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Lobene Stain Index
extrinsic stain indix , Messzahl für (extrinsische) Verfärbungen und Ablagerungen. Dabei werden die 4 Schneidezähne jedes Kiefers mit versch. Flächen als Messzahl herangezogen und in 4 Klassen unterteilt (0 = keine, 3 = tief braun bis schwarz verfärbt)
Modifiziert nach Macpherson, wird dieser Index vor allem bei der Bleich- u. Reinigungswirkung von versch. Methoden und Materialien angewandt.
http://www.dentalcare.com/ http://www.thejcdp.com/  ; http://ohsrc.ucc.ie/html/clinical_trials.html

Lochplatte
1.) skelettierte Prothese, Rahmenplatte, engl.: sectional prosthesis; eine Form einer "gaumenfreien Prothese" im Oberkiefer: Der Gaumen wird nicht vollständig von einer Prothesenbasis bedeckt, sondern diese teilt sich in eine vordere und hintere Gaumenquerung ( Transversalbügel) auf, welche seitlich miteinander verbunden sind. Wegen des so entstandenen "Loches" im Gaumenbereich ist diese Schlagwortbez. entstanden.
2.) Bezeichnung für eine Verschraubungsplatte Plattenosteosynthese
Metallbasis, Palatinalbügel, rationierte Prothese, Teilprothese, Verbinder



  Abb. unter Teilprothese

Lockerungsgrad
Zahnlockerungsgrad, engl.: degree of tooth mobility o. loosening (recorded as 1st, 2nd or 3rd degree); Einteilung einer krankhaft erhöhten Zahnbeweglichkeit bzw. Auslenkung in 3 Grade:

Zahnlockerung

Locus Kiesselbachii
Kiesselbach Ort
, engl.: Little's area; Bereich im vorderen Teil des Nasenseptums, in welchem zahlreiche Gefäße durch Anastomosen einen kapillaren Plexus bilden. Bedingt durch diese starke Durchblutung ist dieser Teil der Nase ein bevorzugter Ort für Nasenbluten (Epistaxis).

Löffel
engl.: spoon; 1.) Kurzbezeichnung für einen Abdrucklöffel (spoon for moulding)
                    2.) scharfer Löffel (sharp scoop o. spoon):  zum Auskratzen von krankhaften Gewebe in der Chirurgie oder Kariologie angewandtes "löffelartiges" Instrument ("Löffelexkavator") mit runder oder ovaler Hohlkerbe Exkavator

Logan Krone
engl.: Logan crown; historische Stift-Kronenart (nach M. Logan, amerik. ZA, 1844-1885): Porzellanhülsenkrone mit Silberine-Kern (= Wismuthaltige Zinnlegierung; Gießtemperatur ca. 600° Grad), worin ein Platinstift eingebettet ist. Mit diesem Verankerung der Krone in der speziell dafür angepassten Zahnwurzel. Die Zahnwurzel selbst wird von der L. nicht umfasst.
Jacketkrone, Richmondkrone, Stiftaufbau

Loge
Spatium, engl.: loge; medizinische Schlagwortbezeichnung für einen vorgeformten Körper(hohl)raum, welcher von Bändern, Faszien, Muskeln oder Knochen begrenzt ist. Bekanntes Ausbreitungsgebiet für den sog. Logenabszess

Logopädie
Stimm- und Sprachheilkunde, engl.: logopedia; vom (Zahn-)Arzt zu verordnende Therapie mit dem Ziel der Erlangens einer individuell befriedigenden Kommunikationsfähigkeit (Schulfähigkeit eines Kindes, Wiedererlangung der Berufsfähigkeit usw.). Die Behandlung erfolgt in Einzel- oder Gruppentherapie. Zu Beginn einer entsprechenden Behandlung werden Artikulation, Wortschatz, Grammatik, Verstehen von Sprache, sowie Atem-, Stimm- und Schluckfunktion getestet. Diese Ergebnisse bilden zusammen mit dem ärztlichen Befund die Grundlagen für die Auswahl der Behandlungsmethoden.
Medizinische Haupteinsatzgebiete der L. sind:
Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, Aphasiker nach einem Schlaganfall, einer Hirnoperation oder einem Unfall, Menschen mit Stimmstörungen und andere Patienten, die an Sprach- und Sprechproblemen leiden. So schätzt man in D allein die Zahl der Stotterer auf ca. 800.000
Es existieren zur Ausübung dieses Berufes Logopäden (= Berufsfachschule mit der Möglichkeit sich nach der Ausbildung durch ein ergänzendes Studium weiter zu qualifizieren) und Akademische Sprachtherapeuten (= Hochschulstudium).
addental, Dentallaut, Gesichtsspalte, Schluckmuster, S-Kanal
http://www.dbl-ev.de/
Myofunktionstherapie als Prophylaxesäule - Logopädie in der Praxis (zm, 2015)

