Zahnwissen-Lexikon   Ma - Mm
Mn - Mz  
Grafiken Zahnaufbau

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M , m
Kennzeichen o. Kurzzeichen; in der ZHK mit versch. Bedeutung:
M = Molar
M. = Musculus (Muskel), pl.: Mm. (Musculi);  Morbus (Krankheit)
m = mesial o. männlich; m% = Masseprozent

MacDent
geschütztes Qualitätssiegel für Zahnarztpraxen, welche nach eigenen Angaben fixe und kommerziell kontrollierte Qualitätsstandards nach einem Art Franchising-Konzept einhalten. So wird beispielsweise auf gewisse Leistungen eine 6-jährige "Garantie" übernommen, obwohl Gewährleistungszusagen medizinisch umstritten sind. Im Jahr 1999 von Dr. Armin Jäckel (Eckernförde) gegründet. Am 5. November 2007 wurde eine Umfirmierung in TruDent beschlossen, um sich deutlich von dem 2009 insolventen Newcomer McZahn abzusetzen.
goDentis, McZahn
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/default.aspx?sid=562201

MacSpadden Verfahren , richtig: McSpadden Verfahren ; Kondensation

Magenta-Zunge
engl.: magenta tongue; hauptsächlich bei Vitamin-B2 (auch B12) -Mangel (die biologisch aktive Form des Vitamin B2 ist Riboflavin) auftretende tiefdunkelrote, glänzende Zunge, verbunden mit Schmerzen beim Schlucken. Gelegentlich sind auch die Lippen mit betroffen. 

Magersucht , engl.: anorexia; Bulimie

Magnetfeldresonanztomographie
Magnetresonanztomographie, MRT; Kernspin, "Röhre", Kernspin(resonanz)tomographie, engl.: Magnetic Resonance Imaging" (MRI), magnetic field resonance tomography, magnetron; schonendes (keine Röntgenstrahlenbelastung) bildgebendes Verfahren, das mithilfe starker Magnetfelder detaillierte Bilder aus dem Innern des Körpers generiert. MR-Tomographen arbeiten mit starken Magnetfeldern, die auf die Kerne der Wasserstoffatome im Körper einwirken. Diese senden schwache elektrische Impulse aus, die von den Spulen registriert werden. Ein Computer errechnet aus diesen Informationen detaillierte Bilder des Körperinneren.
"Etwa 70 Prozent der menschlichen "Materie" ist Wasser mit der chemischen Formel H2O. Eben die winzig kleinen Atomkerne des Wasserstoffs (H) sind es nun, die man "messen" kann, und zwar aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften. Jeder Wasserstoffatomkern verhält sich wie ein winzig kleiner Stabmagnet. Bringt man nun die große Zahl an Wasserstoffkernen in ein starkes Magnetfeld, so vollführen die Kerne Kreiselbewegungen um die Magnetfeldachse - man spricht von "Präzession". Dies ist vergleichbar mit der Taumelbewegung eines Kinderkreisels. Die Kerne taumeln dabei mehrere Millionen Mal pro Sekunde. Man kann nun eine Radiofrequenz einstrahlen, die dieser Taumelfrequenz entspricht. Dadurch ändern die Kerne ihre "Spineinstellung", sie kommen zur "Resonanz". Diese nun erfolgte Magnetisierung kann gemessen und ausgewertet werden. Je nach chemischer Umgebung der Kerne sind deren Resonanzfrequenzen minimal unterschiedlich. Diese kleinen Differenzen ermöglichen Aussagen über die Umgebung der Kerne. Damit ergibt sich die Möglichkeit, Strukturen unbekannter Moleküle aufzuklären. In der Medizin benutzt man zusätzlich Feldgradienten. Diese ermöglichen die räumliche Lokalisierung der Atomkerne im Körper. Auf diese Weise entstehen die Schnittbilder aus dem Organismus. Der Arzt verfügt somit über eine leistungsfähige Methode, die zur herkömmlichen Röntgenmethode komplementär ist. Bei letzterer sieht man vorwiegend Schweratome, sprich das Calcium der Knochen." (PM von Dr. Renate Hoer, 10.01.2005)



MRT - Seitenansicht Schädel
Die MRT hat ihre Vorteile vor allem bei der Darstellung von Weichteilen, Organen und Gefäßen. Auch gibt sie Einblicke in Dynamik und Funktion bestimmter Organe - so ist sie beispielsweise die Methode der Wahl in der Hirnforschung. Die MRT gilt heute als Goldstandard in der Kiefergelenks-Diagnostik, wenn auch die Sonographie Vorteile bezüglich der Kosten, Verfügbarkeit und Anwendbarkeit bietet.
Bis vor wenigen Jahren waren Magnetresonanz-Tomographen mit 1,5 Tesla das "Nonplusultra" der radiologischen Diagnostik (Einheit für Magnetfeldstärken "Tesla": 1 Tesla = 10.000 Gauß). 2005 beginnen sich langsam die modernen "3 Tesla-Geräte" durchzusetzen. Vor dem Durchbruch stehen "7 Tesla-Tomographen", welche ein Feld erzeugen, das rund 150.000 mal stärker ist als das der Erde (Magnetfeld der Erde: ca. 50 mikro-Tesla). Die immer stärkeren Magnete haben diesen Zweck: Je stärker die Felder, die ein Tomograph erzeugen kann, desto schärfer und detailreicher sind auch die Bilder, die er liefert. Allerdings nehmen mit der Magnetfeldstärke auch die Bildfehler zu; daher brauchen Anwender viel Erfahrung, um die Aufnahmen korrekt zu interpretieren.
Verschiedene Mechanismen können bei der MRT zu Problemen mit inserierten Metallkörpern (Implantat, Osteosyntheseplatte, Zahnersatz, Herzschrittmacher) oder metallischen Fremdkörpern führen. Es stehen hierbei die mögliche Erwärmung bis Erhitzung des Metalls durch die angewendete Hochfrequenz sowie die Ablenkbarkeit des Metalls durch das starke Magnetfeld im Vordergrund. Moderne Implantate bestehen meist aus nicht magnetischen oder gering magnetischen Metalllegierungen (Standard in der ZHK: Titan) und sind i.d.R. als unproblematisch anzusehen. Herzschrittmacher sind bisher (2008) als Kontraindikation für eine MTR anzusehen. Make-up sowie Tätowierungen können durch Erhitzung zu Verbrennungen der Haut führen.
Arthrographie, bildgebende Verfahren, Kernspintomographie, Röntgenologie, Sonographie

Magnetfeldtherapie
"magnetische Heilbehandlung", engl.: etwa magnetic field therapy; schon von Paracelsus im 15. Jhd. empfohlene, kontrovers diskutierte Therapie bei Wundheilungsstörungen, zur "Eindämmung von Entzündungsherden", Behandlung von akuten Zahnschmerzen und zahlreichen weiteren Einsatzgebieten ("Indikationslyrik"). Anwendung der M. im Rahmen ganzheitlicher, komplementärmedizinischer Therapiekonzepte, wobei die Therapiebeschreibungen und -erfolge schon sehr unterschiedlich sind: Sie sollen den Zellstoffwechsel und die Durchblutung steigern und das körperliche Wohlbefinden fördern. Gesicherte Erfolge scheinen sich auf die Anwendung bei Schmerzzuständen bei Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates, die auf einer übermäßige Degeneration (= Abnutzung) basieren und auf die unterstützende Knochenheilung zu konzentrieren.
alternative Behandlungsmethoden
http://www.magnettherapie.info/ , http://members.aon.at/magnetfeldtherapie/ , http://www.medizinfo.de/magnetfeldtherapie/

Magnetkräfte
Magnetprothese, Magnetimplantat, engl.: magnetic denture, magnetic implant; in der ZHK mit geringer Verbreitung bestehende Methoden mittels magnetischer Feldkräfte einen verbesserten Halt und eine Lagestabilisierung - vornehmlich von Prothesen im stark reduzierten Restgebiss oder Epithesen - zu erreichen. Dabei werden sowohl die Eigenschaften der Abstoßung wie auch der Anziehung magnetischer Kräfte genutzt:

Mahlzahn , engl.: grinder (molar); Molar

Makrocheilie , Lippenschwellung, "Rüssellippe", engl.: macroch(e)ilia, von vielfältiger, meist entzündlicher Ursache; Cheilitis, Pachycheilie; Abb.: http://dermatology.cdlib.org/

Makrodontie
Makrodentie
, Megalodontie, engl.: macrodontia; Übergröße einzelner Zähne mit dem häufigen Merkmal einer Verschmelzung/Doppelbildung. Eine M. aller Zähne wird nur sehr selten beobachtet. Auftreten bei den sog. "overgrowth"-Syndromen (Proteus, Klippel-Trenaunay) in den betroffenen Kieferabschnitten. 
Gemination

Makrofüllerkomposite , "Makrofüller" Komposite

Makrogenie, Progenie

Makroglossie
Zungenhypertrophie, Pachyglossie, Riesenzunge, engl.: macroglossia; teilweise oder vollständige Vergrößerung der Zunge durch versch. Ursachen, wie z.B.:
Entzündungen: Abszess, Aktinomykose, Soor
Tumoren: Hämangiom, Lymphangiom, Karzinom
genetisch: Akromegalie, Mongolismus
hormonell
allergisch: Quincke Ödem
durch Einlagerungen (Amyloid, Hyalin, Lipoproteine)
Down-Syndrom, Glossitis, Lingua, Linguotomie, Zahnimpressionen

Makrognathie , maxilläre Prognathie, engl.: macrognathia, megagnathia; Prognathie

Makroloide
zur Gruppe der Antibiotika gehörend, engl.: do.; bakteriostatische Wirkung mit den bekannten Vertretern Erythromycin u. Clarithromycin (z.B. Klacid™). Gelten als Ausweichpräparate bei Penicillin-Allergie und Schwangerschaft (Erythromycin wegen möglicher Säuglingsallergien nicht mehr in der Stillphase). Tagesdosis - je nach Präparat - zwischen 0,5 u. 2 Gramm.
Gute Gewebegängigkeit bei individueller Resorptionsstärke; Wechselwirkung mit anderen Medikamenten durch eine Metabolisierung in der Leber (z.B. kann eine Kombination mit Antihistaminika zu schweren ventrikulären Rhythmusstörungen führen). Kreuzresistenzen mit Lincosamiden sind bekannt.
Antibiotika, Antimykotika

Makrostomie
engl.: macrostomia; Übermäßige Verbreiterung der Mundspalte, u.U. mit fehlendem Mundwinkel, als Ursache einer angeborenen meist einseitigen queren Gesichtsspalte. Abb.: http://farm1.static.flickr.com

Makrulie
engl.: macrulia; nicht mehr übliche Bezeichnung für eine Verdickung des Zahnfleischs (Gingivitis hyperplastica Gingivahyperplasie) unterschiedlicher Herkunft (z.B. Schwangerschaft, Medikamenteneinfluss usw.).
Gelegentlich auch als schwere Verlaufsform einer Gingivahyperplasie gebräuchlich.


medikamentenbedingte
M. ( Hydantoin)

Malassez’sche Epithelreste , nach Louis, Charles Malassez; eptheliale Reste der  Hertwig Epithelscheide

Malazie , Auflösung bzw. Erweichung der Struktur eines Organs oder Gewebes. Z.B. "Knochenerweichung" = "Osteomalazie"

Malignität
maligne
, engl.: malignancy, malignant; Bösartigkeit einer Erkrankung im Sinne von zerstörend fortschreitend und letztendlich zum Tode führend, i.d.R. im Zusammenhang mit Tumoren gebraucht ("maligner Tumor", Malignom). Gegenteil von Benignität.
Mundhöhlenkarzinom

Malnutrition
Mangelernährung, engl.: do.; Zustand nach einer mangelhaften Nährstoffbilanz. Neben einer quantitativen M. (Fehlen von Proteinen und Energieträgern = Hungergefühl) sind es vor allem qualitative Mangelzustände, bei denen der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen nicht gedeckt wird.
Ernährungsempfehlungen

Malokklusion
Dysokklusion, Okklusionsstörung, Störung des Zusammenbisses, okklusale Dysharmonie, okklusale Diskrepanz, engl.: abnormal o. malfunctional occlusion; Oberbegriff für eine unzureichende, fehlende oder harmonische Okklusion, wobei Abweichungen von einer wie auch immer definierten "idealen" oder "optimalen" Okklusion praktisch in jedem natürlichen Gebiss vorhanden sind (= "Anpassungsfähigkeit des menschlichen Kausystems"); hervorgerufen durch Fehlstand einzelner Zähne, Kieferverformungen (z.B. Offener Biss), vorzeitigem Kontakt beim Zusammenbiss, Elongation, Gleithindernissen, nicht angepassten zahnärztlichen Versorgungen (Füllungen, Kronen) usw.
Fehlbiss, Hackbiss, Myoarthropathien, Nonokklusion, Okklusion, Okklusionsfolie, Okklusionsstörung, PAR-Index (Peer Assessment Rating Index)

Maltit , Zuckeraustauschstoffe

Maltose , Malzzucker Zucker

Managed Care
"gesteuerte Fürsorge", Begriff aus dem US-amerikanischen Gesundheitswesen, sinngemäß für: eine, von Kostenträgern (Versicherungen, Betrieben) eingekaufte medizinische Versorgung. M. C. ist ein System der Gesundheitsversorgung, das die Qualität der Versorgung, die Kosten dieser Versorgung und den Zugang zur Versorgung steuern soll. Ziel ist eine qualitätsgesicherte und kosteneffektive Medizin. Ansätze von M. C. findet man in D in der Integrierten Versorgung und den Disease-Management Programmen.
Vom Prinzip werden versch. US-Versicherungsformen unterschieden:

Case Management, Disease-Management, Einkaufmodell, Gesundheitskonten, Qualitätsmanagement

Mandibula
Unterkiefer; engl.: lower jaw o. mandible; gelenkig mit dem Schädel verbundener ( Kiefergelenk), größter und stärkster Knochen des Gesichtschädels, welcher im wesentlichen durch die Kaumuskulatur dreidimensional bewegt wird ( Bennett-Bewegung).
Die M. besteht aus dem hufeisenförmigen Körper, "Corpus") und beiderseits einem aufsteigenden Ast (Ramus mandibulae). Daran befindet sich der Gelenkfortsatz (Processus condylaris) mit dem Kiefergelenksköpfchen (Caput mandibulae) und der Muskelfortsatz (Processus coronoideus). An der Innenseite des aufsteigenden Astes befindet sich eine Knochenzunge (Lingula), welche das Foramen mandibulae (Eintrittsstelle des N. alveolaris inferior) z.T. überdeckt. Dieser Nerv verläuft (zusammen mit Blutgefäßen) in einem Kanal unter den Wurzelspitzen der großen Backenzähne und verlässt den Unterkieferkörper i.d.R. zwischen 1. u. 2. Prämolar durch das Foramen mentale (im Bereich der Prämolaren) in Richtung Lippe.

Alveolarkammatrophie, Basalbogen, Gonion, Hippokrates-Handgriff, Kinn, Knochendichte, Mandibularkanal, Menton, Mikrogenie, Pound-Linie, stomatognathes System, Unterkieferaufnahme, Unterkieferbasis, Unterkieferbruch, Zungenbein









Foramen mandibulae



altersbed. Atrophie eines
Unterkiefers

mandibulär ; engl.: mandibular, pertaining to the lower jaw; im Bezug auf den Unterkiefer, zum Unterkiefer gehörend

Mandibularanästhesie
engl.: mandibular anaesthesia; in der ZHK am meisten angewandte Form einer Leitungsanästhesie des Unterkiefers am Foramen mandibulae (einer Nerveneintrittsstelle in den Knochen; s. Abb.). Wegen der Dicke der Knochenrinde des Unterkiefers ist bei den hinteren Backenzähnen eine Betäubung unmittelbar an der Zahnwurzel (Infiltrationsanästhesie) nicht mehr möglich. Deshalb wird der Unterkiefernerv (ein Teil des Trigeminusnervs, N. mandibularis),  direkt an seiner Eintrittsstelle (Foramen mandibulae; siehe auch Abb. unter Mandibula u. Mandibularkanal) in den Unterkiefer ausgeschaltet mit der Folge, dass bei der M. fast alle Zähne einer Unterkieferhälfte und die halbe Lippe - betäubt sind ("taube Lippe"). Das Auffinden der nicht sichtbaren Eintrittsstelle im aufsteigendem Ast ist zuweilen schwierig.
Anästhesieversager, Lokalanästhesie, Leitungsanästhesie, Mandibularkanal, Morsus, Nadelbruch, N. lingualis, Nervenaustrittspunkte, Nervenschädigung




Technik der M.




