Zahnwissen-Lexikon  O
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O , O2, O3
chem. Zeichen für Sauerstoff (engl.: oxygen): atomar, molekular, naszierend ( Ozon)
o okklusal

o.B. , ohne (krankhaften) Befund, engl.: N.A.D. (= no appreciable disease); Befund

Oberflächenanästhesie
"Schleimhautbetäubung", Schleimhautanästhesie, "Vereisung", auch als topische Anästhesie bezeichnet, engl.: surface anaesthesia; Ausschaltung der Empfindung von Haut/Schleimhaut. In der ZHK: direktes Auftragen (Einpinseln, Gel, Spray; kein Einspritzen) von Lokalanästhetika auf die Mundschleimhaut. Einsatz z.B. bei der Parodontalbehandlung (Scaling, Root Planing) unter Verwendung eines Gels (Lidocain 25 mg/g, Prilocain 25 mg/g; Oraqix) oder (mehr aus psychologischen Gründen) vor der eigentlichen Injektion eines Betäubungsmittels.
Anästhesie, Chlorethyl, Eugenol, Kälteanästhesie, Lokalanästhesie, Tetracain, Würgereiz



Oberflächendosis
Hautoberflächendosis, OD, HOD, engl.: skin dose; im Strahlenfeld einer Röntgenröhre liegender Hautbezirk. Erste - aber reversible - Schäden treten bei einer HOD von ~ 500 mSv auf. Zum Vergleich: Bei einer filmbasierten Panoramaröntgenaufnahme (OPG) liegt die HOD bei 0.3 - 2 mSv, beim Fernröntgen etwa bei 0.5 mSv.
Gonadendosis, Strahlenbelastung

Oberflächenhärte
besser: Randschichthärte, engl.: surface hardness; durch Bearbeitung unterschiedliche (verbesserte) Eigenschaft eines Werkstücks im Vergleich zum Kern dieses Materials, um z.B. die Korrosions- und Verschleißfestigkeit zu erhöhen; sie wird nach dem verwendeten Verfahren in HRB oder HRC nach Rockwell - Vickers oder HB nach Brinell ausgedrückt. Dies ist z.B. bei massiven metallischen Gegenständen durch plötzliches Abschrecken des vorher stark erhitzten Metalls (Austenitisation) möglich. Andere Möglichkeiten sind z.B. das Polieren des Werkstücks. Bestimmung z.B. durch die Kugeldruckhärte. Diese ist der Quotient aus Prüfkraft und der Oberfläche des Eindrucks, der durch eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 5 mm nach einer bestimmten Zeit verursacht wurde.
Härteprüfung

Obergesicht , engl.: upper face ; Biomet-Gesicht

Oberkiefer , engl.: upper jaw; Maxilla

Oberkieferbasis, Oberkiefergrundebene, NL-Ebene, engl.: upper jaw base; nicht exakt zu definierendes knöchernes Fundament des Oberkiefer-Alveolarfortsatzes; Oberkieferlänge, Nasallinie, Unterkieferbasis (Abb.)

Oberkieferbruch , Oberkieferfraktur ; LeFort

Oberkieferindex ; Maxilloalveolarindex

Oberkieferlänge
engl.: maxillary depth; Tiefe des Oberkiefers, gemessen von der Berührungsstelle der unteren Schneidezähne an den oberen beim Zusammenbiss ( Null-Linie) und einer virtuellen Verbindungslinie der 3. Molaren (Oberkiefer-Weisheitszähne).
Andere Bezeichnungen sprechen von einer relativen Oberkieferlänge (linearer Wert zwischen der Hinterseite der Condylen  und dem am weitesten dorsal liegenden Punkt der vorderen Kurvatur der Maxilla zwischen Alveaolarfortsatz und Spina nasalis ( A-Punkt). Diese steht bei 18-jährigen in einem Verhältnis von 1:1,3 zur (relativen) Unterkieferlänge
Alveolon, Gaumen, Kieferlänge, Maxilla, Oberkieferbasis, Unterkieferbasis


Oberlippe ; engl.: upper lip; Labium oris, Philtrum, Prolabium

Oberlippenfurunkel
engl.: upper lip furuncle; durch Staphylokokkken bedingte, lokal begrenzte eitrige Einschmelzung im Bereich der Oberlippe. Wegen der Gefahr einer Keimverschleppung (Gefahr einer Verschleppung der Bakterien in das Venensystem des Gehirns) sollte nach Möglichkeit nur konservativ (Antibiotikagaben) behandelt werden.
Lippenfurunkel

Oberlippenlänge
OLL, engl.: length of the upper lip; bestimmt durch den Abstand zwischen Subnasale und Stomion. Die O. ist etwa halb so lang wie die Unterlippenlänge. Als O. werden beim Mann 24 und bei der Frau 22 mm angegeben. Ober- und Unterlippenlänge ergeben addiert etwa ein Drittel der Gesichtshöhe
Biomet-Gesicht, gummy smile, Lippenschlusslinie, Papillameter

Objekt-Film-Abstand , engl.: object-film-distance; laterale Filmaufnahme

Obliteration
Verwachsung
, Verstopfung, "Verkalkung" engl.: do.; in der ZHK besonders im Zusammenhang mit einem Wurzelkanalzustand gebräuchlich. Diese geschieht hauptsächlich durch "Verkalkung" der Kanäle (= "obliterierter Wurzelkanal"); i.d.R. erfolgt eine Einlagerung dentinartiger Hartsubstanzen (s. Abb.; Zustand nach einem Zahnunfall) als Folge eines Traumas oder fortschreitendem Alter.
Abb.: vollständiger Wurzelkanalverschluss (unfallbedingt)
Schrödersche Lüftung


obsolet
veraltet, nicht mehr gebräuchlich, nicht mehr den Regeln der ärztlichen Kunst entsprechend, engl.: obsolete; eine o. Anwendung kann im Streitfall als Kunstfehler ( Haftung) gewertet werden.
siehe z.B. unter Arsenik, Devitalisation, Kragenplatte

Obturator
1.) (Gaumen-)Verschlussplatte, Defektprothese, engl.: do. or cleft palate prosthesis or speech aid prothesis; vom lat.: obturare = verstopfen; Oberkiefer-Mundprothese, durch welche Gaumendefekte (z.B. Gaumenspalten oder sonstige Defekte) zur Verbesserung der Nahrungsaufnahme und des Sprechens abgedeckt werden, soweit dies nicht durch chirurgische Maßnahmen möglich ist. Der individuell hergestellte Kunststoff-Block, der die Eröffnung abdeckt, befindet sich unter einer Prothesenbasis.
Auch eingesetzt nach der Operation großer Zysten nach Partsch I, um einen vorzeitigen Verschluss zu verhindern, ehe aus der Tiefe heraus genug Knochengewebe neu gebildet worden ist. Der Kunststoff-Block wird dabei in Kontrollsitzungen - dem Fortschritt der Heilung angepasst - schrittweise verkleinert.
2.) engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): Bezeichnung für einen Kunststoff-Träger, der äußerlich mit Guttapercha beschichtet ist. Diese Kombination wird in einem Ofen erwärmt, dabei plastifiziert sich die Guttapercha. Nach Einbringen des Obturators verbleibt dieser im Wurzelkanal
Abdeckplatte, Defektprothese, Epithese, Partsch, Prothese
Teleskopverankerte Obturatorversorgung








Resektionsplatte

Obwegeser
Prof. Hugo (*1920), bekannter Züricher Kieferchirurg; vor allem durch die 1953 publizierte stufenförmige sagittale Spaltungstechnik des Unterkiefers bei einer Progenie (sie ist als Start der modernen korrektiven Chirurgie des Gesichtsskelettes zu bezeichnen).

Occlusal-Rim-Inklinator ®
engl.: occlusal rim inclinator of Schreinemakers; occlusion rim = Bisswall, Inklination = Neigung; spezieller Bisswallformer nach Schreinemarker; Schreinemakers-Methode

OcP-MP-Winkel
Ocp = Occlusal plane, MP = Mandibular Plane; Winkel, gebildet aus der Okklusionsebene und Unterkieferebene, drückt die Relation zwischen den oberen und unteren Kieferbasen aus.
Fernröntgenbild

Octapressin
Oktapressin; synthetisches Analogon des Hypophysenhinterlappenhormons Vasopressin. Vasokonstriktor, der zu einer zusätzlichen Druckerhöhung im pulmonalen Kreislauf führt und bei Schwangeren vorzeitige Wehen auslösen kann (echte Kontraindikation bei Schwangeren). In der ZHK nur selten eingesetzt, da es keine echte Alternative zum Adrenalin darstellt.

Odds
"Chance"; die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt wird zum Beispiel auf 60 % (60/100; P = 0,6) geschätzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis nicht auftritt ist demgemäß 40 % und die O. (oder Chance) ist 60 : 40 bzw. 1,5.
Die Odds Ratio oder relative Odds beschreiben das Verhältnis zweier O. zueinander.

Ödem
Gewebe-Wassersucht, engl.: (o)edema; meist örtlich begrenzte oder auch allgemeine ausgebreitete Ansammlung in den Lymphspalten von aus den Blutkapillaren ausgetretener Plasmaflüssigkeit (seröse Flüssigkeit) mit entsprechender Vermehrung der Zwischenzellflüssigkeit.
Abszess, Cortison, Melkersson-Rosenthal-Syndrom, Quincke Ödem, Schwellung



ausgeprägtes Lippenödem beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom



Lippenödem 2 Std. nach Penicillingabe
OD-Füllung
engl. od-filling; gängige Kurzbezeichnung für eine zweiflächige Füllung an den großen und kleinen Backenzähnen, welche im Zahn die distale Approximalkavität und die Kaufläche einschließt (okklusal-distal).
Black, Füllung, Kavität, MOD-Füllung



Füllungs-Flächen

odont- , griech. Vorsilbe für Zahn-; Odontium

Odontalgie , Odontagra, engl.: odontalgia;  Gesichtsschmerz, Neuralgie Zahnschmerz, Schmerz

Odontalgie, atypische, engl.: atypical odontalgia; Gesichtsschmerz

Odontiatrie , ungebräuchliche Bez. für Zahnheilkunde

Odontitis , ungebräuchliche Bez. für alles, was mit Schmerzen am/im Zahn im Zusammenhang steht

Odontium
Zahnorgan, engl.: tooth structure; Oberbegriff für die eigentlichen Zahnstrukturen: Schmelz, Dentin und Pulpa. Gelegentlich wird fälschlicherweise noch der Zahnhalteapparat mit dazu gerechnet; dieser heißt aber Parodontium (par- = bei, neben)
Zahn

Odontoameloblastom
Odontoadamantinom, engl.: ameloblastic odontoma, odontoameloblastoma; gutartiger, selten vorkommender Tumor mit Einschlüssen von Zahnepithel, welches Ähnlichkeit mit einem Ameloblastom aufweist
Fibrodentinom, Odontom, Odontosarkom, Zahntumoren
Neoplasmen und andere Tumoren des odontogenen Apparates (Einteilung)

Odontoblasten
Dentinoblasten, die Dentin produzierende Zellen des Zahnes, engl.: odontoblasts, dentin-producing cells; an der Oberfläche der Pulpa.
"Die Odontoblasten liegen an der inneren Dentinoberfläche, also nahe der Pulpa. Sie sind nach ihrer Differenzierung nicht mehr teilungsfähig, sind aber zeitlebens zur Sekundär- und Tertiärdentinbildung befähigt. Die Odontoblastenfortsätze verlaufen in sog. Dentinkanälchen. Jeder Fortsatz ist von Gewebsflüssigkeit, dem so genannten Dentinliquor, eingehüllt, das den periodontoblastischen Raum ausfüllt. Die Fortsätze durchsetzen das gesamte Dentin und können variabel bis zu 5.000 µm lang sein. Seitenäste, die ins intertubuläre Dentin hineinreichen, stehen z.T. mit den lateralen Ästen der Nachbarfortsätze in Kontakt. Der zwischen den O. gelegene periodontoblastische Raum besteht zum größten Teil aus Gewebsflüssigkeit." (nach  Bibliothek Uni-Halle)
Feine Ausläufer der O. - die Odontoblastenfortsätze, engl.: odontoblasts processes - füllen die Dentinkanälchen aus (s.o.) und bilden das perikanaläre Dentin.
Unterhalb der Odontoblastenschicht befindet sich ein zellkernarmer Bereich, welcher als "subodontoplastischer Nervenplexus" oder als "Weil Zone" bezeichnet wird.
Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Caries profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die O. der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen fähig sind.
Dentin, Dentinogenesis imperfecta, Manteldentin, Mineralisation, Owen-Linien, Prädentin, Präodontoblasten, Retziusstreifen
 


odontogen ; dentogen, engl.: odontogenous; vom Zahn(-system) ausgehend, oder zur Zahnentwicklung bzw. zum Zahn(-system) gehörend, dental

odontogene Infektion  vom Zahn ausgehende/zusammenhängende Infektion

Odontogenese , Zahnentwicklung, engl.: odontogenesis; Gebiss, Zahn, http://www.dental.uni-greifswald.de/

Odontogenesis imperfecta
Odontodysplasie
, engl.: do.; erbliche, nur selten anzutreffende Zahnentwicklungsstörung, welche gleichzeitig beide Zahn-Hartgewebsstrukturen (Dentin, Schmelz) betrifft
Amelogenesis imperfecta

odontogene Tumore , Zahntumore, ausführliche Darstellung: http://www.kinzel-web.de/

Odontogramm
engl.: dental record;  Schaubild des Zahnschemas. Aus forensischen Gründen vom eigentlichen Zahnschema abweichend, z.B. mit Darstellung der Wurzeln oder der einzelnen Zahnflächen. Nach den Darstellungsformen wird unterschieden in anatomisches und geometrisches Diagramm.
Zahnschema

Odontoide, unübliche Bezeichnung für Zapfenzähne, bzw. Mesiodentes

Odontoklasten
"Dentinfresser", engl.: dentinoclasts, odontoclasts; auf den körpereigenen Abbau von Zahnhartsubstanzgewebe (Dentin) spezialisierte "Fresszellen". Sie spielen eine wichtige Rolle im Wechselgebiss, wo sie den größten Teil der Milchzahnwurzeln resorbieren. Auch anzutreffen bei der Resorption von replantierten Zähnen.
Den Abbauvorgang bezeichnet man als Odontoklasie.