Lohnnebenkosten
engl.: employers' costs, ancillary wage cost; Ausgaben, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer zahlt, ohne dass diese Bestandteil des vereinbarten Gehalts (Lohns) sind - somit jener Teil der Personalkosten, der über das Bruttoentgelt für die Anwesenheitszeit hinaus vom Arbeitgeber zu tragen ist. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherung, der Feiertagsregelung, Berufsgenossenschaft, Mutterschutzgesetz, und Betriebsverfassungsgesetz sind freie tarifliche Vereinbarungen (Urlaubs-, Weihnachtsgeld usw.) erhebliche Kostenfaktoren.
Beitragssatz

Lokalanästhesie
örtliche Betäubung, Regionalanästhesie, engl.: local anesthesia; in der ZHK untergliedert in die Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie, terminale Anästhesie, Oberflächenanästhesie, intraligamentäre Anästhesie, intraossäre Anästhesie, diagnostische Lokalanästhesie und Heilanästhesie.
Die zahnärztliche L. hat heute eine sehr hohe therapeutische Sicherheit; schwerwiegende Nebenwirkungen oder gar Todesfälle sind geringer als bei der Einnahme von ASS oder Paracetamol. So wurde auf der DGZMK-Jahrestagung (2003) berichtet: Bei der Untersuchung von Nebenwirkungen eines bestimmten Präparates (Ultracain, Lokalanästhetika) über 25 Jahre (1975-2000) wurden insgesamt 3.335 Nebenwirkungen nach 775 Millionen Injektionen mit möglichem Zusammenhang gemeldet, 357 davon wurden als schwerwiegend eingestuft; 5 Todesfälle könnten in einem Zusammenhang stehen. Somit beträgt die Inzidenz (Erkrankungen in einer definierten Bevölkerung pro Zeiteinheit) von unerwünschten, schwerwiegenden Ereignissen 0,77 bei einer Millionen Injektionen; die von möglichen Todesfällen 0,0065 bei einer Millionen Injektionen. Untersuchungen ergaben, dass zwar 82,5% aller Patienten irgendeine Art der Schmerzausschaltung unbedingt wünschen, immerhin 52,5% aber eine zahnärztliche Behandlung aus Angst vor einer Spritze verzögern oder gar ganz vermeiden.
Der Wirkungseintritt bei den klassischen Injektionsmethoden (Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie) erfolgt i.d.R. rasch (1-2 Minuten), wobei dieser im Oberkiefer schneller eintritt, da das Medikament leichter den (spongiösen) Knochen durchdringt. Im Unterkiefer, wo im Seitenzahngebiet eine andere Technik angewandt werden muss, der Einstichpunkt individuell versch. liegt und der Nerveintritt in den Unterkieferknochen anatomische Variationen aufweist ( Leitungsanästhesie), kann u.U. eine längere Verzögerung (5-10 Min.) möglich sein; u.U. ist eine Wiederholung der Injektion an leicht verändertem Einstichpunkt und Einstichrichtung nötig. Alternative Methoden - z, B. die intraligamentäre Technik - zeichnen sich durch einen sofortigen Wirkungseintritt aus, sind aber nicht für alle Eingriffe (besonders chirurgische) geeignet. Medikamente und besonders Koffein (starker Kaffee vor der Behandlung) können die Tiefe der Wirkung individuell stark beeinträchtigen; echte Anästhesieversager sind extrem selten und können durch Wechseln auf ein anderes Medikament ( Lokalanästhetika) kompensiert werden. Die Wirkungsdauer beträgt i.d.R. 30-90 Minuten bei abnehmender Tendenz der Wirkungstiefe; die unangenehmen Begleiterscheinungen (Taubheit der Gesichtsweichteile, "taube Lippe o. Backe") klingen etwa nach 3 Stunden ab.
