberkiefer mussten nach 5 Jahren bei 25% und nach 10 Jahren bei 55% restaurative Maßnahmen durchgeführt werden, im Unterkiefer traf dies entsprechend für 35% bzw. 60% zu. Frakturen und Korrekturen betrafen vorwiegend Freiendprothesen, die eine kürzere Lebensdauer aufwiesen. In fünf Prozent der Fälle wurden die angefertigten Prothesen nicht getragen, wobei keine Unterschiede zwischen Oberkiefer und Unterkiefer bestanden. Kerschbaum und Mühlenbein (1987) fanden in einer retrospektiven Studie von 8-9 Jahren keine Unterschiede in der Lebenserwartung von Gussklammern (n = 677) oder attachmentverankertem (n = 309) Zahnersatz. Ebenso wie Vermeulen (1984) kommen auch diese Autoren zu dem Schluss, dass ab einem gewissen Versorgungsstandard mit darüber hinausgehendem technischen Aufwand keine längerfristigen Therapieresultate zu erzielen sind.
Berücksichtigt man alle wissenschaftlichen Abhandlungen zur Thematik der Langzeitbewährung von Modellgussprothesen, so ergibt sich eine mittlere Nutzungsdauer von ca. 8-10 Jahren. Untersuchungen von attachmentverankerten Teilprothesen führten im Oberkiefer zu einer mittleren Überlebensrate von 75% nach 9 Jahren und im Unterkiefer nach diesem Zeitraum von 85%. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Wagner und Kern (2000), die 72 Teilprothesen mit Teleskopkronen sowie Gussklammern 10 Jahre nach ihrer Eingliederung untersuchten. Ihre ermittelte Überlebensrate beträgt 71,3%. Diese Werte decken sich mit dem in der Literatur angegebenem Durchschnitt von 8 Jahren für attachmentverankertem Zahnersatz. Versucht man, alle bislang veröffentlichten Untersuchungen zusammenzufassen, lässt sich feststellen, dass es bisher keinen Beweis dafür gibt, dass attachementverankerte Prothesen hinsichtlich der Lebensdauer klammerverankertem Zahnersatz überlegen sind. Die Vorteile von präzisionsverankertem Teilersatz liegen insbesondere in der besseren Ästhetik und in dem höheren Patientenkomfort."

abnehmbar, Abstützelemente, Abstützung, Coverdenture, Druckstelle, Equipoise System, Frontzahnlinie (Lachlinie), Haltbarkeit von Zahnersatz, Kippmeider, Klammer, Kombinationsprothese, Kunstzahn, Lochplatte, Lückengebiss, Palatinalbügel, Parallelometer, Prothese, Prothesenbasis, Prothesenbruch, Prothesenreinigung, Retentionsprothese, Schaltprothese, Spinne, Stützfeld, Torsionsbügel, Unterzungenbügel, Verbinder, Verbindungselemente, Vollprothese, Zahnfleischklammer
 Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich"
9 Tipps für das Eingewöhnen mit einer Teil- oder Vollprothese
Nachsorgeaufwand und Kostenvergleich von Implantatprothetik und konventioneller Prothetik bei der Therapie der verkürzten Zahnreihe

 

 

 

versch. Basisformen im Oberkiefer

versch. Basisformen im Oberkiefer

"Hufeisen" im Oberkiefer

"Hufeisen" im Oberkiefer

T. im Unterkiefer

T. im Unterkiefer:
Konstruktionsmerkmal ist der Unterzungenbügel als Standardversorgung



Einteilung der Zahnlücken

Einteilung der Zahnlücken
(z.B. nach Kennedy)

 

Teilzulassung
engl.: partial approval, - allowance, - legal health insurance admission; mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (§ 95 Abs. 3 S.1 SGB V i.V. m. § 19 a Abs. 2 S. 1 Zahnärzte-ZV) eingeführte Betätigungsmöglichkeit, den Versorgungsauftrag als Vertragszahnarzt auf die Hälfte zu begrenzen. Dies wohl im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von weiblicher Personen, mit dem Ziel Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Eine andere Ausdehnung als auf die Hälfte erwähnt das Gesetz nicht, ohne diese "Hälfte" in Stunden zu formulieren (man dürfte von ca. 20 Std. ausgehen). Entsprechend wird auch die Honorarverteilung für die betreffende Person halbiert.
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, Teilgemeinschaftspraxis, Zulassung
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen Einzelpraxis (W. Schinnenburg; Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für Medizinrecht

Telematik
im Gesundheitswesen, engl.: (health) telematics; Wortschöpfung entstanden aus Telekommunikation und Informatik. Allgemein wird darunter die Zusammenführung, Verarbeitung und Weitergabe verteilter, unter Umständen heterogener Datenbestände verstanden, zum Zweck globaler Gesundheitsförderung, Krankheitskontrolle und Krankenversorgung, sowie für Ausbildung, Management und Forschung für das Gesundheitswesen.
Die T. wird nach der WHO in vier Bereiche eingeteilt:
Telemedizin, Anwendungen und Wissenswertes zur Telemedizin. Zahlreiche Studien belegen, dass der Einsatz von Telemedizin die Kosten im Gesundheitswesen nachhaltig senken und gleichzeitig die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verbessern kann. Dennoch liegt das Marktvolumen telemedizinischer Anwendungen in Deutschland lediglich bei etwa 500 Millionen Euro pro Jahr - verglichen mit den Gesamtausgaben für Gesundheit in Höhe von rund 265 Milliarden Euro ein sehr geringer Wert (Stand 2010).
Telematik im GM, Telematik im Gesundheitsmanagement.
Tele - Ausbildung, Telematik in der Ausbildung
Tele - Forschung, Telematik im Einsatz für die medizinische Forschung
D2D, gematik, Gesundheitsmanagement, Qualitätsmanagement
http://www.medi-informatik.de/ , http://www.gematik.de/ , http://atg.gvg-koeln.de/ , http://www.telemedizin24.de