Foramen mandibulae

Mandibularebene , Unterkiefergrundebene; Unterkieferbasis

Mandibularkanal
Canalis mandibulae, Unterkieferknochenkanal, engl.: mandibular (nerve) canal; Knochenkanal zwischen dem Foramen mandibulae und dem Foramen mentale im Unterkiefer. Hierin befindet sich ein Ast des Mandibularnervs (ein Trigeminusnerv) mit Namen Nervus alveolaris inferior und die namensähnliche Arterie und Vene.
interforaminal, Mandibula, Nervenaustrittspunkte, N. lingualis, Nervenschädigung, Röntgendiagnostik

 


Mandibularlinie
ML, Me-Go-Linie, engl.: mandibular line or menton-gonion (Me-Go) line; Vermessungspunkt; verbindet die Punkte Gonion (Go), der am weitesten kaudal gelegene Punkt des Unterkieferkörpers im Bereich des Kieferwinkels, mit dem Gnathion (Gn) bzw. Menton (Me), der am weitesten kaudal gelegene Punkt der Unterkiefersymphyse (Kinnmitte).
ArGoMe-Winkel, Kieferwinkel, Mandibula, Pogonion, Unterkieferbasis


Mandibularnerv , Unterkiefernerv; Mandibularkanal

Mandibularposition ; Schlagwortbez. für die Lage/Stellung des Unterkiefers im dreidimensionalen Raum; z.B. Bennetbewegung, Okklusion, Zentrik

Mandrell
auch Mandrel, Spanndorn, Scheibenträger, (vom engl.: mandrel = Dorn); Spindel für zahnärztliche/zahntechnische Hand- oder Winkelstücke, auf welche eine Polier- oder Schleifscheibe befestigt/verschraubt wird.
Bohrer

Mandrin , Einlagedraht, "Fülldraht" in Kanülen zur Verhinderung von Verstopfungen

Mängelgutachten
Mängelrüge bei Zahnersatz, engl.: notice of defects, complaint; wurde ein Zahnersatz nicht nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst angefertigt und/oder ist es dem Patienten unmöglich, damit eine Kaufunktion auszuüben bzw. wurde keine kosmetisch akzeptable Rehabilitation ereicht, so ist dem Behandler zunächst Gelegenheit zur kostenlosen Nachbesserung zu geben, welche durchaus aus mehreren Sitzungen (~ 4) bestehen kann. Wird dabei dem offensichtlich bestehenden Mangel nicht abgeholfen, so muss die zahnärztliche Arbeit gutachterlich überprüft werden um abzuklären, ob eine - für den Patienten kostenlose - Neuanfertigung und/oder Schadenersatz- und/oder Schmerzensgeldansprüche geltend gemacht werden können, bzw., ob die Klage überhaupt berechtigt ist ("Eingewöhnungsschwierigkeiten"). Ohne ein derartiges Vorgehen (z.B. einfach eine andere Praxis aufsuchen, eine Neuanfertigung durchführen lassen und die Erstanfertigung nicht zu bezahlen) kann es häufig Probleme derart geben, dass der strittige Corpus delicti nicht mehr im Originalzustand ist und deshalb juristisch nur noch einen untergeordneten Beweiswert hat.
Prinzipiell gibt es die Möglichkeiten der Erstellung eines M., eines selbstständiges Beweisverfahrens oder eines Schlichtungsverfahrens, wobei ersteres bei Gesetzlich Versicherten die Regel und nach Absprache mit der Krankenkasse kostenlos ist. Zu bedenken ist vor Einleitung eines der Verfahren immer, dass nach dem Dienstvertrag nur die fachlich korrekte Ausführung, nicht aber ein Erfolg geschuldet wird.

Gewährleistung, Gutachten, Haftung, Nachbesserung, Versicherungsvertragsgesetz
http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/startseite.html
Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“
Gewährleistung bei Zahnersatz (KZV Berlin, 2016)
Nachbesserungsrecht bei Gewährleistung von Zahnersatz

Mängelhaftung , Mängelbeseitigung, engl.: liabilitiy for defects; Gewährleistung, Haftung, Mängelgutachten ("Mängelrüge")

Manteldentin
engl.: mantle dentin, cover dentin; unmittelbar unter dem Zahnschmelz (parallel zur "Schmelz-Dentin-Grenze") liegendes Zahnbein mit einer Dicke von 10 bis 30 µm; Produkt unreifer, noch nicht voll ausdifferenzierter Odontoblasten. Zur Zahnmitte (Pulpa) hin schließt sich daran das zirkumpulpale Dentin ("reife Dentin") an.
Dentin

Mantelkrone
engl.: jacket crown; Kronenart, welche nach Präparation einer zirkulären Stufe (rechtwinkel- oder hohlkehl-artig) auf den Zahn zementiert wird. I.d.R. aus zahnfarbenem Material (keramische Massen oder Kunststoff) hergestellt. Daher leiten sich auch die Unterbezeichnungen "Kunststoffmantelkrone" und "Keramikmantelkrone" ( Jacketkrone) ab, wobei erstere heute nur noch von untergeordneter Bedeutung (Langzeitprovisorium) ist. Man unterscheidet:

Krone; Fingerhutkrone
VIDEO: Präparationsregeln für Keramik-Inlays & -Teilkronen (Fa. Komet)
Special: Kronen auf www.Zahnwissen.de

MAP ; Abk. von Mund-Antrum-Perforation oder Myoarthropathien

Marcumar ®
auch Markumar, Vitamin-K-Antagonist, "Blutverdünner", eingesetzt in der Antikoagulanzientherapie. Durch M. wird die Bildung der Blutgerinnungsfaktoren, die Vitamin K benötigen, gehemmt. Dies hat zur Folge, dass das Gerinnungssystem verzögert bzw. schwächer reagiert.
Kumarin

Marcus-Gunn-Phänomen
durch eine krankhafte Kernverbindungen zwischen motorischen Anteilen des V. (N. trigeminus) und VII. (N. facialis) Hirnnerven. Dadurch kommt es zu einer Mitbewegung des Oberlides beim Kauakt. Diese angeborene Fehlfunktion des Augenlid-Hebers (M. levator palpebrae) führt bei einer Kaubewegungen zum gleichzeitigen "Aufreißen" des Auges.
Gunn Zeichen
http://www.aerztezeitung.de/

Marfan Syndrom
MFS, engl.: Marfan's Syndrome; genetisch (autosomal dominant) bedingte "Lang-Schmal-" oder "Spinnengliedrigkeit" mit einer Prävalenz von 1:10.000. Neben zahlreichen Fehlbildungen (z.B. überlangen Röhrenknochen) kommt es auch - bedingt durch eine lange u. schmale Schädelform - zu zahlreichen Kieferveränderungen und Stellungsanomalien der Zähne (z.B. "Vogelgesicht", Mikrogenie).
http://www.marfan.de/index.php

marginal
engl.: do.; auf dem Rand befindlich bzw. am Rand liegend, randständig; auch: geringfügig. In der ZHK gebräuchlich für "zum Zahnfleischrand gehörend"; Parodontitis marginalis

Marginal Line Calculus Index
MLCI; von Mühlemann und Villa 1967 entwickelte Messzahl zur Erfassung des supragingivalen Zahnsteins entlang des Gingivalrandes. Hauptsächlicher Einsatz zur Testung von zahnsteinhemmenden Substanzen in kürzeren Verlaufsstudien.
Zur Messung wird die Marginallinie je Zahn halbiert und der Befall - mesial und distal gesondert - in Prozent angegeben.
Zahnsteinoberflächen-Index

Marginalschnitt ; Zahnfleischrandschnitt Gingivarandschnitt

Marin Syndrom
Marin Amat syndrome
, Kiefer-Lid-Syndrom umgekehrtes Marcus Gunn Syndrom; einseitiges Herabhängen des Augenlids (Ptose), wenn der Mund weit geöffnet/bewegt wir. Diese seltene Erkrankung resultiert aus einer mehr oder weniger starken Lähmung des Augenlidmuskels, bedingt durch Störungen im zentralen Nervensystem (z.B. zentrale Fazialisparese).
Gunn Zeichen, Marcus-Gunn-Phänomen

Markerkeime
engl.: marker microorganisms; Keime, deren vermehrtes Auftreten in Körperflüssigkeiten (Blut, Sulkusfluid) den Hinweis auf eine best. Erkrankung anzeigt. Ausdruck gebräuchlich bei der labormäßigen Untersuchung ("mikrobiologischer Test") und Diagnose einer Parodontitis.
Von den in der Zahnfleischtasche (subgingivaler Plaque) bisher nachgewiesenen über 500 Bakterienarten stehen nur wenige mit der Ätiologie marginaler Parodontitiden in Verbindung. Dabei werden folgende Keime als die Hauptverursacher entzündlicher Zahnfleischerkrankungen angesehen und können durch etablierte Nachweisverfahren gefunden werden:

Weiterentwickelte Tests erkennen noch zusätzliche Keime (z.B. ParoCheck-Chip-Kit 20, greiner bio one), welche bedingt mit entzündlichen Zahnfleischerkrankungen assoziiert sind. Mit diesen Leitkeimen sind oft Gruppen weiterer Bakterienspezies assoziiert, die ein kompliziertes Netzwerk von Stoffwechselprodukten miteinander verbindet und erst im Zusammenspiel zu einer Erhöhung der Pathogenität führen ( Biofilm). Die Erfassung eines breiteren Spektrums parodontalpathogener Bakterien ermöglicht den Einsatz von Antibiotika gezielt auf das individuelle Keimspektrum des Patienten abzustimmen. Es werden danach weiter (zu den oben aufgeführten) durch ParoCheck-chip-Kit 20 erkannt:
Actinomyces odontolyticus (A.o.), Actinomyces viscosus (A.v.), Campylobacter concisius (C.c.), Campylobacter gracilis (c.g.); bisher (2004) nur spekulative Bedeutung, Campylobacter rectus (C.r.), erscheint häufig isoliert bei einer Parodontitis; produziert ein dem Leukotoxin von A.a. ähnliches Zellgift, Capnocytophaga gingivalis (Cap.g.), von Bedeutung bei der präpubertären Parodontitis, Eikenella corrodens (E.c.), sein Einfluss ist noch wenig abgeklärt, bei einer Parodontitis erhöht vorhanden, Eubakterium nodatum (E.n.), sein Mitwirken bei einer Parodontitis als einer der wenigen Gram-positiven Keime wird immer wahrscheinlicher, Fusobacterium nucleatum (F.n.), bedeutsame rolle bei der nekrotisierenden, ulzerierenden Gingivitis (NUG) und nekrotisierenden, ulzerierenden Parodontitis (NUP). Gilt als Primärbesiedler der Schleimhaut und dienen vielen Sekundärkeimen als "Andockstelle", Peptostreptococcus micros (P.m.) oder (neu) Micromonas micros, obwohl physiologisch vorkommend, gilt er als Frühmarker und ist parodontalpathogen, Prevotella nigrescens (P.n.), anaerob, mit ähnlichen Eigenschaften wie Prevotella intermedia, mehr an der Zahnwurzel angesiedelt, seine Rolle wird noch unterschiedlich diskutiert, Streptococcus constellatus (S.c.), fakultativ anaerob, gehört zu den Abszess-Erregern, Streptococcus gordonii (S.g.), fakultativ anaerob, gilt als Frühbesiedler, isoliert ohne Bedeutung - im Komplex bildet er ein subgingivales Ökosystem, Streptococcus mitis (S.m.), fakultativ anaerob, physiologisch, Veillonella parvula (V.p.), obligat anaerob,mit schwacher parodontologischer Bedeutung, ernährt sich von Milchsäure  anderer Bakterien und gilt deshalb als bedingt anti-kariogen; beschleunigt die Mineralisierung der Plaque zu Zahnstein.

Generell besteht bei der Wertigkeit derartiger Untersuchung folgendes Problem:
Einerseits existiert in der Mundhöhle eine Vielzahl von Keimen, die weder genau untersucht, noch deren parodontalpathogene Prävalenz bekannt ist. Anderseits gibt es von den sog. Leitkeimen eine Vielzahl von nicht oder weniger pathogenen Unterformen. So zeigten RNA-vergleichende Untersuchungen, dass es alleine von Actinobacillus actinomycetem comitans 76 verschieden Stämme gibt, welche nicht alle mit einer Parodontalerkrankung assoziiert sind.

Antibiotika-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen, bakteriologische Identifizierungssysteme, Kollagenase, Leitkeime, Parodontitis, Parodontitisdiagnose, PCR, PMIK ("antiinfektiöse Therapie")
Patienteninfo: Mikrobiologische Diagnostik und Parodontitistherapie ©: BZAEK
Patientenmerkblatt "Markerkeimanalyse"
Human Oral Microbiome Database (HOMD)

Markierungsbohrung ; Pilotbohrung

Markkanal ;  Seitenkanal der Zahnwurzel oberhalb des apicalen Dreiecks; Seitenkanal, Wurzelkanal

marktot , marklos, engl.: unmedullated; nicht mehr lebender/vorhandener Zahnnerv avital/devital

Marshall Syndrom
autosomal-dominant vererbte Bindegewebserkrankung mit einer Häufigkeit von etwa 1:10.000. Die Betroffenen dieser multisystemischen Erkrankung sind meist kleinwüchsig und zeigen u.a. im Schädelbereich eine Sattelnase (flache Nasenwurzel), eine Unterentwicklung des Mittelgesichts, erhebliches Fehlen von Zahnanlagen und Augenanomalien.
http://www.orpha.net/

Marsupialisation
"Beutelbildung", engl.: do.; Fensterung einer Weichteilzyste. Ein dem operativen Eröffnen von Zysten im Kieferknochen ähnliches Vorgehen bei der chirurgischen Behandlung von Weichteilzysten ( Partsch I): Die Zyste kann wegen ihrer Größe nicht mehr vollständig ausgeschält werden. Deshalb erfolgt eine Fensterung und Offenhaltung des der Knochenhöhle mittels Tamponaden, um eine Regeneration aus der Tiefe zu erreichen. In der ZHK Anwendung bei großen Mundboden- und Speicheldrüsenzysten (Weichteilzysten).
Zyste

Maryland-Brücke , MarylandbrückeAdhäsivbrücke; Klebebrücke

Masern , engl.: measles ; Koplik-Flecken

Massenmerkmal, Krümmungsmerkmal

Masseran Instrumentarium
Masseran Besteck
, Fragmententferner, Stiftentferner, engl.: Masseran's instruments; spezielles Instrumentarium zum Entfernen von abgebrochenen Wurzelkanalinstrumenten/-stiften aus dem Wurzelkanal. Dabei wird das frakturierte Stück mit einem Hohlbohrer ( Trepanbohrer) freigelegt, evtl. zusätzlich durch Ultraschall gelockert und dann mit einer inneren Klemm-Pinzette (Masseran-Extraktor) entfernt.
Stiftaufbau, Wurzelkanalinstrumente

Masseter
engl.: do., griech. für Kauen, Kneten; gebräuchliche Bez. für den Kaumuskel "Musculus masseter", Kaumuskulatur. Ein überwiegendes Kauen mit dem M. ("Masseterkauer") zeigt den typischen "Hackbiss".
Eine (einseitig/beidseitige) Vergrößerung dieses Kaumuskels bezeichnet man als Masseterhypertrophie (massetric hypertrophy) wobei die Ursachen meist in einer Überbeanspruchung (Bruxismus, Habits) zu suchen sind.
Jochbogen

Master
Masterstudiengänge, "master" abgeleitet vom lat. "magister" = Meister, Vorsteher, engl.: master (study); nicht geschützter Titel, welcher erst durch das "Transcript of Records" (eine Art "Testatkarte") und das "Diploma Supplement" (allgemeine Beschreibung der Studienrichtung und -qualifikation) eine Aussagekraft besitzt. Masterstudiengänge haben seit dem Bologna-Prozess auch in Europa an Bedeutung gewonnen. Der Entwicklungsprozess ist hierbei bei weitem noch nicht abgeschlossen, es besteht noch erheblicher Diskussions- und Handlungsbedarf, besonders im medizinischen Bereich. Das Wort "Master" ist in vielen Ländern unterschiedlich besetzt und wird so z.B. auch begrifflich generell dem deutschen Staatsexamen gleichgesetzt, was bspw. für die Medizin nicht zutrifft (2008). In Planung sind für die Medizin die Abschlussbezeichnungen "Bachelor of Science (B.Sc.)" und "Master of Science (M.Sc.)". Die Einführung eines Bachelor-Studiengangs in der Medizin hat der 112. Deutsche Ärztetag 2009 entschieden abgelehnt. Das einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit Staatsexamen müsse erhalten bleiben, da der Bachelor in der Medizin keinen berufsqualifizierenden Abschluss darstellt.
 
Grundsätzlich muss bei den Masterabschlüssen unterschieden werden (aus zm 98, 2, 2008 S. 25):
" dem kompletten Studiengang vom Bachelor zum Master, der inzwischen in rund 54 Prozent aller Studiengänge an den Universitäten eingeführt wurde
dem universitären Aufbaustudiengang nach dem Staatsexamen
dem berufsbegleitenden Studiengang nach dem Staatsexamen
Was sich mit dem Fach Zahnmedizin nicht verträgt, ist die Tatsache, dass der Bachelor (nach drei Jahren Studium) ein erster berufsqualifizierender Abschluss ist. In der Zahnmedizin ist eine sinnvolle Verwendung eines Bachelors aufgrund des kurzen Studiums  und der damit erworbenen Kenntnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht ersichtlich, hinzu kommt, dass er auch mit der gültigen zahnärztlichen Approbationsordnung nicht vereinbar ist. Konsequenz: In der Zahnmedizin ist nur der postgraduale Master nach dem Staatsexamen bisher denkbar. Dieser existiert in zwei Varianten:
Full-time:
Wissenschaftlich orientiertes Vollzeitstudium an einer Universität. Zielgruppen sind wissenschaftliche Mitarbeiter und ausländische Interessenten, eine Titelvergabe erfolgt durch die Universität.
Part-time:
Berufsbegleitend und praxisorientiert, richtet sich dieses Studium an niedergelassene Zahnärzte, der praktische Ausbildungsanteil erfolgt in der Praxis, die theoretische Ausbildung mitsamt Titelvergabe erfolgt an der Universität.
Die Abschlüsse lauten in beiden Fällen "Master of Science" (M.Sc.), Inhalte der unterschiedlichen Studiengänge werden im "Diploma Supplement" aufgezeigt."
ECTS-Leistungspunktesystem, Bologna-Prozess, Generalist, Master of Science
http://www.hrk-bologna.de/bologna/de/home/2003.php
Zum Stand der Postgradualen Qualifikationen (Prof. Heidemann in Spectator Dentistry, 11/2007)

Master of Business Administration
MBA; wörtlich "Meister der Geschäftsleitung"; postgraduierte (= nach Abschluss eines Hochschulstudiums stattfindende) Mangement-Qualifikation mit den Schwerpunkten Unternehmensführung, Finanzmanagement, Strategien und Produktion, Personalführung.

