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PNF
Abk. für: Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation, physiotherapeutische Behandlungsmethode; bedeutet frei übersetzt das "Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur". Gemeint ist damit in der Physiologie die Reizbildung und -leitung im nervalen und muskulären System für ein sinnvolles Zusammenspiel aller Muskeln und Gelenke des Körpers.
alternative Behandlungsmethoden

Pogonion
Pog; Kinnhöcker, Kinnvorsprung, Mentalpunkt, engl.: do.; vorderster (ventralste) Punkt des Kinns in der Median-Sagittal-Ebene; mit Unterteilung in Knochenpogonion und Hautpogonion ("Weichteilkinn").
A-Pog-Ebnene, Ästhetiklinie, E-Linie, Fazialebene, Gonion, Kieferprofilfeld, Mandibularlinie, Messpunkte, Mundtangente, PM-Punkt, S-Linie (Steiner Profillinie)

Point ; von engl. = Spitze; Schlagwortbezeichnung für eine Guttaperchaspitze oder einen Stift im Rahmen einer Wurzelkanalfüllung

Point Konzept , im Sinne einer Qualitätssicherung neu eingeführtes Praxiskonzept von privater Anbieterseite. www.point-world.de

point centric ; Zentrik

Polihexanid
PHMB (Polyhexamethylenbiguanid), kationisches Diguanidin, Handelsname Lavasept®; in der Medizin vielseitig eingesetztes Antiseptikum (wirkt nicht gegen Viren u. Pilze); als plaquehemmende Lösung (Mundspülung; 0,12 prozentig) Verwendung in der ZHK (z.B. Peri Care). Wegen der guten Gewebeverträglichkeit ist P. ein Wirkstoff erster Wahl bei empfindlichen und schlecht heilenden chronischen Wunden. Für die Mundhöhle liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.
Chlorhexidin
http://deposit.ddb.de/

Poliklinik
engl.: outpatients' department ; an ein Krankenhaus oder eine Klinik angeschlossene Abteilung zur ambulanten Untersuchung und Krankenbehandlung. Als Ambulatorium ("Ambulanz") bezeichnet man eine P. kleinerer Größe.

Politur
Polieren, Oberflächenglättung, engl.: polish, finish; (meist) mechanisches (maschinelles) Verfahren zum Vergüten einer Füllungsoberfläche oder eines Zahnersatzstückes mit möglichst geringer Rauhtiefe (im µ-Bereich; Ergebnis ist ein Glanz der Oberfläche durch Lichtreflexion auf glatter Fläche); ebenso zur Glättung der natürlichen Zahnoberfläche nach Konkremententfernung.
Mit aufeinander abgestuften Polierinstrumenten wird die Oberfläche von Unebenheiten bereinigt und bietet so der Plaque weniger Gelegenheit zur Anhaftung. Besonders bei Gussfüllungen ist durch eine spezielle Poliertechnik mit sog. Schlagpolierern ein "Überdecken" des kritischen Füllungsrandes zum Kavitätenrand hin möglich; Bakterien können so kaum noch unter die Füllung wandern. Gut polierte Amalgamfüllungen (P. frühestens nach 24 Std. möglich) behalten über viele Jahre ihren silbrigen Glanz; Komposites verfärben sich nach einer guten Oberflächenglättung durch Nahrungsfarbstoffe weniger; auf gut polierten Zahnoberflächen setzen sich weniger Beläge und Konkremente an. Die P. von Kunststofffüllungen bewirkt zusätzlich eine signifikante Reduktion von Spalträumen zwischen Zahn und Füllung. Dabei zeigt eine P. nach 24 Stunden den größeren Effekt als eine sofortige P.
Karbidbohrer und Polierscheiben können ohne Kühlung sicher und ohne Pulparisiko verwendet werden. Gummipolierer hingegen führen ohne Kühlung zu einem starken intrapulpalen Temperaturanstieg und zu einer möglichen Schädigung des Zahnnervs.
In der ZHK werden als Poliermittel eingesetzt (Größe der Partikel zwischen 2 u. 100 µm; absteigend nach ihrer Härte geordnet):
Aluminiumoxid, Siliziumcarbid
Bimsstein
Kieselgur
Schlämmkreide (Calciumcarbonat)
Poliergrün (Chromdioxid, Cr2O3)
Polierrot (auch: Pariser Rot; Eisenoxid, Fe2O3)
Zinkoxid (ZnO)
Gummipolierer
Anfinieren, Ausarbeiten, Brünieren, Finieren, Hochglanz, Mikroabrasion, Pariser Rot, Retentionsstellen, Schlagpolierer, Schleifen, Schwabbel, Stainbuster
Dissertation: Oberflächeneigenschaften von Zahnrestaurationen

Politzer-Dusche
Politzer-Luftdusche, engl.: Politzer's treatment, tympanic inflation; diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Ohrtrompetenfunktion: mittels eines birnenförmigen Ballons wird Luft in ein Nasenloch hineingepresst (das andere Nasenloch wird dabei zugedrückt). Dies erfolgt entweder simultan beim Schlucken oder beim Sprechen eines phonetischen Lautes ("Kuckkuck"). Dadurch strömt die Luft durch die Tuba Eustachii zum Mittelohr. Es besteht bei dieser Methode die Gefahr der Keimverschleppung in das Mittelohr (Cave: Erkältung).
Abb.: http://katalog.eisenhut.de/katalog/pd1033931032.shtml

Polyalveolyse , ungewöhnliche Bezeichnung für eine schwere Form der Parodontitis marginalis profunda
Osteolyse

Polyamid
engl.: polyamide; vielseitiger, thermoplastischer Kunststoff. Grundstoffe sind Polymere, deren Monomer-Einheiten durch Polykondensation zwischen einer Carboxylgruppe und einer Aminogruppe verknüpft werden (Peptidbindung). Einsatz in der ZHK u.a. als Prothesenbasismaterial oder als chirurgisches Nahtmaterial

Polyether
Polyäther engl.: polyether (impression material); Oberbegriff für versch. organische Verbindungen, deren Monomere über eine Sauerstoffbrücke ("Etherbindung") miteinander verbunden sind; zu den Elastomeren gehörende chem. Verbindungen.
In der ZHK als Abformmaterialien eingesetzt, sind sie - ähnlich wie die A-Silikone - äußerst präzis und bei trockener Lagerung volumenstabil (über mehrere Tage). Als Vorteil gegenüber den Silikonen wird ihre relative "Wasserfreundlichkeit" gewertet - eine Eigenschaft, die im feuchten Mundhöhlenmilieu von Bedeutung ist.
Den Silikonen ähnlich, reagieren P. empfindlich gegen Stoffe aus Lokalanästhetika und eisensulfathaltigen Mitteln (z.B. in das Zahnfleisch zurückdrängenden Mitteln enthalten). Die Lagerung des Abdrucks sollte bis zur Verarbeitung trocken und dunkel (UV-Licht zersetzt die Masse) erfolgen.
Bekannte Handelsmarken sind im zahnärztlichen Bereich Impregum® und Permadyne®
Abdruck, Elastomere
Video

Polyethylenglykol
PEG; Formel: H-[-O-CH2-CH2-]n-OH, flüssige bzw. wachsartige bis feste Kunststoffe; sie sind ungiftig, können aber die Haut reizen und sie durchlässiger für Schadstoffe machen. Verwendung als Bindemittel, Emulgatoren, Weichmacher oder Trennmittel. Gelegentlicher Einsatz in Zahnpasten um das Feststoff-Wasser-Öl-Gemisch der Cremes zu stabilisieren. Trotz gegenteiliger pauschalierter Behauptungen über die Gefährlichkeit von P., ist das vielfach in Zahnpasten eingesetzte PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (hydriertes, mit PEG-40 umgesetztes Riziniusöl) einer der am besten schleimhautverträglichen und toxikologisch geprüften Inhaltsstoffe.

Polyglas
auch Polyglass, engl.: do.; zu den zahnfarbenen Werkstoffen gehörendes Füllungsmaterial. Im Gegensatz zu den gebräuchlichen Komposites weist P. keine keramischen Füllkörper auf, sondern besitzt solche auf Glasbasis (leicht modifizierte Feinstpartikelhybrid-Kompositmaterialien). Nach Herstellerangaben soll dieser Werkstoffe (Handelsnamen z.B. Solitaire®, Artglass®) bessere Härte- und Schrumpfungseigenschaften besitzen. Untersuchungen an 430 Seitenzahnfüllungen zeigen gegenüber den Kompositen zwar verbesserte Verarbeitungseigenschaften, aber keine grundsätzlich besseren Materialeigenschaften.
Komposite

Polygnathie
äußerst seltene Missbildung in Form einer Vermehrung der Unter- oder Oberkieferanzahl bei einem Individuum (Di- und Polygnathie bzw. Digenie). Dadurch bedingt auch erhebliche Erhöhung der Zahnanzahl in beiden Dentitionen.

Polyhexanid
PHX, zur Gruppe der Biguanide gehörendes kettenförmiges Polymer mit ausgezeichneter antimikrobieller Wirkung; in der Mitte des letzten Jhds. zusammen mit Chlorhexidin (CHX) von ICI im Rahmen der Suche nach einem Malariawirkstoff entwickelt. Während CHX - gilt heute (2010) als Standard in der Mundhöhle - hauptsächlich bakteriostatisch (= wachstumshemmend) wirkt, ist PHX schon in geringen Konzentrationen bakerizid (= abtötend), dafür aber als Reinsubstanz weniger lagerstabil. In der Mundhöhle meist in Kombination mit Betainen (= hochwirksame waschaktive Substanzen) angewandt (z.B. ProntoCare™). Resistenzen sind bisher nicht bekannt; eine Beschränkung der Anwendungsdauer bei Mundspülungen besteht nicht.
http://www.dzw.de/zahnmedizin/

Polymere
engl.: do.; aus vielen Monomeren aufgebaute, meist organische Verbindungen mit einer Molekülmasse über 10.000. Diese Verknüpfungen können durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation entstehen.
Monomere, Polymerisation

Polymerisation
engl.: do.; chemisches Verfahren zur Herstellung von Kunststoffen: Zusammenschluss ungesättigter Monomere oder von Monomeren mit instabilen Ringsystemen zu Polymerisaten. Im Gegensatz zur Polykondensation werden hierbei keine Spaltprodukte wie Wasser frei.
Dentale Kunststoffe  für Zahnersatz ( Prothesenbasis) werden überwiegend durch eine Heißpolymerisation verarbeitet. Hierbei werden 3 versch. Techniken im Druckkessel unterschieden:
Kurzzeitverfahren: erfolgt im Druckkessel ("Druckpolymerisation", "Kurzzeitpolymerisation"), wo das Werkstück innerhalb 20 min auf 100° gebracht wird; diese Temperatur wird für weitere 30 min beibehalten
Mittelzeitverfahren: Startpolymerisation für 60 min bei 75°, dann 30 min bei 100°
Langzeitverfahren: über 12 Std bei 50°, dann für 2 Std bei 120° ("Langzeitpolymerisation")
als historisch gilt inzwischen das Kochen im Wasser über 8-12 Std ("Nasspolymerisation")
Die bei der P. auftretende Temperatur - Polymerisationswärme - infolge der Kettenwachstumsreaktion ist bei einer direkten Verarbeitung im Mund nicht unproblematisch; man geht davon aus, dass ein Anstieg um maximal 5,5°C die Grenze darstellt, die noch eine Erholung der Zahnpulpa von derartigen Schäden erlaubt.
Konversionsrate, Polymerisationswärme, Prothesenbasis, Pulver-Flüssigkeits-Verfahren, Restmonomer

Polymerisation , lichtinduzierte
"Lichthärtung", Lichtpolymerisation, Photopolymerisation, engl.: light-cured polymerization; u.a. in der ZHK angewandtes Verfahren zur Aushärtung von Füllungskunststoffen ( Komposite) und Versiegelungsmaterialien. Dieses Verfahren hat das früher übliche "2 Pasten Verfahren" bzw. das Pulver-Flüssigkeits-Verfahren abgelöst, bei welchem einer Grundpaste zum Abbinden eine Katalysatorpaste beigemischt wurde. Das Prinzip der L. läuft über sog. Startermoleküle ("Initiatoren", meist das gelbliche Kampherchinon mit einem Absorptionsmaximum von 468 nm), welche unter dem Einfluss einer Polymerisationslampe Radikale bilden, die den Anstoß zu einer Polymerisationsreaktion (Kettenwachstum) geben und somit das vormals plastische Material starr werden lassen. Dadurch ist ein zeitunabhängiges Verarbeiten des Füllungswerkstoffs möglich: die Paste wird in die Kavität eingebracht, entsprechend ausgeformt und dann durch Lichtzufuhr Behandlergesteuert ausgehärtet. Da der Füllungswerkstoff Licht absorbiert, ist die L. nur bis zu einer gewissen Füllungsdicke (< 2-6 mm, je nach Material bei den gebräuchlichen Halogenlampen) technisch möglich. Es wird bei dickeren Füllungen deshalb die sog. Sandwich-Technik angewandt.
Die Qualität von Füllungen mittels L. wird neben einer korrekten Verarbeitung ganz wesentlich von der Lichtintensität - vor allem der Konzentration beim Beginn ("Initiatorkonzentration") - und der Lichtdauer beeinflusst. Dabei gilt folgende Abhängigkeit: Eine hohe Lichtintensität wirkt sich negativ auf den Randschluss ( Polymerisationsschrumpfung) aus, im umgekehrten Fall werden bei zu geringer Intensität die physikalischen Eigenschaften negativ beeinflusst; Konversionsrate.
Die konventionelle Lichthärtung erfolgt mit 400 mW/cm2 für 20-40 Sek (Materialabhängig). Neuere Verfahren, z.B. mittels Soft-Start ansteigend von 100-600 mW/cm2 oder mit Unterbrechungsmodus, d.h. beginnend mit 100 mW/cm2 für 3 Sek., anschließend eine dreiminütige Pause und ansteigend auf 600 mW/min für 37 Sek. bewirken keine Verbesserung der Verbundfestigkeit.
Noch nicht vorhanden ist bisher eine sog. Lichtsignatur von Seiten der Hersteller der jeweiligen Kunststoff-Füllungsmaterialien (Komposites), welche ausdrückt, dass nach entsprechenden Testungen das jeweilige Material mit einem bestimmten Lampentyp (s.u.) oder mit allen Geräten ausgehärtet werden kann, da die Dauer und Art der Lichtaktivierung entscheidend für die Materialqualität, Langlebigkeit und Kosmetik der Füllung ist. 
Bei den Lichtquellen (Polymerisationslampen) werden versch. Systeme voneinander unterschieden:
  • UV-Lampen (Ultraviolett-Polymerisation):
    in der Anfangszeit der Lichtpolymerisation gebräuchlich; heute aus prophylaktischen Gründen nicht mehr verwendet, da nur ein Teil des UV-Spektrums zur Polymerisation nötig ist, der überwiegende Anteil des Lichtes aber das umgebende Gewebe belastet.
  • Halogenlampen:
    Quarz-Wolfram-Halogenlampen, welche mit einem in das Halogen-Edelgas (Brom o. Jod) eingebetteten Wolframfaden Strahlen erzeugen, wobei mittels Filter Strahlung aus dem blauen Bereich mit einer Wellenlänge von 380 - 520 nm herausgefiltert wird; Lichtintensität >500 mW/cm2 , Lichtausbeute mit 0,7 % sehr gering. Bestrahlungszeit mind. 20 Sek. Hohe Temperaturentwicklung.
    Neuartige LED-Systeme (s.u.) sind konventionellen Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der Komposite.
  • Plasmalampen:
    "Hochdrucklampen", aus der Kfz-Technik bekannt, auf  Argon- oder Xenon-Basis mit einem schmalen Emissionsspektrum von 440-500 nm; Intensität ~ 1370 W/cm2, welche durch ihre wesentlich höhere Intensität in kürzerer Zeit (ca. 5 Sek.) in eine Tiefe bis zu 12 mm vordringen sollen; relativ große Abwärme ( Polymerisationswärme). Inwieweit diese Art die Qualität der Füllung beeinflusst, wird in der Literatur unterschiedlich angegeben; Langzeituntersuchungen fehlen: so wird neben einer mangelnden Tiefenhärte auch die erhöhte Tendenz zur Spaltbildung durch die energiereiche Strahlung im Bereich der Füllungsränder beobachtet.
    Eine Genfer Studie (Werkstoffexperten Krejci) kann keine wesentlichen Vorteile der Plasmalampe gegenüber der Halogenlampe bei der Polymerisation von Komposites feststellen. Beim direkten Beleuchten eines Komposit-Testkörpers erzielte die Plasmalampe (Apollo 95 E) zwar bereits nach 3 s Polymerisationszeit die gleiche Vickershärte wie sie mit einer Halogenlampe erst nach 40 s Aushärtezeit erreicht werden konnte. Allerdings: Sobald das Plasmalicht nicht direkt, sondern indirekt auf das auszuhärtende Komposit einwirkte, nahm die Härte deutlich ab.
  • Laser-Lampen
    z.B. Argon-Laser, sehr gut begrenzter Spektralbereich; wegen hoher Anschaffungskosten und komplexer Technik kaum gebräuchlich
  • LED-Lampen (Light Emitting Diodes):
    relativ hoher Wirkungsgrad (ca. 7 %) bei langer Lebensdauer (konventionelle Lampen ca. 100 Std.; LEDs ca. 10.000Std.) und geringer Abwärme. Das LED-Prinzip basiert auf Halbleiterverbindungen (Strahlung durch die Elektronenbewegung von Quarzen), die den Strom direkt in Licht umwandeln; dabei ist die Wellenlänge des Lichts von der Grundsubstanz des LEDs und dem Dotierstoff abhängig, welcher bei blau emittierenden LEDs i.d.R. auf GaN- oder SiC-Basis beruht. Neuere Konstruktionen arbeiten mit einem Spezial-Chip mit 16 Indium-Gallium-Nitrit-Dioden auf einer Fläche von 4 mm und stellen so eine der hellsten LED-Lampen ihrer Art dar. Da ein enges Spektrum in der Größe des Absorptionsmaximums der Startermoleküle erzeugt wird (ca. 450 bis 490 nm), kann mit bedeutend weniger Energie gearbeitet werden; verbunden damit ist eine geringere Temperaturentwicklung. Allerdings muss die Wellenlänge der Lampe mit denen das Absorptionsspektrums von Startermolekülen (s.o.) und Komposites übereinstimmen.
    Lampen der ersten Generation konnten bestimmte Photoinitiatoren (z.B. Phosphinoxidderivate wie Lucirin TPO, weiße Farbe, Absorptionsbereich zwischen 350 u. 430 nm) nicht aushärten - neuere Lampen haben dieses Problem nicht mehr; dies aber besonders deshalb, weil auch die Hersteller von Füllungsmaterialien ihre Produkte auf die zukunftsweisende LED-Technologie umgestellt haben.
    Neuartige LED-Systeme sind konventionellen Halogen-Polymerisationslampen nicht nur hinsichtlich der geringeren Hitzeentwicklung und besseren Flexibilität überlegen, sondern erzielen auch bessere Ergebnisse bei der Aushärtungstiefe der Komposite.
  • Wichtiges Kriterium bei den Lampen ist nicht die Leistung am Austritt des Lichtleiters (so wird sie von den Anbietern angegeben) sondern in 5mm Entfernung, hier zeigen sich - bedingt durch die Optik - gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen
  • Allerdings zeigen Untersuchungen (Kubo, S et al.: The effect of light-curing modes on the microleakage of cervical resin composite restorations. J of Dentistry (2004) 32, 247-254), dass für die "Microleakage" als Maßstab der Dichtigkeit keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern und Lichthärtungsprogrammen gefunden werden konnten.