Odontolithiasis , engl.. do.; unüblicher Begriff für den Befall der Zähne mit Zahnstein

Odontologie
"Lehre von den Zähnen", engl.: odontology; in D ebenso ungebräuchliches Wort für Zahnheilkunde wie der Begriff Odontostomatologie (Lehre von den Zähnen u. der Mundhöhle; Zahnheilkunde); ebenso ist der Begriff Odontologe oder Stomatologe, engl.: odontologist, stomatologist = Zahnarzt in D nicht gebräuchlich.
Stomatologie

Odontom
zahnähnlicher (gutartiger) Tumor, engl.: odontoma(e); O. sind die häufigsten odontogenen Tumoren und betreffen bevorzugt den hinteren Bereich des Unterkiefers und den vorderen Anteil des Oberkiefer. Sie werden heute überwiegend als entwicklungsbedingte Anomalien (sog. Hamartome) der embryonalen Zahnleiste und nicht als echte Tumore angesehen. O. entwickeln sich im Zusammenhang mit Zähnen der zweiten Dentition, eine Assoziation mit Milchzähnen ist ausgesprochen selten. Die Mehrzahl der O. bleibt klinisch symptomlos und wird entweder anlässlich einer röntgenologischen Routinediagnostik oder auf der Suche nach der Ursache einer Zahnretention entdeckt, oft erst nach dem 20. Lebensjahr. Gelegentlich röntgenologisch mit einem Osteom zu verwechseln.
Ein sehr seltenes dentinähnliches Geschwulst, das Dentinom bzw. Dentinoblastom, wird verschiedentlich als eine Abart des O. angesehen.
Ameloblastom, Dens in dente, Dentinom, Fibrodentinom, Hyperodontie, Odontoameloblastom, Osteoodontom, Zahntumoren
Neoplasmen und andere Tumoren des odontogenen Apparates (Einteilung)







Odontomere
Verschmelzung aus Protomer und Deuteromer; nach der Dimertheorie von Bolk sind fast alle Säugetierzähne aus einer Verschmelzung von zwei Reptilienzähnen hervorgegangen. Die Spitzen der Molaren und Prämolaren stimmen mit einer Reptilienzahnreihe überein, man bezeichnet diese als Protomer. Die Innenseiten - Deuteromer - entstammen einer zweiten Reptilienzahnreihe.
http://jdr.iadrjournals.org/cgi/reprint/7/1/1.pdf oder © Journal of Dental Research (anthropologische Aspekte)

Odontometer , Endometrie

Odonton
nicht klar definierter Begriff für den Zahn und seine umgebenden Strukturen; z.B.: "Zahn mit seiner morphologischen Umgebung und seiner physiologischen Funktion" (Spranger 2004); gern im Zusammenhang mit einer ganzheitlichen Betrachtung gebraucht. "... Aus funktioneller Sicht sollte man nicht den Zahn allein als Einheit auffassen, sondern ihn als Teil des "Odonton" sehen. Es ist daher aus ganzheitlich-funktioneller Sicht falsch, wenn man von einem beherdeten Zahn spricht; vielmehr sollte man von einem "beherdeten Odonton" sprechen." (aus http://www.naturmednet.de)
integrative Medizin

Odontopathie ; engl.: odontopathy; "Erkrankung der Zähne";  wenig gebr. Sammelbegriff für alles, was mit einer angeborenen oder erworbenen Zahnerkrankung zu tun hat.

Odontoplastik
engl.: odontoplasty; wenig gebr. Sammelbegriff für chirurgisch-plastische Eingriffe am Gebiss, wie etwa Hemisektion, Prämolarisierung, Re-/Transplantation, Nivellierung und Erweiterung (Tunnelierung) von Furkationen zur verbesserten Mundhygiene

Odontosarkom
ameloplastisches; sehr seltener, durch Entartung von Ameloblasten (Zahnschmelz-bildendes Epithel) verursachter, bösartiger Tumor; Zahntumore

Odontoskopie
endoskopische Behandlung in der Zahnheilkunde mit speziell dafür entwickelten, endoskopartigen Geräten. In der ZHK werden Bilder bisher durch so genannte intraorale Kameras verfügbar gemacht - mit hohem Nutzen für die Patienteninformation und Patientenmotivation. Für die professionelle Nutzung bildgebender Systeme in der Mundhöhle sind intraorale Kameras allerdings nur begrenzt einsetzbar. Ein speziell für den Einsatz in der Mundhöhle konzipiertes Endoskop, das Odontoskop, wird in der Mundhöhle platziert, das Operationsfeld Zahn wird auf einem oder mehreren Monitoren online dargestellt.
Weitere Informationen: Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin Abt. Zahnärztliche Chirurgie Prof. Dr. Wilfried Engelke, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen ,Tel.: 0551/39 - 8303 oder 28 68

Odontostomatologie ; im deutschen Sprachraum ungebräuchlicher Begriff für Zahnheilkunde

odous , Plural: odontes; griechische Bezeichnung für Zahn

Offener Biss
Hiatodontie, engl.: open bite; besonders im Schneidezahnbereich vorkommendes "nicht Zusammenbeißen" aller oder einiger Zähne des Ober- mit dem Unterkiefer. Als Hauptursache dieses multifaktoriellen Geschehens gilt das Lutschen (sog. lutschoffener Biss) über ein gewisses Säuglingsalter hinaus, sodass bleibende Kieferverformungen auftreten; weniger ausgeprägt sind genetische Faktoren und Parafunktionen. Nur noch selten beobachtet wird der "rachitisch offener Biss"
Von der klinischen Ausprägung her werden versch. Stufen unterschieden:
der pseudo-offene Biss mit einem Overjet und Overbite < 1mm
der einfache oder frontal-offene Biss > 1mm
der komplexe-offene Biss mit Beteiligung / einschließlich der Prämolaren
der komplizierte-offene Biss mit Beteiligung / einschließlich der Molaren
der seitlich-offene Biss
Abweichung, apicale Basis, Deckbiss, Federaktivator, Genfer Platte, Infraokklusion, Kieferbasiswinkel, kieferorthopädische Frühbehandlung, Labium, Lutschen, Mundvorhofplatte, Okklusion, Propulsor, Rachitis, Schluckmuster, Tiefer Biss, Zungenpressen
Der "offene Biss" kann vermieden werden - trotz Schnuller



frontal-offener Biss

seitlich-offener Biss

 

Öffentlicher Gesundheitsdienst
ÖGD, engl.: Public-Health-Institution(s) or Service; Sammelbegriff für alle auf die Bundesländer übertragenen Einrichtungen mit dem Aufgabenbereich für Gesundheitsschutz, Gesundheitshilfe und Aufsicht über Berufe und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Er gilt als "dritte Säule" des Gesundheitswesens mit seinen vorrangigen Aufgaben im Bereich der Bevölkerungsmedizin, der Prävention und der Gesundheitsförderung. Hauptamtlich sind etwa 500 Zahnärzte im Ö.G. beschäftigt.
BZÖG, DAJ

Öffnungsklausel
engl.: opening clause; Nebenbestimmung in einem Vertrag, durch welche bestimmte Passagen dieses Vertrages aufgehoben/abgeändert werden. Im Gesundheitswesen durch das Versicherungsvertragsgesetz VVG, Neufassung ab 2008 von Bedeutung bei der privaten Rechtsbeziehung zwischen Patient und (Zahn-)Arzt. So war geplant, bei der Neufassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) eine Ö. zu verankern (= abweichende Regelungen in Verträgen von Privaten Versicherungen oder Beihilfeträgern mit Zahnärzten oder Gruppen von Zahnärzten). Mit der angedachten Ö. sollten u.a. (zahn-)ärztliche Leistungen pauschaliert und außerhalb der staatlich geregelten Gebührenordnungen abgerechnet werden können. Besteht bisher (2011) zwischen (Zahn-)Arzt und Patient eine ausschließlich direkte Beziehung (sog. "Zweierbeziehung") ohne den Einfluss einer privaten Versicherung, so könnte mit einer Ö. diesen Kostenträgern neue Einflussmöglichkeiten zugestanden und Direktverträge ("Einzelverträge") mit Zahnärzten außerhalb der GOZ erlaubt (sog. „Discountklausel“) werden.
Selektivvertrag bei Gesetzlich Versicherten

Öffnungskurve
Kieferöffnungskurve, engl.: aperture o. opening curve; projizierte Bewegung der Kiefergelenkköpfchen bei der Mundöffnung. Der komplizierte anatomischen Aufbau der Kiefergelenkes bedingt, dass sich der Unterkiefer bei seiner Öffnung nur in der Anfangsphase wie bei einem Scharniergelenk auf einer Kreisbahn bewegt, bei weiterer Öffnung gleitet der Unterkiefer dann nach vorn und unten. Es ergibt sich eine kombinierte Dreh- und Gleitöffnungskurve.
Bennet-Bewegung, Bennett-Winkel, Gelenkbahn, Kiefergelenk, Kondylenbahnwinkel, Scharnierachse, Translation, Unterkieferbewegung

Ögram - System
Verfahren zur "schonenden" Zahnentfernung; "modernisiert die Zahnextraktion, unter Ausnutzung der physikalischen Gesetze, auf einfachste Art und Weise"; "easy and stress free non-invasive tooth removal system"
http://www.oegram.de/informat.htm , http://www.ogramsystem.com/
Extraktion

OHI (Index) ; Oraler Hygiene Index; Mundhygiene-Status

OHIP
Oral Health Impact Profile als Charakterisierung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität. Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) definiert:
"Aufgrund der wesentlich gestiegenen Lebenserwartung steht zunehmend auch die "gesundheitsbezogene Lebensqualität" im Vordergrund als Ziel medizinischer/zahnmedizinischer Interventionen und gesellschaftlicher Anstrengungen. Lebensqualitätsforschung hat sich zu einem festen Bestandteil der sog. "Outcomeforschung" entwickelt. (Mund)gesundheitsbezogene Lebensqualität charakterisiert sozusagen als zweite Dimension die subjektiv wahrgenommene Seite des (Mund)gesundheitszustands. Zu den anerkannten und im englischsprachigen Raum schon häufig eingesetzten Messinstrumenten zur Erfassung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität gehört das Oral Health Impact Profil (OHIP). Es wurde erstmalig für Deutschland dieses Instrument einer gesamtdeutschen Normierung auf der Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragungsstichprobe unterzogen und auf seine statistische Aussagekraft überprüft. Mit der deutschen Version des OHIP liegt ein international kompatibles Instrument zur Erfassung der MLQ vor. Mehr Informationen erhalten Sie unter "Publikationen" (IDZ-Information Nr. 1/03)."
Mundgesundheit

OHI-S Index , Mundhygiene-Status

Ohnmacht ; Synkope, engl.: faint; Kollaps

Ohrakupunktur
engl.: auricular acupuncture; beliebtes Akupunkturorgan nach der Vorstellung, dass die Ohrmuschel als Reflexzone für den ganzen Körper Bedeutung hat. Gesucht werden die einzelnen Punkte, indem ein auf den Kopf gestellter Fötus die entsprechende Projektion in der Ohrmuschel hinterlässt. In der ZHK von gelegentlicher Bedeutung beim Würgereiz.
Akupunktur, Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und dem Gesamt-Organismus



