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Sabouraud Zähne
engl.: Sabouraud's teeth, Moon's molars; französischer Hautarzt (1864-1938); brustwarzenähnliche Verdickung an der Innenfläche der ersten oberen Backzähne bei bei angeborener Syphilis.
Fournier-Zähne, Hutchinson-Trias, Lues connata, Maulbeermolar, Schmelzperle

Saccharase
engl.: do. o. sucrase; im Speichel vorkommendes Enzym zur Spaltung des gewöhnlichen Zuckers in seine Hauptbestandteile Traubenzucker und Fruchtzucker.

Saccharin
engl.: do.; erster industriell hergestellter Süßstoff, C7H5NO3S; S. wird vom menschlichen Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden (innerhalb von 24 Stunden sind 90% wieder eliminiert). Deshalb ist S. praktisch kalorienfrei und wie alle Süßstoffe auch für Diabetiker verträglich. Gegenüber Haushaltszucker (Saccharose) beträgt die Süßkraft von Saccharin das 450- bis 550-fache. Die Wirkung von Saccharin kann durch eine Säurezugabe verstärkt werden. In geringen Konzentrationen schmeckt Saccharin sehr süß. Bei hohen Dosen nimmt der Süßgeschmack jedoch stark ab und ein typisch bitter-metallischer Nachgeschmack entsteht. Spült man den Mund dann mit Wasser aus, so kehrt sich das Geschmacksempfinden wieder um und man nimmt einen sehr intensiven, süßen "Wasser-Geschmack" wahr. Die Süßkraft geht bei Temperaturen über 150 Grad Celsius verloren.
Zucker, Zuckerersatzstoffe
http://www.assugrin.ch/

Sachleistung
engl.: benefit (payment) in kind; Schlagwortbezeichnung für den Kostenfluss in der
Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei dem überwiegenden Teil der Leistungen: Die Gesetzliche Krankenkasse bzw. deren Versicherte schulden dem (Zahn-)Arzt nicht die Kosten einer Behandlung, sondern die medizinischen Leistungen werden über Vertragszahnärzte den Versicherten zur Verfügung gestellt; es besteht für die Versicherten ein sog. Sachleistungsanspruch auf der Grundlage des BEMA. Hierfür wird von den Kassen die sog. Gesamtvergütung an die kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) gezahlt, welche diese Summe nach einem komplizierten Schlüssel an ihre Vertragszahnärzte verteilt. Das Sachleistungsprinzip verpflichtet die Vertragspartner, eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts in zumutbarer Entfernung sicherzustellen ( Wirtschaftlichkeitsgebot).
Im Sachleistungssystem besteht ein Vertragsverhältnis zwischen Zahnarzt und Krankenkasse. Wer als
Vertragszahnarzt arbeitet, muss die bestehenden Verträge und Richtlinien einhalten und deren Änderungen akzeptieren. Bei Nichtbefolgung drohen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Entzug der Zulassung.
Z.Zt. (2009) besteht eine 100%ige Sachleistung bei chirurgischen (z.B. Zahnziehen, Kieferoperationen) und konservierenden (z.B.Standard-
Füllungen, Untersuchungen, Zahnsteinentfernung) Eingriffen; kieferorthopädische Behandlungen gelten als "Sachleistungen besonderer Art" und bedeuten prozentuale Zuzahlung der Kasse zu fest vereinbarten Gebühren ( BEMA). Zahnersatzleistungen ( Festzuschuss) sind ab 1.1.2005 eine reine Geldleistung.
Chip-Karte, Einzelleistungsvergütung, Fallpauschale, Festzuschüsse, Gesamtvergütung, Kassenabrechnung, Kopfpauschale, Kostenerstattung, Patientenquittung, Regelversorgung, Vertragszahnarzt, Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
SpecialZahnwissen-Festzuschüsse ab 2005



Zahlungsfluss bei einer unbudgetierten Sachleistung




Zahlungsfluss bei einer budgetierten Sachleistung

Sachverständigenprüfung
engl.: experts inspection; nach der Röntgenverordnung alle 5 Jahre vorgeschriebene technische Prüfung der Röntgeneinrichtung in der Praxis (sog. "Röntgen-TÜV")

Sachverständigenrat
für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (SVR KAG), ab 2004 als Folge des
GMG mit neuer Bezeichnung: Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, engl. etwa: board of experts for the investigation of the development in the health service; aus Wissenschaftlern versch. Fachrichtungen bestehendes Beratergremium des Bundesgesundheitsministeriums für gesundheitspolitische Fragen. Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren Gutachten ( http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten/Uebersicht/Uebersicht.htm) zu erstellen und in diesem Rahmen:
die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren,
unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln,
Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie
Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.
Rechtsgrundlage ist das
SGB V, §142 .
Zeitgleich mit dem neuen Namen hat der Rat auch einen neuen Sitz angenommen: Rochusstraße 1, 53123 Bonn,
http://www.svr-gesundheit.de

Sachverständiger , engl.: expert; Gutachter

Sägemodell
engl.: saw model; zahntechnisches
Arbeitsmodell zur Herstellung von Präzisionsarbeiten (Brücken, Inlays, Kronen). Das aus einem spez. Hartgips bestehende Modell besteht in der Grundform aus zwei Teilen: dem eigentlichen Sockelmodell und dem darauf in einem zweiten Arbeitsgang aufgegossenen Zahnkranz, welcher pro Zahn, auf dem die Restauration durchgeführt werden soll, mit konischen Metallstiften ("Modellstiften") - sog. Dowel pins - versehen wird. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die mit Pins versorgten Gipszähne aus dem übrigen Zahnkranz herausgesägt und lassen sich jetzt einzeln (sog. Dowel pin Stümpfe) zur Bearbeitung aus dem Grundmodell herausnehmen.
Galvanostegie, Modell




die Elemente des Zahnkranzes bestehen aus einem hellbraunen Gips

sagittal
Pfeilrichtung, lat.: sagitta = Pfeil, engl.: do.; anatomische Körperrichtung, nach dem Wortursprung her vom Rücken her Richtung Bauch bzw. von Hinten nach Vorn (Flugbahn, welche von einem auf den betreffenden Körper abgeschossenen Pfeil bestimmt wird). Entspricht häufig der horizontalen Ebene. In der ZHK z.B. verwendet bei der Ausdehnung des Kiefers in seiner Längsrichtung ("in sagittaler Richtung").
Sagittalebene, Zahnflächen

Sagittalebene
engl.: sagittal plane; Körperlängsachsen-Ebene "von hinten nach vorn" (s. Abb.). Steht senkrecht zur Frontal- und Transversalebene. Dabei teilt die mediane Sagittalebene ( Medianebene) den Körper bzw. Schädel in etwa zwei gleich große, spiegelbildliche Körperhälften ("links" u. "rechts")
Körperebenen, sagittal

sagittale Spaltung
engl.: sagittal splitting; zu den Umformungs-Osteotomien zählende Durchtrennung von Knochen in
sagittaler Richtung ( Sagittalebene); angewandt i.d.R. bei der operativen Beseitigung einer Progenie (mandibuläre Pro- oder Retrognathie); 1942 erstmals durch Schuchardt beschrieben und 1955 durch Obwegeser modifiziert. Dieser Eingriff wird meist am aufsteigenden Ast des Unterkiefers - unter Variationen, z.B. nach Obwegeser-Dal-Pont - durchgeführt. Nach Durchtrennung und Mobilisation wird der Unterkiefer in die gewünschte Okklusion gebracht. Die Fragmente werden durch Schrauben oder Schraubenosteosynthese funktionsstabil fixiert. Vereinzelt auch bei der Entfernung sehr ungünstig liegender (tief impaktierter) Weisheitszähne vorgeschlagen.
Als Komplikationen nach derartigen Eingriffen werden Sensibilitätsstörungen berichtet; diese scheinen bei Frauen und mit zunehmenden Alter stärker aufzutreten, stehen aber in keinem Verhältnis zu dem positiven funktionellen und kosmetischen Ergebnis.
Osteosynthese, Schlüsselschiene



Salicylsäure
Spirsäure
, 2-Hydroxybenzoesäure; Grundsubstanz für die Herstellung von Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®). Wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung u.a. als keimhemmender Zusatz in Mundwässern.
http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_salic.htm

Salivation
Speichelfluss, Speichelsekretion, engl.: do.; die Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen; einen verminderten Speichelfluss bezeichnet man als Xerostomie, einen vermehrten als Ptyalismus.
Speichelmenge

Salutogenese
Gesundheitsentwicklung
, (von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und von griechisch genesis für Geburt oder Ursprung), engl.: salutogenesis; durch den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er Jahren des letzten Jhds. eingeführter Begriff für eine neue Betrachtungsweise des Begriffes "Gesundheit" als Abgrenzung zu dem Begriff Pathogenese. So wird nach dem Salutogenese-Modell Gesundheit nicht als Zustand, sondern als ein mannigfaltiger Prozess verstanden.
ausführlich: http://www.idz-koeln.de/

Salzfluoridierung
Kochsalzfluoridierung, Speisesalzfluoridierung, engl.: salt fluoridation
, fluoridation of table salt; heute gebräuchliche Art der systemischen u. lokalen Fluoridzufuhr zur Kariesprophylaxe; 1955 in der Schweiz eingeführt: einem handelsüblichen Speisesalz werden etwa 250 mg/kg Salz einer Fluoridverbindung (meist in Form von Natrium- oder Kaliumfluorid) beigemischt. Bäckereien, Lebensmittelindustrie, Restaurants und Kantinen dürfen derart angereichertes Salz nur mit besonderer Genehmigung verwenden.
Da der tägliche Kochsalzbedarf jedes Menschen ab dem 3. Lebensjahr gewichtsabhängig ähnlich ist (die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen oberen Richtwert von sechs Gramm Kochsalz pro Tag an), lässt sich die tägliche Fluoridaufnahme gut dosieren, eine Vergiftung durch
Überdosierung ist bei einem normal veranlagtem Menschen ausgeschlossen. In Deutschland seit 1991 erlaubt*) und überwiegend in der Kombination mit Jod angeboten. Sie gilt als sinnvoller Baustein der Kariesprophylaxe. Mit 69 Prozent Marktanteil ist fluoridiertes Jodsalz das meistgekaufte Haushaltssalz (2008). Weltweit ging man 2011 davon aus, dass ca. 300 Millionen Menschen (davon in Europa ca. 80 Mil.) diese Präventionsform regelmäßig benutzen
Nebenstehendes Dosierungsschema wird heute (2009) von den Fachleuten präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer
Fluoridanamnese.
Untersuchungen belegen eindeutig, dass Speisen, die mit fluoridiertem Speisesalz zubereitet wurden, bis zu 30 Minuten zu einer signifikanten Erhöhung des Fluorids im sog. Mischspeichel (natürlicher Speichel + aufgelöstes fluoridiertes Kochsalz aus den Speisen während des Kauakts) führen. Diese Wirkung entspricht der wie nach der gründlichen Zahnreinigung mit einer fluoridierten Zahnpasta. Ohne diese Supplementierung beträgt die Fluoridkonzentration unter fluoridarmen Lebensbedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta, kein angereichertes Speisesalz usw.) im Mittel nur 0,02 mg/l. Ebenfalls lässt sich dieser Wert durch eine systemische Fluoridzufuhr (Tabletten) nur unwesentlich erhöhen. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
*):
Damit fluoridiertes Speisesalz in Deutschland hergestellt und vertrieben werden kann, ist eine Ausnahmegenehmigung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erforderlich, welche derzeit bis 2011 gilt. Darin ist festgelegt, dass pro kg Speisesalz 250 mg Kalium- oder Natriumfluorid zugesetzt werden dürfen. Nach wie vor darf das als Jodsalz mit Fluorid im Lebensmittelhandel erhältliche Salz aber nur in Haushaltspackungen hergestellt und vertrieben werden. In Mensen und Kantinen ist der Einsatz von Fluoridsalz bereits auf Basis einer Ausnahmegenehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erlaubt, in der Gastronomie hingegen nicht.
Ernährungsempfehlungen, Fluoridanamnese, Fluoride, Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen, Jodsalz, Natriumchlorid
Lebenszeitkosten der Karies unter Einfluss von Fluoridprophylaxe o. ©: www.zahnheilkunde.de
Fluoridiertes Speisesalz spielt eine entscheidende Rolle bei der Fluoridversorgung der Zähne
Kariesprophylaxe in Deutschland: Zwei Drittel der Deutschen verwenden Fluoridsalz (Kariesvorbeugung.de , 2017)
 Kariesprophylaxe mit Fluoriden - Ratgeber für den Praxisalltag (Kariesvorbeugung.de , 2014)
 

 

 



Dosierungs-
empfehlungen



starker DMF-T Rückgang in ausgewählten Ländern

SAM Artikulator
Produkt der SAM Präzisionstechnik GmbH, München; auch Abk.: von Schul-Artikulator-München; zu den halbindividuellen (laterale und protrusive Bewegungen) Artikulatoren gehörendes Hilfsmittel vom Arcon-Typ

Sammelabformung ; Fixationsabformung, Überabformung

Sandarak
Harz des in Nordafrika heimischen Zypressengewächses Sandarak (Resina sandaraca); im Aussehen dem nahe verwandten Lebensbaum (Thuja) ähnelnd. Gelegentlich als Bestandteil von Komposites-Abdruckmassen; historisch: zur Blutstillung in Alveolen.

Sandstrahlpräparation ; Pulverstrahlgeräte

Sandwichabformung , engl.: sandwich impression (two phase impression); andere Bezeichnung für eine einzeitige Zweiphasenabformung

Sandwichfüllung
Verschluss einer Kavität mit zwei miteinander verträglichen plastischen Füllungsmaterialien, z.B. als untere Füllungsteil wegen der guten Dentinhaftung mit einem Glasionomerzement (GIZ) und darüber wegen der guten Ästhetik mit einem Komposite. Nicht zu verwechseln mit der Sandwichtechnik.

Sandwich-Osteoplastik , Sandwich-Plastik; engl.: sandwich-osteotomie; Augmentation, Einlagerungsosteoplastik

Sandwichschiene
zu den Äquilibrierungsschienen zählender Aufbissbehelf. Eine nicht eingeschliffene (Miniplast-)Schiene wird schrittweise durch Auftragen von kalthärtendem Kunststoff im Mund in eine Äquilibrierungsschiene übergeführt.

Sandwichtechnik
Schichttechnik,
Mehrschichttechnik, Schichtverfahren, Inkrementtechnik; engl.: laminating; gebräuchliches Vorgehen beim Legen einer größeren Komposite-Füllung zur Qualitätsverbesserung: das Material wird nicht auf einmal in die Kavität, sondern in Schichten eingebracht und jeweils polymerisiert, um so eine materialbedingte Schrumpfung so gering wie möglich zu halten. Ein hoher Anteil gebundener Oberfläche (C-Faktor) durch die Kavitätenwände erhöht die Gefahr des Adhäsionsverlustes durch Schrumpfungskräfte und fördert dadurch eine Randspaltbildung und Zahnwandfrakturen.
Weiter lassen sich mit derartigen Techniken unter Verwendung von verschieden gefärbten und/oder lichtdurchlässigen Keramik- oder Kunststoffmassen (Sandwichfüllung) die natürlichen Gegebenheiten eines Zahnes imitieren. Anwendung direkt im Mund beim Legen von zahnfarbenen Füllungen (i.d.R. mit Komposites) oder im Dentallabor bei der Anfertigung von Kunststoff- oder Keramikverblendungen.
C-Faktor, Komposite, Lichthärtung, Lichtkeil, Polymerisationsschrumpfung, Sandwichfüllung, Schneidekantenaufbau

Sanguinarin
engl.: sanguinarine; Alkaloid, welches aus dem kanadischen Blutwurz (Sanguinaria canadensis) gewonnen wird und
plaquehemmende Eigenschaften besitzen soll. S. ist ein Hemmstoff der Acetylcholinesterase; in hohen Dosen hat es strychninartige Eigenschaften.
Gelegentliche Verwendung in
Zahnpasten und Mundspüllösungen. Da in den handelsüblichen Präparaten neben S. in der Regel auch Zinkverbindungen enthalten sind, ist keine eindeutige Aussage darüber zu treffen, ob dem S. allein die behauptete Wirkung zukommt.

Sanierung
Gebisssanierung; engl.: dental sanitation; Oberbegriff für die Durchführung aller zahnärztlich notwendigen Maßnahmen (
Extraktionen, Füllungen, Zahnersatz, Rekonstruktionen, parodontologische Maßnahmen usw.) in einem (dringend) behandlungsbedürftigen Gebiss.
Begriff auch noch gebraucht im Zusammenhang mit der umstrittenen Lehre von den
Herderkrankungen: So spricht man von einer Herdsanierung, wenn alle potentiellen Herde - meist chirurgisch - entfernt werden.
Unter Sanierungsgrad versteht man das Verhältnis gefüllter (oder überkronter) Zähne zu kariösen oder/und ungefüllten Zähne in einem Gebiss.
Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende, einzeitige Therapie in
Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung, Mundhygiene, Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinbetäubung erfolgen können.
Erhaltung von Milchzähnen, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Narkose, Osteomyelitis,




dringend
sanierungsbedürftiges
Gebiss bei einem 20-jährigen. Patient erschien in der Praxis, um sich die
Zähne bleichen zu lassen.




desolates Gebiss

Sapientes , dentes sapientes , vom lat. sapiens = weise; Weisheitszähne

Saporimetrie , Gustometrie, engl.: saporimetry; Geschmacksmessung der geringsten schmeckbaren Menge einer Substanz mit chemischen oder elektrischen Methoden. Geschmack, http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H157/t2.pdf

Sargenti-Methode
engl.: Sargenti's (N2) method, N2 method of Sargenti; spezielles, heute wenig gebräuchliches Verfahren im Rahmen einer
Wurzelkanalbehandlung mit einer Formaldehyd-enthaltenen Paste. Sie beruht auf der Annahme, dass es nur einem Gas möglich ist, alle Verzweigungen des Wurzelkanalsystems zur Abtötung von Keimen zu erreichen. Benannt nach dem Zahnarzt Dr. Angelo Sargenti (Locarno, CH, *1917 - †1999), welcher 1948 in Zürich unfangreiche klinische Untersuchungen über N2 durchführte.
Die Merkmale der Sargenti-Methode sind (nach Dr. Teeuwen in DZ 1/2014):
"- Keine Kanalspülungen
- Nur Verwendung des Reamers als WK-Instrument
- Kofferdam nur bei manuellen Manipulationen aus Sicherheitsgründen
- Verwendung des stark antimikrobiell wirksamen N2 als WF-Mittel (im Pulver mit EU-Zulassung 6/1998 für Prozent Formaldehyd als „medical device“)
- WKB in einer Sitzung wird angestrebt (bei VitE kein Problem; bei avitalen Zähnen mit Zurückhaltung – bei Letzterem auf jeden Fall in gleicher Sitzung vollständige WK. Alternativ in einer Sitzung mit Abschluss Schrödersche Lüftung. Die Lüftung umfasst nach Sargenti ein breiteres Anwendungsspektrum: Prophylaxe von Schmerzen bei der WKB von avitalen Zähnen in einer Sitzung und nach Überfüllung einer VitE – ansonsten aber auch zur Therapie von Schmerzen)
- Laut Dr. Sargenti ist eine Pointverdichtung der WF nicht nötig. Die WF sieht dann aber auf der Röntgenaufnahme besser aus."

N2, Wurzelkanalbehandlung
Die N2-Methode nach Sargenti ist seit über 50 Jahren Praxisalltag
Alt und bewährt – aber nicht unumstritten

SÄT , Säure-Ätz-Technik, Schmelzätzung, Schmelzätzverfahren Adhäsivtechnik

Satellitenimplantat
engl.: saddle implant; Bezeichnung für eine spezielle Implantatart mit zusätzlichen seitlichen Halteelementen ("Satelliten") auf der Knochenoberfläche, welche eine sofortige Belastbarkeit ermöglichen soll. Bei der an der Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Göttingen entwickelten Methode werden die Aufbauteile des Zahnersatzes - das Zentralimplantat - über Mikroplatten, die unterhalb des Zahnfleisches verlaufen, auf dem Knochen zusätzlich verankert und so seitlich stabilisiert; bisher ohne Langzeiterfahrung.
Implantat
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/63308/

Sattel
engl.: denture saddle; Prothesensattel,
1.) Schlagwortbezeichnung für einen Prothesenteil, welcher einen Bezirk des Kiefers mit künstlichen Zähnen versorgt; der Teil einer Prothese, welcher dem unbezahnten Kiefer aufliegt. Je nach Lückensituation spricht man von einem Freiendsattel oder Schaltsattel (s. Abb.)
2.) interdentaler, auch: Col: ist eine Verschmelzung des Saumepithels zweier Nachbarzähne; Bezeichnung für den unter dem Kontaktpunkt liegenden Teil der Interdentalpapille, welche in
transversaler Ebene einen sattelförmigen Einzug aufweist. Form und Ausdehnung werden durch den Interdentalraum bestimmt; das Epithel ist nicht verhornt.

