Zahnwissen-Lexikon   Ra - Rm
Rn - Rz  
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R2-Technik
neuartiges, zweiphasiges Vorgehen zur direkten Restauration tief zerstörter Zähne mit Kompositmaterialien. "R" steht für "Restauration", "2" für zweiphasig. "R2-Technik" = zweiphasige Restaurationstechnik zur Herstellung direkter Kompositrestaurationen.
Die R2-Technik: zweiphasige direkte Kompositrestauration (zm, 2014)

Rabattverträge
für Arzneimittel, engl.: discount agreements for drugs; Gesetzliche Kassen können mit Pharmaproduzenten Preisrabatte aushandeln. Durch solche Rabattverträge können die KK bei den Arzneimittelkosten sparen. Diese Einsparungen können sie an die Versicherten in Form von teilweisen oder vollständigen Zuzahlungsbefreiungen weitergeben. Das Einsparvolumen liegt zur Zeit (2010) bei etwa 800 Millionen Euro pro Jahr.
Festbeträge
Arzneimittel bei Gesetzlich Versicherten: Die wichtigsten Regelungen für Zuzahlung und Erstattung

Rabenschnabelzange
engl.: crow`s beak forceps; Extraktionszange für den Unterkiefer mit rechtwinklig abgebogenen, zur Spitze hin schmaler werdenden und geriffelten Backen.
In einer anderen Form früher auch zur Konturierung von Bandkronen gebraucht.

Rachen
Schlund, Pharynx, engl.: fauces; ca. 13 Zentimeter langer, muskulöser Schlauch vom hinteren Teil der Mundhöhle und Nase über den Hals bis zum Kehlkopf und zur Luftröhre; anatomische Unterscheidung in Mundrachen, Nasenrachen und Halsrachen, wobei der in der ZHK interessierende Mundrachen am Schlucken und an der Stimmbildung beteiligt ist.


Rachenring
lymphatischer Rachenring, Waldeyer Rachenring, engl.: tonsillar ring, Waldyer's ring; das beim Menschen an der Schlundenge (Isthmus faucium) in den Tonsillen befindliche lymphoepithelialen Gewebe der Rachenmandel, Tubenmandel, Gaumenmandel und Zungenmandel. Gilt als bedeutende Abwehrbarriere der oberen Atemwege gegenüber einer möglichen Infektion.

Rachitis
Vitamin-D- Mangelkrankheit, "Englische Krankheit", engl.: dito o. rickets; Störung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels mit typischen Skelettveränderungen (z.B. Knochenerweichung, Zahnentwicklungsstörungen), hauptsächlich beim Säugling und Kleinkind auftretend. Das mangelnde Vitamin D3 (Cholecalciferol) entsteht bei Ultraviolettbestrahlung (Sonnenlicht, Höhensonne) aus einer Vorstufe in der Haut und wird erst in der Leber in die eigentliche Wirkform umgewandelt.
Bedingt durch die Störung des Calciumstoffwechsels kommt es zu einer ungenügenden Mineralisation von Knochen und Zähnen. Die Schneidezähne und die ersten bleibenden Backenzähne (Molaren) brechen verspätet durch und zeigen Schmelzhypoplasien (s. Abb.); typisch ist außerdem - durch Verformung der Kiefer - der schwer behandelbare "rachitisch offene Biss".
Die Behandlung besteht aus natürlichem Sonnenlicht oder künstlichem UV-Licht, da die Vorstufe des Vitamin D3 schon in der Haut vorhanden ist und einer Vitamintherapie, verbunden mit einer vollwertigen Ernährung.
Als Rachitisprophylaxe werden ärztlich kontrollierte Vitamingaben beim Säugling empfohlen, evtl. auch Vitamin-D-Zufuhr im letzten Schwangerschaftsdrittel.
Von der erworbenen R. abzugrenzen ist die familiäre hypophosphatämische Rachitis als genetische Erkrankung. Sie ist u.a. mit einer schweren Wachstumsstörung und gestörter Knochen- und Zahnmineralisation ("dentale Nekrose") sowie geringen Konzentrationen an zirkulierendem 1,25-Dihydroxy-Vitamin D assoziiert. Zur Behandlung werden im dentalen Bereich Gaben von 1-Hydroxy-Vitamin D und oralem Phosphat vorgeschlagen.
Zahnentwicklungsstörungen

 

 

 



Rachitis-bedingte Schmelzhypoplasie

Radiatio , Bestrahlung, engl.: radiation; Strahlentherapie

radikulär, engl.: radicular; von der Zahnwurzel ausgehend, die Zahnwurzel betreffend, Zahnflächen

Radioaktivität
engl.: radioactivity; Eigenschaft der Atomkerne von instabilen Isotopen, sich ohne äußere Einflüsse umzuwandeln und dabei bestimmte Strahlen auszusenden; R. wird in Becquerel gemessen (zerfällt in einer Sekunde ein Atomkern, so ist dies 1 Becquerel). In Abhängigkeit von der Instabilität der Atomkerne sind dies:
Alpha - Strahlung
oder positiv geladenes Kernteilchen (vollständig ionisierte Helium-4-Atome). Sie werden beim radioaktiven Zerfall bestimmter Elemente spontan abgestrahlt.
Beta - Teilchen
Atomkerne mit einer zu großen Neutronenzahl im Verhältnis zur Protonenzahl. Durch Umwandlung entsteht u.a. ein "schnelles Elektron", welches als Beta-Teilchen bezeichnet wird. Diese dringen- je nach Energie - in Luft bis in den Meter-Bereich, im Gewebe in den Millimeter-Bereich vor.
Gamma - Strahlung
als Folge von Atomkernen mit einem zu hohen Energieinhalt. Auftreten meist zusammen bei einem Alpha- oder Beta-Umwandlungsprozess als sog. Begleitstrahlung. Dabei hängt die Energie dieser Strahlung von der Art des Atomkerns, dem abgelaufenen Umwandlungsvorgang und der Stabilität des Folgekerns ab. Die Durchdringungsfähigkeit dieser Wellenstrahlung ist weitaus größer als die der Teilchenstrahlung. Vom Energiegehalt sind Gammastrahlen am ehesten mit Röntgenstrahlen zu vergleichen.

Nach der Art der Quelle wird unterschieden in kosmische, terrestrische und zivilisatorische Strahlung, wobei letztere im Wesentlichen medizinischen Quellen, Bau- und Gebrauchsgegenstände und kerntechnischen Anlagen zuzuordnen ist.
Nach der Schadensart - welche von den Faktoren Dosis, Dauer der Einwirkung, Strahlungsempfindlichkeit, Strahlensensibilität abhängt - wird unterschieden:
somatische Strahlenschäden: Folgeerscheinungen bei dem Individuum, welches der Strahlung ausgesetzt war (z.B. Hautreaktionen = Radiodermatitis)
genetische Strahlenschäden: durch Veränderungen des Genmaterials machen sich diese erst in der Nachkommen-Generation bemerkbar machen; in jüngster Zeit (2009) werden derartigen Wirkungen nicht mehr eine so gravierende Bedeutung nachgesagt
deterministische Strahlenschäden (deterministisch = festgelegt): sind die Summe vieler Strahlenwirkungsprozesse und treten erst oberhalb von sog. Dosisschwellenwerten auf: bis zu einer bestimmten Dosis tritt nach bisherigen Kenntnissen keine Schädigung auf, ab dem Schwellenwert jedoch regelmäßig
stochastischen Strahlenschäden (stochaistisch = von den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit bestimmt): nach dem "Alles-oder-Nichts Gesetz" reicht nach dem Wahrscheinlichkeitsgesetz schon eine einzige Strahlungseinwirkung um einen Schaden auszulösen; Schäden sind also schon bei kleinsten Dosen möglich, ohne dabei einen Beweis erbringen zu können
Curie, Hormesis, Sievert, Strahlenrisiko
Messedaten zu Radioaktivität in Deutschland online

Radiodermatitis ; Röntgendermatitis

Radiographie
engl.: radiography.
1.) Röntgenographie; Untersuchung mit Röntgenstrahlen
2.) Digitale Radiographie: Statt auf einen Film werden die Strahlen auf einem Sensor aufgezeichnet, digital bearbeitet und gespeichert. In die ZHK seit 1986 unter dem Namen Radiovisiographie (RVG; von einem Gerätenahmen abgeleitet, Trophy Radiologie SA, Paris) eingeführt Röntgendiagnostik, digitale

Radiologie
Strahlen
(heil)kunde, engl.: radiology; Beschäftigung (Lehre und Wissen) mit ionisierenden Strahlen, wie z.B. Röntgendiagnostik und Strahlentherapie, Röntgenologie

radiopak , (Röntgen-)Strahlen undurchlässig; Radiopazität

radioluzent , (Röntgen-)Strahlen durchlässig; Radiopazität

Radiopazität
Strahlenundurchlässigkeit, engl.: radiopacity; Bezeichnung für das Verhalten von Stoffen, diagnostische Röntgenstrahlen bei ihrem Durchtritt abzuschwächen (zu absorbieren). Das Gegenteil von R. ist Radioluzenz.
Adjektive: radiopak u. radioluzent
Mejare-Index, Opazität, trianguläre Radioluzenz, Verschattung

Radix , in der ZHK: radix dentis = Bez. für   Zahnwurzel

Radix-Anker
Schraubenaufbau
, engl.: tooth stump mounting filling with calibrated screw; schraubenförmige Verankerung für eine Krone ("Stiftkrone") bei einem tief zerstörten und wurzelkanalbehandelten Zahn. Diese äußerst stabile Verankerungsform hat allerdings zuweilen auch Nachteile:
Korrosionsbedingt können sich metallische Zersetzungsprodukte in das Wurzel- und Zahnfleischgewebe einlagern und so zu Verfärbungen und Reizungen führen; weiter werden Korrosionen und damit verbunden Lockerungen der Schraube im Wurzelkanal beobachtet. Ebenso kann der metallische Schraubenkopf bei der kosmetisch optimalen Vollkeramikkrone zu nicht erwünschten Farbabweichungen führen. Alternativ werden deshalb Keramik-Stifte in jüngerer Zeit zunehmend verarbeitet.
Stiftaufbau



Einbringen eines
Metall-Schraubenaufbau
("Radix-Anker™")

Radix relicta
Wurzelrest, engl.: do. o. retained root; Teil einer Zahnwurzel, welcher nach Extraktion dieses Zahnes wissentlich (= intentionelles Belassen) oder unwissentlich zurückgelassen wurde. Ohne Fremdeinwirkung auch vorkommend im Wechselgebiss, dann, wenn die Milchzahnwurzel nicht völlig vom durchbrechenden, bleibenden Zahn aufgelöst wurde ("Milchzahnscherbe"); zuweilen auch im desolaten bleibenden Gebiss als Folge einer tiefen Karies und/oder Eiterungsprozessen der Zahnwurzel zu beobachten.
Eine regelrechte Entfernung eines Zahnes (Extraktion, Osteotomie) bedeutet i.d.R. auch dessen vollständiges Entfernen, um nicht Komplikationen in der Wundheilung oder spätere Irritationen durch Wandern der Wurzelreste zu provozieren. In anatomisch besonders gelagerten Fällen (Enge Lagebeziehung zu einem Nerv o. der Kieferhöhle, extrem schwieriger Zugang) können in Absprache mit dem Patienten(!) kleine, nicht infizierte Teile in situ belassen werden. Diese "schonende Technik" senkt zwar das postoperative Risiko, führt aber u.U. längerfristig zu Problemen durch Wandern der Wurzelreste.

Ramfjord-Zähne, Ramfjord-Index; Periodontal Disease Index

Ramifikation
Verzweigung, Aufteilung, in der ZHK für: Verästelungen des Wurzelkanals; engl.: ramification; als ein Netz anastomosierender Zellen der Pulpa, besonders im Bereich der Wurzelspitze; hier auch als apikales Delta oder apikales Dreieck bezeichnet. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 30% aller Front- und 50% aller Seitenzähne R. aufweisen.
Gangränbehandlung, Seitenkanal, Wurzelkanal, Wurzelkanalbehandlung, Wurzelspitzenresektion


Ramus
pl.: Rami; anatomische Bez. für den Ast oder eine Verzweigung von einem Organ. So wird z. B. der (aufsteigende) Unterkieferast als "Ramus mandibulae" oder "Ramus ascendens" bezeichnet. Den Abstand "Artikulare-Gonion" bezeichnet man demzufolge auch als Ramushöhe. Knochenchirurgische Eingriffe in diesem Gebiet haben den Oberbegriff Ramusosteotomie.

