Zahnwissen-Lexikon   Q
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Q-Implant
einphasiges Implantatsystem, welches entweder direkt durch das Zahnfleisch oder nach Aufklappung der Schleimhaut in den Kieferknochen eingedreht wird (selbst schneidendes Gewinde). Die Oberfläche des Schraubenteils ist säuregeätzt und mit Aluminiumoxid abgestrahlt, was eine bessere Osseointegration bewirken soll. Gedacht ist diese Art nach Herstellerangaben sowohl für eine Sofort-, wie auch Spätversorgung. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor.
Implantat
http://www.trinon.com (auch © der Grafik)


QLF , engl. Abk. von quantitative light-induced laser fluorescense, Kariesdiagnostik, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde

Quaddel
Urtika, engl.: wheal or urtica; rosafarbene bis weißliche beetartige (Schleim-)Hauterhebung. Kann in der ZHK Folge einer lokalen Überempfindlichkeitsreaktion nach Infiltrationsanästhesie auftreten bzw. als Test auf eine etwaige Empfindlichkeit gegen lokale Betäubungsmittel durchgeführt werden, indem eine kleine Menge des Medikamentes direkt unter die Schleimhaut injiziert wird (sog. "Quaddeln").

QuadHelix
Quad Helix Dehnungsapparatur; Helix: gr.-lat. = "spiralig Gewundenes", engl.: do.; festsitzendes, kieferorthopädisches Behandlungsgerät zur transversalen Erweiterung des Oberkiefers / Kreuzbissbehandlung. Der trapezförmig gestaltete Gaumenbogen kann an vier (quad) Punkten (Helices, s. Abb.) aktiviert werden.
Engstand, Gaumennahterweiterung, Schmalkiefer


Quadrant
Kieferquadrant, "Kieferviertel", engl.: do.; in der ZHK übliche Einteilung des gesamten Kiefers (Ober- und Unterkiefer) in 4 Quadranten (Zählung im Uhrzeigersinn verlaufend, beginnend mit dem rechten Oberkiefer). Begrenzungspunkte sind jeweils die Mitte der mittleren Schneidezähne. Zahnschema

Qualität
Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Tätigkeit bzw. Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Kriterien beziehen.
Qualitätsmanagement
„Qualität in der Zahnmedizin. Qualitätsinitiativen der (Landes-)Zahnärztekammern und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)“ (2014)
Agenda Qualitätsförderung - Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Qualitätsförderung in der zahnmedizinischen Versorgung (zm, 2014) oder © zm
Zahnmedizin und Qualität

Qualitätsinstitut
engl.: "quality institution"; Schlagwortbezeichnung für das nach der Gesundheitsreform (2004) gegründete Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit empfehlenden Charakter.
Die Aufgaben des Instituts sind:

CIRS Dent, Gesundheitsreform 2004, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Produktsicherheitsrat, Qualitätssicherung, Selbstverwaltung, Zertifizierung
Pressemitteilung des G-BA (2015)