 




Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates

Sattelbrücke , engl.: full ridge lap bridge Brückenglied

Sattelfüllung ; MOD-Füllung

Sattelnase
engl.: saddle-shaped nose; Einsenkung des Nasenrückens bedingt durch eine mangelhafte Abstützung der tragenden Nasenscheidewand. Derartige Formveränderungen können angeboren oder erworben sein. Bei größeren deformitäten kann hierdurch die Nasenatmung stark beeinträchtigt sein. Recht gute Erfolge mit einer Nasenplastik in Verbindung mit einem Knorpeltransplantat. Abbildung

Sattelwinkel
Sphenoidalwinkel; Maß für die die Größe der Schädelbasisknickung. Gebildet aus den Punkten Nasion, Sella und Basion (= zentraler Sattelwinkel). Bedingt durch seinen aufrechten Gang hat der Mensch die größte Schädelbasisabknickung (Winkel zwischen 90° u. 116°)

Sauer Notverband
nach dem Berliner ZA Carl Sauer (1835-1892) benannte Notschienung zur vorübergehenden Ruhigstellung eines Kieferbruchs. Eine im Mund grob angepasste stabile Drahtschiene wird mittels Ligaturen an den Zähnen eines Kiefers befestigt.
Kieferbruch

Sauger
Prothesensauger, "Gummisauger", Rauhe-Sauger, engl: (vacuum) suction cup ; etwa Fingernagel-großes Gummiplättchen an der Unterseite einer Oberkiefer-Vollprothenen-Basis zur Verbesserung des Prothesenhalts. Die früher in schwierigen Fällen übliche Anwendung gilt heute wegen besserer Abdruckmethoden, augmentativen Aufbauten, Implantaten, Haftcremes usw. als obsolet. Dies besonders deshalb, weil die nur punktuellen Kräfte des S. zu starken Resorptionen (Saugerimpressionen bis hin zum Durchbruch des Gaumendaches) am Kieferknochen führen.
Ohne dieses gummiartige Hilfsmittel kommt die sog. Saugkammer aus: es wird in die Gaumenbasis einer OK-Vollprothese ein Hohlraum eingearbeitet, welcher den Unterdruck erhöhen soll. Ebenfalls obsolet, da die Gaumenschleimhaut in diesen Hohlraum wuchern kann.
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/05/05H160/t5.pdf

Saughaftung ; Halteelemente (Vollprothese)

Säuglingsosteomyelitis
Zahnkeimosteomyelitis, engl.: osteomyelitis in infants; hauptsächlich von Streptokokken ausgelöste Knochenmarkentzündung mit nicht vollständig geklärtem Infektionsweg; auch isoliert am Oberkiefer mit Sequestrierung von Zahnkeimen auftretend; primär hämatogene Ausbreitung durch Keimeinschwemmung aber auch durch kleine Verletzungen in der Mundhöhle möglich. Eine antibiotische Therapie muss schnell begonnen werden, bevor sich Eiter als Zeichen von Nekrosen entwickelt, welche dann zu einer Zahnkeimschädigung/-verlust und Wachstumsstörungen mit Deformierungen des Oberkiefers und Gesichtsasymetrien führen können.
Osteomyelitis
http://osteomyelitis.universimed.com/ 

Saugspülung
spez. Form einer Wurzelkanalspülung: mittels einer Doppelstromkanüle wird der Wurzelkanal gespült und die austretende Spülflüssigkeit mit derselben Kanüle gleichzeitig abgesaugt

Saumepithel
"Verbindung" der Gingiva mit dem Zahn
, Verbindungsepithel, engl.: dental or gingival epithelium; kragenförmige Verwachsung des Mundhöhlenepithels mit dem aus der Zahnschmelzbildung stammenden Epithelresten des Schmelzorgans. Während das sichtbare Gingivaepithel (= äußeres oder orales Saumepithel) verhornt, geht es am Zahnfleischrand in das innere Saumepithel unter Bildung einer 1-2 mm tiefen Rille (Sulkus, "Zahnfleischtasche") über und bildet mit dem Zahn durch den sog. Epithelansatz eine für den Körper "dichte" Verbindung ( dentogingivaler Verschluss), welche keine Mundhöhlenbakterien in das Körperinnere eindringen lässt. Dabei sind die S.-Zellen über sog. Hemidesmosomen (punktförmiger fester Haftkomplex) mit der dem Zahn adhäsiv aufliegenden  Basallamina verknüpft.
Bei Erkrankungen des Zahnhalteapparates ( Parodontitis marginalis) erfolgt eine Umwandlung des S. in das Taschenepithel
dentogingivaler Verschluss, Gingiva, Gingivitis, Parodontalbehandlung, Sulkus, Schmelzorgan, Taschenboden, Zahnfleischtasche



Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates

Säure-Ätz-Technik, SÄT Adhäsivtechnik

SBI
Sulkus-Blutungs-Index
, engl.: sulcus bleeding index; 1971 von Mühlemann vorgestellter
Index, der die Sondierungsblutung (aus der Zahnfleischtasche) in 6 Stufen unterteilt und zusätzlich die Schwellung und Rötung des Zahnfleischs beurteilt. Der modifizierte Sulkus-Blutungs-Index bestimmt nur die Taschenblutung mit JA oder NEIN.
Folgende Grade werden definiert:

1975 von Saxer und Mühlemann weiterentwickelt zum sog. Papillen-Blutungs-Index
In jüngerer Zeit taucht in der Literatur vermehrt der "Interdentale Blutungs-Index" IBI, engl.: (Eastman) interdental bleeding index (EIB) auf. Die Messpunkte liegen hier in den Zahnzwischenräumen (
mesial und distal des Zahnes; gemessen wird mit einem hölzernen Interdentalkeil), mit dem Hintergrund, dass diese Bereiche von der normalen Mundhygiene nur schwer zu erfassen sind und dass an diesen Stellen viele entzündliche Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung haben.
 
BOP, CPITN, Gingiva-Index, Index, Papillenblutungsindex, Periodontal Disease Index

Scaler
Schaber, engl.: do.; abgeleitet von dem engl. Ausdruck für einen Fischschuppenentferner; hakenförmiges, dreikantiges Instrument zur Reinigung ( Scaling) der Zahn(wurzel)oberfläche.
Hirschfeld Feile
Parodontitis, Scaling, Ultraschallgeräte, Zerfing Meißel

Scaling
"Abkratzen", "Abschaben", wesentlicher Bestandteil einer Kürettage, engl: do.; Reinigung der Zahnoberfläche (vorwiegend der freiliegenden Wurzeloberfläche in der
Zahnfleischtasche) von Belägen, Biofilm, Plaque, Konkrementen und Zahnstein im Rahmen einer Parodontalbehandlung, meist mit speziell geformten und geschärften Handinstrumenten (Scalern, Tomkinsfeilen), in den letzten Jahren vermehrt auch mit Geräten auf Ultraschallbasis. Im Anschluss daran erfolgt i.d.R. eine Glättung der Wurzeloberfläche
Deep Scaling, Full Mouth Desinfection, Kürettage, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Oraqix, Parodontalbehandlung, Parodontitis, Scaler, Ultraschallgeräte, Zahnsteinentfernung
 Schall- und Ultraschallscaler in der Parodontitistherapie



SCANORA ®
Scanora-Schichtgerät; von der finnischen Firma Soredex entwickeltes Röntgengerät, das neben der klassischen Panoramaschicht über diverse Zusatzprogramme zur Darstellung des gesamten Gesichtsschädels verfügt ("Spiral-Tomographie"). Dadurch sind transversale Schichtaufnahmen (TSA) möglich, die vorher nur mit großen klassischen Schichtgeräten angefertigt werden konnten. Inzwischen (2009) durch die Geräte CRANEX® u. SCANORA® 3D ersetzt.
Tomographie, Transversale Schichtaufnahme

Schachtelbiss
engl.: interlocking bite; Bezeichnung für den genetisch vorgegeben oder während der Embryonalentwicklung entstanden Deckbiss nach Angle, Klasse II,2. Wenn im Oberkiefer des Neugeborenen kein inzisales Plateau, sondern nur eine Kante besteht, so ist der Unterkiefer hinter dieser Kante vom Oberkiefer bedeckt.
Interinzisalwinkel, Steilbiss

Schädel
Cranium, engl.: cranium, skull; Bezeichnung für den knöchernen Teil des Kopfes mit grober Unterteilung in Hirnschädel mit Schädelbasis und Gesichtsschädel.
Basalbogen, Gesicht, Glabella, Mandibula, Maxilla, Zungenbein
Grafiken: http://www.karlwesker.de/
Video: Schädelentwicklung

Schädelbasislänge, hintere (SBa); Strecke zwischen Nasion u. Basion;  http://homepage.mac.com/

Schädelbasiswinkel ; Sattelwinkel ;  http://homepage.mac.com/

Schadenersatz , engl.: damages; Behandlungsfehler, Haftung

Schaft
engl.: shank; der Teil eines rotierenden Bohrinstrumentes, welcher in das Bohrgerät eingesetzt wird. In der ZHK sind zwei Schaftsysteme gebräuchlich:
glatter Schaft (sog.
FG-Schaft; FG = friction grip), welcher in ein selbstspannendes Bohrgerät eingesetzt wird und hauptsächlich bei hochtourigen Systemen ( Turbine) Verwendung findet (Schaftdurchmesser ist genormt und beträgt 1,6 mm),
Ringnut-Schaft (sog. Winkelstück-Schaft, RA-Schaft, RA von engl.: right-angle) zum formschlüssigen Einsetzen und meist manuellem Verriegeln in ein Bohrgerät.
Der Begriff "Schaft" steht auch für den Übergang zwischen Griff und Arbeitsteil bei Handinstrumenten
Bohrer, FG-Schaft
 

Schaftlochbohrer
engl.: hollow drill ?, dem Trepanbohrer ähnliches, genormtes Fräsinstrument mit einer Längenmarkierung und Innnenkühlung zur Schaffung eines Implantatbetts (sog. "Schaftlochfräsung"); Explantationsbohrer, Trepanbohrer, Versenkbohrer

Schalenzahn
Muschelzahn, Schalenzähne, engl.: shell tooth (teeth); bei der Dentinogenesis imperfecta auftretende Zahnfehlbildung mit weitem Pulpencavum, unvollendeter Wurzelbildung und großem Foramen apicale

Schaltlücke , engl.: interdental space; Zahnlücke, welche beiderseits durch natürliche (eigene) Zähne begrenzt ist.  Abb. unter Schaltprothese; Freiendlücke, Wild-Klassen

Schaltprothese
engl.: interdental insertion prosthesis; Teilprothese, welche ausschließlich Schaltlücken versorgt. Der Gegensatz ist eine Freiendprothese, wo an einer Lückenseite keine eigenen Zähne mehr stehen. Weiter sind auch kombinierte Konstruktionen vorhanden, wenn eine Seite des Kiefers eine Freiendlücke und die andere ein Schaltlücke (oder mehrere Schaltlücken) aufweist (s. Abb.).
Stützfeld, Teilprothese

Schaltsattel , engl.: interdental saddle; Prothesensattel in einer Schaltlücke, Abb. unter Schaltprothese; Freiendsattel

Scharlach
durch hämolysierende Streptokokken verursachte akute Kinder-Infektionskrankheit. Die durch Tröpfcheninfektion übertragene Krankheit äußert sich u.a. im Mund-Rachenraum durch einen tiefroten Rachen mit geschwollenen Gaumenmandeln (Scharlach-Angina), worauf später fleckige weißliche Beläge auftreten. Die submandibulären Lymphknoten sind angeschwollen, es treten teils erhebliche Schluckbeschwerden auf. Nach Ablösen der zunächst weißlichen Beläge auf der Zunge erscheint diese glänzend rot mit stark sichtbaren Geschmacksknospen; es zeigt sich das Bild der Erdbeer- oder Himbeerzunge.

Scharnierachse
Drehpunkt der
Kiefergelenke, Interkondylarachse, Rotationsachse, engl.: hinge axis, intercondylar axis; virtuelle Achse, um welche sich die Gelenkköpfe des Unterkiefers bei dessen Öffnung und Schließung drehen (= Rotationsbewegung, Scharnierbewegung); dem Unterkiefer zugeordnete, ortsfeste Drehachse bei Öffnungs- und Schließbewegung des Unterkiefers. Wegen der Besonderheiten des Kiefergelenks (Dreh- und Gleitbewegung, sog "Kombinationsgelenk" ist die S. messtechnisch sehr schwer einzuordnen und zu ermitteln - so wird kaum ein anderer Messpunkt in der Literatur so verschieden angegeben. Eine kombinierte Röntgen-Schablonen-Technik liefert zwar eine gute Lage der S., ist aber technisch sehr aufwendig.
Befindet sich der Unterkiefer im geschlossenen Zustand in einer rückwärtigen Position, so erfolgt für die ersten 20 mm der Mundöffnung aus der sog.
Zentrik heraus vorwiegend eine Drehbewegung um die S.; bei weiterer Öffnung kommt verstärkt eine zusätzlich Gleitbewegung hinzu (Kombinationsöffnung). Die normale Mundöffnung beträgt bei Frauen zirka 45 mm, bei Männern etwa 50 mm.
Man kann die S. mit Hilfe eines sog. Übertragungsbogens am Patienten ermitteln und diese Werte beim Einsetzen der ausgegossenen
Abdruckmodelle in einen Artikulator zur individuellen Rekonstruktion der Kiefergelenkssituation zugrunde legen.
Je nach Bestimmung der S. wird unter schieden in:
  • arbiträre Scharnierachse , engl.: arbitrary hinge axis
    durch mittelwertig bestimmte Bezugspunkte angenäherte Achse
  • horizontale Scharnierachse, engl.: transverserse horizontal (hinge) axis
    virtuelle (horizontale) Drehachse, um welche sich die Kiefergelenksköpfchen (Kondylen) beim Öffnen und Schließen drehen
  • terminale Scharnierachse , engl.: terminal hinge axis
    in erzwungener Rückwertsstellung des Unterkiefers ("Retrallage") bestimmte Drehachse. Der Begriff gilt heute als veraltet und wird dem Ausdruck "zentrische Scharnierachse" gleichgesetzt. Die Abk. TSR steht für "terminale Scharnierachsenrelation"
  • zentrische Scharnierachse , engl.: centric hinge axis
    in zentrierter Stellung der Kieferköpfchen in der Gelenkgrube ermittelte Achse bei rein rotatorischen Öffnungs- und Schließbewegungen

Die Scharnierachsenbahn (engl.: path of the hinge axis) beschreibt eine dreidimensionale Bewegung der S. im schädelbezogenen Koordinatensystem.
http://www.oldenburk.de/files/das_kiefergelenk_ist_nicht_einfach_eine_kugel.pdf

Der Scharnierachsenpunkt ist der gedachte Durchtrittspunkt der Rotationsachse des Kiefergelenkes durch die Haut.

Achspunkt,
arbiträr, Arthrographie, Bennet-Bewegung, Biss, Gelenkbahn, Kiefergelenk, Kondylenachse,  Kondylenbahnwinkel, Okkludator, Öffnungskurve, Protrusionsbahn, Übertragungsbogen, Translation, Unterkieferbewegung, Zentrik
http://www.oldenburk.de/files/das_kiefergelenk_ist_nicht_einfach_eine_kugel.pdf  (http://www.oldenburk.de/index.php?article_id=173)

 





Unterschied zwischen S. und Kondylenachse



Bonwill-Dreieck
(Kieferdreieck)

Scharnierschiene , Kappenschiene 

Schatten ; in der Medizin gebr. Abk. für eine Verschattung (= helle Bezirke, z.B. durch Metall bedingt) auf dem Negativ-Röntgenbild

Schaufel
1.) südd. Ausdruck für die
mittleren oberen Schneidezähne, besonders dann, wenn diese im Verhältnis zu den seitlichen Schneidezähnen überproportional groß sind.
2.) Schaufelzahn, Schaufelzähne, engl.: shovel-shaped incisor(s); mongolisches Rassemerkmal, welches bei Chinesen, Eskimos-Aleuten und der Urbevölkerung Nordamerikas vorkommt und auf eine gemeinsame Abstammung hinweist. Diese Zähne zeigen ein ausgeprägtes palatinales (zum Gaumen hin) Relief mir ausgeprägten Randleisten, welches an eine Schaufel erinnert.
http://www.uic.edu/, http://www.um.u-tokyo.ac.jp/  (beide Links sind sehr ausführlich, gehen auch auf andere ethnische Merkmale ein, in Englisch)

 


Scheibenschliffpräparation
Scheibenschnittpräparation, engl.: slice-cut preparation; Abschrägung einer approximalen Präparation mittels diamantierter Scheiben bei einer Gussfüllung im Sinne einer Schmelzanschrägung. Dabei wird weitestgehend auf die sonst übliche Kastenpräparation verzichtet. Aus Retentionsgründen ist ein okklusaler Schwalbenschwanz erforderlich. Nicht anwendbar bei Keramikrestaurationen. Häufig nicht eindeutig definierte Präparationsgrenze.
Abschrägung, bevel enamel, Präparation, Scheibenschutz

Scheibenschutz
Scheibenschützer, engl.: disc protection; spezielle, metallische Schutzvorrichtung am Hand- und
Winkelstück zum Schutz der Weichteile (Zunge, Wange) beim Präparieren mit scheibenartigen Instrumenten (z.B. einer Diamantscheibe; s. Abb.)

Scheinarznei , Placebo

Scherbchen , Scherbe, veraltete Bez. für einen Zahnkeim Zahnscherbchen

Scherbencobalt , Arsenum metallicum, Fliegenstein, "schwarzes Arsenik", das in der Natur vorkommende metallische Arsen Arsenik

Scherenbiss
Psalidontie, Psalidodontie engl.: scissors-bite; Überbiss der oberen Schneidezähne von mehr als einem Drittel über die unteren beim Abbeißen. Gilt als "normal" bei europäischen Rassen. Kann bei stärkerer Ausprägung in einen Tiefbiss übergehen. Biss

Scherhöcker
nichttragender Höcker
, engl.: non-centric or non-supporting cusps, "shears"; die Höcker von Seitenzähnen, welche bei normalen Kieferverhältnissen (
eugnather Verzahnung) nicht auf die entsprechenden Kauflächenbezirke (Grübchen, Randleiste) des Antagonisten beißen. Sie befinden sich im Oberkiefer auf der bukkalen, im Unterkiefer auf der lingualen Zahnseite; Gegenteil: Stampfhöcker oder Arbeitshöcker
 ABC-Kontakte, Höcker, Höckerschutz, Stampfhöcker

Scheu Klammer ; Bonyhárd-Klammer

Schichtaufnahme
Schichtaufnahmeverfahren, Röntgenschichtaufnahme, engl.: tomogram; Bezeichnung für eine Röntgenaufnahmetechnik, welche einzelne, verschieden "tiefe" Schichten eines Körperteils darstellt (sog. Planigraphie). Im Gegensatz zur "normalen" Röntgentechnik, bei welcher alle dreidimensionalen Strukturen zweidimensional auf eine Filmebene projiziert dargestellt werden (sog. "Überlagerungsaufnahme"; Summationseffekt), werden durch die Computertomographie (CT) und die Verwischungstomographie weitere Strukturen wiedergegeben oder größere Gebiete auf einem Film dargestellt. Dabei wird der Untersuchungsbereich in Querschnittbildern aufgenommen. Daraus erstellt z.B. der Rechner bei der CT zwei- oder dreidimensionale Bilder des gesamten Aufnahmebereiches.
In der ZHK wird hauptsächlich die Rotationstomographie - Panoramaschichtaufnahme - angewandt.
Statt Röntgenstrahlen werden bei der Kernspinresonanz-Tomographie Magnetfelder eingesetzt.
bildgebende Verfahren, Transversale Schichtaufnahme, Tomographie, Zonographie

Schichttechnik, Schichtverfahren, "Schichten"; engl.: laminating; Sandwichtechnik

Schiedsverfahren
Schiedsamt-Verfahren (
§ 89 SGB V), Schiedsamt, engl.: arbitration proceedings; Möglichkeit eines flexiblen und zeitsparenden Interessensausgleichs zwischen den Vertragspartnern im gesetzlichen Gesundheitswesen um einen vertragslosen Zustand zu vermeiden. So heißt es in §89, 1 des SGB V: "Kommt ein Vertrag über die vertragsärztliche Versorgung ganz oder teilweise nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten den Vertragsinhalt fest. .... Kommt bis zum Ablauf eines Vertrages ein neuer Vertrag nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten dessen Inhalt fest."
Derartige Verfahren werden vor Schiedsämtern geführt, die paritätisch mit Vertretern der (Zahn-)Ärzte und Krankenkassen sowie drei unparteiischen Mitgliedern besetzt sind. Schiedsämter werden auf Landesebene und auf Bundesebene gebildet. Die Schiedsämter können die gesamten Vertragsinhalte festsetzen, insofern haben sie die Befugnisse der Vertragsparteien. Sie unterstehen der Aufsicht der Länder, die Bundesschiedsämter der Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung.
Die Klage gegen die Festsetzung eines Schiedsamts hat keine aufschiebende Wirkung.
Sozialgesetzbuch

Schiefe Ebene ; engl.: inclined plane; Rückbissplatte

Schiene
Schienung
, engl.: splint, splinting; Oberbegriff für versch. Hilfsmittel und Maßnahmen; i.d.R. im bezahnten Kiefer. Als Materialien kommen in neuerer Zeit besonders Kunststoffe als Schienenmaterial zum Einsatz, während Drähte und gegossene Metallkonstruktionen immer mehr historische Bedeutung haben:

adjustiert, Aufbiss-Schiene, Kappenschiene, Kieferbruch, Miniplast-Schiene, Parodontalschiene, Repositionierungsschiene, Sandwichschiene
Die Schienentherapie (zm, 2013)
Schienenscript oder ©: Uni-Greifswald - OA Dr. Olaf Bernhardt Dr. Bernd Schwahn

Schiene nach Gelb, Gelbsche Schiene, engl.: Gelb's splint; Gelbschiene

Schiller Jodprobe
fälschlich auch : "Schillersche-Lösung", engl.: Schiller's (iodic) test, wrong: Schiller's iodic solution; Glykogenanfärbung mit 3prozentiger wässriger Jod-Jodkaliumlösung (sog.
Lugol-Lösung, engl.: Lugol's solution) zum Festellen von parodontalen Schäden. Dabei färbt sich gesundes Plattenepithel (hoher gespeicherter Glykogengehalt) in den mittleren Zellschichten dunkelbraun (= jodpositiv); atypische Epithelveränderungen erscheinen hellbraun (= jodnegativ). Einsatz vor allem in der Gynäkologie. In der ZHK wird dieser Effekt u.a. zur Abgrenzung der Gingiva propria zur beweglichen Mundschleimhaut ("Mukogingivalgrenze") genutzt.
Blanching-Test, Lugolsche Lösung, Rolltest, Tensionsprüfung



die befestigte ("atteched")
G. ist an der hellen Farbe zu erkennen

Schizodontie ; Gemination

Schizoprosopie , engl.: schizoprosopia; Gesichtsspalte

Schlafapnoe , schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS), engl.: sleep apnea; Apnoe

Schlagpolierer
engl.: ?; Polierinstrument in Form und Wirkung eines stumpfen Bohrers (statt scharfer Schneiden abgerundete Erhebungen) zur Verbesserung der Randdichte einer Metallfüllung (Gold, Amalgam) indem das Metall kalt verformt wird. Einsatz nur bei weichen Legierungen effektiv (Anrotieren von Gussfüllungen); früher zum "Vernieten" von
Langstiftfacetten ("Nietrad", "Niethammer"; s. Abb.) eingesetzt.
aktives Zementieren, anfinieren, Brünieren, Politur

Schlampp-Schiene ; ein an die Zahnreihe(n) angepasster, durchlöcherter Doppel-T-Profildraht dient zur Versorgung von Kieferbrüchen mittels Ligaturen

Schleifen
engl.: grinding;
1.) Abtragung von Zahnhartsubstanz im Rahmen einer Präparation mittels rotierender Instrumente; laienhaft als "(Ab-)Schleifen" bezeichnet
2.) Abtragung oberflächlicher Substanzen mittels Schleifkörpern zur Ausformung bzw. Glättung eines "in groben Zügen" fertigen Werkstücks; auch um das Werkstück für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten. Die dafür eingesetzten (körnigen) Schleifmittel hinterlassen - je nach Korngröße - mehr oder weniger raue bis hin zu glatten Oberflächen und werden nacheinander in absteigender Reihenfolge der Korngröße eingesetzt.
Bohren, Mikroabrasion, Politur

Schleifmittel
engl.: abrasive (substance); meist in Schleifkörpern
 (sog. "Steinchen") gebundene (aufgeklebt, eingebettet) körnerartige Materialien. Unterscheidung in
natürliche Kornwerkstoffe wie Diamant, Korund, Schmirgel, Granat und
synthetische Kornwerkstoffe wie Korund, Siliziumkarbide, Bornitrid, Diamant.
Allen gemein ist die Eigenschaft, dass sie stets (deutlich) weiter oben auf der Härteskala stehen müssen als das zu bearbeitende Stück, damit letzteres Span-abhebend bearbeitet werden kann.
In der ZHK kommen meist folgende Stoffe zum Einsatz:

Schleiftrauma ; engl.: grind trauma; Präparationstrauma

Schleim
Mucus, engl.: mucus o. mucilage; basische, zähe, schlüpfrige, farblose Absonderung der Schleimdrüsen oder schleimbildender Epithelzellen mit
Muzin als Hauptbestandteil. Bei allen katarrhalischen Entzündungen ist die Schleimbildung als Abwehrmaßnahme des Organismus vermehrt. Weiter dient eine Schleimbildung zur Lösung von Fremdpartikeln.
Mukosa, Muzin, Speichel, Speichelmenge.