Master of Science
MSc, "Spezialist"; " postgraduale (= nach Abschluss eines Hochschulstudiums stattfindend) und berufsbegleitende Möglichkeit der Weiterbildung für Zahnärzte im Sinne eines sog. "Master Studiums".
D.D.S., Fortbildung, Fortbildung (postgraduierte), Generalist, Master

Masterpoint , der zuerst eingebrachte Guttaperchastift im Rahmen der lateralen Kondensation Wurzelkanalfüllung

mastikal ; unübliche Bez. für zur Kaufläche hin, kauflächenwärts; Zahnflächen

Mastikation , Kauakt, engl.: mastication; Kauakt

Mastikator
engl.: masticator; ursprünglich von der Bez. her eine Küchenmaschine, welche Nahrungsmittel fein zerschneidet ("a machine for cutting meat into fine pieces for toothless people"). In der ZHK: Bez. für einen spez. Artikulator (Non-Arcon-Artikulator), welcher bei der Bissregistrierung mit einem besonderen Registriersystem besonders die Schleimhautresilienz berücksichtigt.
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2006/0231/pdf/dhad.pdf

mastikatorisch ; den Kauakt betreffend, am Kauakt beteiligt

Materia alba
engl.: do., gelblich-weißer Belag auf den Zähnen, welcher aus "totem" aber noch nicht mineralisiertem Material, wie Eiweißresten, abgeschilferten Epithelzellen, Mikroorganismen und Leukozyten besteht - mitunter auch als "frische Plaque" bezeichnet. Im Gegensatz zur Plaque haftet die M. a. nicht am Zahn fest an, sondern lässt sich durch den normalen Kauakt, kräftigen Mundspülungen, eine Munddusche, einen Spray oder Zähneputzen wieder entfernen.
weiche Beläge, Plaque, Munddusche, Mundhygiene

Mathé Krone
Mathé Facettenkrone o. Jacketkrone, engl.: Mathe's jacket crown; besondere technisch aufwendige Herstellung einer Kunststoffverblendkrone: Statt wie üblich den Verblendkunststoff mittels Retentionsperlen oder Silanisierung auf dem metallischen Untergrund zu befestigen, wird das zahnfarbene Verblendmaterial allseits  - ähnlich der Fassung eines Uhrglases - mit Metall gefasst.
Verblendkrone

Matratzennaht
engl.: mattress suture, quilt(ed) suture; spezielle Nahttechnik zum schonenden Zusammenfügen größerer paralleler Wundränder. Der Faden wird nicht - wie sonst üblich - über die Wunde geführt, sondern verläuft unterhalb (s. Abb.)
Naht


Matrix-Metalloproteinasen
MMP, Gruppe von proteolytischen Enzymen (Endo-Peptidasen), welche bei der Spaltung von Peptidbindungen eine Rolle spielen. Enthalten u.a. das für Sie wichtige ZN++. MMP's bewirken beim Knochenum- und -neubau einen schnellen Abbau des stützenden Bindegewebes und nehmen so eine Schlüsselrolle in der Knochentherapie ein. Eine Hemmung der MMP's erfolgt durch sog. "Tissue Inhibitors of Metalloproteinases (TIMP)".
Das Tetrazyklin-Präparat Doxycyclin (reversibler Chelatbildner mit sehr hoher Affinität zum Gingivagewebe) in niederer Dosierung (SSD, noch nicht antibiotisch wirksam) gilt als hochwirksamer, reversibler Hemmer der MMP's und wird vermehrt bei der Parodontitis-Therapie - besonders bei Risikopatienten - angewandt.
Parodontitis, PMIK
http://www.kzvlb.de/presse/zbb/ZBB_04_12.pdf (S.20),  http://www.rrzf.de/neuigkeiten.php
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/687/pdf/synopse7.pdf
http://www.implantate.com/implantatverlust

Matrize
Ausdruck in der ZHK von zweierlei Bedeutung:
  • M., engl.: matrix; Band aus Kunststoff oder feinem Stahlblech (0,02 mm Dicke, "Matrizenband", "Matrizenstreifen", "matrix band") als Hilfsmittel beim Legen und/oder Ausformen (Konturieren) einer Füllung; i.d.R. unter Mitverwendung eines Matrizenhalters (matrix retainer; Ivory Matrizenspanner, Tofflemire Matrize) oder selbstspannend ( Abb. re.). Zusätzlich erfolgt i.d.R. ein Verkeilen der M. am unteren Abschlussrand mit Interdentalkeilen (kleine, dreieckförmige, spitz zulaufende Keile aus weichem Holz oder Kunststoff, s. Abb.), um ein Überpressen des Füllungsmaterials in den Interdentalraum zu vermeiden.
    Lichtkeil
  • M., engl.: keyway of attachment; Geschiebeteil, Verbindungselement, die (meist an/in einer Krone befindliche) Hohlform zur Aufnahme der Patrize

Automatrix, bombiert, Gilmore Reiter, Ivory Matrizenspanner, Separation, Tofflemire Matrize  

 

 



Caulk AutoMatrix
("selbstspannend")

 


Interdentalkeile

Maulbeermolar
Pflüger Molar, engl.: mulberry molar, Moon's molar; normalerweise bei kongenitaler Syphilis anzutreffende Missbildung an Backenzähnen mit abwechselnden nicht anatomisch-typischen Vertiefungen und gerundet Höckern auf der Kaufläche.
Sabouraud Zähne

MAVMund-Antrum-Verbindung , Mund-Antrum-Perforation , MAP ; Kieferhöhlenperforation

Maxilla
Oberkiefer, engl.: upper jaw; paariger Schädel-Knochen bestehende aus den paarigen Oberkieferknochen (os maxillare) und dem ebenfalls paarigen knöchernen Oberkiefer (os incisivum) (embryonal noch getrennt), welcher Träger der oberen Zahnreihe ist. Er bildet den Boden der Augenhöhle, Boden- und Seitenwand der Nasenhöhle und ist zum größten Teil am Dach der Mundhöhle (Gaumen) mitbeteiligt. In den beiden Oberkieferknochenpaaren befindet sich jeweils eine Kieferhöhle. Durch den Processus palatinus ist er mit dem Gaumenbein, durch den Processus zygomaticus mit dem Jochbein und durch den Processus frontalis mit dem Stirnbein des knöchernen Schädels verbunden.

Alveolarkammatrophie, Basalbogen, Ektomolare, Gaumen, Jochbein, Knochendichte, Oberkieferbasis, Oberkieferlänge, Os incisivum, Raphe-Median-Ebene, Spinaebene, stomatognathes System, Tuber maxillare, Zwischenkiefer, Zygomaxillare





Maxilla-Mandibula-Winkel  ; MM-Winkel, Maxillomandibularwinkel, Winkel zur Bestimmung der sagittalen Kieferrelation

maxillär , maxillaris, engl.: maxillar; den Oberkiefer ( Maxilla) betreffend; zum Oberkiefer gehörend

Maxilloalveolarbreite , Ektomolare

Maxilloalveolarindex
Oberkieferindex, engl.: maxilloalveolar index; Messzahl zwischen Oberkieferlänge und -breite mit einem Mittelwert von etwa 112. Aufgrund dieser Zahl erfolgt eine Unterteilung in
dolichuranisch (engl.: dolichuranic, Index kleines als 110; Werte normal für Erwachsene),
mesuranisch (engl.: mesuranic, Index 110-115; Werte normal für Jugendliche) und
brachyuranisch (engl.: brachyuranic, Index größer als 115,  Werte normal für Kinder)
Errechnet wird der Wert aus der Maxilloalveolarbreite (Oberkieferbreite, engl.: maxilloalveolar breadth) dividiert durch die Maxilloalveolarlänge (Oberkieferlänge, engl.: maxilloalveolar length).
Ektomolare, Endomolare, Index, Maxilla, Unterkieferindex

Maxilloalveolarlänge ; Alveolon

maxillofaziales Dreieck
Margolis-Dreieck, MFD, engl.: maxillofacial triangle, Margolis' triangle; virtuelles Dreieck, vor allem in der Kieferorthopädie als Orientierung für Entwicklung und Harmonie des Untergesichtes gebraucht. Es setzt sich zusammen aus den drei Linien (s. Abb.) zwischen:
1.) Nasion und Bolton-Punkt (höchster Punkt der Fossa condylaris; schwer zu bestimmender Punkt)
2.) Nasion und Pogonion
3.) Tangente an der Basis des Unterkieferkörpers
Liegen die 3 Winkel-Werte auf der Abbildung innerhalb der Schwankungsbreite, so bestehen "harmonische Verhältnisse"; eine ungestörte Gesichtsentwicklung ist zu erwarten.
Fernröntgenbild, Kephalometrie, Messpunkte, Profilanalyse
 


maxillofaziales Syndrom
Peters-Hövels-Syndrom, Dysostosis maxillofacialis, "Fischmaulgesicht" engl.: maxillofacial syndrome; Fehlbildung des Mittelgesichts in Folge einer Fehlbildung des 1. Kiemenbogens und der ersten Kiemenfurchung; rezessiv vererbbar.

maxillomandibuläre Abformung ; bimaxillärer Abdruck , mundgeschlossene Abformung; Abdruckarten

maxillonasales Syndrom
engl.: maxillonasal dysplasia, Binder's syndrome; seltene, wahrscheinlich genetische Mittelgesichtsfehlbildung mit einer Unterentwicklung der Oberkiefer, Jochbein und Nasenregion. Abb.: http://www.pubmedcentral.nih.gov/

McCall Girlande , kragenförmige Verdickung der befestigten Gingiva (attached gingiva) über einer Rezession Stillman-Spalte

McKinnes Lösung
engl.: McKinnes solution, Bleichlösung; zum äußerlichen (extrakoronalem) Bleichen von durch Fluorose verfärbten Zähnen, bestehend aus: 1 Teil Diethylether, 5 Teile 26%igem Hydrochlorid, und 5 Teilen 30%igem Wasserstoffperoxid.
Bleichen

McSpadden Verfahren, "thermoplastische Obturation",  engl.: McSpadden obturation technique; Kondensation

McZahn
"Billig-Zahnarztkette", in 2006 ins Leben gerufene Franchise-Konzept mit dem Werbeslogan "Zahnersatz zum Nulltarif" oder auch "Fielmann für die Zähne". Bis Jahresende 2006 wollte der ehemalige Textilunternehmer und Butler-Schulen-Besitzer Werner Brandenbusch und sein chinesischer Kompagnon Pai Mao Yeh (Besitzer des Restaurants "Peking Garden") 30 Praxen eröffnen, bis 2009 sollten es rund 400 sein. Ende September 2008 hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet; im August 2010 schied Brandenbusch freiwillig aus dem Leben.
goDentis, MacDent

MDK
Medizinischer Dienst der Krankenversicherung, engl.: medical review board of the statutory health insurance fund., ehemals: "vetrauens(zahn-)ärztliche Einrichtungen". Der MDK ist in der Öffentlichkeit vor allem durch die Begutachtung der gegen die Pflegekassen gerichteten Leistungsansprüche bekannt. Er stellt den Grad der Pflegebedürftigkeit fest und überprüft die Qualität der Leistungen. Als umfassender sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der GKV ist der MDK allerdings noch in vielen anderen Gebieten tätig. Dazu gehören u. a. Vorsorge und Rehabilitation, Krankenhausbehandlung, Zahnärztliche Versorgung und Arbeitsunfähigkeit. Die Begutachtung schwieriger Einzelfälle steht im Vordergrund mit Empfehlungen an die Krankenkassen. Daneben leistet der MDK eine zunehmend bedeutsamer werdende Grundsatzberatung in Vertrags-, Bewertungs- und Vergütungsfragen.
Die Tätigkeitsfelder des MDK in der zahnmedizinischen Einzelfallbegutachtung sind (nach Eigenangaben, Dr. Strippel):
Konservierend-chirurgische Versorgung
Zahnersatz, auch im Ausland eingegliederter Zahnersatz
Mund- und Kieferchirurgie
Schienentherapie bei Kiefergelenkerkrankungen
Kieferorthopädie
Parodontologie
Behandlungsfehler in allen Leistungsbereichen
Unkonventionelle Methoden
Außervertragliche Leistungen
Eine Verpflichtung zur Herausgabe von Unterlagen an den MDK besteht nur in den im Gesetz geregelten Fällen (§ 276 Abs. 2 S. 1 2. HS. SGB V, d. h. bei
- Nennung der Rechtsgrundlage im individuellen Fall.
- Darlegung, warum der gesetzliche Begutachtungsauftrag ohne die Unterlagen nicht ordnungsgemäß erledigt werden kann.

Eng mit dem MDK verflochten ist der MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.). Dieser berät den MDK in Grundsatzfragen und ist an der Erarbeitung von Standards beteiligt. Weiter koordiniert der MDS die fachliche Arbeit der MDK's in der Beratung und Begutachtung und fördert ein einheitliches Vorgehen in organisatorischen Fragen (aus WIKIPEDIA).
Gutachten, MDZ, medizinisch notwendig, Vertrauenszahnarzt, Wirtschaftlichkeitsgebot, Zweitmeinung
Behandlungsfehlergutachten 2016 - Die ganz eigene MDK-Statistik (zm, 2017)

MDP
"universelles Haftmolekül", "Phosphat Monomer", 10- methacryloxydecil dihydrogen phosphate; Klebemittel zur Verwendung in der Zahnheilkunde; gilt als äußerst wirksam bei Dentin, Zahnschmelz und an Legierungen. Erreicht wird dies u.a. durch eine endständige Doppelbindung zur Polymerisation und einer hydrophilen Phosphatgruppe zur Durchführung der sauren Demineralisierung und Bindung an Kalziumionen und Aminogruppen der Zahnsubstanz.
http://www.kuraray-dental.eu/scientific-area/core-technologies/mdp-monomer/
http://d-nb.info/989401936 

MDPB
MethacryloyloxyDodecylPyridiniumBromid, 12-methacryloyloxydodecyl pyridinium bromide, antibakterielles Monomer; neu entdeckte pH-Wert-abhängige, stark Breitband-antibakterielle Substanz, welche eine polymerisationsfähige chem. Gruppe besitzt, die nach Polymerisation die antibakterielle Fähigkeit verliert und dadurch im Gegensatz zu anderen Kavitäten-Desinfektionsmittel - z.B. Glutaraldehyd - nicht mehr toxisch ist. 1992 entwickelte Kuraray Dental den ersten selbstkonditionierenden Primer auf Basis des MDPMonomers. MDPB zeigt im unpolymerisierten Zustand ebenfalls eine gute Tiefenwirkung im Dentin. Einsatz für eine gründliche und tiefe Desinfektion von Kavitäten und neuerdings (MDPB-Monomer enthält neben einer polymerisationsfähigen Gruppe auch eine antibakterielle Pyridinium Gruppe) als Primerzugabe im Rahmen der Adhäsivtechnik
Die Anwendung von MDPB zielt darauf ab, das mit kariesverursachenden Bakterien infizierte Dentin zu desinfizieren und so die natürlichen Geweberegeneration der Zahnpulpa zu unterstützen.
http://www.kuraray-dental.eu/scientific-area/core-technologies/mdp-monomer/
http://d-nb.info/989401936 

MDS ; Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. ; MDK

MDZ
Medizinischer Beratungsdienst der Zahnärzte für den Patienten, engl.: medical advisory service of the dentists for the patient; zahnmedizinische Beratung durch erfahrene Zahnärzte, die eine eigene Praxis betreiben im Sinne einer Zweitmeinung. eMail-Beratung, Zahnmedizinische Telefonberatung, Persönliche Beratung in der MDZ-Sprechstunde und eine MDZ-Zweitmeinung
Gutachten, MDK, Zweitmeinung
http://www.mdz-online.de

medial , engl.: do.; näher zu einer Senkrechten durch die Körpermitte hin gelegen. Im Gegensatz zu lateral (= zur Seite o. zur Wange hin) wird im Mund damit die Richtung zur Zunge oder zum Gaumen hin bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit mesial

Medianebene
Median-Sagittal-Ebene (MSE), Mesion, engl.: median plane, midsagittal plane; genau durch die Körpermitte verlaufende Sagittalebene. In der ZHK gebräuchlich für die sagittale Schädelebene, i.d.R. verlaufend durch die Messpunkte Nasion, Basion und Inion. Innerhalb dieser Ebene liegt die Raphe-Median-Ebene
Körperebenen (Abb.), Raphe-Median-Ebene, Zahnflächen

Medianwert
Meridianwert, Zentralwert, 50-Perzentil, nicht-arithmetischer Mittelwert; der Wert einer Messreihe o. Untersuchung, bei welchem die Hälfte aller anderen Werte darüber und die andere Hälfte darunter liegt. Beispiel (aus Wikipedia): Die Einkommen einer Gruppe von 10 Personen verteilen sich wie folgt:  9 Personen verdienen jeweils EUR 1.000 und 1 Person verdient EUR 1.000.000. Das Durchschnittseinkommen beträgt EUR 100.900, der Median jedoch nur EUR 1.000.