C-Faktor, Komposite, Konversionsrate, Langzeitpolymerisation, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Lichtkeil, Poylymerisation, Polymerisationsschrumpfung, Polymerisationswärme, Pulver-Flüssigkeits-Verfahren, Sandwich-Technik
==> Lichthärtung - ein Leitfaden für Praktiker (zm, 2015)

 

 



Polymerisations-
lampe beim Legen einer Komposit-Füllung

Polymerisationslampe ; lichtinduzierte Polymerisation

Polymerisationsschrumpfung
engl.: polymerization shrinkage; beim Verarbeiten von kunststoffhaltigen Füllungswerkstoffen ("weißen", stopfbaren Füllungen wie z.B. Komposite) auftretende negative Eigenschaft. Dabei erfolgt die P. zum Massenzentrum des eingebrachten Füllmaterials und nicht zum Zahn hin und beträgt - je nach eingesetztem Material zwischen 2 und 4 %. Die dadurch verschlechterte Randdichtigkeit der Füllung kann durch geeignete Maßnahmen (Sandwich-Technik, adhäsive Befestigung) entgegengewirkt werden. Auch den neuartigen Kunststoffen fehlt noch immer das von der Wissenschaft gesteckte Ziel einer P. von unter einem Prozent. Seit jeher bestand die Hauptstrategie zur Reduzierung der P. darin, den Anteil der Füllstoffe zu erhöhen. Der Grund der P. liegt aber in der Harzmatrix: Da sie während der Polymerisation unweigerlich schrumpft, kann nur ein Wechsel dieses Materials zu einer durchgreifenden Lösung führen ( z.B. Silorane).
Eine Schichttechnik und/oder das Einbringen einer ersten Lage fließfähigen Komposits ("bond-to-flowable"-Technik) werden häufig empfohlen, um die Auswirkungen der P. möglichst gering zu halten.
Die P. kann zu postoperativen Missempfindungen, Spaltbildung und Schmelzrissen führen. Bei Kavitäten der Klasse I und Klasse V werden meist keine messbaren Abweichungen der Höckerspitzen festgestellt. Bei ausgedehnten Restaurationen der Klasse II MO und MOD finden sich deutliche Veränderungen in der Lagebeziehung der Höckerspitzen, indem sich diese zueinander bewegen. Diese nach innen gerichtete Bewegung der Höcker nimmt analog zur Größe der Kavitäten zu, was bedeutet, dass die bei Aushärtung von Komposite auftretenden Kräfte ( Polymerisationsschrumpfungskraft) mit steigender Ausdehnung der Kavitäten zunehmen und so zu Symptomen wie Spaltbildung und Schmelzrissen führen können.
Adhäsivtechnik, Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, Inserts, Komposit-Inlay, Lichtpolymerisation, Lichtkeil, Polymerisation, Prothesenbasis
 


Polymerisationsschrumpfungskraft
engl.: polymerization shrinkage force; Produkt aus Polymerisationsschrumpfung und Elastizitätsmodul (hoher E-Modul = starres Material) des jeweiligen Kunststoffes. So schreibt Prof. Dr. Claus-Peter Ernst dazu:
"Ein hoher Elastizitätsmodul beschreibt ein starres Material, ein niedriger ein eher elastisches. Reduziert man jetzt einseitig die Polymerisationsschrumpfung über eine Erhöhung des Füllergehaltes, bleibt logischerweise ein geringerer prozentualer Matrixanteil zurück. Da die Matrix die einzige schrumpfende Komponente im Komposit ist, reduziert sich damit automatisch die Polymerisationsschrumpfung. Da die Matrix aber auch die einzige elastische Komponente darstellt, reduziert sich im gleichen Ausmaß die Elastizität – was einen höheren E-Modul bedingt (hoher E-Modul = starres Material). Das Produkt aus E-Modul und Polymerisationsschrumpfung bleibt demzufolge nahezu unverändert. Da aber nicht die Polymerisationsschrumpfung, sondern die Polymerisationsschrumpfungskraft verantwortlich für Abrisse an den Kavitätenwänden ist, bleibt die Randintegrität entsprechend unbeeinflusst. Also muss die Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert werden und nicht lediglich die Polymerisationsschrumpfung! Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Ein Mikrofüllerkomposit hat aufgrund seines reduzierten Füllergehaltes eine deutlich höhere Polymerisationsschrumpfung als ein Hybridkomposit, weist aber eine nicht im selben Ausmaß höhere Polymerisationsschrumpfungskraft auf, da durch den höheren Matrixanteil natürlich auch ein stärkeres elastisches Potenzial gegeben ist, das die höhere Schrumpfung in Hinblick auf die effektive Polymerisationsschrumpfungskraft reduziert. Dasselbe Phänomen ist bei Flowkompositen gegeben: Auch hier kann über die erhöhte Elastizität die höhere Schrumpfung in gewissen Grenzen kompensiert werden."
Komposite, Polymerisationsschrumpfung

Polymerisationswärme
engl.: heat of polymerisation; die bei einer Polymerisationsreaktion entstehende Wärme wird an die Umgebung abgegeben, d.h. beim Legen einer Kunststoff-Füllung oder Herstellung eines Kronenprovisoriums hauptsächlich auf das angrenzende Dentin, welches ein schlechter Wärmeleiter ist. Diese Eigenschaft bedeutet für die Zahnpulpa einen gewissen Schutz, welcher ausreicht, die natürlicherweise auftretenden Temperaturmaxima in der Mundhöhle (~ 60 °C bei heißen Speisen und schützendem Schmelzmantel) abzufangen. Die Zahnpulpa selbst reagiert sehr empfindlich auf direkte Temperaturerhöhungen. So werden 42 °C als biologischer Grenzwert angegeben.
Bei der Füllungspolymerisation sind die Zeitdauer der Temperatureinwirkung, die Dicke der Dentinschicht und die Höhe der auftretenden Temperatur entscheidend. So können schon Temperaturen von 46 °C während des chemischen Vorgangs bei entsprechender Höhe und Dauer zu irreversiblen Schäden am Zahnnerv führen. So geht man davon aus, dass bei einer Dentindicke von 2 mm eine Temperaturreduktion von etwa 44–50 % erreicht wird.
www.diss.fu-berlin.de/

Polymethylmethacrylat
PMMA, "Plexiglas", engl.: PMMA, Acrylic; seit den 30er Jahren des letzten Jhds. bekannter, kratzfester, durchsichtiger Kunststoff von hoher Steifig- und Mundbeständigkeit, empfindlich gegen Schlag und Spannung. In der ZHK beliebt wegen guter Mundbeständigkeit und sehr guter Verträglichkeit bei einfacher Verarbeitung. Grundstoffe sind Aceton, Blausäure, Methanol und Schwefelsäure. Als Prothesenbasismaterial wird P. mit Metallsalzen zu einer zahnfleischähnlichen Farbe eingefärbt. Weitere Einsätze in der ZHK sind Aufbiss-Schienen und Kieferorthopädische Behandlungsgeräte.
Diacrylate, Kunststoff, Methacrylate, Paladon® Verfahren, Prothesenbasis

Polyp
meist gutartiges Schleimhautgeschwulst in Form einer Vorwölbung, häufig auf der Basis einer chronischen Entzündung; umgangssprachlich für die Wucherungen der Rachenmandeln oder Nasenschleimhaut gebraucht.
Adenom, Pulpapolyp

Polyphyodontie
dauernder Zahnwechsel, engl.: polyphyodontia; ständig dauernder oder möglicher Zahnwechsel. Mit Ausnahme der Säugetiere, werden bei allen Wirbeltieren die Zähne ständig ersetzt. Bei den meisten Säugetieren und beim Menschen werden die Zähne einmal im Leben gewechselt (Diphyodontie), wenn das sog. Milchgebiss gegen das bleibende Gebiss ausgewechselt wird ( Wechselgebiss).
Hautzähne, Heterodontie, Zahn
Evolution der Zähne

Polysialie , erhöhter Speichelfluss ; Ptyalismus, Xerostomie

Polysiloxane ; Silikone

Polysulfide
engl.: polysulfide (impression material); in der ZHK kaum noch gebräuchliche elastisch-irreversible Abdruckmaterialien. Gründe sind vor allem die beim Abbindungsprozess stattfindende Verdunstung des Kondensats, welches zu nicht mehr tolerablen Volumenveränderungen bei einer Präzionsabformung führt.
Abdruck, Elastomere, Lagerzeitkontraktion

Polyzythämie
Polycythaemia vera, engl.: do.; erblich bedingte Vermehrung der roten Blutkörperchen im peripheren Gewebe. Symptome u.a. starke Gesichts- u. Zungenrötung

Pontic
von pons = Brücke; andere Bezeichnung für ein Brückenzwischenglied. Historisch auch als Bezeichnung für Langstift-Facetten-Zähne, welche in ein Brückenzwischenglied eingenietet (
Schlagpolierer) werden.

Pont Index
Molarenindex, Prämolarenindex, engl.: do., nach dem franz. Zahnarzt Albéric P., 1870-1960 benannt; heute nur noch selten benutzte Messzahl; sie gibt die Beziehung zwischen der Breite der vier oberen Schneidezähne (SIOK) entweder zu der vorderen Zahnbogenbreite oder zu der hinteren Zahnbogenbreite an (s. Abb.). Dabei bestehen folgende Zusammenhänge (aufgestellt für Südfrankreich, Werte für Mitteleuropa zu groß):
(SIOK x 100) : vordere Zahnbogenbreite = 80
(SIOK x 100) : hintere Zahnbogenbreite = 64
Will man nun die Zahnbogenbreiten berechnen, so gilt:
vordere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 80 = Prämolarenindex
hintere Zahnbogenbreite = (SIOK x 100) : 64 = Molarenindex
Fehlen eine oder mehrere obere Schneidezähne, so kann der Tonn-Index herangezogen werden, der die unteren Schneidezähne mit einbezieht.
Für Mitteleuropa wurden die Werte nach Korkhaus/Schmuth modifiziert. Zusätzlich hat Korkhaus Werte für die Zahnbogenlänge  (Lo u. Lu auf Abb.) aufgestellt.
Abweichung, Arch Length Discrepancy (ALD), Bolton Analyse, Eckzahndistanz, Kölner Sollwerte, Neff-Verhältnis, Platzbedarfsanalyse, Prämolarenbreite, Tonn Index, Zahnbogenbreite, Zahnbogenindex, Zahnreihe, Zygion-Alveolar-Index
http://www.idl-online.de/ ; http://archiv.ub.uni-marburg.de/





Zahnbogen:
Längen, Breiten, Tiefen

Pontostruktor ; Parallelometer

Porion
Po, engl.: do.; kraniometrischer Messpunkt: höchster Punkt des knöchernen Gehöreingangs (porus acusticus); nicht deckungsgleich mit dem tastbaren Hautporion (dem obersten Punkt des Gehöreingangs am Lebenden).
Frankfurter Horizontale, Gebisswinkel, Profilanalyse

Porphyromonas gingivalis
P.g., obligat anaerober, Gram-negativer Keim, gilt als einer der Haupterreger für eine Parodontitis. Er verfügt über sehr viele Proteasen und baut daher stark körpereigenes Kollagen und Antikörper ab. Der gramnegative Erreger P.g. gilt als sog. Leitkeim, da er häufig in bestehenden parodontalen Läsionen, selten aber in gesundem Gewebe vorgefunden wird. Sein Auftreten korreliert mit Alter, Mundhygiene und Schweregrad der parodontalen Schädigung.
Markerkeime

Porzellan
engl.: (dental) porcelain; hochwertige Keramikwerkstoffe mit hoher Dichte aus kaolinitischem Ton, Feldspat und Quarz; weiß, sehr hart und von geringer Porosität. In der ZHK kommen die sog. "harten" P. (hoher Feldspatanteil) für Zahnersatzarbeiten und Implantate zur Anwendung. Über eingelagerte Metalloxide lässt sich die Farbe variieren.
Die erste dokumentierte Anwendung von P. in der europäischen ZHK wird Nicolas Dubois de Chémant (1753-1824) zugeschrieben, der die Entdeckung des Apothekers Alexis Duchateau aufgriff.
Keramik
Keramikhandbuch

Positioner
engl.: do.; kieferorthopädisches Behandlungsgerät aus weichbleibendem Kunststoff. Zweck des P. ist die Fixierung eines regulierten Gebisszustandes ("in Position zu halten"; u.U. können noch kleinere Korrekturen der Okklusion durchgeführt werden), besonders in der Wachstumsphase, um Rückstellungen der regulierten Kiefersituation zu vermeiden.
Aligner, Behandlungszeitraum, Retainer, Retentionsphase, Rezidiv

Positionierungsschiene; Repositionsschiene

Positivkinn
positives Kinnprofil, engl.: positive chin; normale Kinnstellung und - ausprägung des heutigen Menschen; im Gegensatz zum Negativkinn ("fliehendes Kinn") der Frühmenschen. Das P. gilt beim Europäer als am besten ausgebildet.
Davon abzugrenzen ist das vorstehende Kinn beim zahnlosen Unterkiefer: durch Inaktivitätsatrophie schwindet der Alveolarfortsatz; das Kinn erscheint dann weiter vorstehend, wenn kein Zahnersatz getragen wird.

Positronen-Emissions-Tomographie
PET; engl.: positron emission tomography; junge Untersuchungsmethode in der Tumordiagnostik, besonders im Kopf-Hals-Bereich. Bei einer geringeren Strahlenbelastung als eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MR) ermöglicht PET, eine Aussage über die Stoffwechsel-Aktivität von Geweben und Organen zu treffen. Eine besondere Sensitivität und Spezifität ergibt sich bei der Verlaufs-/Rezidivkontrolle von Tumoren. Eine abschließende Bewertung dieser Methode besteht noch nicht (2011).
bildgebende Verfahren, SPECT, Tomographie
Ermittlung des patientenrelevanten Nutzens und Schadens der PET bzw. PET/CT / Bewertung der diagnostischen und prognostischen Güte der PET bzw. PET/CT

Posselt Diagramm
Posselt Ppyramide
; nach Ulf Posselt (skandinavischer Pionier der Funktionslehre) benanntes sagittales Diagramm der Unterkiefer-Grenzbewegungen am Inzisalpunkt. Das geometrische Gebilde wird auch wegen seiner Form als "Posselt-Pyramide" bezeichnet.
Bennetbewegung, Pantographie

posterior anterior

postgraduierte Fortbildung , postgraduale Qualifikation; Fortbildung (postgraduierte), Master ; zum Stand der Postgradualen Qualifikationen (Prof. Heidemann in Spectator Dentistry, 11/2007)

Postlaktealebene
engl.: postlacteal plane; hintere Abschlussebene in vertikaler Richtung der Ober- u. Unterkieferzahnreihen im Milchgebiss, welche vorbestimmend für die Bisslage im bleibenden Gebiss sein kann. So erlaubt eine mesiale Abschlussstufe im Milchgebiss den unmittelbaren Durchbruch in die Neutralposition der Sechsjahrmolaren; bei gerader P. und existierender Primatenlücke im Unterkiefer kann es durch Mesialbewegung der Milchmolaren unter dem Wachstumsdruck der Sechsjahrmolaren zur Neutralverzahnung dieser ersten bleibenden Backenzähne kommen. Fehlt die Primatenlücke bei einer geraden P., so stellen sich die Sechsjahrmolaren vorübergehend in eine Höcker-Höcker-Position ein, solange bis der untere Sechsjahrmolaren unter Ausnutzung des leeway space nach mesial wandert und dadurch eine Neutralverzahnung bewirkt.
Zielinsky-Modus

Postmedikation
engl.: postmedication; Bezeichnung für die Gabe von Arzneimitteln nach einem zahnärztlichen (chirurgischen) Eingriff. Zweck ist eine Schmerzreduzierung und eine Verbesserung der möglichen eingeschränkten Nahrungsaufnahme; meist in Form von Analgetika ("Schmerztablette"), auch als Infektions- oder Schwellungsprophylaxe angewandt.

Potentialmessung , Spannungsmessung, "Strömchenmessung"; Galvanismus

Pottasche , Kaliumkarbonat; historisches Mittel zur Desensibilisierung empfindlicher Zahnhälse

Pott’s Puffy Tumor
1970 erstmalig von Sir Percival Pott beschriebene Stirnbeinosteomyelitis mit Entwicklung eines subperiostalen Abszesses als posttraumatisches Krankheitsbild.
http://zwp-online.info/

Pound Linie
Poundsche Linie; engl.: Pound's line; virtuelle Linie von der mesialen Kante der Unterkiefer-Eckzähne durch linguale Höcker der Seitenzähne bis zur lingualen Begrenzung der Trigonen (Tuberculum retromolare). Dabei grenzen die lingualen Flächen der vorderen Molaren im Idealfall an diese Flächen.

Power Hammer ; engl.: Power's hammer; kleines, maschinell angetriebenes Hämmerchen zur Kondensierung der Goldpellets bei einer Goldhämmerfüllung

ppm
Abk. des engl.: parts per million;  Bezeichnung zur Angabe des Anteils einer Substanz in 1.000.000 Teilen (10-6) der Gesamtsubstanz, z.B. des Fluoridgehalts in Zahnpasten. Verständlicher ist die Angabe in Prozent. Es gilt:
1.000 ppm = 0,1 %
   500 ppm = 0,05 %

Präbiotika ; Probiotika

Prädentin
Dentinoid, engl.: predentine; noch nicht verkalkte, unmittelbar an den Odontoblasten gelegene gallertige Dentinschicht. Zum Zahnäußeren hin erfolgen dann Schichten mit versch. Mineralisationssstufen = intermediäres Dentin.
Dentin, Präodontoblasten, Raschkow-Plexus

Prädiktor
Einzelfaktor, engl.: predictor; in der Statistik gebräuchlicher Ausdruck für die zur Vorhersage eines Merkmals herangezogene Variable. Ein Vorhersagewert wird als prädiktiver Wert bezeichnet.

Prädilektionsstelle
bevorzugter (Ausbruchs-)Infektionsort einer Erkrankung, engl.: preferential spot (location) of infection. Ausdruck gebräuchlich im Zusammenhang mit der Kariesentstehung/-prävention: P. sind der mechanischen Zahnreinigung ( Mundhygiene) schwer zugängliche Bezirke am Zahn, wie Fissuren und Grübchen, Zahnzwischenräume, durch Zahnfehlstellungen bedingte Nischen, Zahnhalsbereiche bei falscher Zahnputztechnik.
Kariesprädilektionsstellen, Retentionsstellen, Schmutznische




Prädisposition
engl.: predisposition; Anlage, Empfänglichkeit für eine bestimmte Krankheit, Faktoren, die die Disposition beeinflussen. Neben genetischen und konstitutionellen Gegebenheiten sind dies vor allem psychosoziale und Umwelt-Faktoren, Ernährungsgewohnheiten und überstandene Erkrankungen, welche sich auf die Empfänglichkeit auswirken. In der ZHK gilt die Karies als typische "P.-Erkrankung".

Präkanzerose
"Vorkrebserkrankung", engl.: precancer; welche zwar noch keine bösartige Erkrankung darstellt, statistisch gesehen aber gehäuft (bei Nichtbehandlung, Ausschaltung der Reizfaktoren) in ein Karzinom übergeht. Von Bedeutung sind in der ZHK die Leukoplakien und der Lichen ruber planus. Untersuchungen zeigen, dass 80 bis 90 % der Mundhöhlenkarzinome aus einer völlig intakten Mundschleimhaut entstehen; bei 28 bis 43 % geht eine P. voraus.
Zur Früherkennung "Gut oder Böse" eignet sich gut der sog. Bürstenabstrich, auch Bürstenbiopsie oder Bürstentest

Menschen mit Parodontitis entwickeln doppelt so häufig P. und viermal so oft Mundhöhlenkarzinome wie Menschen ohne ernsthafte parodontale Erkrankungen.

Bürstenabstrich - Bürstenbiopsie, Erythroplakie, Fibrose, Interkalarlinie, Leukoplakie, Lichen ruber planus, PDT
http://www.uiowa.edu/~oprm/AtlasWIN/

 

 



Uranitis glandularis, Leukokeratosis nicotinica palati




"Nikotin-Stomatitis"
"nicotinic stomatitis"
Uranitis glandularis, Leukokeratosis nicotinica palati ;
lichenartige Veränderung
der Gaumenschleimhaut
bei starkem Pfeifenraucher
(keine histologische
Absicherung).

Präkaries
"Vorkaries", engl.: precaries; eine jederzeit reversible Mineralisationsstörung, bei welcher das Gleichgewicht zwischen Prozessen der Ent- und Verkalkung zu ungunsten der Remineralisation verschoben ist. Der Übergang zu einer initialen Schmelzkaries ist fließend.
White Spot

prälaktaler Zahn
angeborener Zahn, "Hexenzahn", engl.: inborn teeth; sehr selten vorkommendes Zahngebilde (1:6.000; meist an der Stelle, wo später einmal die mittleren unteren Schneidezähne erscheinen), welches schon bei der Geburt besteht und aus einer versprengten Zahnleiste entstammt. Da keine Wurzel vorhanden ist, fallen diese Zähnchen unter der Saugfunktion bald aus und behindern so den Stillakt kaum.
angeborener Zahn, Dens natalis



2 stark bewegliche
"Hexen-
zähnchen"

Prämedikation
engl.: premedication; vorherige Gabe eines Medikaments vor einer Narkose oder einem chirurgischen Eingriff; z.B. zur Beruhigung oder Infektionsprophylaxe.
Analgosedierung, Behandlung von MilchzähnenNarkose

Prämolar
kleiner o. vorderer Backenzahn (Molar), dens bicuspidatus, dens praemolar; engl.: premolar (tooth); im bleibenden Gebiss je Kieferquadrant zwei vor (= prä) den großen (hinteren) Backenzähnen (Molaren) stehende Zähne - im Zahnschema die Zähne 4 und 5. Dies ergibt im bleibenden Gebiss 8 P. . Die P. folgen beim Zahnwechsel den Milch-Backenzähnen und bestehen aus 2 Höckern und einem zentralen Grübchen. Sie haben - mit Ausnahme des ersten oberen P. (zweiwurzlig) - nur eine Wurzel.
Das Milchzahngebiss kennt keine P.

Backenzahn, Grübchen, Mesio-Distal-Index, Molar, Prämolarisation, Prämolarisierung, Wechselgebiss, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnschema

erster rechter oberer
P. aus versch. Sicht


Prämolarenbreite
PB, Pb, engl.: premolar size; gängige Maßzahl in der Kieferorthopädie für den Grad einer Bissverschiebung in sagittaler Richtung; z.B. "Distalbiss um eine PB". Die P. - gemessen in mesio-distaler Richtung - ist individuell sehr verschieden und bezieht sich bei derartigen Maßangaben immer auf den individuellen Gebiss-Befund.
Pont-Index, Zahnbreite

Prämolarenindex ; Pont-Index

Prämolarenzange
Berten Zange, engl.: premolar forceps, Berten's forceps; speziell für die anatomische Wurzelformen von Prämolaren geformte Extraktionszange (Ober- und Unterkiefer verschieden aussehend) mit glatten Backen.