Randabschrägung , Abschrägung

Randleiste
"Abweiserwulst", engl.: marginal ridge; seitlicher Schmelzwulst auf den Kauflächen der großen und kleinen Backenzähne zum Nachbarzahn hin. Funktionell schützen diese den Zahnzwischenraum und die Interdentalpapille vor einem Einquetschen der Nahrung beim Kauen (ein "Abfließen" bzw. "Abscheren" der Nahrung wird so verhindert).
Kaufläche


Randolf-Metall , "Phantommetall", Sparlegierung; zur Hauptsache aus Messing (Kupfer-Zink-Legierung) und weiteren Zusätzen bestehend. Legierung, Palliag, Wiegold

randomisierte Studie , "Zufalls-Studie", engl.: randomized study, randomized controlled trial, RCT ; Auswahl der Versuchspersonen streng nach dem Zufallsprinzip. Dadurch wird eine Gleichverteilung unbekannter Störgrößen gewährleistet. Bei richtiger Randomisierung (Zuordnung zur jeweiligen Versuchsgruppe nach dem Zufallsprinzip), besteht eine hohe Aussagekraft dann, wenn die Untersuchung an einer großen Anzahl von Versuchspersonen vorgenommen wird und ein genügend langer Zeitraum besteht.
Blindversuch, Fall-Kontroll-Studie, Kohortenstudie

Randschluss
Randspalt(breite), Randdichtigkeit einer Krone, engl.: border seal; Passungsungenauigkeiten (Abstand) zwischen präpariertem Zahn und Restauration sind in der ZHK ein bekanntes Problem. Grundsätzlich wird aus parodontalen und kariesprophylaktischen Gründen eine maximale Randspaltbreite zwischen 30 u. 100 µm in Abhängigkeit vom jeweiligen Befestigungszement angestrebt (die durchschnittliche Größe der "normalen" Bakterien liegt zwischen 1 und 10 μm, meist um 1 μm; die kleinsten Formen weisen nur 0,2–0,5 μm Durchmesser auf), und so wird der Langzeiterfolg von Kronen und Brücken ganz wesentlich vom Abschluss am Zahnhals bestimmt; Sekundärkaries. Idealerweise wird hier ein fugenloser Übergang zwischen Werkstück und Zahn angestrebt. So können durch hohen Aufpressdruck beim Einsetzen, wie auch Finieren der fertigen Restauration Spaltgrößen von 10 - 15 µm erzielt werden. Klinische Nachuntersuchungen ergaben jedoch Spaltbildungen von bis zu 400 μm. Insofern liegen Ideal und Realität weit auseinander. Zurückzuführen sind derartige Unterschiede u.a. auf die Gestaltung des Präparationsrandes, die Art der Abdrucktechnik und die "mehrschrittige" Laborfertigung mit mehreren Positiv-/Negativ-Übertragungen. Somit ist der R. von festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) eine Summe der Herstellungs-Faktoren Präparationsform, Abformtreue, Modellgenauigkeit und Gusstechnik.
Untersuchungen zeigen, dass bei der Hohlkehlpräparation oder einer abgewinkelten 135°-Stufe eine bessere Anpassung an das marginale Parodontium erreicht werden kann als mit der klassischen 90°-Stufe (Rechtwinkelstufe); Abformungstechnik und -material scheinen das Ergebnis hingegen weniger stark zu beeinflussen.
Bei Füllungen ist der R. - neben der Güte des eingesetzten Materials - wesentlich von einer sorgfältigen Politur abhängig.
Kronen auf Zahnwissen.de
Abbindeexpansion, anfinieren, Befestigungszement, bevel enamel, biologische Breite, Bissflügelaufnahme, Cerec, C-Faktor, coronal leakage, Dentinhaftung, Gingivitis, Goldhämmerfüllung, Inlay, Keramik-Inlay (Fuge), Kariesprophylaxe, Kondensation, Kronenrand, Kuhhornsonde, Leakage, Lichtkeil, Metallkeramik, oligodynamische Wirkung, Passung, Politur, Polymerisationsschrumpfung, Präparation, Präparationsgrenze, Retentionsstellen, Ryge Klassifikation, Zementieren



tolerabler Randspalt bei einer Krone


schlechter und verfärbter R.
einer ca. 5 Jahre alten
Komposite-F.
Patient ist starker Raucher und
betreibt kaum
Mundhygiene



Schädigung der Papille durch überstehende Füllung



schlechter R. an 
Keramik-Kronen:
Die Zahnstümpfe waren
nach Entfernung total
verfault



Chairside hergestelltes Inlay

Randschrägung ; Schlagwortbez. für ein spezielles Vorgehen im Anschluss an eine (Füllungs-)Präparation; Abschrägung

Randspalt , Zementspalt, engl.: marginal leakage, cement leakage; Randschluss

Randtuberkel ; Schneidekante

Rank-Krone
Rank-Teilkrone, (Alfred Rank, Berliner Zahnarzt, 1885-1961, Mitbegründer der Zahnklinik an der Freien Universität Berlin), engl.: Rank's crown; pinledge-artige, gegossene Dreiviertelkrone im Frontzahnbereich, welche die sichtbare Außenfläche des Zahnes nicht überdeckt. Zusätzlich zu den parallelen Bohrungen werden im Approximalbereich noch zwei parallele Rillen präpariert. Nur noch selten in der Anwendung. http://www.archive.org/
Teilkrone

Ranula
Froschgeschwulst, Retentionszyste, Mundbodenzyste, engl.: do.; unterhalb der Zunge gelegene, im Unterzungen-Speichelgang (Ductus submandibularis) befindliche, mit Speichel gefüllte Zystenart unterschiedlicher Genese (Speichelretentionszyste oder seltener als Schleimzyste).
Zyste


Rap-Caps ; Zahnschmuck

Raphe
Rhaphe, Naht, bezeichnet eine anatomische Verwachsungslinie symmetrischer Körperteile. In der ZHK hauptsächlich bekannt als Raphe palati, welche im Oberkiefer eine in der Mitte des Gaumens sagittal verlaufende, nach vorn in die Papilla incisiva auslaufende, (blasse Schleimhaut-)Leiste bezeichnet; sie stellt die Vereinigungslinie der embryonalen Gaumenfortsätze dar.

Raphe-Median-Ebene
RME
, nach Schmuth, Raphe = Naht, Verwachsungslinie, engl.: raphe-median-plane; entspricht der Medianebene am Gaumen; sie ist eine Gerade durch den Mittelpunkt am Abgang der zweiten queren Gaumenfalte und dem letzten sichtbaren Punkt der Gaumennaht (Raphe, Übergang vom harten zum weichen Gaumen). Die RME wird bei Modellanalysen als Grundlage für sagittale und transversale (Symmetrie-)Vergleiche und Abweichungen benutzt. Da die Messpunkte durch Kiefer-/Zahnfehlstellungen verschoben sein können, gibt sie nicht unbedingt die Mitte des Oberkiefers und auch die Medianebene wieder (Mittellinienverschiebung). Senkrecht zur RME steht im hinteren Oberkiefer die Tuberebene
Messpunkte, Oberkieferlänge, Orale, Prosthion, Raphe-Papillen-Transversale, Spinaebene, Tuberebene


Raphe-Papillen-Transversale
RPT, nach Schmuth, engl.: raphe-papillary-transversal , raphe-papillary-cross-line; virtuelle Senkrechte auf die Raphe-Median-Ebene im Bereich des rückwärtigen Endes der Papilla incisiva (Ursprung der vorderen paarigen Gaumenfalte; Palatoskopie); sie durchquert dabei im normalen Gebiss die Eckzähne. Kieferorthopädische Bedeutung bei der Planung einer Extraktionstherapie im Rahmen einer Stützzonen-Einengung (Mesialwanderung der Seitenzähne).
Raphe-Median-Ebene


Rapidly Progressive Periodontitis ; rasch fortschreitende Parodontitis; RPP

Rarefizierung , Rarefactio, Verminderung, engl.: rarefaction (e.g. of bone); durch Atrophie oder Resorption verursachter diffuser Gewebsschwund.

Raschkow-Plexus
engl.: Raschkow's plexus, (nerve) plexus of Raschkow; nach dem einem Breslauer Arzt benanntes Nervengeflecht im Außenbereich der Pulpa; teilweise in das Prädentin hineinreichend.
Dentin

Raspatorium
"Periostschaber", engl.: raspatory, periosteal elevator; versch. geformte und große, scharfe Instrumente zum Ablösen (Präparieren) der Knochenhaut ( Periost) von seiner knöchernen Unterlage.
Mukoperiostlappen

rationierte Prothese ; Verkleinerung der Prothesenbasis auf das kleinste, funktionell und statisch noch vertretbare Maß; Lochplatte

Rattenschwanzfeile
engl.: rat-tail file; raspelartiges Wurzelkanal-Aufbereitungs-Instrument mit kleinen "Zähnchen" auf der Oberfläche zur Säuberung und Erweiterung des Wurzelkanals
Wurzelkanalinstrumente


Raucherbelag , engl.: smoker's plaques; bräunlich-gelber Belag, verursacht durch Pigmente aus dem Tabakrauch. Mit konventionellen Methoden der häuslichen Mundhygiene kaum zu entfernen.
Professionelle Zahnreinigung (PZR), Pulverstrahlgeräte, Verfärbungen, Weißmacher-Zahnpasten, Zahnbelag

Raumbrücke
selten gebrauchter Ausdruck für eine Schwebebrücke: der Abstand des Schwebegliedes zur Schleimhaut des Alveolarfortsatzes ist groß (~ 3mm). Gegenteil: Spaltbrücke (Abstand sehr gering)

Rauschnarkose "Rausch", Sedierung, Analgesie

RBA; Abk. v. chronisch rezidivierende, benigne Aphthose; Aphthe  

RCI-Index
root-caries-index
(of Katz), Zahnwurzel-Karies-Index (nach Katz), nur bei freiliegenden Zahnwurzelbereichen anwendbare Messzahl nach folgender Abhängigkeit:
(Zahl der Zähne mit freiliegender Wurzel und mit Wurzelkaries) + (Zahl der Zähne mit freiliegender Wurzel und Füllungen im Wurzelbereich) / (Zahl der Zähne mit freiliegender Wurzel) * 100. Die Scala reicht bei diesem Index von 0-100.
http://www.rain.org/

RDA-Wert
engl. Abk. für Radioactive Dentin Abrasion; Maß für die abtragende Wirkung (Abrasivität) der Putzkörper einer Zahnpasta auf das Zahnbein (Dentin) bei "standardisiertem" Putzen gegen eine definierte Charge eines Vergleichsstoffs; seit 1998 festgelegt in der DIN EN ISO 11609 "Zahnpasten". Die Quantifizierung erfolgt durch Aktivitätsbestimmung des beim Putzen abgetragenen, vorher radioaktiv markierten Dentins. Dieser Wert hängt u.a. von der Härte, Größe und Oberflächenstruktur der Putzkörper ab, die der Zahnpasta beigemengt werden. RDA-Werte von 30 gelten als gering abrasiv, solche mit Werten zwischen 70 u. 80 bezeichnet man als mittel-abrasiv; Werte über 100 gelten als stark abrasiv; einige Zahnweißzahncremes setzen zur Entfernung von Verfärbungen sogar auf RDA-Werte von bis zu 150.
Gesetzlicher Grenzwert ist 250, welcher von Experten als überaus schädlich angesehen und stattdessen ein Maximum von 100 gefordert wird; Zahnpasten mit Werten über 80 sollten keinesfalls regelmäßig gebraucht werden. Ein gewisser Abrieb ist allerdings notwendig, um Ablagerungen zu entfernen (s.u. unter "Reinigungsleistung"). Durch eine ausgewogene Rezeptur (RDA ~ 30-70) kann die Abrasion einer Zahncreme verringert werden, ohne damit eine große Einbuße des Reinigungspotentials hervorzurufen. In-vitro-Putzversuche haben ergeben, dass eine Zahnpasta einen RDA-Wert unter 50 haben sollte, damit es keine zu großen Abrasionen gibt. Andererseits aber ist ein RDA-Wert von mehr als 35 wünschenswert, damit überhaupt eine ausreichende Reinigung eintritt. Von der Abrasion sind nicht nur der Schmelz und das Dentin betroffen, sondern auch Füllungen und besonders verschiedene Versiegelungen.
Die Angabe des Wertes auf dem Produkt ist gesetzlich nicht geregelt (Stand 2012); eine weltweite Standardisierung der Messungen besteht nicht. Die Abrasivität am Zahnschmelz wird durch den sog. REA-Wert = Radioactive Enamel Abrasion angegeben.
Durch das tägliche Zähneputzen entstehen an freiliegendem Dentin (z.B. Zahnhals) bei richtiger Putztechnik und Pasten mit normalen RDA-Werten nur sehr geringe Substanzverluste. Diese rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche.
Die Reinigungsleistung einer Paste wird durch den PCR-Wert (Abk. von Pellicle Cleaning Ratio) ausgedrückt. Dieser beschreibt, inwieweit die jeweilige Paste das Zahnoberhäutchen ( Pellicle) zerstört, indem angefärbte Auflagerungen entfernt werden. Diese Methode ist wissenschaftlich umstritten, da im Labor an Rinderzähnen gemessen wird. Diese Ergebnisse sind nicht ohne weiteres auf den menschlichen Mund übertragbar.
Abrasivität, Verfärbungen, Weißmacher-Zahnpasten, Zahnpasta
Zahnpasta - Richtig putzen und schützen (zm, 2014)
 

 

 



RDA-Werte ausgesuchter Pasten

RDF-Index
von root (=Wurzel), decayed (=faul), filled (=gefüllt); grober Index für eine Zahnwurzelkaries; verfeinert durch den RCI-Index

Reaktionsdiagnostik
exspektative Diagnostik, engl.: expectant diagnostic, reaction diagnostic; Bestätigung bzw. Erstellen einer nicht offensichtlichen oder klinisch ergründbaren Diagnose aufgrund einer Vermutung und einer darauf gerichteten Therapie.
So kann z.B. bei pulpitischen Beschwerden nur histologisch primär sicher festgestellt werden, ob die Pulpitis reversibel (heilbar) oder irreversibel ist. Dies ist aber in der Praxis nicht möglich (der Zahn müsste dazu entfernt werden!). Man behandelt diesen erkrankten Zahn bei R. deshalb mit einem Medikament ( Caries profunda, Einlage, Überkappung) und wartet das Ergebnis ab. Lassen die Beschwerden nach und der Zahn "erholt" sich, so war die Schädigung heilbar. Beim Fortbestehen der Schmerzen handelt es sich um eine nicht mehr heilbare Pulpenerkrankung - der Zahnnerv muss entfernt werden ( Wurzelkanalbehandlung).