Qualitätsmanagement
QM, engl.: quality assurance and control; Oberbegriff für alle organisierten Maßnahmen, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen oder Leistungen jeglicher Art dienen und diese für die Zukunft sichern; bisher keine einheitliche Definition für die Medizinberufe: Die DIN Vorschrift ISO 9000 schreibt einleitend zum Qualitätsmanagement: "Ein Qualitätsmanagementsystem (QM-System) soll dazu dienen, dass ein Kunde (Patient) Vertrauen in die Fähigkeiten des Lieferanten (Arztes) findet". Juristisch wird definiert: "Qualität ist Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen."
In diesen Definitionen fehlen allerdings für die Medizin so wichtige Dinge wie Ethik und Persönlichkeit des  Individuums "Patient" - deshalb sind derartige Definitionen und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen in der Medizin umstritten und häufig nicht praktikabel. Hinzu kommt, dass häufig die Begriffe Q. und Qualitätssicherung verwechselt oder miteinander vermischt werden.
Im Rahmen des Q. tauchen verschiedene Begriffe auf, die zuweilen nicht klar getrennt werden:
Die Strukturqualität umfasst die Voraussetzungen, die für die Erbringung einer hohen Leistungsqualität erforderlich sind. Grundvoraussetzungen für diese Qualitätsdimension sind: Qualität der Ausbildung (Praxisinhaber, Mitarbeiter usw.) und Ausrüstung. Grundfrage: WER macht es
Die Prozessqualität bezieht sich auf alle Handlungen, die notwendig erscheinen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Grundfrage: WIE machen wir es?
In diesen Bereich gehören die diskutierten QM-Systeme
Die Ergebnisqualität bezieht sich auf den Grad des erreichten Erfolges, z.B. anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs. Grundfrage: WAS soll dabei herauskommen.
Eine neue (2013), geplante Norm DIN EN 15224 ist mehr auf das Gesundheitswesen ausgerichtet: Sie basiert auf der DIN EN ISO 9001:2008 mit dem Fokus auf Gesundheitsversorgung.

Für das zahnärztlichen QM lässt sich der Begriff eher als eine gezielte qualitative Überprüfung und Leistungserbringung in allen Bereichen (Behandlung, Hygiene, Röntgen, Labor, Verwaltung, Rezeption usw.) definieren, um die Qualität der angebotenen Dienstleistung - der Abläufe in der Praxis insgesamt - zu verbessern. Zahnarztpraxen waren verpflichtet, bis Ende 2010 ein praxisinternes QM-System eingeführt zu haben. Dies beruht auf der sog. "Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement in der vertragszahnärztlichen Versorgung (Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung)" auch "QM-RiLi", welche am 31.12.2006 in Kraft trat. ( Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung vom 17. November 2006 o. © KZBV). Eckpunkte dieser Richtlinie sind (nach zm 97 vom 16.1.2007):
"
Die QM-Richtlinie für Vertragszahnärzte beschreibt die Grundelemente, die in bei der Umsetzung von QM in den Praxen zu berücksichtigen sind. Sie stellt eine Mindestanforderung dar.
Das QM ist an die Bedürfnisse der jeweiligen Praxis anzupassen.
Vorgabe zur Umsetzung ist ein Zeitraum von vier Jahren.
Die Grundelemente und Instrumente sind vom Vertragszahnarzt zu dokumentieren.
Die Einführung des einrichtungsinternen QM wird von den KZVen begleitet: vier Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie fordern sie jährlich zwei Prozent der Vertragszahnärzte per Stichprobe auf, Dokumentationen vorzulegen.
Die Ergebnisse des Stands der Umsetzung meldet die KZBV, die von den KZVen informiert wird, an den Gemeinsamen Bundesausschuss.
Grundelemente eines einrichtungsinternen
QM sind: die Erhebung und Bewertung des Ist-Zustandes, die Definition von Zielen, die Beschreibung von Prozessen und Verantwortlichkeiten, die Ausbildung und Anleitung aller Beteiligten, die Durchführung von Änderungsmaßnahmen, die erneute Erhebung des Ist-Zustandes, die praxisinternen Rückmeldungen über die Wirksamkeit von QM-Maßnahmen. Dem zugrunde liegt die Methodik des Qualitätskreislaufs.
Die Vertragszahnärzte können auf vorhandene QM-Systeme zurückgreifen oder ein eigenes QM-System einsetzen. Die KZVen stehen ihnen dabei beratend zur Seite. QM muss dabei individuell auf die spezifischen und aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Patienten, der Praxisleitung und der Praxismitarbeiter bezogen sein."