Prämolarisation
engl.: premolarization; Bezeichnung für die Ausbildung eines stark ausgebildeten palatinalen Höckers am oberen Eckzahn (seltener am seitlichen Schneidezahn), welcher diesen wie einen Prämolar aussehen lässt.
Gelegentlich auch Bez. für eine Prämolarisierung

Prämolarisierung
engl.: bicuspidation, (premolarization); Zerteilung eines Backenzahns an seiner Aufteilungsstelle ( Bifurkation) - nach durchgeführter Wurzelkanalbehandlung - in seine einzelnen Wurzeln. Durchgeführt (in seltenen Fällen) bei parodontal stark geschädigten Zähnen, um eine Reinigung der einzelnen Wurzelteile besser zu ermöglichen. Unbefriedigende Langzeitergebnisse.
Hemisektion, Odontoplastik, Prämolarisation


zwei Möglichkeiten nach Zahndurchtrennung:
links: Prämolarisierung
rechts: Hemisektion

Präodontoblasten
engl.: preodontoblasts; aus Mesenchymzellen unter dem induktiven Einfluss des inneren Schmelzepithels gebildete Vorstufe der Dentin-bildenden Odontoblasten. Prädentin

Präparation
Präparieren eines Zahnes zur Aufnahme einer Füllung oder von Zahnersatz, engl.: (tooth) preparation, prepare; laienhaft auch "(Aus-)Bohren" oder "Schleifen"; Fachausdruck für das Bearbeiten eines Zahnes mit rotierenden ("Bohrer"; Turbine), oszillierenden oder lichtenergetischen Instrumenten zur Aufnahme einer Füllung ( Kavitätenpräparation) bzw. einer prothetischen Restauration (z.B. Krone). Zum Ableiten der Wärme wird die P. i.d.R. feucht - d.h. mit einem Wasser-Luft-Gemisch ( "Spray") - und bei hochtourigen P. mit einer "tupfenden" Arbeitsweise durchgeführt. Eine P. sollte immer nach dem Prinzip „soviel wie nötig – so wenig wie möglich“ (= minimal-invasiv) erfolgen. Gerade bei prothetischen Restaurationen ist diese Forderung aus versch. Gründen nicht immer einzuhalten (s. nebenst. Abb. "Konvergenzwinkel").
Eine P. kann nach mehreren Kriterien unterschieden werden:
  • Geschwindigkeit eingesetzter konventioneller Instrumente
    niedertourige P. findet bei einer Geschwindigkeit zwischen 400 u. 5.000 U/min statt und wird hauptsächlich bei der Entfernung von kariösem Dentin in der Nähe der Pulpa angewandt ( Caries profunda). Als Instrumente kommen übersetzungsreduzierte Winkelstücke in Betracht
    hochtourige P. findet bei einer Geschwindigkeit zwischen 40.000 und 100.000 U/min unter Kühlung ( Spray) statt. Bearbeitung von Schmelz und Dentin; als Instrumente kommen schnellrotierende Winkelstücke (Rotring-Winkelstück) oder Turbinen in Betracht
    höchsttourige P. mittels spezieller "Turbinen" bei stark tupfender Arbeitsweise (Problem der Kühlung) bei Umdrehungen bis zu 400.000/min
  • Präparationsform:
    bedingt durch die Form des eingesetzten Schleifkörpers unterscheidet man:
    Tangentialpräparation
    Hohlkehlpräparation
    Stufenpräparation
    Kombinationen aus den drei Arten
    ausführlich: Kronen auf Zahnwissen.de
    Untersuchungen zeigen, dass bei der Hohlkehlpräparation oder einer abgewinkelten 135°-Stufe eine bessere Anpassung an das marginale Parodontium erreicht werden kann als mit der klassischen 90°-Stufe (Rechtwinkelstufe); Abformungstechnik und -material scheinen das Ergebnis hingegen weniger stark zu beeinflussen.
  • Präparationsgrenze; eigener Begriff
  • Präparationstrauma; eigener Begriff

Abdruckarten, Abschrägung, "Adhäsivpräparation", Ausblocken, bevel enamel, biologische Breite, "Black-Klassen", Bohren, Bohrer, Diamant, Disparallelität, Federrand, Ferulle-Effekt, Finieren, Gingivalrandschräger, Hohlkehlpräparation, Isodromie, Kariesdetektor, Kariesdiagnostik, Kariestherapie, Kastenpräparation, Kavitätenpräparation, Kavitätendesinfektion, Keramikschulter, Konvergenzwinkel, Krone, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, MDPB, Nachpräparation, Provisorium, oszillierende Bohrer, Parallelometer, Passung, Retention, Scheibenschliffpräparation, Scheibenschutz, Schleifen, Schmierschicht, SmartPrep, Spray, Stufe (Stufenpräparation), Tunnelpräparation, unter sich gehend, Zahnstumpf
Special: Kronen auf Zahnwissen.de
http://www.uni-koeln.de/med-fak/zahn/proth/Leitfaden/LF_Praeparation.pdf 
Präparationsrichtlinien für mit CAD/CAM gefertigte Restaurationen






Präparationsgrenze
engl.: preparation border; Abschluss der künstlich bearbeitenden Zahn-Hartsubstanz ( Präparation) und Beginn der unbearbeiteten Zahnoberfläche; sollte nach Möglichkeit in einem Gebiet liegen, welches aus Schmelz besteht. Bei einer Zahnersatz-Präparation (Krone) i.d.R. gleichzeitig der weiteste Umfang der Zahnkrone nach abgeschlossener Präparation. Im Hinblick auf den Kronenrand und einem optimalen Randschluss sollte die P. im Abdruck und auf dem daraus resultierendem Modell immer gut erkennbar und für den Zahntechniker nachvollziehbar sein. Der Grenzübergang selbst erfolgt - je nach Präparationsart - tangential-, hohlkehl- oder stufenförmig.
Es erfolgt eine Unterteilung in:
  • supragingivale Präparation
    die Grenze liegt oberhalb des Zahnfleischsaumes und stellt so keinen Reiz für das Zahnfleisch dar ("Parodontitisprophylaxe"). Nicht anwendbar im sichtbaren Bereich (beim Lachen/Sprechen ist der Kronenrand zu sehen) und bei schlechter Mundhygiene (Kronenrandkaries).
    Teilkronen haben vollständig oder teilweise eine derartige P.
  • gingivale Präparation
    wenig angewandte Präparationsart; P. in der Höhe des Zahnfleischsaums
  • subgingivale Präparation
    Bei Anfertigung von Zahnersatz (Kronen, Brücken) ist es meist das Ziel jeder P., den weitesten Umfang der Zahnkrone in den Boden der inneren Zahnfleischfurche zu legen; dies vor allem aus kosmetischen und kariesprophylaktischen Gründen. Um Zahnfleischreizungen vorzubeugen, ist ein exakter und dünner Abschluss des Kronenrandes notwendig

temporäre Gingivaretraktion, Kavitätenrand, Präparation, Retraktionsfaden
Special: Kronen auf Zahnwissen.de

 

 

 

 

 


Präparationstrauma
Schleiftrauma, engl.: preparation o. grinding trauma; Schädigung des Zahnnervs (Pulpa) oder des Kieferknochens durch zahnärztliche Behandlungsmaßnahmen, vor allem durch ungenügende Kühlung ("Spray"), zu hohem Druck, einer zu geringe Dentinstärke oder stumpfe Präparationsinstrumente beim Bearbeiten eines Zahnes bzw. bei zu großer Abbindhitze von im Mund hergestellten Provisorien. Steigt die Temperatur in diesem empfindlichen Körpergewebe über 42° C an, so kommt es zu einer thermischen Schädigung und i.d.R. zum Absterben des Gewebes durch Proteindenaturierung Polymerisationswärme). Da die Pulpa primär nicht infiziert ist, kommt es meist erst nach einiger Zeit - wenn die eigentliche Versorgung des Zahnes längst abgeschlossen ist - zu schmerzhaften Reaktionen.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass degenerative Veränderungen am Zahnnerv nach einer Präparation primär nicht durch eine mikrobielle Besiedelung durch den Randspalt des Zahnersatzes, sondern durch das Unterschreiten einer Mindestdentinstärke von 2mm Dentin zum Zahnnerv hin stattfinden. 

Jede restaurative Maßnahme (z.B. Überkronung, Füllung) eines vitalen Zahnes stellt für den Zahnnerv (Pulpa) ein Risiko dar. Nach Kerschbaum (1998) muss nach fünf Jahren in vier Prozent der Fälle mit einer apikalen Ostitis (d.h.: einer von 25 präparierten Zähnen ist nach 5 Jahren abgestorben), nach zehn Jahren in 15 Prozent der Fälle mit dem Verlust der Vitalität gerechnet werden. Durch die bis in das Dentin reichende Präparation werden zahlreiche Dentinkanälchen eröffnet und Odontoblastenfortsätze verletzt. Je dichter die Präparation an die Pulpa heranreicht und je größer der Durchmesser der Dentinkanälchen ist, desto leichter können Noxen von der Präparationsoberfläche aus zur Pulpa vordringen. Dabei stellt nicht nur die Präparation selbst, sondern jeder Arbeitsschritt von der Abformung über die Herstellung des Provisoriums bis zur Eingliederung der fertigen Arbeit eine Belastung für die Pulpa dar. Man weiß aus Erfahrung, dass bei einer ausreichend starken Dentinbarriere das P. von der Pulpa toleriert wird.
Kavitätendesinfektion, Konvergenzwinkel, pink spot, Polymerisationswärme, Präparation, Prepometer, Provisorium, Pulpenhämatom, Spray, Temperaturempfindlichkeit, Überkronungsrisiko

präprothetische Chirurgie
Präprothetik, engl.: preprosthetic surgery; vielfältige chirurgische Maßnahmen - besonders beim Total-Zahnersatz - zur Verbesserung des Prothesenlagers; so z.B. Extraktionen, Knochenabtragungen und -glättungen, Alveolarkammplastik, augmentative Verfahren, Lippenbandexzisionen, Mundvorhofplastik. Weiter zählen dazu: Schleimhauttransplantationen und postoperative Sicherung des Operationsergebnisses, enossale und präepithetische Implantate, enossale Implantationen in Kombination mit aufbauenden Osteoplastiken usw.
Alveolotomie, Edlan-Mejchar Operation, Tuberplastik, Vestibulumplastik

Präsenzpflicht , engl.: obligation of attendance; Zulassung

Prävalenz
Punkt-Prävalenz, engl.: prevalence; Vorhandensein von Fällen (i.d.R. 10.000 oder eine Million) einer bestimmten Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf eine definierte Einwohnerzahl (Population) ; Inzidenz, Screening

Prävention
engl.: prevention, (gezielte) Verhütung, Vorbeugung, Früherkennung einer Erkrankung. Durch bestimmte Strategien wird versucht, spezifische Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten zu vermindern oder die verursachende Rahmenfaktoren zu beeinflussen, die Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten zu verringern oder zu verzögern; "Prävention bedeutet, Risiken früh zu minimieren". P. ist neben der Akutbehandlung von Krankheiten, der Rehabilitation und der Pflege die "4. Säule" in der Gesundheitsversorgung.
Nach Art und Zeitpunkt der P. wird unterschieden in:

In der Zahnmedizin wird zwischen zwei grundlegenden Erkrankungen unterschieden, die zu Zahnverlust führen können: Karies und Parodontitis. Bei beiden Erkrankungen hat die P. eine entscheidende Bedeutung. Früherkennung bedeutet auch, dass die vorliegende Erkrankung meist durch "kleine" (minimal-invasive) Eingriffe behandelt werden kann. Dadurch bedingt sind auch deutlich bessere Behandlungserfolge zu erwarten. So sind z.B. Speicheltests neben anderen wichtigen Parametern inzwischen ein probates Mittel zur Abschätzung des Kariesrisikos. In der präventiven Zahnheilkunde wird die Erhebung von Kariesrisikoprofilen bereits als Standard vor Therapiebeginn angesehen.
Karies und Gingivitis sind vermeidbar und selbst die Parodontitis ist zu einem hohen Prozentsatz zu verhindern. Seit vielen Jahren sind die wissenschaftlichen Grundlagen bekannt. Wirksame Instrumente zur Umsetzung dieser Erkenntnisse im Rahmen der professionellen und häuslichen Prophylaxe sind vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der Prophylaxe. Selbstverständlich wünscht sich jeder ein Höchstmaß an Mundgesundheit, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität und Verringerung der Gefahr zusätzlicher Risikofaktoren für die generelle Gesundheit. Dennoch sind wir von einer flächendeckenden Umsetzung des grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit entfernt. Die für die Mundgesundheit des Einzelnen wesentliche Frage lautet nämlich nicht: Sind Karies, Gingivitis und Parodontitis grundsätzlich vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und Parodontitis bei dem Einzelnen mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und Geld vermeidbar?
In 2011 schreiben BZÄK/KZBV in einer Pressemtteilung u.a. zum Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."
Im Rahmen der P.-Diskussion existieren noch folgende Begriffe:
Verhältnisprävention“ = gesundheitsfördernde Lebensverhältnisse (z.B. Gesundheitserziehung, bessere Lebensbedingungen)
Verhaltensprävention“ = gesundheitsgerechtes VERHALTEN des Einzelnen
Behandlung von (geistig) behinderten Patienten, Bonusprogramme, ECC (frühe Milchzahnkaries), Ernährungsempfehlungen, Gerostomatologie, Kariesprophylaxe, Mundgesundheit, naturgesundes Gebiss, Prophylaxe, Screening, T-Health Index, Wirtschaftlichkeitsgebot
Vorbeugen statt heilen
Kariesprophylaxe als multifaktorielle Präventionsstrategie (Habilitationsschrift, sehr detailliert)
Prävention u. Gesundheitsförderung der Bundeszahnärztekammer
Prophylaxestudie - Zahnärztliche Gesundheitsfrühförderung beginnt in der Schwangerschaft (2013)

Praxis
zahnärztliche, Zahnarztpraxis, engl.: dental office; Bez. für die in Deutschland überwiegende Form der zahnärztlichen Berufsausübung in sog. "freier Niederlassung".
Nach einer Entscheidung des OLG Düsseldorf (Az.: I-8 U 110/03) ist für gerichtliche Auseinandersetzungen (z.B. Honorarklage) eines Zahnarztes gegen einen auswärtigen Patienten nicht der Wohnsitz des Patienten, sondern der Praxissitz des Zahnarztes ausschlaggebend.
ausgelagerte Praxisräume, Berufsausübungsgemeinschaft, Einzelpraxis und Gemeinschaftspraxis, Gewerbesteuer, Vertreter, Zweigpraxis
Datenschutz- und Datensicherheitsleitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV (Stand: März 2011) o. © KZBV
KZBV fordert Entlastung der Zahnärzte von Bürokratie (2015)

Praxisbegehung
Praxisüberprüfung; Schlagwortbez. für das gesetzlich mögliche Überprüfen/Kontrollieren einer zahnärztlichen Praxis durch zuständige Behörden (Gesundheitsämter, Bezirksregierungen, LGA = Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit), um die Einhaltung gesetzlich vorgeschriebener Maßnahmen (z.B. die Hygiene, das Infektionsschutzgesetz, das Medizinproduktegesetz, die Medizinprodukte-Betreiberverordnung, die berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BGR 250/TRBA 250)) zu überprüfen.
Zweck der rechtlichen Vorschriften zur Überwachung und Begehung ist vorsorgliche die Abwehr von Gefahren für Mitarbeiter und Patienten durch Gefahrenquellen, die typischerweise mit der zahnärztlichen Tätigkeit und der Anwendung medizinisch-technischer Geräten verbunden sind.
Aushangpflichtige Gesetze für das Gesundheitswesen (2012)
QuickCheck: Fit für die Praxisbegehung. Sofort umsetzbare Handlungsanleitungen und Prüflisten

Praxiserprobt
engl.: practice-approved; Material oder Methode haben sich auf breiter Basis im täglichen Einsatz in der Praxis bewährt; die Verwendung sollte - auch ohne wissenschaftliche Absicherung - eine ausreichende Sicherheit bieten.
klinisch geprüft, unbedenklich, wissenschaftlich anerkannt

Praxisgebühr
engl.: practice fee; nach dem GMG ab 2004 eingeführte (und ab 2013 wieder abgeschaffte) Sonderzahlung bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen für Gesetzlich Versicherte. Es handelt sich bei dem Begriff  "Praxisgebühr" um eine begriffliche Irreführung, da:
dieser Betrag ohne Abzug an die Krankenkasse des Gesetzlich Versicherten weiter fließt (dem Arzt/Zahnarzt obliegt lediglich das kostenlose Inkasso)
dieses Wort nicht im offiziellen Gesetzestext des SGB V auftaucht.
Bei dieser Gebühr sollte man deshalb von einer "versteckten Beitragserhöhung" oder von einer "Krankenkassengebühr" sprechen.
Ab 1.1.2013 wurde die P. wieder abgeschafft. Die KZBV schreibt hierzu in einer Presseerklärung:
"Die Abschaffung der Praxisgebühr ist für den Bereich der vertragszahnärztlichen Versorgung ein richtiger und überfälliger Schritt. Sie war hier immer fehl am Platz.
Das Phänomen des doctor hopping, das man durch die Gebühr einzudämmen gehofft hatte, hat es im zahnärztlichen Sektor nie gegeben. Die Gebühr hat außerdem eine präventionspolitisch negative Steuerungswirkung entfaltet. Sie hat einen Teil der Patienten von kontrollorientierten Zahnarztbesuchen abgehalten. Das ist kontraproduktiv, denn Zahnmedizin ist Vorsorgemedizin. Wir haben uns immer für die Abschaffung der Praxisgebühr eingesetzt. Es ist gut, dass sie ab 1. Januar 2013 Geschichte ist."

Nach §§ 28 und 43 b SGB V musste jeder Patient ab 01.01.2004 - 31.12.2012 bei der Behandlung durch einen Vertrags(zahn-)arzt eine Zuzahlung in Höhe von 10,- € pro Quartal und Behandlungsfall aufbringen. Neben den Vertragsärzten wurden auch die neuen medizinischen Versorgungszentren, ermächtigten Ärzte, ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen, Krankenhausambulanzen und Notfalldienstpraxen von der P. erfasst. Hierdurch wollte der Gesetzgeber erreichen, dass Versicherte nur dann einen Arzt aufsuchen, wenn dies medizinisch erforderlich ist (Eindämmung des "Doctor-Hopping").
Nach Wegfall der Praxisgebühr (2013) gehen die Deutschen wieder öfter zum Zahnarzt. Wenn auch die Fallwerte in etwa konstant geblieben sind, so ist sowohl bei den Ärzten wie auch den Zahnärzten ein Zuwachs im hohen einstelligen Bereich für 2013zu vermerken.
Belastungsgrenze, Härtefall, Zuzahlung, Zuzahlungen_europäischer Vergleich

Praxisgemeinschaft , engl.: practice sharing; Gemeinschaftspraxis, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis

Praxislabor
Eigenlabor, Zahnarztlabor, engl.: office lab, practice (dental) laboratory; eine einer Zahnarztpraxis angegliederte Einrichtung zur Anfertigung und Reparatur von Zahnersatz oder kieferorthopädischen Behandlungsgeräten. Das P. unterliegt nicht der Handwerksordnung, sondern ist Teil einer Zahnarztpraxis ("Hilfsbetrieb") unter zahnärztlicher Leitung und darf auch nur für diese tätig sein. Die Vorschriften des Medizinproduktegesetzes (z.B. Konformitätserklärung) sind ebenso einzuhalten. Ein räumlicher Bezug zur Praxis selbst muss nicht unbedingt gegeben sein, solange nur für die eigenen Patienten gearbeitet wird. Gesetzlich besteht z.Zt. (2009) ein Preisabschlag ( BEL II) gegenüber gewerblichen Laboratorien ("Dentallabor") von 5 %. In D ist das Verhältnis gewerbliche zu Praxis-angeschlossenen Laboratorien etwa 70:30.
Das P. kennt - solange es für die eigene Praxis arbeitet - keine   Gewerbesteuer und Buchführungspflicht (2009) aber unter gewissen Bedingungen eine Umsatzsteuer
Das P. ist ein ständiger Kritikpunkt auf Seiten der gewerblichen Laboratorien. Dagegen setzt die Kassenzahnärztliche Bundesvereinbarung (KZBV) folgende Argumente:
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen hat sich historisch aus der Zahnmedizin heraus entwickelt,
Neue zahntechnische Methoden wurden und werden von Zahnmedizinern entwickelt und erprobt, darauf aufbauend von Zahntechnikern lediglich angewandt,
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt im Praxislaboratorium ist untrennbarer Teil der Zahnheilkunde und durch das Zahnheilkundegesetz gesetzlich garantiert und als zulässiger Hilfsbetrieb in der Handwerksordnung verankert,
Die Erbringung zahntechnischer Leistungen durch den Zahnarzt resultiert aus seiner Gesamtverantwortung für die zahnmedizinische Behandlung insgesamt, einschließlich der zahntechnischen Leistungen und ist sowohl verfassungs- als auch sozialversicherungsrechtlich anerkannt,
Dementsprechend gehörte und gehört die Erbringung zahntechnischer Leistungen sowohl zum Ausbildungsinhalt als auch zum Berufsbild des Zahnarztes,
Eine Einschränkung der Berufsfreiheit der Zahnärzte sowie ein Eingriff in deren eigentumsrechtlich geschützte Praxislaboratorien wäre verfassungsrechtlich nicht zu rechtfertigen und würde zudem eine unzulässige Einschränkung der europarechtlichen Niederlassungsfreiheit für Zahnärzte aus EU-Mitgliedsstaaten darstellen, die in ihren Ländern ebenfalls zahntechnische Leistungen erbringen können,
Die Rechte des gewerblichen Zahntechnikerhandwerks sind durch das geltende Handwerksrecht geschützt,
es besteht keine Notwendigkeit zu einer so weitgehenden rechtlichen Durchnormierung der Erbringung zahntechnischer Leistungen, wie vergleichsweise bei der zahnmedizinischen Behandlung.
Dentallabor, Umsatzsteuer, Zahntechnik

Praxisvorschriften
auslegungspflichtige; Pflicht eines jeden (Zahn-)Mediziners in seiner Praxis bestimmte Gesetze zur Einsichtnahme bereithalten - z.B. die Hygieneverordnung oder Röntgenverordnung. Die Nichtbeachtung dieser Pflicht zieht Bußgelder in erheblicher Höhe nach sich, wenn Gewerbeaufsichtsämter die Praxis besichtigen.
Empfohlen sei in diesem Zusammenhang das Buch "Die auslegepflichtigen Praxisvorschriften. Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte", von Wolf M. Nentwig (Herausgeber), C. Pfisterer (Herausgeber).
http://www.amazon.de/

Präzipitat , engl.: precipitate; Niederschlag, Bodensatz; Produkt einer Ausfällung od. Ausflockung; z.B. Calciumfluorid, Schwammgold

predictability
Voraussagung, Wahrsagung; anglo-amerik. Schlagwortbezeichnung für Vorhersehbarkeit, Voraussagung Kalkulierbarkeit, prognostisch (als günstig) einzuschätzen

Prednisolon
engl.: prednisolone; synthetisches Glucocorticoid mit immunsuppressiver, entzündungshemmender u. antiallergischer Wirksamkeit; Hauptbestandteil der Dontisolon-Salbe