Während und nach einer L. können - wenn auch sehr selten - allgemeine und örtliche Komplikationen auftreten. Dazu zählen: Unruhe, Zittern, Schwindelgefühl, Herzklopfen und Ohnmacht. Ernste Komplikationen stehen zumeist mit einer Grunderkrankung in Verbindung. Örtliche Komplikationen betreffen länger anhaltende Gefühlsstörungen oder Missempfindungen, Blutungen oder Blutergüsse, vorübergehende Lähmungen des Gesichtsnerven (Fazialislähmung), Kanülenbruch, Einatmen oder Verschlucken der Injektionskanüle. Allergische Reaktionen werden auf die früher beigemischten Konservierungsstoffe (Parabene), und nicht auf das L. selbst, beobachtet - aus diesem Grund sind heute die meisten Standardpräparate Parabene-frei.
In der zahnärztlichen Praxis gelten als "klassische Methoden" die Infiltrationsanästhesie und die Leitungsanästhesie. In jüngerer Zeit kommt häufig noch die Schmerzausschaltung mittels einer intraligamentären Anästhesie in Betracht. Während bei der Infiltrationsanästhesie örtlich die sensiblen Nervenendigungen durch Umspritzen des Behandlungsbereiches und Injektion direkt unter die Haut bzw. Schleimhaut ausgeschaltet werden, blockiert eine Leitungsanästhesie die Reizweiterleitung im Versorgungsgebiet des jeweiligen Nervs - dies ist i.d.R. in der ZHK der Unterkiefernerv (N. mandibularis). Weiter kommt eine Ausschaltung der Nn. buccalis, mentalis, infraorbitalis, nasopalatinus und alveolares maxillares posteriores in Betracht.
Als Nachteile der klassischen Methoden gelten allgemein primäre Anästhesieversager (bis zu 20% bei Leitungsanästhesien im Unterkiefer), ein verzögerter Wirkungseintritt von 2 Minuten und länger, ein bis zu 4 Stunden anhaltendes "taubes Gefühl", mit entsprechenden Behinderungen beim Essen und Sprechen und in seltenen Fällen Nervschädigungen (Läsionen, Gefühlsstörungen usw.); u.U. unbeabsichtigte Aufbissverletzungen ( Morsus). Die intraligamentäre Anästhesie kennt diese Nachteile nicht, kann aber nicht bei krankhaften Zahnfleischtaschen angewandt werden, ebenso sind chirurgische Eingriffe damit kaum möglich. Der früher beschriebene Druckschmerz nach Abklingen dieser Betäubungsart kann mittels moderner Injektionssysteme mit dosierbarem Druck weitgehend vermieden werden.
Als eine Art "Antidot" zu den Lokalanästhetika existiert das Präparat "OraVerse ®", welches das Taubheitsgefühl etwa um die Hälfte verkürzt.
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110 Jahre synthetische Lokalanästhesie - Endlich schmerzfrei behandeln (zm, 2015)
Leitfaden zur Lokalanästhesie - Immer individuell dosieren (zm, 2015)
Die Lokalanästhesie - Welche Risiken bestehen aus allgemeinmedizinischer Sicht?
Aufklärung zu Risiken der Leitungsanästhesie – der Zahnarzt in der Pflicht
Special: Schwangerschaft (Fremdlink auf www.Zahnwissen.de)
Zahnerhaltende Behandlungen unter intraligamentärer Anästhesie - Vergleich gängiger Methoden der zahnärztlichen Lokalanästhesie
 Nadelstich-Verletzungen: Tipps für Praxischef







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Auf dem Markt befinden sich eine Vielzahl von versch. Injektionssystemen

 

 



drei Tage alte Aufbissverletzung im
Lippenbereich nach L.

Lokalanästhesie
Geschichte, engl.: history of the local anesthesia; in der Geschichte der Lokalanästhesie gab es zwei Höhepunkte (Auszug aus "Die Wege zur Lokalanästhesie in der Zahnmedizin, I, forum-med-dent/sanofi aventis):
  1884: die Einführung des Kokains,
  1905: die Entdeckung des Procains.