Schleimhaut
Mukosa , Tunica mucosa; engl.: mucosa; Schleim absondernde innere Auskleidung von (Hohl-)Organen, z.B. der Mundhöhle.
Katarrh, Mukosa

Schleimhautanästhesie , Oberflächenanästhesie

Schleimhautanker
nach Dr. Engels, engl.: Engel's mucosal anchor; wenig angewandtes Pseudoimplantat bei älteren, nicht mehr operierbaren Patienten zur Haftverbesserung anstelle von
Haftcreme.  Die S. bestehen aus hochreiner Aluminiumoxid-Keramik. Sie werden nicht im Knochen (enossal), sondern ohne einen aufwendigen Eingriff direkt in der Mundschleimhaut verankert. Nach Angaben Dr. Engels besteht eine feste Verbindung mit dem Zahnersatz. Auch ein nachträglicher Einbau in einen vorhandenen Zahnersatz ist prinzipiell möglich.
Kurzimplantate
http://www.drengels.de/

Schleimhautbrennen
engl.: mucosal irritation (mucopyrosis); Missempfindungen, die als brennendes, wundes Gefühl, als Kribbeln, Jucken, mitunter auch als stechender Schmerz, verbunden mit Störungen des Geschmacks und der Speichelbildung auftreten. Ursache sind meist schwer zu erkennende allergische Prozesse durch Medikamente, herausnehmbaren Zahnersatz ( Restmonomer), Nahrungsmittel; daneben auch als Begleitsymptom z.B. bei Diabetes, Eisenmangelanämie, Vitaminmangel u. Xerostomie
Prothesenunverträglichkeit, Zungenbrennen

schleimhautgelagert
schleimhautgetragen (Prothese), engl.: tissue- or mucosa-borne (prosthesis); Ausdruck gebräuchlich für Prothesen, welche keine Abstützung an den eigenen Zähnen ( Prothese, abgestützte) erfahren. Z.B. ist eine Vollprothese rein "schleimhautgetragen" Abstützung, senkbare Prothese

Schleimhautkapuze, Schleimhautkappe, engl.: mucosal hood; Kapuze

Schleimhautpapel , Schleimhautknötchen, "Schleimhautwarze", engl.: mucous patch; derbe, feste Erhebungen von etwa linsengröße

Schleimhautperiostlappen , Mukoperiostlappen

Schleimhautprobe
Schleimhauttest
, engl.: mucosa test; direktes Aufbringen von verdächtigen Allergenen (Legierungen, Kunststoffe) direkt auf die Schleimhaut. Allergietestung

Schleimhautresilienz, engl: epithelial resilience; Resilienz

Schleimhauttransplantat
Gingivatransplantat, subepitheliales Bindegewebstransplantat (SBT), engl.: mucosa membrane transplant; (mikro-)chirurgisches Verfahren vorwiegend in der
Parodontologie zur Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte ( Gingivarezessionen). Mit einem speziellen "Schleimhauthobel" (Mukotom, Abbildung) wird aus der Gaumen- oder Wangenschleimhaut ein dünnes Stück (< 1mm Dicke) Mukosa entsprechender Größe entnommen und damit der Defekt abgedeckt (= autologes, freies Bindegewebstransplantat, "freies Schleimhauttransplantat", Thiersch Lappen). Das Transplantat wird an seiner Zielstelle fixiert (z.B. mit Gewebeklebern o. feinen Nähten) und nach einigen Tagen von Epithelzellen aus der Nachbarschaft besiedelt und schließlich ganz davon bedeckt. Es entsteht so eine neue, feste Gingiva mit nur unwesentlichen Farbunterschiede zum benachbarten Zahnfleisch. Die Heilungsaussichten und die Dauerhaftigkeit dieses Verfahrens werden unterschiedlich beurteilt, wobei in jüngster Zeit die positiven Ergebnisse überwiegen. Dies aber nur bei konsequenter Beseitigung der ursprünglichen Störfaktoren (falsches Zähneputzen, Überbelastung, Schleimhautbänder), da sonst das Ergebnis kaum Bestand hat.
Bei größeren Transplantationen (z.B. Mundvorhofplastik) kommen auch gestielte Schleimhautransplantate zum Einsatz.
Bindegewebstransplantat, Gingiva, Lappenoperation, Miller-Klassen, Rezession, Tissue Engineering, überempfindliche Zahnhälse
Plastische Parodontalchirurgie - Rezessionsbehandlung (ZBW, 2017)


Schleimzyste, Schleimhautzyste, Mukozele, Zyste

Schließmuskeln , engl.: constrictors; Kaumuskulatur

Schlifffacette
artikulierende Facette
, Abrasionsfacette, Adaptationsfacette,
Knirschfläche, engl.: abrasion facet; Spuren, welche die dynamische Okklusion auf den Kauflächen hinterlassen hat. Sie stellen sich eben und scharf abgegrenzt dar; meist nur bei völliger Trockenheit der Oberfläche sichtbar. Sichtbar als sog. Laterotrusionsfacette u. Mediotrusionsfacette.
Schliffflächen, welche durch Parafunktionen entstehen, sind meist hoch glänzend und werden auch als "dysfunktionelle Abrasionsmarken oder Bruxofacetten" bezeichnet.
Abrasionsgebiss, Protrusionsbewegung, Retrusionsfacette


Schliff-Facetten im Unterkiefer

Schlittenartikulation
Gleitbiss
, engl.: flat teeth articulation?; gleichmäßiger, fast vollständiger flächiger Kontakt der Kauflächen von Ober- und Unterkiefer beim dynamischen Zusammenbiss (Artikulation, Okklusion) als Ausdruck einer vollständigen Abrasion der Höcker und einem Fehlen der Grübchen.
Artikulation, Gleitbahn

Schlotterkamm
fibröse Knochenresorption
, engl.: flabby ridge; im zahnlosen Kiefer (speziell Oberkiefer) meist durch schlecht sitzende (dem Kieferkamm nicht exakt anliegende) Vollprothesen auftretender Ab- und Umbau des knöchernen Kieferkammes (Alveolarfortsatz) in eine verschiebbare ("schlotternde") bindegewebige Form mit stark individueller Prädisposition. Die abnorme Beweglichkeit wird auch als Flottieren bezeichnet. Dieses Krankheitsbild kann durch eine spätere exakte Anpassung der Prothese (z.B. Unterfütterung) nicht mehr rückgängig gemacht werden, sondern muss i.d.R. operativ (Keilexzision, augmentatives Einbringen von Knochenersatzmaterialien, Vestibulumplastik) beseitigt werden. Prophylaktisch ist eine regelmäßige Kontrolle des Zahnersatzes auf richtigen Sitz ( Unterfütterung)erforderlich.
Alveolarkammplastik, präprothetische Chirurgie

Schluckabdruck
Schluckabformung nach Hromatka, engl.: (Hromatka's) swallowing impression (technique); Funktionsabformung im zahnlosen Unterkiefer zur Einbeziehung sonst nicht abformbarer, dorsaler Partien (Unterzungenraum) als zusätzliche Halteflächen einer Unterkiefervollprothese. Als Abdruckmaterial nahm Hromatka Abdruckgips; heute nur noch wenig gebräuchlich, da eine derartige Ausdehnung der Unterkiefervollprothese von den Patienten selten toleriert wird.

Schluckakt
Schluckfunktion, Schluckvorgang, Devoratio, engl.: deglutition, swallowing; durch den Schluckreflex ausgelöster Ablauf der Beförderung von (zerkleinerter) Nahrung aus der Mundhöhle in die Speiseröhre und den Magen; Unterteilung in eine orale (Mund), pharyngeale (Rachen) und ösophageale (Speiseröhre) Phase. Während der Kauakt noch rein willkürlich erfolgt, ist die Nahrungsbeförderung selbst teilweise (Mundphase) oder vollständig reflektorisch gesteuert. Am gesamten S. sind 26 Muskelpaare - in Koordination - beteiligt.
Dysphagie, Kauakt, Schluckmuster, Veitstanz
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang 

Schluckauf
Hicksen, Singultus, engl.: hiccup; plötzliches, nicht bewusst gesteuertes, serien- und krampfartiges Zusammenziehen des Zwerchfells (trennt Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander) bei gleichzeitigem Verschluss der Stimmritze. Dadurch wird das Einströmen der Luft unterbunden und es entstehen die typischen Schluckauf-Laute ("Hicksen"). Dabei kann die Frequenz pro Minute zwischen einigen bis zu hundert Anfällen liegen. Selbst Ungeborene im Mutterleib haben S., lange bevor eine Atembewegung einsetzt. Früheren Theorien zufolge bereiten Schluckaufbewegungen des Ungeborenen die Atemmuskulatur auf das spätere Atmen vor. Nach einer anderen Erklärung verhindert der S., dass Fruchtwasser in die Lungen des Fötus gelangt.
Die Ursachen sind individuell versch. und reichen über
Stress, plötzlichen Temperaturwechsel, sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke, alkoholische Getränke, Magenblähungen, überreichliche Mahlzeiten, hastiges Essen und Trinken oder Rauchen bis hin zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen.
Die Frage nach dem Sinn von Schluckauf beschäftigt die Wissenschaftler schon sehr lange. Er scheint einfach keinen Sinn zu erfüllen. Zwei Theorien, die bislang diskutiert wurden, können einer intensiveren Prüfung aber nicht Stand halten. Eine Annahme besagt, dass das ungeborene Kind dadurch sein Zwerchfell und seine Atemhilfsmuskulatur trainiert. Eine andere besagt, dass so ein Eindringen von Fruchtwasser in die Lunge verhindert wird. Wenn dem so wäre, so die Kritiker dieser Theorie, dann wäre eine hustenartige Reaktion nahe liegender. Französische Wissenschaftler kommen nun mit einer neuen interessanten Hypothese: Sie führen das Hicksen auf eine Zeit zurück, in der sich das Leben seinen Weg aus dem Meer ans Land bahnte. Einige dieser urtümlichen Kreaturen existieren noch heute. Lungenfische, die sowohl zur Lungen- als auch zur Kiemenatmung fähig sind. In aquatischem Lebensraum wird Wasser an den Kiemen vorbeigeführt und gleichzeitig durch Schließen der Glottis die Lunge vor eindringender Flüssigkeit geschützt. Eine Forschergruppe um Christian Straus von dem Pitie-Saltpetriere Hospital in Paris ist der Ansicht, dass die Hirnareale, die bei diesem frühen Lebewesen die Kiemenatmung koordiniert haben, bei höheren Lebewesen erhalten geblieben sind. Die Parallelen sind ihrer Meinung nach frappierend. Beim S. kontrahieren sich das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur, die Glottis schließt die Luftröhre ab und erzeugt so das charakteristische Hicksen. Doch es muss einen Grund geben, warum sich diese Verhaltensweise, nachdem wir endgültig dem Wasser entstiegen sind, über 370 Millionen Jahre erhalten hat. Straus nimmt an, dass Säugetiere den Ablauf beibehalten haben und so das Saugen erlernten. Die Vorgänge während eines Schluckaufs und während des Saugens sind annähernd die gleichen. Allan Pack von der Universität in Pennsylvania ist der Ansicht, dass es sich hierbei um eine plausible Annahme handelt. Doch er gibt auch zu bedenken, dass "es sehr schwer sein wird, diese Theorie auch zu beweisen." Dazu wäre beispielsweise ein Vergleich derjenigen Hirnregionen notwendig, die den Schluckauf bzw. das Saugen kontrollieren.

Zur Behandlung des S. schreibt
MedAustria 2003:
Therapeutische Probleme ergeben sich bei persistierendem (bis zu 1 Monat) und hartnäckigem S.. Die Pharmakotherapie stützt sich auf Substanzen wie Omeprazol, Cisaprid, Baclofen oder Gabapentin.
Wird eine Störung im Verdauungstrakt vermutet, können Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol (Losec®, Antra®) eingesetzt werden. Auch Cisaprid (Prepulsid®) und Metoclopramid (Paspertin®) können zur Anwendung kommen. Die Verringerung der Magensäureproduktion und die Erleichterung der Magenentleerung sollen den afferenten Reiz von der Peripherie zum "Schluckaufzentrum" unterdrücken.
Bei S. mit zentralnervöser Ursache wird das zentrale Muskelrelaxans Baclofen (Lioresal®) oder das Antiepileptikum Gabapentin (Neurontin®) eingesetzt. Beide sollen die Erregbarkeit verringern und die Auslösbarkeit des Schluckaufreflexes unterdrücken.
S. ohne bekannte Ursache wird zunächst mit Omeprazol behandelt. Bei Therapieversagen wird mit Baclofen und bei Bedarf zusätzlich mit Gabapentin kombiniert.

Schluckmuster
engl.: swallowing pattern; altersabhängiges Verhalten der Zunge beim Schluckvorgang:
Unreifes Schluckmuster:
- 0-6 Monate;  Schlucken kombiniert mit Rückbewegung der Zunge
Viszerales Schlucken:
- 6-8 Monate;  „Zungenstoß-Schlucken“
Somatisches Schlucken:
- ab 9 Monate (bis etwa 2 Jahre ausgereift);  Zungenspitze am vorderen Gaumenrand
Kommt es zu Störungen im Übergang vom viszeralen zum somatischen Schlucken oder treten abnormale Zungenlagen auf, so bilden sich falsche (pathologische) S. aus, welche u.a. zu einem Offenen Biss führen

Schluckreflex
engl.: swallowing reflex; überwiegend automatisch ablaufender Vorgang: Der durch die Zunge rachenwärts gedrückte Speisebrei (Bolus) löst beim Berühren der Gaumenbögen und der hinteren Rachenwand ein Anspannen des Mundbodens , ein Heben des Gaumensegels und des Kehlkopfdeckels aus. Hierdurch kommt es zu einem Verschluss des Kehlkopfs (dieser wird nach vorn-oben gezogen, wodurch sich der Deckel schließt) und  zu einer Abdichtung des Nasen-Rachen-Raums (der Muskulus constrictor pharyngis superior bildet den sog. Passavant-Ringwulst und dieser dichtet zusammen mit der Zunge den Weg zur Nase ab). Durch ein Anspannen der "Schlundschnürer" (Muskulus constrictor pharyngis) und die Peristaltik der Speiseröhre gelangt der Bolus in den Magen.
Kehlkopfreflex, Schluckakt
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang

Schlüsselschiene
okklusale
, engl.: occlusal splint for the transmission, fixation and control of planned bite relations in progenia operations; bei Progenieoperationen verwendete sog. Zielschiene zum exakten Fixieren der durchtrennten Kieferteile und zum Einstellen einer vor der Operation festgelegten späteren Okklusion.

Schlussbiss
Schlussokklusion, Schlussbisslage, engl.: terminal occlusion, hinge position; nicht mehr gebräuchlicher Begriff für die Berührung der Zahnreihen beim Kieferschluss in maximaler Interkuspidation. Heute durch die Begriffe "habituelle
Interkuspidation" oder "habituelle Okklusion" ersetzt
Zentrik

Schmalkiefer
Schmalstand
, engl.: narrow jaw; ein in transversaler Richtung zu schmaler Zahnbogen (Kieferkompression). Aus Folge meist vergesellschaftet mit einem frontalen Engstand oder einer Protrusion der Frontzähne.
Abweichung, Adenoidenkiefer, Engstand, Gaumennahterweiterung, long face syndrom, Mundatmung, QuadHelix, Steiner-Analyse

Schmelz
Zahnschmelz, Enamel, Substantia adamantina, ungbräuchlich:
Ektodontium , engl.: enamel, adamantine layer, äußere Hartsubstanz und formgebendes Material der anatomischen Zahnkrone. Zu 97 % aus Hydroxylapatit bestehend, ist er die härteste Körpersubstanz. Über dem S. befindet sich das Schmelzoberhäutchen.
Schmelz ist aus annähernd radiären Schmelzprismen aufgebaut (Ausnahme prismenloser S.: Milchzähne, Gebiet der Schmelz-Zementgrenze):
Hunter-Schregersche Streifen: Prismen sind zu Büscheln verflochten und ihr Verlauf ist
senkrecht zur Schmelz-Dentingrenze
Retzius-Streifen: Wachstumslinien, parallel zur Zahnoberfläche
Perikymatien enden auf Schmelzoberfläche und bilden parallel zur Schneidekante verlaufende Erhebungen

Die kritische Grenze für die
Kariesentstehung liegt für S. bei pH 5,5–5,7 und Dentin bei pH 6,3–6,5  - S. ist somit widerstandsfähiger als Dentin.
Ameloblasten, Geburtslinie, Imbrikationslinien, Odontium, Retzius-Streifen, Schmelzdatierungstechnik, Schmelzperle, Schmelzorgan, Zahn, Zahnoberfläche

 


Schmelzabschrägung , Schmelzanschrägung ; Abschrägung

Schmelzaplasie , das Fehlen von Schmelz; Amelogenesis imperfecta, Schmelzdysplasie, Zahnhartsubstanzdefekte

Schmelzätzung , Schmelzätztechnik,   Adhäsivtechnik

Schmelzdatierungstechnik
engl.: enamel dating method; auf der Radiocarbon-Methode (C-14-Methode) beruhende, relativ genaue und junge Untersuchungsmethode zur Bestimmung des Alters von Zähnen und dadurch auch indirekt Bestimmung des Alters des betreffenden Individuums. Radiocarbon (C-14) entsteht natürlicherweise durch kosmische Strahlung und kommt in der gesamten Atmosphäre vor; vom Menschen wird es über die Nahrungskette aufgenommen und entsprechend eingebaut. So lassen sich beispw. anhand des Zahnschmelzes nach großen Katastrophen genaue Aussagen über das Alter der Opfer zum Todeszeitpunkt treffen. Zahnschmelz selbst ist nur noch wenig am Stoffwechsel beteiligt und speichert dauerhaft den atmosphärischen Radiocarbonwert während der Schmelzentstehung. Zieht man in die Untersuchung mehrere, unterschiedlich durchbrechende Zähne ein, so lassen sich sehr exakte Werte erzielen.
Mit bisherige Techniken, die Skelettüberreste oder die Abnutzung vorhandener Zähne als Indikator nehmen, lassen sich höchstens Genauigkeiten von 5 - 10 Jahren bei Erwachsenen bestimmen. Die neue Methode soll Aussagen mit einer Präzision von ca. 1,6 Jahren zulassen.
TCA, Schmelz, Zahn

http://de.wikipedia.org/wiki/Radiokohlenstoffdatierung

Schmelzerosion ; engl.: eroded enamel, Erosions-bedingte Zahnschäden

Schmelzflecken , engl.: spotted enamel, enamel stains, enamel opacity; Fluorose, Schmelzhypoplasie, Zahnhartsubstanzdefekte

Schmelzfluorose, Dentalfluorose, engl.: enamel fluorosis; Fluorose

Schmelzhärtung , engl.: enamel curing; Apatit, Fluoride, Hydroxylapatit

Schmelzfraktur, Schmelzinfraktur, engl.: enamel (in)fraction; Zahnfraktur

Schmelzhaftung , Adhäsivtechnik

Schmelzhypoplasie
Schmelzfehlbildung
, Schmelzdysplasie, engl.: enamel hypoplasia; bedingt durch Verkalkungsstörungen während der
Mineralisationsphase von Zähnen fallen diese besonders kosmetisch auf durch Flecken, Opazitäten, Rillen, Furchen usw. und einer erhöhten Kariesanfälligkeit. Selten genetisch bedingt ( Amelogenesis imperfecta, Zahnhartsubstanzdefekte), meist erworben durch äußere Störungen (z.B. vereiterte Milchzähne, Zahnunfälle im Milchzahngebiss, Medikamente, Fluoridüberdosierungen, Tetrazykline, allgemeine Infektionen (Rachitis, Röteln, Lues, Salmonelleninfektion) oder systemische Erkrankungen (Stoffwechselstörungen, hormonale Krankheiten)).
Häufig ist die eigentliche Ursache nicht mehr feststellbar, aufgrund der Mineralisationszeiten aber relativ genau der Zeitpunkt der Schädigung festzustellen.
Die Prävalenz von S. wird in der Literatur stark schwankend zwischen 3 u. 78 % angegeben, wobei als Ursache meist chronische Fluorid-Überdosierungen ( Fluorose) angegeben werden.
Down-Syndrom, Fournier Zähne, Hypoplasie, Rachitis, Turner Zahn, Zahnentwicklungsstörungen, Zahnhartsubstanzdefekte




Kreidige Schmelz-flecken an den Schneidezähnen



stärker ausgeprägte Fluorose
mit versch. Stadien





infektiös bedingte S.

Schmelzkaries , Schmelzläsion ; engl.: enamel caries; Karies in einem Stadium, in welchem das Dentin noch nicht befallen ist; sichtbar i.d.R. als kreidig-weißer oder brauner Fleck Initialkaries

Schmelzkolben
Schmelzspindeln, an der Schmelz-Dentingrenze anzutreffende anzutreffende Dentinkanälchen, welche in den Schmelz hineinragen.
http://www.uni-marburg.de/fb15/ag-uchtmann/forschung/schmelz_dentin_grenze (gute Abb.)