Preflaring
engl. Schlagwortbez. aus der Endodontie;  i.d.R. als sog. coronal oder cervical preflaring verwendet. Gemeint ist damit das Vorbereiten des Wurzelkanaleingangs, um so einen guten und ungehinderten Zugang in die Tiefe des Wurzelkanals zu erreichen. Andere Autoren fassen diesen Begriff weiter und ziehen den Begriff "Bestimmung der Arbeitslänge" des Wurzelkanalsinstruments in das P. mit ein.
Wurzelkanalbehandlung

Preiswerk-Linien, Imbrikationslinien

Prepometer
ehem. Name "Dentometer"; Gerät zur elektrischen Widerstandsmessung des Dentins (Zahnbein) und damit zur Bestimmung seiner Dicke; mit Unterstützung des Fraunhofer-Institutes von Professor Gente, Philipps-Universität Marburg, entwickelt und patentiert. Bisher nur geringer Einsatz in der zahnärztlichen Praxis.
Jede zahnärztliche Präparation stellt eine Belastung für den Zahnnerv dar, welche umso besser toleriert wird, je dicker die verbleibende Dentinschicht über dem Zahnnerv (Pulpa) ist ( Präparationstrauma). Insofern ist es eine Forderung bei jeder mechanischen Zahnbearbeitung für Kronen und auch Füllungen, eine ausreichende Dentinstärke über der Pulpa bestehen zu lassen .- sie sollte mindestens 0,7 mm, bei Jugendlichen möglichst 1,4 mm betragen. Da die Pulpa erst dann sichtbar wird, wenn die geforderte Mindeststärke unterschritten wird, ist der Behandler ausschließlich auf seine Erfahrung und mit großen Einschränkungen auf die Werte eines Röntgenbildes angewiesen. Das P. stellt in diesem Zusammenhang eine wertvolle Hilfe bei der Dickenbestimmung dar, indem es den elektr. Widerstand am Zahnbein misst: Kleine elektr. Widerstände entsprechen einer hohen Durchlässigkeit und einer dünnen Dentinbarriere; hohe Widerstände weisen auf eine starke Dentinschicht hin. Beim P. zeigt eine grüne Leuchtdiode auf der Skala an, dass tiefer präpariert werden kann. Bei "orange" ist der Grenzbereich erreicht und bei "rot" ist die Stärke des Dentins zu gering.
Präparation, Präparationstrauma
http://www.dentometer.de/



©: Hager&Werken

Presskeramik
engl.: pressed all-ceramic; Leucit-verstärkte Glaskeramik, welche in eine individuell gearbeitete Hohlform (z.B. die für ein Inlay) "gepresst" wird,  z.B. Empress™
Während ein antagonistisches Aufeinandertreffen von "Keramik - eigener Zahn" zur Attrition am Schmelz führt, sind Kontakte durch "Kunststoffe - eigener Zahn" ohne Schmelzverschleiß; moderne Presskeramiken liefern ähnliche Werte wie natürlicher Zahnschmelz, hier sind bei beiden Stoffen annähernd gleiche Abrasionswerte zu erwarten. Anwendung in der ZHK im Frontzahnbereich zur Herstellung von Kronen, Teilkronen, Veneers, Onlays und Inlays - für Brücken nicht geeignet. Von Nachteil ist die geringere Druck- und Biegefestigkeit gegenüber Metall- oder Oxidkeramiken-Restaurationen.
Mantelkrone, Lumineers

Presspassung , engl.: press fit; Passung

PreuGO , Abk. von Preußische Gebührenordnung; 1924 erlassen, bestehend aus
I = allgemeiner Teil
II = Gebühren für Ärzte
III = Gebühren für Zahnärzte; daraus entwickelte sich 1965 die BuGo-Z; in der "Ex-DDR" noch bis zur Wende gültig
IV = Kassenzahnärztliche Gebührenordnung (KAZGO); daraus entwickelte sich 1965 der BEMA
BuGo-Z, GOZ (88)

Prevotella intermedia
P.i., anaerob, gilt als früher Markerkeim bei Zahnfleischerkrankungen und ist in der Lage, die Restzucker im Sulkus bzw. der sich bildenden Zahnfleischtasche zu verstoffwechseln und bereitet so durch Sauerstoffverzehr das nötige anaerobe Milieu für die Haupt-Keime vor. Mitverantwortlich für den schlechten Mundgeruch.
Markerkeime

P.R.G.F - System
von Dr. Anitua, Bilbao, entwickeltes System zum Erzeugen von körpereigene Wachstumsfaktoren, wie auch sog. "autologer Fibrinmembranen". Damit sollen nach Herstellerangaben beim Implantieren mehr als 50 % der bisher verwendeten Membranen ersetzt werden können. Die Knochenregeneration und die Wundheilung sollen mit diesem System ebenfalls schneller ablaufen. Es wird bei dieser Methode im Gegensatz zu anderen Systemen nur eine geringe Blutmenge von fünf bis 30 ml benötigt.
Das besondere an dieser P.R.G.F.-Technik ist, dass neben der Plättchenfraktion mit den Wachstumshormonen auch das patienteneigene Fibrinogen zur Herstellung einer körpereigenen Fibrinmembran genutzt wird. In Kombination mit Wachstumshormonen beschleunigt die Anwendung einer Fibrinmembran die Wundheilung und die Knochenregeneration sowie die Einheilung von Implantaten.
PCCS-Sytem, PRP
www.klinik.uni-mainz.de/

PRI Index
Periapical Probability Index; von Reit u. Gröndal entwickelte, dem PAI-Index ähnliche 5 stufige Messzahl, z.B. zur röntgenologischen Erfolgsbeurteilung endodontischer Maßnahmen:
1.) Sicher keine periapikale Veränderung
2.) Wahrscheinlich keine periapikale Veränderung
3.) Unsicher
4.) Wahrscheinlich periapikale Veränderung vorhanden
5.) Sicher periapikale Veränderung vorhanden

Prilocain
engl.: prilocaine; Lokalanästhetikum vom Amid-Typ (abgeleitet vom Lidocain) mit raschem Wirkungseintritt; typischer Vertreter: Xylonest ®. Aminoamide sind schneller, intensiver und langanhaltender wirksam, weniger toxisch und nicht allergen im Vergleich zu Aminoestern. Methämoglobinbildung (Hemmung der Reduktion von Met-Hb zu Hämoglobin) bei Gabe von P. möglich.
Oraqix

Primäraffekt
Ersterscheinung einer Krankheit, engl.: primary lesion; in der ZHK auch bekannt unter Initialsklerose (harter Schanker) bei der Infektion mit Syphilis. Häufigste extragenitale Lokalisation ist die Unterlippe, wo sich nach ca. 3 Wochen ein gering schmerzhaftes, derbes Geschwür, verbunden mit einer regionären Lymphdrüsenschwellung zeigt.
Lues connata , Syphilis


Primäranker , der Teil einer geschiebeartigen Verbindung, welcher fest auf einem Zahn oder Implantat verankert ist: so z.B. ein Innenteleskop.

primäre Verblockung , direkte Verblockung, engl.: primary interlock; Verblockung

Primärheilung
sanatio per primam intentionem, p. p., engl.: primary healing, healing by first intention; (normale) Heilung einer Wunde durch direktes (Wieder-)Zusammenwachsen der Wundränder bei nur geringer Fibrinabscheidung und Granulationsbildung. Daraus resultiert eine nur wenig sichtbare Narbenbildung.
per primam, Sekundärheilung, Wundheilung

Primärkaries
engl.: primary caries; ungewöhnliche Bezeichnung für eine Karies an einem Zahn, welcher noch keine Füllung aufweist, als Differenzierung zu einer Sekundärkaries. Fälschlicherweise auch für eine beginnende Karies ( Initialkaries) verwendet.

Primärkontakt , engl.: primary contact; erster okklusaler Kontakt beim Schließen der Zahnreihen in zentrischer Position

Primärkrankenkassen
Primärkassen, "Pflichtkrankenkassen", engl.: primary funds; historische Bezeichnung für diejenigen gesetzlichen Krankenkassen (Allgemeine Ortskrankenkasse [AOK], Betriebskrankenkasse [BKK], Innungskrankenkasse [IKK], See-Krankenkasse, Landwirtschaftliche Krankenkasse [LKK], Bundesknappschaft), für welche eine gesetzliche Zuweisung für unselbstständig Tätige bestand, im Gegensatz zu den Ersatzkassen. Mit Einführung der freien Kassenwahl zum 1.1.1996 ist diese Unterscheidung für Versicherte ohne Bedeutung.
Gesetzlichen Krankenversicherung
Spitzenverband Bund der Krankenkassen

Primärkrone, Primärteleskop, engl.: coping; Innenteleskop

primär-primär-Prophylaxe
wissenschaftlich umstrittene Expositionsprophylaxe vor kariespathogenen Keimen beim Säugling durch entsprechende Bezugspersonen. Derartige Präventionsprogramme zielen darauf ab, schon den schädlichen Bakteriengehalt ( Streptococcus mutans) der werdenden Eltern durch eine Sanierung der Mundhöhle, Mundhygiene und Ernährungsberatung derart zu reduzieren, dass keine Übertragung der kariesauslösenden Bakterien auf das Kleinkind erfolgt.
http://www.google.de/

Primärstabilität
Lagestabilität
, engl.: primary (implant) stability; angestrebtes Ziel beim Setzen eines Implantats zum Zweck einer optimalen Osseointegration. Möglichkeiten dafür sind:
sog. "Presspassung", d.h., das gefräste Implantatbett ist minimal kleiner als das einzubringende Implantat; Einsatz von aufeinander abgestimmten Teilen
 Dorne, Flügel, Gewinde oder ähnliche Konstruktionen am Implantat
zusätzliche Verschraubungen bei den (nicht mehr gebräuchlichen) Gerüstimplantaten
als Richtwerte für eine vertretbare P. gelten Kraftanwendung von > 25 N/cm
Implantationszeitpunkt, Sekundärstabilität

Primärverblockung ; Verblockung

Primatenlücke ; Affenlücke

Primer , "Grundierer";  Adhäsivtechnik

Primordialzyste , engl.: primordial cyst; Keratozyste, Zyste

Primum non nocere
Primum nihil nocere; lat. für "vor allem nicht schaden", engl.: first do no harm. Aus der antiken medizinischen Schule entstandener (schwammiger) Begriff als Grundlage jeglichen ärztlichen Handelns.

Priorisierung
im Rahmen der Diskussion um die Ausgabenbegrenzung und Finanzierbarkeit in der Gesetzlichen Krankenkasse 2009 geprägter Begriff (Prof. Hoppe anlässlich des 111.Ärztetages). Gemeint ist mit dem Ausdruck P. eine Abstufung in der  Reihenfolge der Behandlung unter Gesichtspunkten einer allgemeinen Finanzierbarkeit, von lebensbedrohlichen Erkrankungen und solchen, die ohne Behandlung zu dauerhafter Invalidität führen würden, bis hin zu weniger schweren akuten und chronischen Krankheiten:
Schwerkranke und Patienten mit sehr hohem Leidensdruck (z.B. (schwerer) Unfall, Krebserkrankung) sollen vorrangig behandelt werden
Menschen, die nicht lebensbedrohlich erkrankt sind (zum Beispiel Gelenkarthrose) müssen warten
bei Unpässlichkeiten, zum Beispiel Erkältungen, sollten die Patienten die Kosten für die Behandlung in Teilen oder voll selbst übernehmen
medizinisch notwendig, Wirtschaftlichkeitsgebot

Prismenzähne
Dentes coluemellares, engl.: prism teeth (?); als fossile Funde bekannte Molaren, deren Wurzeln zu einem kantigen Gebilde verschmolzen sind. Angeblich auch heute noch vereinzelt vorkommend.
Evolution der Zähne

Private
Krankenversicherung
, PKV, engl.: private (health) insurance; als ein Teil des dualen Versicherungssystems in Deutschland ( Gesetzliche Krankenversicherung). Prinzip ist die Kostenerstattung für medizinische Leistungen und Heil-u. Hilfsmitteln nach vereinbarten Leistungstarifen. Im Gegensatz zur Gesetzliche Krankenversicherung besteht primär keine Rechtsbeziehung zwischen P. und Behandler. Das von den Gesetzlichen bekannte strenge Wirtschaftlichkeitsgebot besteht nicht.
Sprachgebrauch für Versicherte in der PKV ist "Privatpatient", obwohl dieser Ausdruck nicht unbedingt an eine Versicherung gebunden ist. Für den Personenkreis ohne jegliche Absicherung wird auch noch der Ausdruck "Selbstzahler" ("self payer") gebraucht.
Privat krankenversichert waren 2011 13 % aller Erwerbstätigen. Knapp 9 % der Arbeitnehmer und 45 % der Selbstständigen waren Mitglieder einer PKV. Trotz Verpflichtungspflicht sind 0,2 % der Erwerbstätigen nicht krankenversichert. Überdurchschnittlich hoch ist mit 1,0 % der Anteil der Nicht-Krankenversicherten bei ausländischen Männern im Alter von 35 bis 44 Jahren.
Von den Mitgliedern der PKV sind rund die Hälfte (Stand Ende 2009) sogenannte beihilfeberechtigte Mitglieder: Beamte und Pensionäre des Staates mit ihren Angehörigen). Hinzu kommt noch eine große Anzahl (~ 22,5 Mill.) gesetzlich Versicherter, welche eine private Zusatzversicherung (z.B. für Zahnersatz oder Wahl der Klasse im Krankenhaus) abgeschlossen haben.
Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen sagt zu den Prinzipien der PKV folgendes:
" In der privaten Krankenversicherung ist für jede versicherte Person ein eigener Beitrag zu zahlen. Die Höhe des Beitrags richtet sich nach Alter, Geschlecht und nach dem Gesundheitszustand der versicherten Person bei Vertragsabschluss sowie nach dem abgeschlossenen Tarif. Es werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnete risikogerechte Beiträge erhoben. Die altersbedingte höhere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wird durch eine Altersrückstellung berücksichtigt. Bei der Kalkulation wird unterstellt, dass sich die Kosten im Gesundheitswesen nicht erhöhen und die Beiträge nicht allein wegen des Älterwerdens des Versicherten steigen. Diese Kalkulationsverfahren bezeichnet man als Anwartschaftsdeckungsverfahren oder Kapitaldeckungsverfahren.
Ein Wechsel des privaten Krankenversicherungsnehmers ist in der Regel zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich. Dabei ist zu beachten, dass für die Krankenversicherer keine Annahmeverpflichtung besteht, der neue Versicherer wiederum eine Gesundheitsprüfung durchführt und die Beiträge zum dann erreichten Alter erhoben werden. Die Alterungsrückstellung verbleibt beim bisherigen Versichertenkollektiv. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist in der Regel, insbesondere im Alter, ausgeschlossen."
Wird der Bereich des medizinisch Notwendigen überschritten und die PKV wurde nicht vorher darauf hingewiesen, so kann der Versicherer eine Erstattung der Kosten verweigern.
Zu dieser Frage hat am 12. März 2003 der Bundesgerichtshof (BGH, Az.: IV ZR 278/01) entschieden, dass die PKV auch die Kosten für ehemals als „luxuriös“ bezeichnete Behandlungen übernehmen muss. Steht eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Verfügung, die „geeignet ist, die Krankheit zu heilen oder zu lindern“, dann ist sie medizinisch notwendig, wenn es „nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen im Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.“  Die Versicherung kann sich beispw. bei einer (teureren) Versorgung mit Implantaten nicht darauf berufen, dass eine (konventionelle) Lösung mit Zahnersatz ebenfalls ausgereicht hätte, die Lücke zu versorgen. Der in den Musterbedingungen enthaltene Passus "medizinisch notwendig" impliziert nicht automatisch die kostengünstigere Lösung. Voraussetzung ist weiterhin, dass es sich generell um eine medizinisch notwendige und anerkannte Heilbehandlung handelt. Auf Grund dieses Urteils ist zu erwarten, dass die Versicherer entweder die Musterbedingungen oder die Erstattungstarife ändern werden.

Das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" ("Antidiskriminierungsgesetz") verpflichtet die privaten Krankenversicherer, die Kosten für Schwangerschaft und Entbindung gleichmäßig auf die Männer und Frauen eines Tarifs zu verteilen ("Unisex"); eine Umstellung auch bestehender Verträge erfolgte zum 1.1.2008.
Für 2011 gibt der PKV-Verband folgende Geschäftszahlen an:
Versicherte mit Krankenvollversicherung:     8,98 Mio.
Versicherte mit priv. Pflegeversicherung:     9,67 Mio
Zusatzversicherungen:                            22,50 Mio.
Beitragseinnahmen:                               34,67 Mrd. EURO
Ausgezahlte Versicherungsleistungen:      22,77 Mrd. EURO
Bestand an Altersrückstellungen:            169,43 Mrd. EURO

Basistarif, Behandlungsplan, Bürgerversicherung, Einsicht in Behandlungsunterlagen Dokumentation, Freie Heilfürsorge, Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), Gesetzliche Krankenversicherung, GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011), GKV-WSG, goDentis, Öffnungsklausel, Privatpatient, Selbstbehalt, Standardtarif, Versicherungsvertragsgesetz, Verwandtenklausel, Zusatzversicherung
http://www.derprivatpatient.de
Ratgeber: WaizmannTabelle - Zahnzusatzversicherungen im Vergleich
Kosten und Versicherungsfragen (BZÄK; 2016)
Vergleich private Krankenversicherung - und Gesundheitsversorgungs-Systeme in Europa
Viele PKV-Tarife fallen im Finanztest durch (2014) - Gegendarstellung dazu

 



Wie versichert? (Kasse / Privat)



Leistungsarten 2007



GOZ - Multiplikator 2009



Aufteilung der Liquidation 2009

Privatpatient
engl.: private patient; Bezeichnung für eine Person, die für die Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen einer privaten Krankenversicherung oder keiner Versicherung ("Selbstzahler") angehört. Im Gegensatz dazu werden Versicherte einer Gesetzlichen Krankenversicherung auch (wertmindernd) als "Kassenpatient", engl.: panel patient, bezeichnet.
Spätestens 2007 dürfen Gesetzlich Krankenversicherte nur dann in eine Private wechseln, wenn sie drei statt wie bisher nur ein Jahr die jährliche Einkommensgrenze von 42.750 Euro überschritten haben.
Basistarif, Behandlungsplan, Beihilfe, Einsicht in Behandlungsunterlagen Dokumentation, GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011), Private Krankenversicherung, Selbstbehalt, Versicherungsvertragsgesetz, Verwandtenklausel, ZESAR
http://www.derprivatpatient.de
"kleines Lexikon der Privatversicherung"



Wie versichert? (Kasse / Privat)




Zahlungsfluss
bei Privat Versicherten

Probeeinsetzen
Probetragen
, Probezementierung, engl.: test and try; versch. Bezeichnungen für das Eingliedern einer Restauration mit einem provisorischen Zement, welcher es erlaubt, die Arbeit wieder problemlos von den Pfeilerzähnen zu entfernen. Dies vor allem dann, wenn evtl. an der Arbeit noch kleinere Korrekturen vorgenommen werden müssen/sollen (z.B. Bisshöhe, Zahnfarbe) oder eine Pulpenreaktion in naher Zeit nicht ausgeschlossen werden kann (der Pfeilerzahn war während der provisorischen Versorgung ungewöhnlich empfindlich). Tempbond

Probeexzision
PE, Biopsie, engl.: (excisional) biopsy; Entnahme eines kleinen erkrankten Gewebestückes mit gesundem Randgewebe zur histologischen Untersuchung, besonders bei Verdacht oder den Ausschluss auf ein bösartiges Geschehen. Besonders bei bösartigen Tumoren kann eine P. eine Metastasenbildung bewirken.
Histologie

Probetrepanation; Vitalitätsprüfung

Probiotika
und Präbiotika, engl.: probiotics and praebiotics; werden definiert als "lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen erzielen" (nach dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin); P. werden im Bereich der Lebensmittel, der Arzneimittel und der Futtermittel eingesetzt. Probiotische Mikroorganismen sind zum Beispiel spezielle Arten von Milchsäurebakterien der Gattung Lactobacillus und Bifidobacterium. Insgesamt gibt es rund 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme. Ihnen gemeinsam ist es, dass sie die Passage durch den Magen mit seiner Magensäure und die Verdauungsenzyme im Darm unbeschadet überstehen. Sie siedeln sich dann zeitbegrenzt in der vorhandenen Darmflora an, in der bereits über 500 verschiedene Mikroorganismen ihre Verdauungsarbeit tun. Eingesetzt werden sie hauptsächlich, um die Lactose-Verdauung (Verwertung von Milchzucker) zu fördern, krankheitserregende Keime im Darm zu unterdrücken und die Dauer bestimmter Formen von Durchfall - vor allem durch Viren verursacht - zu verkürzen. Ebenso können sie Allergien, Neurodermitis und Infektionen bei Frühgeborenen positiv beeinflussen.
Aus medizinischer Sicht ist eine positive Wirkung bisher jedoch nur bei wenigen Erkrankungen belegt.
Neue Studien zeigen, dass P. die seit Jahrzehnten zunehmende Allergierate bei Kindern senken können; auch spezielle hypoallergene Babynahrung kann Allergien weitgehend verhindern - dabei scheinen P. in Tablettenform (z.B. "Trium Viralis" in Multibionta™) eine bessere Wirkung auf das Immunsystem als Milchprodukte zu besitzen. Das Stillen mindestens bis zum sechsten Lebensmonat beugt Allergien allerdings nach wie vor am besten vor.
Im Unterschied dazu sind Präbiotika spezifische unverdauliche Stoffe, die das Wachstum dieser Milchsäurebakterien in der Darmflora fördern und so die Abwehrfunktionen des Darmes und die Stoffwechselaktivität im Darmlumen möglicherweise verbessern können. Dazu gehören etwa Inulin, Oligofruktose, Galakto- und Soja-Oligosaccharide.
Synbiotika sind Kombinationen von Pro- und Präbiotika, die deren Vorteile synergistisch in sich vereinigen sollen.
Nach neuen Erkenntnissen haben Pro- und Präbiotika einen synergistischen Effekt und stärken die Immunmodulation im Darm. (teilw. aus Ärztezeitung)
Ballaststoffe, Functional Food, Novel Food
http://www.probiotika-info.de/