Teleskopbrücke , engl.: telescopic bridge; Brücke_abnehmbar

Teleskopkrone
Doppelkrone, "Teleskop", TK, engl.: telescope or telescopic crown; mit einer Unterteilung in Konusteleskop (auch: Konuskrone) und T. (auch: Zylinderteleskop). Wenn auch eine amerikanische Erfindung, ist die T. vor allem wegen ihrer Weiterentwicklung und der häufigen Anwendung in Deutschland international unter dem Begriff „German Crown“ bekannt.
Eine T. besteht immer aus zwei Teilen und zählt somit zu den Geschieben: Dem im Mund fest eingesetztem Innenteleskop (Primärkrone, Patrize engl.: coping) aus Metall (bzw. neuerdings auch aus Keramik möglich), und dem darüber greifenden, herausnehmbaren Außenteleskop (Sekundärkrone, Matrize, engl.: telescopic crown), wobei der Konuswinkel deren Friktion zueinander bestimmt.
Ideale Haftwerte werden dann erreicht, wenn Innen- und Außenteleskop exakt zylindrisch (= 90°, Zylinderteleskop) sind und somit keine Abweichung von einer Rechteck-Form haben. Da dies aus anatomischen und kosmetischen Gründen häufig nicht möglich ist, sollten wenigstens zwei gegenüberliegende Flächen (meist die distale und die mesiale Zahnfläche) zueinander parallel sein.
Andere Konstruktionsmerkmale weist die Konusteleskopkrone auf: 
Im Gegensatz zur zylindrischen T., welche mindestens zwei parallele Flächen aufweist, läuft die K. nach oben kegelförmig (konisch) zu. Der sog. Konuswinkel (Grad der Steilheit des Konus; 0° Winkel = keine Abschrägung; gebräuchlich sind Winkel zwischen 4° u. 6°) ist entscheidend für die Haftreibung ( Friktion) zwischen Primär- und Sekundärteil (Außen- und Innenteleskop) der K.
Eine Sonderform in einem Gebiss mit nur noch wenigen (1-3) eigenen Zähnen ist das Resilienzteleskop: Zwischen dem Primär- und Sekundärteil befindet sich an der zur Kaufläche zugewandten (okklusalen) Seite der T. ein Spielraum von 0,3 - 0,5 mm. Dadurch bedingt liegt der Zahnersatz - wenn er ohne Belastung ist - nur der Schleimhaut auf. Erst bei einer Belastung durch das Kauen (unter Funktion) wird dieser Resilienzspielraum aufgehoben. Es ergibt sich bei dieser Konstruktion eine besonders schonende Belastung der eigenen (Rest-)Zähne. Diese Teleskopart ist Basis der sog. Deck- oder Cover denture Prothese.
Als Kombination versch. Teleskopsysteme (Freihaltung der marginalen bzw. der periimplantären Gewebe, Verzicht auf große und kleine Verbinder, Herstellung des Sekundärgerüstes als Einstückguss, Anwendung nur eines Legierungstyps, Verzicht auf Lötverbindungen) gilt die sog "Marburger Doppelkrone" (auch "Lehmann-Krone"). Mehr ...

In seltenen Fällen befindet sich zwischen den beiden Doppelkronen noch ein - meist kugelförmiges - Halteelement; z. B. http://www.si-tec.de/

T. gelten heute (2010) als Standard bei der gesetzlichen Versorgung eines größeren Lückengebisses mit herausnehmbaren Zahnersatz (Teilprothese, herausnehmbare Brücke). Neben einer optimalen Belastung der Pfeilerzähne besteht ihr Hauptvorteil in einer problemlosen Erweiterung (Reparatur) des Zahnersatzes dann, wenn einer der Pfeilerzähne - aus welchen Gründen auch immer - entfernt werden muss. Nachteilig wirkt sich zuweilen - besonders im sichtbaren Bereich - der durch die Doppelkrone bedingte Kronenumfang ("Klobigkeit") aus. Die T. erfordert konstruktionsbedingt eine hohe Präparations- und Verarbeitungsqualität des Zahnarztes und seines Dentallabors
Eine Langzeitbeobachtung über zwölf Jahre bescheinigt Konuskronen als Verankerungsform in 70 bis 92 % der untersuchten Fälle eine feste Haftung. Mit zunehmender Tragezeit wurde zudem keine deutlich Abnahme der Festigkeit beobachtet. Unabhängig von der statischen Pfeilersituation zeigte die Mehrzahl der Versorgungen eine gute Haftung (70 bis 92 %). Am häufigsten fand sich die Idealhaftung vom Grad I in der "3-Punkte-Abstützung" (Prinzip des dreibeinigen Tisches) im Oberkiefer (99 %), gefolgt von der gleichen Situation im Unterkiefer (88 %). In 10 % der untersuchten Fälle war die Haftung zu gering. Dabei lag in fast allen Fällen eine Abstützung auf nur zwei Pfeilern vor. Eine zu feste Haftung ermittelten die Forscher in 33 % (OK) sowie 28 % (UK) der Zweipfeilersituation.

abnehmbare Brücke, Abstützung, Ankerbandkrone, Ankerelement, Coverdenture, Friktion, Galvano-Technik, GFK -Technik, Kombinationsprothese, Konusteleskopkrone, Krone, Parallelometer, Passung, Peeso Krone, Resilienzgeschiebe, Resilienzteleskop, Teleskopprothese, Verbindungselement, Verblockung, Verbundkrone, Zahnersatz
 Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005


Fachbefriffe

Fachbegriffe




miteinander verbundene
Außenteleskope

Innenteleskope im Mund

die darüber aufgesetzten
Außenteleskope aus den
beiden Abbildungen oben

 




Innenteleskope aus Zirkoniumoxid; verklebte Galvanokäppchen in Außenteleskopen

Teleskopprothese , engl.: telescopic (partial) prosthesis; Oberbegriff für einen herausnehmbaren Zahnersatz, welcher mit Teleskopen am Restgebiss verankert ist.

Tempbond ; bekannter provisorischer Befestigungszement auf Zinkoxidbasis; Probeeinsetzen; http://www.kerrdental.eu/

Temperaturempfindlichkeit
Zahnüberempfindlichkeit, engl.: temperature dependence; kurz oder länger anhaltende Zahnschmerzen, ausgelöst durch Wärme- oder Kältereize. Meist Folge einer unbehandelten Karies und einer dadurch verursachten beginnenden Nerzentzündung ( Pulpitis). Ebenfalls auftretend bei freiliegenden Zahnhälsen oder als (vorübergehende) Folge zahnärztlicher Maßnahmen ( Präparationstrauma)

temporäre Einlage
vorübergehende (wieder zu entfernende) Einlage im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung, medikamentöse Einlage , engl.: medical temporary filling. Diese Stoffe sollen verschiedene Aufgaben erfüllen: Ein Verschluss des aufbereiteten Wurzelkanals soll sowohl die erneute Vermehrung verbliebener Mikroorganismen verhindern als auch über eine antimikrobielle Wirkung deren Zahl weiter reduzieren; in Einzelfällen ist zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung erwünscht. Gleichzeitig soll das Medikament eine gute Gewebeverträglichkeit aufweisen, um die periapikalen Gewebestrukturen nicht (zusätzlich) zu irritieren. Eines der ältesten und immer noch häufig angewendeten Präparate zur medikamentösen temporären Versorgung des Wurzelkanals ist Chlorphenol-Kampfer (PCP); in Deutschland ist diese Wirkstoffkombination unter dem Handelsnamen ChKM mit Mentholzusatz auf dem Markt.
Gangränbehandlung

temporal ; lat. tempus = Schläfe; Lage- und Richtungsbezeichnung für "im Gebiet der Schläfe" oder "zur Schläfe hin"

Temporalis ; Abk. von Musculus temporalis = Schläfenmuskel; Kaumuskulatur

Temporo-Mandibular-Index
TMI, engl.: do.; Messzahl zur Diagnose von Myoathropathien (MAP). Der TMI besteht aus drei Untergruppen mit insgesamt 40 Untersuchungen, Funktionsindex, Muskelindex und Kiefergelenkindex. Er ist so aufgebaut, dass bei jeder Untersuchung nur eine Ja/Nein-Entscheidung möglich ist. Der Index wird bestimmt aus der Summe der positiven Angaben im Verhältnis zur Gesamtanzahl der Untersuchungen.
CMD, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), Myoathropathien (MAP), TMD