Schmelzmatrix-Protein , (SMP) , Emdogain

Schmelzmeißel ; engl.: enamel cleaver; Gingivalrandschräger

Schmelzoberhäutchen
Zahnoberhäutchen, Cuticula dentalis oder enameli, engl.: enamel cuticle, Nasmyth's membrane; unterteilt in:
organisches primäres S. an der Oberfläche frisch durchgebrochener Zähne als Reste der schmelzbildenden Zellen (
Adamantoblasten). Wird in der Mundhöhle durch Abrasion rasch zerstört und durch das 
sekundäres oder erworbenes S. , engl.: acquired enamel cuticle; ersetzt , welches als
Pellicle bezeichnet wird.
Cuticula

Schmelzorgan
Schmelzglocke, engl.: enamel organ; aus den Schmelzknospen entstandenes Gewebe. Im Inneren davon befindet sich ein verdichtetes Mesenchym-Gewebe neurektodermaler Herkunft, das die Zahnpulpa bildet. Die Ränder des S. wachsen stärker als der mittlere Teil; so bildet sich aus der Zahnknospe die sog. Zahnglocke. Das S. besteht aus innerem und äußeren Schmelzepithel; dazwischen liegt die Schmelzpulpa.
http://www.anatomie.net/histowebatlas/m-137a.htm





Zahnleiste mit Zahnknospen


Schmelzperle
Schmelzparaplasie, Enamelom, engl.: enamel pearl; isoliert aus Schmelz, aus Schmelz und Dentin oder aus Schmelz, Dentin und Pulpa bestehende Gebilde im Sinne einer Entwicklungsanomalie; bevorzugt an der Bifurkation von Molaren als Wurzelanhangsgebilde vorkommend.
Sabouraud Zähne

http://www.dental.pitt.edu/

Schmelzprismen , engl.: enamel colums, enamel prims, enamel rods; Schmelz

Schmelzreifung
engl.: enamel maturation; Ausdruck für die Mineralisationsgüte des Zahnschmelzes nach dem Durchbruch des Zahnes (= posteruptive Schmelzreifung). Während der posteruptiven S. wird fast die gesamte organischen Schmelzmatrix resorbiert; der dadurch entstandene Raum füllt sich erst mit Wasser, welches später durch Kristalle ersetzt wird. Diese Veränderung der Zusammensetzung haben zur Folge, dass der Schmelz mit zunehmendem Alter weniger durchlässig und schwerer säurelöslich wird. Dadurch erhöht sich jedoch seine Sprödigkeit, was zu einer erhöhten Bruchanfälligkeit führt.
Schmelz, Zahn, Zahnkeim

Schmelzsprung
Schmelzriss, engl.: enamel crack; feiner, dunkel wirkender, haarfeiner Riss in der Schmelzstruktur. Ursache können zum einen Gewalteinwirkungen sein, wie auch Ausdruck von sonstigen Spannungen im Schmelzgefüge, wie sie z.B. durch Parafunktionen entstehen können. Durch Besiedlung von Bakterien können die S. kariös werden bzw. durch Einlagerung von Farbstoffen aus Nahrungsmitteln sich kosmetisch störend verfärben.
Infraktur, Schmelz



Schmelzwulst, engl.: enamel bulb, marginal ridge; Randleiste

Schmelz-Zement-Grenze
engl.: cement-enamel junction; anatomische Trennlinie zwischen dem Schmelz der Zahnkrone und dem weicheren, farblich dunklerem Wurzelzement. Er verläuft im jugendlichen Kiefer etwa parallel unterhalb zum Zahnfleischrand. An den klinisch sichtbaren Außenflächen (oral u. vestibulär) verläuft die S. gebogen zur Wurzelspitze hin, während sie im Interdentalraum einem nach koronal gerichteten Bogen folgt. 
Ein Attachmentverlust wird von dieser Grenze aus bis zum Taschenboden hin gemessen.
keilförmige Defekte, Schmelz, Wurzelkaries, Wurzelzement, Zahnhalsfüllung


Schmerz
engl.: ache, dolor, pain; unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit akutem oder drohendem Gewebsschaden verknüpft ist oder mit solchem im Zusammenhang steht.
Durch Reizung von Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren, Nozizeptoren) hervorgerufene Sinnesempfindung mit einer erheblichen seelischen Komponente, als Ausdruck eines körperlich-seelischen multifaktoriellen Geschehens, d.h., dass das Schmerzerleben nicht nur durch die Art und Schwere einer bestimmten Organschädigung, sondern auch durch die individuelle Schmerzverarbeitung bestimmt wird. Wegen der individuell höchst unterschiedlich ausgeprägten Leidensfähigkeit ist es praktisch unmöglich, S. zu messen. Die Wahrnehmung von Schmerzen als "stärker" oder "schwächer" kann durch ein vorangegangenes Schmerzereignis entscheidend beeinflusst werden. Das Schmerzempfinden wird offenbar stark von genetischen Faktoren geprägt. Dafür sprechen die Ergebnisse von Zwillingsuntersuchungen.
S. wird nach einer Definition (Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes) aufgefasst als:

Es werden folgende Dimensionen für die Schmerzentstehung und -beeinflussung als bedeutsam angesehen:

Schmerzinformationen werden auf versch. Ebenen verarbeitet: Rund drei Millionen "Schmerzsensoren" - spezialisierte Zellen (Nozizeptoren), die auf schmerzhafte Reize reagieren (im betroffenen Körpergewebe bilden sich Stoffe wie Histamin und Serotonin, welche die feinen Schmerzrezeptoren reizen) - sind an freien Nervenendigungen im Körper verteilt, besonders an seiner Oberfläche. Bei Kontakt mit Hitze, bestimmten Stoffen oder etwa einem spitzen Gegenstand, werden die Sensoren erregt und schicken elektrische Signale über Nervenfasern in das Rückenmark (motorische und sympathische Reflexe), den Hirnstamm (Kreislauf- u. Atmungsregulation), Hypothalamus/Hypophyse (Hormonfreisetzung, Endorphine) und den Neokortex (affektive u. kognitive Verarbeitung). Aktuelle MRT-Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Regionen des Gehirns bei gleichen Schmerzreizen unterschiedlich stark aktiv sind. Damit entscheidet nicht die Reizintensität, sondern die Reizprozessierung im Gehirn über die individuell empfundene Stärke des Schmerzes.
Analgetika können auf drei Ebenen wirken: Schmerzrezeptor, Rückenmark und Zentralnervensystem.
Nach der Lokalisation und Empfindung der S. unterscheidet man:
den meist gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen); wird über dicke A-δ-Fasern zum Gehirn geleitet
den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.); wird über dünne C-Fasern langsam zum Gehirn geleitet
den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase),
akute und chronische Schmerzzustände; dabei kommt dem Akutschmerz eine Warn- und Alarmfunktion zu. Von einem chronischen S. spricht man, wenn das Schmerzerleben länger als 3 Monate andauert.
eine Sonderform stellt der
Phantomschmerz dar.

Starke schmerzhafte Vorgänge können mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden sein, wie Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum
Kollaps. S. lösen gewöhnlich Abwehr-, Aggressions-, Angst- und Fluchtreaktionen aus; abzugrenzen davon ist ein überwiegend lustbetontes Schmerzerlebnis, der als abnorm geltende Masochismus.
Eine Klassifikation (Türp, Schindler, Staehle, 2003 Jahrestagung
DGZMK) unterscheidet in 7 Zahnschmerzformen:

Eine repräsentative Studie unter 4.000 Bundesbürgern zu etwaigen S. in den letzten 6 Monaten ergab folgende Zahlen:

Schmerzart (Lokalisation) Häufigkeit
Schmerzfrei 32 %
Kopfschmerz (ohne Migräne) 34 %
Schmerzen im Bewegungsapparat 29 %
Erkältung/Grippe 24 %
Zahnschmerzen 7 %
Menstruationsschmerzen 6 %
Migräne 4 %
Ohrenschmerzen 2 %

In der Zahnmedizin sind neben dem am häufigsten auftretenden Akutschmerz ("Zahnschmerzen") - i.d.R. bedingt durch Erkrankungen der Zahnnervs ( Pulpitis), eitrige Prozesse an der Wurzelspitze ( Parodontitis apicalis) und Zahnfleischentzündungen ( Gingivitis, Parodontitis marginalis) vermehrt funktionelle Schmerzen wie tempero-mandibuläre Störungen anzutreffen. Für diese zum chronischen Übergang neigenden Schmerzzuständen sind häufig Persönlichkeitsfaktoren verantwortlich.
Akute Zahnschmerzen werden durch zwei unterschiedliche Nervenbahnen über unterschiedliche Wege zu den versch. Regionen des Gehirns weitergeleitet:
Mittels den schnell leitenden A-delta-Nervenfasern und den wesentlich langsamer leitenden C-Fasern.
Eine Schmerzausschaltung -
Anästhesie - kann auf verschiedene Weise erfolgen:
an den peripheren Schmerzrezeptoren (Nervenendigungen) durch
Lokalanästhetika ( Lokalanästhesie)
durch eine Unterbrechung der Schmerzleitung
durch Dämpfung/Ausschaltung des Schmerzzentrums/-bewusstseins im Gehirn mittels
Analgetika ("Schmerztabletten", z.B. Ibuprofen oder Mefinaminsäure) bzw. Vollnarkose; im Extremfall durch eine operative Ausschaltung des Thalamus. Sollte mit normalen Schmerzmitteln kein befriedigender Erfolg erreicht werden, empfehlen Schmerztherapeuten den Einsatz von Opiaten, etwa Codein 30 mg-Tabletten, welche über einen Zeitraum von ca. 4 Std. zuverlässig wirken.
Kurios, aber wahr:
Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit Schmerzen rechnen und hat deshalb keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich von der Einwilligung des Patienten in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die Klage einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen beim Einsetzen von Kronen geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es handelte sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit einer solchen Behandlung verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)
durch Beeinflussung des Schmerzbewusstseins (Ablenkung,
Hypnose, Narkose) herbeigeführt werden.
Aerodontalgie,
Akupunktur, Analgetika, Angst, Druckschmerz, kognitive Verhaltenstherapie, Lokalanästhesie, (Voll-)Narkose, Projektionsschmerz, Spontanschmerz, Zahnschmerz
Schmerzerhebungsbogen nach der "Mainzer Genese"; © Dr. F. Grummt
Patientenleitlinie "Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen"
http://www.stk-ev.de, http://www.schmerzliga.de/ 
Die Geschichte des Zahnschmerzes (BR, 2014)

Schmerzensgeld , engl.: compensation for personal suffering, smart-money; geldwerte Entschädigung für einen immateriellen Schaden bei der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit oder im Falle einer unberechtigten Freiheitsentziehung. Behandlungsfehler, Haftung, Verjährung

Schmerzmittel , engl.: painkiller; Analgetika, Zahnschmerz

Schmierinfektion
engl.:
smear infection; Kontaktinfektion mit Krankheitserregern, die durch Berühren von kontaminierten Gegenständen (indirekte Kontaktinfektion) oder durch Berühren von infizierten Lebewesen (direkte Kontaktinfektion) indirekt oder direkt übertragen wird.
Tröpfcheninfektion

Schmierschicht
engl.: Smearlayer; Gemisch aus
Dentinpartikeln, Speichel und Dentinliquor, welches nach Präparation oder Wurzelkanalbehandlung an den Kavitätenwänden haften bleibt. Über die Notwendigkeit einer Entfernung dieses Films (z.B. mittels alkoholischer Lösungen, Wasserstoffperoxid, EDTA oder CHX) gibt es unterschiedliche Auffassungen; versch. Präparate bei der Anwendung der Säure-Ätztechnik fordern eine vorherige Entfernung der S.
 
Adhäsivtechnik, Dentinhaftung, EDTA, Kavitätendesinfektion, MTAD, smearplug, Wurzelkanalbehandlung, Wurzelkanalspülung

Schmuth
Professor Gottfried, Kieferorthopäde, Bonn (* 1926). bekannt durch die sog. Schmuth-Messmethode basierend auf der sog. Schmuth-Platte (mit einem Visiermesskreuz versehene Modell-Messplatte für sagittale und transversale Modellanalysen).
Raphe-Median-Ebene, Raphe-Papillen-Transversale

Schmutzgingivitis
Schmutzpyorrhoe, engl: marginal gingivitis; durch mangelhafte Mundhygiene bedingte Zahnfleischentzündung, die nach Beseitigung der entsprechenden Beläge i.d.R. ohne eine ärztliche Therapie wieder verschwindet: Gingivitis

Schmutznische , engl.: dirt niche; Sammelbezeichnung für Gebiete in der Mundhöhle, welche der natürlichen oder mechanischen Selbstreinigung nicht oder nur schwer zugänglich und so eine ideale Brutstätte für Bakterien (warm, feucht, ausreichendes Nahrungsangebot; Plaque) sind. Hierzu führen unregelmäßig stehende oder gekippte Zähne (z.B. beim Engstand), nicht vollständig durchgebrochene Zähne, tiefe Zahnfleischtaschen und Zahnstein, aber auch tiefe Fissuren und unzweckmäßige Rekonstruktionen. Begünstigend wirkt sich dabei eine mangelhafte Mundhygiene aus.
Einschleifen, Selbstreinigung




Schnarchen
schlafbezogene Atemstörung, engl.: snoring; durch stoßweises Flattern des Gaumensegels im Schlaf entstehendes Atemgeräusch: Es wird das im Ruhezustand ("erschlafft") befindliche Gaumensegel durch den Atemstrom in stoßweise Schwingungen versetzt (
Vibrationszone); gelegentlich ist auch zusätzlich die erschlaffte Zunge an den Lauten mitbeteiligt. Dieses vornehmlich bei Rückenlage und/oder vorangegangenem Alkoholgenuss (s.u.) störende Geräusch führt häufig zu partnerschaftlichen Sozialkonflikten. Zusätzlich wird kontrovers diskutiert ob ausgeprägtes S. zu dem lebensbedrohlichen Zustand einer sog. Schlaf-Apnoe führen kann.
Normalerweise ist das S. einfach nur lästig. In manchen Fällen, bei der so genannten
Apnoe (griechisch = Windstille) , kann es sogar gesundheitsgefährdend sein. Dabei - handelt es sich um vorübergehende Atemstillstände, die im Schlaf auftreten. Ereignen sich diese Atempausen mehr als zehn Mal pro Stunde und dauern jeweils länger als zehn Sekunden an, spricht man von einer Schlaf-Apnoe. Am Ende dieser Atempausen steht ein lauter Schnarchton. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden bemerkt und durch eine Weckreaktion überwunden. In schweren Fällen setzt die Atmung in einer Stunde zwanzig- bis dreißigmal aus. Durch die Atempausen wird den Organen und auch dem Gehirn zu wenig Sauerstoff zugeführt. Es können schwere Beatmungsprobleme mit lebensbedrohlichen Zuständen entstehen.
Typisch für das S. ist ein Absinken des Unterkiefers nach unten und eine Verlagerung der Zunge nach hinten. Es wird angegeben, dass 60 % aller Männer und 40 % aller Frauen über 60 Jahre schnarchen; bei den 30-jährigen sollen es 10 % der Männer und 5 % der Frauen sein.
Laut neuerer Studien (2005) sind bis zu 4% der Männer und 2% der Frauen von der Schlaf-Apnoe betroffen.
Bei jedem Schluckvorgang wird der Zungengrund in festen Kontakt mit dem Gaumensegel gebracht, hierdurch wird das Schnarchen unterbrochen und der Rachen erweitert, willkürliches Schnarchen wird unmöglich. Der Kontakt zwischen Gaumensegel und Zungengrund wirkt dabei wie eine Art Ventil, so dass ähnlich wie beim Tragen einer Vollprothese die Zunge am harten Gaumen anhaftet. Dieser Vorgang wiederholt sich reflexartig bei jedem Schlucken, auch unbewusst während der Nacht. Die Mundhöhle stellt beim Schlucken ein hydraulisches System dar. Nur bei geschlossenen Lippen kann ein Unterdruck entstehen, der die Zunge und das Gaumensegel stabilisiert. Wie lange der Ventilmechanismus nach dem Schlucken wirkt, nur wenige Sekunden oder viele Minuten, hängt davon ab, ob das hydraulische System Mundhöhle geschlossen oder geöffnet ist.
Als begünstigende Schnarchfaktoren gelten:
das Alter wegen einer nachlassenden Muskelspannung
das Körper(über)gewicht wegen Fetteinlagerungen im Gaumen-Rachen-Raum und dadurch bedingter Einengung des Atemweges
Kieferfehlstellungen, wie z.B. Rücklage des Unterkiefers (
Distalbiss, Rückbiss) o. zu kleiner Unterkiefer (Mikrogenie)
Schlafposition, wobei die Rückenlage besonders ungünstig ist
eingeschränkte Nasenatmung, große Mandeln
Alkoholkonsum u. Medikamente beeinflusst die automatische Regelung zwischen Gehirn und Atemmuskulatur

Zur Abhilfe des S. sind eine Vielzahl - meist unbefriedigender - Therapien bekannt: So wird zahnärztlicherseits mit versch. Geräten (z.B.
IST-Gerät versucht, den Unterkiefer nach vorn zu verlagern und die Zunge aus dem Luftstrom zu nehmen. Wenn auch diesen Geräten eine Wirkung nicht abgesprochen werden soll, so wird das ständige Tragen von den Schnarchern als lästig empfunden und deshalb auf Dauer eingestellt (mangelnde Therapie-Compliance).
Patienten, denen selbst
progenierende Aufbiss-Schienen nicht gegen Schnarchen helfen, haben eine weitere Therapieoption. Per Laser-Op (CO2-Laser) können Uvula und Gaumensegel erfolgreich modifiziert werden durch:
Koagulation der unteren Nasenmuschel zur Beseitigung einer Nasenatmungsbehinderung,
laserassistierte Uvulapalatoplastik (LAUP), die bei primärem Schnarchen und Patienten mit kleinen Tonsillen angewandt wird.
Ein neuer Therapieansatz kommt aus Schweden: Je nach Lautstärke des S. hebt sich - durch eine Elektronik gesteuert - der Oberteil des "Motor-Bettes" ;-)
Apnoe, DGSZ, Konstruktionsbiss
http://www.atmungundschlaf.com/

Schneidekante
Inzisalkante, engl.: (cutting) incisal edge; horizontaler Abschluss der Schneidezähne aus Schmelz. Sie dient zum zum Abtrennen ("Abbeißen") von Nahrung und kann im jugendlichen Alter durch zwei Einschnitte unterteilt sein (sog. "Randtuberkel" o. "Schmelzdivertikel"), welche durch Gebrauch (Abrasion) zu einer glatten Schneide eingeebnet werden (siehe Abb.: mittlerer Zahn).
Incisale, Kantenmerkmal, Krümmungsmerkmal, Null-Linie, Pont Index, Schneidekantenaufbau, Schneidekantenschutz, Schneidezahn, Usur


Schneidekantenaufbau
Kantenaufbau, eine Form der
Aufbaufüllung, engl.: etwa incisal surface (edge) restauration; mittels Säure-Ätztechnik (SÄT, Adhäsivtechnik) wieder hergestellte Schneidekante eines Frontzahnes nach einer Schneidekantenfraktur; meist mittels Kompositmaterialien in der sog. Sandwich-Technik (Schichttechnik). Zur Formgebung des S. dienen entsprechend präparierte Frasaco-Stripkronen. Gelegentlich zusätzliche Verankerung durch parapulpäre Schraubchen.
Gelegentlich Einsatz von
parapulpären Stiften zur Retentionsverbesserung.

Adhäsivtechnik, Aufbaufüllung, Konturfüllung, parapulpäre Stifte



A. an zwei Schneidezähnen
Kantenaufbauten mittels
Adhäsivtechnik

Schneidekantendistanz
engl.: incisal edge distance; vertikaler Abstand der Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer. Normalerweise besteht eine Bandbreite der Mobilität des Unterkiefers bei der Mundöffnung zwischen 40 und 52 Millimetern und der Seitwärtsbewegung zwischen 10 und 13 Millimetern. Bei der physiologischen Mobilität ist das Verhältnis zwischen Seitwärtsbewegung und S. etwa 1 : 4.

Schneidekantenmerkmal , Schneidekantenwinkel, Kantenmerkmal, Winkelmerkmal

Schneidekantenschutz
Kantenschutz, engl.: incisal edge protection; Schutzmaßnahme bei Verblendkronen im Schneidezahnbereich: Der Bereich der Schneidekante wird in den metallischen Teil der Rückseite mit einbezogen, um einer übermäßigen Abrasion bei Kunststoffverblendungen bzw. einem Absplittern von Porzellanfacetten vorzubeugen.