Auf dieser Grundlage können grob drei versch. QM-Systeme vom Typ her unterschieden werden (Stand 2011):
Kammer- bzw. KZV-Systeme
Systeme, die von den Vertreibern von Praxissoftware angeboten werden
Frei auf dem Markt erhältliche Systeme von einer Vielzahl von Anbietern mehr oder weniger guter Qualität.
Bei allen Managementmaßnahmen ist zu beachten, dass die oben erwähnte QM-RiLi zwar ein Vorhandensein eines
QM-Systems in der Praxis vorschreibt, nicht aber eine Zertifizierung! Die in diesem Zusammenhang häufig erwähnte DIN EN ISO 9000 mag zwar sinnvoll sein, wird aber nicht gefordert.
Zur Überprüfung eines funktionierenden
QM-Systems werden ab 2011 zufällig zwei Prozent der Praxen jährlich ausgewählt. Sollten die Kriterien der Richtlinie (s.o.) nicht eingeführt sein, so werden entsprechende Beratungsgespräche von den KZVen durchgeführt; Sanktionen sind z.Zt. nicht geplant bzw. vorhanden.
Assessment, Benchmarking, Disease-Management, Gemeinsamer Bundesausschuss, Gesundheitsmangement, Normenausschuss Dental, Qualitätssicherung, Qualitätswettbewerb, Telematik, Zahnärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ZZQ), Zertifizierung
„Qualität in der Zahnmedizin. Qualitätsinitiativen der (Landes-)Zahnärztekammern und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)“ (2014)
Agenda Qualitätsförderung - Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Qualitätsförderung in der zahnmedizinischen Versorgung (zm, 2014) oder © zm
Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung: Umsetzung des § 137 Absatz 1d Satz 1 SGB V (Mindeststandards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme, 2014)

http://www.qz-online.de
http://www.zwp-online.info/

Qualitätssicherung
qualitätssichernde Maßnahmen, Sammelbegriff für unterschiedliche Ansätze und Maßnahmen zur Sicherstellung festgelegter Qualitätsanforderungen; Gesamtheit der Umsetzung von Maßnahmen, die der Sicherung eines definierten Qualitätsniveau führen, engl.: quality assurance, quality protection;
Im medizinischen Bereich im Sozialgesetzbuch V vorgeschriebene Maßnahmen bei der Versorgung Gesetzlich Versicherter. So heißt es u.a.:
"Bei der Festlegung von Qualitätskriterien für Zahnersatz ist der Bundesinnungsverband der Zahntechniker zu beteiligen; die Stellungnahmen sind in die Entscheidung einzubeziehen.
Der Zahnarzt übernimmt für Füllungen und die Versorgung mit Zahnersatz eine zweijährige Gewähr. Identische und Teilwiederholungen von Füllungen sowie die Erneuerung von Zahnersatz einschließlich Zahnkronen sind in diesem Zeitraum kostenfrei vom Zahnarzt vorzunehmen...... Längere Gewährleistungsfristen ... können vereinbart werden.... Die Zahnärzte, die ihren Patienten eine längere Gewährleistungspflicht einräumen, können dies ihren Patienten bekannt machen."

Mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) wurden neu Qualitätskriterien bei gesetzlich Versicherten eingeführt:
§§ 135a Abs. 2, 136 Abs.2, 136b SGB V:
Verpflichtung zur Einführung und Weiterentwicklung von "einrichtungsinternen" und "einrichtungsübergreifenden Maßnahmen des Qualitätsmanagements"
K(Z)Ven müssen "fördern", kontrollieren (Stichproben) und Ergebnisse dokumentieren
Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA) legt "Kriterien zur Qualitätsbeurteilung" fest
Darüber hinaus finanziert jeder Vertrags(zahn)arzt über Honorarabschläge bzw. über seinen K(Z)V-Beitrag das nach §§ 139a-c SGB V zu gründende "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen".
Entsprechende Richtlinien sind vom GBA aber noch nicht beschlossen worden (Stand: Juni 2005), es ist auch keine Terminsetzung seitens des Gesetzgebers dafür vorgesehen. So ist auf den Internetseiten des GBA zu lesen: "Beschlüsse zu diesen Bereichen (§ 135 a und b) werden für die vertragsärztliche Versorgung vom Unterausschuss ‚Qualitätsbeurteilung und -sicherung' vorbereitet. Ein entsprechender Unterausschuss für den Bereich der vertragszahnärztlichen Behandlung ist noch in Gründung". Dieser Sachverhalt wird auch von der KZBV bestätigt, der Erlass von Richtlinien zum einrichtungsinternen Qualitätsmanagement steht weiterhin nicht auf der Tagesordnung des GBA.
Benchmarking, CIRS Dent, Degression, Fortbildung, Gemeinsamer Bundesausschuss, Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Leitlinie, Normenausschuss Dental, Produktsicherheitsrat, Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung in der zahnärztlichen Röntgenologie (Guidelines for Quality Dental X- Ray Diagnostics), Qualitätswettbewerb, Qualitätszirkel, Zahnärztliche Stelle, Zahnärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ZZQ), Zertifizierung
Agenda Qualitätsförderung - Grundsätze und Handlungsempfehlungen der Qualitätsförderung in der zahnmedizinischen Versorgung (zm, 2014) oder © zm
Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragszahnärztliche Versorgung: Umsetzung des § 137 Absatz 1d Satz 1 SGB V (Mindeststandards für Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme, 2014)
FDA, Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz
http://www.zzq-koeln.de , http://www.dgq.de/ , http://www.schalnus.com/
Qualitätsindikatoren
Zahnmedizin und Qualität
Zahnarzt-Qualität in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern
Qualitätssicherung im Gesundheitswesen: Der Leitlinien- und Kontrollwahn – und andere Blüten vom European Congress of Integrative Medicine

Qualitätswettbewerb
im Gesundheitswesen (ab 2004); durch  das Gesundheitsreformgesetz geforderter, auf drei Säulen beruhender Qualitätswettbewerb:

Qualitätsinstitut, Qualitätszirkel, Röntgenverordnung

Qualitätszirkel
engl.: quality circle; als freiwilliger Zusammenschluss von (Zahn-)Ärzten, welche untereinander in kleinen Gruppen ihr eigenes Handeln kritisch diskutieren, Verbesserungsvorschläge erarbeiten und versuchen - daraus folgernd - eine Verhaltensänderung zu erreichen. Folgende Kriterien gelten für einen Q.:

CIRS Dent, Fortbildung, Qualitätssicherung

Quartalsabrechnung ; Kassenabrechnung

Quecksilber
lat.: hydrargyrum, etwa: „flüssiges Silber", engl.: mercurial, mercury, quicksilver; chem. Element, welches bei normaler Temperatur flüssig ist und bei Raumtemperatur - für den Organismus giftig - durch Verdampfung in die Atemluft übergeht; Aufbewahrung deshalb immer in geschlossenen Behältern oder unter Wasser. Seine (ungiftigen) Legierungen mit anderen Metallen (bis auf Eisen und Platin legiert sich Q. mit jedem Metall) werden als Amalgame bezeichnet.
Wie giftig Q. ist, hängt sehr stark davon ab, in welcher Art chemischer Verbindung es vorliegt. In der Natur entsteht aus vielen Quecksilberverbindungen das besonders gefährliche Methylquecksilber, das sich in der Nahrungskette anreichert und vor allem Meerestiere belastet.
Hauptzufuhr in der menschl. Nahrung erfolgt durch Fisch, ohne dass bisher aus Ländern mit traditionell hohem Fisch-Nahrungs-Anteil (z.B. Japan) eine Vergiftung der Bevölkerung eingetreten ist. Daneben spielt der Q.-gehalt der Atemluft durch Industrie, Regenwaldrodungen, Vulkane, Chlorproduktion, Müllverbrennungsanlagen und Kohlekraftwerke eine nicht zu unterschätzende Rolle; dagegen wird die Aufnahme aus korrekt verarbeitenden Amalgamfüllungen ( Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen) von Fachleuten als äußerst gering und unbedenklich angesehen.
Zum Vergleich: Der weltweite jährliche Vulkanausstoß enthält geschätzte 50.000 Tonnen und die Verdampfung aus den Weltmeeren ~ 9.000 Tonnen Q. Das meiste menschlich beeinflussbare Q. wird von Fabriken ins Abwasser abgegeben, wo es anschließend Fische aufnehmen. So gehören die Inuit in Grönland, die sich zum Großteil von Fisch ernähren, zu den weltweit am meisten belasteten Völkern, wenn man einmal von den Anwohnern der Goldminen in den Entwicklungsländern absieht, wo das Q. zur Gewinnung des Edelmetalls benutzt und danach meist ins Wasser abgelassen wird.
Die weltweite Produktion und Verarbeitung von Q. ist in den letzten 20 Jahren gesunken. Dieser Trend ist auch in der ZHK zu beobachten: So sank der Verbrauch in den USA von 44 t (1990) auf 31 t (1996) und in Dänemark von 3,1 t (1982) auf 1,2 t (2001). In der zahnärztlichen Praxis kann Untersuchungen zufolge durch konsequenten Einsatz von Filtersystemen ("Amalgamabscheider") der Quecksilberanteil im Abwasser um 91-99% reduziert werden.
Verhalten nach einem Quecksilber-Unfall (aus Ärztezeitung):
Schritt 1: Kontakt mit quecksilberhaltigem Material vermeiden, Handschuhe verwenden, Plastiküberzieher für Schuhe nutzen, alle Fenster öffnen.
Schritt 2: Absichern des kontaminierten Bereichs, nicht über den verseuchten Boden laufen, verhindern, dass Material verschleppt wird.
Schritt 3: Material vorsichtig aufnehmen, nicht mit Staubsauger - dessen Abluft verbreitet das Quecksilber im ganzen Raum -, wenn vorhanden, Absorbermaterialien benutzen.
Schritt 4: Bereich kontrollieren, mit Taschenlampe kontaminierte Stellen absuchen, Handschuhe, kontaminierte Gegenstände (auch Plastiküberzieher) in sicheren Behälter geben.
Schritt 5: Kontaminierte Materialien bei Recyclinghöfen oder ähnlichem entsorgen.
Amalgam, Edelmetalle, Feilung, Kaugummitest, Minamata Convention, Quecksilberallergie, Quecksilberfreisetzung, Quecksilbervergiftung, Trituration
FDI-Entschließung zu Quecksilber und Dentalamalgam, 2009
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen

Quecksilberallergie
sehr seltene allergische Reaktion ( Kontaktallergie) vom Typ IV auf das Schwermetall Quecksilber ( Quecksilberfreisetzung). Klinische Symptome können Ekzeme im Mundbereich, Mundschleimhautgeschwüre, lichenoide Veränderungen und chronisch rezidivierende Aphthen sein. Nachweis mittels LTT (LymphozytenTransformations-Test).
Im Laienvokabular werden häufig subjektive, schwer verifizierbare Unverträglichkeiten auf Quecksilberverbindungen (z.B. Amalgam) mit einer Q. oder "Quecksilbervergiftung" gleich gesetzt. Die Gesetzlichen Krankenkassen verlangen den fachärztlichen Nachweis einer Q., wenn sie eine amalgamfreie Füllungsbehandlung bezahlen sollen.