TENS
transkutane Elektronen Neuro Stimulation, "Elektrotherapie"; elektrische Nervenstimulation durch zwei Elektroden über die Haut mit folgendem behaupteten/vermuteten Wirkungsmechanismus:
Durch eine Beeinflussung der Nervenzellen im Rückenmark, dem sog. „Schmerztor“, soll die Fortleitung des Schmerzes verhindert werden. Die Tens-Therapie soll ein Schließen dieses Schmerztores zur Folge haben und der Schmerz soll nach dieser Reizung auf Stunden nicht mehr über das Rückenmark zum Gehirn geleitet werden. Einsatz besonders bei lang anhaltenden chronischen Schmerzen (z.B. cranio-mandibuläre Dysfunktionen, Kiefergelenksbeschwerden, Neuralgien) als "natürliches Analgetikum". Dieser Therapieansatz ist nicht neu: schon in der Antike wurden elektrisch geladene Fische, z.B. der Zitterrochen, als schmerzstillendes Mittel eingesetzt.
Mittels kleiner tragbarer akkubetriebener Geräte ("Handy-artig") ist eine Behandlung im häuslichen Bereich möglich ( http://www.intersante.de/de/medrelif.html).
Analgetika, Elektroanalgesie, Reizstromtherapie

Tensionsprüfung
"Zugspannungsprüfung", engl.: tension check; Untersuchungsmethode zur Diagnose mukogingivaler Störungen, verursacht z.B. durch Lippen- u. Wangenbänder bzw. eine zu schmale oder fehlende befestigte Gingiva. Dabei werden die Lippen oder Wangen so weit nach außen gezogen, bis die Bänder gut sichtbar an ihrem Ansatz hervortreten und die in der Umgebung liegende mukogingivale Grenze weißlich (blutleer) erscheint.
Blanching-Test, Rolltest, Schiller-Jodprobe


Termin , nicht eingehaltener
engl: broken appointment, not kept date;  i.d.R. finden in zahnärztlichen Praxen Behandlungen "nach Termin" statt, d.h., der Patient vereinbart mit seiner Praxis einen Behandlungstermin zu einer bestimmten Behandlung (Untersuchung, Legen einer Füllung, Anfertigen einer Brücke usw.) und wird - u.U. mit einer leichten Verzögerung - zu diesem Termin entsprechend behandelt. Eine Praxis, die diese Vorgehensweise praktiziert, wird auch als Bestellpraxis bezeichnet. Diese Vorgehensweise hat sowohl für den Patienten, wie auch den Behandler große Vorteile: Ein Warten im Wartezimmer entfällt weitgehend, die für die Behandlung notwendigen Vorbereitungen können schon frühzeitig getroffen werden. Unberührt von diesem Procedere sind akute Schmerzfälle, welche selbstverständlich nicht schon Tage vorher einen Termin vereinbaren können. Hier muss eine Behandlung, allein schon aus der ärztlichen Ethik heraus, dem Fall angemessen baldigst erfolgen.
Probleme treten immer dann auf, wenn ein vorher vereinbarter Termin von einer Seite - fast immer ist diese der Patient - nicht eingehalten wird. Meist kann dann der Zahnarzt mangels Alternativen nicht behandeln und verlangt vom Patienten ein Ausfallhonorar (loss fee) oder eine Verweilgebühr (staying fee). In jedem Fall des Nichterscheinens gerät der Patient in den so genannten Annahmeverzug. Denn nach dem der Behandlung zugrunde liegenden Dienstvertrag war der Patient verpflichtet, zum verabredeten Zeitpunkt die Behandlung vornehmen zu lassen. Der Zahnarzt kann nun für die infolge des Verzugs nicht geleisteten zahnärztlichen Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, wobei er es sich anrechnen lassen muss, wenn er es unterlässt, in der Zwischenzeit die mögliche Behandlung anderer Patienten vorzunehmen. Im Rahmen einer Bestellpraxis ist dies nur selten der Fall, sodass ein entsprechender finanzieller Schaden entsteht, welchen er dem Pat. in Rechnung stellt. Da diese Forderung bei Pat. häufig auf Unverständnis stößt, sind gerichtlich Auseinandersetzungen in der Folge nicht selten.
Die Rechtssprechung zu dieser Frage ist nicht einheitlich: Während manche Gerichte unter Hinweis darauf, dass die geltende Gebührenordnung (GOZ) für diese Fälle keine Regelung vorsehe, einen Anspruch ablehnen, sprechen neuere Entscheidungen dem Zahnarzt einen Anspruch auf Schadensersatz oder Ausfallhonorar zu, besonders dann, wenn klar belegt werden kann, dass der Patient darüber informiert wurde, dass diese Zeit ausschließlich für ihn reserviert war. Allerdings sieht jeder Dienstvertrag die Möglichkeit einer Kündigung vor - diese darf allerdings nicht zur "Unzeit" erfolgen. So hat der Patient eine Mitwirkungs- und Sorgfaltspflicht und muss im Falle einer absehbaren Verhinderung den Termin "rechtzeitig" absagen; aber: Der Begriff "rechtzeitig" ist nicht eindeutig definiert, er dürfte sich in der Praxis in einem Zeitrahmen von 24 - 48 Std. bewegen. Deshalb setzt sich zunehmend die Auffassung durch, dass bei einer nicht rechtzeitigen Absage und wenn auch nachträglich keine ausreichende Entschuldigung für dieses Verhalten vorgebracht werden kann, eine Schadensersatzpflicht besteht. Ebenso uneinig ist sich die Rechtssprechung über die Höhe des Schadensersatzes: Zum Teil wird auf den Betrag – inklusive des entgangenen Gewinns – abgestellt, den der Zahnarzt bei durchgeführter Behandlung hätte berechnen können. Zum Teil wird eine abstrakte Schadensberechnung vorgenommen, indem das jeweilige Gericht den Schaden schätzt und dabei von dem durchschnittlichen Kostenfaktor einer Praxisstunde ausgeht. Dies variiert von Praxis zu Praxis und können Beträge von 70 bis 250 € umfassen. Teilweise finden sich bei der Berechnung des Schadens auch weitere Aspekte wie zum Beispiel der Einwand, der Zahnarzt hätte während der freien Stunden auch Verwaltungstätigkeiten erledigen können. (juristische Ausführungen in Anlehnung an eine Ausarbeitung der Kanzlei Rechtsanwaelte-Moenig.de in ZMK 6/2003: 404).
Bestellpraxis
Ausfallhonorar - Termin abgesagt. Und jetzt? (zm, 2016)

terminale Anästhesie,
Terminalanästhesie, engl.: terminal anaesthesia; abgeleitet von "terminalis" = "zum Ende gehörig". Betäubung der Nervenendigungen eines umschriebenen Bereiches; häufig als Synonym für eine Infiltrationsanästhesie oder Lokalanästhesie gebraucht.