Reaktionsgrad
selten gebrauchter, von Korkhaus (Bonn) verwendeter kieferorthopädischer Ausdruck: gemeint ist die Zeit, die notwendig ist, um eine biologisch günstige, orthodontische Bewegung eines Zahnes oder einer Zahngruppe in einer bestimmten Richtung um die Strecke von 1 mm durchzuführen.

Reamer ,
engl. für Erweiterer, Räumer;  schneidende Handinstrumente zur Wurzelkanalaufbereitung, im Gegensatz zur K-Feile mit einem Anstiegswinkel von ca. 80°. Anwendung mit einer "zwirbelnd-stoßenden Bewegung" (reaming motion) mit höchstens halber Drehung des Instruments im Uhrzeigersinn
Wurzelkanalinstrumente

Reattachment
Wiederanheftung
, Wiederverbindung; Ziel jeder Parodontaltherapie ist, von der Zahnwurzeloberfläche abgelöstes Gewebe wieder am Ursprungsort zu befestigen ; Attachment, new attachment

Recall
Recall-System, Erinnerung, engl.: do.; in Zahnarztpraxen mit Erfolg eingesetztes Erinnerungssystem, besonders bei der implantologischen, parodontologischen, kieferorthopädischen und prothetischen Betreuung sowie zur Vorsorge von Zahnerkrankungen: So ist eindeutig in vielen Studien belegt, dass eine regelmäßige Kontrolle ("Nachsorge") erheblich zu einem Erfolg der ärztlichen Maßnahme beiträgt ( Compliance).
Ein R. darf nur bei den eigenen Patienten durchgeführt werden und dies auch nur dann, wenn die Patienten nach entsprechender Unterrichtung zu dieser Maßnahme ihre (jederzeit widerrufbare) Zustimmung gegeben haben.
Auch nach der Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist ein R. gestattet. Andersherum ist ein Arzt nicht verpflichtet, seine Patienten von sich aus zu Vorsorgeuntersuchungen einzubestellen (OLG Koblenz, Az.: 5 U 186/10, Urteil vom 26.6.2010).
Behandlung, Bestellpraxis, Follow-up, parodontale Erhaltungstherapie ("Parodontal-Recall"), unterstützende Parodontitistherapie
www.recallkarte24.de



rechtfertigende Indikation
Entscheidung eines Arztes oder Zahnarztes mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, dass und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde angewendet wird (gesundheitlicher Nutzen vs. Strahlenrisiko); nach der Röntgenverordnung in D vorgeschriebene kritische Prüfung bei der Anwendung von diagnostischen Röntgenstrahlen vor deren Einsatz. Dazu sagt § 23 RöV ( Röntgenverordnung (Stand 2002) ©: Uni-Münster) aus:
" (1) Röntgenstrahlung darf unmittelbar am Menschen in Ausübung der Heilkunde oder Zahnheilkunde nur angewendet werden, wenn eine Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 hierfür die rechtfertigende Indikation gestellt hat. Die rechtfertigende Indikation erfordert die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Anwendung am Menschen gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt. Andere Verfahren mit vergleichbarem gesundheitlichen Nutzen, die mit keiner oder einer geringeren Strahlenexposition verbunden sind, sind bei der Abwägung zu berücksichtigen. Eine rechtfertigende Indikation nach Satz 1 ist auch dann zu stellen, wenn die Anforderung eines überweisenden Arztes vorliegt. Die rechtfertigende Indikation darf nur gestellt werden, wenn der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt den Patienten vor Ort persönlich untersuchen kann, es sei denn, es liegt ein Anwendungsfall des § 3 Abs. 4 vor. § 28a bleibt unberührt.
(2) Der die rechtfertigende Indikation stellende Arzt hat vor der Anwendung, erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit dem überweisenden Arzt, die verfügbaren Informationen über bisherige medizinische Erkenntnisse heranzuziehen, um jede unnötige Strahlenexposition zu vermeiden. Patienten sind über frühere medizinische Anwendungen von ionisierender Strahlung, die für die vorgesehene Anwendung von Bedeutung sind, zu befragen.
(3) Vor einer Anwendung von Röntgenstrahlung in der Heilkunde oder Zahnheilkunde hat der anwendende Arzt gebärfähige Frauen, erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit dem überweisenden Arzt, zu befragen, ob eine Schwangerschaft besteht oder bestehen könnte. Bei bestehender oder nicht auszuschließender Schwangerschaft ist die Dringlichkeit der Anwendung besonders zu prüfen. "
Strahlenrisiko

Rechtwinkeltechnik
Rechtwinkelprojektion
, engl.: right-angle technique; der Zahnfilm ist so im rechten Winkel zum austretenden Zentralstrahl fixiert, dass dieser auf die Mitte des Röntgenfilms trifft.
Filmhalter, Halbwinkeltechnik, laterale Zahnaufnahme, Paralleltechnik, Summationseffekt, Tubus, Winkelhalbierungstechnik


RECIPROC®
"One File Endo"; neuartiges Konzept eines Nickel-Titan Wurzelkanalaufbereitungsinstrumentes: für die gesamte Aufbereitung des Wurzelkanalsystems wird nur ein Instrument benötigt. Das nur einmal verwendbare Instrument (Sterilisation konstruktionsbedingt nicht möglich) rotiert nicht im Kanal sondern macht jeweils Bewegungen nach rechts und links mit genau definierten Winkeln. Dadurch wird die Bruchgefahr wesentlich verringert. Die Drehung in Schneidrichtung ist dabei größer als die Rückbewegung, wodurch das Aufbereitungsinstrument nach apikal vordringt.
Im Prinzip vereint dieses neue Verfahren (2011) 3 bekannte Techniken:
balanced force Technik
Nickel-Titan-Feilen
maschinelle Aufbereitung des Wurzelkanalsystems
http://www.reciproc.com/de/index.php 

Redentistry
zahnärztliche Wiederholungsleistung
; engl. Schlagwortbez. für eine Folgeversorgung einer früher durchgeführten zahnärztlichen Restauration. Ausdruck ebenfalls gebraucht für die Vermeidung von Neuanfertigungen zahnärztlicher Arbeiten durch Einsatz neuerer technischer Möglichkeiten der Zahnheilkunde im Sinne einer "smart repair" Lösung.

Reevaluation
engl.: do.; in der ZHK besonders im Zusammenhang mit einer Zahnfleischbehandlung gebraucht. Gemeint ist damit die kritische Überprüfung des bisher erreichten Therapieergebnisses (z.B. nach einer vorhergegangenen Leicht- oder Erhaltungstherapie). Es wird die häusliche Mundhygiene und der Entzündungsgrad überprüft und erneut ein Parodontalstatus erhoben. Anschließend erfolgt - für jeden Zahn einzeln - eine Therapieabwägung derart:
palliative/konservierende Erhaltungstherapie?
resektive Therapie? (Parodontalchirurgie, Entfernung des Zahnes)
regenerative Therapie?
unterstützende Parodontitistherapie

Referenzaufnahme
Referenzfilm
; vorgeschriebene Röntgenaufnahmen im Rahmen einer Qualitätssicherung von Röntgengeräten. Gemäß § 16 Abs. 2 S. 5 i. V. m. Abs. 4 RöV sind die Protokolle der Abnahmeprüfung, die Referenzaufnahmen des Prüfkörpers sowie des Nutzstrahlfeldes, für die Dauer des Betriebs, mindestens jedoch bis 2 Jahre nach dem Abschluss der nächsten vollständigen Abnahmeprüfung aufzubewahren.
Konstanzprüfung, Prüfkörper, Röntgenverordnung

Referenzpunkte ; Messpunkte

Reflexschiene
engl.: reflex splint; Aufbiss-Schiene zur Unterbrechung eingefahrener Bewegungsmuster um so den neuromuskulären Regelkreis zu stören. Bekannte Vertreter sind die Miniplastschiene und der Interzeptor. palatinale Plateaus

Reflux
Sodbrennen; engl.: do. o. heartburn o. waterbrash; saures Aufstoßen nach dem Essen, ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein oder im Rachen. Die häufigsten Beschwerden sind andauernde Heiserkeit und nächtliche Hustenanfälle. Der saure Magensaft ist aber auch Gift für Kehlkopf, Zähne und Atemwege: Die hochsteigende Magensäure kann die Stimmbänder angreifen, den Zahnschmelz ruinieren und eine Bronchitis verursachen.
Bulimie, erosionsbedingte Zahnschäden
Barrett-Ösophagus und Speiseröhrenkarzinom

refraktär
unempfindlich, unempfänglich, nicht beeinflussbar, engl.: refractory; In der Medizin versteht man unter r. das Verhalten einer Erkrankung, auf eine Behandlung nur gering oder gar nicht zu reagieren (z.B. refraktäre Parodontitis = auf eine Behandlung kaum ansprechende Zahnfleischerkrankung). 

Regelversorgung
engl.: etwa standard (dental) care; Wortschöpfung nach dem GMG für Zahnersatz ab 2005 bei Gesetzlich Versicherten. Sie wurde für jeden zahnärztlichen Gebiss-Befund - zum Beispiel tief zerstörter, aber erhaltungswürdiger Zahn oder das Fehlen von mehreren Zähne - "am grünen Tisch" festgelegt und beschreibt eine zahnärztliche Therapie unter den Gesichtspunkten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Sie beinhaltet neben der Beschreibung der R. das durchschnittliche Honorar für die zahnärztlichen Leistungen und die in der Regel anfallenden Kosten des Dentallabors für einen medizinisch ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Zahnersatz ( Wirtschaftlichkeitsgebot). Auf ihrer Grundlage wurden die Festzuschüsse berechnet, die die gesetzlichen Krankenkassen ab 2005 für die Behandlung mindestens bezahlen müssen ( Bonusregelung). Die Vergütung für die durchgeführte R. richtet sich nach dem BEMA. Dabei gilt ein verbindlicher, bundeseinheitlicher Punktwert; kassenspezifische oder regionale Sonderregelungen sind dadurch ab 2005 hinfällig geworden.
Vergütungen für Zahnersatz nach der R. unterliegen ab 2005 nicht mehr der Budgetierung und werden auch nicht bei der Degression angerechnet.
SpecialZahnwissen-Festzuschüsse
andersartiger Zahnersatz, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Festzuschüsse, gleichartiger Zahnersatz, Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz

Regelwert , engl.: regular value; GOZ

Regeneration , Erholung, Wiederherstellung, Heilung, engl.: do.