Medikamente und Schwangerschaft, engl.: medicines during the pregnancy; Behandlung in der Schwangerschaft

medikamentöse Einlage , temporäre Einlage

Mediotrusion
engl.: do.; die Bewegung, bei der die eine Seite des Unterkiefers bei einer Seitwärtsbewegung zur Körpermitte (Medianebene) hin schwenkt. Bennet-Bewegung, Laterotrusion, Mediotrusionsseite

Mediotrusionsbahn
engl.: nonworking orbiting; individuell unterschiedlich gekrümmte Kondylenbahn bei der Mediotrusion; Bennet-Winkel, Fischer Winkel, Gelenkbahn, Protrusionsbahn

Mediotrusionsfacette ; Balanceseite, Protrusionsbewegung, Schliff-Facette

Mediotrusionsseite
Nichtarbeitsseite, auch: Balanceseite, Leerlaufseite, engl.: mediotrusive side, non-working side, balancing side; die Seite des Unterkiefers, die sich bei einer Seitwärtsbewegung (Lateralbewegung) zur Körpermitte (Medianebene) hinbewegt. Da der Kondylus der M. die gleiche Bewegung erfährt, spricht man hier von einem Mediotrusionskondylus oder Nichtarbeitskondylus
Laterotrusionsseite, Okklusionskonzepte

Medizingeräteverordnung
MedGV; 1985 eingeführte und 2002 wieder aufgehobene Verordnung beim Anwenden medizinischer Geräte; übergeführt in das Medizinproduktegesetz, Medizinproduktebetreiberverordnung

medizinisch notwendig
medizinisch indiziert, medizinisch notwendige Behandlung, engl.: medically necessary (treatment); weder juristisch noch versicherungstechnisch klar definierter Begriff. So schreibt z.B. das Sozialgesetzbuch sehr allgemein:
"Nach § 27 SGB V haben Versicherte »Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Die Krankenbehandlung umfasst:
ärztliche Behandlung,
zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz,
Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln,
häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe,
Krankenhausbehandlung,
medizinische und ergänzende Leistungen zur Rehabilitation sowie Belastungserprobung und Arbeitstherapie."
Einschränkend wird aber an anderer Stelle gesagt, dass eine Behandlung ausreichend, notwendig und zweckmäßig unter Berücksichtigung der (zahn-)medizinischen Regeln zu erfolgen habe. So besteht oft eine Diskrepanz zwischen sozialer und medizinischer Notwendigkeit. Die Übergänge zu einer medizinisch guten Behandlung sind fließend - ja manchmal gar nicht möglich - und bieten mitunter Streit zwischen dem Behandler und der sachleistungspflichtigen Krankenkasse. Beispielhaft sei hier der große Kreis der prophylaktischen Leistungen erwähnt. Obwohl über den Sinn und die Erfolge derartiger, vorbeugender Behandlungen medizinisch kein großer Diskussionsbedarf besteht, werden von den Gesetzlichen Krankenkassen nur wenige dieser sinnvollen Leistungen übernommen.
Der Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 12.3.2003, Az. IV ZR 278/01) erklärt eine Heilbehandlungsmaßnahme als m. n., wenn es nach den objektiven Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als m. n. anzusehen. Dies ist im allgemeinen dann der Fall, wenn eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Verfügung steht, die geeignet ist, die Krankheit zu heilen oder zu lindern.
Besonders im kosmetischen Bereich ( Ästhetische Zahnmedizin) gibt es häufig Grenzfälle, welche gerichtlich meist konservativ ("nicht notwendig") entschieden werden.
Ästhetische Zahnmedizin, Behandlung auf Verlangen, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Gemeinsamer Bundesausschuss, IGel-Leistungen, MDK, Priorisierung, Wirtschaftlichkeitsgebo

Medizinische Versorgungszentren
MVZ, engl.: medical service centers; durch das GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) geschaffene neue Strukturen als fachübergreifende*) ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte/Zahnärzte, die in das Zulassungs-Register eingetragen sind, als Angestellte oder Vertrags(zahn-)ärzte tätig sein können. Die Anstellung von (Zahn-)Ärzten in einem MVZ bedarf der Genehmigung des Zulassungsausschusses.
Allerdings: Die Heilberufsgesetze in einigen Bundesländern verbieten die Rechtsform einer juristischen Person (GmbH oder AG; Stand 2004) für die Leitung einer ärztlichen Praxis ausdrücklich, was aber laut GMG nun möglich sein soll.
*) Uneinheitlichkeit besteht über die Interpretation zu "fachübergreifend": So heißt es im Wortlaut des Gesetzes:
"...Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister [...] eingetragen sind, als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind [...]".  Vertragsarztrechtsänderungsgesetz.

Die Versorgungszentren entstanden seit 2004 nach Vorbild der DDR- Polikliniken, die nach der Wende fast alle geschlossen wurden. Die Patienten sollen durch diese zentralen Einrichtungen schneller zum Facharzt gelangen, Geld soll gespart, Klinikeinweisungen sollen vermieden werden.
"Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) kann beliebig viele Nebenfilialen eröffnen - weder die Beschränkungen des Vertragsarztrechtes noch des Berufsrechtes sprechen dagegen." (LSG Sachsen Az.: L 1 KA 8/09)
Nach dem Versorgungsstrukturgesetz (2012) muss bei Neugründungen der (zahn)ärztliche Leiter im MVZ als angestellter oder Vertragsarzt tätig sein und darf in medizinischen Fragen keinen Weisungen unterliegen; er muss vor dem Eintritt als Leiter eines MVZ als Vertrags(zahn)arzt tätig gewesen sein. Ferner wird der Betrieb in Form einer Aktiengesellschaft untersagt. Erlaubt sind nur noch Personengesellschaften, die GmbH, die Genossenschaft - und nichtärztliche Dialysezentren.
Scheitert die Gründung eines MVZ, ist eine zuvor abgegebene Kassenzulassung hinfällig. Das Bundessozialgericht konstatiert dafür sogar einen Automatismus: Nach drei Monaten Untätigkeit ist ein MVZ am Ende.
Seit dem Inkrafttreten des Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) können auch Zahnärzte allein Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen. Dies stellt insbesondere für Praxen auf Wachstumskurs eine gute Alternative zur Aufnahme von Juniorpartnern dar, die sonst mit vielen Risiken behaftet ist (==> http://www.zwp-online.info/de/zwpnews/wirtschaft-und-recht/praxismanagement/mvz-als-alternative-zu-juniorpartnern ).
fachübergreifend, GKV-Modernisierungsgesetz, MDK
Das zahnärztliche MVZ – Chancen und Risiken (DZW, 2017)
MVZ: Bundesregierung und KZBV uneins - „MVZ bedrohen die Versorgung in der Fläche“ (zm, 2017)
Reine Zahnarzt-MVZ jetzt möglich - So bewertet die KZBV die neue Rechtslage (zm - 2015)
Falsches Spiel oder sinnhafte Regeländerung? (zm - 2015)

Medizinischer Dienst der Krankenkassen MDK

Medizinprodukte
Medizinalprodukte, Medizinproduktegesetz, MPG; sind zur Anwendung am Menschen bestimmte Instrumente, Vorrichtungen oder Stoffe, die im weitesten Sinne bei der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. Das Spektrum reicht von Kathetern, über Herzschrittmacher und Ultraschallgeräte bis zu Kernspintomographen. Aber auch Software, Verbandmaterialien und Einwegspritzen gehören dazu. Insgesamt werden rund 500.000 verschiedene Produkte unter dem Begriff 'Medizinprodukte' zusammengefasst. Allen gemeinsam ist - im Gegensatz zu Arzneimitteln - ihre vorwiegend "physikalische Wirkungsweise".
Basierend auf der EG-Richtlinie 93/42 vom 13. Juni 1993 wurde diese in Deutschland am 1.1.1995 in Form des Medizinproduktegesetzes (MPG) umgesetzt und hat mit dem 14.Juni 1998 uneingeschränkte Gültigkeit. Das Medizinproduktegesetz hat zum Ziel, eine hohe Produktsicherheit im Hinblick auf Funktion und Hygiene zu gewährleisten; zusammen mit der Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) dient das MPG dem Schutz des Patienten beim Einsatz von Medizinprodukten in medizinischen Einrichtungen. Danach müssen medizinische Erzeugnisse fest vorgeschriebene Anforderungen in den Punkten Sicherheit (Minimierung der Nebenwirkungen, Gewährleistung elektrischer u. mechanischer Sicherheit), Leistung u. Nutzen (Sicherstellung des therapeutischen Nutzens, klinische Bewertung des Produktes) und Überwachung (Herstellers, Produktlebenszyklus) erfüllen, bevor sie in den Verkehr gebracht werden. Es durften ab 2002 innerhalb der Europäischen Union (EU) nur noch zertifizierte Produkte von zertifizierten Anbietern in den Verkehr gebracht werden. Die Einstufung eines M. in Klasse I, IIa oder IIb (s.u.) bestimmt darüber, wie die Produkt-Dokumentation auszusehen hat. Die Klasseneinteilung legt die im Gesetz beschriebene "Benannte Stelle" (B.S.) fest. Diese Stellen müssen über ein Konformitätsbewertungsverfahren (§ 14 MPG) ( s.a. Konformitätserklärung) in die Lage versetzt werden, nachzuprüfen, dass die in Verkehr gebrachten Produkte z.B. in Bezug auf den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Benutzer und Verbraucher den Anforderungen der Richtlinien entsprechen.
Es bestehen nachfolgende Einteilungen:
  • Medizinprodukte Klasse I
    Für Medizinprodukte, bei denen ein nur geringes gesundheitliches Risiko bei der Anwendung vorliegt, besteht keine Verpflichtung, eine B.S. einzuschalten. Der Hersteller allein ist in diesem Fall für die Konformitätsprüfung verantwortlich, indem er garantiert, dass das Produkt die „Grundlegenden Anforderungen" erfüllt;  dies muss durch eine klinische Überprüfung belegt werden. Danach kann das CE-Zeichen auf dem Produkt geführt werden.
    Ausnahmen:
    Produkte, die steril verpackt sind oder eine Messfunktion besitzen. Hier muss die Benannte Stelle überprüfen.
    Produkt-Beispiele:
    Abformmaterialien, Kofferdam, Watterollen, Wachse, Retraktionsfäden (ohne zusätzliches Medikament), Polierpasten, Zahnbürsten , kieferorthopädischer Apparaturen, wiederverwendbare Handinstrumente, Behandlungsstühle, Lichthärtungsgeräte usw. .
  • Medizinprodukte Klasse II (a und b)
    Ein Konformitätsbewertungsverfahren durch eine Benannte Stelle ist unbedingt erforderlich. Für den Hersteller ergeben sich dabei zwei Wege:
    direkte Überprüfung des Produktes, bei der eine statistisch relevante Anzahl einer Prüfung unterzogen wird.
    Überprüfung durch ein betriebseigenes Qualitätssicherungs-System (nach EN 29001, 29002 oder 29003).
    Produktbeispiele der Klasse IIa:
    Plastische Füllungsmaterialien (Metalle, Zemente, Kunststoffe), Dentinadhäsive, Fissurenversiegler, Wurzelfüllmaterialien, Laborprodukte für festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz (z.B. Legierungen, Keramik, Kunststoffe), kieferorthopädische Behandlungsgeräte, Provisorien, Bleichmittel, Röntgenfilme, digitale Röntgeneinrichtungen, Einmalinstrumente, Absaugvorrichtungen, zahnärztliche Behandlungseinheiten, Gerate zur Desinfektion, Laser, Spritzen, Vitalitätstester, Ultraschallgeräte, usw.
    Produktbeispiele der Klasse IIb:
    Implantate, nicht resorbierbare Knochenersatzmaterialien und -membranen,  Hochfrequenzchirurgiegeräte ("Elektrotom"), chirurgische Laser, analoge Röntgengeräte, usw. .
  • Medizinprodukte Klasse III
    Strengste Prüfungsklasse, da davon große Gefahren ausgehen könnten: Konformitätsbewertungsverfahren bzw. Nachweis der Einhaltung eines strikten Qualitätssicherungs-Systems im Bereich der Produktenwicklung und der Produktion nach Euro-Norm (EN 29001, 29002 und 29003);  dies bezieht sich sowohl auf die Konstruktion als auch die Produktion der Medizin-Produkte. Bei pharmakologisch wirksamen oder resorbierbaren Materialien: Zusätzliche klinische Überprüfung auf Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit. Die Anforderungen an eine klinische Prüfung entsprechen weitgehend denen des Arzneimittelrechts.
    Produktbeispiele der Klasse III:
    Materialien mit medikamentösen Zusätzen, Implantate (bei biologisch aktiver Beschichtung), resorbierbares Nahtmaterial, Retraktionsfäden, Zahnseide mit medikamentösem Zusatz usw.

M. sind erkenntlich an dem vorgeschriebenen Zertifikatszeichen "CE" (siehe Abb.).
Trotz MPG besteht kein Zwang, die Bestandteile nach Art und Menge ("Volldeklaration") bekannt zu geben, was bei Arzneimitteln zwingend vorgeschrieben ist.
Die klinische Prüfung nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) unterscheidet sich wesentlich von der nach dem M. (MPG): Während das Arzneimittelgesetz die Wirksamkeit überprüft, hebt das Medizinproduktegesetz auf die Wirkungsweise ab. Daraus ergibt sich: während ein Arzneimittel vor der Zulassung grundsätzlich die Phasen I - III der Arzneimittelprüfung durchlaufen muss, kann für ein Medizinprodukt mit geringem Risikopotential oder einer unwesentlichen Modifikation eines bereits "in Verkehr gebrachten" Produkts auch eine Evidenz-basierte schriftliche Bewertung ohne Überprüfung am Menschen ausreichen, um eine CE-Zertifizierung des Produktes zu erwirken - viele "neue" Komposites machen sich diesen Umstand zu Nutze.
Als "Nebenprodukt" ist 2002 mit der zweiten Änderung des M. die Medizingeräteverordnung (MedGV) von 1985 aufgehoben worden. Die Bestimmungen des M. und entsprechende Verordnungen ( MPBetreibV) sind stattdessen beim Betrieb dieser Geräte zu beachten.
Nach dem deutschen Produkthaftungsgesetz gilt: Wenn durch den Fehler eines Produktes jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt wird, so ist der Hersteller des Produktes verpflichtet dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.
Biokompatibilitätsprüfung (Verträglichkeitsprüfung), Biostoffverordnung"CE", CEN/TC 55 "Zahnheilkunde", Dentallabor, Dentaldepot, Haftung, Hygiene, Instrumentendesinfektion / Instrumentensterilisation, Medizinproduktebetreiberverordnung, Normenausschuss Dental, Praxisbegehung, Produktsicherheitsrat
Medizinprodukterecht
Medizinproduktehaftung (11. Deutschen Medizinrechtstag 2010)
Was haben MPG/MPBetreibV mit der RKI-Empfehlung zu tun? (Aufbereitung von Medizinprodukten)
Sicherheitsdatenblätter der Dentalbranche
Hygieneplan einer ZA-Praxis
http://www.dimdi.de/static/de/mpg/index.htm (Medizinprodukte-Informationssystem)
The ADA-Dental-Product-Guide

 

 


vorgeschriebenes Zertifikatszeichen

Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV)
1998 an das Medizinproduktegesetz angegliedertes "Regelwerk", welches das errichten, Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten beschreibt. Der Zahnarzt ist nach dieser Verordnung sowohl "Anwender" wie auch Betreiber" von Medizinprodukten.
Weiter resultiert aus dem Medizinproduktegesetz die Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung (MPSV ; http://www.gesetze-im-internet.de/mpsv/index.html). Hierin werden die Verfahren zur Erfassung, Bewertung und Abwehr von Risiken im Verkehr oder Betrieb befindlicher Medizinprodukte geregelt.
http://bundesrecht.juris.de/mpbetreibv/index.html
Was haben MPG/MPBetreibV mit der RKI-Empfehlung zu tun? (Aufbereitung von Medizinprodukten)
Sicherheitsdatenblätter der Dentalbranche

Megalognathie ; engl.: megalognathic; Bez. für die im Vergleich zu heute größer ausgeprägten Kiefer der Urmenschen
Eugnathie, Gebissreduktion

Mehlstaubkaries , mill dust caries; Bäckerkaries

Mehrkostenregelung
Mehrkostenvereinbarung, engl.: additional cost arrangement; nach dem Sozialgesetzbuch (§§ 28, 30 SGB V) bestehende Möglichkeit, über die vertraglichen Möglichkeiten nach den Richtlinien hinaus weitere zahnärztliche Leistungen privat in Anspruch zu nehmen. Nach Einführung der Festzuschüsse für Zahnersatz (2005) hat die M. hauptsächlich ihre Bedeutung bei Füllungsmaterialien, die von den Gesetzlichen Krankenversicherungen nicht bezahlt werden (z.B. "zahnfarbene Füllung" statt einer Amalgamfüllung im Seitenzahnbereich)
SpecialZahnwissen-Festzuschüsse ab 2005

Mehrphasenbehandlung
"wachstumsadaptierte kieferorthopädische Behandlung"; Schlagwortbez. für eine kieferorthopädische Behandlung über mehr Jahre als üblich (sog. "Langzeitbehandlung"). Sie umfasst mehrere Behandlungsabschnitte, welche i.d.R. auch behandlungsfreie Intervalle beinhalten. Die einzelnen Behandlungsschritte bauen aufeinander auf, können sich aber apparativ wie methodisch voneinander unterscheiden.
Frühbehandlung

Mehrschichttechnik ; Sandwichtechnik

Mehrsektorenschraube , Bertoni-Schraube ; Y-Platte

mehrspannige Brücke , engl.: multiple spans bridge; Brücke

mehrwurzlig
mehrwurzelig
, engl.: multi-rooted (tooth); typisches Merkmal der großen Backenzähne und einiger kleinen Backenzähne, welche im Gegensatz zu den Frontzähnen mehr als eine Zahnwurzel besitzen.