überarbeitet nach
©: http://www.naturamed.de/

Ohr-Nasen-Ebene (Nasoaurikularebene) Camper Ebene

Ohrspeicheldrüse , engl.: parotic (Glandula) Parotis

OK ; Abk. für Oberkiefer; Maxilla

Okkludator
Jargon: "Klipp-Klapp (Artikulator)", engl.: cast relator, occluder; nicht zur Reproduktion von Kieferbewegungen geeignetes, einfaches Gerät zum Befestigen von Gipsmodellen des Ober- und Unterkiefers, um anschließend einfache zahntechnische Arbeiten oder oberflächliche zahnärztliche Modelluntersuchungen durchführen zu können. Von der Konstruktion her ist der O. ein reines Scharniergerät. Er kann deshalb - im Gegensatz zum Artikulator - nur eine reine Rotationsbewegung in die Schlussbiss-Stellung simulieren. Zum Anfertigen von zahntechnischen Präzisionsarbeiten gilt der O. als obsolet, da er z.B. keine individuelle Kauflächengestaltung zulässt und keine individuellen Beziehungen zum Kiefergelenk herstellt.
Artikulator, Bewegungssimulator, Fixator, Modellmontage

okkludieren ; engl.: occlude, close together, shut; gegenseitiges Berühren von Zähnen/Zahngruppen des Ober- mit dem Unterkiefer; Antagonist Okklusion , Okklusionseinheit

okklusal , occlusal, o;   Flächen- und Richtungsbezeichnung: auf der Kaufläche, zur Kaufläche hin; Zahnflächen

Okklusalauflage ; engl.: occlusal rest; Auflage

Okklusalaufnahme
Aufbissaufnahme, engl.: occlusal view o. radiograph(y); intraorale Röntgenaufnahme, bei welcher der Zahnfilm (möglichst groß) beim Zusammenbiss auf der Kaufläche liegt. Der Röntgentubus mit seinem Zentralstrahl befindet sich parallel zur Zahnachse und trifft so etwa senkrecht auf die Filmebene auf. Im Oberkiefer aus anatomischen Gründen durch die halbaxiale Projektion ersetzt, bei welcher der Zentralstrahl in einem Winkel von ~ 65° zum Nasenrücken verläuft; andere Techniken benutzen Winkel von über 80° (= extrem hypometrische Aufnahme). Da der Zentralstrahl nicht parallel zur Zahnachse verläuft, sind auch Wurzelabschnitte auf dem Röntgenbild erkennbar.
Die O. dient zur Diagnostik von verlagerten Zähnen ( Aufbissaufnahme), (Unter-)Kieferbrüchen, Speicheldrüsenerkrankungen ( Speichelsteine) und Tumoren; ebenso kann der größte Zahndurchmesser bestimmt werden.
Aufbissaufnahme, laterale Zahnaufnahme, Mundbodenaufnahme



 


okklusale Interferenz
Oberbegriff für klinische Erscheinungsformen, welche die Harmonie der Kontakte von Zähnen während der Okklusion behindern. Okklusionsstörungen

okklusaler Kompass
nach M. H. Polz, engl.: "occlusal compass"; ein biomechanisches Aufwachskonzept zur Rekonstruktion der Oberfläche von Kauflächen. Der o. K. beschreibt die Bewegungsbahnen der antagonistischen Höckerstrukturen entlang der Kauflächenmorphologie der aufzuwachsenden Kaufläche.
Schulz hat die Systematik des Aufwachskonzeptes durch Einführung eines Farbcodes noch verfeinert: Jede Höckerstruktur - entlang derer sich eine bestimmte Bewegungsbahn des Unterkiefers entwickelt und die für diese Bewegungsbahn das strukturelle Kauflächenkorrelat bildet - erhält eine bestimmte Farbzuteilung, in der die betreffende Kauflächenstruktur aufgewachst wird.
Aufwachstechnik, Funktionsanalyse, Metakonus, Okklusion, Rekonstruktion, Okklusionsfeld

Okklusiogramm
Okklusionsdiagramm
, dynamische Bissregistrierung, engl.: occlusiogram; dient auf der Basis von "Gusswachs" der sog. Okklusionsdynamik und unterteilt sich in einen einfach durchzuführenden MINI-CHECK und die umfangreiche instrumentelle Analyse im Artikulator, dem ARTI-CHECK nach Point
Checkbiss, Bissnahme, Okklusaler Kompass, Okklusionsfeld
http://www.orthocad.com/images/3D_occlusiogram_large.jpg

Okklusion
"Zusammenbiss", "Kauberührung" der Zähne, Kieferschluss, engl.: (dental) occlusion, (bite); allgemein: jeder Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers; Aufeinandertreffen der oberen und unteren Zahnreihen bei zwanglosem Kieferschluss ( Ruheposition). Unterteilung in dynamische u. statische Okklusion.
In der Funktionsanalyse gibt es unterschiedliche Auffassungen über die "richtige" O.. Es hat sich als praktikabel erwiesen, zwischen idealer, physiologischer, nichtphysiologischer und zu behandelnder O. zu unterscheiden.
Ebenso existieren versch. Okklusionskonzepte (engl.: occlusion concepts) mit Vorstellungen, wie die Zähne bei der Vorschub- und Seitwärtsbewegung miteinander im Kontakt stehen sollten: Eine beidseitig balancierte O., eine einseitig balanciert O. (auf der Arbeitsseite) bei der Seitwärtsbewegung, Front-/Eckzahnführung oder -stützung bei Vorschubbewegungen, usw. . Allen Konzepten ist gemein, dass sie einzeln bisher keine Allgemeingültigkeit erlangt haben und wissenschaftlich sehr unterschiedlich beurteilt werden. Unabhängig davon müssen diese versch. Konzepte generell verhindern, dass die Kiefergelenke einer übermäßigen Druckbelastung durch eine unzureichende Abstützung der Zahnreihen ausgesetzt sind.

Der Begriff dynamische Okklusion (engl.: dental articulation or dynamic occlusion) = Zahnkontakte bei Bewegung des Unterkiefers, hat die ehem. Bezeichnung "Artikulation" abgelöst; im Unterschied dazu steht der Begriff "statische Okklusion" (engl.: static occlusion) = Zahnkontakte ohne Bewegung des Unterkiefers in Interkuspidation(-sposition) (IKP).
Steuerungsfaktoren für die dynamische Okklusion sind:
das Kiefergelenk
die ineinander greifenden Höcker und Grübchen der Zähne
Muskulatur, Nerven und Psyche

Weitere Begriffe im Zusammenhang mit der O.:

  • habituelle Okklusion (engl.: habitual occlusion)
    gewohnheitsmäßig eingenommener Zusammenbiss (statische Okklusion)
  • zentrische Okklusion, ZOP, (engl.: centric occlusion)
    statische Okklusion in zentrischer Kondylenposition ( Zentrik), auch als ZOP = zentrische Okklusionsposition bezeichnet
  • Eine forcierte dynamische Okklusion entsteht durch starke Anspannung der Kaumuskeln (z.B. Pressen) oder durch manuelle Führung des Unterkiefers.
  • Eine bilateral balancierte Okklusion bedeutet, dass in der Laterotrusionsbewegung sowohl Okklusionskontakte auf der Arbeits- als auch auf den Molaren und Prämolaren der Balanceseite auftreten. Meist vorkommend bei Kopf- und Offenem Biss
  • Eine unilateral-balancierte Okklusion bedeutet einseitiger Gruppenkontakt. Ohne Balancekontakt ist diese Form selten, mit Balancekontakt als Regel anzutreffen

Der Einfluss einer regelrechten O. hinsichtlich der Entstehung von Myoarthropathien ("Störung der neuromuskulären Balance") wurde und wird sehr kontrovers diskutiert. Heute (2009) geht man davon aus, dass der O. nicht die allein entscheidende Rolle zukommt; allerdings kann sie als einer von vielen Faktoren an der Prädisposition, Auslösung und Aufrechterhaltung von Myoarthropathien hauptsächlich beteiligt sein.
Ebenso scheinen okklusale Störungen auf die Parodontitis keinen großen Einfluss zu haben - lediglich kann eine Progression verstärkt werden.
Umstritten ist, ob eine Okklusionsstörung (engl.: occlusal disturbance) in funktioneller Wechselwirkung mit Veränderungen der Wirbelsäule steht. So wird vermutet, dass derartige Störungen die neuromuskulären Balance verschieben und so hypomobile Bewegungsstörungen der HWS und des SIG verursachen können.

Bei der Anfertigung eines funktionstüchtigen Zahnersatzes - welche i.d.R. außerhalb des Mundes und in einem Dentallabor durchgeführt wird - muss die O. des Patienten reproduzierbar übertragen werden, um dem Zahntechniker ein angenähertes Bild der Bewegungsabläufe und der Zuordnung von Ober- und Unterkiefer im dreidimensionalen Raum zu vermitteln (Artikulatoren, mechanische u. elektronische Aufzeichnungsverfahren, virtuelle Artikulatoren).
ABC-Kontakte, adjustiert, Arbeitsseite, Artikulation, Bewegungssimulator, Bissnahme, Checkbiss, Christensensche Phänomen, Disklusion, Doppelbiss, Eckzahnführung, Einschleifen (von Zähnen), Fehlbiss, FGP-Verfahren, Fixierungsschiene, Frontzahnführung, Frontzahnstufe, Gegenbiss, Gelenkbahn, Gleitbahn, Gnathologie, Hackbiss, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), Infraokklusion, Interalveolärlinie, Kaubewegung, Kaufläche, Kompensationskurve, Kopfbiss, Kreuzbiss, Malokklusion, Myoarthropathien, Nonokklusion, Offener Biss, Okklusionsebene, Okklusionseinheit, Okklusionsfeld, Okklusionsfläche, Okklusionskonzepte, Okklusionsstörung, Okklusogramm, Primärkontakt, Proglissement, Quetschbiss, Registrat, Remontage, Ruheposition, Rundbiss, Scherhöcker, Schlifffacette, Schlussbiss, Spee-Kurve, Stops, Supraokklusion, TMD, Tripodisierung, Vestibulookklusion, Vorkontakt, Wachsaufstellung, Zentrik
Okklusion gestalten (zm, 2017, 5 Beiträge!)
Sehr ausführliches Skript (Uni Tübingen, 2,7 MB) , © Uni Tübingen
Occlusion ..The KEY to dentistry (sehr ausführlich mit vielen Grafiken, engl.)
Okklusion und CMD - eine Standortbestimmung (2013)




Okklusionsebene



Dreipunktkontakt der "Punkt-Zentrik"

Okklusionsabdruck ; Abdruckarten

Okklusionsanalyse , Okklusionsdiagnostik, instrumentelle Funktionsanalyse , klinische Funktionsanalyse

Okklusionsebene
Kauebene, Bissebene, Okklusalebene, engl.: bite or occlusal plane; fast parallel zur Camper-Ebene verlaufende Bezugslinie, welche durch die beiden Punkte:
Berührungspunkt der unteren Schneidezähne mit den oberen = Inzisalpunkt  und
Spitzen der disto-bukkalen Höcker der zweiten untern Molaren
verläuft. Die Kieferorthopädie nimmt - da die 2. Molaren im jugendlichen Alter noch nicht vorhanden sind - auch die mesio-bukkalen Höckerspitzen der 1. unteren Molaren ("Sechsjahrmolar") als Referenz.
Die O. liegt i.d.R. auf der Höhe der Lippenschlusslinie.
Der Okklusionsebenenwinkel - auch Kauebenenwinkel - ist der Winkel zur senkrecht verlaufenden Nasen- bzw. Orbitalsenkrechten
Balkwill-Winkel, Christensensche Phänomen, Gelenkbahn, Okklusion, Spinaebene, Zungenäquator





Okklusions-
ebenenwinkel

Okklusionseinheit
engl.: occlusal unit; Beschreibung für das Zusammentreffen von 3 Zähnen in einem regelrechten Gebiss, da hier ein Zahn (die oberen endständigen Zähne ausgenommen) immer zwei gegenüberliegende Zähne (Antagonisten) berührt.
Aktionsfläche, Kaukraft, Okklusionsfeld, Okklusionsfläche, Zahnwanderung

Okklusionsfeld
engl.: bite or occlusal area or field; in der Literatur von versch. Bedeutung:
okklusaler Funktionsbereich eines Höckers im Antagonisten (s. Abb.)
nach Gerber: schematische Darstellung des funktionellen Kontakts der Zähne des Ober- u. Unterkiefers in den versch. Bissphasen. Die einzelnen Berührungspunkte ( Interkuspidationskontaktpunkte) werden durch Linien miteinander verbunden und ergeben das O.
nach Hiltebrandt: horizontales Bewegungsfeld mit einem Durchmesser von 1-2 mm bei normaler Okklusion der Zahnreihen (Interkuspidation). Nimmt man das O. zwischen habitueller und zentraler Okklusion, so wird dies heute als "long centric" bezeichnet.
ABC-Kontakte, Okklusion



Okklusionsfläche
engl.: occlusal table; der Teil der Kaufläche, der während der (dynamischen) Okklusion mit dem Antagonisten in Kontakt ist.
Zuweilen auch als die Summe aller okklusalen Kontaktflächen definiert.
Aktionsfläche, Okklusion