Quecksilberfreisetzung
aus Amalgamfüllungen, mercury release out of amalgam fillings; z.B. beim Kauen oder Knirschen erfolgender Abrieb des Füllungsmaterials und damit einer Freisetzung von Quecksilber in Spuren und Nachweis im Speichel ("Speichel-Quecksilberbestimmung").
Wissenschaftliche Untersuchungen (Prof. Schiele, Jena, ZM 89,2000) zu diesem Thema zeigen folgende Ergebnisse:

Eine Bestimmung der Quecksilberfreisetzung durch sog. "Speicheltests" oder "Kaugummitests" gilt heute als obsolet, da derartige Methoden die Oxydationsstufe des Quecksilbers nicht ermitteln und so zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen. Es besteht nur eine geringe, nicht eindeutige und individuell unterschiedliche Abhängigkeit zwischen der Zahl der vorhandenen Amalgamfüllungen und den gefundenen Quecksilberwerten.  Speicheltest

Amalgam, Amalgamabscheider, Amalgamentfernung, Bleichen, Galvanismus im Mund, Kaugummitest, Kondensation, Minamata Convention, Mobilisationstest, Quecksilberallergie, Quecksilbervergiftung, Risikobewertung durch das BfArM, besondere Schutzmaßnahmen
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen

Quecksilberstomatitis
Stomatitis mercurialis, Kussmaul-Lackrachen, engl.: mercurial stomatitis; als Folge einer chronischen Quecksilbervergiftung. Im Erscheinungsbild ähnlich einer Stomatitis ulcerosa.

Quecksilbervergiftung
Quecksilberintoxikation, Merkurialismus, Mercuriosis, Hydrargyrie, Hydrargyrose, engl.: mercury poisoning; durch Quecksilberdämpfe oder chem. Verbindungen mit dem Metall Quecksilber hervorgerufene Gesundheitsschäden. Äußerst selten vorkommende, anerkannte Berufskrankheit bei Personen, welche in quecksilberverarbeitenden Betrieben die erforderlichen Schutzmaßnahmen nicht einhalten. In der Zahnarztpraxis könnte bei nicht eingehaltenen Lüftungs- und Verarbeitungsvorschriften vornehmlich das Praxispersonal gefährdet sein, da dieses i.d.R. - je nach Praxisstruktur - mehrmals am Tag mit diesen Stoffen umgeht. Eine Patientengefährdung gilt als ausgeschlossen, da die Luftkonzentration des Quecksilbers weit unter der Menge der Quecksilberaufnahme aus der täglichen Nahrung (Fisch, Salate usw.) liegt.
Man unterscheidet die akute von der chronischen Q.:
akute Q.: vermehrter Speichelfluss, Metallgeschmack, Magenschmerzen, Geschwüre in der Mundhöhle, blutige Durchfälle, Nierenschädigungen.
chronische Q. (Mercuriosis): dunkler Zahnfleischsaum (Quecksilbersaum; nicht identisch mit sog. Amalgamtätovierung), Schädigung von Leber, Niere und zentralem Nervensystem, Haarausfall, zittrige Handschrift; im Mund und Rachenbereich in Form einer Quecksilberstomatitis.
Minamata Convention, Mobilisationstest, Quecksilberallergie, Quecksilberfreisetzung aus Amalgamfüllungen, Schwermetallsaum, Speicheltest, Trituration
Quecksilber-Exposition beim Entfernen von Amalgamfüllungen

Quengeln
langsames passives Mobilisieren eines zusammengezogen Gelenkes. Dabei wird ein langsam zunehmender Dauerzug bis zur Schmerzgrenze mittels "Quengelapparat" (Schienen, Gipsverbände mit Gelenken usw.) angewandt.