Meistermodell ; engl.: master cast; Modell

Melanodontie
engl.: melanodontia; girlandenförmige grün- bis braunschwarze Beläge zwischen Zahnfleischrand und Zahn, engl.: black stain; Vorkommen besonders im jugendlichen Alter (meist zwischen 6 und 15 Jahren, mitunter aber auch schon im Milchzahngebiss); schulzahnärztliche Reihenuntersuchungen zeigen bei den 6 bis 11 Jährigen bei 4 % eine M. . Verursacht wird die M. durch chromogene (farbgebende) Bakterien. Nach der Farbe wird unterschieden (gekürzt nach Hubert E. Schroeder: "Pathobiologie oraler Strukturen"):
  • Schwarz: (s.Abb.)
    Aus zunächst punktförmig braun-pigmentierten Stellen zusammenfließende dunkelbraunschwarze, 0,5-1,0 mm breite Linien, die girlandenförmig parallel zum Zahnfleischrand verlaufen, an allen Zähnen auftreten, schwer entfernbar sind, in etwa 10-20% der 6- bis 15jährigen Kinder auftreten und aus dicht gepackten Bakterien (meist grampositiven Stäbchen und einer Matrix bestehen, also eine spezielle Form bakterieller Plaque darstellen. Die schwarze Farbe ist unlösliches Eisensulfid, das wahrscheinlich aus bakteriellern Schwefelwasserstoff und Speichel-Eisen gebildet wird.
  • Grün:
    Vorwiegend auf den Außenflächen der oberen Frontzähne beschränkte, flächenhaft-diffuse, die zervikale Hälfte der Zahnflächen überdeckende, hell bis schmutzig oliv-dunkelgrüne Ablagerungen, die schwer entfernbar sind, in etwa 3-6 % der Kinder auftreten und deren Zusammensetzung unbekannt ist. Neben chromogenen Bakterien und Pilzen werden auch Blutpigmente und Chlorophyll für die Verfärbung verantwortlich gemacht.
  • Orange:
    Vorwiegend im gingivalen Drittel der Außen- und Innenflächen auftretende, hellrote bis orangefarbene, weiche Ablagerungen, die aus verschiedenen Bakterien bestehen, selten und nicht genau bekannt sind.

Die Verfärbungen sind im Prinzip harmlos, aber ästhetisch störend. I.d.R. verschwinden sie nach der Pubertät von allein.
Eine ursächliche Therapie der M. ist nicht bekannt. Eine zahnärztliche Behandlung der gegen häusliche Mundhygienemaßnahmen äußerst widerstandsfähigen Beläge geschieht mittels Polierpasten oder Pulverstrahlgeräten (z.B.: Air-Flow-System); ebenso kann eine Touchierung der Zähne mit Chlorhexidinlack, der antibakteriell wirkt, erfolgen. Für den Heimgebrauch wird über Erfolge bei der Anwendung von Schallzahnbürsten berichtet.
Betelkauen, Melanosis, Professionelle Zahnreinigung (PZR), Schwermetallsaum, Verfärbungen

 

 

 




Betelkauen

Melanoglossie , Lingua (pilosa) nigra

Melanom , malignes
Melanomalignom
, engl.: malignant melanom; äußerst bösartiger Tumor der Haut und Schleimhaut (Gaumen, Gingiva) mit frühzeitiger Metastasenbildung (lymphogen und/oder hämatogen). Unterteilung in versch. Klassen nach dem TNM-System (T = Größe/Ausdehnung des Primärtumors; N (von Nodi lymphatici) = Fehlen/Vorhandensein von regionalen Lymphknotenmetastasen; M = Fehlen/Vorhandensein von Fernmetastasten). Abb.: zentral ulzerierendes M. im Gaumen-/Wangenbereich
Mundhöhlenkarzinom

Melanosis
Melanose
, engl.: do. o. melanism; vom Schleimhautmelanom abzugrenzende gutartige, pigmentierte (Hautfarbstoff Melanin) Läsionen der Mundhöhle. Tritt vorwiegend im mittleren Lebensalter auf und wird auf Lippen, der Wangenschleimhaut, der Gingiva und dem Gaumen beobachtet. Bei kurzfristiger Entstehung, Größenzunahme oder unregelmäßiger Pigmentierung/Randkonfiguration wird eine histologische Untersuchung empfohlen. Eine kosmetisch störende M. wird in jüngster Zeit erfolgreich mit CO2-Lasern entfernt.
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde






isolierte, lokale M. unbekannter Ursache


ethnisch bedingte Pigmentierung der Zunge

meldepflichtige Krankheiten
engl.: reportable diseases; Seuchen und andere Krankheiten, die nach dem deutschen Seuchenrechtsneuordnungsgesetz vom 20.7.2000 an das zuständige Gesundheitsamt namentlich zu melden sind. In Deutschland werden ca. 200.000 Lebensmittelinfektionen pro Jahr gemeldet. Damit sind sie die häufigsten meldepflichtigen Erkrankungen.
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Meldepflichtige_Krankheiten/Meldepflichtige_Krankheiten_node.html

Melkersson-Rosenthal-Syndrom
Ganglion-geniculi-Syndrom; engl.: do.; idiopathisch auftretende, großvolumige, ödemartige Gesichtsschwellungen aus der Gruppe der orofazialen Granulomatosen, vorwiegend der (Ober-)Lippe und im Wangenbereich (Makropareiie) sowie einer Faltenzunge (Lingua plicata) als Initialsyndrom. Dabei schwillt die Lippe "über Nacht" ohne erkennbare Ursache und Schmerzen an und stellt sich rüsselartig dar ("Tapirlippe", "Tapirmaul"); bei Männern dreimal häufiger auftretend. Als Nebensymptom wird in 20-30% der Fälle eine Fazialisparese (peripherer Typ) beobachtet.



ausgeprägtes Lippenödem ohne Zungenbeteiligung



Meloschisis, engl.: do., Wangenspalte; Gesichtsspalte

Membran
engl.: membrane;
dünne Körperzellschicht; i.d.R. zum Abgrenzen von Körperflüssigkeiten, u.U. mit selektiver Durchlässigkeit
künstliche Folien im Rahmen der "Gesteuerten Geweberegeneration"

mental , mentalis; u.a.: das Kinn betreffend, zum Kinn gehörend

Mentale ; Schädelmesspunkt, definiert als tiefster Punkt des Foramen mentale

Mentalisanästhesie
Sondereform der üblichen Unterkiefer-Leitungsanästhesie für den Frontzahnbereich. Der Einstich erfolgt in der Gegend des Austrittpunktes (Foramen mentale) des Nervus mentalis zwischen erstem und zweitem Prämolaren.
Leitungsanästhesie

Mentalpunkt ; Pogonion

Menthol
in vielen ätherischen Ölen vorkommender monocyclischer Monoterpen-Alkohol mit vielfältigem Einsatz im Mundbereich (Mundwässern, Kaugummi, Zahnpasten usw.). Gewinnung aus Pfefferminzblättern oder vollsynthetisch. Durch seine Wirkung am Kälte-Menthol-Rezeptor (TRPM8), entsteht bei der Anwendung ein kühlender Effekt auf der Schleimhaut, die Körpertemperatur bleibt dabei unverändert.
Einsatz in der ZHK besonders als Beimengung zu ChKM. Das schwer wasserlösliche M. wirkt dabei desinfizierend und hat eine anästhesierende und adstringierende Wirkung
http://www.chemikalienlexikon.de/

Menton , Me; Schädelmesspunkt; tiefster Punkt (am weitesten kaudal gelegen) der Kinnmitte (Unterkiefersymphyse) in der Median-Sagittal-Ebene; unrichtigerweise zuweilen mit dem Gnathion gleichgesetzt.
ArGoMe-Winkel, Mandibularlinie, Messpunkte, Pogonion, Unterkieferbasis

Mentum ; Kinn

Mepivacain
Lokalanästhetikum (Handelsname: Scandicain®), örtliches Betäubungsmittel, vom Lidocain abgeleitet, mit nur geringen gefäßerweiternden Eigenschaften. Kann bei Patienten, welche keine gefäßverengenden Zusätze vertragen, auch ohne deren Zusatz (bedingt) eingesetzt werden.
Lokalanästhetika

Merfen ®
Handelsname für ein antiseptisches Präparat mit wundheilenden Eigenschaften, früher auf der Basis einer organischen Quecksilberverbindung (Phenylquecksilberborat); heute vor allem mit Chlorhexidindigluconat und Benzoxoniumchlorid als Grundbestandteile. Gelegentlicher Einsatz in der ZHK zur Desinfektion von Wurzelkanälen.

meridol
AZF (Abk. von Aminfluorid/ZinnFluorid)  Kombination des organischen Aminfluorid ( Olaflur) mit dem anorganischen Zinnfluorid (Fluoridgehalt: 250 ppm). Einsatz in Mundspüllösungen und Zahnpasten zur chemischen "Plaquebekämpfung", wobei das Zinnfluorid hauptsächlich antibakteriell wirkt und das Olaflur zur ausreichenden und langen Verfügbarkeit ( Substantivität) beiträgt. Studien bescheinigen m. eine dem Chlorhexidin ähnliche Verweildauer von 6 - 8 Std. ohne die Nebenwirkungen des Chlorhexidins (Geschmacksbeeinträchtigungen, Verfärbungen) aufzuweisen.
Antiseptikum, Listerine, Mundspüllösungen
http://www.gaba-dent.de/

meridol Paro Diagnostik
ein auf neuester molekularbiologischer Technologie beruhendes Nachweisverfahren. Die eingesetzte Real-time-PCR ermöglicht neben der spezifischen und sensitiven Aufspürung auch die Mengenbestimmung der Zahnfleischerkrankungen hervorrufenden Mikroorganismen sowie deren Gesamtkeimzahl.
Antibiotika-Zufuhr bei Zahnfleischerkrankungen, bakteriologische Identifizierungssysteme, PCR

Merkurialismus, Quecksilbervergiftung

Merrifield Winkel
Z-Winkel, engl.: Merrifield's angle, Merrifield Z-angle; gebildet von der Frankfurter Horizontalen und einer Geraden durch (Haut-)Pogonion u. Labrale. Der Winkel sollte in einem ästhetischen Profil eine Größe von 80° +/- 5° haben.
Harmonielinie, Kephalometrie, Profilanalyse


mesial
zur Mitte hin, engl.: do.; Lage u. Richtungsbezeichnung: Zur Mittellinie eines Kiefers hin, meist im Sinne für "nach vorn" (zur Kiefermitte) hin gebraucht. medial, Zahnflächen

Mesialbiss, Mesiookklusion, "Vorbiss", engl.. mesio-occlusion, anterocclusion; Angle-Klasse III, Dysgnathie

Mesialdrift
Mesialwanderung, der Zähne, engl.: mesial drift o. mesial movement; natürliche Horizontalverschiebung der Zähne, beim Erwachsenen meist bedingt durch eine interstitielle Attrition. Hierbei kommt es zu einer Knochenresorption der Alveolarwand auf der mesialen und einer Knochenanlagerung auf der distalen Seite. Da durch eine vertikale Attrition der Kronendurchmesser in mesio-distaler Richtung kleiner wird, würde es ohne eine M. zu einer Lückenbildung zwischen den Zähnen kommen.
Wachstumsbedingt tritt ebenfalls eine M. auf. So bewegt sich die Zahngruppe "Eckzahn-erster Molar" zwischen dem 10. u. 21. LJ. ca. um 5mm nach mesial. Da sich die Schneidezähne in dieser Zeit durchschnittlich nur um 2,5 mm nach labial bewegen, kommt es zu einem Platzmangel, der in einen Engstand übergehen kann.


mesialexzentrisch ; exzentrische Projektion

Mesialfeder
aktives kieferorthopädisches Behandlungselement in Form einer zur Kiefermitte hin offenen Drahtfeder an herausnehmbaren kieferorthopädischen Geräten ( Aktive Platte), um eine Zahnbewegung (i.d.R. eines einzelnen Zahnes) nach mesial zu bewirken. Gegenteil: Distalfeder

Mesialschraube
engl.: mesial screw; kieferorthopädisches Hilfsmittel an herausnehmbaren Geräten (Aktive Platte, Aktivator) um eine nach mesial gerichtete Kraft auf den Zahn/Zähne zu übertragen; Gegenteil: Distalschraube

Mesialstand
engl.: mesial position; sagittale, körperliche Zahnstellungsabweichung nach mesial (nach vorn, zur Kiefermitte hin). Begriff bei Prämolaren und Molaren gebräuchlich; Gegenteil: Distalstand

Mesiodens
Mediodens, Mesiodont, falsch: "Odontoid", engl.: do. o. mesodens; überzähliger Zahn im (Ober-)Kiefer-Schneidezahnbereich; in der Regel atypisch geformte Zähne, die entweder einzeln oder mehrfach durch eine Überproduktion der Zahnleiste entstehen. Sie sind meist im Kiefer befindlich (retiniert und verlagert) und erscheinen Zapfenzahn-ähnlich mit einer glatten, kegel- oder pflockartigen Krone. Die Wurzel ist rund und voll ausgebildet. Die genauen Ursachen und Auslöser für die Entwicklung eines M. sind bisher nicht bekannt. In der Literatur werden verschiedene Theorien, z. B. eine Abspaltung der Zahnleiste durch ein Trauma oder einen Tumor, eine Hyperaktivität der Zahnleiste oder genetische Ursachen diskutiert. Die Häufigkeit für das Auftreten wird mit 0,14 - 4% angegeben, dabei entfallen über 90% auf den vorderen Teil des Oberkiefers; sie sind bei Männern etwa doppelt so häufig wie bei Frauen. Selten im Milchzahngebiss auftretend.
Während der eigentliche M. überzählig zwischen den mittleren Schneidezähnen liegt (s. Abb.), befindet sich ein Laterodens zwischen dem mittleren und seitlichem Schneidezahn.
Von allen überzähligen Zähne ( Hyperodontie) sind die M. mit 45 % am häufigsten anzutreffen; sie sind bei Männern etwa doppelt so häufig wie bei Frauen; es sind vor allem die bleibenden Zähne betroffen.
Eine Entfernung sollte - besonders bei Schmerzen oder aus kieferorthopädisch-prophylaktischen Gründen (um eine optimale Zahn- und Gebissentwicklung zu erreichen) - kurz nach dem Durchbrechen der bleibenden Schneidezähne erfolgen.
Hyperodontie, Nasenzahn

 




Mesio-Distal-Index
engl.: do.; Unterschied zwischen den Durchmessern einer Zahnkrone in mesio-distaler Richtung, einmal in Höhe des Äquators, zum anderen in Höhe der Schmelz-Zement-Grenze. Die größte Differenz wird i.d.R. bei oberen 1. Prämolaren gefunden
Index

Mesostruktur
Mesiostruktur, engl.: mesostructure; keramisches oder metallisches Bindeglied ("Zwischengerüst") zwischen einem Implantat und der Suprakonstruktion. Hauptsächlich eingesetzt bei nicht-parallelen Implantatachsen, ästhetisch ungünstiger Insertion von Implantaten und bei einem stark zurückgebildeten Kiefer. Zur M. zählen z.B. bei einem herausnehmbaren Zahnersatz Stege und Teleskope.
Abutment, Konnektor

Messaufnahme , engl.: measuring picture; Röntgenmessaufnahme

Messgriff
"Längenstopper", engl.: test handle; spez. Instrument zum Einspannen von Wurzelkanalinstrumenten. Der mit einem Anschlag ("Stopper") versehene M. kann nach Anpassung an die Länge des Wurzelkanals (meist bestimmt durch eine Röntgenmessaufnahme; Endometrie) auf einen Referenzpunkt (Schneidekante o. Höckerspitze) eingestellt werden und verhindert so eine "Überinstrumentierung" (= zu tiefes Eindringen der Wurzelkanalinstrumente). Spez. Wurzelkanalinstrumente haben den M. integriert.
Messlehre, Wurzelkanalbehandlung

Messlehre
engl.: gauge, gage; Präzisionsinstrument zur Breiten- o. Längenbestimmung von Gegenständen, meist auf mechanischer, aber auch auf digitaler Basis:
Nonius-Messlehre zur exakten Breitenbestimmung (meist im Millimeterbereich, mechanisch)
Wurzelkanal-Messlehre zur Überprüfung von Durchmesser und Länge von Wurzelkanalinstrumenten; siehe auch Endometrie
Implantat-Messlehre, bohrerförmiges Gerät zur Bestimmung von Durchmesser und Länge der "Pilotbohrung"
 



M. für Wurzelkanal-Instrumente

Messpunkte
engl.: measuring points; in der Kephalometrie, Profil- und Modellanalyse angewandte Referenzpunkte mit Unterteilung in:
anatomische Messpunkte mit eindeutig definierten Punkten aufgrund anatomischer Strukturen (z.B. Foramen mentale, Nasion)
anthropologische Messpunkte definieren Bezugspunkte, welche nicht isoliert betrachtet werden können, sondern z.B. abhängig sind von der Ausrichtung des Schädels oder dem Bezug zu einem Koordinatensystem. Das Pogonion wird z.B. als der "weitest vorn gelegene Punkt der knöchernen Kinnstruktur" definiert - und ist so abhängig von der Ausrichtung des Schädels ( Stomion, Zygion)
geometrische bzw. konstruierte Messpunkte als Schnittpunkte von definierten Geraden, welche sich meist auf anatomische M. beziehen. Hierbei entstehen an den M. auch Messwinkel. (z.B. maxillofaziales Dreieck, Merrifield-Winkel). Beispiel ist das Gonion als Schnittpunkt von Tangenten des Unterkieferkörpers und des aufsteigenden Astes.
röntgenologische Messpunkte, z.B. bei der Auswertung eines Fernröntgenbilds
A-Pog-Ebnene, A-Punkt, ArGoMe-Winkel, Alveolon, B-Punkt, Biomet-Gesicht, Bipupillarlinie, E-Linie, Ektomolare, Endomolare, Fernröntgenbild, maxillofaziales Dreieck, Merrifield-Winkel, Pogonion, Pronasale, Raphe-Median-Ebene, Raphe-Papillen-Transversale, SNA-Winkel, SNB-Winkel, Stomion, Zygion, Zygomaxillare
www.freidok.uni-freiburg.de/  (kieferorthopädische Messpunkte und Winkel , Seiten 23-27)
http://www.clinicalorthodontic.com/Cephalometrics.swf
 



Bezugspunkte Schädel u. Weichteile

Mess-Schablone , engl.: guide template; Führungsschablone

Mess-Sonde , engl.: calibrated probe; WHO-Sonde

Metaanalyse
engl.: meta analysis; Sammelbezeichnung für eine Reihe von Techniken zur quantitativen Integration von Forschungsergebnissen. Die M. bezeichnet statistische Verfahren, um die Ergebnisse mehrerer Studien, die die gleiche Frage bearbeiten, quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammenzufassen und dadurch die Aussagekraft gegenüber von Einzelstudien zu erhöhen. Schwachpunkt jeder M. ist die Tatsache, dass die versch. Einzeluntersuchungen i.d.R. mit einem unterschiedlichen Studiendesign durchgeführt worden sind und so streng wissenschaftlich nicht miteinander vergleichbar sind.
Blindversuch, evidenzbasierte Medizin - EBM
http://metaanalyse.online-forschung.info/

metabolisch , engl.: metabolic; im Stoffwechselprozess entstanden, den Stoffwechsel betreffend

Metakonus
1.) von der "naturgemäßen Aufwachstechnik" geprägter Begriff aus der "Trituberculartheorie" nach Cope-Osborn für den disto-bukkalen Höcker oberer Molaren. Nach dieser Systematik nennt sich im Oberkiefer der mesio-palatinale Höcker Protokonus, der disto-palatinale Höcker Hypokonus und der mesio-bukkale Höcker Parakonus.
Im Unterkiefer gelten: der mesio-linguale Höcker = Protokonid, der disto-linguale Höcker = Hypokonid, der disto-bukkale Höcker = Entokonid und der mesio-bukkale Höcker = Metakonid.
2.) eine der paläontologischen Höckerbezeichnungen


Metall , Metall-Legierungen , engl.: metal (alloy); Legierung

Metallbasis
Metallplatte
, engl.: metal base; Basisfläche einer Prothese ( Prothesenbasis), welche aus einem Metall (meist auf der Basis von Chrom-Kobalt-Legierungen) gearbeitet ist. Standardversorgungsform bei Teilprothesen ("Modellguss"); bei Vollprothesen nur in seltenen Fällen (z.B. erhöhte Bruchgefahr durch ungünstige anatomische Verhältnisse) anzutreffen.
Metallgerüst, Lochplatte, Modellguss, Prothesenbasis

Metallgerüst
engl.: metal framework (for partial denture); aus Metall gearbeitetes, die Festigkeit steigerndes Skelett einer Brücke oder Teilprothese, welches entsprechend "verkleidet" ( Metallkeramik) oder komplettiert zum definitiven Zahnersatz wird.