Procain , engl.: procaine; Lokalanästhetikum vom Estertyp; Novocain, Tetracain

Procalcitonin-Test
PCT; Bestimmung der körpereigenen Menge des Hormons Procalcitonin (hormonell inaktives Propeptid des Calcitonins) im Rahmen des Einsatzes von Antibiotika: Bakterien produzieren Giftstoffe, die im Rahmen der Entzündungsreaktion den Körper dazu veranlassen, das Hormon Procalcitonin in höherer Menge zu produzieren als bei viralen Infekten. Der Spiegel des sog. Akute-Phase-Proteins steigt bei viralen Infekten oder nichtbakteriellen Entzündungen im Blut leicht (10-100fach), bei schweren bakteriellen aber stark (1000-100 000fach) an. Bei einem stark erhöhten Procalcitoninwert ist deshalb die Einnahme von Antibiotika erforderlich, bei einem niedrigen Wert wird diese, da viral bedingt, ohne Erfolg sein. Der 2004 an der Universitätsklinik Basel entwickelte Bluttest gibt ca. innerhalb einer Stunde Aufschluss darüber, ob eine bakterielle oder virale Infektion vorliegt.
Resistenzbestimmung
http://www.procalcitonin.com/pdf/neu_2004/liason/German.pdf ; http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/06-2006-56-proct.htm

Procera-System
Procera AllCeram™, CAD/CAM-System, engl.: do.; entwickelt vom schwedischen Zahnarzt Matts Andersson / der Firma Nobelpharma diente dieses Verfahren ursprünglich zur computergestützten Herstellung von Titangerüsten für Kronen und Brücken. Durch Weiterentwicklung heute angewandt zur Herstellung von Keramik-Kronengerüsten aus dicht gesintertem Aluminiumoxid. Zur Vermessung wird das Gipsmodell des präparierten Stumpfes in einem zahntechnischen Labor oder der Zahnarztpraxis mit einem hochauflösenden Scanner abgetastet ("3D-Stumpfvermessung"). Eine Besonderheit des P. ist die räumliche Trennung der Vermessung und der Fräseinheit beziehungsweise dem Funkenerosionsgerät, die sich in der Zentrale in Schweden befinden. Die gemessenen Daten werden per Internet oder Speichermedium aus dem Labor zur Weiterverarbeitung an die Zentrale transferiert, welche computergesteuert unter Berücksichtigung der Sinterschrumpfung ein Kronengerüst herstellt. Der Zahntechniker verblendet dann später in seinem Labor dieses Keramik-Gerüst mit zahnfarbenen Materialien.
Befestigungszement, CAD/CAM-System, Vollkeramiksysteme

Processus ; lat. für Fortsatz (meist von einem Knochen; z.B.: Processus alveolaris = Alveolarfortsatz)

Procheilie ; vorstehende Lippen, Lippentreppe; dabei sind die Lippen voluminös und nach außen aufgerollt; Labium, Prolabium

Prodontie;  Vorbiss eines der beiden Kiefer; z.B.: Progenie, Prognathie

Produktsicherheitsrat
Kurzbez. für "Deutscher Rat für Qualität und Sicherheit von Produkten und Systemen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde", engl.: manufacture (product) security council; 2002 von der Bundeszahnärztekammer ins Leben gerufene qualitätssicherndes Gremium; bisher (2009) ohne in der Öffentlichkeit bekannte Effizienz. Der P. versteht sich als Koordinationsstelle zur Klärung anstehender Fragen im Sinne des Patientenschutzes, da sich herausgestellt hat, dass sich die Vorschriften und die Umsetzung des Medizinproduktegesetzes mitunter nicht als praktikabel erweisen und irreführend im Sinne eines effektiven Verbraucherschutzes sein können. So sollen bei Schäden durch neu eingeführte Produkte, diese nicht erst nach massiven Protesten von Seiten der Zahnärzteschaft/Patienten vom Markt genommen werden, sondern schon frühzeitig - ohne amtliche Wege - eine Absicherung geschaffen werden.
Der Produktsicherheitsrat wird von der Bundeszahnärztekammer(BZÄK), der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), dem Verband der Deutschen Dentalindustrie (VDDI) und dem Bundesverband Dentalhandel (BVD) getragen. Es fehlt der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) in diesem Gremium.
Über eingehende Beschwerden entscheidet der Rat unter Einbeziehung externer Sachverständiger; er kann entsprechende Maßnahmen treffen:
Aufforderung an die Industrie oder Hersteller, die beanstandete Maßnahme in Zukunft zu unterlassen,
Einberufung einer Sitzung zur Anhörung des Betroffenen,
 Erteilung einer Rüge - diese ist zu begründen und kann veröffentlicht (z.B. in zahnärztlichen Rundschreiben, Fachpublikationen) werden,
Einstellen des Verfahrens, wenn kein Verstoß vorliegt.
  ConsiliumMedizinproduktegesetz, Qualitätssicherung, Wissenschaftlicher Beirat

Professionelle Zahnreinigung
PZR, Schaffung hygienefähiger Verhältnisse in der Mundhöhle in einer zahnärztlichen Praxis, engl.: professional tooth cleaning; nach einer gründlichen Untersuchung des Gebisses werden die Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit speziellen Instrumenten entfernt und die Zahnoberflächen anschließend poliert und/oder fluoridiert.

 

Die PZR ist weder in der amtlichen (privaten) Gebührenordnung noch in dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen erwähnt, geschweige denn in der Literatur eindeutig definiert. So versteht man einmal darunter die vollständige Entfernung aller über dem Zahnfleisch gelegenen (supragingivalen) harten und weichen Beläge sowie die Beseitigung aller einfach erreichbaren (klinisch sichtbaren) in der Zahnfleischtasche (subgingival) befindlichen harten und weichen Beläge (Konkremente). Diese Beseitigung kann durch besonders ausgebildetes Personal (Prophylaxe-Helferin, Dental-Hygenist) unter Aufsicht des Zahnarztes erfolgen. 
Nach anderen Definitionen gehört zu einer PZR u.a.:
Überprüfung und/oder Unterweisung in der häuslichen Mundhygiene mit speziellen Maßnahmen (z.B. Anfärben), Inspektion der Zähne und des Zahnfleischs.
gründliche Zahnreinigung (Zahnstein, Beläge, Verfärbungen) und der Zahnzwischenräume, Politur der Zähne (mit Pulverstrahlgeräten und speziellen Polierern), der Füllungen und Kronenränder, damit sich für eine gewisse Zeit auf der glatten Oberfläche keine Bakterien mehr festsetzen können. 
Fluoridierung der Zähne mit konzentrierten Präparaten.
ggf. Abgabe von Ernährungsempfehlungen
u.U. Nachkontrolle/Nachbearbeitung in einer weiteren Sitzung
Entwicklung eines Zahnpflegekonzepts, das individuellen Risiken (Kariesrisiko, Parodontitisrisiko) für die Mundgesundheit zuverlässig entgegenwirkt
regelmäßige Recalltermine ; u.a. zur Optimierung des Pflegekonzepts

Die PZR gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung und so verlassen sich immer mehr Menschen bei der Zahnpflege und -reinigung nicht nur auf ihre Zahnbürste, sondern setzen zusätzlich auf die professionelle Zahnpflege beim Zahnarzt. Dies belegt auch eine repräsentative dialego-Umfrage (März 2006, 974 Personen), bei der 57 % aller Befragten angab, schon einmal eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch genommen zu haben.
Eine professionelle Zahnreinigung muss so durchgeführt werden können, dass eine Beschädigung der zu reinigenden Zahnhartsubstanzen, der angrenzenden und benachbarten Weichgewebe und eventuell vorhandener zahnärztlicher Restauration vermieden wird.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die PZR im Abstand von ca. sechs Monaten die ideale Ergänzung zum gründlichen Putzen ist, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Je nach individuellem Erkrankungsrisiko sind jedoch andere Zeitintervalle sinnvoll. Weiter wird empfohlen, eine PZR am Anfang einer zahnärztlichen Untersuchung/Behandlung durchzuführen, da nur an vollständig gereinigten Zähnen eine optimale Erkennung von Zahnerkrankungen und eine Versorgung mit Füllungen möglich ist.
Die behauptete angebliche Schädlichkeit (Zahnabrieb) von PZR-Maßnahmen konnte durch Untersuchungen eindeutig widerlegt werden:
Pro PZR errechnete sich insgesamt ein Dentinverlust zwischen 0,24 µm und 1,48 µm. Bei einer Prophylaxe-Frequenz von ein bis sechs Mal jährlich käme es damit zu Abrieben zwischen 1,44 µm und 8,88 µm im Jahr. Dies würde bedeuten, dass es zwischen 11 und 69 Jahren dauert, ehe 0,1 mm Dentin allein durch Prophylaxe abradiert wird. Damit liegt der so verursachte Dentinverlust deutlich unter den Abrasionswerten, die zum Beispiel durch das tägliche Zähneputzen entstehen: Diese rangieren zwischen 4 µm und 35 µm in der Woche.
PZR-Leistung werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen - vereinzelt ist sie eine Bonusleistung; bei den Privaten Krankenkassen erfolgt eine Erstattung nach der GOZ '12 (GOZ Nr. 1040; u.U. abhängig vom gewählten Tarif).
Die Kosten sind abhängig vom Zeitaufwand, sie dürften sich bei einer "normalen" PZR an 80 - 150  € orientieren.
Behandlung auf Verlangen, Dentiküre, Melanodontie, Mundhygiene, Raucherbelag, StainbusterZahnsteinentfernung
Übersicht der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bei professioneller Zahnreinigung (PZR) (Stand Februar 2016)
Patienteninformation "Professionelle Zahnreinigung (PZR)" der Bundeszahnärztekammer (2015) oder © Bundeszahnärztekammer

Profilanalyse
engl.: profile analysis; kieferorthopädische Befundung von Seitenaufnahmen des Gesichts (Fotografien, Röntgenbildern) nach best. Bezugspunkten; hauptsächlich erforscht von A. M. Schwarz ("(Profil-)Analyse nach A.M. Schwarz").
Es existieren unterschiedliche Methoden zur Ermittlung der Profilwahrnehmung und Akzeptanz. Belegt ist, dass die meisten Menschen eher konvexe Profile bevorzugen und mit "positiven Signalen", wie Intelligenz oder soziale Akzeptanz, belegen. Möglichkeiten zur Bewertung stellen die semantische Differentialskala, die perceptometrische Methode oder der implizierende Assoziationstest (IAT) dar.
Analyse, Ästhetiklinie, ästhetische Zahnmedizin, E-Linie, en face, Fazialebene, Fernröntgenbild, Fotostataufnahme, Frankfurter Horizontale, Gebisswinkel, Kennlinien, Kieferprofilfeld, Lippentreppe, Merrifield-Winkel, Messpunkte, Mundtangente, Nasolabialwinkel, Porion, Retrognathie, Vorgesicht
http://books.google.de/

Profilometrie
berührungsloses Messen, z.B. mit einem Laserstrahl. Durch eine schnelle, berührungslose und hochauflösende Erfassung und Digitalisierung von Profilen können sich in Verbindung mit dem Einsatz moderner elektronischer Bildverarbeitungstechniken neue Perspektiven für Diagnostik und Therapie eröffnen. Laser mit einer veränderten Frequenz von etwa 700 Hertz stellten vor allem Risse an der Zahnoberfläche dar, dagegen bildeten kleinere Frequenzen eher Schäden im Zahninneren ab.
Diagnodent, Kariesdiagnostik, Laser, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde

Profilsenkrechte ; Kieferprofilfeld

Profilwinkel , alveolärer; Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene; Eugnathie, Merrifield Winkel

Progenie
umgekehrter Frontzahnüberbiss, mandibuläre Prognathie, Makrogenie, Prodontie, Habsburger Lippe, engl.: progenia, prognathism; dreidimensionale Überentwicklung des Unterkiefers. Dadurch bedingt: die unteren Zähne beißen über die oberen (besonders im Frontzahnbereich), das Kinn und die Unterlippe sind im Profil prominent ("Habsburgerlippe", "Habsburgerkinn"), positive Lippentreppe, Kreuzbiss-Stellung. Weitere Symptome sind ein abgeflachter Kieferwinkel und eine ausgeprägte Nasolabialfalte.
Bei der P. wird zwischen der echten Progenie - welche vererbt ist - und der unechten Progenie (Pseudoprogenie) unterschieden. Letztere wird z.B. durch einen zu kleinen Oberkiefer (Retrognathie, Mikrognathie) bei normalem Unterkiefer verursacht. Weitere Ursachen können eine Fehlstellung der Oberkieferfrontzähne, eine Oberkieferzahnunterzahl und Zustände nach LKG-Behandlungen sein.
Daneben kennt man noch den sog. progenen Zwangsbiss, bei welchem einzelne oder alle unteren Schneidezähne durch Zahnfehlstellungen vor die oberen Zähne beißen. Häufig lassen sich echte und unechte P. diagnostisch nur durch eine Fernröntgenbildanalyse unterscheiden.
Eine Behandlung der echten P. gehört zu den schwierigsten kieferorthopädischen Behandlungen, da diese häufig zu Rückfällen (Rezidiven) neigt. Bei Erfolglosigkeit der klassischen kieferorthopädischen Behandlungsmethoden, wird eine kombinierte chirurgisch-kieferorthopädische Beseitigung der P. in Betracht gezogen:
Für diesen schwierigen Eingriff gibt es versch. Operationsarten (nach Babcock, Dingmann, Köle, Obwegeser, Dal Pont, e.a.; sagittale Spaltung), welche - je nach individueller Lage - ein Stück Knochen aus dem Unterkiefer sägen bzw. den Knochen durchtrennen und zurückversetzen, und den so operierten (verkleinerten) Unterkiefer durch eine sog. "intermaxilläre Verschnürung" bis zur endgültigen Abheilung an den Oberkiefer fixieren. Der Knochen wird bei den meisten Operationsarten zur Schonung von Gefäßen und Nerven (z.B. des N. trigeminus) im aufsteigenden Unterkieferast oberhalb des Foramen mandibulae durchtrennt.
Akromegalie, Delaire-Maske, Dysgnathie, kieferorthopädische Frühbehandlung, Gelenkwinkel, Kopf-Kinn-Kappe, Kreuzbiss, Mikrogenie, Profilanalyse, Retrogenie, Retrognathie, sagittale Spaltung, Schlüsselschiene, SNA-Winkel, SNB-Winkel, Zwangsbiss




prominentes Kinn
und markante
Unterlippe



echte P. mit Zahnunterzahl (fehlende seitliche
Schneidezähne
im Oberkiefer)

 

 

 



ausgeprägte P. bei einem älteren Patienten mit problematischen Zahnersatz;
"Umgekehrter
Deckbiss
"

Proglissement
Vorverlagerung, Vorschieben der UK-Vollprothese bei Belastung des aufsteigenden Anteils des Kieferkammes. Auftreffende Kräfte werden nach anterior weitergeleitet. Auslösender Faktor ist eine fehlerhafte Okklusion im Molarenbereich (Vorkontakt in diesem Gebiet), welche nach unbewusstem Kompensieren des Unterkiefers durch Vorschieben eine regelrechte Okklusion vortäuscht. Eine verkürzte Zahnreihe nur im horizontalen und nicht aufsteigenden Kieferast kann einem P. vorbeugen

Prognathie
Vorbiss
, Makrognathie, Prodontie, engl.: prognathism; früher ausschließlich für einen vergrößerten Oberkiefer bzw. relative Vorlage des OK und die damit verbundenen Folgen gebraucht. In der jüngeren Literatur und im angelsächsischen Sprachgebrauch sowohl für den Ober-, wie auch für den Unterkiefer verwendet:
Maxilläre Prognathie (Vorgesicht) für den vergrößerten Oberkiefer; meist infolge knöcherner Überentwicklung des Oberkiefers/Mittelgesichtes (Makrognathie). Durch ein Vorstehen der Oberkiefer-Frontzähne ist die Oberlippe vorgewölbt; es besteht ein erschwerter Lippenschluss ( Lippentreppe)
Mandibuläre Prognathie für den vergrößerten Unterkiefer ( Progenie)
  eine bignathe Prognathie bezeichnet das gleichzeitige Vorstehen beider Kiefer - besonders der Frontzähne - zum übrigen Gesichtsschädel
Biss, Eugnathie, Dysgnathie, Frontzahnstufe, Protrusion, SNA-Winkel, SNB-Winkel

 


Projektion bei Röntgenaufnahmen, Projektionslehre; laterale Zahnaufnahme

Projektionsschmerz
Ausstrahlungsschmerz
, Schmerzverlagerung, engl.: pain projected into other regions; Bez. für Schmerzen, wobei der empfundene Schmerzort unabhängig vom Entstehungsort der Schmerzen ist. Bekanntes Phänomen sind die Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.

Proklination ; Inklination

Prolabium
engl.: do., Lippenwulst; Lippenanteil vor der Prämaxilla, unterhalb des Philtrum, vom "Lippenmuskel" orbicularis oris gebildet; beim Säugling stärker als beim Erwachsenen ausgeprägt.
Lippentreppe, Mundtangente, Stomion

Promotion , engl.: doctorate, Verleihung der Doktorwürde als Folge einer wissenschaftlichen Arbeit durch eine (medizinische) Fakultät ggf. verbunden mit einer Prüfung (sog. Rigorosum)  
Doktor, Zahnarzt
http://www.studserv.de/studium/promotion.php

Pronasale , engl.: do.; der am weitesten vorstehende Punkt der Nasenspitze. E-Linie, Messpunkte, Nasion

Propädeutik
engl.: propedeutics; Einführung in die Vorkenntnisse zu einem wissenschaftlichen Studium, Unterricht mit vorbereitendem Charakter. In der ZHK bekannt bei den sog. Propädeutik-Kursen, wo an Modellen oder "Kopf-Phantomen" Grundkenntnisse vermittelt werden (z.B. "Propädeutik und Werkstoffkunde") bevor die Behandlung am Patienten erfolgt.

Prophylaxe
Verhütung
, engl.: prophylaxis; medizinische und sozialhygienische Maßnahmen zur Verhütung, Vorbeugung oder Vorsorge von Krankheiten (z.B.: Impfungen, Fluoridierung, Medikamentengabe vor chirurgischen Eingriffen). In der ZHK gilt für die P. besonders:
Karies und Gingivitis sind vermeidbar und selbst die Parodontitis kann zu einem hohen Prozentsatz verhindert werden. Seit vielen Jahren sind die wissenschaftlichen Grundlagen bekannt, wie zum Beispiel: ein sauberer Zahn wird selten krank! Wirksame Instrumente zur Umsetzung dieser Erkenntnisse im Rahmen der professionellen und häuslichen P. sind vorhanden. Einer lebenslangen Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates steht grundsätzlich nichts im Wege.
Das Problem: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind nicht ausschlaggebend für die erfolgreiche Durchsetzung der P.. Selbstverständlich wünscht sich jeder ein Höchstmaß an Mundgesundheit, nicht zuletzt wegen der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität und Verringerung der Gefahr zusätzlicher Risikofaktoren für die generelle Gesundheit. Dennoch sind wir von einer flächendeckenden Umsetzung des grundsätzlich Machbaren nach wie vor weit entfernt. Die für die Mundgesundheit des Einzelnen wesentliche Frage lautet nämlich nicht: sind Karies, Gingivitis und Parodontitis grundsätzlich vermeidbar, sondern: sind Karies, Gingivitis und Parodontitis bei dem Einzelnen mit einem für ihn akzeptablen Aufwand an Zeit und Geld vermeidbar? ( Compliance)
Im Jahr 2007 haben die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt 466 Mio. Euro für die zahnmedizinische Individual- und Gruppenprophylaxe sowie die zahnärztlichen Kinder-Früherkennungsuntersuchungen ausgegeben.

Der DMF-Index wird international als Kriterium für die Zahngesundheit eines Staates herangezogen. So formulierte die WHO in den 90er Jahren als ein Fernziel der Prophylaxe die Zahl "22-77-99", was heißen soll, dass bei 99% der Bevölkerung die 77jährigen noch mindestens 22% der eigenen Zähne in Gebrauch haben sollten.
Die mittlere dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere DMF-T-Werte bei 12-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2004: 0,98
Naturgesunde Wechselgebisse bei 6-7-Jaehrigen:
1994/95: zwischen 19,6% und 45,9%
2004: zwischen 34,9% und 59,6%
Kariesfreie Zähne bei 12-Jaehrigen:
2004: zwischen 50,9% und 68,6%



europäischer Vergleich der DMF-T-Werte

Bonusprogramme, Dentiküre, FU-Positionen, Behandlung von (geistig) behinderten Patienten, Implantatprophylaxe, Mundhygiene, Prävention, Prophylaxeshop, Tertiärprophylaxe
Fortbildung in Prophylaxe
Lebenszeitkosten der Karies unter Einfluss von Fluoridprophylaxe o. ©: www.zahnheilkunde.de
Vorbeugen statt heilen

Prophylaxeshop
in einer zahnärztlichen Praxis
, engl.: Prophylaxis-Shop in a dental practice; Schlagwortbezeichnung für den gewerblichen Verkauf von Mundhygieneartikeln in einer Zahnarztpraxis. Wenn auch von berufsrechtlicher Seite gegen diese gewerbliche Tätigkeit keine Bedenken bestehen, so sind trotzdem Besonderheiten zu beachten (Stand 2009):

Mundhygiene, Prophylaxe, Umsatzsteuer

Prophylaxehelferin
Mundhygienikerin, engl.: oral hygienist; DentalhygienikerinFortbildungsmöglichkeiten für Zahnarzthelferinnen/Zahnmedizinische Fachangestellte in Baden-Württemberg als .pdf (©: LZK B.-W.), Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP)
Ausbildungsstätten

Propolis
"heilendes Naturpräparat" auf wissenschaftlich umstrittener Grundlage: Bienen betreiben für Ihre Stock einen "vorbeugenden Infektionsschutz", indem sie das Harz von bestimmten Koniferen mit ihrem Speichel vermischen und damit die Waben "überziehen". Schon im Altertum bekannt, wird P. auch als "natürliches Antibiotikum" bezeichnet. Eine nachgewiesene Besserung von Zahnfleischerkrankungen ist bisher wissenschaftlich in größeren Patientenstudien nicht belegt worden.