  1844 führte der amerikanische Zahnarzt Horace Wells (1815-1848) die erste Zahnentfernung in Allgemeinnarkose unter Lachgas durch
  1846 entfernte der Chirurg John Warren (1778-1856) im Massachusetts General Hospital in Boston einem Patienten schmerzfrei einen Tumor am Kieferwinkel, wobei der frühere Sozius von Wells, der Bostoner Arzt William Morton (1813-1868), Äther als Narkotikum nutzte.
  1847 führte der englische Gynäkologe James Young Simpson (1811-1870) als dritte wirksame Substanz Chloroform in die Allgemeinchirurgie ein. Schwerwiegende Nebenwirkungen bis hin zu tödlich endenden Komplikationen relativierten die Begeisterung für die neuen Medikamente.
  1866 berichtete der Londoner Zahnarzt Benjamin Ward Richardson (1828-1896) über seine Erfolge mit örtlich versprühtem Äther.
  Am 20. Oktober 1884, knapp drei Wochen nach der Erstbeschreibung, nutzte der in New York tätige Zahnarzt Morgan J. Howe (1844-1914) Kokainlösung zur Betäubung vor einer Zahnextraktion. John P. Carmichael (1856-1946) aus Milwaukee wandte Kokain zur gleichen Zeit zur Schmerzausschaltung bei der Spaltung von Abszessen oder beim Einpassen von Kronenringen an. Die oberflächlich wirkende Anwendung des Kokains wurde bald durch methodische Neuerungen in ihrer Anwendbarkeit ausgedehnt, was besonders für die Zahnärzte wichtig war.
  1885 : Der in New York arbeitende Chirurg William Stewart Halsted (1852-1922) führte die Leitungsanästhesie in die Narkosetechnik ein. Er umspritzte in Tierversuchen Nervenstämme mit Kokain und erreichte damit die Ausschaltung des gesamten Versorgungsbereiches. Seine ersten Anwendungen erfolgten im Bereich der Zahnmedizin, wobei die Mandibularanästhesie die entscheidende Methode zur Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten darstellte. Neben Oberflächen- und Leitungsanästhesie entwickelte sich die Infiltrationsanästhesie als dritte Säule in der Anwendung von Kokain.
  1888 berichtete der Genter Arzt Camille Redard (1841-1910) über den Einsatz des Chloräthylsprays.
  1903 durch Beigabe von Adrenalin verlängert der Leipziger Chirurg Heinrich Braun die Wirkdauer und -tiefe
  1904-1905 Synthese von Procain durch Alfred Einhorn. Dieses Medikament gilt über Jahrzehnte als Standardanästhetikum in der ZHK
  1914 Entwicklung eines praktikablen Injektionsgerätes ("Spritze") durch Fischer; dadurch Durchbruch der Lokalanästhesie in der ZHK
  1930 Synthese von Tetracain
Entwicklung der heute (2008) gebräuchlichen Lokalanästhetika:
  1943 Synthese von Lidocain
  1957 Synthese von Mepivacain
  1960 Synthese von Prilocain
  1963 Synthese von Bupivacain
  1969 Synthese von Articain.
110 Jahre synthetische Lokalanästhesie - Endlich schmerzfrei behandeln (zm, 2015)

Lokalanästhetika
Einz.: Lokalanästhetikum, örtliche Betäubungsmittel, engl.: (local or topic) anesthetic; chemische Verbindungen zur örtlich begrenzten Ausschaltung/Empfindungslosigkeit von Nerv-Reizleitungen, bei nur geringer Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Sie arbeiten auf folgender Grundlage (Wirkungsweise):
Im Ruhezustand eines Nervs besteht an seiner Membran ein elektrochemisches Ruhepotenzial zwischen den an der Membranaußenseite dominierenden Natrium-Ionen und den an der Membraninnenseite dominierenden Kalium-Ionen. Kommt es nun zu einer Erregung des Nervs, so entsteht eine Permeabilitätssteigerung (Durchlässigkeitssteigerung) für Natrium, die zu einer Umkehrung des Membranpotenzials führt (Depolarisation). Lässt die Erregung des Nervs wieder nach, so lässt ebenfalls die Durchlässigkeit der Membran für Natrium nach, Kalium strömt wieder in die Nervenzelle ein, bis das Ruhepotenzial erreicht ist. Die Wirkungsweise der L. besteht nun darin, dass sie in die elektrophysiologischen Mechanismen der Nervenmembran derart eingreifen, dass die Depolarisationsschwelle erhöht wird, die Leitungsgeschwindigkeit erniedrigt und die Refraktärperiode (Zeit nach einer Depolarisation in der keine weitere Depolarisation folgen kann) verlängert wird. Letztlich kommt es dadurch zur eingeschränkten oder  kompletten Blockade der Nervenfaser.
Neben den Natriumkanälen blockieren L. eine Reihe von spezifischen G-Protein gekoppelten Rezeptor-Molekülen. Dadurch wird ein entzündungshemmender Effekt ausgelöst ( Heilanästhesie). Diese Blockierung findet nicht nur bei Nervenzellen, sondern auch bei anderen Zelltypen statt. So produzieren etwa Leukozyten weniger Sauerstoffradikale, die Entzündungsreaktionen in Gang halten können.