QEP = Qualität und Entwicklung in Praxen; Qualitätsmanagement

Querschnittsstudie
Querschnittsuntersuchung, engl.: cross-sectional study; relativ einfache, praxisorientierte  statistische Untersuchungsmethode; z.B. zur Verweildauer ("Haltbarkeit") von Zahnersatz:
Man (nach-)untersucht nach einem festgelegtem Zeitraum (oder Zeiträumen) eingegliederte Kronen und Brücken und bewertet deren Qualität (z.B. Randschluss), ohne dass das Präparieren und Einsetzen (wie?, von wem?, unter welchen Bedingungen?) des Zahnersatzes auch schon Inhalt der Studie war. Ein Nachteil von Q. ist die Unsicherheit über die zeitliche Abfolge des Risikofaktors und der daraus entstehenden Erkrankung.
Beginnt eine bestimmte Studie bereits beim Eingliedern des Zahnersatzes und wird dieser nach einem bestimmten Zeitraum nachuntersucht, so spricht man von einer Longitudinalstudie (L.; engl.: longitudinal study). Diese Untersuchungsart gibt korrekter die Haltbarkeit eines bestimmten Zahnersatzes wieder als die Q.; ist allerdings aufwendiger in der Durchführung und ist mit dem Problem behaftet, dass es sehr schwierig ist, einen best. Patienten lückenlos zu überprüfen.
Bei Veröffentlichungen zu einem bestimmten Material oder Verfahren werden häufig beide Studienmethoden - wissenschaftlich nicht korrekt - miteinander vermischt und verfälschte Ergebnisse (werbewirksam?) wiedergegeben.
Blindversuch, Evidenz, klinische Studie, Odds, repräsentative Studie

Quetschbiss
"Quetscher", engl.: mushbite; einfache Form einer Biss-Registrierung: Der Pat. beißt in habitueller Okklusion meist auf eine vorher plastisch gemachte Wachsplatte (in neuerer Zeit auch Kunststoff-/Silikon-Behelfe), welche an den Berührungspunkten der Ober- mit den Unterkieferzähnen ( Okklusion) von den Antagonisten durchbissen wird; ansonsten zeigen die Impressionen eine ungefähre Form der Kauflächen.
Häufig kann ein Q. zur genauen Verschlüsselung der Kieferrelation auf dem Modell ausreichen. In unklaren Fällen und Situationen sollte auf beständigere bzw. stabilere Materialien und Methoden zurückgegriffen werden ( Registrat, Registrierung).

Quick-mount , Schnellübertragungsbogen, Übertragungsbogen mit Ohroliven

QuickTimeTrance
"Kinderhypnose", engl. Schlagwortbez. für eine spezielle Hypnosezahnbehandlung von Kindern und Grundschulkindern. Der kleine Patient wird bei dieser besonderen Form der Bewusstseinseinengung durch kurze, schnell wechselnde und angenehme Trance-Erlebnisse (Trance = begrenzte Aufmerksamkeit) in einen Zustand versetzt, der das Aufbauen und Ausbreiten kindlicher Angstzustände verhindert und dadurch die Behandlungsbereitschaft fördert. Trancezustände sind bei Kindern leichter als bei Heranwachsenden zu erreichen, ebenso ist die Rückkehr ins "Normale" schneller. Bekanntes Beispiel ist das häufig beobachtete "mit offenen Augen träumen" bei Kindern. Erreicht werden derartige Zustände z.B. durch entsprechende Geschichten, Traumreisen, Zaubern oder auch Singen.
Analgosedierung, Erhaltung von Milchzähnen, Hypnose, Sedierung
http://content.oemus.com/ 