Okklusionsfolie
Okklusionsprüffolie, Artikulationspapier, Kontaktfolie, Okklusionspapier, Prüffolie, engl.: articulating or occlusal paper; probates Hilfsmittel zur Überprüfung der Okklusion ("Okklusionskontrolle") beim regelrechten Zusammenbiss (Interkuspidation) wie auch während der dynamischen Okklusion: Mit Farbstoff beschichtete/getränkte Folien versch. Stärke (meist ~ 0,2-0,3 mm stark) hinterlassen Spuren auf den entsprechenden Zähnen und geben so grobe Rückschlüsse auf evtl. Störungen.
Andere Hilfsmittel ("Okklusionsindikatoren") können Sprays bzw. spezielle Wachse sein; elektronische Folien, welche auf Belastung sehr viel sensibler reagieren, haben sich in der Praxis bisher (2009) nicht durchsetzen können.
Einschleifen,
Malokklusion, Okklusion, Shimstock Folie


Okklusionskonzepte
Führungskonzepte, engl.: occlusal concepts; auf durch Nachdenken, Analysieren und gewonnenen Erfahrungen basierende Idealvorstellung darüber, wann und wie Zähne miteinander in Kontakt treten oder entsprechende Kontakte aufgehoben werden sollten:

Artikulationsausgleich, funktionelles Dreieck, Gleitbahn, Gnathologie, Okklusion
Okklusion gestalten: Alle Artikel zur Fortbildung (zm, 2017)

Okklusionskorrektur, engl.: occlusal contouring; Einschleifen

Okklusionskurve , engl.: occlusal curve o. curvature; Spee-Kurve, Wilson Kurve

Okklusionsschiene , AufbissSchiene

Okklusionsstörungen
Malokklusion, Okklusionsanomalien, Okklusionsabweichungen, engl.: malocclusions, occlusal disturbances; den Zusammenbiss der Zähne behindernde Faktoren unterschiedlicher Form und Ursache:

Dekuspidation, Fehlbiss, Gleithindernis, Okklusion

Okklusionszyste, Einschlusszyste, engl.: postoperative maxillary cyst; Verschlusszyste ; http://www.zm-online.de/

Okklusogramm , engl.: occlusogram;
1.) "Okklusionsüberblick ohne Instrumente", Registrat als einfache Methode im Rahmen der Gebissanalyse, um sich einen Okklusionsüberblick zu verschaffen (klinische Untersuchung der statischen und dynamischen Okklusion).
2.) Von Kinast entwickelte Technik einer Zahnbogendurchzeichnung über ein Fotokopiergerät im Rahmen einer Gebissanalyse; heute durch andere Methoden (z.B. computergesteuerte 3D-Methoden) abgelöst.

ökologische Plaquehypothese ; Plaque

okzipital ; engl.: occipital; Lagebez.: in Richtung Hinterhaupt oder am Hinterhaupt gelegen

okzipitofrontale Aufnahme , engl.: occipitofrontal radiograph; Kiefergelenkaufnahme

Olaflur
Diamin, Bis(hydroxyethyl)-aminopropyl-N-hydroxyethyl-octadecylamine-dihydrofluoride, C27H60F2N2O3, Kariesprophylaktikum, engl.: do.; ein von der Stearinsäure abgeleitetes Di-(Hydro-)Fluorid einer quarternären Ammoniumbase; Hauptbestandteil der gebräuchlichen Aminfluoride; sorgt für gute Substantivität. Das in handelsüblichen Fluoridpräparaten enthaltene O. basiert auf einem Fettsäuregemisch von Rindertalg. Anwendung als 0.5 - 5 % Lösung.
Fluoride, meridol
Studie zur Fluoridaufnahme im Zahnschmelz

oligo- ; engl.: do.,; prefix for "a few" or "scanty"; Wortbestandteil mit der Bedeutung "wenig"

Oligodontie , Zahnunterzahl, engl.: oligdontia Hypodontie

oligodynamische Wirkung
zusammengesetzt aus oligos = wenig, dynamis = Kraft, engl.: oligodynamic activity or effect; besonders von den Metallen Silber und Kupfer her bekannter Effekt, dass schon kleinste Mengen von Metall-Ionen Keime abtöten oder in ihrem Wachstum hemmen. Derartige Effekte werden z.B. beim metallenen Essbesteck oder Türgriffen ausgenutzt. Auch das früher in der Kinderbehandlung eingesetzte und heute obsolete Kupferamalgam zeichnete sich zumindest durch eine sehr gute Kariesbakterien-abtötende Wirkung aus. Auch das gemeine Amalgam hat eine derartige Wirkung, während moderne ("weiße") Füllungsmaterialien einen derartigen Effekt - wenn überhaupt durch beigemischte Stoffe - nicht in dieser Intensität besitzen.
BASF Podcast: Der Chemie Reporter - Warum hemmt Silber das Wachstum von Bakterien?

Oligosialie
verminderter Speichelfluss
, Hyposialie, Hyposalivation, engl.: oligosialia; Krankheitsbild, bei welchem zu wenig Speichel gebildet wird (etwa 0,7 ml/Minute, im Vergleich zu mindestens 1 ml/Minute beim gesunden Menschen). Häufig medikamentenbedingt oder als Folge von Bestrahlungen auftretend.
Sialadenitis, Sjögren-Syndrom, Speichelmenge, Strahlenkaries Xerostomie


Omega-Kiefer
Lyrakiefer, anormaler Zahnbogenverlauf, bei welchem (in der Aufsicht) die Frontzähne nach labial und hauptsächlich die Prämolaren nach oral gekippt/gewandert sind: dadurch ergibt sich die angenäherte Form eines W.
Häufige Ursache für eine omegaförmige Kieferverformung ist eine Fehlfunktion der Zungen und Wangenmuskulatur. Daher resultiert auch ein frontal offener Biss. Die Patienten haben in der Regel ein viszerales Schluckmuster. Eine Therapie ohne Umstellung der Weichteilfehlfunktionen neigt zu erheblichen Rezidiven.
 


OMI
Abk. für Orthodontisches Mini-Implantat; kleine Schraube, welche z.B. in den (Unter-)Kieferknochen als orthodontische Verankerung eingesetzt wird. Dient als zusätzliche Verankerung bei festsitzenden Apparaturen um entsprechende Zahnbewegungen durchzuführen. Die biomechanischen Auswirkungen auf den Knochen durch derartige orthodontische Kraftsysteme oder durch Kaukräfte wurden bislang nur wenig untersucht.
Implantat, Kieferorthopädie


©: http://wodan.meb.uni-bonn.de/

One-bottle-System , Adhäsivtechnik

One-Stage Full-Mouth Disinfection , (OSFM); Full-Mouth Disinfection

Onlay
Kuppelfüllung
, Gussfüllung, engl.: do.; ausgedehnte Gussfüllung mit Bedeckung der gesamten Kaufläche bis zu den Höckerspitzen hin (sog. "Innenschliff").
Bedingt durch die Größe des Defektes werden die statisch geschwächten Zahnwände durch teilweises Bedecken über einzelne kautragenden Höcker des Zahnes geschützt (in der Abb. re. sind es die beiden vorderen Höcker). Der Übergänge zur Teilkrone sind fließend und nicht exakt definierbar. Gelegentlich wird auch noch von einem Overlay gesprochen, dann wenn die Höcker nicht "überdeckt" sondern "übergriffen" (buccal und oral mit einem "Außenschliff" versehen) werden. Auch hier sind die Übergänge von der der Definition her fließend und nicht einheitlich.
Inlay, Höckerschutz, Gussfüllung, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Kastenpräparation, Konturfüllung, Overlay, Teilkrone, Tucker-Technik

 



Abgrenzung:
Inlay, Onlay,
Teilkrone



Onlay-Plastik
Auflageplastik
, zu den augmentativen Techniken zählende Operationsverfahren, bei welchen Substanzen ( Knochersatzmaterialien) der Unterlage aufgelagert werden. O. sind prognostisch ungünstiger als Inlay- Plastiken, bei denen mehrseitige Regenerationsimpulse den Transplantateinbau bestimmen.

opak ; u.a. Bez. für die teilweise oder vollständige Lichtundurchlässigkeit von Stoffen; Opazität

Opaker
Abdecklack, engl.: opaquer; in der Metall-Verblend-Technik (Keramik, Kunststoff) gängiger Einsatz eines O., um ein Durchschimmern des Metalls durch eine zahnfarbene Abdeckung zu vermeiden oder abzuschwächen. Das kreidig aussehende Material ist meist auf der Basis von Zirkondioxid; u.U. werden noch Farbstoffe zur Tiefenbeeinflussung der zahnfarbenen Verblendung beigesetzt.
Opazität, Verblendkrone

Opaleszenz
Schillern, engl.: opalescence; Farbigkeit bestimmter Stoffe, die durch Streuung und/oder Interferenz des Lichts an kleinen Strukturen in diesem Stoff hervorgerufen werden. Kurzwelliges Licht wird überwiegend reflektiert, während langwelliges Licht kaum absorbiert wird. Dadurch schimmert z.B. der Schmelz im Auflicht bläulich-weiß, im Durchlicht aber bernsteinfarben.
Zahnfarbe

Opazität
Undurchsichtigkeit, engl.: opacity; Durchlassgrad eines Stoffes für Licht- oder elektromagnetische Wellen. So hat Metall z.B. eine hohe O.; und schwärzt deshalb ein belichtetes Röntgenbild kaum (der Film bleibt an dieser Stelle hell). Man spricht (entgegen der Bilddarstellung, aber korrekt) von einer Verschattung.
Der mathematische Kehrwert der O. wird als Transluzenz ("Transparenz") bezeichnet: Hohe Transluzenz = wenig Absorption (Opazität) = viel Durchlässigkeit = dunkler Grauwert des Röntgenfilms = Aufhellung.
Opaker, Opaleszenz, röntgennegativ, Zahnfarbe

Operation
OP, engl.: do.; vom lat. "operatio" = "Verrichtung". I.d.R. unter Betäubung (Lokalanästhesie, Narkose) durchgeführter chirurgischer Eingriff am oder im Körper; überwiegend zur Therapie einer Erkrankung, weniger zu deren Diagnostik.

Operationsmikroskop
OPM, endodontisches Mikroskop, engl.: operating microscope; meist bei einer sehr aufwendigen Endodontie eingesetztes Gerät, besonders zum Auffinden der mit normalem Auge nicht sichtbaren, überzähligen Wurzelkanäle. Weitere Vorteile sind eine exzellente Ausleuchtung des Arbeitsfeldes. I.d.R. wird mit einem Stereomikroskop mit bis zu 24-facher Auflösung gearbeitet.
Wurzelkanalbehandlung



Aufbereitung einer 3-kanaligen Wurzel

OPG , auch OPT; Abk. von Orthopantomogramm; Panorama-Schichtaufnahme

Ophryon
On
, Epiglabella, Obernasenorbitalpunkt, Supraorbitalpunkt; kephalometrischer Messpunkt, bestimmt durch den Schnittpunkt einer über dem Oberrand der Augenbrauen liegenden Tangente mit der Median-Sagittalebene; meist identisch mit dem Mittelpunkt der Glabella

Opiorphin , natürliches, im Speichel enthaltenes Schmerzmittel; Speichel

Opisthogenie ; Kleinwuchs des Unterkiefers bei normalem Oberkiefer und dadurch bedingte Rücklage desselben

Opisthognathie; Kleinwuchs des Oberkiefers bei normalem Unterkiefer und dadurch bedingte Rücklage desselben

optischer Abdruck - digitale Abformung
direkte optische Erfassung
, 3D-Imaging-Verfahren, "photographische Abformung", engl.: optical impression technique; Abtastung der (sichtbar-zugänglichen) Zahnoberfläche mittels optischer Verfahren (Streifenprojektion, Lichtschnittverfahren, 3D-Bildgebung in Videogeschwindigkeit) als sog. "intraoraler Scan" im Rahmen von CAD/CAM-Techniken. Die Anwendung derartiger Techniken ist prinzipiell nicht neu, da schon 1987 das von der direkten Herstellung von Keramikarbeiten her bekannte CEREC-System mittels einer Mundkamera eine direkte digitale Abformung der Präparation erstellt. Neu an den heutigen Systemen ist, dass auch größere Bereiche von mehreren Zähnen (Pfeilern) bis hin zum Gesamtkiefer digitalisiert werden können.
Geeignet
für Einzelzahnversorgungen und kleinere Brücken. Die klassische Abformung ist der digitalen jedoch heute (2014) noch überlegen in puncto Genauigkeit, wirtschaftliche Aspekte und Indikationsbreite. Zur aufwendigen Vorbereitung schreiben ZÄ Cora Brückel, Dr. Peter Rehmann, ZA Paul Seelbach, Prof. Dr. Bernd Wöstmann in "ZP" u.a.:
"Obwohl sich die Funktionsprinzipien der intraoralen Scanner unterscheiden, ist ihre klinische Handhabung recht ähnlich. So müssen beim LAVA C.O.S. und auch beim CEREC Connect die Zahnoberflächen vor dem Scanvorgang mit einem speziellen Puder bestäubt werden, um eine kontrastreiche Oberfläche zu schaffen. Alle Arbeitsschritte sind unter relativer Trockenlegung durchzuführen. Als Puder dient vor allem Titandioxid, das mit einer speziellen Sprühpistole oder mit konventionellen Spraydosen gleichmäßig appliziert wird . Während die Zähne beim CEREC-System vollständig bedeckt sein müssen, genügt für den LAVA C.O.S. eine dünnere, nicht deckende Puderschicht. Der iTero-Scanner setzt im Gegensatz zu den beiden anderen Systemen eine Bepuderung der Zähne nicht voraus; Gleiches gibt der Hersteller für den cara TRIOS an. Vor dem Pudern muss eine gründliche Trockenlegung der betreffenden Zahnreihen erfolgen. Hierzu haben sich spezielle Einweg-Mundspangen (OptraGate, Ivoclar Vivadent) zum Offenhalten des Mundes und starke Speichelabsorber (Dry Tips, Mölnlycke Health Care) bewährt. Letztere eignen sich besonders für den vestibulären Bereich. Lingual genügt meist sorgsames Abhalten mit dem Mundspiegel und gelegentliches Absaugen. Zum Offenhalten des Mundes können alternativ auch wiederverwendbare Mundspangen benutzt werden."
Hinzu kommen bei diesem noch relativ jungem Verfahren erhebliche Investitionskosten, welche einen allgemeinen Praxiseinsatz zusätzlich verhindern. Gleichwohl wird diesem Verfahren ein hohes Zukunftspotential zugeschrieben. Dies besonders in Bezug auf Standardisierung, Qualitätssicherung und Patientenkomfort.
Evtl. könnten in Zukunft Techniken auf Basis der Kernspintomographie (z.B. Beschichtung der an sich kontrastarmen Zähne mit einem Kontrastgel) die konventionellen Abdrucktechniken ebenfalls revolutionieren.
Intraorale Erfassung – Leistungsdaten und Prozesse (mit technischen Steckbriefen der auf dem Markt befindlichen Systeme, 2011)

oral , engl.: do.; zum Mund gehörend; bei Zahnflächen: zur Innenseite hin - als Gegenteil zu vestibulär Zahnflächen