Terminalokklusion , veralteter Begriff; Interkuspidation

Tertiärdentin
irreguläres Dentin, Osteodentin, Reizdentin, Schutzdentin, engl.: tertiary dentin; als Ausdruck einer körpereigenen Abwehrreaktion auf bakterielle Einflüsse ( Caries profunda) und andere schädigende Einflüsse (z.B. thermische Reize). Bei einer erfolgreichen direkten Überkappung der Pulpa verschließt das T. wieder das Pulpendach. Von der Struktur her unterscheidet sich T. von normalem Dentin durch erheblich weniger Kanälchen und einer mehr fibrinartigen Struktur.
Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Caries profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die Odontoblasten der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen und somit zur T.-bildung fähig sind.
Caries profunda, Sekundärdentin, Vitalamputation, Überkappung

Testkavität , Vitalitätsprüfung

Testverfahren , (auf krankhafte Keime); bakteriologische Identifizierungssysteme

Tetanus ; Wundstarrkrampf, engl.: do. or lockjaw; Trismus

Tetracain
engl.: tetracaine; Schleimhaut-Anästhetikum; chem. Abkömmling des Procain; Lokalanästhetikum mit ausgezeichneter Oberflächen-Wirkung auf der Mundschleimhaut; 1931 synthetisch hergestellt und unter dem Namen Pantocain® in den Handel gekommen. In der ZHK Bestandteil von Oberflächensprays (z.B. Gingicain) zur hautnahen Betäubung der Mundschleimhaut. Da toxisch, nicht zur Injektion geeignet; Sensibilisierungen treten häufig auf.
Oberflächenästhesie, Lokalanästhetika

Tetracyclin
auch Tetrazyklin, eng.: tetracaycline; kostengünstiges Breitbandantibiotikum mit einer hohen Resistenzentwicklung (2004), welches aus zahnärztlicher Sicht in der Schwangerschaft und im frühen Kindesalter nicht angewandt werden sollte. Ursächlich für mögliche Zahnentwicklungsstörungen ist die Tatsache, dass T. als Chelatbildner das für den Knochen- und Zahnaufbau notwendige Kalzium bindet und so die biologische Verfügbarkeit dieses Grundstoffes stark herabsetzt. Zusammen mit Kalzium bildet sich ein nur schwer abbaubares Tetrazyklin-Kalzium-Orthophosphat, welches irreversibel in die Zahnhartsubstanz eingelagert wird und dort verschiedenartige Verfärbungen hervorruft. In antibiotisch nicht wirksamer Dosierung lokaler Einsatz des Präparates ( Doxycyclin) bei entzündlichen Zahnfleischerkrankungen.
Massiver Einsatz jenseits der Humanmedizin (Veterinärmedizin, Schiffsanstriche usw.)
Zur Prävalenz der Störungen wird angegeben:
50 - 70% der Zähne (von beiden Dentitionen), wenn die Mütter während der Schwangerschaft T. eingenommen haben.
Dosisabhängige Nebenwirkungen bestehen auf den Magen-Darm-Trakt, die Bauchspeicheldrüse, die Leber und Niere und auf das Knochensystem; allergische Reaktionen sind selten; mitunter werden eine Photosensibilisierung oder Blutgerinnungsstörungen beobachtet. Zahnmedizinisch bekannt sind Mineralisationsstörungen bei hoher Dosierung über einen längeren Zeitraum während der Wachstumsphase der Zähne: Diese äußern sich vorwiegend in kosmetisch störenden gelblichen bis bräunlichen Mineralisationslinien (u.U. auch Flecken, die im UV-Licht fluoreszieren) und einem dadurch bedingten weichen Zahnschmelz ( Hypoplasie). Aus diesem Grund besteht aus zahnmedizinischer Sicht eine Gegenanzeige bei der Verordnung von T. bei Schwangeren ab dem 4. Schwangerschaftsmonat bis zur vollständigen Ausbildung der Zahnkronen der bleibenden Zähne des Kindes (~ 7-9 Jahre; Behandlung in der Schwangerschaft).
Einsatz in der ZHK überwiegend bei der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen und Medikamentenzusatz; allgemein zunehmende Resistenzbildung.
Werden die T. über den Mund (oral) zugeführt, sollten sie keinesfalls mit Milch eingenommen werden, da der Kalziumgehalt dieses Getränkes mit dem Arzneistoff einen nichtlöslichen Komplex bildet (s.o.), welcher vom Körper nicht mehr verarbeitet werden kann.
Das 1967 eingeführte Minozyklin (semisynthetisches T.-Derivat; Vorteile gegenüber anderen T. bestehen in der verbesserten Resorption, einer gesteigerten antimikrobiellen Aktivität und einer verminderten Phototoxizität) wird hauptsächlich zur Behandlung der Akne und von Arthritiden eingesetzt und ist bekannt dafür, dass es spontane  Verfärbungen der Gingiva und der Mundschleimhaut auslösen kann. Als häufige Nebenwirkung werden weiter Verfärbungen des Knochens und der Zahnhartsubstanzen beobachtet. Die Pathogenese derartiger Veränderungen ist weitgehend ungeklärt. Das Molekül scheint eine Bindung mit spezifischen Kollagenen einzugehen und durch nachfolgende Oxidation den schwarzen Farbton hervorzurufen. Andere Wissenschaftler vermuten eine Beteiligung von Eisen, Lipofuscin, Melanin oder Abbauprodukten des Minozyklin bei der Entstehung der Veränderungen. Der Rückgang der Veränderungen kann Monate bis Jahre dauern und ist im Falle von Zahnverfärbungen durch eine schlechte Rückbildungstendenz gekennzeichnet.
Antibiotika, Behandlung in der Schwangerschaft, Doxycyclin, Ledermix™, Mineralisationszeiten, Veneer, Verfärbungen, Zahnentwicklungsstörungen, Zahnhartsubstanzdefekte
Doxycyclin in der PA-Therapie ; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 1/2011

 



starke Hypoplasien bei einem 11-jährigen;
erhielt im Alter von 26 Monaten wegen einer schweren Pneumonie 485 mg T. /kg Körpergw.

Tetrazyklinstreifen

generalisierte Störung im Bereich der Zähne bedingt durch mehrmalige Tetrazyklin-Saft Einnahme im Kleinkindalter


Teuscher Aktivator
auch: Zürcher- oder Stöckli/Teuscher-Aktivator; das Aktivator-Gerät wird kombiniert mit einem Hochzug-Headgear getragen, die eigentliche Funktionswirkung des Aktivators tritt dadurch in den Hintergrund. Der T. wird gelegentlich eingesetzt zur Behandlung von skelettalen Angle-Klasse II Fehlstellungen (Rückbiss). Prinzip ist eine Entwicklungshemmung des Oberkiefers bei gleichzeitiger Vorverlagerung des Unterkiefers.