Komplettierung, Lochplatte, Metallbasis, Metallkeramik, Modellguss, Zirkoniumoxid


M. bei einer Brücke



M. bei einer Teilprothese
Metallkaufläche
engl.: metallic chewing surface; belassen der Grundmetallstruktur bei keramisch oder mit Kunststoff zahnfarben verblendeten Kronen auf der Kaufläche. Hauptgrund ist die Härte der Verblendmaterialien: Während Kunststoff wenig abrasionsstabil ist, ist die Härte der Keramik im Vergleich zu den eigenen Zähnen zu hoch ( Abrasion); Metall kann durch Wählen der entsprechenden Legierungshärte gut an das natürliche Abrasionsverhalten der eigenen Zähne angepasst werden. Nachteilig ist eine kosmetische Beeinträchtigung, besonders im Unterkiefer. Gelegentlich auch bei geringen Platzverhältnissen zum Gegenkiefer angewandt.


Metallkeramik
Verblend-Metall-Keramik, VMK*), korrekte Bezeichnung: Metall-Keramik-Verbundsystem (es gibt keine Keramik aus Metall!), engl.: porcelain fused-to-metal (restoration); heute (2008) gebräuchliches Verfahren bei der Anwendung von festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) - vor allem im sichtbaren Bereich. Dabei besteht das Grundprinzip, dass auf ein Metallgerüst (i.d.R. aus einer hochwertigen Legierung (sog. "Aufbrennlegierung" mit einer hohen Wärmefestigkeit und mit Bestandteilen, die Oxide bilden) in einem zweiten Arbeitsgang eine darauf abgestimmte keramische Masse "aufgebrannt" wird - es kommt dadurch zu einer chemisch homogenen Verbindung ( chemische Korrosion), die mit dem Emaillieren technisch vergleichbar ist. Verblendet werden kann das gesamte Metallgerüst oder nur Teile davon ( Metallkaufläche).
Damit kommt der Haftfähigkeit zwischen den beiden Materialien eine zentrale Bedeutung zu: diese wird durch die Oberflächenvorbereitung ("Konditionierung") des Metalls, der Benetzung des Metalls durch die Keramik und die Art der Spannung in der Keramik beeinflusst. Durch entsprechend sich bildende Haftoxide ("Oxidbrand") beim Erhitzen des Metalls wird eine Benetzung mit der Keramik erleichtert. Zusätzlich kommt es durch die Oxidschicht zu einer "Aufrauung" der Metalloberflächen, welches dem Haftverbund im Sinne einer Verzahnung eine größere Oberfläche bietet. Eine weitere physikalische Eigenschaft der Keramik ist von zusätzlicher Bedeutung: der weiße Werkstoff verträgt sehr gut Druckspannung aber keine Zugspannung; dies bedeutet, dass die Keramik nach dem Brand auf dem Metallgerüst wegen unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten unter Druckspannung steht. Optimal ist es, wenn die Keramik einen etwas kleineren Wärmeausdehnungskoeffizienten (WAK-Wert) als der metallische Gerüstwerkstoff aufweist. Aufgrund des Haftverbundes muss die Keramik dem thermischen Verhalten des Gerüstwerkstoffes folgen. Bei Abkühlung wird die Keramik somit unter leichte tangentiale Druckspannung gesetzt. Unter diesen Bedingungen werden beginnende Risse geschlossen und somit die Ausbreitung von Rissen gestoppt. Durch gezielte Temperaturführung des Aufbrennvorganges kann auf die Zug- und Druckspannungen Einfluss genommen werden. So nimmt der WAK-Wert keramischer Massen z.B. zu, wenn der Brennvorgang mit einer verzögerten Abkühlphase durchgeführt wird.
Mit M. sind gute kosmetische Ergebnisse zu erzielen, bei Einzelkronen ist die M. der reinen Porzellankrone ("Jacketkrone") oder der Galvanokrone aber unterlegen. M. gilt heute (2008) als der Goldstandard für den sichtbaren Bereich mit einer sehr hohen Lebenserwartung (~ 15 Jahren und mehr) und guten biologischen Eigenschaften ( Biokompatibilität). Bei der zahnfarbenen Verblendung der Kaufläche ist zu beachten, dass die Keramik im Abrasionsverhalten härter als der natürliche Zahn ist ( Metallkaufläche). Dieser Umstand wurde früher als eine Kontraindikation für M. gewertet. Nach heutiger Lehrmeinung stellt dies aber keinen Störfaktor dar - entscheidend ist vielmehr die Form des physiologischen Kontaktfeldes in der zentrischen Okklusion.
Eine Tendenz zu Verfärbungen - wie beim Kunststoff - kennt die M. nicht; auch bietet die äußerst glatte Keramikoberfläche den "Kariesbakterien" kaum Verankerungspunkte - eine Plaqueanlagerung wird selten beobachtet.
Wenn auch die M. heute einen hohen Qualitätsstandard erreicht hat, weite Indikationsbereiche abdecken kann und bei hochwertigen Grundmaterialien toxische Schädigungen und Allergien äußerst selten sind, so sind es vor allen Dingen kosmetische Details, welche die Vollkeramik und moderne Weiterentwicklungen der M. (z.B. Galvanokronen) zu einem der Natur fast ebenbürtigen Zahnersatz machen. Insofern gelten als relative Schwachpunkte:
keramische Abplatzungen und Defekte lassen sich nicht ganz vermeiden
die Ästhetik kann aufgrund von Metallrändern reduziert sein
es kommt potentiell zur Abgabe von Metallionen an die Körpergewebe

Bei nicht sachgerechter Verarbeitung bzw. bei nicht optimal aufeinander abgestimmten Grundmaterialien kann es bei der M. zu einem schlechten Randschluss kommen, da das fertige Objekt in mehreren Hitzeverfahren hergestellt wird - im Gegensatz zu Inlays, Onlays oder Vollgusskronen aus einer (kosmetisch störenden) Legierung und nur einem "Hitzeprozess". Folgende Prozesse verändern durch Hitzeverformung die Größe:
Dem primären Guss folgt das Oxidieren bei 860°, das Aufbrennen von Haft- und Deckmassen bei 850°, der Dentin- und Schmelzmasse sowie der abschließenden Glanzlasur jeweils bei etwa 845°. Es treten dabei jeweils unterschiedliche Dimensionsveränderungen durch Sinterschrumpfungen auf, wobei der Keramik-WAK bei falscher Temperatursteuerung zusätzlich etwas größer als das Zusammenziehen des Metalls werden kann. Derartige Dimensionskräfte machen sich besonders am Kronenrand bemerkbar, da dieser nur aus einer sehr dünnen Metallschicht aber einer relativ dicken Keramikschicht besteht. Solche Effekte werden noch größer, wenn die M. nur auf der sichtbaren Seite der Krone mit Keramik verblendet ist.
*)Die Abkürzung "VMK" wird häufig als die von "Verblend-Metall-Keramik" gedeutet; historisch geht sie aber auf die Entwicklung der Vita-Zahnfabrik (Bad Säckingen) zurück und ist die Abkürzung von "Vita-Metall-Keramik".
Special: Kronen auf Zahnwissen.de
Brücke, Deckgold, Galvano-Technik, Glanzbrand, Glanzgold, Haftoxide, Keramikschulter, Korrosion, Krone, Metallkaufläche, Opaker, Targis Vectris, Vita-Zahnfabrik
http://sylvester.bth.rwth-aachen.de/.pdf
http://www.vita-zahnfabrik.com/



Querschnitt durch eine
Metallkeramik-Krone
 ("VMK")




Metallgerüst bei der
Anprobe im Mund
("Gerüsteinprobe")



VMK-Brücke:
Außen- u. Innenansicht




Detail:
Keramikschulter

 




Abplatzung der Keramik vom Metallgerüst durch Biss auf einen harten Gegenstand



Abplatzung der Keramik vom Metallgerüst durch mangelhafte technische Verarbeitung bei der Herstellung



Versorgung fehlender Schneidezähne mittels einer VMK-Brücke


© der Grafik:
Dr. Edelhoff/AG Keramik
Durchlichtaufnahme
von Voll-Keramikkronen
vs.
VMK-Kronen

 

Metall-Kunststoff-Verbund ; Silane ; www.charite.de/zwbmf/Praktikum/WWW_PDFSkripte/Skripte/Verbund.pdf 

Metallosis
Metallose, engl.: do.; örtliche Gewebsveränderungen (z.B. Entzündung, Nekrose) durch in den Körper eingebrachte metallische Werkstoffe (z.B. Implantate, Knochennagel), entweder unmittelbar, z.B. durch Druck oder – nach Korrosion –  mittelbar (d.h. durch chemisch-physikalisch Prozesse); ferner werden Auslösungen für Herd- und Fokalgeschehen diskutiert.
Korrosion

Methacrylate ; Methacrylsäure
Ester und Salze der Methacrylsäure, Ausdruck in der ZHK häufig verwendet als Kurzform für Polymethylmethacrylat (PMMA).
Methacrylsäure: farblose, unangenehm riechende Flüssigkeit, welche beim Erwärmen oder Lichtzutritt leicht polymerisiert. Durch geringe Beimengungen sog "Stabilisatoren" bzw. "Polymerisationshemmer" (z.B. Hydrochinon) kann M. über längere Zeit in unpolymerisierter Form gehalten werden; ansonsten rascher Übergang zur Polymethacrylsäure. Salze und Ester werden als Methacrylate bezeichnet.
Acrylate, Diacrylate, HEMA, Kunststoffe

Meth-Mouth
"Meth Mund", Schlagwortbezeichnung für die im Mund sichtbaren Folgen eines Missbrauches mit der Droge Methamphetamin (die Droge ist auch unter den Namen "Crystal Meth", "Yabaa" oder "Crystal-Speed", in Europa ebenfalls unter dem Namen "Thaipille" bekannt). Schon eine relativ kurze Abhängigkeit (~ 1 Jahr) kann im Mund verheerende Folgen haben und - bedingt durch kariöse und bröckelnde Zähne - zum Verlust einzelner oder aller Zähne führen. Die schwerwiegenden Auswirkungen auf die Zähne beruhen zum einen auf einen durch Methamphetamin verursachten trockenen Mund und dem dadurch bedingten Fehlen des schützenden Speichels. Zum anderen kann die Substanz ein Verlangen nach zuckerhaltigen Getränken verursachen, aber auch Zähneknirschen auslösen. Weiterhin neigen Konsumenten dazu, ihre Mundhygiene stark zu vernachlässigen.
Ein großes Problem bei der Bekämpfung: Die Droge ist billig und kann mit wenig Aufwand selbst hergestellt werden. Weltweit sind geschätzt circa 35 Millionen Menschen abhängig davon.
Meth Mouth (zm, 2017)



Metodontie ; engl.. metodontia; unvollständige Zahnentwicklung

Metopion
sog. "Stirnpunkt", kraniometrischer Messpunkt in der Stirnmitte, abgeleitet von gr. metôpon = Stirn, gebildet aus dem Schnittpunkt der Verbindungslinie beider Stirnhöcker mit der Medianlinie des Schädels.
Glabella

Metronidazol
Chemotherapeutikum, engl.: do.; mit ausschließlicher/besonderer Wirkung auf anaerobe Bakterien und Trichonomaden; hauptsächlich in der Geburtshilfe und bei Infektionen mit Anaerobierern ab dem dritten Schwangerschaftsmonat eingesetzt. In der ZHK bekannt unter dem Namen Elyzol, welches bei therapieresistenten  Zahnfleischerkrankungen in Gelform in die erkrankte Zahnfleischtasche eingebracht wird - Zahnfleischerkrankungen sind bisher (2004) das einzige Einsatzgebiet innerhalb der ZHK; Cave gleichzeitiger Alkoholgenuss!
Der Wirkungsmechanismus ist nicht vollständig abgeklärt. Man nimmt an, dass M. durch anaerobe Bakterien zu einer unidentifizierten polaren Verbindung reduziert wird und dass diese Verbindung dann für die bakterienabtötende Eigenschaft verantwortlich ist.
Eine Kombination von M. mit Amoxicillin stellt der sog. Winkelhoff-Cocktail dar.
Behandlung in der Schwangerschaft, Antibiotika, lokale Antibiotikazufuhr, unterstützende Antibiotikatherapie, Winkelhoff-Cocktail
Doxycyclin in der PA-Therapie ; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 1/2011

MHK
minimale Hemm-Konzentration, engl.: minimum inhibiting concentration; diejenige Konzentration eines Antibiotikums, die das Wachstum der Erreger hemmt. Basierend auf dem Reihenverdünnungstest: In einzelne Reagenzgläser der Verdünnungsreihe werden gleiche Mengen der zu prüfenden Bakteriensuspension gegeben. Nach einer bestimmten Bebrütungsdauer wird festgestellt, bei welcher minimalen Antibiotikum-Konzentration kein makroskopisch sichtbares Bakterienwachstum mehr stattgefunden hat.
Angabe mit einer Zahl dahinter: Z.B. MHK90 = die Konzentration am Ort des Geschehens in Prozent, welche sicher das Wachstum von 90% der Erreger hemmt.

Mi-Bu-Regel , Abk. für Mesial-innen, Bukkal-unten. Eine der Einschleifregel des Gebisses auf der Mediotrusionsseite.
Einschleifen

Michigan-Schiene
Äquilibrierungsschiene, engl.: stabilization splint, Michigan-splint; aus Kunststoff gefertigte Aufbiss-Schiene im Oberkiefer zur Behandlung von Okklusionsstörungen und Verlagerung des Kiefergelenks vornehmlich bei Erkrankungen der Kaumuskulatur und/oder krankhafter Veränderungen des Kiefergelenks ( Myoarthropathien). Die M. hat folgende Konstruktionsmerkmale: Überdeckung aller Zähne des Oberkiefers; plane und glatte okklusale Flächen; beim Kieferschluss gleichmäßige und gleichzeitige Okklusionskontakte der Unterkieferzähne auf der Schienenoberfläche; Eckzahnführung bei Vor- und Seitschub des Unterkiefers.
Die M. wurde in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jhds. von Sigurd Ramfjord und Major Ash (University of Michigan) aus einem skandinavischen Vorläufer entwickelt. Der Begriff "Michigan-Schiene" stammt von den Berner Zahnmedizinern Gering und Lang.
Aufbiss-Schiene, Bruxismus, Myoarthropathien
www.dental.uni-greifswald.de  o. © Uni Greifswald

Michigan Sonde ; stumpfe Parodontalsonde

Microdentistry ; minimal-invasiv

MicroPlant™-System
besonders für den zahnlosen Kiefer mit wenig Knochensubstanz geeignetes Implantatsystem. Die kleinen Implantate erfordern nur einen minimal-chirurgischen Eingriff. Die (Voll-)Prothese wird durch Magnete oder kleine “Druckknöpfe” fixiert.
http://www.kometdental.de/ (auch © der Grafik)



© der Grafik:
kometdental.de

MIH
engl.: „Cheese Molars“, „nonfluoride hypomineralisation in permanent first molars“; Abk. von Molar-Incisor-Hypomineralisation, Hypomineralisation systemischer Ursache von 1 bis 4 bleibenden ersten Molaren, häufig assoziiert mit den (meist mittleren oberen) Schneidezähnen. MIH beschreibt das seit den 80er Jahren häufiger auftretende Symptom entwicklungsbedingter Struckstörungen an den ersten großen Backenzähnen (Zähne 16, 26, 36, 46), welche nicht selten mit symmetrischen Schmelzopazitäten an den oberen Schneidezähnen kombiniert sind. Gering gradig veränderte Zähne weisen einzelne weiß-cremige bis gelb-braune Verfärbungen im Bereich der Kauflächen und/oder der Höcker oder des oberen Kronendrittels auf. Schwerwiegender ist das Auftreten überwiegend fehlmineralisierten Zahnschmelzes, der alle Höcker mehr oder weniger erfasst, aber nur geringfügige Hypoplasien erkennen lässt. Schließlich treten noch Zähne mit defekter Kronenmorphologie auf, deren großflächige Mineralisationsstörungen mit ausgeprägten gelblich-bräunlichen Verfärbungen einhergehen.
In der Literatur wird die Häufigkeit von MIH mit Werten zwischen 3 und 40 % (Brasilien) angegeben. Die Ursachen dieser Erkrankung sind bis heute (2017) unbekannt. Diskutiert wird beim Auftreten ein "prärachitischer" Vitamin-D-Mangel. Weiter werden gehäufte Medikamentenverabreichungen und Erkrankungen während der ersten drei Lebensjahre, ein Dioxineinfluss sowie Substanzfreisetzungen aus Kunststoffsaugerflaschen oder Nuckeln genannt ( http://www.wissenschaft.de) - eine schlüssige Ursache ist bisher (2017) nicht bekannt. Da die Schmelzbildung dieser Zähne zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat und dem 4. Lebensjahr stattfindet, muss die Ursache in diesem Zeitraum liegen.
Differentialdiagnostisch müssen erwogen werden: Amelogenesis imperfecta, Dentalfluorose, Tetrazyclinschäden, traumatische Zahnverletzungen im Milchgebiss (nur Schneidezähne), Fournier Zähne sowie eine atypische Karies.