Grundsätzlich werden die heute gebräuchlichen zahnärztlichen L. in zwei Gruppen eingeteilt, die der Ester (Ester der Paraaminobenzoesäure) und die der Säureamide (Amide aus Anilin und einer Carbonsäure). Die Molekülstruktur besteht aus einem aromatischen Rest, einer Aminogruppe und einer Zwischenkette. Die Art der Zwischenkette ist maßgebend für die Zuordnung der L. zur Hauptgruppe der Ester oder Amide.
  Aminoester (z.B. Procain, ein Abkömmling der Paraaminobenzoesäure, Tetracain)
  Aminoamide (z.B. Lidocain (Xylestesin®, Xylocain®), Mepivacain (Scandicain®), Bupivacain (Carbostesin®), Prilocain (Xylonest®) und Articain (Ultracain®; typisches Mittel bei Behandlungen in der Schwangerschaft)).


In der Blutbahn werden L. vom Estertyp, wie Procain und Tetracain, durch die Plasmacholinesterase gespalten und dadurch unwirksam; L. vom Amidtyp, wie z.B. das Lidocain, werden hauptsächlich in der Leber durch Monooxygenasen oxidativ aufgespalten und abgebaut.

I.d.R. enthalten die L. blutgefäßverengende Zusätze ( Vasokonstriktoren) und bei größeren Darreichungsformen (20 o. 50 ml, "Stechflaschen") ein Konservierungsmittel (z.B. Methylparaben = Methyl-4- Hydroxybenzoat). Alle L. mit Katecholaminzusatz (Adrenalin, Noradrenalin) enthalten Sulfit oder Disulfit, ein Antioxidans, welches das sauerstoffempfindliche Adrenalin stabilisiert und eine zu schnelle Oxidation und damit einen zu raschen Wirkungsverlust verhindert.
Das in den Anfangszeiten gebräuchliche Procain (Handelname: Novocain®) wird heute wegen gelegentlicher Nebenwirkungen (meist allergische Reaktionen), schlechter Gewebediffusion und kurzer Wirkungsdauer kaum noch angewandt.
Ultracain ist das weltweit am meisten untersuchte und verabreichte Mittel für die zahnärztliche Praxis.
Bis Ende 2001 lagen keine Berichte über keimschädigende Wirkungen von L. bei der Behandlung schwangerer Patientinnen vor. Prophylaktisch sollten Mittel mit hoher Eiweißbindung (z.B. Articain, Bupivacain) vorgezogen werden, da so der Übergang auf den Fetus sich nur langsam vollzieht; empfehlenswert sind ebenfalls Präparate mit nur geringen blutgefäßverengenden Zusätzen; hier wird Adrenalin in niedriger Dosierung (1:200.000) empfohlen, Noradrenalin und Felypressin sind kontraindiziert

Umrechnungen:
Umrechnung von Prozent in Milligramm: % x 10 x ml = Gesamtmenge (mg),
z.B. 30 ml Bupivacain 0,5 %: 0,5 x 10 x 30 = 150 mg.
Beispiel für Umrechnung der Maximaldosis von mg in ml
Bupivacain: max. Einzeldosis 150 mg = 30 ml Bupivacain 0,5 %
(1 % Lösung enthält 1 g Wirksubstanz in 100 ml).