TF-Index , TSIF-Index ; Fluorose-Index

Thekodontie ; Bezeichnung aus der allgemeinen Anatomie für die federnde Verankerung der Zahnwurzeln im Alveolarknochen; Sharpey-Fasern, Gomphosis

Therapie ; Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen mit dem Ziel einer Heilung bzw. Beseitigung/Linderung der Krankheitssymptome; adjuvante Therapie, Behandlung
Diagnostische und therapeutische Verfahren

Therapiefreiheit
engl.: therapeutical freedom; nicht näher definierter Begriff im Zusammenhang mit einer ärztlichen Heilbehandlung. Häufig gleichgesetzt mit einer andersartigen Therapie, als diese in den Vereinbarungen mit den Krankenkassen ( BEMA) aufgeführt ist, bzw. nach den Regeln der Schulmedizin durchgeführt werden sollte.
Grundsätzlich steht dem (Zahn-)Arzt die freie Wahl der Therapie zu, sofern er von deren medizinischer Notwendigkeit aufgrund seiner fachlichen Kompetenz überzeugt ist. Bei mehreren risikogleichen Behandlungsmöglichkeiten ist die Therapie mit der größtmöglichen Erfolgsaussicht und bei mehreren gleichwertigen Möglichkeiten die mit dem geringsten Risiko zu wählen. Bei anderen Therapiemöglichkeiten ist der Patient unter Einbeziehung der jeweils spezifischen Risiken über diese aufzuklären und muss zur gewählten Therapie vorher seine Einwilligung erteilen. In der Gesetzlichen Krankenversicherung muss unbedingt das Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet werden, da deren Versicherte lediglich Anspruch auf ausreichende, zweckmäßige und das Maß des Notwendigen nicht überschreitende Leistungen haben.
alternative Behandlungsmethoden, IGel-Leistungen

Thermodesinfektion
"Hitze-Entkeimen", engl.: thermodisinfection; meist in Geschirrspülmaschinen-ähnlichen Geräten durchgeführte Entkeimung von nicht zur Sterilisation geeigneten oder vorgesehenen Instrumenten. Bei Temperaturen von etwa 95° C wird das Material ca. 20 Minuten lang behandelt und totes oder lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann. Hitzebeständige Sporen bleiben von dieser Maßnahme unberührt.
Desinfektion, Sterilisation

Thermoindikator ; Sterilisation

The Wand
eingetr. Warenzeichen; etwa übersetzt mit "Zauberstab"; The Wand®-Plus (Weiterentwicklung von The Wand®) ist ein filigranes System für die elektronisch gesteuerte Lokalanästhesie. Es ist nach Herstellerangaben für alle gängigen Anästhesietechniken, wie Infiltration, Leitungsanästhesie und Intraligamentäre Anästhesie geeignet.
Weitere Infos: http://www.karrdental.ch/

T-Health Index
Zahngesundheitsindex
; Messzahl zur Auswirkung von Präventionsmaßnahmen. "...Hinter dem Index steht die Idee, dass gesunde Zähne funktionell höher zu bewerten sind als gefüllte (FT) oder fehlende (DT). Der Index gewichtet daher gesunde Zähnen vierfach (ST; S=sound=unversehrt). Wieder wird die Anzahl der gesunden Zähne (ST) benötigt. Die Formel lautet: DT + 2FT + 4 ST = T-Health. Bei Erwachsenen unterscheiden FS-T- und T-Health-Index besser als die konventionellen DMF-T- und DMF-S-Indizes zwischen verschiedenen Kariesrisikogruppen....". Ausführlich unter http://www.bzoeg.de/Zeitungen/Resources/ZGD_300.pdf (Dr. Harald Strippel, M.Sc.), Seite 4
DMF-T, Zahngesundheit
http://ses.library.usyd.edu.au/bitstream/2123/4161/1/0193.pdf

Thiersch Lappen
Spalthautlappen, engl.: Ollier-Thiersch graft; feiner (Schleim-)Hautlappen mit einer Dicke zwischen 200 u. 500 nm als freies Transplantat zur Deckung von Defekten. Präparation mit dem Dermatom bzw. Mukotum
Schleimhauttransplantat

Thixotropie
Strukturviskosität ("beweglich durch Bewegung"); im Zusammenhang mit zahnärztlichen Abformmaterialien gebrauchter Ausdruck für folgende gewünschte Eigenschaft:
Hohe Standfestigkeit der Masse ohne Druckausübung (im "Ruhezustand", z.B. auf dem Abformlöffel, wo es nicht herunterfließt)
Hohe Fließfähigkeit unter Druck (bei der Abdrucknahme)
Abdruck, Viskosität

Tholuck-Medaille
nach dem Schulzahnarzt OMedRat Dr. Hans-Joachim Tholuck (1888-1972,"Frankfurter System der Schulzahnpflege") benannte Auszeichnung des Vereins für Zahnhygiene für besondere Verdienste auf dem Präventions- und Prophylaxesektor mit besonderer Gewichtung der Zahngesundheitserziehung.
http://www.zahnhygiene.de/veranstaltungen/tholuck-medaille.html

Thrombin , engl.: do.; Faktor IIa der Blutgerinnungsfördernden Faktoren; für die Blutgerinnung wichtiges Eiweiß spaltendes Blut-Enzym; Entstehung aus Prothrombin ; wandelt Fibrinogen in ein Fibrinnetz um.
Blutgerinnungsstörungen

Thrombose
engl.: thrombosis; Bez. für eine Blutgerinselbildung ("Blutpfropf", Thrombus) in einem Blutgefäß (Vene, Arterie); bedingt durch eine krankhafte Erhöhung der Blutgerinnung.
Blutgerinnungsstörungen, Quick-Wert

Thrombozyten
Blutplättchen, engl.: blood platelet, thrombocytes; ca. 5-9 Tage lebende plättchenförmige Zellen ohne Kern, welche bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen, indem sie sich von innen an die verletzte Gefäßwand andocken und diese so in relativ kurzer Zeit abdichten.
Die Anzahl im Blut beträgt i.d.R. 150.000 bis 420.000 pro µl. Werte unter 60.000 pro µl bezeichnet man als Thrombopenie oder Thrombozytopenie. Es zeigen sich dann kleine punktförmigen Blutungen aus den Kapillaren, die sog. "Petechien". Umgekehrt bezeichnet man eine Vermehrung der T. als Thrombozytose bzw. Thrombozythämie.
Blutgerinnungsstörungen
"Blut - der ganz besondere Saft"

Thrombozytenaggregationshemmer
engl.. platelet or thrombocyte aggregation inhibitor; Medikamente zur Thromboseprophylaxe; sie gehören nicht zu den Antikoagulanzien, können aber die Blutungsgefahr bei/nach chirurgischen Eingriffen erhöhen. Bekannter Vertreter ist das Analgetikum Acetylsalicylsäure (ASS®, Aspirin®), welches irreversibel die Aggregation ("Verklumpung") von Thrombozyten hemmt. Ähnliche Eigenschaften haben Ticlopidin (Tyklid®) Und Clopidrogrel (Plavix®, Iscover®). Die Wirkung dieser Substanzen hält 5-7 Tage (Überlebenszeit der Thrombozyten) nach Absetzen an. In jüngerer Zeit kontroverse Diskussion über das Absetzen der T. vor zahnärztlichen Eingriffen: Acetylsalicylsäure
Blutgerinnungsstörungen

Thymol
Thymiankampfer (Phenolderivat, 2-Isopropyl-5-methyl-phenol, mit einem scharfen, charakteristischen Geruch); besonders in den ätherischen Ölen des Bohnenkrautes und Thymian vorkommendes Desinfektionsmittel; etwa 30-mal wirksamer als Phenol, besitzt jedoch nur ein Viertel von dessen Giftigkeit. Die keimtötende Wirkung beruht auf einer Eiweißzerstörung und einer Schädigung der Bakterien-Zellmembran. Bestandteil von best. Mundspüllösungen und Wurzelkanaleinlagen.