regenerative Medizin
engl.: regenerativ medicine; neuartiger Begriff aus der Biomedizin für die Wiederherstellung funktionsgestörter oder -untüchtiger Zellen, Gewebe und Organe sowohl durch den biologischen Ersatz, beispielsweise mit Hilfe gezüchteter Gewebe, wie auch durch die Anregung körpereigener Regenerations- und Reparaturprozesse. Experten gehen in 2007 davon aus, dass sich solche regenerativen Therapien in der klinischen Praxis in fünf bis zehn Jahre etablieren werden. Mittlerweile setzt sich die Erkenntnis durch, dass es sinnvoller ist, den Organismus selbst zur Regeneration geschädigter Bezirke anzuregen, statt ihm im Labor gezüchtete Organe ( Tissue Engineering) einzupflanzen. Eine Schlüsselfunktion könnten hierbei Stammzellnester haben, die in fast allen Organen gefunden werden.
http://www.gesellschaft-regenerative-medizin.de/

regenerative Parodontaltherapie  ; parodontale Regeneration

Regionalanästhesie , engl.: regional anesthesia; wenig gebr. Bez. für eine Leitungsanästhesie oder auch Lokalanästhesie

Registrat
Aufzeichnung; Oberbegriff für eine Vielzahl von Hilfsmitteln (Wachsplatten- und -wälle, sonst. thermoplastische Stoffe, Kunststoffe, Farbstreifen usw.) zur Erkennung und Markierung von Kieferstellungen (sog. Kieferelationsbestimmung) und Kontakten mit dem Gegenkiefer (sog. Antagonisten-Kontakte) während der Okklusion im Rahmen einer Registrierung. Unterscheidung in:
intraokklusales Registrat: das Hilfsmittel wird zwischen die Okklusionsflächen der Zähne beim Zusammenbiss gebracht
paraokklusales Registrat: das Hilfsmittel wird nicht zwischen die Okklusionsflächen der Zähne beim Zusammenbiss gebracht, sondern greift seitlich bei der Registrierung in die Zahnzwischenräume; Vorteil: keine Bisserhöhung
Achsiographie, Bissgabel, Bissnahme, Checkbiss, FGP-Verfahren, Modellmontage, Okklusogramm, Posselt Diagramm, Quetschbiss, Registrierung, Unterkiefergrenzbewegungen
"Wenn die Bisslage ... verloren geht", © Dr. W. Burk, www.OldenBurk.de
 http://www.oldenburk.de/files/ipr_modell.flv (Video aus dem Mund heraus)
http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2004/880/pdf/Dissertation_Orth.pdf
 



einfaches intraokklusales Wachsregistrat



R. einer Unterkiefer-grenzbewegung



sog. "Pfeilwinkel"
(elektronische Aufzeichnung)

Registrierschablone, engl.: jaw relation record, interocclusal record; Bissschablone

Registrierung
Ermittlung der Kieferbeziehungen (Kieferrelationsbestimmung), engl.: jaw relation record; unter Erstellung eines Registrats. Vom Prinzip her wird unterschieden zwischen einer R. innerhalb des Mundes (= innerorale Registrierung mit im Mund befestigten "Schreibplatten" zur Aufzeichnung der Grenzbewegungen des Unterkiefers) und einer R. außerhalb der Mundhöhle (= extraorale Registrierung um z.B. die Bewegung der Kiefergelenksköpfchen aufzuzeichnen; Pantographie).
Der Wert einer R. wird kontrovers diskutiert. Aus einer Dissertation: "... Selbst durch den Einsatz technisch und mechanisch aufwendiger Registriermethoden und die Weiterverarbeitung der gewonnenen Daten in einem volljustierbaren Artikulatorsystem können keine absolut überzeugenden Ergebnisse erzielt werden, da die Okklusion bei der Eingliederung der zahntechnischen Arbeit nach wie vor am Patientenstuhl eingeschliffen werden muss. ..."
Achsiographie, Bissgabel, Bissnahme, Fischer-Winkel, Fixturenregistrierung, Funktionsanalyse, Gerber, Handbissnahme, Kieferrelationsbestimmung, Modellmontage, Okklusion, Pantographie, Posselt Diagramm, Protrusionsbahn, Registrat, Quetschbiss, Staub™ Cranial-System, Stützstiftregistrierung, TMJ-Artikulator, Übertragungsbogen, Unterkiefergrenzbewegungen
 http://www.oldenburk.de/files/ipr_modell.flv (Video aus dem Mund heraus)
http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2004/880/pdf/Dissertation_Orth.pdf
 Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005
http://www.dir-system.de/

Regress
engl.: recourse; Schlagwortbez. für die Zurückzahlung von (zahn-)ärztlichem Honorar im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung wegen (kassen-)unwirtschaftlicher Behandlung oder Verordnung bei Gesetzlich versicherten Patienten. Mängelgutachten ("Mängelrüge")

Regulierung , Klammer ; laienhafte Bez. für eine kieferorthopädische Behandlung

Rehabilitation
orale, engl: oral rehabilitation; an den Zähnen und dem Kausystem durchgeführte vielfältige Wiederherstellungsmaßnahmen zur Wiedererlangung des ursprünglichen Gebisszustands oder Erlangung einer optimalen Kaufunktion und einer ansprechender Kosmetik.
ästhetische Analyse, diagnostisches Aufwachsen, diagnostisches Einschleifen, Rekonstruktion

Rehrmann
Alfred
R., 1910-1079; bedeutender deutscher Kieferchirurg, Gründungsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Kiefer- und Gesichtschirurgie. Bekannt u.a. durch den "Mukoperiostlappen nach R." ("Rehrmann-Lappen")

Reibahle
engl.: (barbed) broach; feine, kantig-elastische Stahl- oder Titannadel (bisweilen mit feinen Häkchen auf der Oberfläche) zur Aufbereitung feiner Wurzelkanäle und - ähnlich der Miller-Nadel - zum Messen der Wurzelkanallänge; gelegentlich auch zur Pulpenentfernung eingesetzt
Wurzelkanalinstrumente

Reibhaftung ; Friktion

Reichsversicherungsordnung ; Sozialgesetzbuch

Reihenextraktion
nach Kellgren (1896-1982), Steuerung des Zahndurchbruches mittels Extraktion nach Hotz (1905-1979), Serienextraktion, engl.: serial extraction; Entfernung von Zähnen im Wechselgebiss als alleinige oder kieferorthopädisch-kombinierte Behandlungsmaßnahme bei einem (zu erwartendem) Engstand im Stützzonenbereich. Die Steuerung des Zahndurchbruchs erfolgt durch Entfernung der Milcheckzähne, anschließend der 1. Milchmolaren und (nach Durchbruch) der 1. Prämolaren. Eine R. muss überlegt geplant, unter Kontrolle durchgeführt und regelmäßig röntgenologisch überwacht werden.
Ausgleichsextraktion, Engstand, Extraktionstherapie, Geschäftsfähigkeit, Raphe-Papillen-Transversale


Reihenuntersuchung
Vorsorgeuntersuchung, engl.: serial examination, screening; Untersuchung großer, ausgewählter Bevölkerungsgruppen ohne verpflichtende Teilnahme. Hauptsächlich zur Früherkennung ( Prävention) von Erkrankungen. In der ZHK bekannt als R. auf Karies und Mundhygiene in Kindergärten und Schulen ( DAJ)

Reinigung ; Denture-Hygiene-Index, Prothesenreinigung

Reinklusion , Inklusion

Reißzahn
Fangzahn, lat.: dens lacerans, engl.: fang, carnassial; die oberen letzten Prämolaren und die unteren ersten Molaren (z.B. P4, M1) bei Raubtieren als Hauptbestandteil des sog. "Brechscherenapparates", welche besonders scharfe Kanten und Spitzen aufweisen. Auch: unkorrekte Bez. für einen Eckzahn.
Dens, Zahnformel

Reiter
Reiterverankerung, engl.: bar clip, bar attachment; triviale Bez. für ein Steggeschiebe oder -gelenk, welches den Steg umfasst und in dem abnehmbaren Teil des Zahnersatzes integriert ist. Gilmore Reiter, Steg

Reizdentin , Tertiärdentin

Reizfibrom ; Fibrom

Reizspeichel , Speichelmenge

Reizstromtherapie
Elektrotherapie
, engl.: electro-physiotherapy; Anwendung eines niederfrequenten Gleichstroms oder von Impulsströmen zur neuromuskulären Erregung, Schmerzbehandlung oder Erzeugung von Hyperämie-Effekten. In der ZHK von untergeordneter Bedeutung; TENS

Reklamation , Mängelgutachten

rekliniert , engl.: recumbent; von Reklination (reclination) für Rückwärtsbiegen, Zurückbiegen, Überstrecken; in der Kieferorthopädie bezeichnet eine "reklinierte Front" eine sagittale Anomalie durch Kippung der Zahnkronen nach dorsal (hinten)
Inklination

Rekonstruktion
Wiederherstellung, engl.: reconstruction, restoration; Schlagwortbezeichnung für die Wiederherstellung defekter Zähne/Zahnlücken bzw. Gebiss-Strukturen.
ästhetische Analyse, Aufwachstechnik, diagnostisches Aufwachsen, diagnostisches Einschleifen, Gnathologie, Kieferrelationsrekonstruktion, Konstruktionsbiss, Mock-up, Okklusaler Kompass, Restauration, Rehabilitation, Wax-up

Rekonturieren ; Einschleifen

Rekordspritze ®
Handelsname für eine wieder verwendbare, sterilisierbare Injektionsspritze aus einem Glaszylinder mit Nickelkolben und -fassung. Ist der Konus exzentrisch, dann unter dem Namen LOEB-Spritze bekannt
Heute nur noch wenig gebräuchlich (Übertragung von Infektionen bei nicht sachgemäßer Sterilisation) und durch Einmalspritzen (disposable syringe) abgelöst. Diese sind optisch wesentlich kleiner und vermindern so den "Spritzen-Angst-Effekt". Sie werden schon vom Hersteller steril verpackt geliefert.
Carpule, Kanüle, Lokalanästhesie




Einmalspritze im Einsatz
(Leitungsanästhesie)

Reliabilität
Maß für die Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Untersuchungen, z.B. ob bei der Wiederholung unter gleichen Bedingungen es auch zu den selben Ergebnissen kommt. Validität

REM
Abk. mit versch. Bedeutung:
1.) in der Röntgenologie nicht mehr gebräuchliche Messgröße für die Äquivalentdosis; Abk. des engl. radiation equivalation man. Sievert
2.) Raster-Elekronen-Mikroskopie
3.) in der Neurologie als REM-Phase (rapid eye movements); ein Stadium des Schlafes mit raschen, ruckartigen Augenbewegungen.

Remineralisation
engl.: remineralization; Wiedereinlagerung von Mineralien nach einer Demineralisation, "Zahnschmelzhärtung", engl.: do.; Begriff im Zusammenhang mit "Karies reparierenden Maßnahmen" gebräuchlich: Besonders durch Mineral-Bestandteile aus dem Speichel erfolgt ständig eine Wiedereinlagerung von Stoffen, welche durch Karies verursachende Faktoren zuvor aus dem Zahnschmelz herausgelöst wurden; allerdings ist deren Konzentration zu gering, als dass die R. eine zuverlässige Therapieoption darstellen würde.
Bei diesem komplizierten Mechanismus kommt den Fluoriden eine besondere Bedeutung ("Katalysatorwirkung") zu: Unter optimalen Voraussetzungen in der Mundhöhle können derartige Salze das Fortschreiten von Schmelzkaries verlangsamen oder stoppen.
Die Wirkstoffkomponente des Produktes GC Tooth Mousse besteht aus Kaseinphosphopeptiden (CPP), einem in der Milch vorkommenden Molekül, welches Verbindungen mit Kalzium und Phosphaten eingeht und in der Lage ist, amorphes Kalziumphosphat (ACP) zu stabilisieren. Im Mund werden bei einem pH-Abfall in der Plaque Kalzium- und Phosphat-Ionen aus CPP freigesetzt. Dadurch wird ein übersättigter Zustand an Mineralien hergestellt, der zuerst die Demineralisation reduziert und außerdem die R. steigert.
Kariesinfiltration mittel Kunststoffen: hierbei ist vor allem die Penetration des Kunststoffes in den Schmelz von Bedeutung, da diese die Porosität des Schmelzes ändert. Die in den porösen Schmelz penetrierten Kunststoffe verhinderten dessen weitere Demineralisierung durch Säuren.
Derartige Mechanismen funktionieren nur bei einer Präkaries und (bedingt) einer oberflächlichen Karies. Ist die Zahnoberfläche hingegen eingebrochen, so kann keine Wiedereinlagerung mehr erfolgen, da das tragende Zahngewebe fehlt.
 Demineralisation, Fluoride, HealOzone, Hidden caries, Initialkaries, Karies, Kariesprophylaxe, Mineralisation, Präkaries, restitutio ad integrum, White Spot

Remission
medizinisch: dauerhaftes oder vorübergehendes Nachlassen von Krankheitssymptomen bei weiterhin bestehender Grunderkrankung.

Remodellation
Umgestaltung, Knochenumbau, engl.: remodelling; in der ZHK hauptsächlich für die Beschreibung eines Knochenumbaus durch Apposition und Resorption gebraucht. Eine über einen längeren Zeitraum anhaltende R. bewirkt eine Lage- und Größenänderung des Knochens verbunden mit einer Harmonisierung mit den umgebenden Weichgeweben.