Schneidersche Membran , engl.: Schneider's membrane;   Sinuslift

Schneidezahn
Dens incisivus, I, "Schaufelzahn", engl.: incisor; mit scharfen Schneiden ( Schneidekante) versehene Frontzähne zum Abbeißen der Nahrung. Jeweils 4 S. befinden sich in den Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers, sowohl im bleibenden, wie auch im Milchgebiss, stets mit nur einer Zahnwurzel. Die mittleren oberen sind die breitesten, die mittleren unteren die schmalsten aller Frontzähne; dabei ist der Größenunterschied zu den seitlichen S. im Oberkiefer erheblich stärker ausgeprägt als im Unterkiefer. Im normal ausgebildeten Gebiss beißen die oberen S. ca. 1-2 mm über die unteren ("Schneidezahnstufe", "Schneidezahnüberbiss", Frontzahnstufe). Ihrem Zweck - dem Abbeißen von Nahrung - entsprechend, sind die S. von meißel- oder schaufelartiger Form.
Dens in Dente, Einser, Foramen caecum (coecum), Frontzahn, Inzisivenpunkt, Jaeckel Formel, Kantenmerkmal, Mesiodens, Null-Linie, Os incisivum, Pont Index, Schaufel(zah), Schneidekante, Sichelzahn, Tuberculum dentis, Wechselgebiss, Zahn, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)


rechter oberer S. aus
versch. Sicht

Schneidezahnbreite , Schneidezahnbreitensumme, engl.: incisal size; SI

Schneidezahnführung , incisal guidance; Frontzahnführung

Schneidezahnstufe, Schneidezahnüberbiss, Frontzahnstufe

Schnellübertragungsbogen, Quick-mount;  Übertragungsbogen mit Ohroliven

Schock
engl.: shock; akutes Kreislaufversagen mit ungenügender Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe. Davon abzugrenzen ist die (harmlosere)
Ohnmacht, welche vom Laien gern einem S. gleichgesetzt wird.
Nach den Entstehungsursachen wird unterschieden:
anaphylaktischen Schock (
allergisch bedingt)
kardialer Schock (durch akutes Herzversagen)
Volumenschock (plötzlicher, hoher Flüssigkeitsverlust des Körpers, meist unfallbedingt)
hypoglykämischer Schock (meist Folge einer schlecht eingestellten
Zuckerkrankheit)
Nervenschock (durch gravierende, die Psyche überfordernde Ereignisse ausgelöst)

Allergie, Kollaps

Schraube
engl.: screw; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für:
1.) kieferchirurgisches Verankerungselement, z.B. in Form der Bikortikalschraube; Osteosynthese
2.) Verankerungselement im Wurzelkanal; Schraubenaufbau
3.) aktives Element bei der herausnehmbaren kieferorthopädischen Behandlung; Aktive Platte, Dehnschraube

Schraubenaufbau
engl.: (endodontic) screw
mounting filling; Verankerung von Kronen oder Füllungen mittels Schraube(n): Bei devitalen Zähnen durch im Wurzelkanal befestigten Schrauben ( Stiftaufbau); bei vitalen Zähnen durch kleine Dentinschräubchen ( parapulpäre Schrauben o. Stifte). In jüngerer Zeit werden Schraubenaufbauten vermehrt kritisch gesehen, da an den Gewindegängen der Schraube große Spannungsspitzen entstehen, welche zu sog. "Crack-Frakturen" (vertikale Infraktur im Wurzeldentin) führen können.
Stiftaufbau

Schraubenimplantat
engl.: screw-type implant; i.d.R. aus Titan gefertigte Implantate mit aktivem o. passiven Gewinde. Stufenschrauben erzielen aufgrund ihres selbstschneidenden Gewindes die notwendige Festigkeit auch bei nicht optimaler Knochenqualität (z.B. Oberkiefer). Deshalb werden derartige Systeme auch eher zur Sofortbelastung empfohlen.
Brånemark Implantat, Implantat, Miniimplantate


Schreger Streifen ; engl.: (Hunter-)Schreger bands; Schmelz

Schreinemakers - Methode
Josephus S., geb. 1921, Zahnarzt, Eindhoven; spezielle Methode bei der Abdruck- und Bissnahme für die Anfertigung von Vollprothesen. Charakteristisch sind: Halbindividuell angepasste, konfektionierte Abformlöffel ("Border-Lock-Löffel") für die Erstabformung (Clan-Tray), spezielle Abformmassen u. spezielle Artikulatoren.
Occlusal-Rim-Inklinator®
 
Schrödersche Lüftung
Schröder Lüftung, apicale Lüftung, engl.: cortical trephination, Schröder's aeration; Druckentlastungs-Verfahren benannt nach dem Berliner Zahnarzt Herrmann Sch., Berlin, 1876-1942; seltene Therapie zur sofortigen Druckentlastung bei einem akuten Eiterherd an der Zahnwurzel (Parodontitis apicalis acuta, Granulom). Statt über den Wurzelkanal - wie bei der Trepanation - erfolgt die Druckentlastung chirurgisch direkt an der Wurzelspitze des (akut) entzündeten Zahnes, wenn beispielsweise der Wurzelkanal infolge einer Wurzelkanalfüllung oder eines Wurzelstiftes auf konventionellem Weg nicht durchgängig (obliteriert) ist.
Gangränbehandlung, Parodontitis apicalis, Trepanation


Schrotkugeleffekt
engl.: etwa: shot effect; Trivialbezeichnung für einen reflektorischen Schutzmechanismus, welcher beim Auftreffen der Kauflächen auf einen harten Gegenstand (z.B. Schrotkugel beim Wild-Essen) kurz vor Kieferschluss einsetzt: Die Mundöffner-Muskulatur ( Kaumuskulatur) tritt reflexartig in Aktion und kompensiert so die Kraft der Mundschließer-Muskeln, um Schäden an den Zähnen zu vermeiden.

Schrott Abdruckverfahren
engl.: Schrott's impression method; nach seinem Anwender (Joh. Jos. Schrott, Zahnarzt aus Mühlhausen/Elsaß, 1822-1899) benanntes Abdruckverfahren für Vollprothesen. 1864 beschrieben gilt es als Vorläufer des heute üblichen Funktionsabdrucks
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7291/pdf/BuchtaleckJochen_2009_10_27.pdf

Schrunde, engl.: crack; Rhagade

Schubverteilungsarm
Schubverteiler, Ausgleichselement, "Kippermeiderfunktion", engl.: load distribution (clasp), stress-breaking connector; Konstruktions(hilfs-)mittel bei
Verbindungselementen (Geschieben, Klammern bei Teilprothesen) um horizontal bzw. vertikal einwirkende Kräfte auf mehrere Zähne zu verteilen, besonders dann, wenn diese Elemente große rotatorische Freiheitsgrade aufweisen (z.B. Ceka-Anker). Wird aus parodontalprophylaktischen Gründen häufig abgelehnt.
fortlaufende Klammer,
Torsionsbügel, Verbindungselement

Schuchardt-Naht ; Papillennaht

Schuchardt Schiene
Kombinationsschiene nach Schuchardt, engl.: Schuchardt's splint; hauptsächlich bei der Kieferbruchbehandlung angewandter direkter Schienenverband, indem die Zähne des betroffenen Kiefers mit einer gebogenen Drahtschiene ligiert werden. Diese Fixation wird dann mit selbstaushärtendem  Kunststoff verkleidet.
Aus http://www.medecoinfo.de/kompendium/kapitel/10/10.2.2.php:
"Die S. S. wird aus einer Sprossenschiene aus halbrundem weichem Stahldraht mit 8 Quersprossen hergestellt. Die Schiene wird den vestibulären Flächen der Zähne angebogen. Die okklusalen Enden der Querstreben werden den Kauflächen adaptiert, so daß die Schiene okklusal abgestützt ist. Die angepaßte Schiene wird mit dentalen Drahtligaturen eingebunden. Die Enden der Drahtligaturen werden dem Drahtbogen adaptiert, der dann mit selbsthärtendem Kunststoff überzogen wird. Dabei soll der Kunststoff bis in die Interdentalräume hineinlaufen, ohne das marginale Parodontium zu tangieren. Nach Abhärten des Kunststoffs werden die okklusalen Häkchen entfernt. Die Schiene sitzt dann infolge der Retention in den Interdentalräumen absolut fest."

Schüller Aufnahme
Kiefergelenkaufnahme nach Schüller,
engl.: Schüller's mandibular joint , temporomandibular radiograph; Kiefergelenkaufnahme

Schulmedizin
engl.: orthodox o. scientific medicine; wissenschaftlich begründete (Zahn-)Heilkunde, die auf objektivierbaren Untersuchungsergebnissen und Therapien aufgebaut ist (
Evidenzbasierte Medizin). Gelegentlich wird auch der Ausdruck Allopathie gebraucht, um die S. von der Homöopathie abzugrenzen.
Allopathie, alternative Behandlungsmethoden, Ganzheitliche Zahnmedizin, Heilpraktiker, integrative Medizin, Komplementärmedizin, Naturheilverfahren, regenerative Medizin, Therapiefreiheit, Traditionelle Europäische Medizin (TEM)

Schulter , Schulterkrone, Schulterpräparation; engl.: shoulder; Stufe, Stufenpräparation

Schulzahnklinik
engl.: School Dental Clinic; öffentliche/staatliche Institutionen zur Betreuung und Behandlung von Kindern/Jugendlichen. Traditionsgemäß erfolgt eine Behandlung für diesen Personenkreis meist kostenlos in eigenen Behandlungsräumen bzw. mobilen Stationen durch sog. Schulzahnärzte und entsprechendes Fachpersonal.
Historisch wurden S. meist zu Beginn des vorigen Jhds. gegründet (1902 Gründung der ersten S. in Straßburg/Elsass), da in dieser Zeit die Krankenkassen nur mangelhaft für diesen Personenkreis Leistungen bezahlten.
S. im eigentlichen Sinne sind in D nicht mehr anzutreffen, da hier die Betreuung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die niedergelassene Zahnärzteschaft übernommen wird ( Gruppenprophylaxe). S. sind weit verbreitet in den skandinavischen Ländern und der Schweiz ( z.B.: http://www.zahnkliniken.bs.ch/schulzahnklinik/), da hier andere Versicherungsstrukturen bestehen.
DAJ, Jugendzahnpflege

Schulzahnpflege
engl.: dental school service; Maßnahmen zur Erhaltung einer gesunden Mundhöhle in Schulen; Jugendzahnpflege, Schulzahnklinik

Schüsselgesicht
engl.: dish face, concave face; unterentwickeltes Mittelgesicht mit konkavem Gesichtsprofil oder auch für: Verlagerung des Oberkiefers nach dorsal und
kaudal mit offenem Biss und Pseudoprogenie, gelegentlich als Folge einer schlecht versorgten Oberkieferfraktur auftretend Mikrognathie

Schutzdentin, engl.: protective dentin, tertiary dentin; Tertiärdentin

Schwabbel
Polierschwabbel
, engl.: buff, wobble (polishing wheel); mit Textil- oder Lederfasern bestücktes Polierinstrument (Rad o. Scheibe) auf einem Poliermotor zur Hochglanzpolitur.

Schwalbenschwanz ; "okklusales Schloss", engl.: dovetail ; Kavitätenpräparation

Schwammgold , Kristallgold, engl.: (crystalline) sponge; poröses Feingold (elektrolytisch hergestellt) in Schwämmchenform Goldhämmerfüllung

Schwangerschaft
engl.: gravidity, pregnancy; die hormonelle Veränderung am Beginn der S. bewirkt u.a. auch eine Auflockerung des Mundschleimhaut. Das Zahnfleisch kann dadurch anschwellen und die schädigenden Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen Schutzwall des Körpers leichter passieren; zusätzlich können besonders im zweiten Schwangerschafts-Drittel auch ein hormonell bedingtes Wachsen von bestimmten Bakterien gefördert werden. Ein vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist die Folge ( Schwangerschaftsgingivitis); die Zähne werden aus Angst vor weiterem Bluten weniger geputzt, es siedelt sich vermehrt Plaque an - die Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind geschaffen. Neuere Untersuchungen belegen eindeutig einen engen Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten.
Ebenso ist die werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen häufig von Übelkeit (Emesis) befallen. Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm empfunden. Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an. Unterstützt wird dieser erosive Vorgang noch zusätzlich durch einen verstärkt "sauren" Speichel zu Beginn der Schwangerschaft.
Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte in der S. alle 2-3 Monate erfolgen, so können krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem Zahnfleisch frühzeitig erkannt und behandelt werden. Umfangreichere Behandlungen sollten allerdings bis nach der Geburt zurückgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gerade in der Schwangerschaft eine richtige Ernährung, da sich vermehrte Zwischenmahlzeiten und eine Änderung der Nahrungsgewohnheiten ("Lust auf was Saures") bei unverändertem Mundhygieneverhalten kariesbegünstigend auswirken.
Behandlung in der Schwangerschaft, Gingivahyperplasie, Gingivitis ("Schwangerschaftsgingivitis"), Parodontitis u. Schwangerschaft, PubertätsgingivitisSchwangerschaftsepulis, Schwangerschaftskaries
Tabellarische Übersicht der Medikamente und möglicher Nebenwirkungen, © AKZ
Special "Schwangerschaft" auf www.zahnwissen.de

Schwangerschaft einer Mitarbeiterin
schwangere Mitarbeiterin (in einer Zahnarztpraxis), engl.: Pregnancy of an employee. Vor allem das Mutterschaftsschutzgesetz aber auch zahlreiche andere Bestimmungen regeln den Einsatz (partielles oder totales Beschäftigungsverbot) einer weiblichen Kraft in einer Zahnarztpraxis während dieser Zeit. Dies sind besonders:
Mutterschutzgesetz, Mutterschutzverordnung
Gefahrstoffverordnung
Röntgenverordnung
Strahlenschutzverordnung
Arbeitsstättenverordnung
Bundeserziehungsgeldgesetz
Die schwangere Angestellte in der Zahnarztpraxis
Der Mutterschutz der Praxismitarbeiterin
Die schwangere Mitarbeiterin

Schwangerschaftsepulis
Epulis gravidarum; engl.: pregnancy epulis;  ab dem 2.-3. Schwangerschaftsmonat idiopatisch auftretende und sich nach der Entbindung meist spontan zurückbildende Wucherung des Zahnfleischs; es werden Prävalenzen zwischen 0,2% bis 9,6% angegeben. Die aus Granulationsgewebe bestehende Hyperplasie mit starker Durchblutung ist hormonell bedingt, ohne dass die eigentlichen Zusammenhänge bekannt sind. Zusätzliche lokale Reizfaktoren wie überstehende Kronen- und Füllungsränder, Zahnstein oder Plaque werden als Mitauslöser angesehen. Je nach Größe ist eine Entfernung nötig, da die Nahrungsaufnahme und Mundhygiene u.U. stark behindert sein kann. Zu der "normalen Epulis" bestehen histologisch keine Unterschiede.
Epulis, Schwangerschaftsgingivitis



E. gravidarum


Schwangerschaftsgingivitis
engl.: pregnancy gingivitis; durch hormonelle Einflüsse ausgelöste Zahnfleischveränderungen oder auch hormonell bedingte überschießende entzündliche Reaktion auf lokale Reize; Geschlechtshormone wie z.B. Androgene, Östrogene, Progesteron oder Glucocorticoide lösen Reaktionen im weiblichen Körper aus, die auch einen Einfluss auf Zahnfleischerkrankungen haben. Neben dem Auftreten der ersten natürlichen Erhöhung während der Pubertät ( Pubertätsgingivitis) und bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva, treten besonders im zweiten Trimenon (ab dem 4. Monat) Erhöhungen von Östrogenen und Progesteron im Zahnfleischgewebe und der Sulkusflüssigkeit auf, welche die Bakterienflora, die Blutzirkulation, das Immunsystem und die Zellwanddurchlässigkeit negativ beeinflussen und zu Entzündungen führen; dabei können extreme Schwellungen örtlich zu einer Epulis gravidarum führen.
Eintretende Erkrankungen (mit einer Häufigkeit zwischen 10 und 70%) breiten sich immer auf Grund einer vorhandenen Plaque oder anderer Reizfaktoren aus. Mit Beendigung der Schwangerschaft verschwindet diese Zahnfleischerkrankung meist sofort; ein Übergang in eine Parodontitis wird nur selten beobachtet.
Eine Behandlung besteht vor allem in einer verbesserten häuslichen Mundhygiene, einer Professionellen Zahnreinigung und Spülungen bzw. Touchierungen (Lacke) mit Chlorhexidin.
Einfluss hormonaler Kontrazeptiva auf das marginale Parodontium
 



ausgeprägte
S. bei einsetzenden Wehen


Schwangerschaftskaries
engl.: pregnancy caries; nicht belegte Behauptung aus dem Volksmund ("jedes Kind ein Zahn"), dass durch eine Schwangerschaft eine erhöhter Kariesbefall ausgelöst werde. Kariesbegünstigend sind allerdings die Begleitumstände in der Schwangerschaft, wie falsche Ernährung, vernachlässigte Mundhygiene usw.
Schwangerschaft

Schwarz Platte
Schwarz'sche Platte
, engl.: Schwarz plate; nach seinem Konstrukteur, dem Kieferorthopäden Arthur Martin S. (Österreich, 1887-1963) benannte Aktive Platte

Schwarzes Dreieck
" schwarzes interdentales Dreieck", black triangle (missing interdental papilla); Schlagwortbez. für Dunkelräume zwischen den einzelnen Zähnen im Frontzahnbereich. Diese können prinzipiell auf zwei Arten entstehen:
lückig stehende Zähne oder ein Diastema
durch Gingivaschwund der Interdentalpapille

http://www.zwp-online.info/


Schwebebrücke
engl.: sanitary bridge, self cleansing bridge; fast ausschließlich im Unterkiefer gebräuchlicher, festsitzender Zahnersatz mit dem zahn-hygienischen Vorteil, dass das Brückenzwischenglied "unterspülbar" ist und so diese kritische Stelle - im Gegensatz zur
Basisbrücke (Abb. u.) - gut gereinigt werden kann. Aus kosmetischen Gründen Einsatz im sichtbaren Oberkiefer nicht möglich.
Da sich unter das Brückenglied gern Speisereste setzen (die leicht wieder entfernbar sind), wird diese Brückenkonstruktion von Pat. wenig favorisiert.
Basisbrücke, Brücke , Spaltbrücke, Tangentialbrücke
 


Schwebetisch
engl.: suspension plate; Jargonbez. für den Teil der Behandlungseinheit, auf welchem die zahnärztlichen Instrumente u. Materialien abgelegt werden. Während der Behandlung "schwebt" dieser Tisch über dem Körper des Patienten in Griff-Reichweite des Behandlers.

Schweigepflicht
ärztliche, Arztgeheimnis, Berufsgeheimnis, engl.: medical confidentiality, professional secret; für Angehörige bestimmter Berufe (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte; meist
Freie Berufe) bestehende Verpflichtung, Geheimnisse, die ihnen in Ausübung ihres Berufes oder Amtes anvertraut wurden, nicht von sich aus zu offenbaren. Die S. betrifft auch die Mitarbeiter(innen) dieser Berufe. Ein Verstoß gegen die S. ist kein Antragsdelikt, sondern zieht nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs (§ 203 StGB: "Verletzung von Privatgeheimnissen") immer staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich. Werden medizinische Daten ohne Einverständnis der Patienten weitergegeben, liegt ein Straftatbestand nach Paragraph 203 Strafgesetzbuch vor, das eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vorsieht. Es bestehen folgende Ausnahmen bzw. Verpflichtungen ("Offenbarungspflicht"):
Schriftliche(!) Entbindung durch den Patienten (z.B. bei Rückfragen
privater Versicherer). Die bei Abschluss privater Krankenversicherungsverträge routinemäßig abzugebende ärztliche Schweigepflichtentbindung ist mit Vorsicht zu betrachten und juristisch umstritten.
Gerichtliche Befreiung
Gesetzliche Meldepflicht von Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz (ehem. Bundesseuchengesetz),
Wahrnehmung eigener Interessen des Arztes (z.B. bei einer Schadensersatzforderung wegen angeblich
falscher Behandlung)
Umgang mit
gesetzlichen Versicherungsträgern und ärztlichen Körperschaften (genaueres im Sozialgesetzbuch geregelt).
Seit 1. Januar 2004 müssen die niedergelassenen Ärzte Patientendaten mit Diagnosen und ärztlichen Leistungen an die Krankenkassen melden. Grundlage dafür ist der mit der Gesundheitsreform geänderte Paragraf 295 Absatz 2
SGB V, demzufolge die bisherige anonymisierte fallbezogene Abrechnung in eine versichertenbezogene geändert wurde. Im Klartext heißt dies, dass Krankenkassen ihren Versicherten die entsprechenden Diagnosen und ärztlichen Leistungen direkt zuordnen können. Bis 2004 erfolgte die Abrechnung anonymisiert fallbezogen auf zwei getrennten Datenbändern.
Berufsordnung

Schweineschwanzligatur ; Schlagwortbez. für eine obsolete kieferorthopädische Häkchen-Bandapparatur, in welche (intermaxilläre) Gummizüge eingehängt wurden.

Schweizer Paste
Paste zur Behandlung septischer Wurzelkanäle; in der Endodontie wenig gebräuchliche medikamentöse Wurzelkanal-Einlage aus einer Mischung von Ledermix und Asphaline (1 g Asphaline® A II Paste enthält als Wirkstoffe: camphora racemica 111 mg, thymolum 111 mg, polyoxymethylenum 111 mg, zinci oxidum 222 mg; Excip. ad pastam pro 1 g.)

Schwellenwert , engl.: threshold value; GOZ

Schwellung
"Tumor", engl.: swelling; zu den 5 klassischen Entzündungszeichen gehörende, umschriebene Größenzunahme (Masse, Umfang) eines Körperorgans oder eines Gewebes. Die Schwellung ist der sichtbare Ausdruck einer gesteigerten Flüssigkeitsmenge (z.B. Ödem) im entsprechenden Organ oder Gewebe. In der ZHK meist entzündlich oder traumatisch bedingt.

Schwenklappen
engl.: interpolated flap, Indian flap; um einen Basispunkt geschwenkter, zufallsversorgter Muko-Periost-Lappen ("geschwenkter Nahlappen") zur plastisch-chirurgischen Deckung eines Defektes. Ein einfacher S. wird selten ausschließlich benutzt. I.d.R. kommt er in der Kombination mit einer Rotationskomponente zu Anwendung.
Arterienlappen, Stiellappen, Verschiebelappen
http://miami.uni-muenster.de/

Schwermetallausleitung , engl.: heavy metal mobilisation; Mobilisationstest

Schwermetalle
engl.: heavy metals; Metalle, deren relative Dichte größer oder gleich 5 g/cm³ ist. Obwohl damit auch die Edelmetalle zu den S. gehören, bezeichnet man in der Medizin meist nur die Metalle als S., welche einen toxischen Effekt auf den Körper haben, wie etwa Blei, Cadmium und Quecksilber, da diese nicht abgebaut werden können. Zuweilen werden auch bestimmte Legierungen als S. bezeichnet (z.B. Amalgam).
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwermetalle 

Schwermetallsaum
Metallsaum, engl.: heavy metal line; durch chronische Zufuhr bestimmter Metalle bedingte Einlagerungen in das Zahnfleisch, bevorzugt am Übergang zum Zahn (Zahnfleischrand), auch wenn diese nicht unbedingt von einem echten Schwermetall stammen müssen (=Metallsaum). Nach der Art der metalltypischen Einlagerung unterscheidet man: Antimonsaum (orange-rot bis gelblich-braun), Bleisaum (blau-schwarze Verfärbung), Cadmiumsaum (gelbliche Verfärbung), Quecksilbersaum (blau-graue Verfärbung),
Silbersaum (graue oder grau-blaue Verfärbung), Wismutsaum (schiefergraue-schwarze Verfärbung), Kupfersaum (Clapton Linie, türkisgrüne Verfärbung) usw.
Antimonzähne, Bleisaum, Melanodontie, Quecksilbervergiftung
 


Schwermetallvergiftung ; engl.: heavy metal poisoning; Vergiftungen durch das Metall selbst oder seine Salze

schwerwiegende Erkrankung ,engl.: serious illness; chronische krank

schwingender Kondylus ,
Mediotrusionskondylus, engl.: swinging condyle;
das Gelenkköpfchen der Balanceseite ("Nicht-Arbeitsseite"); führt eine "schwingende Bewegung" nach anterior, kaudal und medial gerichtet aus; derjenige der Arbeitsseite wird als "ruhender Kondylus" bezeichnet.
Bennet-Bewegung, Bennet-Winkel

Schwund
engl.: atrophy, shrinkage;
1.) Rückbildung/Verlust von Gewebe Atrophie oder der Größe eines Gegenstandes (Volumenschwund, z.B. beim Ausgießen einer Legierung, Brennen von Keramikmassen)
2.) Abgang: zahntechnischer Begriff für den Schwund von Edelmetall bei der Herstellung von Zahnersatz (Gusskegel, Feilungen oder Schnittabfälle). Dieser Verlust entsteht bei der Wärmebehandlung (Schmelzen, Gießen) des Metalls durch Verbrennen, Verspritzen oder beim Übergang in die Tiegelwand oder die Gussform. Durch das Erhitzen und das Abkühlen entstehen Abgase, die Abgang mit sich führen, ebenso durch die chemischen Prozesse beim Beizen des Gussobjektes. Hinzu kommt noch ein Ausarbeitungsschwund, welcher durch Feinkorrekturen am Gussobjekt entsteht. Seriöse Zahlen über die Höhe des S. sind nicht bekannt.