Dosierung am Beispiel Ultracain®:
Patientin, 50 kg, operative Entfernung von 4 retinierten und verlagerten Weisheitszähnen in Lokalanästhesie:
1 ml Ultracain D-S/ D-S forte enthält 40 mg Articain
Höchstdosis:
7 mg Articain (Ultracain")/kg KG (Körpergewicht)
50 kg (Körpergewicht) x 7 mg entspricht 350 mg Articain (Ultracain)
Die individuelle Grenzdosis beträgt 8.75 ml Ultracain D-S/ D-S forte

Grenzdosis Adrenalin (kardialer Risikopatient) beträgt 40 ug Adrenalin
1 ml Ultracain D-S enthält 5 pg Adrenalin
 40 ug entsprechen 8 ml Ultracain D-S

Grenzdosis Adrenalin (gesunder Patient) = 0,2 mg Adrenalin
0,2 mg Adrenalin entsprechen 20 ml Ultracain D-S forte oder 40 ml Ultracain D-S

Als eine Art "Antidot" zu den Lokalanästhetika existiert das Präparat "OraVerse", welches das Taubheitsgefühl etwa um die Hälfte verkürzt ( http://www.oraverse.com/dental-professionals/index.html )

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110 Jahre synthetische Lokalanästhesie - Endlich schmerzfrei behandeln (zm, 2015)
Leitfaden zur Lokalanästhesie - Immer individuell dosieren (zm, 2015)
Die Lokalanästhesie - Welche Risiken bestehen aus allgemeinmedizinischer Sicht?
Lokalanästhesie im Alter
Special: Schwangerschaft (Fremdlink auf www.Zahnwissen.de)
http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_3305.pdf

lokale Antibiotikazufuhr
Lokalantibiotika, engl.: local antibiotics therapy; Einbringen antibiotisch wirkender Medikamente (Antibiotika, Chemotherapeutika) vor allem in die infizierte Zahnfleischtasche - gelegentlich in infizierte Extraktionswunden, Wurzelkanäle oder apicale Prozesse (z.B. mittels Neomycin®). Sinn dieser Therapie ist es einmal, den Wirkstoff lokal - und dies in möglichst hoher Konzentration - an den eigentlichen Entzündungsherd zu bringen und zum anderen die negativen Begleiterscheinungen einer systemischen Zufuhr zu vermeiden. Allerdings zeigen vergleichende Untersuchungen, dass die l. A. allein meist zu keiner Besserung der Erkrankung führt. Vermutet wird dabei, dass das Erreger-Reservoir der gesamten Mundhöhle durch die lokale Anwendung nicht erfasst wird und so eine Re-Infektion leichter möglich ist. Hinzu kommt, dass es eine Vielzahl an Studien zur l. A. gibt, die Ergebnisse aber widersprüchlich sind.
Da gerade die entzündete Zahnfleischtasche einen regen Stoffwechsel aufweist (in einer 5 mm tiefen Tasche wird die Flüssigkeit ca. 40mal / Stunde ersetzt), ist eine hohe Substantivität der Substanzen nötig, um eine lang anhaltende, konstante (Depot-)Wirkung zu erzielen. Ebenso ist vorher ein Debridement erforderlich, um den schützenden Biofilm zu zerstören oder zumindest aufzureißen. Insofern ist dieses Vorgehen nur als eine Kombination von mechanischen und chemotherapeutischen Maßnahmen Erfolg versprechend.
Bei der lokalen Therapie unterscheidet man:
  • Sustained (= nachhaltig) Release Device
    lokale subgingivale Medikamententräger, die bis zu 24 Std. den Wirkstoff abgeben
  • Controlled (= gesteuerte) Release Device
    lokale subgingivale Medikamententräger, die länger als 24 Std. den Wirkstoff abgeben

Folgende Methoden sind in der Parodontologie im Einsatz:

  • mit einem Antibiotikum getränkter Faden
    feine Fäden (Retraktionsfäden), welche im Inneren mit einem Kupferdrähtchen stabilisiert sind, werden mit einem nach Rezeptur hergestellten 25-prozentigem Metronidazol-Gel imprägniert und in die Tasche eingelegt. Preiswerte Variante sonst teurerer Systeme.
  • Chlorhexidin-Chip (s. Abb.)
    Handelsname Periochip; Chlorhexidin (2,5 mg Chlohexidinbis/Chip) wird mit einem Gelatine-Polykondensat als Trägermittel vermischt und gibt etwa über 7 Tage (ca. 125 µg/ml/Tag) konstant diesen Wirkstoff ab. Gut geeignet für tiefe Zahnfleischtaschen (> 5mm); kein späteres Entfernen, da die Trägersubstanz abgebaut wird. Gute Erfolge bei einer Langzeitbehandlung der chronischen marginalen Parodontitis.
  • Doxycyclin-Polymer
    Handelsname Atridox™. Sog. "Pharmako-Mechanische Infektionskontrolle der Parodontitis" = PMIC™. ATRIDOX™ basiert auf ATRIGEL™, dem "drug delivery system" von ATRIX Laboratories Inc. Es setzt Doxycyclin am Ort der Infektion kontrolliert frei, in Konzentrationen, die um ein Vielfaches höher sind als die MHK-90 ( unterstützende Antibiotikatherapie) für übliche Parodontitiserreger. Die hohe Doxycyclin-Konzentration (10 % Doxycyclin) am Wirkort wird über einen Zeitraum von 7 Tagen aufrechterhalten.
    Durch den Einsatz von Doxycyclin-Depotpräparaten kann nach Untersuchungen (Jorgensen, M G et al.: Initial antimicrobial effect of controlled-release doxycycline in subgingival sites. J Periodont Res 2004; 39; 315-319) keine zusätzliche Reduktion der pathogenen Keime erreicht werden; daher ist der Einsatz sicherer und günstiger Breitspektrum-Antiseptika zu bevorzugen.
  • Subantimikrobielle Dosierung von Doxycyclin (Periostat)
    Dieser synthetisch hergestellte Kollagenasehemmer wird über einen längeren Zeitraum eingenommen (Kapsel a 20 mg; 2 x tgl.). Vorher muss eine gründliche mechanische Instrumentierung (Reinigung, Politur) der Wurzeloberflächen unter örtlicher Betäubung erfolgen.
  • Einbringen eines Metronidazol-Gels oder einer Minozyklin-Salbe
    -- z.B. Elyzol-Dentalgel™, eine 25%ige in Glyzerin gelöste Metronidazol-Suspension. Applikation mit einer feinen Spritze direkt in die erkrankte Zahnfleischtasche. Dabei nimmt das durch den Körper abbaubare Gel eine halbfeste Konsistenz an und bewirkt eine ausreichende Konzentration des Medikamentes bis zu 36 Stunden. Die Behandlung erfolgt zweimal im Abstand von einer Woche. Nach Vertreiberangaben (Colgate-Palmolive) soll E. besonders gegen die "Markerkeime"  Porphyromonas gingivaöis, Prevotella intermedia, Bacteroides fosythus und Treponema denticola wirksam sein. Hoher Preis - keine Erstattung durch die Gesetzlichen KK (nach Herstellerangaben ca. 5,30 €/Zahnfleischtasche). Nicht wirksam gegen den besonders gefährlichen Actinobacillus actinomycetemcomitans. 
    -- Minozyklin, ein bakteriostatisches Antibiotikum, hat nur wenig Langzeiterfahrung

  Antibiotika, Atridox™, Behandlungsschema bei Zahnfleischerkrankungen, Ledermix™, Markerkeime, PMIK ("antiinfektiöse Therapie"), unterstützende Antibiotikatherapie
Doxycyclin in der PA-Therapie ; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 1/2011 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Periochip-Einbringung.

©: der Grafik:
Dexcel Pharma

Lokalisierte Juvenile Parodontitis, LJP Special: Parodontalerkrankungen

long centric ; Okklusionsfeld

long face syndrom
zu den vertikalen Gesichtsanomalien gehörendes Krankheitsbild mit einer Gesamtzunahme der Gesichtshöhe des Untergesichtes ("vertikaler Überschuss"). Hauptsächlich als Begleitsymptom bei einem ausgeprägtem Schmalkiefer und einem frontal Offenen Biss.
http://d-nb.info/972089632/about/html  ; Abb.: http://www.facesthatsmile.com/gummysmile.html

Longitudinalstudie , Longitudinaluntersuchung, engl.: longitudinal study; Querschnittsstudie

Loops
kieferorthopädische Schlagwortbezeichnung für versch. geformte Drahtschlaufen in den Bögen von Behandlungsgeräten. Durch Formveränderungen von L. kann eine Verlängerung/Verkürzung dieser Bögen herbeigeführt werden.