Oralchirurgie
Oralchirurg, engl.: oral surgery; Fachgebiet innerhalb der Zahnheilkunde, welches sich speziell mit operativen Eingriffen innerhalb der Mundhöhle beschäftigt. Hierzu gehören besonders (s.a.: http://www.oralchirurgie.org/ ):
die Entfernung von Weisheitszähnen/verlagerten Zähnen
Narkosebehandlungen (unter Hinzuziehung eines Anästhesisten)
ästhetische Zahnfleischkorrekturen
  umfangreichere PA-Behandlung
  Wurzelspitzenresektionen / Hemisektionen
  Kieferhöhlenoperationen
  Behandlung von Risikopatienten
Als "Oralchirurg" bzw. korrekt "Zahnarzt für Oralchirurgie" bzw. "Zahnarzt, Oralchirurgie" (Komma beachten) kann sich ein Zahnarzt bezeichnen, der eine 3 bis 4-jährige Weiterbildung auf dem Gebiet der zahnärztlichen Chirurgie absolviert und sich auf diesem Gebiet spezialisiert hat. Eine Betätigung in anderen Bereichen der Zahnheilkunde ist zusätzlich möglich.
1982 wurde in Rheinland Pfalz ein "Berufsverband der Zahnärzte für Oralchirurgie" gegründet. Von dort ging dann die Initiative aus, am 28.Februar 1983 in Frankfurt den "Bundesverband Deutscher Oralchirurgen e.V." zu gründen. Auf Wunsch der Bundeszahnärztekammer wurde 1986 der Name des Verbandes in "Berufsverband Deutscher Oralchirurgen - BDO - e.V." geändert.
Muster-Weiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer (2012) o. © BZÄK
BVAZ, Fachgebiete, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
http://www.oralchirurgie.org/ 

Orale
Ol; anthropologischer Messpunkt am harten Gaumen, definiert als Schnittpunkt der Raphe-Median-Ebene mit der Verbindungslinie der Hinterränder der Alveolen der beiden mittleren (oberen) Schneidezähne

Orale Medizin , Zahnarzt

Oraler Hygiene-Index (OHI), engl.: oral hygiene index; Mundhygiene - Status

Oraler Lichen Planus (OLP) ; Lichen ruber planus

Oralophobie , "Zahnarztangst", Dentalphobie, engl.: do.; Angst

Oralsepsis
engl.: do.; irreführende Bezeichnung für Infektionen, die vom Kiefer o. der Mundhöhle ausgehend, in den gesamten Körper über den Blutkreislauf "streuen". Der Begriff "Fokalinfektion" trifft das Krankheitsbild korrekter.
Blutvergiftung (Sepsis)

Oraqix ®
[orakicks], Handelsname für ein gelartiges Präparat zur "injektionsfreien Lokalanästhesie" mit einem betäubenden Anteil von 2,5 % Lidocain und 2,5 % Prilocain. Einsatz in der Parodontalbehandlung, wobei das Präparat zur Schmerzausschaltung mit einer stumpfen Kanüle in die zu behandelnde Zahnfleischtasche eingebracht wird. Die in der Tasche sich verstärkende Gel-Konsistenz verhindert ein Abfließen des Medikamentes; der Wirkungseintritt erfolgt nach ca. einer halben Minute und hat eine ausreichende Tiefe zur Durchführung von parodontalen Maßnahmen (Scaling, Wurzelglättung)
http://www.dentsply.de / http://www.oraqix.com/

OraVerse ®
Handelsname für ein Präparat zur Aufhebung einer Gewebeanästhesie durch den Arzneistoff Phentolamin, einem Alpha-1/Alpha-2-Rezeptor-Antagonisten, engl.: anesthesia reversal agent; "arzneimittelnews" schreiben: Die Anwendung erfolgt direkt am Wirkort als submuköse Injektion; eine intravasale Injektion ist zu vermeiden. Durch die Blockade der Alpha-Rezeptoren am Verabreichungsort werden die Blutgefäße wieder erweitert und so der zunächst durch den Vasokonstriktor verlangsamte Abtransport des Lokalanästhetikums beschleunigt. In der Folge nimmt die Wirkung des Lokalanästhetikums und damit die Gefühllosigkeit schneller ab. In klinischen Studien wurde die Zeit, bis das Gefühl in Ober- und Unterlippe vollständig wiederhergestellt war, durch die Gabe von OraVerse® um ca. 80 Min. verkürzt.
OraVerse® erhielt 2008 die Zulassung in den USA durch die Food and Drug Administration (FDA). In D. ist OraVerse® seit Anfang 2012 für die Aufhebung der Weichteilanästhesie (d.h. der Anästhesie der Lippen und Zunge) und der funktionellen Defizite zugelassen.
www.oraverse.de

Orbitahämatom ; Brillenhämatom

Orbitale , Augenpunkt, engl.: do.; tiefster Punkt der Augenhöhle auf einer Fernröntgenaufnahme bei seitlicher Projektion; Condylion ("modifizierte Frankfurter Horizontale"), Frankfurter Horizontale

Orbitalebene , Augenebene, zur Augen-Ohr-Ebene senkrecht stehende Frontalebene, welche durch die beiden Orbitalia verläuft

Orbitalsenkrechte
OS, Augensenkrechte, Orbitalsenkrechte nach Simon; senkrecht zur Frankfurter Horizontalen stehende Linie durch das Orbitale. Verläuft etwa im Bereich des Eckzahnes bzw. Mundwinkels.
Profilanalyse

Ormocere
ORMOCER™, Abk. von ORganical MOdified CERamics, plastisch lichthärtender Glaskeramik-Füllstoffe mit einem anorganischem und einem organischen Netzwerk; Gemeinschaftsentwicklung der Fa. DEGUSSA und der Frauenhofer Gesellschaft, besonders mit der Absicht, die Polymerisationsschrumpfung der Komposite zu reduzieren; unter dem Namen DEFINITE™ auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zu den Komposites hat die Matrixstruktur z.T. anorganische Bestandteile (Si-O-Ketten und CH2-Gruppen). Klinische Untersuchungen haben die erwünschte bedeutende Schrumpfung des Materials bisher nicht bestätigen können.
Komposites, Polymerisationsschrumpfung, Silane
http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-3.html

Orphan Diseases
seltene Erkrankungen, engl. Schlagwortbez. für den Oberbegriff "verwaiste Erkrankungen". Dieser Begriff subsumiert "seltene Erkrankungen" (rare diseases) und "vernachlässigte Erkrankungen" (neglected diseases), welche meist auf einen genetischen Defekt zurück zu führen sind. Als "selten" gilt eine Krankheit dann, wenn nicht mehr als einer von 2000 Menschen an ihr leidet. Weltweit sind ca. 8.000 derartiger Erkrankungen bekannt. Als "vernachlässigt" gelten Krankheitsbilder, die in Entwicklungsländern Bedeutung haben, in Industrieländern aber kein nennenswertes Problem darstellen. O. D. erfahren i.d.R. weder in der Forschung noch in der Medikamentenentwicklung (Orphan Drugs) die gebotene Aufmerksamkeit; ebenso mangelt es an entsprechenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.
Wie eine Marktanalyse von Insight Health in 2011 zeigt, erwirtschafteten die 62 in Deutschland derzeit zugelassenen Orphan Drugs in den vergangenen zwölf Monaten einen Gesamtumsatz von knapp einer Milliarde Euro - alleine in der gesetzlichen Krankenversicherung.
==> Allein, Allein (Ärztezeitung, 2015)
==> http://www.orpha.net/

ortho- , orth-; von griech. orthós für gerade, aufrecht, richtig

ortho-circ ®
2006 vorgestellte System-Innovation aus teilweise dicht gesinterten Rohlingen der DIGIZON®-Hochleistungskeramik, mit der die Vorteile der Hochleistungskeramik erstmalig auch für KFO-Geräte und PAR-Schienen genutzt werden: Metallfreie Verankerungen, biokompatible Retainer und Lückenhalter für KFO-Behandlungen sowie Adhäsivbrücken und Stabilisierungsschienen für die PAR-Therapie sind damit herstellbar.
http://www.digident-gmbh.de/35.html
Zirkoniumoxid
 


 


Orthodontie
Lehre und Wissenschaft vom "richtig Stellen der Zähne"; in D ungebräuchliche Bez. für das gesamte Fachgebiet Kieferorthopädie. Davon abgeleitet ist der engl.: Ausdruck "orthodontic", übersetzt mit orthodontisch, = kieferorthopädisch. In D meist als Bezeichnung für das alleinige Behandeln mit festsitzenden Apparaturen gebraucht.

Orthogenie , Kopfbiss, Kantenbiss

Orthognathie , neutrale Bisslage, Eugnathie

orthograd
engl.: orthograde; in "normaler" (physiologischer) Richtung durchführend oder voranschreitend. Begriff z.B. bei der Wurzelkanalbehandlung gebräuchlich: So spricht man von einer orthograden Wurzelkanalfüllung, wenn diese durch die Krone des Zahnes durchgeführt wird ("von der Krone zur Wurzelspitze hin voranschreitend"). Im Gegensatz dazu steht die retrograde Wurzelkanalfüllung, bei der die Füllung (bzw. der Verschluss) im Rahmen einer Wurzelspitzenresektion vom Apex der Wurzel aus erfolgt ("von der Wurzelspitze zur Krone hin voranschreitend")

orthomolekulare Medizin
von orthos (griech.) = richtig, gut und molekular, Molekül (lat.) = Baustein von Substanzen; nach dem amerikanischen Biochemiker und zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling, definiertes Wirkprinzip: "Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind."
Das Therapieprinzip der Orthomolekularen Medizin beruht auf der Erkenntnis, dass der menschliche Körper für ein gesundes, reibungsloses Funktionieren aller Organe über 40 Vitalstoffe benötigt. Gemeint sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren.
http://www.orthomol.de

Orthopantomogramm
OPG, OPT, auch Orthopan, engl.: orthopantograph; Röntgenschichtaufnahme zur Panoramaabbildung des gesamten Kieferbereichs; außerhalb des Mundes durchgeführte Funktionsorthopantomogramm, Orthopantomograph, Panoramaröntgenaufnahme

Orthopantomograph ®
geschützter Gerätenamen für eines der ersten Geräte zur Anfertigung einer  Panoramaröntgenaufnahme. Davon abgeleitet heißt dieses Verfahren auch Orthopantomographie

orthoradiale Projektion ; laterale Zahnaufnahme

Orthorexia nervosa
Orthorexie
, griech.: orthos= richtig; orexis = Appetit; junges Krankheitsbild (1997 von dem Mediziner Steven Bratman erstmals beschrieben) mit dem Zwang, sich "gesund zu essen"; wer an ihr leidet, ist zwanghaft auf gesunde Nahrungsmittel fixiert. Bei diesen "Gesundessern" dreht sich alles nur noch um die Nahrungsaufnahme. Sie berechnen bei jeder Mahlzeit den Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen und verdammen alles "Ungesunde" wie Fett, Fleisch, Zucker oder Kaffee. Betroffen sind häufig Frauen und Angehörige höherer Bildungsschichten, die sich für Gesundheitsfragen interessieren. Der Namen leitet sich von der Essstörung Anorexie ab.