Remontage
Remontieren, Reartikulation, Reokklusion, engl.: re-mounting; Wiedereinsetzen eines Modells mit entsprechendem Zahnersatz in einen Artikulator ( Modellmontage), um Korrekturen der Okklusion vorzunehmen ("auf dem Modell einschleifen", Einschleifen). Unterscheidung in:
primäre Remontage, Reokkludieren: Nach der technischen Herstellung von Zahnersatz wird dieser - ohne erneut im Patientenmund ein Registrat zu nehmen - wieder in den Artikulator eingesetzt (remontiert), um herstellungsbedingte Okklusionsstörungen (meist eine Bisshebung) zu korrigieren
sekundäre Remontage: Der definitive Zahnersatz wird vom Patienten für eine gewisse Zeit provisorisch getragen. Nach Tagen/Wochen erfolgt eine erneute Registrierung der Biss-Situation und mittels Übertragungsbogen eine R. . Im Artikulator selbst erfolgen entsprechende, habituelle Okklusionskorrekturen.



Replantation
Reimplantation, Rück- o. Wiedereinpflanzung, engl.: do.; von erhaltungswürdigen Zähnen in das entsprechende Zahnfach. Der Zahn kann entweder durch einen Unfall sich nicht mehr im Zahnfach befinden (traumatische Replantation, Avulsion; häufigste Art) oder absichtlich durch den Zahnarzt vorübergehend entfernt werden, wie z.B. bei der therapeutischen Replantation ( Autotransplantation, Trans-Replantation), oder um außerhalb des Mundes eine Wurzelkanalfüllung und Wurzelspitzenresektion bei schwierigen anatomischen Verhältnissen durchzuführen (intentionelle Replantation); letztere Verfahren werden selten praktiziert. Da der den Zahn versorgende Gefäßstrang ("Zahnnerv") nach Entfernung aus der Alveole nie wieder anwächst, muss stets eine Wurzelkanalbehandlung (meist in Kombination mit einer Wurzelspitzenresektion), entweder direkt vor dem Wiedereinpflanzen oder nach dem beginnenden Einheilen im Knochenfach (nach 7-10 Tagen) durchgeführt werden. Direkt vor der R. sollte der Zahn stets mit physiologischer NaCl-Lösung abgespült werden; begleitend wird eine Antibiotikatherapie empfohlen.
Entscheidend für den Langzeiterfolg einer R. ist eine möglichst geringe Schädigung der Wurzelhaut, der Zahn sollte immer so schnell wie möglich wieder eingepflanzt werden; hier können Minuten entscheiden (Näheres unter Avulsion und traumatische Zahnverletzungen). Ein primäre "Einheilung" findet zwar auch bei abgestorbener Wurzelhaut statt, es tritt in Folge im günstigsten Fall eine feste Verwachsung des Zahnes mit der Alveole ein ( Ankylodontie). Allerdings führen derartige Zustände relativ rasch zu einer Auflösung der Zahnwurzel ( Wurzelresorption), was ein Aus für den Zahn bedeutet.
Eine Behandlung mit einem Derivat eines Schmelzmatrixproteins (z.B. Emdogain®) bei R. bleibender Schneidezähne von Kindern und Jugendlichen hemmt die Entstehung entzündlicher Wurzelresorptionen. Ersatzresorptionen lassen sich dagegen nicht verhindern.
Zur Fixierung und Schonung des replantierten Zahnes wird i.d.R. für einen 1-3-wöchigen Zeitraum eine Schiene über die Zähne des betroffenen Kiefers eingesetzt. Andere Verfahren fixieren den betroffenen Zahn mit Ligaturen an den Nachbarzähnen; neuere Methoden verblocken mit einer Kombination aus Draht(-geflecht) und Komposite - ähnlich eines festen lingualen Retainers - an den Nachbarzähnen (Abb. traumatische Zahnverletzungen).
Ankylodontie, Autotransplantation, Avulsion, Emdogain, Odontoklasten, Odontoplastik, Titan-Trauma-Schiene (TTS), Trans-Replantation, traumatische Zahnverletzungen, Wurzelresorption, Zahnkeimtransplantation

Repositionsschiene
Repositionierungsschiene, Positionierungsschiene, engl.: repositioning appliance (splint); zu den exzentrischen Hilfsmitteln gehörende Schienenart mit wissenschaftlich kontroverser Diskussion (hohes Rezidivrisiko, keine Langzeitergebnisse). Die Wirkungsweise dieses Hilfsmittels beruht auf einer Positionierung des Unterkiefers nach anterior (vorn), um einen verlagerten Diskus beim Vorliegen einer partiellen oder totalen Diskusverlagerung wieder „einzufangen“.
Die Positionierungsschiene stellt den Unterkiefer in einer therapeutisch festgelegten Position ein, welche nicht unbedingt nur nach anterior sein muss.
Einsatz bei: Kiefergelenkkompression, strukturelle Veränderungen (arthropathia deformans) des Gelenks;
in protrusiver Unterkieferposition: Verlagerung des Discus nach anterior (vorn) in habitueller Interkuspidation: - Stadium II - Stadium III (bei akuter Kieferklemme, wenn Reposition gelingt).
R. sollten ständig (auch beim Essen!), mindestens 6 Monate bis zum Verschwinden oder Abnahme der Gelenkgeräusche und einer Beschwerdefreiheit getragen werden. Nach dieser Behandlung ist eine Restauration evtl. in Kombination mit kieferorthopädischen Maßnahmen notwendig.
AufbissSchiene, Schiene, Stabilisierungsschiene
Schienenscript oder ©: Uni-Greifswald - OA Dr. Olaf Bernhardt Dr. Bernd Schwahn

repräsentative Studie
engl.: representative study; Übereinstimmung der wichtigsten Merkmalen einer Stichprobe mit den Teilen der Bevölkerung, aus welcher sie genommen wurde. Beispiel: gibt es in einer Bevölkerung 50% Frauen und 50% Männer, so muss dieses Verhältnis auch für die Stichprobe gelten.
Blindversuch, Feldstudie, klinische Studie, Querschnittsstudie, retrospektive Studie, Validität

Resektion , operative Entfernung kranken Gewebes oder von Organteilen ; Wurzelspitzenresektion

Resektionsprothese
Defektprothese, engl.: resection prothesis; Ersatzprothese, die nach operativen, knochenverlustbedingten Kieferoperationen eingesetzt wird. Meist nach tumorbedingter Oberkieferresektion solange angewandt, bis eine chirurgische Rekonstruktionsplastik der verloren gegangenen Gewebe durchgeführt werden kann.
Epithese, Obturator, Prothese

Residenzpflicht
Anwesenheitspflicht, engl.: residence obligation; Verpflichtung des Vertragsarztes/-zahnarztes seinen privaten Wohnort so zu legen, dass er für die vertragsärztliche/-zahnärztliche Versorgung an seinem Vertragssitz zur Verfügung steht (§ 24 Abs. 2 Ärzte-Zulassungsverordnung). Der Wohnsitz darf von der Praxis nur soweit entfernt sein, dass der Arzt im Notfall auch kurzfristig seine Praxis aufsuchen kann.
Was unter kurzfristig zu verstehen ist, wurde bisher nicht eindeutig formuliert, dürfte sich aber in der Größenordnung von 15-30 Minuten bewegen. Ein höchstrichterliches Urteil (BSG - Az.: B 6 KA 2/03 R vom 05.11.03) befasst sich mit einem Psychotherapeuten und billigt diesem 30 Minuten Anfahrtsweg zu.
Vertragszahnarzt

Residualzyste , "Restzyste", engl.: residual cyst; Zyste

Resilienz
vorübergehende Eindrückbarkeit, Nachgiebigkeit eines Gewebes bei Belastung, engl.: resilience; mit der Eigenschaft, sich nach Ende der Belastung wieder in den Ausgangszustand zurückzustellen (= reversible Nachgiebigkeit). In der ZHK häufig für Schleimhautresilienz gebraucht.
Abdruckarten, Freiendsattel, Gaumen, Mastikator, Resilienzteleskop, senkbare Prothese, Tegument, Torsionsbügel



Resilienzgeschiebe
Resilienzverankerung, engl.: resilience attachment; spezielles Verankerungselement ( Geschiebe) bei Kombinationszahnersatz, welches die Resilienz der Schleimhaut in vertikaler Richtung kompensiert (sog. "Resilienzspielraum" des Elements). Einsatz bei Freiendprothesen.
Beim Resilienzgelenk handelt es sich um ein erweitertes Verankerungselement, da es zusätzlich eine Kompensation in horizontaler und/oder sagittaler Richtung ermöglicht.
Abstützung, Biaggi Gelenk, Resilienzteleskop

Resilienzschiene ; AufbissSchiene

Resilienzteleskop
engl.: resilience telescope; eine Art der ResilienzverankerungTeleskopkronenverbund ("Doppelkrone") mit eingearbeitetem "Spiel" (Resilienzspielraum, "Spielpassung"), welches in etwa der natürlichen Resilienz der bedeckten Kieferschleimhaut entspricht.
Coverdenture, Freiendsattel, Passung, Resilienz, Resilienzgeschiebe, Teleskopkrone

Resinzement , "Kunststoffzement", engl.: resin cement, resin = Harz;  Befestigungszement auf Polymethylmethacrylat-Basis

Resistenz
Erregerresistenz, resistent, Widerstandsfähig(keit), engl.: resistance, resistent, drug resistant; Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse. So existieren Bakterienarten, die von Natur aus r. gegen ein bestimmtes Antibiotikum sind; andere entwickeln diese Fähigkeit erst nach Kontakt mit diesem Medikament: Lag früher die Wirksamkeitsdauer eines neuen Antibiotikums im Durchschnitt bei 14 Jahren, so ist sie inzwischen auf drei bis fünf Jahre geschrumpft. 2005 infizierten sich bereits rund drei Millionen Europäer mit Keimen, gegen die herkömmliche Antibiotika einfach nicht mehr helfen – 50.000 von ihnen starben daran. Dabei wird die Situation durch eine zunehmende Zahl methicillinresistenter Stämme (MRSA = "Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus") verschärft.
So befürchtet und warnt wiederholt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass es in Zukunft gegen viele Infektionen kein Gegenmittel mehr geben könnte, da:

Unter Kreuzresistenz versteht man das Ausweiten der auf ein bestimmtes Antibiotika bestehenden R. auf (meist) chemisch ähnliche Substanzen.
Eine Antibiotikaresistenz kann versch. Ursachen haben:

Vor dem Einsatz von Chemotherapeutika kann eine Resistenzbestimmung indiziert sein.
Aerob-anaerobe Mischinfektionen sind die häufigste Ursache odontogener Infektionen, allerdings steigt die Zahl reiner anaerober Entzündungen an, worauf jüngere Studienergebnisse hindeuten. Die Resistenzrate gegenüber Penicillin ist dabei eher niedrig, Ausnahme stellen anaerobe gramnegative Erreger dar.
Eine Behandlung mit Antibiotika sollte in Erwägung gezogen werden, wenn der Patient eine bakterielle Infektion nicht durch die eigene Immunabwehr überwinden kann. Antibiotika sind nur zur Eliminierung von Bakterien bestimmt. Unglücklicherweise sind Bakterien wahre Überlebenskünstler und extrem anpassungsfähig. Deshalb ist das Auftreten von Resistenzen in Gegenwart von Antibiotika unvermeidlich und sogar natürlich. Antibiotika sollten folglich nur verschrieben werden, wenn es wirklich notwendig ist. Heutzutage werden Antibiotika aber nicht nur in der Human- und Tiermedizin eingesetzt, sondern häufig auch in der Landwirtschaft und Viehzucht.
Antibiotika, Antibiogramm, Autovakzine, Penicillin

Resistenzbestimmung
Antibiogramm, engl.: bacterial sensivity test, antibiogram, Ermittlung der minimalen Hemmkonzentration für Bakterien durch Chemotherapeutika. Sollte nach Möglichkeit einer Therapie mit Chemotherapeutika vorangehen. Hierauf kann verzichtet werden, wenn:

Unter dem Resistenzfaktor versteht man den Quotienten aus der minimalen Hemmkonzentration eines resistenten Stammes und der minimalen Hemmkonzentration der Ausgangskultur.
Antibiogramm,  Procalcitonin-Test, Resistenz