Screening
"Durchleuchtung", "Siebtest", "Herausfiltern", eng.: do.; Verfahren zur Reihenuntersuchung auf bestimmte Krankheiten, z.B. einer größeren Gruppe von Jugendlichen auf symptomlose Krankheitsträger - z.B.
Kariesbakterien - (möglichst im Frühstadium), diese zu erkennen und sie einer effektiven Behandlung (»Intervention«) zuzuleiten. Der Test darf nur mit einem geringfügigen bzw. gefahrlosen körperlichen Eingriff verbunden sein. Bekannte S.-Verfahren sind: Röntgenreihenuntersuchungen, Harnuntersuchung mit Teststäbchen auf Zucker, Vorsorgeuntersuchungen
Photodynamischen Diagnostik,
Prävention, Toluidinblau

Scutan ®
1968 eingeführtes Kunststoffmaterial (Komposite mit organischen PMMA Füllstoffen) zur Herstellung provisorischer Brücken und Kronen (Provisorium) direkt im Mund. Neben einer guten Mundverträglichkeit, einer ausreichenden Belastbarkeit und befriedigenden kosmetischen Kriterien entwickelt das Präparat beim Abbinden nur eine geringe Wärme (
Polymerisationswärme). Das viele Jahre in D als Standard geltende Material wurde Mitte der 80er Jahre u.a. durch Protemp®  abgelöst.
Polymerisationswärme, Provisorium
http://www.3m.com/intl/kr/medi/medi5/pdf/protemp3garant.pdf

SDA
Abk. v. "Schmelz-Dentin-Adhäsiv" (Technik); die Kunststoff-Füllungen werden sowohl mit dem Zahnschmelz wie auch mit dem Dentin chemisch verbunden. Adhäsivtechnik

Sealer
Sealant, Versiegler, Dichtzement, engl.: do.; mit der Eigenschaft, eine bestehende Fläche luft- und wasserdicht zu versiegeln. Gebräuchlich in der
ZHK bei der Fissurenversiegelung und zum Abfüllen von Wurzelkanälen.
Bei den herkömmlichen Wurzelkanalsealern gilt der Grundsatz, dass die Schichtstärke des verwendeten S. möglichst gering sein sollte, um Undichtigkeiten infolge der Abbindeschrumpfung zu begegnen.
Folgende Eigenschaften werden an einen S. gestellt:
leichte Einbringbarkeit
leichte Entfernbarkeit
nachhaltige desinfektorische Wirksamkeit
Dichtigkeit
Verträglichkeit mit dem angrenzenden Gewebe
Resorbierbarkeit beim Überpressen
Historische S. basieren auf einer Zinkoxid-Eugenol-Verbindung; später folgten Calciumsalicylat-basierte (z.B. Apexit™, Sealapex™) oder Calciumhydroxidbasierte S. (z.B. CRCS™) sowie Glasionomerzemente (z.B. Ketac-Endo™). Weiter wurden kunstharzbasierte S. (Diaket™ und AH 26™) eingeführt, welche eine deutlich reduzierte Löslichkeit gegenüber Gewebsflüssigkeiten haben, aber schwer wieder zu entfernen sind und beim Überstopfen das umliegende Gewebe beträchtlich reizen können. Als einer der Goldstandards gilt das kunstharzbasierte AH Plus™ (additionsvernetzt, keine Freisetzung von Formaldehyd) welches sehr dicht abschließt, da es besonders gut an der Wurzelkanalwand haftet. Dagegen weisen Komposite-basierte S. (z.B. EndoREZ™, Ultradent) hauptsächlich schrumpfungsbedingte negative Eigenschaften auf und haben sich nicht durchsetzen können; ebenso kann die antimikrobielle Wirkung nicht überzeugen.
Als eine Neuentwicklung gilt Gutta-Flow™ ( http://www.guttaflow.com): Der Silikonmatrix wurden mikrofeine, kugelförmige Guttapercha-Partikel beigemischt; weiter wurde mit Nanosilber ein antibakterieller Zusatz verarbeitet. Wegen der guten Fließeigenschaften und der hohen Wandhaftung kann unter Umständen auf die Verwendung eines Guttaperchastiftes verzichtet werden (sog. Single-cone-Technik).
Kondensation, AH 26, Wurzelkanalfüllpaste, Wurzelkanalfüllung

Sechsjahrmolar
6-Jahr-Molar,
erster großer Backenzahn, "Sechser", engl.: sixth-year molar, first molar; Bezeichnung für den jeweils ersten bleibenden Backenzahn im Ober- und Unterkiefer (das Zahnschema weist ihnen die Zahlen 16, 26, 36 und 46 zu). Die Bezeichnung entstammt der Tatsache, dass diese Zähne als erste bleibenden Backenzähne etwa im Alter von 6 Jahren hinter den noch vorhandenen Milch-Backenzähnen durchbrechen. Auf Grund des relativ frühen Durchbruchs und einer damit verbundenen längeren Aussetzung gegenüber kariogenen Nahrungsmitteln und u.U. kariösen Milchzähnen in der Nachbarschaft, sind die S. kariesanfälliger als später durchbrechende Zähne (s. Abb.). So ist er auch im jugendlichen Gebiss der am ehesten fehlende Zahn. Eine Nichtversorgung dieser Lücke mit Zahnersatz (Brücke o. Implantat) führt häufig zu einer Kippung der Nachbarzähne und einer Verlängerung des Gegenzahns in die Zahnlücke - und somit bleibenden Schäden im gesamten Gebiss.
Eine weitere Besonderheit: in der Regel haben die S. 3, in ca. 1/3 der Fälle 4 Wurzelkanäle
Zum Durchbruch im Kiefer ("Sechsjahrmolaren-Einstellung") s.u.
Postlaktealebene
Autotransplantation, Bisshebung, Dentition, Einser, Geburtslinie, Molar, Postlaktealebene



tief zerstörter
S. in einem  sonst kariesarmen Gebiss

Sedierung , engl.: sedation; medikamentöse oder verbale Beruhigung eines Patienten vor zahnärztlichen Eingriffen. Die ASA unterscheidet folgende Stadien (nach http://www.zm-online.de):

Analgosedierung, Anästhesie, QuickTimeTrance

Segmentbogentechnik
nach Burstone, modifiziertes "Zwei-Zahn-Konzept", Burstone Technik, engl.: segmented arche technique; spezielle kieferorthopädische Behandlungsmethode. Der sonst bei festsitzenden Behandlungen übliche Gesamtbogen wird zur schonenderen Regulierung in versch. Segmente (Sektionsbogen) unterteilt, welche an Brackets befestigt werden und auch durch vorgefertigte Federn untereinander verbunden sein können. Dadurch wird nicht mit den unbestimmbaren Kräftesystemen wie z.B. bei der Straight-wire-Technik gearbeitet (Vermeidung von Überlastungsschäden); so sind z.B. auch Behandlungen stark parodontal geschädigter Gebisse möglich. 
http://deposit.ddb.de/

Seitbiss
engl.: lateral bite; seitlich verschobene Lage der Unterkiefermittellinie (
Mittellinienverschiebung) im Bezug auf die Schädelmitte Lateralbiss, Mittellinienverschiebung

Seitenabbau ; Knochentasche

Seitenkanal
akzessorischer Wurzelkanal
, Markkanal, engl.: lateral o. secundary (root) canal; Verzweigungen des Zahnnervs (Pulpa) zur Wurzeloberfläche (Wurzelhaut) hin, ohne mit dem Foramen apicale im Bezug zu stehen. Es wird angenommen, dass S. durch bestehen bleibende (persistierende) Blutgefäße während des Wurzelwachstums zustande kommen. Aussagen zur Häufigkeit von S. sind widersprüchlich; grundsätzlich können sie im gesamten Zahnwurzelbereich vorkommen, mit einer erheblichen Häufung zum Apex hin.
Die S. sind bei der Wurzelkanalbehandlung nur selten aufzubereiten und stellen so einen potentiellen Misserfolg bei endodontischen Behandlungen dar (Bakterienreservoir). Liegen die S. in der Nähe der Wurzelspitze, so kann die Wurzel um diese Verzweigungen durch eine Wurzelspitzenresektion gekürzt werden.
Kondensation, Ramifikation, Wurzelspitzenresektion

Seitenschneider
engl.: side-cutting pliers; der Kneifzange ähnliches Gerät, welches seitlich schneidet und zum Durchtrennen von Drähten (z.B. Ligaturen) gebraucht wird

Seitenwand
Zahnseitenwand, engl.: lateral wall; Bezeichnung für eine gesamte Zahnfläche im Molaren/Prämolarenbereich einschließlich deren Höcker. Es existieren i.d.R. vier Seitenwände (oral, vestibulär, mesial, distal).

Seitenzähne
SZ, engl.: posterior teeth; die Gesamtheit der großen (
Molaren) und kleinen (Prämolaren) Backenzähne
Frontzähne

Seitenzahnkomposite
engl.: posterior tooth (teeth) composite; Bezeichnung für direkt in den Mund eingebrachte Komposites, welche den besonderen mechanischen Belastungen im Seitenzahnbereich gewachsen sind. Hierbei wird besonders bei okklusionstragenden Füllungen auf eine niedrige Abrasion und hohe Formstabilität Wert gelegt - kosmetische Aspekte haben nicht mehr den Stellenwert wie im Frontzahnbereich.
Seit Jahrzehnten werden Komposites von der Industrie als Amalgamalternative für den Seitenzahnbereich angeboten und auch mit unterschiedlichem Erfolg im Mund verarbeitet. Allerdings waren die Erfolge in den Anfangsjahren bei Langzeituntersuchungen bescheiden, da aufgrund ungeeigneter Adhäsivtechnik und mangelnder Abrasionsbeständigkeit (die Komposite hatten große Makrofiller, die Silanisierung war ungenügend, usw.) häufig und frühzeitig Misserfolge und Sekundärkaries auftraten. Durch eine konsequente Weiterentwicklung der Techniken ist es heute (2010) möglich, klinisch akzeptable Ergebnisse auch bei Belastung zu erzielen und bei Klasse-I- u. Klasse-II-Kavitäten anzuwenden. Allerdings ist der Aufwand bei derartigen Techniken im Vergleich zum "gutmütig" zu verarbeitendem Amalgam um ein Vielfaches höher, was sich entsprechend im Preis ausdrückt - eine Kostenübernahme durch die Gesetzlichen Krankenkassen ist auf Ausnahmefälle beschränkt.
Bessere Ergebnisse weisen indirekt gelegte Kompositefüllungen (Herstellung oder Aushärtung außerhalb des Mundes;
Komposite-Inlay) auf.
 Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Komposite

seitliche Schädelaufnahme ; Fernröntgenbild

Sekundärdentin
"Ersatzdentin", engl.: secondary dentin (e); nach Abschluss der Zahnausreifung (Abschluss des Wurzelwachstums) von den Zellen der
Zahnpulpa physiologisch gebildetes neues Dentin, welches die Nervhöhle im weiteren Menschenleben ständig verkleinern lässt. Ist das S. an der Grenzschicht zum Zahnnerv noch mit Resten von pulpalen Gefäßen versehen, spricht man von Vasodentin.
Im Gegensatz zum S. stellt das
Tertiärdentin das Ergebnis einer Reparaturmaßnahme des Organismus dar (z.B. bei einer Caries profunda).
Dentin

sekundäre Verblockung , indirekte Verblockung, engl.: secondary interlock; Verblockung

Sekundärheilung
sanation per secundam intentionem, p. s., engl.: healing by second intention; unter Bildung von Granulationsgewebe - und nicht durch den direkten Kontakt der Wundränder ( per primam) - erfolgende Wundheilung. Im Mund auftretend bei großen, nicht deckbaren Schleimhautdefekten oder als Folge einer Wundinfektion bzw. einer zu frühen mechanischen Belastung.
Wundheilung

Sekundärkaries
"Randkaries", engl.: secondary caries; an den Rändern von
Füllungen oder Kronen auftretende Karies, meist bedingt durch einen nicht befriedigenden Randschluss der zahnärztlichen Arbeit, mangelnder Mundhygiene, besonders des Zahnzwischenraums, falscher Kavitätengestaltung oder nicht vollständigem Entfernen der Karies in diesem Gebiet bei der Erst-Präparation. Davon abzugrenzen ist das Kariesrezidiv.
Black ("extension for prevention"), Kariesaktivität, Kariesarten, Kariesprophylaxe, Kavitätendesinfektion, Klammer, minimal-invasiv, Primärkaries
Sekundärkaries - Das unbekannte Risiko unter der Krone


Sekundärstabilität
engl.: secundary stability, Begriff aus der Implantologie, welcher das definitive Einwachsen des Implantats im Knochen bezeichnet und als DER klinische Erfolg beim Einheilen ( Osseointegration) gewertet wird. Eintritt der S. nach ca. 4-6 Monaten.
Primärstabilität

Sekundärteleskop, Außenteleskop, engl.: telescopic coping; Teleskopkrone

Sekundärverblockung ; Verblockung

Selbstbehalt
engl.: co-payment, percentage excess; aus dem privaten Krankenversichertenbereich lange bekannte Form der Eigenbeteiligung an den Kosten für medizinische Leistungen. In die GKV mit GKV-Modernisierungsgesetz (§ 53 SGB V, 2004) als Beitrag zur Entlastung der Kassenfinanzen eingeführt. So können die Krankenkassen in ihrer Satzung vorsehen, dass freiwillige Mitglieder, welche Kostenerstattung in Anspruch nehmen, jeweils für ein Kalenderjahr einen S. übernehmen. Als Ausgleich erhalten die Versicherten eine Beitragsermäßigung, welche direkt zwischen Versichertem und Krankenkasse abzurechnen ist.
Zuzahlung
So ziehen Sie Krankheitskosten von der Steuer ab

Selbstbestimmungsrecht
im Rahmen der Eingriffsaufklärung, engl.: right of self-determination; das jedem Patienten eigene Recht über Dinge, die mit seinem Körper geschehen sollen - und somit auch bei einem ärztlichen Eingriff - zuzustimmen oder abzulehnen. Dieses Recht kann er nur dann fundiert ausüben, wenn er vor einem Eingriff entsprechend aufgeklärt worden ist.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen (z.B. Bleaching) strenge Maßstäbe gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist schonungslos (vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über die entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Aufklärung

Selbstbeteiligung , Eigenbeteiligung , engl.: co-payment, Selbstbehalt, Zuzahlung

Selbstreinigung
auch "biologische (Selbst)Reinigung", engl.: self purification; Reinigung der Mundhöhle oder Teilen davon ohne zusätzliche Maßnahmen von Außen (Mundhygiene, zahnärztliche Eingriffe). Eine wichtige Funktion haben dabei die Art und Menge des Speichels und der Nahrung sowie die Form und Stellung der Zähne. Ein besonders wichtiger Aspekt der S. ist die natürliche Verhinderung oder Entfernung von Plaque als karies- und parodontal vorbeugende Maßnahme. So mindert ein verringerter Speichelfluss oder eine weiche Nahrung den S.-Effekt z.T. beträchtlich. Ebenso bilden sich durch unregelmäßig stehende Zähne (s. Abb.) sog. "Schmutznischen", welche der S. nicht mehr zugänglich sind. Durch Kaugummikauen kann der S.-Effekt bei entsprechend günstiger Zahnstellung positiv beeinflusst werden. Weiter tragen zur S. die Aktivitäten von Lippen, Wangen und der Zunge bei.



durch Engstand bedingte Schmutznischen, die einer S. nur schwer zugänglich sind

Selbstverwaltung
engl.: self-government; eigenverantwortliche Verwaltung öffentlicher Aufgaben durch (öffentlich-rechtliche)
Körperschaften. Im Gesundheitswesen dreifach besetzt:

Der überwiegende Teil der ärztlichen, zahnärztlichen und stationären Versorgung werden durch die S. geregelt, z.B. Bundesmantelverträge, Gesamtverträge, Vereinbarungen mit Heil- und Hilfsmittelerbringern. Dabei gilt der Gemeinsame Bundesausschuss als entscheidendes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung, der u.a. Detailentscheidungen über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung trifft oder sich - unter fachlicher Kompetenz des Qualitätsinstituts - zu medizinischen Verfahren hinsichtlich ihres Nutzens äußert.
AS-Akademie, Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen, Disziplinarausschuss, Gesetzliche Krankenkassen, Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV), Sicherstellungsauftrag, Zahnärztekammer
 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Kammersystem: Pflichtmitgliedschaft ist verfassungsgemäß (dzw, 2017)

Selbstzahler , engl.: "self payer"; Private Krankenversicherung

Selektivvertrag
"Direktvertrag", engl.: selective contract (?); Versorgungsvertrag zwischen einer Krankenkasse und Leistungserbringern im Gesundheitswesen (z.B. (Zahn-)Ärzten, Krankenhäusern, gewerblichen Labors usw.). Die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen sind i.d.R. bei dieser Vertragsform nicht mitbeteiligt ("Direktvertrag"). Basis dieser Verträge sind § 73c u.
§ 140 a u. b SGB V im Rahmen der sog. "integrierten Versorgung". Die Gesamtvergütung der an die KZV ausgezahlten Beträge der einzelnen Kassen wird um den Betrag, der für den Versorgungsauftrag eines Selektivvertrages aufgewendet wird, bereinigt.
Krankenkassen sind bei S. nicht mehr verpflichtet, mit jedem kassenzugelassenen Arzt, Krankenhaus oder Arzneimittelhersteller abzurechnen. Sie können sich Anbieter heraussuchen, die eine Leistung (mit guter Qualität) zu günstigen Preisen anbieten. Hat sich z.B. eine Klinik auf eine Operation spezialisiert und sind deshalb weniger Nachbehandlungen nötig oder weil Ärzte eng kooperieren und so Doppeluntersuchungen vermeiden oder weil ein Pharmahersteller auf Medikamente Rabatt gewährt. Die Versicherten werden dadurch bei der Wahl von Ärzten und Kliniken eingeschränkt. "Allerdings drohen auch Nebenwirkungen: Was medizinisch notwendig ist, das können Laien kaum und selbst viele Fachleute nur schwer erkennen. Unter dem Vorwand, das Verhältnis von Preis und Leistung zu verbessern, ließe sich daher auch ein simpler Sparkurs verfolgen. Ein Selektivvertrag könnte so "zu einem Geschäft zu Lasten Dritter, nämlich der Patienten werden", schreiben die IGES-Forscher um Dr. Martin Albrecht."
Über einen S. erbrachte Leistungen kollidieren mit der Gesamtvergütung, da die entsprechenden Budgets um die Ausgaben für die S. gekürzt werden - zusätzliche Mittel seitens der KK sind bei S. nicht vorgesehen..
Nach geltender Gebührenordnung (GOZ(88)) sind Selektivverträge im privatzahnärztlichen Bereich nicht möglich. Gleichwohl werden diese von Seiten der privaten Versicherer bei einer Neuorientierung der GOZ gefordert ( Öffnungsklausel)
Einkaufsmodell, Integrierte Versorgung

Selenodont
engl.: do.; halbmondförmige Schmelzfalten auf den Kauflächen von Rindern. Entwicklungsgeschichtlich als eine Art der Erhöhung der Schnittoberflächen gedeutet.
http://animaldiversity.ummz.umich.edu/

Der evolutionäre Ursprung unserer Zähne


Sella
Sattel; in der ZHK Kurzform für: Sella turcica, Türkensattel, engl.: do. o. Turkish saddle; auf der Innenseite des Keilbeinkörpers (Schädelbasis) befindliches Grübchen, in welchem sich die Hypophyse befindet. Die Sellamitte (S) ist der konstruierte Mittelpunkt der knöchernen Kontur der Sella turcica in der Median-Ebene; Se bezeichnet die Mitte des Sellaeingangs.
Björk Summenwinkel, FRS-Analyse, Gelenkwinkel, Gesichtshorizontale - Gesichtsvertikale, Sattelwinkel, SNA-Winkel

Semikritische Produkte ; Hygiene

semipermanent
"halbdauerhaft"; in der ZHK Bezeichnung im Zusammenhang mit Langzeitprovisorien, d.h. die Restauration wird über einen längeren Zeitraum (Monate bis einige Jahre) getragen und dann (nach Abschluss der Heilungsvorgänge) durch eine endgültige Versorgung ersetzt.

senkbare Prothese
Prothese mit gingivaler Lagerung, engl.: class I (partial) denture; wenig gebräuchlicher Ausdruck für eine nicht abgestützte Prothese, welche allein auf der Mundschleimhaut ruht. So ist jede Totalprothese auch eine s. P.
Abstützung, Resilienz, Prothese

Senkbiss
engl.: etwa secondary deep overbite; sekundärer Tiefbiss, welcher durch Verlust der Abstützung im Seitenzahnbereich (Verlust der Stützzone) entsteht.

Sensibilisierung
engl: sensitization; Erzeugung einer Immunantwort; Stimulierung des Immunsystems beim Erstkontakt mit einem Stoff (Allergen), welcher (noch) keine allergische Reaktion zur Folge hatte, aber dazu führt, dass das Allergen "als Feind" vorgemerkt wird, so dass beim nächsten Kontakt eine allergische Reaktion ablaufen kann. Ungeklärt ist bisher (2010) warum auf bestimmte Stoffe reagiert wird und auf andere nicht und weshalb individuell starke Unterschiede bei einer Reaktion entstehen
Allergie

Sensibilitätsprüfung , engl.: pulp testing; Vitalitätsprüfung

Sensibilitätsstörung , Nervenschädigung, Parästhesie

Sensitivität
Empfindlichkeit, Empfindsamkeit, engl.: sensitivity; angegeben als Prozentsatz richtiger, positiver Ergebnisse eines Untersuchungs-/Testverfahrens beim Vorhandensein der gesuchten Erkrankung, d.h. werden von 100 Erkrankten 90 mittels des Verfahrens erkannt, so hat das Verfahren eine Sensitivität von 90%.:  z.B. im Rahmen der
Kariesdiagnostik hat eine Methode die Fähigkeit, erkrankte Zähne mit Dentinkaries bei makroskopisch intakter Schmelzoberfläche ( Hidden caries) als krank mit einer S. von xx% zu erkennen.
Kariesdiagnostik, Spezifität, Validität

Separation
Separieren; engl.: separation of teeth; Auseinanderdrängen oder Entfernen der Berührungspunkte (Kontaktpunkte) von Zähnen um z.B. einen Engstand zu beseitigen oder kurzfristig kieferorthopädische Bänder eingliedern oder eine Approximalfüllung legen zu können.
Zum Auseinanderdrängen werden Separatoren, Draht- oder Seidenligaturen, Guttapercha und Holzkeile eingesetzt. Muss zur S. Zahnsubstanz entfernt werden, erfolgt dies mit (ein- oder doppelseitig belegten) Separierscheiben, Separierstreifen oder anderen Techniken ( "Air Rotor Stripping").
Stripping


kieferorthopädische S.