Proptosis
Diapneusia, engl.: do.; mit den Unterbezeichnungen Proptosis buccalis, Proptosis labialis und Proptosis lingualis. Bezeichnung für eine geschwulstartige Vorwölbung der Wangen-, Lippen- und Zungenschleimhaut an den Stellen, welche mit Zahnlücken in Kontakt stehen und durch habituelles Ansaugen entstehen; können Fribrom-artig entarten.

Propulsion , Protrusion

Propulsor
engl.: Mühlemann appliance; Aktivator-ähnliche Mundvorhofplatte mit Vorbissebene zur Frühbehandlung eines in der Front offenen Vorbisses (Angle II/1); dadurch auch Unterdrückung einer Mundatmung

Prosodontie ; "vorstehende Zähne"; wenig gebräuchliche Bez. für eine alveoläre Prognathie

prospektive Studie
prospektiv = die Weiterentwicklung betreffend, vorausschauend, "WAS wird passieren, WENN?" engl.: prospective study; prospektiv meint dabei, dass mit der Datenerhebung (Studie) begonnen wird, bevor die hypothetischen Ereignisse eingetreten sind. So ist z.B. ein Experiment immer prospektiv. Eine Erhebung kann prospektiv oder retrospektiv (Einbeziehung vorhandenen Datenmaterials) sein.
Blindversuch, Gerostomatologie, Kohortenstudie, Langzeitstudie
http://de.wikipedia.org/wiki/Prospektive_Studie

Prosthion
Pr, Schnittpunkt der Raphe-Median-Ebene mit dem am weitesten vorn liegenden Punkt des Oberkiefer-Alveolarrandes (zwischen den beiden Schneidezähnen); nach Simon auch die vordere Spitze der Papilla incisiva
Französische Horizontalebene, Rivet Winkel

Protein
Eiweiß, engl.: do.; zu den Grundbausteinen jeder Zelle gehörende Makromoleküle, welche hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und u.U. auch Schwefel bestehen. Grundlage der P. sind die Aminosäuren, welche durch Peptidbindungen zu Aminosäureketten verbunden werden. Bei Ketten, welche weniger als 100 Aminosäuren enthalten, spricht man auch von Peptiden.

Protemp
Protemp4, Kunststoffmaterial auf Komposite-Basis zur Herstellung provisorischer Kronen- und Brücken. Während des Abbindevorgangs wird nur eine geringe Temperaturentwicklung im Pulpenkavum und im Material selbst erzeugt. Hieraus resultiert sehr hohe Verträglichkeit in Bezug auf Pulpa, Gingiva und Parodont.
Polymerisationswärme, Scutan
http://solutions.3mdeutschland.de/

Prothese
zahnärztliche, engl.: dental prosthesis; Hilfsmittel zum Ersatz (einiger oder aller) fehlender Zähne; laienmäßig häufig mit einer Vollprothese ("Gebiss") gleichgesetzt. Die P. besteht aus der Prothesenbasis (heute fast ausschließlich aus Kunststoff) und den daran befestigten künstlichen Zähnen, welche in der Farbe den evtl. noch vorhandenen Zähnen angepasst sind. Die Anfertigung von P. unterscheidet sich grundsätzlich in eine zahnärztliche und eine zahntechnische  Tätigkeit: Abdrucknahme, Bissbestimmung, Farbauswahl und Eingliederung einer P. sind nach dem Zahnheilkundegesetz ausschließlich zahnärztliche Maßnahmen und unterliegen den Bestimmungen des Dienstvertrages, während die (technische) Anfertigung einer P. auf Weisung eines Zahnarztes in sog. Dental-Labors (= Werkvertrag) erfolgt. Nach Schätzungen werden in Deutschland jährlich 2 Millionen Zahnprothesen (Teil- oder Vollprothesen) angefertigt.
Eine grobe Einteilung (und damit auch Bezeichnung) erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien:
  • Anzahl der noch vorhandenen Zähne: Teilprothese bzw. Vollprothese
  • Herausnehmbarkeit durch den Patienten: herausnehmbar, festsitzend (nur vom Zahnarzt zu entfernen; selten) und kombiniert herausnehmbar-festsitzend ("Kombiprothese"), d.h. ein Teil befindet sich als festsitzender Zahnersatz nicht herausnehmbar auf den Pfeilerzähnen, der andere Teil (die eigentliche P.) kann vom Patienten entfernt werden
  • Art der Abstützung im Restgebiss/Kiefer: schleimhautgetragene (P. stützt sich nur auf der Kieferschleimhaut ab, wie z.B. bei Vollprothesen und provisorischen Prothesen), parodontalgestützte ( Parodontium; P. stützt sich nur auf den noch vorhandenen Zähnen ab) und einer Kombination beider Abstützungen (ist der Regelfall bei Teilprothesen)

Eine andere Einteilung kann nach dem Verwendungszweck erfolgen:

  • Interimsprothese (auch als Provisorium bezeichnet): P. wird nur für einen best. Zeitraum getragen, solange, bis die endgültige Versorgung nach Abheilung erfolgen kann.
  • Immediatersatz (Sofortprothese): Prothese wird unmittelbar nach dem Entfernen von Zähnen eingesetzt und nach Knochenabheilung durch eine Unterfütterung zum endgültigen Zahnersatz umgestaltet (häufiges Vorgehen beim Anfertigen der ersten Vollprothese)
  • Resektionsprothese nach umfangreichen Kieferknochenentfernungen (selten)
  • Epithesen zur Defektdeckung im sichtbaren Bereich (Gesicht, Zahnfleisch; selten)

Kunstzahn, Perioprothetik, präprothetische Chirurgie, Prothesenbasis, Prothesenbruch, Prothesenlager, Prothesenstomatitis, Prothesenunverträglichkeit, schleimhautgelagert, senkbare Prothese, Vollprothese, Zahnaufstellung, Zahnersatz, Zahnfarbe, Zahnfleischmaske, Zahnform
9 Tipps für das Eingewöhnen mit einer Teil- oder Vollprothese




Vollprothese




Teilprothese


Interimsprothese

 

Prothese
abgestützte, auch zahngetragene o. dental getragene o. zahngestützte Prothese, engl.: tooth-borne prosthesis; mit (Ab-)Stützelementen am Restgebiss (eigene Zähne, Implantate) abgestützter Zahnersatz, um ein Einsinken der Prothese in die Schleimhaut zu verhindern und ein "natürliches" Beißgefühl zu geben. Dadurch dass die eigenen Zähne mit ihrer "federnden Verankerung" zur Abstützung dienen, ist ein größerer Kaudruck und eine physiologischere Belastung möglich. Erreicht wird dies durch Klammern mit Auflage auf den Kauflächen der Zähne ("Auflageklammer"), Teleskopkronen oder Geschieben.
Abstützelemente, Abstützung, Prothese, schleimhautgelagert, senkbare Prothese, Stützelement, Stützfeld, Unterfütterung, Verbinder
 





Stützlinie


Stützfeld
Prothesenbasis
engl.: denture base; die der Mundschleimhaut anliegende Unterseite und der künstliche Zähne tragende Teil einer Prothese unterschiedlicher Ausdehnung, wobei zur optimalen Verteilung von Kaukräften - besonders bei Vollprothesen - möglichst viel von der Mundschleimhaut einbezogen werden sollte ( Prothesenlager). Aus hygienischen Gründen ist eine Politur der Prothesenbasis beidseitig angeraten.
Als Material werden hauptsächlich (> 90 %) sog. "Prothesenkunststoffe" auf Methylmethacrylat/Polymethylmethacrylat-Basis (PMMA) eingesetzt.
In der Teilprothetik ist die P. im nicht sichtbaren Bereich häufig aus Metall ( Metallbasis) bzw. in den Gebieten, wo mit einem Kieferschwund zu rechnen ist, mit einer dünnen (unterfütterbaren) Kunststoffschicht belegt - bei Vollprothesen ist dies nur selten der Fall; die früher gebräuchlichen Netzeinlagen gelten heute als obsolet.
Die biologische Verträglichkeit dieser Kunststoffe ist von einem hohen Polymerisationsgrad abhängig; allergiebedingte Unverträglichkeiten durch Restmonomere werden auf nur 0,3 % geschätzt. Dabei ist nicht der Kunststoff selbst, sondern unpolymerisierte Ausgangs- und Begleitstoffe (Benzoylperoxid als Initiator, Hydrochinon als Inhibitor, Methylmetacrylat (MMA)) für Allergien verantwortlich. Aufgrund der chemischen Gleichgewichtsprozesse ist ein gewisser Anteil an Restmonomer in der fertigen Prothese unvermeidbar. Durch geeignete Polymerisationsbedingungen lässt sich dieser auf ein Mindestmaß reduzieren aber nicht eliminieren. Als Optimum hierfür wird die Langzeit-Aushärtung (10-15 Stunden) bei 95°C angegeben.
Prothesenkunststoffe werden nach der chemischen Zusammensetzung und den eingesetzten Materialien unterschieden:
  • heißhärtende Kunststoffe, welche nur außerhalb des Mundes bei mindestens 65° über einige Stunden verarbeitet (polymerisiert, "ausgehärtet") werden
  • selbsthärtende ("kalthärtende") Kunststoffe, welche keine erhöhte Verarbeitungstemperatur benötigen, sondern direkt durch eine chemische Reaktion aushärten. Die direkte Verarbeitung im Mund ist umstritten ( Restmonomer, Unterfütterung)
  • thermoplastisches Material (Polyplaste) in Kartuschen oder Pulverform
  • lichthärtende Kunststoffe ( Polymerisation, lichtinduzierte)
  • mikrowellenhärtende Kunststoffe
  • flexible Kunststoffe , Nylon Kunststoffe (incl. Klammerkonstruktion; z.B. Flexonon (Valplast), Sunflex Partials); © DGZPW
  • historisch: Kautschuk

Verarbeitungstechnisch werden unterschieden:

  • Stopf-Press-Verfahren
    chemoplastische Methode, bei welcher eine teigartige Mischung aus Monomer und pulverförmigem Polymer ( Paladon® Verfahren) in eine Gipshohlform gestopft und anschließend gepresst wird. Nachteilig sind das Entstehen von Pressfahnen nach dem Zusammenfügen der beiden Kuvettenhälften und eine dadurch zwangsläufig entstehende Bisserhöhung. Weiter wird bei diesem Verfahren die Polymerisationsschrumpfung des Kunststoffs nicht kompensiert
  • Injektionsverfahren
    es erfolgt ein apparatives Einbringen ("Injektion") eines Heiß- oder Kaltpolymerisates (s.o.) in eine geschlossene Küvettenhohlform. Maschinelles Anmischen von Kapselpräparaten bewirken eine optimale Polymerisation. Die Schrumpfung wird durch Nachpressen von nicht-polymerisiertem Material kompensiert. Nachteilig ist der hohe technologische Aufwand
  • Gießverfahren
    es werden meistflüssige Kaltpolymerisate (s.o.) in eine Gießküvette gegossen und unter Druck bei ~ 50° im Wasserbad polymerisiert. Relativ hohe Schrumpfung und apparativer Aufwand bei mäßiger Zeitersparnis
  • Spritz-Guss-verfahren
    ein auspolymerisiertes Thermoplast (meist PMMA) wird durch Erwärmung verflüssigt und unter hohem Druck in eine Spritzküvette eingebracht. Da bei diesem Verfahren keine Anpolymerisation der Prothesenzähne erfolgt, müssen diese mit mechanischen Retentionen versehen werden. Einem hohen technologischem Aufwand stehen eine fehlende Polymerisationsschrumpfung und ein äußerst geringer Restmonomergehalt gegenüber
  • Schmelz-Press-Verfahren (z.B. Luxene®)
    Kombination aus Stopf-Press und Injektions-Technik. Es wird vorpolymerisiertes, erwärmtes Gel in eine offene Küvette gestopft und nach Verschließen dieses Material gepresst und verdichtet. Die endgültige Polymerisation erfolgt im Wasserbad.

Im Oberkiefer hat die Ausgestaltung des Gaumenbasis Einfluss auf die Sprachfunktion, da besonders "S"-Laute als sog. Reibelaute von der Ausdehnung und Oberfläche des Gaumenreliefs abhängig sind. Palatogramm

Acrylate, Allergie, Allergietestung, Denture-Hygiene-Index, Druckstelle, Goldknopfzähne, Kunststoff, Kunstzahn, Langzeitpolymerisation, Lochplatte, Metallbasis, Netzeinlage, Paladon® Verfahren, Polyamid, Polymerisation, Prothesenlager, Prothesenreinigung, Prothesensattel, Prothesenstomatitis, Prothesenunfähigkeit, Prothesenunverträglichkeit, rationierte Prothese, stable base appliance, Sauger, Überextension, Unterfütterung, Vollprothesen, Zinn

 



versch. Basisformen im Oberkiefer


die P. einer Vollprothese



flexible Basis incl. Klammern

Prothesenbruch
engl.: breach of the denture base; durch verschiedene Ursachen bedingte Beschädigung des herausnehmbaren Zahnersatzes:
- Prothese liegt gar nicht oder liegt nicht gleichmäßig dem Kiefer an und/oder ist zu dünn gearbeitet (sog. Ermüdungsbruch; Unterfütterung)
schlechte oder nicht ausreichende Randgestaltung
schlechte oder fehlerhafte Okklusion, falsche Bisslage oder einseitige Belastung
Gegenkiefer voll- oder teilbezahnt oder mit gutsitzendem Zahnersatz (Brücke, TK/MG etc.) versorgt
  Materialschwächen des in der Vollprothese verwendeten Kunststoffs durch Alter, falsche Reinigung, fehlerhafte Polymerisation oder mangelhafte Kombination verschiedener Heiss-/KaltpolimerisatenEin P. kann i.d.R.  durch zahntechnische Maßnahmen repariert werden (sog. Reparatur / Wiederherstellung von Zahnersatz; Special: Festzuschüsse).
Langzeitpolymerisation, Prothese, Unterfütterung
 


Prothesendruckstelle , engl.: pressure or denture sore; Druckstelle

Prothesenhalt
Prothesenretention, Prothesensitz
, engl.: denture or prothesis retention; von vielen Faktoren abhängige Eigenschaft eines herausnehmbaren Zahnersatzes, besonders bei einer Vollprothese. Während bei Teilprothesen durch entsprechende Halteelemente und Prothesengestaltung  i.d.R. ein befriedigender bis ausgezeichneter P. erzielt werden kann, sind bei Vollprothesen folgende Faktoren zusätzlich von individuell wichtiger Bedeutung (nach http://www.uni-kiel.de/fsmedizin/skripte/zahnmedizin/prothet.pdf ):
Anatomie: Prothesenlager, Speichel (Adhäsion: Speichel - Prothese, Speichel - Gaumen, Kohäsion: Speichel - Speichel), Muskelanlagerung
Prothetisch: Prothesenausdehnung, Reliefgriffigkeit (Kongruenz Basis/Lager), Ventilrand (physikalischer Saugeffekt: Innenventil durch Saugnapf der beweglichen Schleimhaut an der Prothesenbasis und Aussenventil durch luftdichten Abschluss am Prothesenrand im Vestibulum), Okklusion/Aufstellung, Muskelgriffigkeit der Prothesenfläche (ant. Lippenschilde, vestibuläre Randwülste, Lippen- und Wangenpassage, Lippen- und Wangenkontakt).
zusätzliche Gestaltungen: Sublingualrolle (linguale Rille um den M. genioglossus), Paralinguale Flügel, Retromolarer Flügel (Unterschnitte hinter dem M. mylohyoideus), akzessorische Haftlinien (Hohllegen wenig resilienter Gaumenbereiche, Frankfurter Radierung, Radieren der AH-Linie)
Haftmittel, Halteelement, Prothesenlager, Sauger, Speichel, Unterzungenbügel, Unterzungenflügel, Vollprothese

Prothesenkunststoff , engl.: denture resin, denture base polymer; Prothesenbasis

Prothesenlager
engl.: denture-supporting area; die Gebiete der Mundschleimhaut mit dem darunter befindlichen Kieferknochen und den evtl. noch vorhandenen Zähnen (Implantate), welche die auf den Zahnersatz auftreffenden Kräfte weiterleiten und dem Halt der Prothese Stabilität verleihen. Die Güte des P. ist entscheidend für eine einwandfreie Funktion des (herausnehmbaren) Zahnersatzes.
präprothetische Chirurgie, schleimhautgelagert, Prothese,abgestützte, Stützfeld, Tuberplastik, Vestibulumplastik, Vollprothese



ausgedehnte fibromatöse Wucherungen (Prothesenrandfibrom) als Folge einer über Jahre
schlecht passenden UK-Prothese

Prothesenplaque , engl.: denture plaque; Prothesenreinigung

Prothesenreinigung
Prothesenpflege, Prothesenhygiene, engl.: denture cleaning; herausnehmbarer Zahnersatz sollte - wie die eigenen Zähne - zwei- bis dreimal täglich nach dem Essen gründlich außerhalb des Mundes gereinigt werden, da sich auf dem Ersatz Bakterien, Essensreste und abgestorbene Schleimhautzellen (= Prothesenplaque) festsetzen können und Entzündungen oder Mundgeruch hervorrufen. Zur Reinigung gibt es grundsätzlich zwei Methoden:

Denture-Hygiene-Index, Prothesenstomatitis, Vollprothese, Zahnersatz

Prothesensattel
engl.: denture base saddle; der Teil einer (Teil-)Prothese, welcher dem Kiefer (Alveolarfortsatz) "sattelförmig" aufliegt.
Prothesenbasis, Sattel

Prothesenstomatitis
PS, engl.: denture injury o. denture stomatitis; Oberbegriff für eine Vielzahl von Mundschleimhaut-Entzündungen unter einer Prothesenbasis. Klinisch ist meist als großflächige (der Ausdehnung der Prothesenbasis entsprechend), scharf begrenzte Rötung sichtbar, ohne besondere Schmerzen ("Mundbrennen") zu verursachen. Ursachen können schlecht gepflegte Prothesen und dadurch bedingte bakterielle oder pilzartige (meist Candida-Infektion) Erkrankungen, Ausdruck einer Allergie auf den Prothesenkunststoff oder ein nicht mehr dem Prothesenlager angepasster ( Unterfütterung) Zahnersatz sein.
Eine PS wird im Oberkiefer häufiger als im Unterkiefer angetroffen. Raucher und Patienten mit Vitamin-A-Mangel zeigen öfter derartige Symptome.
Prothesenunverträglichkeit, Schleimhautbrennen

Prothesenträger  , engl.: denture wearer; Schlagwortbezeichnung für eine Person mit herausnehmbarem Zahnersatz

Prothesenunfähigkeit
engl.: denture-disability; anatomischer Zustand des Kiefers, der das Tragen einer Prothese unmöglich macht. Dieser Zustand wird i.d.R. durch das Fehlen von ausreichendem Kieferknochenangebot (fortgeschrittene Alveolarkammatrophie) bedingt. Mit herkömmlichen prothetischen Techniken ist keine befriedigende Funktion des Ersatzes zu erzielen. Abhilfe schaffen meist aufwendige augmentative Verfahren mit anschließender Implantation.
Nicht zu verwechseln mit einer Prothesenunverträglichkeit

Prothesenunterfütterung , engl.: denture relining; Unterfütterung

Prothesenunverträglichkeit
Prothesenintoleranz, engl.: denture-intolerance; mit folgender Unterscheidung:

Prothesenstomatitis, Prothesenunfähigkeit, Schleimhautbrennen, Sicherheitsdatenblätter
Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ , © Bundeszahnärztekammer

Prothetik
zahnärztliche, Zahnersatzkunde, engl.: prosthodontics, prosthetic dentistry, prosthodontia; zahnärztliches Fachgebiet von der funktionellen Wiederherstellung fehlender Zähne, fehlendem Knochengewebe und der damit verbundenen kosmetischen Beeinträchtigung. P. umfasst in der Hauptsache die Planung, das Anfertigen/Herstellen, die Eingliederung und das Überwachen von Zahnersatz
Fachgebiete, Implantatprothetik, Perioprothetik, präprothetische Chirurgie, Vollprothese
http://www.dgpro.de/

Prothetik-Einigungsausschuss
PEA, engl.: prosthetic agreement committee; nach dem Bundesmantelvertrag (Zahnärzte, BMV-Z) vorgeschriebenes, paritätisch besetztes Gremium (Kassenvertreter, Zahnärzte) mit folgender Bedeutung:
Sind Krankenkassen, Zahnärzte oder Patienten mit einem Gutachten (Vor- oder Nachbegutachtung) nicht einverstanden, so haben diese die Möglichkeit, einen Obergutachter bei Mitgliedern von Ersatzkassen oder den PEA bei Primärkrankenkassen einzuschalten. Der PEA gilt also nur für Primärkassen.
Der PEA entscheidet über:
-- Einsprüche des Vertragszahnarztes oder der Krankenkassen gegen die Stellungnahme des Gutachters nach § 3 Anlage 12 zum BMV-Z
-- Mängelansprüche (innerhalb von 24 Monaten) gemäß § 4 Abs. 1 Anlage 12 zum BMV-Z sowie
-- die Kosten der Begutachtung ausgeführter Leistungen (Anhang gemäß § 3 Abs. 4 der Anlage 12 zum BMV-Z)
Bei Nachbegutachtungen durch den PEA gilt: Wenn eine Zahnersatzarbeit nicht zur Zufriedenheit ausfällt, ist zusätzlich zu prüfen, ob der negative Erfolg auf einem Ausführungs- oder Planungsverschulden des Zahnarztes beruht. Ist das nicht mit letzter Sicherheit feststellbar, ist der Anspruch der Krankenkasse gegen die bereits gezahlte Vergütung nicht gegeben.
Gewährleistung, Mängelgutachten ("Mängelrüge")

prothetischer Äquator ; Äquator (prothetischer)

prothetische Wertigkeit , engl.: prosthetic importance; Pfeilerzahn

Prothrombin
engl.: do.; in der Leber unter  Mitwirkung von Vitamin K gebildeter Faktor II der Blutgerinnungsfördernden Faktoren. P. wird durch Prothrombobinase (Thromboplastin) in Thrombin umgewandelt. Zur Prothrombinzeit s.u. Quick-Wert
Blutgerinnungsstörungen, Quick-Wert, Thrombin