Quick-Wert
Quick-Test, Blutgerinnungstest, Abk.: Qu.-Wert, Qu.-Test, "Prothrombin-Thromboplastin-Zeit", engl.: Quick's (blood coagulation) test; von dem Arzt und Biochemiker A. J. Quick wurde im Jahr 1935 zum ersten Mal ein Labortest zur Kontrolle der Gerinnungsfähigkeit des Blutes beschrieben. Hierbei wird Zitratplasma mit einem Überschuss an Gewebsthrombokinase und Calciumionen inkubiert; die Dauer bis zum Eintritt der Gerinnung ist von der Aktivität der Blutgerinnungs-Faktoren I, II, V, VII und X im Plasma abhängig. Als normal gelten Werte von 70 bis 130 Prozent; dies entspricht einem INR (s.u.) zwischen 0,9 und 1,2.
Hauptsächlich angewandt bei Patienten, welche als Infarkt/Embolie-Prophylaxe blutgerinnende Medikamente einnehmen müssen (Überwachung einer Antikoagulantienten-Therapie). Dabei orientiert sich der sog. Q. an der Blutgerinnungszeit von Gesunden: Deren Blutplasmagerinnungswerte zwischen 11 und 16 Sekunden werden als 100% angesehen. Kleinere zahnärztliche Eingriffe (z.B. Extraktionen) sind ab einem Q. von etwa 30 % ohne größere Nachblutungsgefahr möglich.
In neuerer Zeit wird verstärkt der von der WHO empfohlene INR-Wert (engl.: International Normalized Ratio) angewandt. Der INR-Wert gibt das Verhältnis zwischen der Gerinnungszeit des Patientenplasmas und der Gerinnungszeit eines so genannten Normalplasmas unter Berücksichtigung des Empfindlichkeitsfaktors (ISI = International Sensitivity Index, der Bezug zum Standardthromboplastin der Weltgesundheitsorganisiation (WHO) herstellt) an. Hiernach sind kleinere chirurgische Eingriffe bei Werten um 2,5 möglich.
Der Bestimmung des Q. wird eine weniger große Aussagekraft nachgesagt, weil die Abweichungen von Labor zu Labor viel zu groß sei, bedingt durch Art und der Charge des bei der Messung verwendeten Thromboplastins. Verlässlich sei nur der INR-Wert, weil dieser immer zu einem standardisierten Referenzplasma bestimmt wird. Man kann dann daraus wieder den Q. ableiten:
Der INR-Wert verhält sich umgekehrt wie der Quick-Wert (siehe Grafik): Mit abnehmendem Quick-Wert wird die INR größer, das heißt, die Gerinnungszeit verlängert sich, die Blutungsgefahr nimmt zu. Mit zunehmendem Q. wird die INR kleiner, das heißt, die Gerinnungszeit verkürzt sich, die Thrombosegefahr nimmt zu. Eine feste Formel zur Umrechnung des Q.-Wertes in den INR-Wert ist auch näherungsweise nicht möglich.
Bei zahnmedizinischen Eingriffen unter oraler Antikoagulation stellt sich die Frage, ob man diese pausiert und ob sie durch eine andere Antikoagulation (in der Regel niedermolekulares, subkutan verabreichtes Heparin) ersetzt werden muss. Hierbei muss das Risiko für perioperative Blutungen gegen das Risiko für thrombembolische Ereignisse abgewogen werden.
In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko um das Fünffache bei bestimmten Antibiotika erhöht sein kann ( http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).
Acetylsalicylsäure, Blutgerinnungsstörungen, Hämatom, Heparin, Kumarin, Nachblutung, Thrombin
Gerinnungshemmer - Richtiger Umgang mit antikoagulierten Patienten (zm, 2016)
http://www.dgzmk.de/
Gerinnungshemmung aufheben - Auf der Suche nach der "Allzweckwaffe" der Antidote (Ärztezeitung / 2014)

 

 

 

 

 

 


© der Grafik:
Christa Meyszner in
www.venenpraxis-kamen.de/

 

Quigley-Hein-Index , Plaqueindex; http://www.medalreg.com/

Quincke Ödem
angioneurotisches Ödem, engl.: Quincke's (o)edema; subkutane (allergiebedingte) Schwellungen, welche sich bevorzugt an Lippen, Augenlidern und im Genitalbereich entwickeln; in der Mundhöhle können der Rachen und die Zunge ebenfalls betroffen sein. Ursachen können Medikamente (z.B. Antibiotika, Acetylsalicylsäure), Infektionen und Nahrungsmittel sein, wobei bei sensibilisierten Patienten lebensbedrohliche anaphylaktische Reaktionen auftreten können.
Davon abzugrenzen ist das autosomal-dominant vererbte (hereditäre) angioneurotische Ödem (Angioödem), welches sich - ohne Quaddelbildung - schon meist in der Kindheit manifestiert.






ausgeprägtes Lippenödem beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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