Separator ; engl. dito o. separating module; Hilfsmittel zum vorübergehenden Auseinanderdrängen von einzelnen Zähnen. Separation

Sepsis
Allgemeininfektion, Blutvergiftung, engl.: do.; Überschwemmung des Blutes mit von Eitererregern produzierten Giften, meist als Ausdruck einer verminderten Abwehrreaktion. Ursache ist eine so hohe LPS-Konzentration (LPS = Lipopolysaccharide, die bei der Zellteilung der Bakterien, bei Angriffen auf das Immunsystem oder bei der Behandlung mit Antibiotika freigesetzt werden), dass der Körper eine verheerende Entzündungsreaktion in Gang setzt. In D. erkranken jedes Jahr rund 150.000 Menschen an einer S., ca. 60 000 sterben daran. Sie ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache.
Blutvergiftung
http://www.handelsblatt.com/

Septikämie ; Bakteriämie

Septum
pl.: Septa, engl.: do.; Trenn- oder Scheidewand: in der ZHK bekannt im Zusammenhang mit:
  • Septa interalveolaria
    auch: interdentale Knochensepten; knöcherne Trennung zwischen den einzelnen Zahnfächern im Alveolarfortsatz. Die Septumspitze (Septumkuppe) wird auch als Crista alveolaris bezeichnet ( Arcus alveolaris, crestal)
  • Septa interradicularia
    knöcherne Trennung zwischen den Wurzeln bei mehrwurzligen Zähnen
  • Septum linguae
    die Mittellinie der Zunge, welche sagittal in der Mitte der Zunge verläuft und aus einem Sehnenbündel besteht



Sequester
Knochensequester, engl.: (bone) sequester; abgestorbenes, durch Granulationsgewebe abgegrenztes, demarkiertes Knochenstück, häufig bei einer Osteomyelitis auftretend. Der den S. umgebende gesunde Knochen wird als Totenlade bezeichnet. Andererseits kann der nekrotische Knochen aber auch über eine Fistelbildung durch die Kortikalis, das angrenzende Weichgewebe und die Haut hindurch nach außen sequestriert werden.
Der kieferchirurgische Eingriff zur Entfernung eines S. wird als Sequesterotomie (engl.: sequestrotomy, sequestrectomy) bezeichnet.
Osteomyelitis

serös vom Blutserum abstammend, engl.: serous;

Serotonin
Enteramin
, 5-Hydroxytryptamin, Neurohormon, engl.: do.; als Neurotransmitter (chemische Botenstoffe, die die Verbindung zwischen zwei Nervenzellen herstellen) wirkendes Gewebshormon. Bedeutung für die Regulation des "Gemütshaushalts": So dämpft es die Reaktion auf einlaufende Reize und hat seine Wirkung dann, wenn es einen übermäßigen Reizeinfall zu verhindern/abzuschwächen gilt.

Serres Perlen
Serres Körperchen, engl.: dental lamina rests of Serres; nests of Serres; aus Ameloblasten, Zementoblasten und Odontoblasten bestehende, perlenförmige Epithelkomplexe als Reste der Zahnleiste.
Bohn Perlen

Set up
engl. für Aufstellen, Errichten; in etwa zu übersetzen mit "Anfertigen eines Simulationsmodells". Schlagwortbezeichnung für:
1.) umgeändertes Gipsmodell ("Set-up-Modell"; Zähne oder ganze Kieferabschnitte werden zu einer angestrebten Position hin verändert/umgesetzt), welches dann als Arbeits-Grundlage für darauf anzufertigende (meist kieferorthopädische) Behandlungsgeräte (z.B. eines Positioners) dient.
2.) diagnostisches Set up: Auf einem Modell werden künstliche Zähne in Wachs (Wax up) so aufgestellt, wie das spätere Behandlungsziel einmal aussehen soll, um so Art und Umfang der nötigen Behandlungsmaßnahmen darzustellen.
Wachsaufstellung, Wax up

SGB , SGB V; Sozialgesetzbuch

Sham-Akupunktur, engl.: sham = falsch, Scheinakupunktur, Placeboakupunktur; Akupunktur

Shared Decision Making
etwa "partizipative Entscheidungsfindung" (PEF); gemeint ist damit "der Patient als Partner des (zahn-)medizinischen Entscheidungsprozesses", welcher auf einem aktiven Mitspracherecht des Patienten bei seiner Therapie beruht. In Forschungsvorhaben wird derzeit (2006) untersucht, ob die PEF positive Effekte auf die Therapietreue (Compliance), auf den Behandlungserfolg und die Patientenzufriedenheit hat.
http://www.patient-als-partner.de/

Sharpey-Fasern
auch: Sharpeysche Fasern, Parodontalfasern, engl.: Sharpey's fibres; Bindegewebsfasern des Desmodont. Die in Büscheln angeordneten kollagenen S. F. sind einerseits mit dem Zement der Zahnwurzel ( Faserzement), andererseits mit dem Periost des Alveolarknochens verwachsen (sog. Syndesmose) und federn so den Zahn bei Belastungen elastisch ab. Deshalb sind die Büschel bei Nichtgebrauch wellenförmig angeordnet; bei Belastung straffen sie sich entsprechend. Ohne diese biologische Abfederung würden sich der Alveolarknochen und die Zahnwurzel bei Belastung auf Dauer abbauen (sog. Druckresorption).
Desmodont, Faserzement, Gomphosis, Konnektor, Ligament, Periotom, Thekodontie, Wurzelhaut, Zahn, Zylinderimplantat,intramobiles



Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates
Shimbashi Norm
Shimbashi Messwert; engl.: Shimbashi measurement; Messzahl für den vertikalen Abstand der Schmelz-Zement-Grenze der mittleren Schneidezähne des Oberkiefers zu denjenigen des Unterkiefers bei geschlossener Zahnreihen. Als ideale Werte gelten 18-20 mm. Niedrige S.-Werte gehen i.d.R. mit einer durch Abrasionen hervorgerufenen Biss-Senkung einher.
ästhetische Zahnmedizin, B
isshöhe, Tiefer Biss


Shimstock Folie ; Okklusionsfolie, sehr dünne (~ 5-12 µm) metallene oder metallisierten Polyesterfolie zur Prüfung der Okklusion oder des Kontaktpunkts.

Shore Härteprüfung
nach Albret S. benannte Kenngröße zur Prüfung der Härte vornehmlich von Elastomeren und Kunststoffen. Es wird die Eindringtiefe eines federbelasteten Stiftes in das Material gemessen und auf der Shore Skale von 0 bis 100 registriert. Dabei gilt: geringe Eindringtiefe = hohe Shore Härte.
http://www.karg-industrietechnik.de/

Shore Platte
"Kaupfadplatte", "Kaupfadschiene", engl: Shore plate;  Aufbissbehelf im Oberkiefer zur Prätherapie stomatognather Funktionsstörungen; AufbissSchiene

SI
kieferorthopädische Messzahl; Abk. von "Summa Incisivi"; gemeint ist damit die
Summe der Breiten der 4 Schneidezähne eines Kiefers. Als Durchschnitt gilt im Oberkiefer eine SI von etwa 32 mm, zusammengesetzt aus 7+9+9+7 mm. Dabei ist eine geringere SI kieferorthopädisch günstiger, bei einer größeren SI ist im normalen Gesichtsschädel mit Platzproblemen zu rechnen. Aufgrund der SI kann in einer Tabelle die erforderliche Kieferbreite zwischen den ersten kleinen und den ersten großen Backenzähnen abgelesen werden, ebenso die nötige Kieferlänge. Die Differenz zwischen der vorhandenen und der notwendigen Kieferbreite sind mitentscheidend für  "Schwierigkeit und Aufwand" einer kieferorthopädischen Behandlung.
Das Verhältnis "Breite der oberen Schneidezähne" (SI-OK) zu denen der unteren (SI-UK) richtet sich in etwa nach der
Jaekel-Formel.
Pont-Index,
Schneidezahn, SI-Einheit, Tanaka-Formel, Tonn Index


Sialadenitis
Sialoadenitis, Speicheldrüsenentzündung; Entzündung der beiden großen Unterkieferspeicheldrüsen; eine Entzündung der Oberkieferspeicheldrüse wird als Parotitis bezeichnet. Als Befund werden lokalisierte, schmerzende Schwellungen und eine Verminderung des Speichelflusses bis hin zum völligen Einstellen der Drüsenfunktion beobachtet. Die Ursachen können infektiöser oder nicht infektiöser Natur sein:

Sialadenose
alt: Sialose, nichtentzündliche Erkrankung des Drüsenparenchyms als Folge einer Stoffwechsel- oder Sekretionsstörung, kombiniert mit schmerzlosen wiederholten Schwellungen der betroffenen Speicheldrüsen. Bei der meist symmetrisch verlaufenden Erkrankung sind vor allem die Ohrspeicheldrüsen betroffen (sog. „Parotidose“). Ursachen sind meist endokrine oder hormonellen Funktionsstörungen, eine gezielte Therapie ist nicht bekannt.

Sialographie
Sial(o)adenographie, engl.: sialogram, sialography; Röntgenkontrastdarstellung der (großen) Speicheldrüsen mit ihren Ausführungsgängen, wie z.B. der Gl. Parotis oder der Gl. Submandibularis (s. Abb.: S. der linken Unterkiefer-Speicheldrüse bei normalem Speichelfluss). Das wasserlösliche Röntgenkontrastmittel wird vorsichtig in die Mündung der jeweiligen Speicheldrüse eingespritzt. Das dargestellte Röntgenbild wird als Sialogramm bezeichnet. Hauptindikationsgebiete sind: Suche nach Speichelsteinen ( Sialolithiasis), Untersuchung auf chronische Entzündungen der Speicheldrüsen, Abklärung eines Tumors.
Adenographie



Sialom , Tumor im Bereich des Parenchyms einer Speicheldrüse; Adenom

Sialometrie ; Bestimmung, Messung der Speichelmenge

Sialoloth , Sialolith, engl.: sialolith, Speichelstein

Sialolithiasis, i.d.R. durch entzündliche Vorgänge bedingte Speichelsteinbildung in den Ausführungsgängen der Drüsen; Sialoadenitis

Sialorrhö , "Sabbern", engl.: sialorrhea; übermäßige Speichelbildung versch. Ursache (z.B. Parkinson, frühe Schwangerschaft, Vergiftungen); auch: unwillkürlichen Abfluss von Speichel aus dem Mund, unabhängig von der Menge der Speichelsekretion; Ptyalismus

Sialozele
Speicheldrüsenzyste
; engl.: do.; hauptsächlich in den sublingualen (Unterzungen-) und submandibulären (Unterkiefer-) Speicheldrüsen auftretend; die Parotis ist selten betroffen.
Speicheldrüsen, Zyste

Sicard Syndrom
Collet-Sicard Syndrom
, Tic douloureux, Glossopharyngeusneuralgie; eine Berührung in der Gaumengegend (z.B. Gaumenzäpfchen, -mandel, Zungengrund, Schlucken fester Speisen, bei lautem Sprechen, intensivem Kauen oder Gähnen) treten messerstichartige Schmerzen auf, welche von einer Gaumenbogenhälfte ausgehend in die Zunge, Kieferwinkel, Hals u. Ohr ausstrahlen. Die plötzlich auftretenden Schmerzen können bis zu 2 Minuten andauern und werden durch eine schmerzrefraktäre Phase abgelöst.
Trigeminusneuralgie

SiC-Index
Significant Caries Index; von Bratthall ursprünglich für die Anwendung bei 12-Jährigen beschriebene Messzahl – fokussiert auf das Drittel einer Population mit den höchsten DMF-T-Werten. Für diese Gruppe wird ein gesonderter Mittelwert berechnet. Bratthall schlug zusätzlich vor, auch einen Mittelwert für die zwei Drittel einer Population zu berechnen, die die niedrigsten DMF-T-Werte aufweisen. Auf diese Weise lässt sich im Zeitverlauf sehr gut abbilden, ob sich die Karieswerte in beiden Subpopulationen annähernd gleichförmig verändern.
aus http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_696.pdf

Sichelzahn
engl.: sickle tooth, kinked tooth; nur bei oberen, mittleren Schneidezähnen zu beobachtende Anomalie mit einer nach labial gerichteten Abbiegung der Zahnkrone. Diskutiert wird als Ursache eine Stauchung des Zahnkeims durch traumatische Milchzahneinflüsse, oder ein verhindertes normales Durchbrechen des bleibenden Zahnes durch Narbenbildung.
Zahnentwicklungsstörungen, Zahnhartsubstanzdefekte


Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblätter, engl.: material safety data sheet(s); nach der TRGS 220 4(1) ist ein S. dazu bestimmt, dem berufsmäßigen Verwender die beim Umgang mit Stoffen und Zubereitungen notwendigen Daten und Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Maßnahmen treffen zu können.
Sicherheitsdatenblätter der Dentalbranche

Sicherstellungsauftrag
engl.: service guarantee; gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung der Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen die ärztliche Versorgung Gesetzlich Versicherter nach Vertrag sicherzustellen, indem sie ein qualitativ angemessenes, in zumutbarer Entfernung gelegenes und jederzeit bedarfsdeckendes und wirtschaftliches Versorgungsangebot einschließlich eines Notfalldienstes bereithalten.
Diese Verpflichtung kann nach §72a SGB V an die Krankenkassen übergehen: "Haben mehr als 50 vom Hundert aller in einem Zulassungsbezirk oder einem regionalen Planungsbereich niedergelassenen Vertragsärzte auf ihre Zulassung nach § 95b Abs. 1 verzichtet oder die vertragsärztliche Versorgung verweigert und hat die Aufsichtsbehörde nach Anhörung der Landesverbände der Krankenkassen, der Verbände der Ersatzkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung festgestellt, daß dadurch die vertragsärztliche Versorgung nicht mehr sichergestellt ist, erfüllen insoweit die Krankenkassen und ihre Verbände den Sicherstellungsauftrag."
Nach § 140a "Integrierte Versorgung" können die Krankenkassen Verträge über eine verschiedene Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung abschließen. Soweit die Versorgung der Versicherten nach diesen Verträgen durchgeführt wird, ist der Sicherstellungsauftrag nach § 75 Abs. 1 eingeschränkt.
Versorgungsauftrag

Sicherungskettchen
Sicherungskette
, engl.: safety chain; besonders in der Endodontie (manuelle Wurzelkanalbehandlung, kein Kofferdam) vorgeschriebene Maßnahme der Sicherung von kleinen, spitzen Behandlungsinstrumenten gegen ein unbeabsichtigtes Aspirieren oder Verschlucken.
Fremdkörperaspiration 

Sickerblutung
Blutung Forrest Ib, engl.: seeping o. oozing hemorrhage; ständige, stundenlange (bis Tage lange), leichte diffuse Blutung aus einer Extraktions- oder Operationswunde, ohne dass ein größeres Blutgefäß verletzt sein muss. Die mit einer Drucktamponade meist gut zu beherrschende Komplikation hat ihre Ursache entweder in einer Blutgerinnungsstörung oder einer Gewebsentzündung im Operationsgebiet.
Blutgerinnungsstörungen

side shift , Seitwärtsbewegung des Unterkiefers als Teil der Bennet-Bewegung

SI-Einheit
engl.: SI-unit; in D gesetzlich vorgeschriebene Maßeinheiten nach dem Système International d'Unités mit den Grundeinheiten: Ampere (Stromstärke), Candela (Lichtstärke), Kelvin (thermodynamische Temperatur), Kilogramm (Gewicht), Mol (Stoffmenge) und Sekunde (Zeit). Hiervon können die meisten in der Naturwissenschaft üblichen Maßeinheiten ohne unterschiedliche Umrechnungsfaktoren abgeleitet werden. Z.B.: Becquerel (Bq) = 1 Sekunde-1
Sievert (Sv) = 1 Joule x kg-1.
Gray,
Ionendosis, Gonadendosis, Radioaktivität, Sievert
http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/general/si.html

Sievert
Abk.: Sv, engl.: do.; Joule/kg, Äquivalentdosis für die biologische Aktivität einer Strahlenart (RBW = relative biologische Wirksamkeit); sie hat in der
Strahlenschutzmessung die alte Maßeinheit "Rem" (engl. Abkürzung für Radiation equivalent man; 1 Rem = 0,01 Joule/kg = 0,01Sv) nach der Gleichung 1 Sv = 100 rem abgelöst. Identisch mit der Maßeinheit Gray.
Da bei der Anfertigung von zahnärztlichen Röntgenaufnahmen Werte im µ-Sievert-Bereich auftreten, hier eine Umrechnung:
1µ = 1Mikro , Zehnerpotenz: -6 , Dezimal= 0,000 001 , Name: 1 Millionstel.
Curie, Gonadendosis, Langzeitdosis, Personendosis, Radioaktivität, Röntgen, Röntgenstrahlen, Strahlenrisiko


Sigmatismus
Lispeln, Stammeln, engl.: sigmatism; isolierte Sprachstörung der Aussprache von S-Lauten und deren Lautverbindungen (z.B. sp, st, spr). Neben anderen Ursachen kommen zahnärztlicherseits u.a. eine falsche Zungenlage, Fremdkörper in der Mundhöhle (kieferorthopädische Geräte, Zahnersatz) in Betracht. Bis zum abgeschlossenen Durchbruch der bleibenden oberen Schneidezähne gilt der S. als noch nicht unbedingt behandlungsbedürftig.
Weitere Bezeichnungen für Laut-Sprachstörungen sind:
K = Kappazismus, R = Rhotazismus, Ch = Chitismus, Sch = Schetismus
Palatogramm

Signifikanz
Bedeutsamkeit, Wesentlichkeit, engl.: significance; statistisches Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums ("Irrtumswahrscheinlichkeit"), ausgedrückt als "p". In der klinischen Medizin bezeichnet man p-Werte von p < 0,05 (= 5%) als signifikant; p-Werte von p < 0,001 (= 0,1%) als hochsignifikant
Signifikanter Unsinn

Silane
Siliziumwasserstoffe
, engl.: do.; überwiegend in der
Zahntechnik finden sog. funktionelle Organosilane als Haftvermittler zwischen anorganischen/mineralischen Oberflächen (Legierungen/Keramik), Kunststoffen (z.B. Komposites) und Befestigungszementen Verwendung (sog. Silanisierung). Die so entstandene Haftbrücke ist gegen Feuchtigkeit, Temperatur und Chemikalien weitgehend resistent. Bei mechanischer Beanspruchung sollte jedoch nicht auf eine zusätzliche mechanische Retention ( Retentionsperlen) und/oder eine zusätzliche chemische Vorbehandlung verzichtet werden. S. mit niedrigem pH (4,0 und 4,5) zeigen etwas stärkere Verbundkräfte als solche mit höherem pH (5,5 und 6,0).
1975 wurden erstmals Versuche zur Silanisierung von Metalloberflächen mit Gamma-Methacryloxy-Propyl-Trimethoxysilan durchgeführt, die aber durch Wasseranlagerung aus der Mundhöhle keine befriedigenden Werte ergaben. !984 wurden dann durch das spezielle Silicoater-Verfahren (Fa. Kulzer) ein echter chemischer Haftverbund möglich.
Ormocere, Verblendkrone

www.charite.de/zwbmf/Praktikum/WWW_PDFSkripte/Skripte/Verbund.pdf

Silber
Argentum, Ag, engl.: silver; wegen seiner hohen Affinität zum Schwefel im Dentalbereich nicht zu den Edelmetallen gehörendes Element; Bestandteil von vielen Dentallegierungen auf Gold- und Palladiumbasis.
Kolloidales Silber (elektrisch geladene Silberteilchen in Wasser gelöst) wird therapeutisch in der Medizin dazu benutzt, um Krankheitserreger abzutöten.
Legierung, Silbernitrat, Silbersaum
Silber ist doch kein gut verträglicher Bakterienkiller

Silberamalgam
engl.: silver amalgam; Vermischung einer "Feilung" aus Silber und Zinn mit Quecksilber; in der ZHK allgemein als "Amalgam" bezeichnet, im Unterschied zum Kupferamalgam

Silberbromid
"Bromsilber", AgBr, engl.: silver bromide; licht- u. röntgenempfindliche chem. Verbindung und Hauptinhaltsstoff des Beschichtungsmaterials von Röntgenfilmen. Je nach
Strahlungsintensität wird die Kristall-Struktur der Verbindung unterschiedlich stark gelockert. Das so veränderte S. wird durch Entwickeln in Silber verschiedener Graustufen überführt.
Röntgenfilm

Silbernitrat
Höllenstein, Argentum nitricum, salpetersaures Silberoxyd, AgNO3, engl.: silver nitrate; früher gebräuchliches Ätzmittel gegen Warzen, überempfindliche Zähne und gutartige Zahnfleischwucherungen. Heute gilt S. als
obsolet, da es die betreffenden Partien durch Silberausfällung stark schwarz verfärbt. Gelegentlich noch Anwendung zum Desensibilisieren ("Imprägnierung", "Unempfindlich machen") von überempfindlichen Zahnhälsen im nicht sichtbaren Bereich und als Notbehandlung stark zerstörter Milchzähne bei behandlungsunwilligen Kindern. Geänderte Silberverbindungen erleben in neuerer Zeit zur Kariesarretierung eine Renaissance:   http://www.zm-online.de/hefte/Wie-wirksam-ist-Silber-Diamin-Fluorid_405884.html
Howe Verfahren, überempfindliche Zähne

Silbersaum
Argyrie, "Perlmuttstomatitis", engl.: argyric line; graue oder grau-blaue Verfärbung aus Silbersulfid (Ag2S), vornehmlich nach langfristiger Einnahme silberhaltiger Stoffe (z.B. Brandsalben, silberhaltige Raucherentwöhnungstabletten, Trinkwasserentkeimung, Arbeiter in Silberminen; metallisches Silber, Silberstaub, kolloidales Silber / Silberwasser oder Silbersalze). Gilt als "kosmetische Verfärbung" und soll medizinisch unbedenklich sein.
Bleisaum, Schwermetallsaum, Silber


Silberstifte
engl.: silver pins; früher vereinzelt angewandte Methode der Wurzelkanalfüllung: Dünne, schmiegsame Silberstiftchen wurden - allein oder in Kombination mit einer Wurzelkanalfüllpaste - in den aufbereiteten Wurzelkanal eingepresst. Dabei erhoffte man sich eine dauerhafte Keimfreiheit durch ständige Abgabe von (bakterienabtötenden) Silberionen.