Orton Krone
"Guss-Hülsenkrone", engl.: Orton's crown; nach Forrest Hoy Orton benannte, zu den historischen Metallkronen zählende indirekte Kronenart aus Feingoldfolie und darauf angegossener Vollgusskrone.

Os , engl.: do.; u.a. lateinische Bezeichnung für den Mund (Pl. ora) oder den Knochen (Pl. ossa)

Os hyoideum , Zungenbein

Os incisivum
Zwischenkiefer, "Goethe Knochen", engl.: incisive bone, premaxilla; unpaariger Knochen im vorderen Oberkiefers als knöchernes Fundament der Schneidezähne. Beim menschl. Säugling und bei vielen Tieren (bildet z.B. bei Vögeln den Hauptteil des Schnabels) als selbstständiger Knochen, sonst aber beim Menschen mit dem Oberkieferknochen (Maxilla) im vorderen Teil des harten Gaumens verwachsen. Eine Störung in der embryonalen Knochenentwicklung führt u.a. zu einer Gaumenspalte.
Gaumenspalte, Oberkiefer

Ösenklammer
engl.: eyelet crip (or clasp); nur für kieferorthopädische Geräte oder Provisorien anwendbare einfache Klammerart in Form einer Öse (s. Abb.), welche ihren Halt im äußeren Interdentalraum findet. Bei längerem Gebrauch sind erhebliche Schädigungen der Interdentalpapille möglich.
Dreiecksklammer, Klammer

Osseointegration
Implantatknochenverbund, "ankylotische Verbindung", engl.: do.; direkter Verbund von funktionell belasteten Implantatoberflächen mit dem umgebenden Alveolarknochen ohne die Zwischen(an)lagerung von Bindegewebe ("Neo-Periodont") ( Biointegration) Im Gegensatz zu der "federnden" Aufhängung eines natürlichen Zahnes im Alveolarknochen (ein natürlicher Zahn ist über das Desmodont federnd aufgehängt ist - die Federung erlaubt ein Nachgeben ("Intrusion") des Zahnes bei einer vertikalen Belastung bis zu ca. 20 µm während des Kaudrucks -), gibt die starre Implantatverankerung nur noch um ca. 2 µm im Alveolarknochen nach. Während man unter O. in den 60er Jahren des letzten Jhds. allein die rein mechanische Verankerung des Implantates im Knochen verstand, wird diese Verankerung heute als föießender Prozess zwischen Knochen und Implantatoberfläche betrachtet.
Eine gute O. trägt zum Langzeiterfolg eines Implantats entscheidend bei. Zur regelrechten O. müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
Passgenauigkeit zwischen Implantatbohrung im Knochen ("Implantatschacht") und Implantat,
primäre Stabilität ( Knochenlager) und
eine angepasste Belastung während der Einheilphase.
Weiter muss ein bioinertes oder bioaktives Implantatmaterial vorliegen,
das Implantatdesign und die Mikromorphologie müssen für die Knochenanlagerung attraktiv (osteophil) sein.
Bei therapierten Osteoporose-Patienten ist folgendes zu beachten: Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau entgegen, indem sie die Knochenresorption hemmen. Der so verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die Einheilung von Implantaten.
Überbelastungen
("Overload") führen wegen eines fehlenden Desmodontalspalts nicht zu einer funktionellen Anpassung des Organismus, sondern zu Beschädigungen des Implantats bzw. seiner Suprakonstruktion oder aber, es erfolgt keine regelrechte O.. Beim Fehlen einer attached Gingiva besteht ein zehnfach erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust. Deshalb muss das chirurgische Vorgehen immer so gewählt werden, dass nach dem Einbringen ein ausreichendes Maß an attached Gingiva vorhanden ist - ggf. muss diese chirurgisch geschaffen werden.
Alle modernen Verfahren der Oberflächenaufrauung der Implantatoberfläche führen bei ungestörtem Heilungsverlauf zu einer O. innert 3-4 Monaten; glatte Oberflächen (machined surface) haben eine wesentlich längere O. .
Kommen mehrere Implantate nebeneinander zum Einsatz, so soll mit einem Abstand von mindestens 3 mm inseriert werden, da es sonst im Rahmen der Ausbildung zur biologische Breite zu sich überlappenden Knochenresorptionen kommt und sich keine Interdentalpapille ausbilden kann. Der Abstand vom I. zu einem natürlichen Nachbarzahn sollte mindestens 1,5 mm betragen und 5 mm nicht überschreiten, da sich ebenfalls sonst keine regelrechte Papille bildet.
In der Forschung werden z.Zt. (2008) folgende Oberflächenmodifikationen von Implantaten - i.d.R. auf Titanbasis - für eine optimale O. verfolgt:
Verstärkung der "Kristallinität" und/oder Dicke der Titanoxidschicht
Schaffung einer geeigneten Mikrostruktur der Titanoxidoberfläche
Anreicherung der Grenz(ober)flächen mit schnell löslichen Kalzium-Phosphaten
Anreicherung der Grenz(ober)flächen mit organischen Wachstumsfaktoren

Die bisherige Tradition, Implantate nur "statisch", d.h. unbelastet für drei (Unterkiefer) bzw. sechs (Oberkiefer) Monate einheilen zu lassen, haben NENTWIG ET AL. verlassen, nachdem experimentelle Untersuchungen gezeigt hatten, dass eine "dynamische" Phase (Knochentraining) die periimplantäre Knochenqualität verbessert. Diese Phase kann - in Analogie zur Frakturheilung - bereits nach sechs Wochen statischer Einheilung beginnen ( Sofortbelastung).
Die Einheilung von Implantaten kann u.a. durch Nikotingenuss gefährdet werden - besonders soll dies bei langjährigen Rauchern mit kontinuierlich hohem Nikotinspiegel eine Rolle spielen. Ein wesentlicher Grund scheint die höhere Affinität von Kohlenmonoxid zum Hämoglobin zu sein. Die verringerte Sauerstoffversorgung des Gewebes kann zu mangelhafter O. führen. Daneben wird auch die Wirkung von Zyaniden, ein weiterer Zigarettenbestandteil, dafür verantwortlich gemacht. Sie hemmen Enzyme, die für den zellulären Sauerstofftransport zuständig sind. Besonders betroffen von diesem Einfluss ist die Einheilung in der Knochenspongiosa. Neuere Untersuchungen (Sverzut AT, Stabile GA, de Moraes M, Mazzonetto R, Moreira RW.; Division of Oral and Maxillofacial Surgery, State University of Campinas, Piracicaba, São Paulo, Brazil (J Oral Maxillofac Surg. 2008 May;66(5):1004-9)) kommen zu anderen Ergebnissen und stellen fest: "... eine Ablehnung von Implantaten bei Rauchern lässt sich anscheinend wissenschaftlich nicht stützen." (aus www.implantate.com)
Bei therapierten Osteoporose-Patienten ist folgendes zu beachten: Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau entgegen, indem sie die Knochenresorption hemmen. Der so verlangsamte Knochenstoffwechsel behindert die Einheilung von Implantaten. Marktübliche Bisphosphonate sind (2005, in Klammern: Wirkstoff): Actonel (Risedronat), Aredia (Pamidronsäure), Bondronat (Ibandronsäure), Bonefos (Clodronsäure), Clodron Didronel (Etidronsäure), Fosamax (Alendronsäure), Ostac (Clodronsäure), Skelid (Tiludronsäure), Zometa (Zoledronsäure).
Untersuchungen zeigen, dass eine Immunsuppression - z.B. mit Cyclosporin A (CsA) - die O. von Implantaten hemmen. So ergibt sich, dass eine mehr als vierwöchige CsA-Therapie den Prozess der O. von Titan-Implantaten deutlich mindert.

Abdeckkappe, Ankylose, Antibiotikaprophylaxe, Auslenkung, Biointegration, dentogingivaler Verschluss, Explantation, Gingivaformer, Implantat, Implantatidentifikation, Implantatindikation, Implantat-Kronen-Ästhetik-Index, Implantatprophylaxe, Implantat: Risikofaktoren, Implantat,-temporäres, Implantatverlust, Implantationszeitpunkt, Knochendichte, Knochenersatzmaterialien, Knochenheilung, Knochenlager (Implantatbett), Kurzimplantate, Nikotingenuss, Ossifikation, Periotest, Peripilastrium, Pink Esthetic Score, Primärstabilität, Resonanzfrequenzanalyse, Sekundärstabilität, Sofortbelastung, Sofortimplantation, Verbundosteogenese
Special: Implantate (Fremdlink auf www.Zahnwissen.de)

Ossifikation
Verknöcherung, engl.: ossification; stattfinden durch eine mineralische Einlagerung in vorgebildete Gewebe (z.B. Knorpel) oder Mineralisation von bindegewebigem Osteoid ("Bindegewebsknochen"). Allgemein auch als Oberbegriff für die Skelettreifung im Kinder-/Jugendlichenalter für den Höhepunkt der Epiphysenkernbildung gebraucht.
Kallus, Osteomalazie

Ostektomie , engl.: ostectomy;  allgemein: Entfernung eines Knochenteils für eine Umformung o. Korrektur; in der ZHK gebraucht bei Kochenresektionen, die im Bezug zu einem Zahn stehen; im Gegensatz zu einer Osteoplastik, welche ohne Zahnbezug ist (z.B. Entfern einer Hyperostose)
  Osteotomie

Ostell mentor ™
Gerät zur berührungsfreien Messung, vor allem der Implantatstabilität. Einsatz bei Sofort- und Frühimplantationen um Entscheidungen über weitere Behandlungsmaßnahmen zu treffen.
Parodontitisdiagnose, Periodontometrie, Resonanzfrequenzanalyse
http://www.osseonews.com/drosseo/content/78796-osstell-isq-objective-way-measure-implant-stability


Osteoblasten
kleine, für die Knochenneubildung verantwortliche Körperzellen. Aus Wikipedia: "Sie entwickeln sich aus undifferenzierten Mesenchymzellen, embryonalen Bindegewebszellen. Sie lagern sich an Knochen hautschichtartig an und bilden indirekt die Grundlage für neue Knochensubstanz, die Knochenmatrix, indem sie vor allem Typ-1-Kollagen, Calciumphosphate und -carbonate in den interstitiellen Raum ausscheiden. Bei diesem Prozess verändern sie sich zu einem Gerüst aus nicht mehr teilungsfähigen Osteozyten, das langsam mineralisiert und mit Calcium aufgefüllt wird. Diese Osteozyten bilden ein Netzwerk, das in den neugebildeten Knochen eingelagert wird. Gegenspieler der Osteoblasten sind die Osteoklasten. Osteoblasten regulieren die Funktion von Osteoklasten direkt durch die Sekretion von Signalstoffen: Einerseits durch den aktivierenden RANK Ligand, andererseits durch das inhibierende Osteoprotogerin (OG), welches RANKL neutralisiert."
Osteoklasten

Osteodensitometrie , Knochendichte

Osteodentin ; engl.: osteodentine; in D ungebräuchliche Bez. für fast atubuläres "Reizdentin" ;   Tertiärdentin

Osteofibrom
Knochenfibrom
, selten vorkommender, gutartiger Knochentumor, bestehend aus Knochen- und Bindegewebe. Kann gelegentlich Schmerzen verursachen oder zu einer Spontanfraktur führen; ansonsten meist röntgenologischer Nebenbefund.
Fibrom
©: ZBW/3/2006


Osteogenese
Neu- oder Umbildung von Knochen(gewebe), engl.: osteogenesis; nach einer Zahnentfernung beim Heilungsverlauf regelmäßig auftretend (sog. "Knochenregeneration"). Unterschieden wird eine Distanz-, Kontakt- und Verbundosteogenese. Knochen ist als einziger Baustein unseres Organismus in der Lage, durch Regeneration seines eigenen Gewebes narbenfrei im Sinne einer restitutio ad integrum zu heilen.
Ossifikation, Osteogenesis imperfecta, parodontale Regeneration

Osteogenesis imperfecta
OI
, Osteopsathyrosis, Glasknochenkrankheit, engl.: do.; unvollständige, gestörte Knochensynthese mit einer starken Neigung zu Knochenbrüchen und Skelettdeformitäten. Ursache der Erkrankung ist, dass die Osteoblasten kein normales Typ-I-Kollagen bilden, weil dafür zuständige Enzyme aus genetischen Gründen nicht oder nicht korrekt funktionieren. Die Knochentrabekel sind dadurch bedingt dünn und die Knochengrundsubstanz ist vermindert. "Am häufigsten (1/30 000) ist der autosomal-dominant vererbte Typ I, bei dem zum Teil auch Zahnbildungsstörungen auftreten. Der autosomalrezessive Typ II ist nicht mit dem Leben vereinbar - die Kinder werden bereits mit multiplen Frakturen, weichem Schädel und nicht ossifizierten Rippen geboren. Die Typen III und IV sind sehr selten." (aus Ärztezeitung)
In D werden etwa 5.000 Erkrankte gezählt - eine ursächliche Behandlung ist nicht bekannt, Bisphosphonate können in manchen Fällen eine Verbesserung des Krankheitsbildes bringen. Aufgrund der Frakturen und der Beinfehlstellungen, ist die Mehrzahl der Betroffenen nicht steh- und gehfähig.
Mögliche Begleitsymptome sind u.a. eine Dentinogenesis imperfecta (grau-bläulich schimmernde Verfärbung der Milch- und bleibenden Zähne, Schmelzabsplitterungen und Formabweichungen der Zahnwurzeln) und durch die Bindegewebsschwäche bedingte blaue Augenskleren (s. Abb.)
http://www.oi-gesellschaft.de/



Osteoinduktion
engl.: osteoinduction; Knochenneubildung durch Differenzierung von osteogenen Zellen aus niedriger differenzierten Vorläuferzellen (u.a. "Stammzellen"). O. wird u.a. durch osteoinduktive Proteine, sogenannte bone morphogenentic proteins (BMP) gesteuert.