Indiziert werden diese Erkrankungen in D überwiegend nach Wetzel und Reckel (1991) "Schweregrade fehlstrukturierter Sechsjahrmolaren":
Schweregrad 1: Einzelne weiß/cremig bis gelb/ braune Verfärbungen/Opazitäten im Bereich der Kauflächen und/oder der Höcker/des oberen Kronendrittels (s. Abb.).
Schweregrad 2: Überwiegend fehlminerali sierter gelb-bräunlicher Zahnschmelz, der alle Höcker mehr oder weniger erfasst, aber nur geringfügige Hypoplasien erkennen lässt.
Schweregrad 3: Großflächige Mineralisationsstörungen mit ausgeprägten gelblich-bräunlichen Verfärbungen und Defekten in der Kronenmorphologie aufgrund ausgeprägter Schmelzverluste.
Fournier Zähne, Zahnentwicklungsstörungen
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (zm, 2015)
Die relativ sichere Diagnose MIH (zm - 2015)
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) - Eine besondere Herausforderung jenseits des Praxisalltags (zm, 2014)
Sie lassen Härte vermissen (Die Zeit, 2014)
http://www.wissenschaft.de (2013)

 

 

 




ausgeprägte MIH an 2 Schneidezähnen

Mikroabrasion
engl: microabrasion; nur in Ausnahmefällen angewandte Methode zur Behandlung von oberflächlichen, internen Farbveränderungen eines Zahnes. Die geringen oberflächlichen Zahnschmelzverluste werden dabei folgendermaßen erreicht: Ein Gemisch aus etwa 15 %iger Phosphor- oder Zitronensäure wird auf die verfärbten Stellen aufgetragen und damit eine abrasive Politur der Zahnoberfläche durchgeführt. Die Politurtiefe beträgt etwa 200 - 400 µm. Da man dieses Vorgehen als minimal-invasiv bezeichnet, gehört die M. nicht zu den Zahnaufhellungstechniken im Sinne eines Bleichens.
Bleichen/Bleaching, Schleifen

Mikrobiologie ; Wissenschaft und Lehre von den Mikroorganismen

mikrobiologische Nachweisverfahren , bakteriologische Identifizierungssysteme

Mikrodiathermie
Mikrowellentherapie, engl.: microdiathermy; fälschlicherweise auch als Kurzwellentherapie ("Kurzwelle") bezeichnet. Während die M. mit elektromagnetischen Strahlenfrequenzen von größer als 2.000 MHz arbeitet, ist die Frequenz der Kurzwelle (engl.: short-wave diathermy;) im Bereich von 10 - 300 MHz angesiedelt. Die wärmende Funktion der M. wird heute (2008) in der ZHK nur noch selten eingesetzt (Endodontie, Sinusitis); bei der Behandlung gesetzlich Versicherter gilt sie als obsolet. Cave bei Anwendung unter örtlicher Betäubung und Tragen von Prothesen mit Metallgerüst = Verbrennungsgefahr; Augen müssen eine Schutzbrille tragen.
Wärmetherapie

Mikrodontie , Ausbildung abnorm kleiner Zähne,  engl.: microdontia; Zapfenzahn

Mikrofüllerkomposite , Komposite mit anorganischen Bestandteilen ("Füllern") kleiner als 0,1 µm

Mikrogenie
Unterkieferhypoplasie, Hypogenie, Unterentwicklung des Unterkiefers, "Vogelgesicht" engl.: microgenia; entweder genetisch (dann meist im Zusammenhang mit anderen Fehlbildungen) oder durch einen frühzeitigen Milchzahnverlust im Unterkiefer und einer dadurch bedingten Unterentwicklung dieses Kieferteils bedingt. Ebenso als Folge von Kiefergelenkserkrankungen (Ausstrahlen einer chronischen Mittelohrentzündung), Unterkiefervereiterungen (Osteomyelitis) usw.
Behandlung: im Kindesalter kieferorthopädisch (Anregung der Wachstumskräfte durch entsprechende Apparaturen), später u.a. durch Distraktionsverfahren.
Dysgnathie, Mikrognathie, Retrogenie, Retrognathie, Robin-Syndrom, Vogelgesicht
 


Mikrognathie
Oberkieferhypoplasie, Hypognathie , Unterentwicklung des Oberkiefers, "unechte Progenie" o. Pseudoprogenie o. "Schüsselgesicht" engl.: micrognathia; angeborene Unterentwicklung (Missbildung) des Oberkiefers und Mittelgesichts einschließlich des Alveolarfortsatzes; führt zum Erscheinungsbild der unechten Progenie bei umgekehrtem Frontzahnüberbiss und Einziehung der Oberlippe.
Apert-Syndrom, Dysgnathie, Kreuzbiss, Mikrogenie, Retrognathie

mikroinvasiv
micro-invasiv; Eingriffe am Zahn oder Zahnfleisch über sehr kleine Zugänge. Das Eindringen ("Invasion") in das Behandlungsgebiet hinterlässt nur sehr geringe Spuren ("mikro"). In der ZHK bekannt durch die Vorgehensweise "mikroinvasive Therapie der initialen Karies durch Infiltration mit Kunststoffen"
Kariesinfiltration, minimal-invasiv

Microleakage , Leakage

Mikroorganismen
Mikroben, engl.: microorganisms, microbes; Sammelbegriff für kleinste, nur durch Vergrößerung (mikroskopisch) darstellbare autonome Lebewesen, wie Bakterien, einzellige, zum Teil fädige, Algen und Pilze, Hefen, Protozoen usw. . Viren zählen trotz ihrer geringen Größe nicht zu den M., da sie sich nicht selbständig reproduzieren können, sondern auf Wirtszellen angewiesen sind.
M. spielen im täglichen Leben des Menschen eine zentrale Rolle. Allein auf unserer Haut leben Milliarden von ihnen, im Darm helfen sie bei der Verdauung und produzieren Vitamine. Auch außerhalb des menschlichen Körpers kommen M. vielfältig zum Einsatz, etwa in der Lebensmittelherstellung oder in Keramikfiltern, um Uran zu binden.
Die Gesamtkeimzahl der M. im Speichel beträgt bis zu 109/ml; so sind 1.500 bisher bekannten Arten im "Biotop Mundhöhle" anzutreffen.
Biofilm, Gram Färbung, Immunsystem, Infektion, Mundflora, Procalcitonin-Test, Sterilität, Viren, Virulenz

Mikrostomie
Mikrostoma, Mundverengung, engl.: microstomy; abnorme Verkleinerung der Mundöffnung. Zur Beseitigung ist meist ein operativer Eingriff ("Mundwinkelerweiterung") erforderlich, um die funktionelle Nahrungsaufnahme zu ermöglichen und ästhetische Probleme zu beseitigen.

Mikrowellentherapie , engl.: microwave diathermy ; Diathermie, Mikrodiathermie

MiLaDi
Abk. v. "Minimalinvasive Laserablation und Diagnose von oralem Hartgewebe"; noch in der Forschung befindliches Projekt (2011) Projekt zur Kariesbehandlung mittels ultrakurzgepulstem Laser. Normalerweise ist ein Laser, der besonders gut Karies entfernt, nicht dafür geeignet, altes Füllungsmaterial abzutragen oder die Aussparung für ein Inlay in den Zahn zu präparieren, da jedes Material eine andere Laserfrequenz (Lichtfarbe) benötigt. Aufgrund der hohen Leistungsdichte von MiLaDi soll beinahe jedes Material bearbeitet werden können.
http://www.miladi.uni-bonn.de/

Milchgebiss ; engl.: deciduous teeth (dentition); Milchzahn

Milchsäure
engl.: lactic acid; sirupartige, stark ätzende Flüssigkeit (organische Säure), deren Salze als Laktate bezeichnet werden. Bildung in der ZHK hauptsächlich durch Streptokokken ( St. mutans) und im Hinblick auf Karies auslösende Eigenschaften ( kariogen) auch im geringen Umfang durch Laktobazillen. Entstehung aus Kohlehydraten (Zucker) durch die sog. Milchsäuregärung. M. gilt als der Hauptverursacher der Karies, da sie den Zahn demineralisiert (entkalkt).
Natürliches Vorkommen der M. im Sauerkraut oder Saurer Milch.
Ballaststoffe, Karies, Kariesbakterien, Kariesrisiko, Laktobazillen, Probiotika und Präbiotika, Streptococcus mutans,

Milchzahn
Milch(zahn)gebiss, Dens caducus, - deciduus, engl.: milk o. deciduous tooth, primary tooth; primary dentition, deciduous dentition (deciduous = herausfallend); normalerweise ab dem 6. Lebensmonat durchbrechende "erste Zähne" des Kleinkindes, mit einer sehr viel helleren ("kreidigen") Farbe als die bleibenden Zähne. Aus dieser Tatsache leitet sich auch der Name "Milchzahn" ab. Ebenso ist die Nervhöhle erheblich größer als bei den nachfolgenden Zähnen (siehe weiter unten).
Auf äußerliche Fluoridierungsmaßnahmen reagieren M. gleich gut wie bleibende Zähne.
Wenn aber die M. einmal von Karies befallen sind, so geht die Zerstörung schneller als bei bleibenden Zähnen voran: Im Schmelz des Milchgebisses finden sich strukturelle, histologische und biochemische Unterschiede zu bleibenden Zähnen: Der Schmelz ist nur etwa halb so dick, prismenfrei und hat einen geringeren Mineralgehalt. Aufgrund dieser Unterschiede schreiten Entkalkungsprozesse bei Milchzähnen schneller voran.

Das Milchgebiss - auch als 1. Dentition bzw. Milchzahngebiss oder temporäres Gebiss bezeichnet - besteht aus 20 Zähnen; es kennt keine "kleinen Backenzähne" (Prämolaren) und Weisheitszähne.
Milchzahndurchbruch: Die ersten Zähne brechen i.d.R. ab dem 6. Lebensmonat durch; die unteren eher als die oberen. Spätere Durchbruchszeiten ("Spätzahner") - bis zu 18 Monaten - sind selten, aber i.d.R. ohne Folgen für die weitere Gebissentwicklung; Ursachen für die Verspätung sind nicht bekannt, Fluoridgaben werden als eine Möglichkeit diskutiert.

Etwa zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr werden alle M. durch die bleibenden Zähne mittels Resorption der Zahnwurzeln ersetzt ( Ersatzzahn) bzw. das Gebiss durch zusätzlich Zähne im Backenzahnbereich ergänzt. Die Wurzelauflösung ("Milchzahnresorption") des Milchzahns beginnt nahe der Krone des nachfolgenden Zahnes durch Osteoklasten-ähnliche Riesenzellen - auf dem Röntgenbild  entsteht der Eindruck eines "Auffressens" durch den neuen Zahn.

Bei fast allen Säugetieren existieren M. (Ausnahme Delfine und Faultiere) - Meerschweinchen kommen meist erst mit der 2. Dentition zur Welt.

Im Vergleich zu bleibenden Zähnen ergeben sich nachfolgende Unterschiede (siehe auch nebenstehende Grafik):

  • Der Schmelzmantel ist an keiner Stelle dicker als 1 mm; die Schmelzoberfläche ist durch eine weitgehend prismenlose Schmelzoberfläche gekennzeichnet (Schichtstärke 30- 100 µm)
  • Die Pulpakammer der M. ist relativ größer und die Pulpahörner liegen vergleichsweise exponierter; die Schmelzprismen im Zahnhalsbereich steigen von der Schmelz-Dentin-Grenze kauflächenwärts an
  • Die Kauflächen der Milchmolaren sind schmaler, ihre Bukkal- und Lingualflächen divergieren in Richtung auf einen deutlich ausgeprägten zervikalen bzw. basalen Schmelzwulst; der Mineralgehalt des Milchzahnschmelzes ist geringer als bei den bleibenden Zähnen
  • Die Milchmolaren haben einen breiteren und flächigen Approximalkontakt; in Milchzähnen ist der vor der Geburt (pränatal) gebildete Schmelz deutlich weniger dicht mineralisiert als der postnatale Schmelzmantel
  • Die Wechselbeziehungs-Strukturen beim Milchzahndentin sind deutlich dicker als in der bleibenden Dentition (Dentintubuli sind größer, das peritubuläre Dentin ist deutlich ausgeprägt und der Mineralgehalt des intertubulären Dentins ist geringer als bei den bleibenden Zähnen (permanente Dentition)

Behandlung von Milchzähnen, Dens Dentitionsreihenfolge, ECC (frühe Milchzahnkaries), Erhaltung von Milchzähnen, Extraktion, Gebiss, Geburtslinie, Infraokklusion, Milchzahnverlust_vorzeitiger, Mineralisationszeiten, naturgesundes Gebiss, Neugeborenenrücklage, Odontoklasten, Postlaktealebene, Stützzonenverlust, Wechselgebiss, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)
Aufklärungsbroschüre "Milchzähne" der Aktion Zahnfreundlich e. V. (Berlin, 2014) o. © Aktion zahnfreundlich
animierte Grafik über die Durchbruchszeiten



M. eines 5-Jährigen



Durchbruchzeiten der M.



physiologische Wurzelresorption eines Milchzahns



tabellarische Gegenüberstellung
der Besonderheiten (nach Krämer u. Frankenberger)

voll ausgebildetes
Milchzahngebiss - Kind etwa 4 Jahre alt;
deutlich sind die
Zahnkeime der
bleibenden Zähne
(blau) zu
erkennen
überarbeitet nach Vorlage von:
Adam



Wechselgebiss

 

Milchmolarendepression ; Milchzahndepression; Intrusion

Milchzahnkrone, künstliche , engl.: artificial milk tooth crown; konfektionierte Krone

Milchzahnpersistenz
von Persistenz = Verbleiben über einen längeren Zeitraum, engl.: decidous tooth persistence; Bezeichnung für das Verbleiben eines Milchzahnes an seiner ursprünglichen Stelle über viele Jahre, u.U. sogar Jahrzehnte bei einer stark verzögerten Wurzelresorption. I.d.R. bedingt durch das Fehlen oder eine Verlagerung des nachfolgenden (bleibenden) Zahnes, wodurch der biologische Einfluss zum Auflösen (Resorption) der Milchzahnwurzel stark herabgesetzt ist. Seltener bei einer sich im Durchbruch gegenseitig behindernden Zahnüberzahl (z.B. Mesiodens) oder allgemeinen Missbildungen (z.B. (Dysostosis cleido-cranialis).
Allgemeine Aussagen darüber, ob bei einer M. der Milchzahn über lange Zeit erhalten werden kann (u.U. sogar durch Überkronung) oder baldigst entfernt werden sollte, sind nicht möglich, da die individuelle Resorption der Wurzel sehr verschieden ist.
Intrusion, Milchzahn




Nichtanlage der 2. unteren Prämolaren



persistierender
u.
intrudierter
Milch-Backenzahn
("Milchzahndepression")

Milchzahnresorption ; engl. deciduous tooth resorption; Wurzelresorption

Milchzahnverlust,
vorzeitiger
, engl.: premature milk tooth loss; liegt dann vor, wenn ein Milchzahn mehr als ein Jahr vor Durchbruch des bleibenden Zahns verloren geht und wenn die Stärke des Kieferknochens über dem durchbrechenden Zahnkeim noch mehr als ein Millimeter beträgt oder die Wurzellänge des bleibenden Zahnes zu weniger als 75 Prozent ausgebildet ist. Da sich durch diesen Verlust - besonders im Backenzahnbereich - ein Verfall der Stützzone ergibt, ist das Eingliedern eines Platzhalters unabdingbar, sollen nicht im bleibenden Gebiss später nur aufwändig zu korrigierende Schäden entstehen. Prophylaktisch sollte immer auf einen möglichst langen Milchzahnerhalt geachtet werden.
Behandlung von Milchzähnen, Erhaltung von Milchzähnen, Innen-/Außenstand, Nursing-Bottle-Syndrom, Platzhalter, Stützzone, Zahnwanderung
Prothetik im Milchzahngebiss - Rehabilitation mit Lückenhaltern und Kinderprothesen