Protokonus ; Metakonus

Protomer ; Odontomere

protrahiert , engl.: protracted; verzögert bzw. über eine längere Zeit hinweg anhaltend

Protraktoren
"Mundvorzieher", engl.: protractors; Bezeichnung für eine Muskelgruppe, die den Unterkiefer nach vorn ziehen. Im Wesentlichen ist dies der paarige M. pterygoideus lateralis; Kaumuskulatur

Protrusion
protrudiert, (veraltet: Propulsion) nach vorn stehend, engl.: do., protruding, protrusive; bezeichnet normalerweise eine sagittale Biss- und/oder Kieferfehlstellung im Sinne einer zu großen Länge des Oberkiefers. Ursache ist neben (seltenen) genetischen Veranlagungsformen vor allem das Lutschen (Lutschprotrusion). Man unterscheidet in:
  • koronale Protrusion
    Kippung der Frontzahn-Zahnkronen zur Lippe hin (Labialkippung)
  • alveoläre Protrusion
    Aufbiegung des Alveolarfortsatzes mit den Zähnen nach vorn
  • maxilläre Protrusion
    der Oberkiefer ist im Ganzen nach vorn hin zu groß

Unter einer Protrusionsbewegung (protrusive movement) versteht man das Bewegen des Unterkiefers nach vorn (in ventraler Richtung, sog. Vorschubbewegung; Protraktoren): beide Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach "vorn-unten" (ventral).
Eine geringfügige Protrusion der OK-Frontzähne wird im Vergleich zu anderen Stellungen der Schneidezähne von Vielen als ästhetisch ansprechender beurteilt.
Habits, Interinzisalwinkel, Le Fort, Lutschen, Prognathie, Protrusionsbahn, Retrusion, SNA-Winkel, SNB-Winkel









alveoläre P.
durch
Lutschen

Protrusionsbahn
sagittale Kondylenbahn
, engl.: condylar pathways; Weg der Condylen bei der Vorschubbewegung projiziert auf die Sagittalebene. Bei einer Registrierung mit der Bewegung der Scharnierachse gleichgesetzt. Als ideal wird bei einem gesunden Gelenk eine glatte, linienartige Kurve angesehen mit einem anterior konkaven Verlauf, verbunden mit einer Links-/Rechtssymmetrie (sog. "Bahnqualität"). Als Bahnlängen werden im Normbereich Werte zwischen 7,5 u. 12 mm angegeben. Werte darüber bezeichnet man als Hypermobilität, Werte darunter als Hypomobilität des Kiefergelenks.
Bennet-Bewegung, Gelenkbahn, Unterkiefergrenzbewegungen

Protrusionsbewegung
Vorschubbewegung
, engl.: protrusive movement; das Bewegen des Unterkiefers nach vorn durch die sog. Protraktoren: Beide Kondylen bewegen sich gleichzeitig nach vorn (ventral). Im Laufe der Zeit bilden sich durch antagonistischen Zahnkontakt (sog. Protrusionskontakt) okklusale Schliff-Flächen, welche als Protrusionsfacetten bezeichnet werden
Bei Störungen im Kiefergelenk und/oder der Protraktoren kann die P. ein- oder beidseitig behindert sein, was bei ersterer zu einer seitlichen V. führt.
Bennet-Bewegung, Christensensche Phänomen, Gelenkbahn, Protrusion, Retrusionsfacette Unterkiefergrenzbewegungen, Zahnbewegungen

Protrusionsfeder
engl.: jumper or spring; aktivierbares, doppelschlaufiges (offen o. geschlossen), kieferorthopädisches Draht-Federchen, welches zur kippenden Außenbewegung von einzelnen Zähnen dient. Meist bei Aktiven Platten im Frontzahnbereich eingesetzt.
Aktive Platte, Paddelfeder, Zahnbewegungen


Protuberantia , höckerförmiger Vorsprung; in der ZHK meist mit der Protuberantia mentalis = Kinnvorsprung gleich gesetzt. Kinn, Pogonion

provisorischer Zement ; Verschlusszement

provisorisches Implantat , engl.: temporary implant; Implantat, temporäres

Provisorium
Oberbegriff für: provisorische Füllung, provisorische Krone/Brücke, provisorische Prothese, engl.: temporary appliance; vorübergehende schützende, und/oder funktionelle und/oder kosmetische Versorgung von präparierten Zähnen (für eine Füllung oder Krone) oder Zahnlücken. Je nach Art und Konstruktion herausnehmbar ( Interimsprothese s. Abb.) oder festsitzend.
Ein P. soll die fertig gestellte Präparation und den Zahn selbst vor mechanischen, chemischen und thermischen Einwirkungen schützen; dabei müssen der Zusammenbiss ( Okklusion) durch das P. statisch und dynamisch stabilisiert und die Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen erhalten/hergestellt werden, um ein problemloses Eingliedern der fertigen Versorgung zu gewährleisten. Meist aus Kostengründen stellen fest mit Zement eingesetzte Langzeitprovisorien eine Ausnahme dar.
Bei den festsitzenden Provisorien wurden früher Materialien auf Poly-Methylmethacrylat-Basis (PMMA) angewandt ("Pulver-Flüssigkeit-Produkte", z.B. Temdent™, Interim™, Trim™); ihr Anteil liegt heute (2008) unter 10%. Moderne Materialien sind die sog. Bis-Acrylat-Komposites auf der Basis von bis-GMA, UDMA, TEGDMA, welche deutlich bessere werkstoffliche Eigenschaften aufweisen (z.B. Prevision CB™, tempofit™, Protemp 4 Garant™, Structur 2™, CronMix T™, Luxatemp™, Systemp.c&b™ usw.) und meist als "Zweikomponenten-Systeme" in Kanülen/Kartuschen angeboten werden. Polyethyl/Polymethyl-methacrylathaltige Kunststoffe zeigen im Langzeittest eine bessere Farbstabilität als solche auf Bis-Acryl-Methacrylat-Basis. Letztere sind aber im Vergleich unempfindlicher gegen Verfärbungen z.B. durch Kaffee.
Es werden versch. Arten der Provisorienart und -herstellung bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz unterschieden:
1. Direkt im Mund
Indikation: kurze Tragedauer (~ 8-21 Tage bis zur Fertigstellung des endgültigen Zahnersatzes)
a)
-- konfektioniert mittels Frasaco-Krone o. ION-Krone: vorgefertigte durchsichtige Kunststoffkronenhülse; die Frasaco-Krone dient lediglich der Formgebung und muss nach der P.-Herstellung entfernt werden
--  konfektioniert mittels Imitatkrone: vorgefertigte zahnfarbene Kunststoffkronen, Imitatkrone wird mit Kunststoff aufgefüttert, die Kronenhülse verbleibt
-- aus Metall, konfektionierte Krone, Zinnkrone (nur noch wenig gebräuchlich)
b) Protemp–Methode: Abformung des Zahnes vor der Präparation; Präparation; Einfüllen eines nur wenig erwärmenden Kunststoffes in den Ausgangsabdruck und Einsetzen dieses über die präparierten Zähne; nach Abbinden: Ausarbeitung des Kunststoffprovisoriums. Für Einzelkronen und Brücken anwendbar. Standard bei der Herstellung von P. (2009)
c) Umarbeiten der alten Krone/Brücke zum Provisorium:
- Auffüllen der zur Abnahme geschlitzten Restauration mit einem Kunststoff oder provisorischem Zement
d) Verwendung von dünnen Polyäthylenfolien (auf Gipsmodellen im Labor tiefgezogen; Miniplast-Schiene) als Träger für einen einzufüllenden Kunststoff wie z.B. unter b)
e) Verwendung eines im Labor über ein Wax–up bzw. eine Zahnaufstellung hergestellten Silikonschlüssels als Träger für einen einzufüllenden Kunststoff wie z.B. unter b)
2. Indirekt im Labor
- Herstellung von Langzeitprovisorien, diese bleiben über einen längeren Zeitraum im Mund, bis entsprechende Abheilungs-/Regenerationsvorgänge abgeschlossen sind. Die P. können aus Kunststoff allein oder mit einer preiswerten Metall-Legierung kombiniert werden
3. Kombiniert
Anwendung zur Herstellung von Brückenprovisorien mit großer Spannweite
Patient: - vor Präparation: Alginatabformung
Labor: - Modellherstellung, in Schaltlücke werden Prothesenzähne eingesetzt und
festgewachst. Abformung über diese Zahnreihe. Anfertigung des P. selbst dann im Mund oder im Labor
Calessco, Cavit, Frasaco-Krone, Frontzahnbrücke, Füllungsmaterialien (provisorische, temporäre), Immediatprothese, Konfektionskrone, Krone, Kunststoffkrone, Langzeitprovisorium, Perioprothetik, Polymerisationswärme, Präparation, Protemp, Prothese, Richwil Crown and Bridge Remover
Kronen auf Zahnwissen.de

 



provisorische
Brücke im Frontzahn-
gebiet



vierzähniges herausnehmbares
 P. zur
temporären Versorgung
der
Schneidezähne; einfache
Haltemente (Knopfanker, Ruschanker)

proximal ; anatomische Lage- und Richtungsbezeichnung: zum Körper hin gelegen bzw. zur Körpermitte hin verlaufend

PRP
autologes Thrombozytenkonzentrat, engl. Abk. von Platelet-Rich-Plasma = (patienteneigenes) angereichertes plättchen- oder thrombozytenreiches Plasma; Konzentrat von Thrombozyten in einem kleinen Restvolumen Blutplasma, das durch Zentrifugation von Patientenblut hergestellt werden kann. Die in den a-Granula der Thrombozyten enthaltenen Wachstumsfaktoren sind jedoch die eigentlich wirksamen Bestandteile des PRPs, die bei der Aktivierung der Thrombozyten freigesetzt werden. Zu ihnen gehören PDGF (platelet-derived growth factor), TGF-b 1+2 (transforming growth factor b 1+2), IGF (insulin-like growth factor), bFGF (basic fibroblast growth factor), EGF(epidermal growth factor) und VEGF (vascular endothelial growth factor).
Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass im Blut Bestandteile enthalten sind, die die Regenerationsfähigkeit von Knochen und Gewebe unterstützen (schnellere Reifung und die bessere Qualität des gebildeten Knochens).
Dieses spezielle Plasma wird meist in Blutbanken im Rahmen der Transfusionsmedizin aus Spenderblut gewonnen (mittels Vollblutzentrifugation oder maschineller Pherese); es ist neuerdings auch während der Operation in einer (zahn-)ärztlichen Praxis aus dem Eigenblut des Patienten gewinnbar. PRP bewirkt eine verbesserte Knochenregeneration als auch eine deutlich schnellere Weichgewebsheilung. Um das regenerative Potential des PRPs voll ausschöpfen zu können, wird dem Konzentrat zumindest in geringen Mengen autologer Knochen zugesetzt. In der Parodontologie konnte durch eine Kombination von synthetischem PDGF und IGF, die beide im PRP enthalten sind, eine signifikante Förderung der Knochenregeneration nachgewiesen werden. In jüngster Zeit wurde der Einsatz von aktiviertem Plättchen-Gel (AGP, ähnlich der Fibrinmembran aus Platelet Poor Plasma) als autologer Fibrinkleber und für den Wundverschluss entdeckt; es lassen sich für die Zukunft vielleicht neben der Knochenregeneration eine Vielzahl neuer Indikationen für den PRP-Einsatz erwarten.
Allerdings darf PRP - wie in publikumswirksamen Laienmedien häufig geschehen - nicht als "Wundermittel" angesehen werden. Der Zeitraum bis zum Beginn der Knochenbildung wird nicht verkürzt, sondern die Knochenreifung vom Geflechtknochen zum Lamellenknochen beschleunigt und dabei sowohl Knochendichte als auch Knochenqualität deutlich verbessert. Dadurch besteht die Möglichkeit, früher zu implantieren oder Implantate früher zu belasten, keinesfalls aber diese durch PRP-Techniken sofort voll zu belasten. Weiter sind z.Zt. (2008) unter Evidenzaspekten noch keine gesicherten Aussagen über einen zusätzlichen Nutzen in der Knochenregeneration möglich.
Cerasorb, Knochenersatzmaterialien, parodontale Regeneration, PCCS-Sytem, P.R.G.F - System

 


©: www.harvesttech.de/

 

Prüfkörper
engl.: test piece; nach der Röntgenverordnung vorgeschriebener Gegenstand zur Prüfung von Röntgengeräten bei der Erstinbetriebnahme (u.a. dabei Anfertigung einer sog. Referenzaufnahme) und bei der regelmäßigen Konstanzprüfung. Überprüft wird die Größe des Strahlenfeldes ("Feldgröße"), eine Kontrolle der Belichtung, die Filmverarbeitung (Entwicklung) und bei digitalen Systemen Mindestauflösung und Kontrast.
Röntgenverordnung (Stand 2002) ©: Uni-Münster ; http://www.lzk-bw.de/

Prüfungsausschuss
engl.: audit commitee; nach dem SGB V, § 106 ( Komplettes Sozialgesetzbuch (SGB V) als PDF-Dateien) vorgeschriebenes, paritätisch besetztes Gremium (1 unparteiischer Vorsitzender, 4 Krankenkassenvertreter, 4 Zahnärzte) zur Überprüfung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Wirtschaftlichkeitsgebot. Das SGB V, § 106 nennt Auffälligkeitsprüfungen und Zufälligkeitsprüfungen. Auffälligkeitsprüfungen werden dann durchgeführt, wenn die (zahn-)ärztlich durchgeführten/verordneten Leistungen festgelegte Richtgrößen überschreiten. Bei Zufälligkeitsprüfungen werden pro Quartal bei zwei Prozent der (Zahn-)Ärzte arzt- und versichertenbezogene Stichproben genommen.
Als Sanktionen können Belehrungen oder Kürzungen der schon ausbezahlten Vergütungen angeordnet werden ( Regress). Gegen die Entscheidungen der P. können die betroffenen (Zahn-)Ärzte und ärztlich geleiteten Einrichtungen, die Krankenkasse, die betroffenen Landesverbände der Krankenkassen sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen die Beschwerdeausschüsse - mit aufschiebender Wirkung - anrufen. Das Verfahren vor dem Beschwerdeausschuss gilt als Vorverfahren (§ 78 des Sozialgerichtsgesetzes). Die Klage gegen eine vom Beschwerdeausschuss festgesetzte Honorarkürzung hat keine aufschiebende Wirkung. Gehört der "unparteiische Vorsitzende" im P. dem Kassenumfeld an, so ist der Vorsitzende beim Beschwerdeausschuss aus den Reihen der Zahnärzte und umgekehrt.
Ab 2002 sind Sozialgerichts-Verfahren, bei denen gesetzlich Versicherte nicht unmittelbar beteiligt sind, von den Kosten her ähnlich wie Zivilprozesse; der Streitwert ist auf 2,5 Mill. € begrenzt. Für einen sozial "schützenswerten" Personenkreis (Versicherte, Leistungsempfänger, Behinderte oder Rechtsnachfolger) besteht grundsätzlich Kostenfreiheit. "Schwammig" geregelt ist die sonst grundsätzlich aufschiebende Wirkung bei einem Verfahren vor dem Sozialgericht: Diese entfällt u.a., wenn die sofortige Vollziehung des Verwaltungsaktes im öffentlichen Interesse oder im überwiegenden Interesse eines Beteiligten steht. Keine aufschiebende Wirkung besteht Kraft Gesetz bei einem Widerspruch gegen die Honorarfestsetzung oder eine Honorarkürzung durch den Prüfungsbeschwerdeausschuss.
Wirtschaftlichkeitsgebot

Prummel Klammer
Prummel Zapfen
; selten verarbeitete Modellgussklammer, welche einen vom lingualen Klammerarm abgehenden Zapfen (Prummel Zapfen) in Richtung Zahnwurzel besitzt. Dieser Zapfen gilt als reziprokes Stabilisierungselement und befindet sich unterhalb des Äquators.
Klammer

PSA ; Abk. von PanoramaSchichtAufnahme

Pseudoarthrose
Pseudarthrose, Falschgelenkbildung, engl.: pseud(o)arthrosis, fracture non-union; fehlende Verknöcherung einer Fraktur nach > 4-6 Monaten durch Infektion während der Knochenheilung oder unzweckmäßige Ruhigstellung bzw. Versorgung der Frakturstücke beim Heilungsprozess. Ähnlich einem Gelenk lassen sich die Frakturstücke gegeneinander bewegen. In der ZHK meist im Unterkiefer als Folge eines Kieferbruchs auftretend.
Arthrose, Bruchspaltabszess, Knochenheilung

Pseudoprogenie ; Progenie

Pseudotasche
Pseudozahnfleischtasche, gingivale Tasche, engl.: pseudopocket, false (periodontal) pocket; Zahnfleischtasche (> 2 mm), deren Zustandekommen nicht durch einen Verlust parodontaler Strukturen (tieferer Epithelansatz), sondern durch eine Entzündungs-bedingte Schwellung entstanden ist. Typische Erscheinung bei einer akuten Gingivitis oder Zahnfleischwucherungen.
Hydantoin, Pubertätsgingivitis, Zahnfleischtasche

Pseudozyste
zystenähnliche Hohlräume, engl.: cystoid, adventitious cyst; nicht mit Epithel ausgekleidete Hohlräume unterschiedlicher Herkunft oder röntgenologisch fälschlicherweise als Zyste dargestellte Knochenveränderungen (siehe Abb.). Diese selten vorkommenden Gebilde werden unterteilt in:
  • Solitäre Knochenzyste
    meist im Unterkiefer vorkommend und mit seröser Flüssigkeit oder Luft gefüllt. In der Literatur auch als juvenile oder traumatische Knochenzyste bezeichnet. Bevorzugt in den ersten beiden Lebensjahrzehnten auftretend. Die Entstehung ist ungewiss, traumatische Vorkommnisse werden diskutiert. Da diese Zystenart über viele Jahre symptomlos ist, erfolgt ihre Entdeckung i.d.R. zufällig als Nebenfund  in einem OPG.
    Die mediane Unterkieferzyste befindet als scharf abgegrenzter, mit Epithel ausgekleideter Hohlraum unter den (vitalen) Schneidezähnen und wird zu den Keratozysten gerechnet.
  • aneurysmatische Zyste
    mehrkammerige, blutgefüllte Zystenart in den Metaphysen der großen Röhrenknochen ohne die "klassische" Epithelauskleidung, mit untereinander verbundenen bluterfüllten Räumen ausgefüllt.
  • statische Knochenhöhle, Knochendefekte, die sich röntgenologisch als Zyste darstellen ( Stafne-Zyste)
  • radikuläre Pseudozyste (apikales Epithelgranulom)

Zyste

 

 



Stafne-Zyste

PSI , parodontaler Screening-Index, engl.: parodontal Screening-Index; CPINT

Psilosis linguae
Psilosis = Kahlheit; "Lackzunge", engl.: psilosis of the tongue; glatte rote Zunge als ein Ausdruck der Autoimmunerkrankung Sprue, meist im Zusammenhang mit Aphthen ("tropische Aphthen") auftretend.