Osteoklasten
"Knochenfresser", knochenabbauende, vielkernige Riesenzellen; Durchmesser 50 bis 100 µm mit bis zu 10 Zellkernen. So kann ein einziger O. die gleiche Menge Knochen abbauen, die 100 Osteoblasten in dieser Zeit aufbauen. Die Knochenresorption durch O. löst eine Knochenerneuerung mit einer Menge von etwa 0,7%/Tag durch ihre Freisetzung von körpereigenen Wachstumsfaktoren aus.
Osteolyse

Osteologie , engl.: osteology; Lehre von den Knochen bzw. vom Skelettsystem; http://www.dv-osteologie.org

Osteolyse
Knochenabbau
, Abbau o. Auflösung von Knochen, engl.: osteolysis; meist gutartiger, durch Osteoklasten bewirkter Verlust, z.B. durch Wachstum einer Zyste, Unter-/Überbelastung von Zähnen, durch Entzündungen ( Granulom, Parodontitis marginalis) oder altersbedingt (Alveolarfortsatzabbau). Bösartig z.B. beim Unterkiefer-Plasmozytom auftretend.
NICO, Polyalveolyse

Osteom
Knochengewebsgeschwulst, engl.: osteoma; regelmäßig strukturierter, langsam wachsender, gutartiger Knochentumor, sowohl von der Kompakta als auch der Spongiosa ausgehend, besonders im Schädel u. Kiefer vorkommend. Röntgenologisch manchmal mit einem Odontom zu verwechseln.
Osteoodontom, Osteosarkom
Infraorbitales Osteom


Osteomalazie
Knochenerweichung, engl.: osteomalacia; überwiegend durch einen Vitamin-D-Mangel verursachte, generalisierte, unzureichende Mineralisation des Skeletts (Störung im Calcium-Phosphat-Stoffwechsel).
http://flexikon.doccheck.com/Osteomalazie

Osteometer
engl.: do.; Gerätenamen mit zweifacher Bedeutung:
  • als Knochendichtemesser zur Behandlung/Überwachung bei Osteoporose gebraucht um die Knochenqualität zu überwachen. Geräte arbeiten meist auf Basis einer Sonographie
  • in der zahnärztlichen Implantologie zur unterstützenden Messung des vorhandenen Knochenangebotes

 


Osteomyelitis
Knochenmarkentzündung, falsch auch : Panostitis, engl.: do.; welche meist eine Entzündung des Knochens selbst (Ostitis) und der Knochenhaut (Periost; = Periostitis) mit einschließt. Verbunden mit einer O. ist klinisch und labordiagnostisch meist eine schwere Allgemeininfektion. Im betroffenen Gebiet kommt es häufig zu einer Knochenabstoßung ( Sequesterbildung), welche lokal abgeschirmt bleibt ( Totenlade) Andererseits kann der nekrotische Knochen aber auch über eine Fistelbildung durch die Kortikalis, das angrenzende Weichgewebe und die Haut hindurch nach außen sequestriert werden. Eine großzügige chirurgische Sanierung des Infektionsherdes verbunden mit einer entsprechenden Antibiotikazufuhr sind die unabdingbaren therapeutischen Maßnahmen.
Von der Entstehung her wird unterschieden in:

Die Diagnoseverfahren für eine O. sind vielfältig:

In der ZHK sind die Ursachen für eine O. u.a. die Folge von schlecht heilenden, offenen Kieferbrüchen, infizierten Extraktionswunden, eitrigen Prozessen an der Zahnwurzel (Granulom) oder im Kleinkindalter auch über den Blutweg (hämatogen) bedingt. Der Unterkiefer wird häufiger als der Oberkiefer befallen.


Die O. war vor der Entdeckung der Antibiotika eine u.U. tödlich verlaufende Erkrankung. Neuere Studien zeigen, dass besonders die Kernspintomographie eine Frühdiagnose der O. ermöglicht.
Eine O. sicca ist die von Beginn an chronisch verlaufende Form. Bei geringen allgemeinen Beschwerden wird eine häufig jahrelang bestehende Auftreibung des Knochenkörpers in diesem Gebiet beobachtet.
Die Osteomyelitis nach therapeutischer Bestrahlung (Radatio) - die Osteoradionekrose - führt zu einem Zustand einer chronischen O., bedingt durch eine Zerstörung der Blutgefäße des Knochens und damit erhöhter Infektanfälligkeit.

Von der klassischen O. zu unterscheiden ist die chronisch rezidivierende multifokale Osteomyelitis (CRMO). Hierbei handelt es sich um eine erworbene, nicht eitrige Skeletterkrankung, die auch den Unterkiefer betreffen kann; sie wurde erstmals von Giedon et al. 1972 beschrieben. Bei ungeklärter Genese tritt sie bevorzugt im Kinder- und Jugendlichenalter auf. Als Therapie wird eine Behandlung mit immunsuppressiven u. antiphlogistischen Medikamenten bei guter Prognose angegeben.
Bruchspaltabszess, Dekortikalisierung, Granulom, Knochenmark, Knochenszintigraphie, Kortikotomie, Osteonekrose, Ostitis, Restostitis, Säuglingsosteomyelitis, Spontanfraktur, Totenlade, Zahnkeimosteomyelitis
Kieferosteomyelitiden - Stete Herausforderung (zm, 2014)
Chronische Osteomyelitis des Unterkiefers
http://osteomyelitis.universimed.com/

Osteonekrose
aseptische Knochennekrose, engl.: osteonecrosis; Absterben von Knochenstrukturen i.d.R. als Folge einer mangelnden Durchblutung. Vereinzelt auftretend nach chirurgischen Eingriffen am Knochen (Osteotomie), Knochentransplantationen bei mangelndem Umbau durch körpereigene Zellen, nach schweren Knochenentzündungen (Osteomyelitis), Langzeitgabe von Bisphosphonaten oder nach Bestrahlung (Osteoradionekrose)
Pathogenese Bisphosphonat-assoziierter Osteonekrose (ZWP / 2014)

Osteoodontom
engl.: osteoodontoma; gutartiger Mischtumor von Knochen und Zahnsubstanz; in der Mitte zwischen Odontom und Osteom stehend. Röntgenologisch nur schwer korrekt zu diagnostizieren.
Osteosarkom, Zahntumoren

Osteopathie
gr. für "Knochenleiden" mit unterschiedlicher Bedeutung:
-- Oberbegriff für jegliche krankhafte Knochenveränderung (Schulmedizin)
-- Diagnose- und Behandlungskonzept (Alternativmedizin im Sinne einer "manuellen Therapie") http://de.wikipedia.org/

Osteopetrose
Marmorknochenkrankheit, Albers-Schönberg-Krankheit, engl.: osteopetrosis, marble bone disease; Erbkrankheit, bei der Knochen zu dicht und deshalb instabil werden kann.
Osteoporose
http://de.wikipedia.org/wiki/Osteopetrose

Osteoplastik
Knochenplastik, engl.: osteoplasty; in der ZHK mehrfach benutzte Ausdruck für:

Exostose, Knochenersatzmaterialien, Paget Syndrom, präprothetische Chirurgie
http://web.tu-dresden.de/sorg/mkg/Dys.pdf

Osteoporose
Knochenschwund, engl.: osteoporosis, ohne dass der Knochen wesentlich an seiner äußeren Form verliert, da die Erkrankung das Knocheninnere befällt und so mehr die Knochendichte verringert: Die Knochenmarkräume vergrößern sich, der Knochen wird geschwächt und neigt zu Spontanbrüchen. Die Krankheit, die durch zunehmend instabile Wirbel und Langknochen zu Brüchen und Bewegungseinschränkungen führt, wird bei Frauen i.d.R. nach heutiger Lehrmeinung durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren ausgelöst. Der Kieferbereich ist von O. wegen seiner guten Durchblutung weniger betroffen, sodass die die damit einhergehende Entkalzifizierung weniger relevant ist; genaure wissenschaftliche Zusammenhänge sind allerdings nicht geklärt. Bei sonst normalem Allgemeinzustand (Vorsicht bei: Diabetes, Alkohol- o. Nikotinabusus, Immunerkrankungen) ist keine Kontraindikation für eine Implantation gegeben (Cave Bisphosphonate in der O.-Therapie).
Die Ursachen einer relativen Unempfindlichkeit der Kieferknochen könnten auch entwicklungsgeschichtlich bedingt sein: fast das gesamte Kopfskelett wird aus mesenchymalen Vorläuferzellen gebildet, welche sich direkt in knochenbildende Osteoblasten differenzieren. Im Gegensatz dazu bilden sich Langknochen oder Wirbelsäule über eine indirekte Osteogenese (knorpelige Zwischenschritte).
In Deutschland (2008) haben 7,8 Millionen Menschen über 50 eine O.; davon 6,5 Millionen Frauen und 1,3 Millionen Männer. Jede vierte Frau über 50 ist davon betroffen. Und jeder zweite Mensch über 75 hat Knochenschwund. Eine häufige Komplikation sind Hüftknochenbrüche.
Panoramaaufnahmen von Ober- und Unterkiefer - routinemäßig in Zahnarztpraxen bei Risikogruppen durchgeführt - könnten als O.-Screening dienen: Patienten mit niedriger Knochendichte sind möglicherweise auf diese Weise zu identifizieren. Eine endgültige wissenschaftliche Stellungnahme zur generellen Tauglichkeit derartiger Untersuchungen steht aber noch aus (2005).
Bei der Behandlung von Patienten mit O. stehen Kalzium (Ca) und Vitamin D im Vordergrund. Die Kombination dieser beiden Elemente gehört zur Basistherapie, auch wenn zusätzlich mit spezifischen O.-Therapeutika, wie z.B. Bisphosphonaten, zusätzlich mit Erfolg eingesetzt werden. Aber: Bisphosphonate - welche auch als Standardtherapie skelettaler Metastasen bei verschiedenen Krebsarten gelten - wirken dem Knochenabbau entgegen, indem sie die Knochenresorption hemmen. Der so verlangsamte Knochenstoffwechsel kann z.B. die Einheilung von Implantaten verhindern; dies besonders bei Patienten, die Stickstoff enthaltende Bisphosphonate wie Pamidronat und Zoledronat erhielten und diese i.v. verabreicht wurden. Problematisch ist besonders die lange Halbwertszeit der Bisphosphonate, welche ~ 12 Jahre(!) beträgt. Marktübliche Bisphosphonate sind (2005, in Klammern: Wirkstoff): Actonel (Risedronat), Aredia (Pamidronsäure), Bondronat (Ibandronsäure), Bonefos (Clodronsäure), Clodron Didronel (Etidronsäure), Fosamax (Alendronsäure), Ostac (Clodronsäure), Skelid (Tiludronsäure), Zometa (Zoledronsäure).
Da es z.Zt. noch keine allgemeingültige Vorgehensweise gibt, derartige Komplikationen zu vermeiden, sollte versucht werden, existierende und potenzielle Infektionsherde schon vor Beginn der B.-Therapie zu beseitigen. Ist bereits freiliegender Knochen sichtbar, wird die Verabreichung von Antibiotika und antimikrobiellen Spüllösungen empfohlen. Für Patienten mit einer oralen Bishphonatbehandlung von über 3 Jahren und Patienten mit einer begleitenden Behandlung mittels Corticoiden sollten zusätzliche Tests und Therapien vor einer Implantation im Vordergrund stehen.
"Die Inzidenz der Kiefernekrosen bei Bisphosphonattherapie liegt bei der Indikation Osteoporose bei unter eins zu 10.000"; Professor Bruno Allolio, Universität Würzburg beim Praxis Update 2009
Osteopetrose
Osteoporose - Wenn der Knochen schwindet (zm, 2016)
Implantat: Risikofaktoren, Parodontitis-Risiko
Patientenbezogener Laufzettel "Überweisung / Konsil vor Bisphosphonat-Therapie"
Pathogenese Bisphosphonat-assoziierter Osteonekrose (ZWP / 2014)
http://www.osteoporose.org ; http://www.aerztezeitung.de/extras/patienteninfo/
Bisphosphonattabelle (Medikamente; © Schlewig-Holsteinisches Ärztblatt 3/2009)