Resonanzfrequenzanalyse
RFA, engl.: resonant frequency analysis; im Gegensatz zum Perkussionstest exakte Messmethode zur Bestimmung der sog. Primärstabilität von Implantaten.
Ein piezoelektrisches Bauteil erregt einen Tragarm bei Frequenzen von 5.000 bis 15.000 Hz, und ein zweites misst die Reaktion. Die Resonanzfrequenz, die durch Änderungen von Amplitude und Phase des Signals angezeigt wird, hängt von der Steifheit der Schnittstelle zwischen Implantat und Knochen ab. Dabei steigt der Wert der R. in bisher vorliegenden Studien während der Phase der Einheilung (Osseointegration) kontinuierlich an, während er bei einer erfolglosen Integration abnimmt.
Messzahl für diese, wie auch andere Methoden der Primärstabilitätsmessungen (z.B. CT-Techniken mit der Messung des Verhältnisses von kortikalem und spongiösem Knochen) ist der sog. Implantat-Stabilitäts-Quotient (ISQ, implant stability quotient); die Mess-Skala reicht von 0 bis 100. Ein Wert größer 60 ermögliche Sofortbelastung, Werte von 45 bis 60 eine zweizeitige Versorgung, wobei die Einheilphase unter 50 verlängert werden sollte. Ein ISQ unter 45 spiegle ein erhöhtes Implantatverlustrisiko wider.
Ein Gerät ist das von der Fa. Integration Diagnostics, Göteborg/Schweden, hergestellte Messgerät "Osstell". Die Messung erfolgt mit einem auf das Implantat aufgeschraubten Messelement (Transducer), dessen Piezoelemente in eine Schwingung versetzt werden. Das Messgerät zeichnet die vom Implantat-Knochen-Interface ausgehende Resonanzfrequenz auf (Amplitudenänderung über eingeleitetes Frequenzband). Eine grafische Darstellung wird auf einem Display betrachtet. Das Schwingungsverhalten des Implantat-Transducer-Elementes wird als Implantat-Stabilitäts-Quotient (ISQ) dokumentiert.
Auslenkung, Implantat, Ostel mentor, Parodontitisdiagnose, Sofortbelastung

Resorption
engl.: do.; Aufnahme flüssiger oder gelöster Stoffe in die Blut- oder Lymphbahn. In der ZHK wird dieser Begriff für folgende Vorgänge gebraucht, wobei es sich i.d.R. um Abbauvorgänge handelt:

Avulsion, Milchzahn, Milchzahnpersistenz, Odontoklasten, Wurzelresorption

Restauration
engl.: restoration; allgemeiner Oberbegriff für Wiederherstellungsmaßnahmen im erkrankten Gebiss, so z.B. für Brücken, Kronen, Füllungen, Zahnfleischplastiken usw.; im allgemeinen Sprachgebrauch meist mit festsitzendem Zahnersatz assoziiert.
ästhetische Analyse, Eingliedern, Randschluss, Redentistry, Rehabilitation, Rekonstruktion

Restgebiss , engl.: residual dentition; "die noch eigenen Zähne nach Zahnverlust". Lückengebiss

Restitutio
ad integrum
, vollständige Ausheilung/Wiederherstellung von durch Krankheiten angegriffenem Gewebe. Bei einer Karies nur im äußersten Frühstadium möglich. Osteogenese

Restmonomer
engl.: residual monomere; nicht gewollte "Rückstände" - i.d.R. Methylmetacrylat (MMA) - beim Übergang von Monomeren zu Polymeren ("Polymerisation"), stellen ein Allergie-auslösendes Potential dar und vermindern zusätzlich die mechanischen Eigenschaften von Kunststoffen. Im Vergleich zur Heißpolymerisation ist der R. bei Autopolymerisaten ("Kaltpolymerisation") besonders hoch, minimiert sich aber nach einigen Wochen. Aufgrund der chemischen Gleichgewichtsprozesse ist ein gewisser Anteil an R. in der fertigen Prothesenbasis unvermeidbar. Durch geeignete Polymerisationsbedingungen lässt sich dieser jedoch auf ein Mindestmaß reduzieren aber nicht eliminieren. Als Optimum hierfür wird die Langzeit-Aushärtung (10-15 Stunden) bei 95°C angegeben.
Langzeitpolymerisation, Prothesenbasis, Prothesenstomatitis, Schleimhautbrennen, Zytotoxizität

Restostitis
engl.: residual ost(e)itis; veraltete Bez. für eine eng begrenzte chronische Osteomyelitis; meist im Unterkiefer nach Zahnextraktion auftretend (zurückgelassenes Granulationsgewebe nach einer Zahnentfernung). Eine generelle Entfernung derartiger "Herde" wird wissenschaftlich abgelehnt, bei alternativen Behandlungsverfahren aber i.d.R. gefordert.
Ostitis

Restschatten
Hammerscher oder Ritterscher Restschatten, engl.: residual shadows following apicoectomy; bisweilen röntgenologisch sichtbare Aufhellung im Anschluss an eine Wurzelspitzenresektion als Zeichen dafür, dass keine vollständige Verknöcherung der apikalen Region stattgefunden hat.

Retainer
(festsitzende) Retentionsspange, engl.: do.; festsitzende Apparatur nach Abschluss einer kieferorthopädischen Behandlung zur dauerhaften Stabilisierung des Behandlungsergebnisses. Wichtig ist bei jeglicher Art von R., dass diese nicht durch das Abbeißen harter Nahrung verbogen oder abgebrochen werden. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle (mindestens einmal jährlich) erforderlich. Empfehlenswert ist es, den R. bis zum 25. Lebensjahr im Mund zu belassen, mindestens aber 4 Jahre lang. Bei einigen Zahnstellungen ist es empfehlenswert, dass der R. ein Leben lang getragen wird.
Man unterscheidet:
herausnehmbarer Retainer: einer aktiven Platte ähnliches Haltegerät (keine Dehnschraube, keine Federchen, dünne Kunststoffplatte) mit einem eng anliegenden Labialbogen (sog. Retentionsapparat, z.B. Hawley Retainer); gilt als obsolet
Drahtretainer: auch 3-3 oder 4-4 Retainer: wenig nachgebender Draht, welcher adhäsiv an den Eckzähnen oder 1. Prämolaren befestigt wird. Meist Einsatz als sog. Lingualretainer im Unterkiefer; gilt heute (2009) als Standard; s. Abb.
Twistflex-Retainer: Stahldraht, welcher mit einem Zwirn umwickelt ist ("verseilter Stahldraht") und lingual adhäsiv befestigt ist. Hierdurch soll eine "Eigenbeweglichkeit" der Zähne erhalten bleiben
Netz-Retainer: ein Draht- oder Nylon-Netz wird lingual mit Komposite überdeckt und adhäsiv befestigt; zusätzlich kann ein Draht mit eingelegt werden (sog. Draht-Netzretainer)
Komposite-Schienung: zahnfarbenes Kunststoff-Material wird in die Interdentalräume der zu schienenden Zähne gefüllt: :Wenig stabile und parodontal fragwürdige Retention
Interkoronale-parapulpäre Verschraubung: "Mini-Verschraubung" in Kontaktpunkthöhe von oral her durch kleine Schrauben, welche mit Komposite überdeckt sind. Sehr stabil, aber Eingriff in die Zahnhartsubstanz. Aus anatomischen Gründen (u.a. Zahngröße) Einsatz nur im Oberkiefer möglich.
als R. im weiteren Sinne gelten dünne Kunststoff-Schienen und Positioner

Behandlungszeitraum, ortho-circ, Positioner, Retention, Rezidiv

 

 

 

 


Retention
Zurückhalten, engl.: do.; Begriff ist in der Medizin vielfältig besetzt. In der ZHK hauptsächlich gebraucht für:

Freilegung



teilretinierter
Weisheitszahn


Die Aufnahme zeigt zwei retinierte u. verlagerte Zähne im Gaumen

 

 



Retentionsformen
bei der
Kavitätenpräp.

Retentionsfeld
Retentionsfläche, engl.: retention area (of tooth); das Gebiet eines Zahnes, welches unter dem prothetischen Äquator liegt. In diesem Feld sollten wesentliche (aktive) Teile der Klammerarme liegen.

Retentionsperlen
Retentionsstege, engl.: retention beads, retention bars; fast kugelförmige Erhebungen (ca. 0,5 mm) auf Metallgerüsten von Kronen oder Brückenzwischengliedern, um dadurch für den Verblendkunststoff eine mechanische Retention zu erreichen. Während bei Kronen aus Platzgründen meist Perlen verwendet werden, kommen bei Brückenzwischengliedern zusätzlich Retentionsstege oder -schlaufen zum Einsatz (s. Abb.)
Silanisierung, Verblendkrone



Retentionsphase
engl.: retention phase; die Zeitspanne am Ende einer kieferorthopädischen Behandlung, welcher der aktiven, umformenden Behandlung folgt. In der R. erfolgt eine dauerhafte Stabilisierung des erreichten Behandlungsergebnisses durch entsprechende (passive) Geräte (Retainer, Positioner), welche über einen individuell sehr unterschiedlichen Zeitraum getragen werden müssen, um einem Rezidiv vorzubeugen.

Retentionsprothese
engl.: retention denture; ungebräuchliche Art der Befestigung einer Teilprothese: Die als Halteelemente fungierenden Klammern sind aus dem Prothesenbasismaterial bzw. im Bereich der haltenden Zähne farblos o. zahnfarben.
Nylon Kunststoff als Prothesenbasismaterial, Zahnfleischklammer
http://flexitecompany.com/Prod02.htm


Retentionsstellen
engl.: retention points; natürliche oder durch unzweckmäßige Restaurationen entstandene Stellen einer Zahn- oder Zahnersatzoberfläche, die der natürlichen Zahnreinigung beim Kauakt oder bei Mundhygienemaßnahmen nur schwer zugänglich sind. Hierzu zählen Approximalflächen, Fissuren, Gebiete in der Nähe des Zahnfleischrandes, unpolierte oder überstehende o. spaltbehaftete Füllungen oder nicht fachgerechte prothetische Restaurationen. Durch Plaqueansammlungen kommt es in diesen Bezirken zu Sekundärkaries und/oder Zahnfleischentzündungen. Weiter stellen R. ein Reservoir für Mundgeruch-verursachende Bakterien dar.
Kariesprädilektionsstellen, Schmutznische

Retentionszyste , Extravasationszyste, engl.: retention cyst, distention cyst; Bohn Perlen, Ranula, Zyste

retiniert, engl.: impacted, retained; Retention

Retraktionsbogen
engl.: retraction arch; kieferorthopädisches Hilfsmittel ("Teilbogen") zum körperlichen Zurückführen (besonders) der Eckzähne.
Der Compound-Retraktionsbogen (Compound retraction arch wire, Architecture: "an arch formed by concentric arches set within one another") besteht aus superelastischen Materialien im Frontzahnbereich und Stahlteilen im Seitenzahnbereich. Dadurch können die Schneidezähne körperlich zurück gestellt werden, zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Frontmittenkorrektur.
Aluminiumchlorid, Multibandapparatur



Retraktionsfaden
Retraktionsring, engl.: retraction cord (-ring); bei der zahnärztlichen Abdrucknahme eingesetztes Hilfsmittel (Baumwolle, poröse Kunststoffe) mit oder ohne Medikamentenzusatz zur temporären Gingivaretraktion. Ziel ist das kurzzeitige Zurückdrängen von Zahnfleisch bzw. die nicht-chirurgische Eröffnung der Zahnfleischtasche um das Abformen der Präparation über deren Grenze hinaus zu ermöglichen.
Abdruck, temporäre Gingivaretraktion



Retralbewegung , engl.: retral motion; nach rückwärts geführte Bewegung; für das Kiefergelenk typische Bewegung

Retrogenie
veraltet für mandibuläre Retrognathie, engl.: mandibular retrognathia; relative Rücklage eines zu kleinen Unterkiefers (Unterkieferhypoplasie) mit dem äußeren Erscheinungsbild des "Vogelgesichts"
Dysgnathie, Progenie, Retrognathie

Retrognathie
engl.: retrognathism; Oberbegriff für jegliche Art von skelettaler Rückverlagerung eines Kiefers; früher nur für den Oberkiefer gebräuchlich. Unterteilung in:

Apert Syndrom, Dysgnathie, Gelenkwinkel, Neugeborenenrücklage

retrograd ; in zurückliegende Situationen zurückreichend, entgegen der natürlichen Richtung (als Gegensatz zu orthograd)

retrograder Verschluss
retrograde Wurzelfüllung, engl.: retrograde seal, retrograde root filling; chirurgisch/endodontische Maßnahme während einer Wurzelspitzenresektion; dann angewandt, wenn die über die Zahnkrone durchgeführte (= orthograde) Wurzelfüllung (braun) nicht randständig ("dicht") ist. Es wird während der Operation nach Abtrennen der Wurzelspitze eine kleine Kavität gebohrt (rot) und mit einem bestimmten Füllmaterial (Gold, Kunststoffe, Keramik) verschlossen.
Mineral Trioxid Aggregat, orthograd, Wurzelspitzenresektion