Tic douloureux ; Trigeminusneuralgie

Tiefbiss ; tiefer Biss

Tiefenfluoridierung
engl.: deep fluoridation; von Prof. Knappwost (Uni Hamburg) entwickelte Behandlungsmaßnahme mittels Tiefenfluorid mit angeblich 100-fach stärkerer Wirkung auf die Remineralisationseigenschaften des Zahnschmelzes; Anwendung nur in einer zahnärztlichen Praxis möglich. Sie besteht in einer Einlagerung von hochdispersem Calciumfluorid innerhalb des aufgelockerten Schmelzes. Wesentlich ist dabei eine kurze Nachtouchierung (Fällung) mit einer "Nachtouchierlösung". Dadurch soll eine starke und lang anhaltende physiologische Remineralisation durch den Speichel einsetzen. Erreicht wird dieser Vorgang durch zwei aufeinanderfolgende Touchierungen, zuerst mit einer Lösung von Fluorokomplexsalzen des Magnesiums und des Kupfers, darauf mit einer Fällungslösung, einer Suspension von Calciumhydroxidhochdispers. Das Verfahren hat bisher in der Kariesprophylaxe keine größere Bedeutung erlangt.
Weiter soll die T. eine sichere, lang anhaltende (~ 1 Jahr) Desensibilisierung überempfindlicher Zahnhälse bewirken.
Fluoride
http://www.humanchemie.de/

Tiefenschmerz ; engl.: deeper-lying pain; Schmerz

Tiefer Biss
Tiefbiss, vertikaler Überbiss, vergrößerter Overbite, Angle Klasse II/1, engl.: deep bite, deep overbite; im Frontzahnbereich bestehende Störung des regelrechten Zusammenbisses: Die oberen Schneidezähne beißen mehr als 3 mm "tief" über die unteren Schneidezähne (normal 1-2 mm; siehe Abb. rechts), dabei können bei ausgeprägten Formen die unteren Schneidezähne in die Gaumenschleimhaut beißen und nicht mehr sichtbar sein.
Als Ursache kommen, neben einer vererblichen Komponente ("skeletaler Tiefbiss"), ein frühzeitiger Milchzahnverlust (Verlust der Stützzone) bzw. eine Nichtanlage von Zähnen in Betracht.
Abweichung, apicale Basis, AufbissPlatte, Biss, Bisshebung, Deckbiss, Implantat: Risikofaktoren, Kieferbasiswinkel, Offener Biss, Scherenbiss, Senkbiss, Steilbiss

oben: normaler Überbiss
unten: Tiefbiss



Tiefstand ; engl.: in a low level position; Supraokklusion

Tiefziehverfahren
engl.: deep drawing press; in der ZHK gebräuchliches Verfahren zur Herstellung von Kunststoffschienen: 
Eine Kunststoff-Folie ausgewählter Stärke (~ 1,5 - 4 mm) wird erwärmt und im nun plastischen Zustand über ein Gipsmodell der Zahnreihen mittels eines speziellen Geräts gepresst. Nach Erkalten und Bearbeiten kann die so gewonnene Schiene z.B. als Trägerfolie für Provisorien / Langzeitprovisorien, zur unmittelbaren Versorgung traumatisierter Zähne  oder bei der Fluoridierung mittels Gel als Medikamententräger dienen.
Aufbiss-Schiene, Miniplastschiene



Miniplast-Schiene;
geringe kosmetische und funktionelle  Beeinträchtigung

Timbuktu Methode
von Dr.Dr. Osswald (München) entwickeltes und wissenschaftlich umstrittenes "durchdachtes endodontisches Konzept", besonders bei einem infizierten Wurzelkanal. Der Begriff "T." stammt vom Autor dieser Methode, indem er folgendes Statement abgab: "Man gebe mir irgendeine marktgängige Feile und ein potentes Desinfektionsmittel und ich behandle (fast) jeden Wurzelkanal erfolgreich, zur Not auch mitten in Timbuktu".
ausführlich Infos: http://www.tarzahn.de/ ;
Chlorphenol-Kampfer-Menthol, Gangränbehandlung, Wurzelkanalbehandlung
==> Timbuktu Protokoll (2015, Chicago, English)

Tinnitus
Hörsturz
, Morbus Menière, Ohrensausen, eng.: do.; auch als non-auditorischer Tinnitus bezeichnet, da die Geräusche häufig nur vom Betroffenen gehört werden (endogene Schallempfindung); wissenschaftliche Unterteilung in objektiven und subjektiven (non-auditorischer) T. Bei der Beschreibung der Symptome werden grob die Kategorien "tonal" (z.B. Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und "nicht-tonal" (z.B. Rauschen, Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Beide Formen können aber auch gemeinsam auftreten.
Man vermutet, dass in vielen Fällen fehlgerichtete Anpassungsvorgänge des Gehirns nach Hörschädigung für die quälenden Geräusche verantwortlich sind. Ähnlich wie beim Phantomschmerz, bei dem Patienten Schmerzen in einem amputierten - also nicht mehr vorhandenen - Körperglied empfinden, können Patienten selbst nach Entfernung des Innenohrs weiterhin ein dauerndes störendes Ohrgeräusch aus dem nicht mehr vorhandenen Ohr wahrnehmen.
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Stress, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz (akutes Ereignis des "schlechter Hörens") ist oft von einem T. begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Mund-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein.
Als therapeutischer Ansatz gilt, dass T. durch kognitive Therapieansätze und Retraining-Therapien auch wieder "verlernt" werden kann. Bei einem subjektiven T. kann eine Dekompressionsbehandlung der Kiefergelenke zur teilweisen Rückbildung der Erkrankung führen. Entscheidend für den Erfolg ist dabei vor allem der frühzeitige Therapiebeginn. Chronische sowie objektive Tinnituserkrankungen scheinen nicht durch die Therapie einer bestehenden craniomandibulären Dysfunktion positiv beeinflussbar zu sein. Bei subjektivem T. können sich jedoch die Symptome im Rahmen einer zahnärztlichen manuellen Funktionsdiagnostik in ihrer Qualität verbessern.
Neue Ansätze wie "Retraining" (die Betroffenen sollen lernen, sich nicht auf das Geräusch im Ohr zu konzentrieren, sondern sich daran zu gewöhnen und es weniger wahrzunehmen; Entspannungs- und Hörübungen sowie ein Hörgerät, das ein kompensierendes Rauschen überträgt, gehören zur Therapie.) und Musiktherapie können helfen, mit dem Dauerton zu leben.
Tabelle nach M. Behr, Regensburg (in DZZ, 2009; 64 (3)):