Osteoradionekrose
ORN , Osteomyelitis nach Radatio;  engl.: osteoradionecrosis; schwerwiegende Folge einer Strahlenbehandlung , wie sie z.B. bei bösartigen Tumoren eingesetzt wird. Dabei werden die im Strahlefeld liegenden Kieferabschnitte mit Strahlendosen von über 35 Gy zum Teil irreversibel geschädigt (Verlust von Osteozyten, aktiven Osteoblasten und Osteoklasten, Verminderung der Blutversorgung). Es entwickelt sich daraus primär eine aseptische Ostreoradionekrose. Bei einer Invasion von krankhaften Keimen in derartigen, abwehrgeschwächten Knochen - z.B. im Rahmen einer Extraktion - kann schon bei Dosen über 40 Gy eine infizierte Osteoradionekrose (IONR) entstehen, deren Behandlung meist sehr aufwendig und belastend ist. Diese infizierte Form gilt mit ausgedehnten freiliegenden Knochenarealen und starken Schmerzen als schwerste Form der Osteomyelitis. Mit steigender Strahlendosis nimmt nicht nur das Risiko, sondern auch die Schwere der Erkrankung zu.
Charakteristisch für die O. ist, dass sie in mehr als 90% den Unterkiefer befällt, da dieser generell eine schlechtere Blutversorgung als der Oberkiefer aufweist. Nach Autoren der Uniklinik Tübingen (überarbeitet nach ZBW 1/2006) werden folgende Empfehlungen ausgesprochen, um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten:
  • vor Radiotherapie
    sorgfältige Zahnsanierung
    im Strahlenfeld - abhängig von der Strahlendosis - nur kariesfreie und parodontal gesunde Zähne erhalten
  • Chirurgische Maßnahmen
    sollten 2-3 Wochen vor Strahlentherapie abgeschlossen sein
    schonende chirurgische Eingriffe
    sorgfältige Wundversorgung
    kein sofortiges Eingliedern von Prothesen im bestrahlten Gebiet nach chirurgischen Maßnahmen
  • konservierende Maßnahmen rechtzeitig abschließen
  • Während und nach Radiotherapie
    lebenslang intensive lokale Mundhygiene- und Prophylaxemaßnahmen
    schonende Zahnentfernungen - falls unvermeidbar - frühestens ein Jahr nach Strahlentherapie
    antibiotischer Schutz für mindestens eine Woche
    gut sitzende, bereits vorhandene Prothesen dürfen unter zahnärztlicher Kontrolle während des Essens getragen werden
    Druckstellen unbedingt vermeiden, da die Verletzungs- und Perforationsgefahr der Mundschleimhaut besonders groß ist
    Neuanfertigung von abnehmbarem Zahnersatz frühestens ein Jahr nach Bestrahlungsende - abhängig vom Fortschritt des Heilungsvorganges vorausgegangener Zahnentfernungen
    festsitzender Zahnersatz (Kronen, Brücken) dürften keine Probleme bereiten
    eine Implantatindikation ist auch nach Jahren besonders kritisch zu sehen

Osteomyelitis, Strahlentherapie

 


Osteosarkom
engl.: osteosarcoma; bösartiger Mischtumor mit einer Hauptlokalisation in den Metaphysen der langen Röhrenknochen (~ 80 %) bei Jugendlichen auftretend; aber auch im Kiefer vorkommend (s. Abb.)

Mundhöhlenkarzinom, Paget Syndrom
http://www.zm-online.de/

Osteosynthese
operatives Zusammenfügen von Knochenteilen, "Verschraubung", engl.: osteosynthesis; chirurgisch durchgeführt nach einer Knochen(Kiefer-)fraktur oder Osteotomie, nachdem diese in die richtige Stellung (reponiert) wurden. Unterscheidung in funktionsstabile (sofortige, uneingeschränkte (Kau-)Funktion) und übungsstabile O.
Konventionell durchgeführt mittels Drahtnähten, Schrauben oder Metallplatten aus Stahl oder Titan - im Kieferbereich meist durch sehr kleine Platten - Miniplatten-Osteosynthese - , um die Knochensegmente in ihrer (angenäherten) ursprünglichen Stellung zu fixieren - nachteilig können hierbei eine Behinderung des Wachstums, Temperaturempfindlichkeit, Wanderung der Platten, sowie die Notwendigkeit eines zweiten Eingriffs sein. In jüngerer Zeit auch mittels resorbierbaren Materialien auf Polylactidbasis (BiosorbFX®, Bionx Implants®), die diese Nachteile nicht mehr aufweisen sollen.
Eine Verschraubung der Fragmente erfolgt nach Möglichkeit bei Quer- oder kurzen Längsfrakturen durch paarweise parallel zur Längsachse des Knochens angeschraubte Platten (= Laschenverschraubung, tap screw joint).
Bei Substanzdefekten kombiniert man die O. mit  Knochenzementen/Knochenersatzmaterialien (sog. Verbund-Osteosynthese, Osteoplastik).
Vorteil der O. ist die baldige Belastbarkeit. Dabei wird unterschieden in sofortige Beübung (Bewegung ohne Belastung = übungsstabil), unter Teilbelastung (= teilbelastungsstabil) oder voller Belastung (= belastungsstabil).
Champy-Platte, Collumfraktur, Kieferbruch, Knochenersatzmaterialien, Knochenheilung, Kompressionsosteosynthese, Osteoplastik, Plattenosteosynthese, Unterkieferfraktur, Zuggurtung, Zugschraube
http://vts.uni-ulm.de/docs/2006/5466/vts_5466.pdf


Osteotom , engl.: do. or bone chiselKnochenmeißel ; Osteotomie

Osteotomie
Ost, engl.: osteotomy; Durchtrennung bzw. Entfernung eines Knochenteils mittels Säge, Knochenmeißel oder Fräse; in jüngster Zeit auch mittels Ultraschall. In der ZHK i.d.R. durchgeführt zur Entfernung eines nicht in der Zahnreihe stehenden Weisheitszahnes, von Wurzelresten oder sonstigen komplizierten Zahnentfernungen und bei der Wurzelspitzenresektion. Eine O. setzt immer die temporäre Eröffnung (Fachausdruck: "Aufklappung") der bedeckenden Mundschleimhaut und der Knochenhaut (Periost) voraus ("Schleimhaut-Periost-Lappen").
Der BEMA kennt die drei Bezeichnungen:
Ost1: Entfernen eines Zahnes durch Osteotomie einschließlich Wundversorgung. Die Abrechnung setzt die Aufklappung des Zahnfleisches voraus.
Ost2: Entfernen eines verlagerten und/oder retinierten Zahnes, Zahnkeimes oder impaktierten Wurzelrestes durch Osteotomie
Ost3: Sequestrotomie bei Osteomyelitis der Kiefer
Verhalten nach einer Zahnentfernung
Blutgerinnungsstörungen, Bogenschnitt, Genioplastik, Langenbeck, Lappenoperation, Lindemann Fräse, Lingualis-Nerv, Mukoperiostlappen, Naht, Nervenschädigung, Ostektomie, Osteosynthese, Parodontalchirurgie, Piezochirurgie, sagittale Spaltung, Wundheilung, Wundinfektion, Wurzel-Enukleation, Wurzelspitzenresektion
 


Ostim
Handelsname; neuartiges, von der Fa. Heraeus-Kulzer in 2003 eingeführtes Knochenersatzmaterial "aus der Spritze". Neuartig ist die Applikation als gebrauchsfertige Paste, welche nach Herstellerangaben vollständig resorbiert werden soll. Das zur Hauptsache aus ungesintertem Hydroxylapatit bestehende Material ist mit dem CE-Logo versehen.
http://www.ostim-dental.de/

Ostitis
Knochenentzündung, engl.: do. or bone inflammation; i.d.R. gebrauchter Fachausdruck für eine Entzündung der Knochen-Kompakta und deren Spongiosa. Korrekt: für eine von den Gefäßen der Havers-Kanäle ausgehende Knochenentzündung, im Gegensatz zur Osteomyelitis, welche ihren Ursprung im Markraum hat.
Osteomyelitis, Restostitis

oszillierende Bohrer , unterstützende Ultraschallsysteme

OTC-Präparate
engl.: Abk. von Over The Counter ("über den Ladentisch"); Bezeichnung im deutschen Gesundheitswesen für solche Arzneimittel, die zwar apothekenpflichtig sind, aber ohne Rezept erworben werden können ("rezeptfreie Medikamente").
Pharmakon

Overbite , frontaler Überbiss, Overjet

Overdenture , Cover denture

Overjet
Überbiss in sagittaler (horizontaler) Ebene; gleichbedeutend mit der sog. sagittalen Frontzahnstufe. Bei normalem Biss bzw. der Prognathie hat der O. einen positiven, bei der Progenie einen negativen Wert.
Der Überbiss in vertikaler Ebene wird als Overbite (frontaler Überbiss, Tiefer Biss) bezeichnet.
Abweichung, Angle, Dachbiss, Eugnathie, Gebiss, Kieferprofilfeld, Kreuzbiss, Neff-Verhältnis, Retrognathie, Vogelgesicht
 


Overlay
Auflagefüllung, "Overlay-Krone", engl.: do.; Bedeckung der gesamten Kaufläche und einer oder beider Flächen zum Nachbarzahn (Approximalflächen) hin. Die Höckerspitzen sind durch einen Innen- und Außenschliff "überkuppelt"; im Gegensatz zum Onlay erfolgt noch ein zusätzlicher "Außenschliff" über die überdeckten Höcker hinaus. Meist klinisch schwierige Abgrenzung zwischen Onlay und Teilkrone.
Höckerschutz, Gussfüllung, Inlay, Konturfüllung, Onlay, Teilkrone

Owen Linien
engl.: Owen's contour lines; Bezeichnung für gestörte Wachstumslinien, hervorgerufen durch eine verminderte Tätigkeit der Odontoblasten, z.B. durch systemische Erkrankungen in der Kindheit bedingt. Im Vergleich zu normalen Wachstumslinien sind derartige Störungen als breitere und schwächer mineralisierte Linien gekennzeichnet.
Geburtslinie, Mineralisation, Odontoblasten, Retziusstreifen

Oxalatblut
engl.: oxalated blood; Schlagwortbez. für Körperblut, welches außerhalb des Körpers zur Plasmagewinnung genutzt wird und durch eine Oxalatlösung ungerinnbar gemacht worden ist.

Oxidkeramik
engl.: oxide ceramics; Schlagwortbez. für keramische Werkstoffe auf Basis von Metalloxiden wie Aluminiumoxid oder Zirkoniumoxid. Begriff dient zur Unterscheidung von Keramiken auf Silikatbasis (SiO2; z.B.: Porzellan, Steinzeug). Wenn Keramiken als elektronegativen Bestandteil nicht nur Sauerstoff, sondern z.B. auch Kohlenstoff oder Stickstoff enthalten, werden sie als Nichtoxidkeramiken bezeichnet (z.B. Siliciumcarbid).
Keramik
Keramikhandbuch
http://www.keramverband.de/brevier_dt/3/4/2/3_4_2.htm ; www.personal.uni-jena.de

Ozon
naszierender ("aggressiver") Sauerstoff, griech. "ozein" = "nach etwas riechen", engl.: ozone; die aus drei Atomen (normaler Sauerstoff: 2) bestehende Verbindung zerfällt leicht in normalen Sauerstoff und ein einzelnes Sauerstoffatom, welches rasch wieder eine neue Bindung sucht; es ist neben Fluor das stärkste bekannte Oxidationsmittel und oxidiert alle Metalle außer Edelmetalle sofort.
Eine Ozon-bedingte keimtötende Wirkung (bakterizid, fungizid und viruzid) wird in der ZHK zum Desinfizieren von Wurzelkanälen, entzündeten Zahnfleischtaschen, infizierten Wunden und Aphthen vereinzelt eingesetzt und soll so die Gabe von Antibiotika oder anderer Medikamente überflüssig machen. Außerdem wird O. zur Wasserdesinfektion in Behandlungseinheiten verwendet. Es ist bisher bei O. weder eine Resistenzbildung der Mikroorganismen noch die Auslösung allergischer Reaktionen bekannt geworden. Durch den gasförmigen Zustand ist auch ein Erreichen von schwer zugänglichen Hohlräumen eher möglich als mit Flüssigkeiten oder Pasten.
Alle künstlichen Lichtquellen oder Spannungsentladungen (überspringende Funken, Blitze) erzeugen als Nebenprodukt aus dem Luftsauerstoff O. Zum Einsatz in versch. Lebensbereichen (z.B. Entkeimung von Bade- oder Trinkwasser) existieren Ozongeneratoren - meist auf der Basis von Funkenentladung. Bedingt durch die Luft als Ausgangsmedium erfolgt immer eine Beimischung mit Stickoxiden. Nimmt man reinen Sauerstoff als Ausgangsstoff, so spricht man bei dem entstehenden Produkt von "medizinischem Ozon", welcher für systemische Applikationsformen (z.B. "Ozon-Eigenblutbehandlung") eingesetzt wird.
In der Zahnmedizin stehen die Geräte UltraOzone (<500ppm O3) und HealOzone (2100ppm) zur Anwendung bereit. Als Eindatzgebiet werden vor allem "nicht behandelbare" Kinder genannt.
HealOzone , Wasserentkeimung


[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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