Retromolar , engl.: do.;  Distomolar; retromolar auch als Lagebezeichnung: Gebiet hinter den Backenzähnen

Retrookklusion , engl.: retroocclusion; Distalbiss

retrospektive Studie
engl.: retrospective study; die Historie von Eigenschaften, Erfahrungen und Verlauf von Personen mit einer bestimmten Erkrankung aufgrund einer Erhebung wird mit denjenigen anderer, nicht an dieser Krankheit leidenden Personen (Kontrollpersonen) verglichen.
Blindversuch, Fall-Kontroll-Studie, repräsentative Studie, Validität

Retrusion
Rück(wärts)verlagerung, engl.: do.; eines Zahnes oder eines Kiefers. Man unterscheidet bei Zähnen in:
  • koronale Retrusion
    Kippung der Frontzahn-Zahnkronen zur Mundhöhle (z.B. beim Deckbiss)
  • alveoläre Retrusion
    Neigung bzw. Stellung der Zähne im Alveolafortsatz nach hinten (distal)
  • mandibuläre Retrusion
    der Unterkiefer ist im Ganzen nach hinten verschoben bzw. zu klein

Protrusion, SNA-Winkel, SNB-Winkel

 



Retrusionsbewegung
Retropulsionsbewegung; engl.: retrusive movement; das Bewegen des Unterkiefers nach hinten: Beide Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach hinten (dorsal).
Bennet-Bewegung, Protrusion, Retrusion, Unterkiefergrenzbewegungen

Retrusionsfacette
Retropulsionsfacette; durch antagonistischen Kontakt auf den Kauflächen der Zähne hervorgerufenen Schlifffacetten, die bei der Retrusionsbewegung entstehen.
Protrusionsfacette

Retzius Streifen
Retzius Linien (nach dem schwed. Anatom Anders Adolf R., 1796-1860), (Schmelz-)Wachstumslinien, engl.: Retzius' lines; Mineralisationsstreifen im Zahnschmelz, welche im Querschliff des Zahnes als konzentrische Kreise erscheinen und im Längsschnitt von der Schmelz-Dentin-Grenze zur Zahnoberfläche hin verlaufen. Bei Milchzähnen und den ersten großen Backenzähnen tritt der sog. "Geburtsstreifen" als Ausdruck der Ernährungsumstellung prominent hervor.
Geburtslinie, Imbrikationslinien, Mineralisationszeiten, Owen-Linien, Perikymatien, Schmelz



Revaskularisation
engl.: revascularisation; Wiedereinsprossen von Blutkapillaren in ein nicht ausreichend durchblutetes (z.B. implantiertes) Gewebe oder chirurgische Verbesserung der Durchblutung in minderversogtem Gewebe (z.B. Herzinfarkt).

Revelatoren , Plaque-Relevatoren, Färbetabletten

reversibel ; engl.: reversible; (aus-)heilbar, umkehrbar

Revision
kontrollierende Prüfung, Nachprüfung, engl.: review, (surgical) revision; in der ZHK im Zusammenhang:
1.) mit einer Erneuerung oder Erweiterung einer bereits durchgeführten Maßnahme gebraucht. Z.B.: R. einer Wurzelkanalfüllung, wenn klinisch oder im Röntgenbild festgestellt wird, dass die bestehende Füllung nicht den Kriterien einer "lege-artis-Behandlung" entspricht.
2.) chirurgischer Zweiteingriff (im gleichen Gebiet), wenn es z.B. zu einer Wundheilungsstörung gekommen ist (sog. Wundrevision).

rezent , engl.: recent; meist im Zusammenhang mit Untersuchungen/Studien gebraucht: jüngst, neuerlich, frisch, unlängst, neueren Datums

Rezept
Verordnung, Verschreibung, engl.: prescription; schriftliche Verordnung mit urkundlichem Charakter (i.d.R. auf einem vorgeschriebenen Formblatt = "Kassenrezept", "Betäubungsmittelrezept") eines (Zahn-)Arztes an einen Apotheker zur Abgabe eines Medikaments. Erforderlich sind darauf Datum, Anschrift und Unterschrift.
Vom Arzt ausgestellte Rezepte für Arzneimittel haben eine begrenzte Gültigkeitsdauer. Ein rotes Rezept (Papier weiß, Aufdruck rot) ist für Medikamente, die von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Es gilt einen Monat. Gelb sind Betäubungsmittel-Rezepte; in der Regel betreffen sie starke Schmerzmittel. Diese Verordnung muss innerhalb von sieben Tagen eingelöst sein. Für Privatrezepte verwenden die meisten Ärzte blaue Vordrucke (nicht vorgeschrieben). Sie sind 3 Monate gültig. Jüngeren Datums ist das grüne Rezept für Gesetzlich Versicherte. Darauf trägt der Arzt Medikamente ein, die er empfiehlt. Sie sind unbegrenzt gültig und werden von den Kassen nicht erstattet.
Ab 2006
gilt ausnahmslos, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel nur gegen Vorlage einer ärztlichen, zahnärztlichen oder tierärztlichen Verschreibung abgegeben werden dürfen - telefonische Absprachen sind nur noch dann zulässig, wenn es sich um einen Notfall handelt und das Rezept unverzüglich nachgereicht wird. Im Gegensatz zu Arzneimittelverordnungen zu Lasten der GKV und zu Betäubungsmitteln gibt es für Privatrezepte kein besonderes Formular. Im Prinzip kann und darf man ein Privatrezept auf jeder Art Papier ausstellen. Neu ist aber, dass man jetzt außer dem Namen auch das Geburtsdatum des Patienten angeben muss.
Während dem allgemeinen Arzt eine Verordnung sämtlicher Arzneimittel gestattet ist, muss sich der Zahnarzt auf Stoffe beschränken, die im Zusammenhang mit der Zahnheilkunde stehen - die Grenzen sind hierbei fließend.
Neben der ursprünglichen Bedeutung wird der Begriff "Rezept" auch im Sinne einer Verordnung für Krankentransporte, Heil- und Hilfsmittel und medizinische Rehabilitationsleistungen gebraucht. Wird eine derartige Verordnung von einem dazu Berechtigten erstellt, so verpflichtet dies die Krankenkasse gegenüber dem Versicherten zur entsprechenden Leistung.

Grünes Rezept, PharmakonRp. - Rx

Rezession
Gingivarezession, entzündungsfreier Zahnfleischrückgang, "Entblößung" engl.: (gum) recession; vorkommend meist außenseitig (bukkal) an prominent stehenden, sonst entzündungsfreien Zähnen. Dabei keine Zahnfleischtaschenbildung und erst im Spätstadium (bei entsprechendem Alveolarknochenabbau) leichte Zahnlockerungen erkennbar. Man unterscheidet einzelne (singuläre Rezession) von einer Entblößungen an allen Zähnen (generalisierte Rezession). Der Verlust des Zahnfleischgewebes mit einem erweiterten Zahnzwischenraum und einer vergrößerten Kronenlänge kann besonders bei den oberen Schneidezähnen zu ästhetischen und funktionellen Problemen führen.
Ursachen: falsche Zahnputztechnik, Parafunktionen (Knirschen, Pressen), altersbedingter Zahnfleisch/-knochenrückgang ("Parodontose"), Zug durch tief ansetzende Lippen-/Wangenbänder.
Unterteilung in gingivale Rezession (nur die marginale Gingiva ist betroffen, meist bei Jugendlichen auftretend) und parodontale Rezession (zusätzlich sind auch Alveolarknochen und Desmodont betroffen). Dabei beschränkt sich die Rückbildung auf die vestibulären und oralen Anteile des Parodontiums, Zahnfleischpapillen sind weniger davon betroffen.
Jede R. wird vor der Therapie her einer der vier Miller-Klassen zugeordnet. Dies dient der prognostischen Einschätzung des zu erwartenden Therapie-Ergebnisses.
Neben einer Behandlung der empfindlichen freiliegenden Zahnhälse mit hoch konzentrierten Fluoriden, Desentisizern und speziellen Lacken, können eine chirurgische Rezessionsdeckung z.B. durch ein Bindegewebstransplantat (subepitheliales Bindegewebstransplantat (SBT) Schleimhauttransplantat, wegen begrenzter Ressourcen auf einzelne Zähne beschränkt), bzw. ein koronaler Verschiebelappen (s. Abb. unten) und evtl. zusätzlich die Applikation von Membranen ( Atrisorb) einzeln oder in Kombination durchgeführt werden. Alternativ wird die auch Anwendung einer azellulären dermalen Matrix (z.B. Alloderm®, LifeCell) bei größeren Defekten empfohlen, welche ein schonenderes Vorgehen beim Eingriff ermöglichen soll. Eine Deckung bietet zusätzlich den Vorteil, dass die kosmetisch störenden "langen" Zähne optisch nicht mehr so negativ erscheinen.
Alle chirurgischen Techniken führen zu einer Verringerung der Rezessionstiefe und zur Verbesserung des Attachmentniveaus. Bei zusätzlicher Verwendung von Bindegewebstransplantaten oder Schmelzmatrixproteinen ( Emdogain) zu den versch. Techniken scheinen nach Untersuchungen die Transplantate besser abzuschneiden.
Eine chirurgische Therapie zur Deckung der freiliegenden Wurzeloberfläche ist bei R. der Miller-Klassen I und II mit gutem Erfolg möglich. R. der Klasse III lassen zumindest einen Teilerfolg erwarten. Bei R. der Klasse IV ist eine chirurgische Deckung meist ohne Erfolg.
In jüngerer Zeit werden Versuche unternommen, mit Gingiva-farbene partielle Porzellan-Laminat-Veneers den Zahnfleischverlust zu kachieren.
Folgende Verhaltensmaßnahmen können das Fortschreiten von keilförmigen Defekten und R. verhindern:

biologische Breite, Erosion, Gingivabreite, keilförmige Defekte, Miller-Klassen, Piercing, Rolltest, Schleimhauttransplantat, Stillmann-Spalte

 






R. unbekannter
Ursache (Frühkontakt? Parafunktion?) an einem einzelnen
Schneidezahn



R. an einem unteren
Prämolaren, bedingt
durch ein tief
ansetzendes Wangenbändchen

 

 


R. an den unteren
Schneidezähnen, bedingt
durch ein tief
ansetzendes Lippenbändchen



Ablauf einer chirurg. Deckung

Rezidiv
Rückfall, engl.: relapse; von einer (subjektiv) gerade überstandenen Erkrankung. In der ZHK besonders im Zusammenhang mit kieferorthopädischen Behandlungen gebräuchlich: Hier sind mit R. eine Verschlechterung nach Behandlungsende zum Ursprungszustand der Erkrankung hin gemeint. Die regelrecht eingeordneten Zähne oder die optimale Bisslage verschlechtern sich wieder. Deshalb ist der richtige Zeitpunkt der Behandlung wichtig, da ein stark wachsender Kiefer häufiger zu einem R. neigt als ein schon fast ausgewachsener. Zur Vermeidung eines R. werden häufig nach Abschluss der Behandlung sog. Positioner oder Retainer zur Retention (Stabilisierung) getragen.
Behandlungszeitraum, Deckbiss, Positioner, Retainer

Rhagade
Mundwinkelrhagade, Schrunde, Mundwinkelfurche, Faulecke, Perlèche, Cheilitis angularis, engl.: angular cheilitis rhagad; durch Entzündungen hervorgerufene feine Einrisse in den Mundwinkeln, welche zur Verkrustung neigen. Als Ursachen kommen schlecht angepasster oder insuffizienter Zahnersatz (zu tiefe Bisshöhe), Infektionen mit Candida albicans, Streptokokken und systemische Erkrankungen in Frage.
Cheilitis angularis, "Griebe"





Rhinitis
Schnupfen
, Nasenkatarrh, engl.: do.; akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut, i.d.R. ausgelöst durch infektiöse (Rhinoviren) oder allergische Ursachen. Als Symptome gelten Juckreiz, Sekretion, Verschluss und Niesreiz der Nase. Klassisches Begleitsymptom einer Erkältung.

rhinogen ; zur Nase gehörend, von der Nase ausgehend

Rhinolalie
Rhinolalia, Näseln, engl.: do.; näselndes Sprechen versch. Ursache, auf dem Gebiet der ZHK bedingt durch Fehlbildungen im Gaumenbereich, wie bei der Rhinolalia aperta: Der näselnde Klang der Stimme ist bedingt durch einen ungenügenden Verschluss der Verbindung zwischen Naso- und Oropharynx, wie z.B. bei einer Gaumenspalte

Rhinophym , Knollennase, engl.: rhinophyma;  knollenartige Verdickung der Nase ungeklärter Genese; meist erst jenseits des 40. Lebensjahrzehnts auftretend.