Silensor ® ; "Schnarcherschutz" Schnarchen

Silginat
Wortschöpfung aus den Abdruckmaterialien "
Silikon" und "Alginat"; Handelname Kettosil®. Es soll die Vorteile von A-Silikonen und Alginaten vereinen und somit niedrige Reißfestigkeit mit hoher Dimensionsstabilität verbinden. Verwendung für die Abformung zur Erstellung provisorischer Kronen und Brücken für einfache herausnehmbare prothetische Arbeiten oder für für Situations- und Fallstudienmodelle.
Abdruck

Siliciumcarbid ; Karborund

Silikate
engl.: silicate; Salze der unbeständigen Orthokieselsäure mit Silizium, welche unter Wasserabspaltung u.a. zu großen Agglomeraten kondensieren können (Quarz ist das Resultat einer vollständigen Polykondensation). Verwendung in der ZHK u.a. gemahlen als Ausgangsstoff für keramische Massen oder Füllkörper bei zahnfarbenen Füllungen

Silikatzement
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Silikat.html

Silikatzement
"Silikatfüllung", engl.: silicate cement; erste, kosmetisch befriedigende "weiße Füllungsmaterialien" der Neuzeit; heute durch modernere Stoffe ( Füllungsmaterialien) abgelöst. Zusammensetzung:
Pulver: Siliciumdioxid; Aluminiumhydroxid; Calciumoxid; Natriumoxid
Flüssigkeit: Aluminium und Zink in Phosphorsäure
Für Seitenzahnfüllungen und Eckenaufbauten im Frontzahnbereich nicht geeignet. Weiter kann ein Austrocknen der Füllungen, z.B. durch Trockenlegen während einer zahnärztlichen Behandlung sowie durch Mundatmung des Patienten zu Strukturdefekten (Haarrissbildung) und damit zur Opazität der Füllung führen.
Steinzement
http://www.speiko.de/

Silikone
Silicone, Polysiloxane, engl.: silicon; siliziumhaltige Kunststoffe von großer Wärme- u. Wasserbeständigkeit; chem. als eine Verknüpfung von Silikonketten mittels Sauerstoffatomen (Si-O- Bindung; "-Si-O-Si-" = "Siloxan"). In der
ZHK werden diese, zu den Elastomeren gehörenden Stoffe, seit 1954 bei der Abformung eingesetzt. Sie sind lösungsmittelresistent, biologisch gut verträglich, wasserabweisend (meist von Nachteil, s.u.) und weitgehend temperaturunempfindlich. 
Beim Einsatz in der ZHK werden die S. unterteilt in:

S. sind von Natur aus wasserabweisend (hydrophob), was im feuchten Mundhöhlenmilieu häufig sehr nachteilig ist und die Genauigkeit, besonders im Gebiet des Sulkus, entsprechend negativ beeinflusst. Aus diesem Grund beziehen sich Fortentwicklungen dieser Materialien dahin, dass sie durch entsprechende Zusätze (oberflächenaktive Substanzen wie z.B. Tenside) "hydrophilisiert" ("wasserfreundlich" gemacht) werden.
Eine Neuentwicklung innerhalb der Silikongruppe stellt das Präparat "Silginat" dar, welches die Eigenschaften von
Alginaten (feuchtigkeitsfreundlich) und mit denen von S. (präzise) kombinieren soll.
Abformung, Elastomere, Lagerzeitkontraktion, Latex

Silikophosphat-Zement ; Steinzement

Siliziumkarbid, Karborund

Silness-Löe-Index , Belagsindex

Silorane
neuartiges, schrumpfreduziertes Füllungsmaterial mit Verzicht auf die herkömmlichen Methacrylate; stattdessen ist eine gänzlich neue Silorane-Matrix (ringförmige Moleküle) Basis dieses Produktes, welche bei Vernetzung unter Ringöffnung polymerisiert. Hierdurch soll ein wesentlicher Teil der konventionell bekannten Schrumpfvorgänge ausgeglichen werden. Bekanntes Präparat: Filtek Silorane (3M/Espe); das Silorane System Adhäsiv ist ein selbstätzendes Zwei-Schritt-Adhäsiv der 6. Generation.
Komposite
http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-3.html

Simon Aug-Punkt
"Weichteilorbitale", engl.: Simon's aug-dot; Weichteilmesspunkt zur kephalometrischen Vermessung: Bei geradeaus blickendem Auge wird der untere Rand der knöchernen Augenhöhle ertastet und der Hautpunkt bestimmt. Eine Senkrechte nach unten - die sog. Simon Senkrechte - soll nach Simon im Normalgebiss durch das mittlere Drittel des oberen Eckzahns verlaufen.

Simplex-Artikulator ; Gysi, Truebyte-Artikulator

Single-Point-Technik ; Zentralstiftfüllung

Singultus ; Schluckauf

Sinographie , veraltet: Antrographie, engl.: sinography, out of use: antrography; diagnostische Kontrastdarstellung der Nasennebenhöhlen ( Kierferhöhle)

Sinterkeramik ; Keramik

Sintermetalle
Bezeichnung für Stoffe, welche durch eine Verpressung von Metallpulvern bei hohen Temperaturen (jedoch unter dem Schmelzpunkt des Metalls) entstanden sind. Daraus ergeben sich andere metallurgische Eigenschaften (Härte, Zähigkeit), als wenn das Metall gegossen würde. Zur Verwendung kommen i.d.R. pulverisierte Legierungen aus hochschmelzenden, schwierig zu vergießenden Metallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sintermetall

Sintern
"Zusammenbacken", engl.: sintering; Verfestigung kristalliner, körniger oder pulvriger Stoffe durch Zusammenwachsen der Kristallite bei entsprechender Erhitzung, ohne dass alle Komponenten in eine Schmelze übergehen; meist im Vakuum oder unter bestimmten Gasglocken durchgeführt. Geht mit einem (meist vorhersehbaren) Volumenschwund ("Sinterschwindung") einher - die Porosität nimmt ab. Spezielle Verfahren ("Sintern an Luft") sollen diese Nachteile kompensieren.
Keramik, Sintermetalle, SLM (Selective Laser Melting)

Sinusitis
eigentlich: Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der ZHK häufig mit einer Kieferhöhlenentzündung gleichgesetzt, engl.: (maxillar) sinusitis, sinus infection; Nasennebenhöhlenerkrankung, bei der die (Kieferhöhlen-)Sinus-Schleimhaut allergisch oder infektiös bedingt entzündet ist. Die Erreger sind i.d.R. Viren, Bakterien wie
Streptokokken und Pilze ("Pilzball", invasive sinunasale Mykose, allergische Pilzsinusitis), die meist aus dem Nasenraum - seltener durch eine offene Verbindung zur Mundhöhle ( Kieferhöhlenperforation) eingedrungen sind. Unterschieden werden die am häufigsten vorkommenden rhinogenen (von der Nase ausgehend, meist beidseitig) von den odontogenen (von den Zähnen abstammend, meist einseitig, ca. 30%-Anteil) und den hämatogenen (aus dem Blut stammend) Erkrankungen, wobei letztere Form nur äußerst selten bei schweren Allgemeinerkrankungen zu beobachtet ist. Schmerzen bedingt durch eine S. strahlen häufig auf die Oberkieferbackenzähne und den Alveolarfortsatz aus und können zu einer Fehl-Diagnose "Zahnschmerzen" führen.
In einer amerikanischen Studie wurde bei Patienten, die über ungeklärte Erschöpfungszustände und Schmerzen klagten, überdurchschnittlich oft eine S. diagnostiziert. Ursache der odontogenen S. - welche i.d.R. nur auf eine der beidseitigen Kieferhöhlen lokalisiert ist - sind vorwiegend
entzündliche Prozesse an den Wurzelspitzen, Zysten oder (selten) tiefe Zahnfleischerkrankungen der oberen Backenzähne. Weiter können nicht regulär verlaufende zahnärztliche Maßnahmen, z.B. nach Zahnentfernung oder -operation, Hineinstoßen von Wurzelteilen oder Einbringen von Fremdkörpern (z.B. Wurzelkanalfüllungsmaterial ("Überstopfen"), Implantate, Knochenersatzmaterial), zu einer iatrogen S. führen, wobei die sog. Mund-Antrum-Verbindung ("Antrumperforation") nach einer Zahnextraktion die häufigste Ursache darstellt.
Eine weitere Unterscheidung wird getroffen in:

Weitet sich die auf eine Nasennebenhöhle beschränkte S. auf andere Nasennebenhöhlen (Stirn-, Siebbein- und Keilbeinhöhle) aus, so bezeichnet man das Krankheitsbild als Pansinusitis. Ausweitungen zur Augenhöhle hin erfordern eine rasche Behandlung, da sonst die Gefahr einer Erblindung besteht.
Alveolarbucht, Heryng Zeichen, Mikrodiathermie, Radix relicta (Wurzelrest), Sinographie

Sinus maxillaris , Kieferhöhle

Sinuslift
Sinus-lift-Operation, Sinusbodenaugmentation, Anhebung des Kieferhöhlenbogens, Augmentation oder Elevation des Kieferhöhlenbodens, engl.: (maxillary) sinus lift(ing); Schlagwortbezeichnung für eine Augmentationsmethode im unmittelbaren Bereich unterhalb der Kieferhöhle bei einem zurückgebildeten (atrophischen) Oberkiefer (posteriorer Alveolarfortsatz): Implantate benötigen einen ausreichenden Halt im Kieferknochen und somit ein bestimmtes Knochenangebot in vertikaler Richtung. Gerade im Oberkiefer-Seitenzahngebiet ist diese Dicke häufig nicht (mehr) vorhanden. Hinzu kommt, dass der Oberkieferknochen - im Vergleich zum Unterkiefer - generell von schlechterer Qualität (spongiös) ist und im zahnlosen Backenzahnbereich sich die Kieferhöhle bis zum Alveolarkamm ausdehnen kann; das Einbringen eines Implantates an dieser Stelle würde zwangsläufig zur (nicht gewünschten) Eröffnung der Kieferhöhle führen. Mehrere operative Verfahren werden hauptsächlich angewandt:
Beim zweizeitigem Sinuslift wird zunächst die Schneidersche Membran - dieses Häutchen trennt die Kieferhöhle vom Kieferknochen, hat eine wichtige Schutzfunktion und sollte möglichst unverletzt bleiben - vom Knochen abgelöst und angehoben ("Sinus lift") und in den entstandenen Hohlraum
autologer Knochen (z.B. vom Tuber maxillae, der Linea obliqua, der Kinnregion oder aus dem Beckenkamm ( Knochenersatzmaterialien, Knochenspan)) bzw. ein synthetisches Knochersatzmaterial hälftig vermischt mit autologem Knochen, eingebracht. Diese Stoffe werden innerhalb von Monaten (6 - 8 Monate, da die Kalzifikationsrate ca. 1 mm/Monat beträgt) durch körpereigen Knochen ersetzt. Nach dieser Phase wird implantiert.
Um einen erneuten Eingriff zu vermeiden, wird beim einzeitigem Sinuslift (sofortige Implantation) i.d.R. gleichzeitig das (die) Implantat(e) eingesetzt.  Hierfür müssen mindestens 5 mm Restknochenhöhe vorhanden sein.
Da das Operationsgebiet seitlich von der Mundhöhle her eröffnet wird, spricht man bei den oben beschriebenen Op-Methoden auch vom offenen o. klassischen Sinuslift.
Beim internen Sinuslift wird der Knochen im Implantatbett nach oben in Richtung Kieferhöhle verdrängt; eine eingebrachte resorbierbare Membran ("Sperrfolie") schütz die empfindliche Kieferhöhlenschleimhaut vor Verletzungen. Eine Kombination beider Op-Methoden ist möglich.
Als Infektionsprophylaxe wird beim S. von versch. Autoren eine ausreichende
antibiotische Abdeckung vor dem Eingriff empfohlen.

Beim S. handelt es sich um eine anerkannte Operationsmethode. Als häufige chirurgische Komplikation tritt beim S. eine Perforation der Schneider´schen Membran auf. In der Literatur werden bis zu 44 % der behandelten Fälle erwähnt, wobei bei etwa 10 % der Patienten davon postoperative Beschwerden auftreten. Die Implantat-Überlebensdauer erweist sich allerdings nicht von dieser Komplikation abhängig. Beträgt der Winkel zwischen buccaler und palatinaler Knochenwand 60° und mehr, ist das Risiko einer Membranverletzung gering.
Augmentation, CCARD, Einlagerungsosteoplastik, Implantat, Knochenersatzmaterialien, Prothesenunfähigkeit
Video (sehr ausführlich, 2016)

 



Prinzip einer geschlossenen Sinusboden-Elevation



interner S. im Gebiet der Zähne 15,17 unmittelbar nach Implantation und klinischer Zustand gut 1 Jahr später

Situationsabdruck
Situationsabformung, Erstabdruck, Situationsmodell, Orientierungsabdruck, engl.: anatomic impression, anatomic cast; auf Grund eines Abdrucks des (anatomischen) Kiefers hergestelltes Modell zu Dokumentations-, Planungs- und Studienzwecken und zur Herstellung eines individuellen Abdrucklöffels. Im Gegensatz zum
Funktionsabdruck werden keine Muskelfunktionen mit abgebildet, auf aufwendige Abdruckmassen kann verzichtet werden.
Abdruck, Abdruckarten, Funktionsabdruck, Modell
Einzelabformung (Fremdlink)

Situationsnaht
engl.: retention suture; grobe, großzügige Vereinigung der Wundränder, wenn z.B. ein reguläres, schlüssiges Zusammenfügen der Wundränder nicht möglich ist (i.d.R. nach jeder Zahnextraktion) oder um nach einer Versorgung durch S. bei größeren Wunden anschließend einen spannungsfreien Verschluss mittels Subkutan- und/oder Hautnähten zu ermöglichen.
Naht

Siwak
Miswaak, engl.: do.,  name for chewing sticks to clean teeth; arabisch für Zahnbürste oder Zahnholz; meist aus Zweigen des Arakbaumes (Salvadora Perscia), des Neem tree (Azadirecta indica) oder anderer aromatischer Hölzer mit antimikrobiellen Eigenschaften (
Zahnbürstenbaum) bestehend. Durch Untersuchungen in jüngster Zeit wurde festgestellt, dass die benutzten Hölzer teilweise einen hohen Fluoridgehalt von 8 bis 22 ppm (das sind 8 bis 20 tausendstel Promille) aufweisen - offensichtlich war indirekt die Bedeutung einer Fluoridierung der Zähne schon im Altertum bekannt.
Zahnbürste, Zahnbürstenbaum
http://www.islam.tc/Miswaak/
http://www.zahnbewusstsein.de/



Sjögren-Syndrom
chronisch-systemische Autoimmunerkrankung (rheumatoide Erkrankung), engl.: Sjoergren's syndrome; das zu den häufigsten Erkrankungen des Immunsystems zählende Syndrom hat folgendes Bild: Die Tränen- und Speicheldrüsen stellen schleichend ihre Funktion ein, die
Ohrspeicheldrüse (Parotis) schwillt an und produziert nur noch einen zähfließenden Schleim (s. Abb.). Die Zunge zeigt einen zunehmenden Papillenverlust (Papillenatrophie), wobei die Oberfläche glatt und gelappt wird (s. Abb. unten).
Histologisch typisch sind eine progressive Infiltration und schließlich die Verdrängung der Epithelzellen exokriner Drüsen durch mononukleäre Lymphozyten.
Die Patienten klagen über ein starkes Augenbrennen, Bindehaut-Entzündungen,
Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit. Es kann aber auch zu schweren Problemen kommen wie Entzündungen von Nerven, Taubheitsgefühl, Gelenkrheumatismus oder brennenden Schmerzen - in seltenen Fällen ähneln die Symptome denen der Multiplen Sklerose. Das S. betrifft vornehmlich weibliche (90%) Personen. Die Krankheit tritt meist postmenopausal mit einem Auftretensmaximum im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf; es werden immunologische, genetische, hormonelle und infektiöse (Viren) auslösende Faktoren diskutiert.
Die Therapie umfasst u.a. außer einer guten Mundhygiene und lokaler Fluoridzufuhr, die Prävention von oralen Infektionen, einen Speichelersatz sowie die lokale und systemische Anregung der Speichelproduktion. Bei Patienten, deren Speichelproduktion noch nicht vollkommen versiegt ist, können Cholinergika (Medikamente, die eine parasympathomimetische Wirkung hervorrufen) eingesetzt werden.
Autoimmunerkrankungen, Geschmacksstörung, Sialadenitis, Xerostomie
http://www.sjoegren-erkrankung.de/

 






Skalpell
scharfes chirurgisches Messer, engl.: scalpel; in unterschiedlichen Größen und Formen, heute meist als Einmalskalpell oder mit "Einmal-Wechselklinge" gebräuchlich.
Elektrochirurgie, Inzision, Lanzette, Stichinzision

S-Kanal , Lautbildungskanal; der Raum zwischen Zunge und Gaumen, der bei Phonation von "S" und Zisch-Lauten gebildet wird.

skelettal
das Skelett (Knochengerüst des Körpers) betreffend. Ausdruck in der ZHK vor allem bei Fehlstellungen der Zähne gebräuchlich: nicht regelrecht stehende Zähne oder Bisslagen können ihre Ursache einmal in einer Fehlstellung des Zahnes (der Zähne) (= dentoalveoläre Abweichung) oder einer falschen Bisslage haben. Sie können aber auch durch ein Missverhältnis des Skeletts (Kopfes) bedingt sein (= skelettale Abweichung). Bekanntes Beispiel hierfür ist die Progenie als skelettale Fehlbildung: die Unterkieferzähne beißen deshalb über die Oberkieferzähne, weil der Unterkieferknochen zu groß oder der Oberkieferknochen zu klein ist.
Abweichung, dentoalveoläre Kompensation, Fehlstellung

skelettale Reife ; Handröntgenaufnahme

skelettierte Prothese , Lochplatte

Skorbut
Scharbock, engl.: scurvy; chronische Vitamin-C-Mangelerkrankung (nach ~ 6 Monaten ohne Zufuhr). Durch diesen Mangel bedingt, löst der Körper das Material zwischen den einzelnen Zellen auf; zusätzlich wird dieses Material auch nicht mehr in ausreichender Menge nachproduziert. Zahnärztlicherseits werden bei der heute praktisch nicht mehr vorkommenden Erkrankung starke Blutungen des Zahnfleischs verbunden mit Schwellungen und Zahnlockerungen beobachtet.


Skyces ; Zahnschmuck

S-Linie
Steiner Profillinie
, Ästhetische Ebene nach Steiner; Linie, welche den Mittelpunkt des unteren Nasenrandes mit dem Hautpogonion verbindet. Liegen die Lippen hinter der Linie, ist das Lippenprofil zu flach, liegen sie davor erscheint das Profil zu protrusiv.
Ästhetiklinie, Steiner Analyse

SLM
Abk. von Selective Laser Melting; Gemeinschaftsentwicklung (in 2003) des Aachener Fraunhofer-Institut und der Firma
BEGO zur Herstellung von zahntechnischen Metallgerüsten. Üblicherweise stellen Zahntechniker manuell metallische Gerüste für Brücken und Kronen her, die als Unterbau für die keramische Verblendung dienen. Der aufwändige Herstellungsprozess mit den Arbeitsschritten Gipsmodell, Artikulator, Wachsmodellation, Einbetten bis hin zum Guss dauert mehrere Tage. Bei dem neuen Verfahren erstellt das Labor mit einem optischen Scanner ein digitales, dreidimensionales Bild, auf welches am Bildschirm eine virtuelle Brücke/Krone "modelliert" wird. Diese Daten werden an spezielle Zahnlabors weitergeleitet, wo mittels SLM-Verfahren des Fraunhofer ILT dreidimensionale metallische Gerüste in wenigen Stunden aus Metallpulver in hunderten von Schichten mit dem Laser aufgebaut werden. Diese gehen dann wieder in das Dentallabor zur weiteren Verarbeitung (Fertigstellung).
CAD/CAM-Systeme, Laser, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
ausführliche Darstellung

SLPI
engl. für Secretory Leukocyte Protease Inhibitor; Eiweißverbindung, welche in verschiedenen Körperflüssigkeiten - so besonders auch im Speichel - vorkommt und vor Viren und Bakterien schützt. Bei Verletzungen reguliert SLPI die Mechanismen, die für die Heilung und Desinfektion der Wunde sorgen. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass bei Entzug des für die SLPI-Bildung zuständigen Gens die Wunden nicht mehr heilten oder sich stark entzündeten. Trug man SLPI auf die Wunden auf, so setzte der Heilungsprozess spontan ein.
Speichel

SmartPrep
SmartBurs; rotierende (Einmal-)Instrumente ("Bohrer") zur Kariesentfernung, welche aufgrund ihrer Konstruktion zwischen gesundem und kariösem Dentin unterscheiden können (nach Hersteller SS White Burs, Lakewood, USA) sollen. Das Arbeitsteil des SmartPrepTM-Instruments besteht aus einem neuartigen, selbstlimitierenden Polymerkunststoff.
Behandlung von Milchzähnen, Bohrer, Präparation

Smearlayer , smear layer, "Schmierschicht"; Adhäsivtechnik

Smearplug, smear plug; bei der Wurzelkanalaufbereitung auftretende "Abfälle" aus gelösten Dentinteilchen, Pulpenrestgewebe und Mikroben, welche die angrenzenden Dentin- und Seitenkanälchen verschließen; es werden Eindringtiefen bis zu 40µm beobachtet.
Schmierschicht, Wurzelkanalspülung

Smoothies
Ganzfruchtgetränke mit einem Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen; durch ihren Zucker- und Säuregehalt aber mit erosiven Eigenschaften behaftet. Nach dem Verzehr von S. wird angeraten, den Mund mit Wasser zu spülen, um eine Neutralisierung zu erreichen, Kaugummi zu kauen, um die Speichelsekretion anzuregen und die Zähne möglichst nicht direkt nach dem Konsum zu putzen.


zu Sn-Sz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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