Psychodontie
auf den deutschen Zahnarzt Johannes Edelmann (* 1946) zurückgehende pseudomedizinische und esoterische Diagnostik mit Aussagen zu bestimmten Kieferformen und Zahnstellungen und schreibt jedem einzelnen Zahn eine bestimmte Bedeutung zu. Weiter wird aus Zahnstellungen auf Charaktereigenschaften einer Person geschlossen. So sieht z.B. die P. Karies als einen häufigen Hinweis auf starke emotionale Belastung mit dem anderen Geschlecht (Enttäuschung, Frustration, etc.). Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten gilt sie als zweifelhafte Diagnostik und wird nicht anerkannt.
alternative Behandlungsmethoden, Komplementärmedizin
http://www.psiram.com/ge/index.php/Psychodontie

Psychopharmaka
psychotrophe Medikamente, engl.: psychotherapeutics; Stoffe, die das zentrale und das vegetative Nervensystem beeinflussen. Nach ihrer Wirkung unterscheidet man Neuroleptika, Antidepressiva, Stimulanzien und Tranquilizer. In der ZHK bei der "Behandlungsangst", als Analgosedierung und bei schweren Funktionsstörungen des Kauorgans eingesetzt.
Verkehrsfähigkeit

Psychosomatik
engl.: psychosomatic medicine; Bez. für wechselseitige Abhängigkeiten zwischen Seele (Psyche) und Körper (Soma) bei der Ursache, Pathogenese, Verlauf und Behandlung von Krankheiten. Gerade in der überwiegend mechanistisch geprägten ZHK hat die P. bisher noch keine große Bedeutung erlangt. Unterschieden werden folgende Gruppen:

Leitfaden „Psychosomatik in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ , © Bundeszahnärztekammer

PTC Geschmackstest
Testung auf die Tatsache, dass z.B. ca. 70% der Europäer die genetisch (Gen TAS2R38) fixierte Fähigkeit besitzen, den giftigen Bitterstoff Phenylthiocarbamid (PTC; wird je nach Erbanlage als bitter oder geschmacklos empfunden) auch als "bitter" zu schmecken.
Geschmack, Saporimetrie
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/ o. © http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de

PTD , engl. Abk. von probably toxic dose = wahrscheinliche toxische (tödliche) Dosis; letale Dosis

Ptyalismus
Hypersalivation, Hypersialie, engl.: ptyalism, sialorrhea; übermäßige Speichelproduktion. Wird natürlicherweise kurzzeitig beim Anblick von Nahrung bzw. deren Kauen oder Manipulationen in der Mundhöhle ausgelöst; ebenso durch Medikamente (Parasymphathomimetika wie Muskarin, Pilocarpin). Begleiterscheinung bei Erkrankungen wie einer Stomatitis, Störungen des Magen-Darmtraktes, bei weiblichen Hormonumstellungen (Schwangerschaft, Klimakterium),
  , Metallvergiftungen (Quecksilber, Arsen, Wismut) usw.. Häufig mit einer Sialorrhö gleichgesetzt.
Speichel, Speichelmenge, Xerostomie

Pubertätsgingivitis
engl.: hormonal changes of the gingival tissues during puberty; während der Pubertät können bei weiblichen Personen durch Mikroorganismen ausgelöste Veränderungen in der Zahnfleischflora beobachtet werden. Diese sind meist auf die hormonal bedingten Veränderungen des Zahnfleischgewebes zurückzuführen, aber auch auf die Fähigkeit einiger Bakterien, aus den höheren Bluthormonspiegeln einen Nutzen zu ziehen; es kommt dabei zu lokalen Zahnfleischentzündungen und Schwellungen mit Pseudotaschenbildungen. Ähnliche Erscheinungen werden während der Schwangerschaft (Schwangerschaftsgingivitis) beobachtet. Derartige Erkrankungen müssen nicht zwangsläufig entstehen, sondern sind meist mit einer unzureichenden Mundhygiene vergesellschaftet.
Gingivitis

 


Puffs
Puffs = Beulen, Aufblähungen; med.-engl. Ausdruck für eine (röntgenologisch sichtbare) Wurzelfüllungsmaterial-Überpressung in den periapikalen Raum; Überfüllung

Pulpa
Zahnmark, laienhaft: "Nerv", "Zahnnerv", engl.: (dental) pulp; mit den Eigenschaften:
  unterteilt in Kronenpulpa und Wurzelpulpa; letztere besitzt Seitenkanälchen (Ramifikation mit einem Netz anastomosierender Zellen), welche Pulpenausläufer darstellen und eine Verbindung mit dem Zement der Wurzel herstellen
  das Grundgewebe ist ein gallertiges Bindegewebe, mit einem Netz aus Blut- und Nervgefäßen (Nervengeflecht = Raschhowscher Plexus, welcher mit den Odontoblasten in Verbindung steht)
  weiter sind Odontoblasten vorhanden, welche das Pulpencavum ("Nervhöhle") auskleiden; deren Fortsätze ziehen in das Dentin hinein (= Odontoblastenfortsätze)
  an die Odontoblastenschicht schließt sich die Weilsche Zone als zellarmes Gewebe an
  die engste Stelle der P. befindet sich am Foramen apicale: Es ist die Zufluss- und Versorgungsöffnung des Zahnes für die P.
  ihre Aufgabe besteht in der lebenslangen Bildung von Dentin, der Ernährung von Teilen des Zahnes und einer Schmerzempfindung auf thermische, chemische, osmotische und mechanische Reize ( Vitalität)
  Das Pulpengewebe ist außerordentlich empfindlich gegen thermische Reize: Steigt die Temperatur in diesem empfindlichen Körpergewebe an, so kommt es zu einer thermischen Schädigung und i.d.R. zum Absterben des Gewebes. So werden 42 °C als biologischer Grenzwert angegeben. Da die P. bei dieser Schädigung primär nicht infiziert ist, kommt es meist erst nach einiger Zeit (Wochen/Monaten) zu schmerzhaften Reaktionen. Polymerisationswärme
Die Größe bzw. Ausdehnung der Kronenpulpa ist mit herkömmlichen Methoden (z.B. Bissflügelaufnahmen) nur schwer festzustellen - dies wäre von besonderem Interesse bei der Präparation eines Zahnes, um die P. nicht unbeabsichtigt zu eröffnen. In der radiologischen Darstellung werden die realen Dimensionen der Pulpa häufig nicht korrekt wiedergegeben; besonders im Molarenbereich werden die wahren Größenverhältnisse meist unterschätzt.
Dentikel, Hyperämie, Kronenpulpa, Odontium, Polymerisationswärme, Präparationstrauma, Pulpitis, Raschkow-Plexus, Zahn

 





 



abrasionsbedingte
Rückbildung
der P.

 

 

Pulpagangrän , Pulpennekrose, engl.: pulpal necrosis; Gangrän

Pulpapolyp
Pulpenpolyp
, Pulpitis chronica aperta granulomatosa, engl.: pulp polyp; meist bei tief kariösen, unbehandelten Milchzähnen auftretende Wucherung aus der offenen Pulpenkammer hinaus. Meist schmerzlos; Schmerzen und Blutungen nur bei Berührung (z.B. Kauen)
Pulpa, Pulpitis

Pulpaprüfer , Pulpenprüfer, Pulpentester, engl.: pulp-tester; Vitalitätsprüfung

Pulpatot , Pulpentod ; devital

Pulpektomie
Pulpaektomie, vollständige Entfernung des Zahnnervs, engl.: pulpectomy, pulp exstirpation; Behandlung von Milchzähnen, Exstirpation, Pulpotomie, Vitalexstirpation

Pulpenexstirpation , Exstirpation

Pulpenhämatom
engl.: dentin blush; feine Einblutungen in das dem Zahnnerv umgebende Hartgewebe, das Dentin, welche dieses rötlich verfärbt erscheinen lassen. Als Ursachen kommen traumatische Verletzungen oder ein Präparationstrauma in Frage. Die Verfärbungen können sich u.U. wieder zurückbilden, ansonsten führen sie zu einer gräulichen Verfärbung durch die Blutzerfallsprodukte.
pink spot, Präparationstrauma

Pulpitis
Zahnmarkentzündung, Zahnnerventzündung, engl.: endodontitis, pulpitis, (tooth) pulp inflammation; welche akut (verbunden mit starken Schmerzen), subakut (intermittierende Schmerzen, unklare Beschwerden) oder chronisch (häufig vom Patienten unbemerkt) auftreten kann; häufigste Ursache von Zahnschmerzen als Folge unterschiedlicher Reize (Noxen) auf die Pulpa:

Eine schmerzhafte Pulpitis entsteht selten aus "heiterem Himmel", sondern deutet sich immer - mehr oder weniger stark - vorher durch eine Empfindlichkeit auf Kalt und/oder Warm bzw. Süß oder Sauer an. Werden diese Warnsymptome nicht beachtet, und treten in der Pulpa eitrige Entzündungen (sog. Pulpaabszess) auf, so können irgendwann äußerst starke Schmerzen auftreten, welche sich allein mit Medikamenten kaum behandeln lassen. Die Pulpa stirbt ab und kann bei Nichtbehandlung an der Wurzelspitze weitere Eiterungen verursachen ( Parodontitis apicalis).
Eine Diagnose dahingehend, wieweit der Zahnnerv schon entzündet ist und ob die Entzündung ohne Folgeschäden wieder verschwinden kann ("Pulpitisdiagnostik"), ist sehr schwierig und kann sicher (aber nicht praktikabel) nur histologisch gestellt werden. Vorsichtig lässt sich sagen, dass eine Reaktion bei Kälte auf eine leichtere Erkrankung hindeutet, welche bei einer baldigen zahnärztlichen Behandlung wieder ausheilt (reversible Schädigung), während Schmerzen auf Warm bedeuten, dass sich schon eine Eiterung gebildet hat (irreversible Schädigung), die eine Wurzelkanalbehandlung nach sich zieht, da eine Ausheilung (Vitalerhaltung) des Zahnnervs nicht mehr gegeben ist.
Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik "reversible oder irreversible Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung oder Entfernung des Zahnnervs) einzuleiten:
Was löst den Schmerz aus?
bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible Pulpitis vor.
Wie lange hält der Schmerz an?
Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei „Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel.
Tritt Schmerz spontan auf?
Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis.
Ist der Schlaf nachts wegen Zahnschmerzen gestört?
Falls JA = irreversible Pulpitis.
Lindert Kälte den Schmerz?
Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen.
Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt i.d.R. eine irreversible Pulpitis vor.

Die Behandlung der P. erfolgt primär durch Entfernung der die Entzündung hervorrufenden Ursachen, meist in einer Entfernung der tiefen Karies. Sollte sich in der Pulpa noch kein Eiterherd befinden, so kann die P. durch lokales Aufbringen von entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. Calxyl, Ledermix) noch vital gehalten werden ( Vitalerhaltung); sonst ist zur Schmerzbeseitigung und endgültigen Behandlung eine Wurzelkanalbehandlung nach vorheriger Entfernung des Zahnnervs unumgänglich.


Erfolgsraten bei versch. Nerv-Erkrankungen
Caries profunda, Ledermix, Heilanästhesie, Hyperämie, Irradiation, Polymerisationswärme, Präparationstrauma, Pulpapolyp, Reaktionsdiagnostik, Spontanschmerz, Temperaturempfindlichkeit, Überkappung
Video

Pulpotomie
Amputation der Kronenpulpa, Vitalamputation, engl.: pulpotomy; Abtragung der Kronenpulpa mit dem Versuch einer Vitalerhaltung der Wurzelpulpa. Gelegentliche Anwendung in der Kinderzahnheilkunde, oder wenn aus ökonomischen Gründen eine Wurzelkanalbehandlung akut nicht in Frage kommt und primär Schmerzen beseitigt werden sollen - ohne dabei den Weg der Extraktion zu beschreiten.
Behandlung von Milchzähnen, Exstirpation,  Pulpektomie, Vitalamputation

Pulver-Flüssigkeits-Verfahren
Schlagwortbez. bei der Verarbeitung von Kunststoffen: bereits polymerisierte Partikel ("Pulver") werden mit einem Monomer ("Flüssigkeit") zu einem "Brei" o. "Teig" vermischt, welcher dann durch Polymerisation zu einer gewünschten Form aushärtet. Ausdruck üblich zur Unterscheidung anderer Verfahren, z.B. Polymerisation, lichtinduzierte
Langzeitpolymerisation, Polymerisation

Pulverstrahlgeräte
Luft-Pulver-Wasserstrahl-Instrumentierung, LPW, Abrasionsstrahlgeräte, engl.: powderblaster, air-abrasive instruments; auf dem Prinzip der kinetischen Energie eingesetzte Apparaturen. Dabei werden kleinste Pulverpartikel versch. Stoffe (Salze, Metalle) von einem starken Luftstrom transportiert und konstruktionsbedingt an der Austrittsdüse beschleunigt. Beim Auftreffen dieser aktivierten Teilchen auf die Oberfläche des Zahnes führt diese Bewegungsenergie - je nach Beschaffenheit des Pulvers - zu einem Substanzabtrag von Belägen auf dem Zahn oder von Zahnhartsubstanz. Welche und wie viel Substanz abgetragen wird, hängt ganz entscheidend von der Art des Pulvers und der korrespondierenden Oberfläche ab.
Neben den "echten" P. , die i.d.R. mit Aluminiumoxid arbeiten, gibt es die weit verbreiteten Pulver-Wasserstrahl-Geräte, PWS, welche mit Natriumbicarbonatkristallen (über 250mµ Korngröße) strahlen und bei der  Professionellen Zahnreinigung (PZR) eingesetzt werden.
  • Geräte auf Salzbasis (Natriumbicarbonatkristalle):
    Pulver-Wasserstrahl-Geräte, PWS, auch Air-Flow-System, "air polishing", "Airpolishing". Es befinden sich ca. 20 versch. Systeme auf dem Markt, welche entweder als "stand alone" oder als Aufsatz an eine Turbine angeboten werden.
    Haupteinsatzgebiet ist die Professionelle Zahnreinigung, wie z.B. die Entfernung von Genuss- und Nahrungsmittelverfärbungen (Nikotin, Kaffee, Tee, Rotwein) auf den sichtbaren Zahnflächen (siehe Abb.). Das aus der Düse geblasene Pulver-Wasser-Luft-Gemisch mit einer Korngröße von etwa 45 Mikron wird aus einer geringen Distanz im Winkel von 60 bis 90° auf die Zahnoberflächen (nicht das Zahnfleisch!) gebracht und kann so auch hartnäckige Verfärbungen von der Zahnoberfläche entfernen, wobei Luftdruck und Wassermenge je nach gewünschter Strahlkraft individuell einstellbar sind. Die Pulver bestehen zu etwa 95 Prozent aus Natriumhydrogencarbonat-Partikeln ("Backpulver", NaHCO3); um den salzigen Geschmack zu kaschieren und Verklumpungen zu vermeiden, werden noch Hilfsstoffe beigemischt. Daneben können auch Silikapartikel enthalten sein; Natrium-Bikarbonat- wie auch Silikapartikel sind seit langem wegen ihrer effizienten Reinigungswirkung als Schleifkörper in Zahnpasten enthalten. Im Gegensatz zu Ultraschallgeräten sind Pulver-Wasser-Strahlgeräte für die Zahnstein-Entfernung nicht geeignet.
    Nach der Reinigung ist eine lokale Fluoridierung unbedingt zu empfehlen (s.u.).
    Aus REM-Untersuchungen geht hervor, dass die Bearbeitung von kariesfreiem, gesundem Zahnschmelz mit Wasser-Pulverstrahlgeräten zu keinen Beschädigungen der Schmelzoberfläche führt. Bei Patienten mit hohem Plaqueaufkommen und erhöhtem Kariesrisiko sollte die Plaque nicht primär mit einem Wasser-Pulverstrahlgerät entfernt werden, da der meist oberflächlich schon geschädigte Schmelz durch die Bearbeitung derart beschädigt wird, dass eine Remineralisation nicht mehr möglich ist.
    Vorsicht ist vor allem am Zahnhals oder freiliegenden Wurzelabschnitten geboten, da Dentin und Zement wegen ihrer geringeren Härte schnell abgetragen werden. Hier bewegen sich die gemessenen Rauheitswerte nach der Behandlung um den Faktor 10. Durch einen über 30 s punktförmig applizierten Pulverstrahl können bereits kraterförmige Dentindefekte entstehen. Ebenso ist bei zahnärztlichen Restaurationen aus Kunststoffen (GIZ, Kompomere, Komposite) Vorsicht angebracht; bei Amalgam und Gold sind nach Einsatz mikroskopische Oberflächenveränderungen festgestellt worden, die es anraten lassen, bei der Belagsentfernung auf derartigen Materialien besser Polierpasten einzusetzen bzw. anschließend eine Politur durchzuführen. Im Gegensatz dazu bewirkt die Bearbeitung von heißgepresster Glaskeramik oder von gesinterter Verblendkeramik mit Pulverstrahlgeräten keine Zunahme der Oberflächenrauheit: Unter klinischen Bedingungen zeigen diese Materialien nach der Pulverstrahlreinigung keine Rauheitswerte und auch der Oberflächenglanz bleibt erhalten.
    Meist wird nach dem Einsatz derartiger Techniken eine Fluoridierung ("Schmelzhärtung") durchgeführt. Dabei ist zu beachten, dass Fluoride im sauren Milieu ihre beste Wirkung entfalten, der Natriumbicarbonat-Einsatz aber eine basische Umgebung bewirkt. Ein vorheriges gründliches Ausspülen der Mundhöhle ist deshalb notwendig.
    Als Einsatzgebiete derartiger Geräten kommen hauptsächlich in Frage:
    Entfernung hartnäckiger, nicht plaquebedingter Beläge (verursacht z. B. durch den Genuss von Tee, Kaffee, Nikotin oder Rotwein).
    Entfernung von hartnäckigen Black-Stain-Auflagerungen im sichtbaren Bereich.
    Reinigung der Zahnoberflächen vor Befestigung von Brackets und nach Entfernung von Brackets.
    Entfernung von Plaque bei Patienten, die im Rahmen von kieferorthopädischen Behandlungen bebändert worden sind und keine optimale Mundhygiene ausüben können.
    Reinigung des Fissurensystems von Molaren und Prämolaren vor einer Fissurenversiegelung.
    die Reinigung von den (sichtbaren) Implantathälsen durch Pulver mit reduzierter Korngröße wird heute zugunsten von Glyzin-Pulver nicht mehr empfohlen (s.u.)
    Anwendung an oberflächlich zugänglichen verunreinigten Zahnfleischtaschen ( Perio-polishing)
  •  Geräte auf Glyzin-Basis, sog. Perio-polishing:
    Wissenschaftler haben den Nutzen eines schwach abrasiven Zahnreinigungspulvers (Clinpro Prophypowder, 3M Espe AG auf der Basis der Aminosäure Glyzin, Korngröße < 63mµ) zur Reinigung der Wurzeloberflächen in Zahnfleischtaschen nachgewiesen. Es besteht aus einem biokompatiblen organischen Salz, dessen Kristalle sich langsam in Wasser auflösen. Zu einer nennenswerten Schädigung der Gingiva kam es nicht. Zudem ist die neue Methode mit 15 Minuten für eine komplette Behandlung weniger zeitaufwändig als eine Kurretage. Da in dieser Studie Zähne mit einer Taschentiefe von mehr als fünf Millimetern nicht berücksichtig wurden, fordern die Wissenschaftler weitere klinische Langzeitstudien. Erst dann könnte die Verwendung von schwach abrasivem Zahnreinigungspulver als Methode zur Plaqueentfernung im Rahmen einer parodontalen Erhaltungstherapie die herkömmlichen zeitaufwändigeren Methoden ablösen.
    Airflow mit Glycinpulver kann im Vergleich zu Natriumbicarbonatpulver als überlegene Methode, um Plaque an Zahnimplantaten zu entfernen, angesehen werden, weil Glycin weniger aggressiv ist. Darüber hinaus scheint die Verwendung von Glycinpulver eine aktive Rolle bei der Hemmung der bakteriellen Wiederbesiedlung von Implantaten in einer kurzen Testphase (24 h) zu besitzen (2012, aus www.implantate.com)
  • Geräte auf Aluminiumoxidbasis - kinetische Kavitätenpräparation (KCP):
    Aluminiumoxid-Strahlgeräte sind für die normale Zahnreinigung nicht geeignet, da sie viel abrasiver arbeiten. Der Indikationsbereich dieser Geräte unterscheidet sich je nach Leistungsfähigkeit und umfasst z.B. die Mattierung von Kronenoberflächen zur Okklussionsprüfung und das Aufrauen von Zahnoberflächen zum verbesserten Haftverbund mit Füllungsmaterialien. Eine alleinige derartige Vorbehandlung reicht aber nicht aus - die Anwendung der Säure-Ätz-Technik ist weiterhin (zusätzlich) notwendig.
    Daneben gibt es größere Geräte, die eigene Kompressoren enthalten oder mit dem Druck des Praxiskompressors arbeiten. In dieser Gruppe zeigen sich Leistungsunterschiede meist in längeren Bearbeitungszeiten, vor allem beim Präparieren oder beim Abtragen von Schmelz und Dentin, wenn z. B. eine beginnende Fissurenkaries behandelt wird (kinetische Kavitätenpräparation). Zum Abtragen von erweichten Substanzen (bestehende Karies) sind die Geräte allerdings nicht geeignet.
    Aluminumoxid-Pulver wird meist in 27 µm und 50 µm Körnung angeboten. Feinere Partikel, wie sie beispielsweise in zahntechnischen Strahlmitteln enthalten sind, können lungengängig sein und dürfen daher nicht eingesetzt werden; Spezialpulver für den intraoralen Gebrauch gelten jedoch als unbedenklich. Doch ist grundsätzlich der Einsatz von Kofferdam zu empfehlen.

Der Gebrauch derartiger Geräte setzt vom Anwender besondere Sorgfalt voraus, um nicht die umliegenden Gewebe zu verletzen. Im Hinblick auf den Schutz des Patienten und des Behandlers/Personals ist die bei P. bislang unvermeidliche Bildung einer Aerosolwolke zu bedenken. Deshalb muss auf eine gute Absaugung, die gegebenenfalls durch spezielle Absaugkanülen ergänzt werden kann, besonderer Wert gelegt werden. Weiter ist an die seltene Möglichkeit eines Luftemphysems bei unsachgemäßer/zu forcierter Anwendung zu denken.
Abstrahlen, ART-Technik, alternative Behandlungsmethoden, Fissurenversiegelung, Melanodontie, Multiband-Apparatur, Mundhygiene, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Raucherbelag
Sandstrahlen als geniale Ergänzung der rotierenden Instrumente

 

 


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Perio-polishing

 

 

 

 

 

 

 

Punktwert , engl.: point value; Verrechnungswert bei zahnärztlichen Leistungen, welchem ein entsprechender Cent/Euro-Betrag als Multiplikator zugeordnet wird. BEMA, Degression, Festzuschuss, GOZ

Punktzentrik ; Zentrik

Pus , lat.; Eiter

Putztechnik , Zahnbürstmethoden

Pyämie
Pyohämie, engl.: pyemia; metastasierende Allgemeininfektion, bei welcher sich die Keime - i.d.R. Eiterkeime aus der Staphylokokken-Spezies - vom ursprünglichen Herd entfernt auf dem Blutweg in andere Organe und Körperhöhlen ausbreiten ("Metastasen" bilden).
Blutvergiftung

pyogen , Eiter bildend

Pyorrhö
Pyorrhoe, reichliche Absonderung von Eiter, starker Eiterabfluss (ohne vorherigen chirurgischen Eingriff). In der ZHK ungebräuchlicher Ausdruck in Form der "Alveolarpyorrhö" für eine ausgeprägte Parodontitis marginalis

pyrogen, Fieber erzeugend o. verursachend

Pyrophosphorsäure
Diphosphorsäure, H4P2O7, in Zahnpasta anzutreffender Zusatz in Form des Natriumsalzes dieser Säure (z.B. blend-a-med Zahnsteinschutz). Soll kalkige Zahnbeläge (Zahnstein) entfernen können.

PZR , Abk. für professionelle Zahnreinigung


zu Pa-Pm

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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