Rhodan
CNS-Ion, einwertige Schwefel-Kohlenstoff-Stickstoff-Gruppe, heute als Thiocyan bezeichnet. Auftreten im Speichel. Durch Einwirkung des Enzyms Lactoperioxidase (LPO) kommt es zu einer Umwandlung von Thiocyanat in das Bakterien-hemmende Hypothiocyanat. Unterschiedliche Beurteilung einer unspezifischen Immunabwehr, welche durch R. angeregt werden soll.

Richmond Krone
Ringstiftkrone (Stiftkrone mit Wurzelumfassung und Keramikfacette), gilt als der klassische "Stiftzahn"; engl.: Richmond crown, porcelain-faced dowel crown; heute wenig gebrauchte Stiftkronenart; ursprünglich (1878 von Richmond beschrieben) bestehend aus einem Wurzelstift, einer Wurzelkappe und einer metallischen Kassette, welche an die Wurzelkappe gelötet wurde und zur Aufnahme einer Keramikfacette (bzw. später mit zahnfarbenem Kunststoff ausgefüllt wurde) diente. Eine modifizierte Art der R. K. besteht aus einer Wurzelkappe mit eingelötetem Wurzelstift, auf welche eine vollkeramische Krone ("Jacketkrone") zementiert wurde.
Davis Krone, Facette, Ferulle-Effekt, Logan Krone, Steele Facette, Stiftaufbau

Richtlinie
engl.: directive (europ. Sprachraum), guideline (USA-Sprachraum); durch Rechtsnormen (von einer rechtlich legitimierten Institution) erlassene Anweisungen des Handelns oder Unterlassens, welche abgestimmt, schriftlich fixiert und veröffentlicht werden. Sie sind für den Rechtsraum dieser Institution verbindlich; eine Nichtbeachtung zieht vorher definierte Sanktionen nach sich und hat haftungsrechtliche Konsequenzen.
  alle Richtlinien der kassenzahnärztlichen Versorgung (Stand 10/2008) , Download: KZBV
Arzneimittel-Richtlinien, BEMA, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Gemeinsamer Bundesausschuss, Leitlinie
 Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005

Richwil Crown and Bridge Remover
"Masse zum Entfernen von Kronen und Brücken", "Inlay-Kaugummi"; probate kleine Kunststoffblöckchen zum schonenden Entfernen provisorisch eingesetzter Restaurationen (Inlay, Kronen, Brücken) indem der Patient mit der Restauration fest darauf zubeißt und dann den Mund wieder öffnet. Ähnliche Eigenschaften hat das Präparat Gripit.
http://www.almore.com/

Ricketts
bedeutender US-amerik. Kieferorthopäde (1920-2003). In der ZHK bekannt durch
Ricketts Analysen (z.B. die 10-Faktoren-Analyse, die 11-Positions-Analysis und die 5-Position- Analysis) welche auf der Auswertung von Fernröntgenbilder (frontal, seitlich) beruhen
Bioprogressive Therapie nach Ricketts (sog. Ricketts Technik) ; R. formulierte hierzu 10 Prinzipien auf der Basis eines "sichtbar gemachten Behandlungskonzept" (Visualized Treatment Objective: VTO) in Kombination umfangreicher Wachstumsprognosen von vorhandenen statistischen Daten. Näheres unter: http://www.kfo-online.de/lexikon/B/bioprogressiv.html u. http://www.kfo-online.de/31/bioprog01b.html
Ricketts Linie, Ästhetiklinie
© Oemus media (Kurzbiographie mit Beschreibung seiner Therapien)

Riebler´sche Wurzelfüllungs-Paste
Riebler Paste, engl.: Riebler's endodontic cement; wenig gebräuchliche, Paraformaldehyd-haltige Paste zum definitiven Abfüllen des Wurzelkanals als Abschluss einer Wurzelkanalbehandlung , mit der Zusammensetzung:
Pulver:
Zinkoxyd 156,0 g
Bariumsulfat 40 g
Paraformaldehyd 4 g
--------------------------
Universalflüssigkeit:
Formaldehyd 32,6 g
Guajakol 7 g
Glycerin 5 g
Aqua dest. ad 100 g
-----------------------
Härterflüssigkeit:
Resorcin 46,5 g
Acid. Hydrochlor. conc 6,0 g
Glycerin 33,5 g
Aqua dest. ad 100,0 g

WurzelfüllpasteWurzelkanalfüllung

Riegel
passives Halteelement, engl.: bolt; Verbindungselement zwischen (überkrontem) Restzahnbestand (mind. zwei eigenen Zähnen) und einer herausnehmbaren einseitigen Teilprothese im Seitenzahnbereich - sog. unilaterale Riegelprothese ( Kombinationsprothese). Ausführungen als Dreh-, Schwenk- (swinglock denture) und Steckriegel, welche i.d.R. vom Patienten beim Einsetzen/Entfernen (zur täglichen Mundhygiene) selbst betätigt werden. Selten angewandte Konstruktion.
abnehmbar, Geschiebe, Kombinationsprothese, Monoreduktor, Verbindungselemente

Riesenzellgranulom
auch Riesenzellengranulom, engl.: central or periphal giant-cell granuloma; gutartige Wucherungen aus mehrkernigen "Riesenzellen" (große Zelle mit mehreren Kernen als Folge einer Zellteilungsstörung) mit Unterteilung in:
  • peripheres Riesenzellgranulom , Epulis gigantocellularis (alte Bez.)
    stark durchbluteter blau-rötlicher tumorähnlicher Knoten am Alveolarfortsatz oder an der Gingiva, gelegentlich blutend oder ulzerierend, u.U. Eindringen in den darunterliegenden Kieferknochen; stark rezidivierend. Epulis
  • zentrales Riesenzellgranulom , reparatives R.
    meist sehr langsam wachsender gutartiger Kiefertumor, oft nur bei Routineuntersuchungen als Zufallbefund erkannt; daneben sind auch aggressivere, gutartige Formen bekannt, welche sich mit Schmerzen und Verlagerungen von Zähnen äußern und häufiger zu Rezidiven neigen. Auftreten meist im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter im Bereich von zahntragenden Kieferabschnitten; im Unterkiefer häufiger als im Oberkiefer. Beim sichtbaren Auftreten wird eine schmerzlose Auftreibung im betroffenen Kieferbereich beobachtet. Röntgenologisch lassen sich scharf begrenzte Knochenauflösungen erkennen, welche u.U. mit einem zystischen Geschehen verwechselt werden können. Histologisch ist eine Abgrenzung zum "Braunen Tumor" des Hyperparathyreoidismus sehr schwierig. Das z. R. ist abzugrenzen vom echten Riesenzelltumor (Osteoklastom), der aber an anderer Stelle (lange Röhrenknochen) auftritt.
    Zur Ätiologie ist wenig bekannt; vermutet wird eine traumatische Ursache. Als Therapie wird ausschließlich ein chirurgisches Vorgehen empfohlen, rein medikamentöse Interventionen (Calcitonin, Corticosteroide, Interferon) sind fraglich und von einem langen Zeitraum begleitet.

Cherubismus, Epulis, Granulom

 



zentrales
Riesenzellgranulom



zentrales
Riesenzellgranulom

 



Epulis granulomatosa

Rillen-Schulter-Stift-Geschiebe
RS-Geschiebe, engl.: channel shoulder pin attachment; heute nur noch selten verarbeitetes individuelles, intrakoronales (innerhalb der Zahnkrone gelegenes) Präzisionsgeschiebe mit parallel zur Einschubrichtung gefrästen Rillen, in welche aktivierbare Stifte ("Friktionsstifte") eingreifen.
Geschiebe

Rilliet Punkte ; Hatchcock Zeichen, Mumps

Rim-Lock Löffel
Rim-Lock® impression tray, konfektionierter Abdrucklöffel aus verwindungsfreiem Edelstahl mit an den Rändern aufgelöteten wulstförmigen Metallretentionen zur besseren Haftung des Abdruckmaterials. Im Vergleich zu einem perforierten Löffel weist diese Konstruktion eine noch größere Dimensionsstabilität der fertigen Abformung auf.
Abdruck

Ringabdruck, Ringabformung, engl.: band impression; Kupferringabdruck

Ringbandmatrize , Matrize, Ringmatrize

Ring-Deckel-Krone , Ringdeckelkrone, Ringbandkrone, engl.: collar crown; Bandkrone

Ringer Lösung
engl.: Ringer's mixture (solution); isotonische Salzlösung (Lösung mit gleichem osmotischem Druck wie das menschliche Blut), die einen kompletten Elektrolytersatz (Voll-Elektrolyt-Lösung) bietet. Sie ähnelt so in ihrer Zusammensetzung weitgehend der des Blut-Plasmas bzw. der des extrazellulären Raumes. Zusammensetzung: Natrium 130mmol/l, Kalium 5mmol/l, Kalzium 2mmol/l, Chlorid 112mmol/L, theoretische Osmolarität: 280mOsmol/l; entspr. mmol/l: Na+ 147, K+ 4, Ca2+ 2,2, Cl- 156.
isotonische Kochsalzlösung

Ringmaß
Herbst Ringmaß
, Kronenringmaß, Bandmaß, engl.: (Herbst's) crown gauge; von dem Zahnarzt Herbst (Münster, 1872-1940) entwickeltes Hilfsmittel zur Messung des Umfangs von Zahnstümpfen. Bei dem als historisch zu betrachtenden Messverfahren - der Umfang des Zahnstumpfes in mm war für die Anfertigung einer nicht mehr gebräuchlichen Bandkrone erforderlich - wurde mit Hilfe genormter und durch Millimeterangaben markierte Ringe der Maßring ausgesucht, welcher stramm passend über den Zahnstumpf geschoben werden konnte. Heute noch gebräuchlich bei der Größenauswahl von vorgefertigten Provisorien oder bei Stahlkronen ("Konfektionskronen")
Dentimeter

Ringmatrize
Ringmatrizenspanner, engl.: circumferential matrix (retainer); Oberbegriff für versch., doe Zahnkrone ringförmig umfassende Hilfsmittel beim Legen einer Füllung zum Konturieren der Restauration im Zahnzwischenraum. Bekannte Vertreter sind die Tofflemire Matrize, Meba™ Matrize, Müller Matrizenhalter (auch unter der Bezeichnung UMH-Matrize; UMH = Universal-Matrizen-Halter) oder die selbstspannende Caulk AutoMatrix™ (s.Abb.).
Matrize


Caulk AutoMatrix™

Risikobewertung von Medizinprodukten ; engl.: risk assessment of medical products Hygiene

Risikofaktor
engl.: risc factor; ursächlich mit der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Erkrankung verbundener Umstand. So ist z.B. der Befall eines Zahnes mit Plaque ein R. . Das Fehlen oder die Beseitigung eines R. vermindert nur die Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Erkrankung zu erkranken, welche mit diesem Faktor im Zusammenhang steht (z.B. Lungenkarzinom bei einem Nichtraucher).

Risikoindikator
engl.: risc indicator; nicht ursächlich an einer Erkrankung beteiligter Umstand. Nach der Entfernung eines R. wird die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Erkrankung nicht reduziert. So ist z.B. die oberflächliche, kreidige Verfärbung eines Zahnes (sog. "Kreidefleck") ein R. . Der R. hat aber z.B. die Demineralisation nicht verursacht - hierfür sind die Plaque und Kohlehydrate verantwortlich -, sondern er ist die Folge einer beginnenden Erkrankung.

Risikopatient
engl.: (high) risk patient; zahnärztlicherseits zu erwartende/wahrscheinlicher auftretende Zwischenfälle aufgrund allgemeinmedizinischer Erkrankungen während einer Behandlung. Hierzu zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, Stoffwechselstörungen, Blutgerinnungsstörungen, Patientinnen während der Schwangerschaft, Patienten nach einer Bestrahlungs- oder Chemotherapie oder Patienten mit Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV.
Neben dem Behandlungsstress sind es besonders zahnärztliche Betäubungen ( Lokalanästhesie) und chirurgische Eingriffe, welche vermehrt Komplikationen bei R. auslösen können.
Behandlung in der Schwangerschaft, intraligamentäre Anästhesie, Lokalanästhesie, Lokalanästhetika, Oralchirurgie
Der Risikopatient in der zahnärztlichen Praxis

Risus sardonicus ; Trismus

Rivet Winkel
frz.: l'angle de Rivet, engl.: Rivet angle; zur Einordnung des Oberkiefers im Schädel in der Sagittalebene ermittelter Winkel aus den Geraden "Nasion -- Prosthion" und "Prosthion -- Basion". Es gelten danach:
Winkel < 70° bei einer Prognathie
Winkel zwischen 70° u. 73° = Mesognathie
Winkel > 73° = Orthognathie
http://books.google.de/

RME ; Raphe-Median-Ebene

rmGIZ ; Glasionomerzement


zu Rn-Rz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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