Objektiver Tinnitus

Ursachen

Pulsierend Carotis-Stenose, vaskuläre Anomalien, vaskuläre Tumore, Aortenstenose, andere Ursachen, welche Turbulenzen im Blutfluss bedingen
Muskulär oder anatomisch Myoclonus der palatinalen Muskulatur, Spasmus des M. stapedius oder M. tensor tympani, Dysfunktion der Eustachiac-Röhre
Spontan Spontane otoakustische Emissionen
Subjektiver Tinnitus

Mögliche Ursachen

Otologisch Lärminduzierter Hörverlust, Otosklerose, Morbus Meniere
Neurologisch Schleudertrauma, Akustikusneurinom, andere Kleinhirn-Brückenwinkel-Tumore
Infektiös Otitis media, Lyme-Erkrankung, Meningitis, Syphilis, andere entzündliche Erkrankungen, die das Hörvermögen beeinträchtigen
Medikamentös Nebenwirkungen von Salicylaten, nichtsteroidalen Antiphlogistika, Aminoglykosiden, Schleifendiuretika, Chemotherapeutika
Kranio-mandibuläre Störungen der Funktion des Kiefergelenks, tonische Kontrakturen der Kaumuskulatur, Anomalien der Bisslage

Costen-Syndrom
http://www.tinnitus-liga.de ; Selbsttest
Akuter Tinnitus ist ein medizinischer Eilfall

Tissue engineering
"künstliches Gewebe aus dem Reagenzglas"; so liefert T. e. z.B.: autologe Transplantate der Mundschleimhaut: Aus einem kleinen Biopsat der Mundschleimhaut werden unter besonderen Bedingungen autologe Transplantate gezüchtet die nach frühestens drei Wochen weiteren Einsatz finden. Die Anzüchtung der autologen Transplantate erfolgt mit Hilfe der Entnahme eines vier bis acht Kubikmillimeter großen Biopsates der Mundschleimhaut und 40 Milliliter venösem Blutes des Patienten. Mit den Methode des T. e. gelingt die Herstellung des Transplantates in etwa drei Wochen. In steriler Kochsalzlösung werden die Zellen in ein Gewebekulturlabor transportiert. Das Gewebe wird desinfiziert, gewaschen und in Kulturflaschen ausgebracht. Nach zwei Wochen werden die Kulturen auf eine Matrix aufgetragen, die mit Gingivakerationozyten besät wird. So wachsen Gewebeverbände heran, die bis zu 15 Quadratzentimeter groß werden können. Die Ergebnisse der autologen Mundschleimhaut-Transplantationen werden bisher als gut beurteilt, ohne jedoch auf Langzeituntersuchungen zurückgreifen zu können Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass die Differenzierung des Mundschleimhaut-Transplantates durch das darunter liegende Bindegewebe bestimmt wird, so dass es sich den gegebenen Bedingungen anpassen kann.
Prinzip des T. e.:


Auch neuer Kieferknochen kann mit T. e. gezüchtet werden. Dabei läuft, vereinfacht ausgedrückt, folgendes ab: Unter örtlicher Betäubung werden mehrere, etwa ein Quadratzentimeter große und einen Millimeter dünne, Stücke Knochenhaut vom eigenen Kiefer abgelöst und mit dem eigenem Körperblut vermischt im Labor zu dreidimensionalen Knochenchips herangezüchtet. In etwa fünf bis acht Wochen entstehen so Fingernagelgroße "Knochenchips" mit jeweils etwa 1,5 Millionen vitaler Knochenzellen. Mehrere dieser Chips werden dem Patienten dann eingesetzt und verwachsen innerhalb von 4-5 Monaten sowohl miteinander, als auch mit dem vorhandenem Kieferknochen und stimulieren zusätzlich die körpereignen Knochenneubildung. Da es sich komplett um körpereigenes Gewebe handelt, sind zum Einheilen ideale Vorraussetzungen gegeben. Langzeituntersuchungen zu dieser bestechenden, aber extrem teuren "Knochenanzucht" liegen bisher noch nicht vor.
Studienergebnisse sind vielversprechend, jedoch steht der logistische Aufwand, das enge therapeutische Zeitfenster der Transplantation und die hohen Kosten einem routinemäßigen Einsatz in der Praxis derzeit (2010) entgegen. Es ist weiterhin noch viel Forschungsbedarf vorhanden.
Harvest BMAC, Knochenersatzmaterialien, regenerative MedizinSchleimhauttransplantat
http://www.bag.admin.ch/transplantation/00698/02594/index.html?lang=de

Titan
Ti, engl.: titanium; Leichtmetall mit einer Dichte von 4,5 g/cm3, etwa viermal leichter als Gold; zusätzlich im Gegensatz zu anderen Metallen mit einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit behaftet. 1791 entdeckt, aber erst Mitte des 20. Jhds. in der industriellen Fertigung zu finden, da die Herstellung von technisch reinem T.cp  (cp=commercial pure) wegen dessen hoher Affinität zu den Luftkomponenten Sauerstoff und Stickstoff erst durch das Kroll-Verfahren (Reduktionsverfahren) ermöglicht wurde. T. gilt als besonders korrosionsstabil und weist eine hohe Biokompatibilität auf. Ursache dafür ist die Tatsache, dass T. im Kontakt mit Luft, Wasser oder auch Körperflüssigkeiten spontan eine Oxidschicht ( Passivschicht) bildet und so das Grundmetall vor jeglichen Einflüssen schützt. Selbst bei einem Abrieb - z.B. beim Kauen - wird diese Schutzschicht innerhalb von Millisekunden wieder regeneriert (sog. Repassivierung). Eine Ausnahme bildet der Kontakt mit Fluorbestandteilen aus Prophylaxepräparaten (Zahnpasten, Mundspüllösungen, usw.) mit niedrigem pH-Wert, hier sind Korrosionserscheinungen zu erwarten, deren Auswirkungen bisher wissenschaftlich noch nicht befriedigend eingeordnet werden können. Fest steht bisher, dass diese Korrosionen im sauren Milieu eine oberflächliche Aufrauung bewirken, welche der schädlichen Plaque einen verbesserten Halt bietet.
Weiter ist bekannt, dass bei gleichzeitiger Verwendung edelmetallhaltiger Legierungen in der Mundhöhle T. als Anode dient und korrodieren kann; hingegen wird T. in Verbindung mit edelmetallfreien Legierungen zur Kathode und bleibt stabil - die Korrosion findet in solchen Fällen zu Lasten der anderen Metalle statt.
Heute eines der universellen Metalle in der Medizintechnik (Gelenkersatz, Herzklappen usw.). In der ZHK Einsatz von industriell vorgefertigten Komponenten (z.B. Implantate) oder individuell hergestellten Zahnersatz-Komponenten mittels Gusstechnik oder CAD/CAM-Verfahren, wobei die Gusstechnik signifikant höhere Härtewerte zeigt.
Allergische Reaktionen auf Ti haben eine geschätzte Prävalenz von 0,6%, sind somit äußerst selten (s.u.).
In der Medizintechnik kommen heute aus versch. Gründen Titanlegierungen zum Einsatz, welche deutlich höhere Festigkeitswert aufweisen.
Um Ti in einer ansprechenden Qualität zu fertigen, sind CAD/CAM-Verfahren erforderlich; Gussverfahren in zahntechnischen Laboratorien sind nicht anzutreffen. Von dem Materialeinsatz her gibt es zwei Varianten:

Funkenerosion, Implantat, Legierung, NEM, Passivschicht, Tantal, TPS-Implantat

Titan-Trauma-Schiene
TTS, engl.: titanium-trauma-splint; von der Firma Medartis, Basel, hergestelltes Produkt zur Behandlung von traumatischen Zahnverletzungen. TTS wurde in Zusammenarbeit mit der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie in Bern (CH) entwickelt für einfache, anwenderfreundliche Handhabung bei der Stabilisation reponierter oder replantierter Zähne. Im Vergleich zu herkömmlichen Schienensystemen bietet TTS viele Vorteile in Bezug auf Handhabung und Patientenkomfort. Die aus Rein-Titan bestehende, formbare Schiene wird mit Komposites an den unverletzten Nachbarzähnen befestigt.
http://www.andreas-filippi.ch/pdfs/traumatologie_im_milch_und_wechselgebiss.pdf

Titer
in der Medizin; weitestgehende Verdünnung eines Stoffes (z.B. Antigen, Antikörper, Virus) bei dem noch eine Reaktion nachweisbar ist. Gilt als ein Zeichen der Immunität.

TMD
1.) TMJD, TemporoMandibuläre Dysfunktion (= Schläfenbein-Unterkiefer Störungen), Kiefergelenks-Funktionsstörung, engl.: temporomandibular dysfunktion; Oberbegriff, der verschiedene klinische Probleme des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur sowie der umgebenden Strukturen umfasst.
pharmakologisch: TagesMaximalDosis.
Schmerzen und Geräusche im und um das Kiefergelenk sowie eingeschränkte Mundöffnung sind typische Zeichen der TMD; Einteilung in Muskel/Sehnenschmerz, akuter Gelenkschmerz und Arthritis/Arthrose. Frauen zwischen 18 u. 40 Jahren stellen den Hauptanteil an "TMD-Patienten".
Untersuchungen belegen, dass es sich bei der TMD um ein vielfältiges Geschehen handelt: Stress, parafunktionelle Aktivität, Trauma, okklusale Störungen sowie die individuelle Fähigkeit des Patienten zur Adaption werden als ursächlich diskutiert. Unklarheit besteht jedoch nach wie vor darüber, welche Rolle die einzelnen Faktoren für die Ausbildung des Krankheitsbildes spielen - entsprechend vielfältig sind auch entsprechende Therapien, die bisher insgesamt wenig Evidenz aufweisen. Dabei besteht heute (2004) z.T. die Meinung, dass der Einfluss der Okklusion auf typische TMD-Beschwerden weit größer ist als bislang angenommen, und dass sich bei betroffenen Patienten eine Schienenvorbehandlung ( Aufbiss-Schiene) für die Abschätzung therapeutischer Erfolge gut eignet; Einschleifmaßnahmen bringen dagegen häufig nicht den gewünschten Erfolg. Andere Untersuchungen zeigen das direkte Gegenteil: Dass es nämlich keinen signifikanten Zusammenhang zwischen TMD und Freiendlücken bis hin zum Fehlen aller Backenzähne und Schmerzen in der Kiefergelenksregion gibt. Insbesondere bei chronischen Krankheitsverläufen gewinnt die Physiotherapie mit ihrer Möglichkeit zur einfachen häuslichen Mitarbeit durch den Patienten zunehmend an Bedeutung und gilt inzwischen als 1. Wahl. Ziel der häuslich auszuführenden Übungen ist es, den Muskeltonus zu reduzieren und die Mobilität zu verbessern. Der Patient wird dabei u.a. zur gelenkschonenden Verhaltenstherapie angeleitet: Parafunktionelle Aktivitäten und Habits sollen bewusst wahrgenommen werden, so dass aktiv an der Entspannung der Gelenkstrukturen mitgearbeitet werden kann. kognitive Verhaltenstherapie
Während für die medikamentöse Therapie der Gelenksschmerzen zahlreiche bewährte Wirkstoffe aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) und Antidepressiva zur Verfügung stehen, sind diese bei den wesentlich häufigeren Myalgien unwirksam. Muskelrelaxanzien sind zwar wirksam, weisen aber teilweise unerwünschte Wirkungen auf (Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit, Suchtpotential). Der neue Wirkstoff Flupirtin (Handelsname: Katadolon®) lässt sich keiner bekannten Substanzklasse zuordnen und hat einen anderen Mechanismus als die NSARs: Es ist ein zentral wirksamer Kaliumkanalöffner, der die Erregungsweiterleitung an Schmerz verarbeitenden Nervenzellen hemmt. Zusätzlich zu seiner analgetischen Komponente hat Flupirtin muskelrelaxierende Effekte.
Ein weiterer Behandlungsansatz besteht in einer kognitiven Verhaltenstherapie.
Eine groß angelegte Feldstudie in Pommern zwischen 1997 u. 2006 („Study of Health in Pomerania“ (SHIP)) konnte keinen Beleg dafür erbringen, dass Menschen mit Zahnfehlstellungen ein erhöhtes Risiko haben, auch Kiefer- und Gesichtsschmerzen zu bekommen. Anders verhielt es sich mit den Merkmalen Schulbildung und Geschlecht. Hier ließ sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen diesen Faktoren und dem Auftreten von Kiefergelenksymptomen beobachten. Gut Ausgebildete leiden doppelt so häufig und Frauen 1,5-mal häufiger an TMD als die übrige Bevölkerung. Auf der anderen Seite – auch das ein Ergebnis der Studie – gibt es sogar Zahnfehlstellungen, die das TMD-Risiko senken können: Eine lückige Zahnstellung ohne Zahnverlust, aber auch das Zähneknirschen erweisen sich als Faktoren, die weniger häufig mit Kiefergelenkproblemen verbunden sind.
2.) Abk. von Tages-Maximal-Dosis (Menge eines Stoffes/Pharmakons), der täglich verabreicht werden darf.
Analgetika, Äquilibrierungsschiene, CMDFunktionsanalyse, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), Kiefergelenkbeschwerden, kognitive Verhaltenstherapie, Myoarthropathien, Okklusion

TMJ ; TemporoMandibular Joint, engl. Abk. für Kiefergelenk

TMJ Artikulator
nicht-anatomischer Artikulator
, einer der bekanntesten, volljustierbaren Artikulatoren nach dem Prinzip der Gravierung der Unterkieferbewegungen mittels intraoraler Stützstiftregistrierung. Weiter ist die Schneidezahnführung individuell ausformbar.
Artikulator

TMJD , temporomandibuläre Dysfunktion, Abkürzung von "temporomandibular muscle and joint disorder";   TMD

TMS-Stiftchen ; TMS-Schräubchen, (TMS = THREAD MATE SYSTEM),  engl.: TMS® LINK Series® (parapulpal pin); parapulpäre Schrauben ; http://www.coltene.com/download.php?file_id=4153


zu Tn-Tz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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