Millennium ™
Waterlase™ YSGG
, hydrokinetisches Verfahren, engl.: Millennium® YSGG Hydrokinetic Dental Laser; neuartiges Gerät zur Zahnhartsubstanzbearbeitung (Präparation); es stellt eine Kombination der bekannten Lasertechnik mit einem Präzisionswasserstrahl dar und ist von der restriktiven amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) für den Einsatz im Kieferbereich zugelassen worden. Nach Angaben des Herstellers soll der konzentrierte Wasserstrahl für eine ausreichende Kühlung und ein sauberes Operationsfeld sorgen - entscheidende Kriterien für den praktischen Einsatz der Lasergeräte. Klinische Langzeit-Untersuchungen sind bisher nicht bekannt.
Lasereinsatz
http://www.biolase.com/Pages/Welcome.html

 


Miller
Willoughby, Dayton (1853-1907), bedeutender wissenschaftlicher und praktischer Zahnarzt. Auszüge aus einer Biographie von W. Geurtsen in DZZ 2009; 64 (6):
"... wurde am 01. August 1853 in Alexandria (Ohio, U.S.A.) geboren. Naturwissenschaftlich interessiert, studierte er bis 1875 Chemie, Physik und Mathematik an der Universität von Michigan in Arm Arbor/USA. Da die naturwissenschaftliche Forschung zu dieser Zeit in Deutschland sehr erfolgreich war, ging Miller nach Berlin, um dort seine Kenntnisse zu vertiefen. Vermutlich motiviert durch einen in Berlin als Zahnarzt tätigen Landsmann, beschloss Miller Zahnmedizin zu studieren, und zwar von 1877 bis 1879 in Philadelphia. 1880 kehrte Miller nach Berlin zurück und arbeitete in einer Praxis. Schon in dieser Zeit als niedergelassener Zahnarzt publizierte Miller hochwertige Arbeiten, so dass er 1884 als stellvertretender Leiter der Zahnerhaltung an das Zahnärztliche Institut der Berliner Charite berufen wurde. Damit war er der erste Ausländer im Lehrkörper dieser 1855 eröffneten zahnmedizinischen Klinik, die als erste in Deutschland volle akademische Anerkennung erreicht hatte. Das vielfältige Interesse Millers an den naturwissenschaftlichen Disziplinen wird auch dadurch dokumentiert, dass er neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter der Zahnerhaltung noch Medizin studierte und schließlich 1887 zum Dr. med. promovierte. Es mag wohl dieser breitgefächerten naturwissenschaftlichen Qualifikation geschuldet sein, dass Miller seine bis heute im Wesentlichen anerkannte Theorie zur Kariesentstehung entwickeln konnte. Hierzu trug bei, dass Miller sich schon früh mit der oralen Mikrobiologie beschäftigte und damit der primär handwerklich-chirurgisch geprägten Zahnmedizin eine medizinisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung gab. 1886 erschien sein in Leipzig verlegtes „Lehrbuch der konservierenden Zahnheilkunde", das man durchaus als einen Meilenstein der Karies- und Parodontitisforschung nennen darf."
Willoughby Dayton Miller – Erklärer der Karies (zm, 2017)

Miller Kariestheorie, engl.: (Willoughby, Dayton) Miller's theory of caries; Kariesbakterien

Miller-Klassen
Klassifikation parodontaler Rezessionen
("Zahnfleischrückbildungen") nach Miller (1985; http://appserv5.ph-heidelberg.de/ ); engl.: Miller's classification; Einteilung eines Zahnfleichrückgangs an natürlichen Zähnen in 4 Klassen (s. Abb.):
  • Klasse 1
    die Rezession reicht nicht bis zur mukogingivalen Grenze. Interdentales Gewebe (Weichgewebe, Knochen) ist nicht verloren. Eine vollständige Wurzelabdeckung wird erwartet. Prognose: sehr gut
  • Klasse 2
    Die Rezession erreicht oder überschreitet die mukogingivale Grenze. Interdentales Gewebe (Weichgewebe, Knochen) ist nicht betroffen. Eine weitgehende Wurzelabdeckung kann therapeutisch erreicht werden
  • Klasse 3
    Die Rezession erreicht oder überschreitet die mukogingivale Grenze; sie zeigt einen leichten approximalen Gewebeverlust (partieller Verlust der Interdentalpapille). Dadurch ist die vollständige Abdeckung der Wurzeloberfläche ausgeschlossen, partielle Deckung möglich
  • Klasse 4
    Schwere Rezession, die teilweise weit über die mukogingivale Grenze reicht, mit einem gleichzeitigen Weich- wie Hartgewebeverlust, meist um den ganzen Zahn herum. Eine chirurgische Bedeckung der Wurzeloberfläche ist nicht zu erwarten; id.R. erfolgt eine Extraktion des Zahnes

Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI), Rezession, Schleimhauttransplantat

 

 

 



Miller Nadel
engl.: Miller's smoth o. edge broach; nicht belegtes oder mit Raspeln/Schneiden versehenes Wurzelkanalinstrument von rundem oder eckigem Querschnitt. Verwendung als feines Sondierungsinstrument des Wurzelkanals oder als Messinstrument zur Bestimmung der Wurzelkanallänge.
Reibahle, Wurzelkanalinstrumente

Mimik
mimische Muskulatur, Miene, engl.: mimic; Gesichtsausdruck/-spiel als Ausdruck des eigenen seelischen Empfindens oder Nachahmung fremder Empfindungen (z.B. Schauspieler). Ursächlich für das Erscheinungsbild der M. ist hauptsächlich die Tätigkeit der mimischen Muskulatur, hauptsächlich ausgelöst durch den Gesichtsnerv (N. facialis). Der Gesichtsausdruck wird im wesentlichen durch Augen, Mund und die beweglichen Teile von Wangen und Stirn hervorgebracht.
Die mimische Muskulatur (engl.: mimetic musculature) besteht aus einer Vielzahl von Muskeln u. Muskelgruppen, welche sich unterteilen lassen:

Faszialis, Faszialisparese, Gesicht, Gesichtsmuskulatur, Lachen
Grafiken: http://www.karlwesker.de/
Geschichte des Lächelns

Minamata Convention
2013 in der japanischen Stadt Minamata (hier wurden in den 50er Jahren des letzten Jhds. vermehrt Quecksilbervergiftungen durch Methylquecksilberverbindungen beobachtet) geschlossenes Abkommen zur weltweiten Verringerung von Quecksilberemissionen in die Umwelt.
ausführlich unter Einigung über Minamata-Problematik - Internationales Abkommen zu Amalgam (zm, 2014)

Mineralisation
"Verkalkung" engl.: mineralization; Einlagerung von Substanzen (z.B. Fluoriden, Kalziumsalzen, Hydroxylapatit) bei der Knochen-, Zahn- u. Skelettbildung in vorgebildete organische Substanzen. Das Gegenteil - eine Auslösung von Hartsubstanzen (i.d.R. durch Säuren) - drückt der Ausdruck Demineralisation, engl.: demineralization, aus. Von Remineralisation, engl.: remineralization, spricht man, wenn demineralisierte Stellen/Gebiete durch äußere Einflüsse (Speichel, lokale Anwendungen (z.B. von Fluoriden)) wieder mineralisiert werden. Eine Neomineralisation bezeichnet den Aufbau einer Schicht von neuem zahnähnlichem Material auf der Zahnoberfläche.
Amelogenesis imperfecta, Demineralisation, Dentinogenesis imperfecta, Fluoride, Hypomineralisation, Mineralisationszeiten, Kallus, Kinderprothese, Mineralisationszeiten, Ossifikation, Osteomalazie, Owen-Linien, Remineralisation, Retziusstreifen, Schmelzreifung, Speichelersatzmittel, Wechselgebiss, Zahnhartsubstanzdefekte, Zahnkeim

Mineralisationszeiten
der Zähne, engl.: times of the (teeth) mineralisation; durchschnittlicher Zeitpunkt, an welchem in die unverkalkten organischen Zahnanlagen Hydroxylapatit eingelagert wird. Dieser als "Mineralisation" bezeichnete Vorgang erfolgt stets von der Schneidekante des Zahnes her zu seiner Wurzelspitze hin und ist für jeden Zahn zeitlich verschieden. So beginnt beispielsweise zum Zeitpunkt der Geburt schon die Mineralisation des bleibenden ersten großen Backenzahnes (obere Abb., untere rote Linie), welcher i.d.R. erst mit dem sechsten Lebensjahr in der Mundhöhle erscheint. Diese Zeiten sind in sofern wichtig, als u.U. Allgemeinerkrankungen oder Medikamentengaben ( Fluoride, Tetrazyklin) im frühesten Kindesalter sich erst im bleibenden Gebiss sichtbar auswirken können.
Nach Abschluss der Mineralisation (speziell der Zahnkrone) schließt sich noch die prä-eruptive Phase an, bevor der Zahn in der Mundhöhle erscheint. In dieser Phase können keine Störungen (Fluorose, Tetrazyclinschäden) mehr am Zahn selbst entstehen.
Eruption, Mineralisation, Owen-Linien, Retziusstreifen, Wechselgebiss, Zahnkeim, Zahnhartsubstanzdefekte

 



 

 




Fluoroserisiko
©: http://www.charite.de/

mineralized tissue regeneration , neuartige Klebetechnik an Zähnen; Bracket

Mineralkrone , Mineralzähne , ungebräuchlicher Ausdruck für künstliche Zahnkronen/Zähne aus keramischen Massen

Mineral Trioxid Aggregate
MTA, ProRoot®; Derivat des Portlandzements (Bauzement) mit den Hauptbestandteilen Trikalziumsilikat, Trikalziumaluminat, Kalziumoxid und Siliziumoxid; 1993 von Lee und Torabinejad in die ZHK eingeführt. Daneben sind in MTA andere mineralische Oxide enthalten, so z.B. Wismutoxid zur Erhöhung der Radioopazität. Nach Anmischen mit destilliertem Wasser im Mischverhältnis 3:1 (1 g MTA: 0,35 g H2O) entsteht durch Wasseraufnahme ein kolloidartiges Gel, welches innerhalb 3 Stunden aushärtet und danach nicht mehr löslich ist. Einsatz in der ZHK zur Pulpenüberkappung, Apexifikation, Verschluss einer Via falsa und retrogrades Füllmaterial.
http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_1482.pdf ; http://www.sso.ch

Mineralwasser , engl.: mineral waters; Fluoride im Mineralwasser

Miniimplantate
Mini-Dental-Implantate (MDI), engl.: mini implants; im Durchmesser erheblich von gewöhnlichen Implantaten abweichende künstliche Zahnwurzeln: mit einer Länge zwischen 13 u. 15 mm und einem Durchmesser von 1,8 bis 2,5 mm wurden sie ursprünglich zur temporären Stabilisierung von Zahnersatz während der Einheilphase konventioneller Implantate und bei kieferorthopädischen Sonderfällen eingesetzt. Heute (2011) werden M. auch als Ersatz für eine konventionelle Versorgung bei älteren Patienten (UK-Vollprothese) und Ängsten vor chirurgischen Eingriffen genannt. Dies vor allem deshalb, weil gute Langzeitergebnisse mit M. vorliegen und der schmale Durchmesser eine vereinfachtes Einbringen sowie eine Sofortbelastung in Verbindung mit der Prothesenstabilisierung ermöglicht. 
Champions-Implants, Implantat, temporäres;
Mini-Implantate – die Lösung für anamnestisch vorbelastete Patienten
Mini-Implantate: Vielseitige Optionen zur Verankerung von Teilprothesen (ZWP, 2014)
http://www.mimi-info.de/home.htm
 


minimal-invasiv
Microdentistry
, engl.: minimal-invasive, minimum intervention (MI); von minimal = wenig und invasiv = eindringend;  Bezeichnung für eine Behandlungstherapie bzw. -ergebnis unter "größtmöglichster Schonung nicht erkrankter Gebiete"; auch gebraucht für "Vermeidung einer Überbehandlung"; gebräuchlich in der ZHK meist im Zusammenhang mit der Füllungsbehandlung ("Adhäsivpräparation", "prevention of extension") und bei der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Als Idealvorstellung gilt eine Technik, die wenig invasiv, aber trotzdem wirkungsvoll ist. Neuere Verfahren auf diesen Gebieten legen besonderen Wert auf diesen Aspekt und tragen - neben einer Schonung der umliegenden, gesunden Gewebe - zu einer erhöhten Compliance der Patienten für diesen Eingriff bei.
m.-i. bedeutet z.B. auch, dass eine Karies im Frühstadium ( Initialkaries) durch Verbesserung von Ernährung und Mundhygiene, Fluoridierungsmaßnahmen, Versiegelung und antibakterielle Methoden zum Stillstand gebracht werden kann.
Black, Füllung, Füllungstherapie, Kariesinfiltration, Kariesprophylaxe, Kariestherapie, Kavitätenpräparation, mikroinvasiv, Mundschutz, sonoabrasive Systeme, SmartPrep, Tunnelpräparation, Unterfüllung, Veneer, unter sich gehend
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren



minimal-invasive
Kavität

("Minikavität")

Miniplast-Schiene
Drum Schiene, Aufbissbehelf, besonders dünne Form einer Aufbiss-Schiene; im Tiefziehverfahren gearbeitete Kunststoffschiene von 0,5 - 1mm Durchmesser, welche nur leicht über den anatomischen Äquator der Zahnkronen reicht; Verwendung als Aufbiss-Schiene bei Funktionsstörungen des Kauapparats ( Reflexschiene), bedingt: zur Fixierung von gelockerten Zähnen, als Trägerschiene für Medikamente (Fluoridierung, Bleichen von Zähnen), als Grundlage für Langzeitprovisorien.
Aufbiss-Schiene, Kariesinfiltration, Parodontalschiene



Miniplast-Schiene;
geringe kosmetische und funktionelle  Beeinträchtigung

Miniplatten-Osteosynthese, engl.: (mandibular) miniplate synthesis; Osteosynthese, Plattenosteosynthese

Miswak; Miswaak, Siwak

Mittelgesicht , engl.: midfacial; mittleres Gesichtsdrittel mit den Begrenzungspunkten Nasion und Subnasale; Binder Syndrom, Biomet-Gesicht, Bipupillarlinie, Gesicht, Harmonielinie, Schüsselgesicht, Stomion
http://www.rhinoplasty4you.com/ideal_nose.htm

Mittelgesichtsfraktur , engl.: midfacial fracture; LeFort  ; http://www.mevis.de/~hhj/Lunge/SammlungMGF.html

Mittellinie
"Mittelsenkrechte", eine der Kennlinien, engl.: midline; Bezeichnung für eine fiktive Linie in der Gesichtsmitte. Bestimmung beim aufrecht stehenden und geradeaus schauenden Patienten als Mitte zwischen den Pupillen. Im Idealfall verläuft diese dann über die Nasenspitze, die beiden Zwischenräume der mittleren Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers und endet an der Kinnspitze. Einseitige Spiegelungen um diese Linie ergeben Gesichtsverzerrungen, da in den seltensten Fällen die beiden Gesichtshälften gleich groß sind. Ebenso ist ein völlig geradliniger Verlauf des Nasenrückens kaum zu beobachten.
Bedeutung dieser Kennlinie bei vollständigem Zahnersatz (Vollprothese), wo die beiden (künstlichen) oberen Schneidezähne an dieser Linie ausgerichtet werden sollten; andere Meinungen richten diese Kunstzähne an dem verlängerten Verlauf des Nasenrückens aus.
Ästhetikschablone, Kennlinien, Kiefermitte, Mittellinienverschiebung, Raphe-Median-Ebene
Mittellinienverschiebung
engl.: midline shifting; Bezeichnung entweder für eine Nichtübereinstimmung der Mitte der Frontzähne und der Kiefermitten des Ober- und/oder Unterkiefers (= dentoalveoläre Mittellinienverschiebung) oder einer Abweichung der beiden Kiefermitten des Ober- und Unterkiefer (= mandibuläre Mittellinienverschiebung).
Die Ursachen sind bei ersterer Bezeichnung meist in einem frühzeitig-einseitigem Entfernen/Verlust von Zähnen bzw. einseitigen Nichtanlagen von Zähnen zu finden, während bei der zweiten Form meist erworbene Fehllagen des Unterkiefers (u.U. verbunden mit einem Kreuzbiss) die Gründe sind.
Abweichung, Kreuzbiss, Kiefermitte, Mittellinie, Raphe-Median-Ebene



einseitiger Kreuzbiss
mit M. im
Milchzahngebiss




mandibuläre M. nach rechts

Mittelwert , engl.: mean or median value; GOZ

Mittelwert-Artikulator
Festwert-Artikulator, teiljustierbarer (semiadjustabler) Artikulator, engl.: semi-adjustable articulator; Artikulator, bei welchem von der Mechanik her bestimmte Größen (Bennett-Winkel, Gelenkbahnneigung) aufgrund epidemiologischer Durchschnittswerte ("Mittelwerte") fest vorgegeben sind. U.U. kann bei diesen Geräten die Frontzahnführung individualisiert werden.
Die heute (2008) gebräuchliche Vorgehensweise (Gesichtsbogen und Mittelwert-Artikulator) ist nach wissenschaftlichen Kriterien zur Herstellung einer individuellen Okklusion nicht ausreichend, führt aber in der Praxis zu einem durchaus akzeptablen Ergebnis.
Artikulator, Gritman Artikulator, Gysi ("Simplex-Artikulator"), Stuart-Artikulator

Mitwirkungspflicht des Patienten, engl,: (cooperation obligation); Behandlung, Compliance

ML-NL-Winkel , Ausrichtung von Ober- und Unterkieferbasis zueinander; Basiswinkel


zu Mn-Mz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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