Lophodontie
engl.: lophodont tooth; bei pflanzenfressenden Säugetieren anzutreffende Kauflächen im Backenzahnbereich: zwischen den Höckern befinden sich quer verlaufende Schmelzleisten ("Querjoche")
Abb.: http://animaldiversity.ummz.umich.edu/

LS-Duobloc-Aktivator ; Aktivator nach Leger-Sörensen; Modifikation des klassischen Progenieaktivators mit beiderseits distal eingearbeiteten Schrauben und einem horizontalen Sägeschnitt

Lückengebiss
Restgebiss, engl.: (partially) edentulous (dental) arch; Gebissbefund nach Zahnverlusten oder von Geburt aus fehlenden Zähnen mit unterschiedlicher Einteilung. Siehe unter:
Eichner-Klassen
Kennedy-Klassen
Wild-Klassen
Gelegentlich auch gebraucht für Gebisszustände, bei denen keine Zähne fehlen, aber aufgrund zu kleiner Zahnbreiten und/oder zu großem Kiefer ("Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße") lückige Zahnstellungen (spaced teeth) vorliegen - korrekte Bezeichnung dafür: Lückenstand.
Der menschliche Körper ist auf Effizienz ausgerichtet. Er erhält, was er braucht und baut ab, was er nicht benötigt. Bei den Muskeln ist dieser Mechanismus offensichtlich, aber er betrifft in gleicher Weise das Knochengewebe im Kiefer. Wird es weniger belastet, verringert es sich und der Halt für die verbliebenen Zähne nimmt ab. Sind mehrere Lücken vorhanden, kann dieser stetige Knochenabbau sogar zu einer veränderten Gesichtsform führen. Es ist daher grundsätzlich anzuraten, Zahnlücken im sichtbaren und funktionellen Bereich möglichst zeitnah zu schließen.
Bei der zahnärztlichen Versorgung des L. gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten. Deren Bedeutung für den individuellen Patientenfall kann dabei sehr verschieden bzw. nicht möglich sein:
--  Brücken, Freiendbrücke (Extensionsbrücken), Adhäsivbrücken
--  Teilprothesen
--  kombinierter Zahnersatz
-- Implantate (allein oder in Kombination mit konventionellen Maßnahmen)
 Zahnwissen-Festzuschüsse ab 2005
Abstützung, BrückeImmediatprothese, Lückenschluss, Proptosis, Teilprothese, Verblockung, Zahnersatz
Broschüre "Zahnersatz aktuell: Versorgungen im Vergleich"



physiologischer
Lückenstand im
Milchgebiss kurz
vor der
Wechselphase

Lückenhalter , engl.: space maintainer (retainer); Platzhalter, Zahnwanderung

Lückenhalterplatte
engl.: removable space maintainer (plate); herausnehmbares Behandlungsgerät ("Platte") welches allein oder in Kombination mit anderen kieferorthopädischen Maßnahmen die Folgen von einem frühzeitigem Milchzahnverlust kompensieren hilft.


kieferorthopädische Frühbehandlung, Kinderprothese, Nance-Apparatur, Platzhalter, Zahnbewegungen



Lückenschluss
engl.: space closure kieferorthopädische Maßnahme zum Beseitigen einer bestehenden Zahnlücke (Wiederherstellen eines Approximalkontaktes). Diese kann durch Nichtanlage, traumatischem Verlust oder Extraktion von einzelnen oder mehreren Zähnen entstanden sein. Erweitert werden darunter auch chirurgische/prothetische Maßnahmen verstanden, welche die Lücke - meist durch einen festsitzenden Zahnersatz ( Brücke) bzw. chirurgische Eingriffe (z.B. Implantate) - funktionell und/oder ästhetisch wieder schließen.

Lückenstand ; Lückengebiss

Ludwig Angina ; Mundbodenphlegmone

Ludwigs Prothese
Vollprothese nach Ludwigs
, (Horst L., ZTM), "physiologische Funktionsprothese", engl.: Ludwigs' full denture; besonders bei Problemfällen angewandte Prothesenart nach der "Ludwigs-Technik": Die Prothesenbasis besteht aus dem strapazierfähigen, weichbleibendem Material LUTEMOLL, welches einer Metallbasis aufsitzt.
Neuerdings ist die Indikation dieser Technik erweitert worden: Die "physiologische Funktionsprothese II" kann auch bei Restbezahnung bis max. 4 Zähne (o. Implantate) eingesetzt werden (s. Abb.). Diese auf Basis der Ludwigs-Technik entwickelte Abformmethode wird als "IAS (Integrative Abform Systematik) nach Engels" bezeichnet.
Funktionsabdruck, Vollprothese
www.engels-dentaltechnik.de (ausführliche Darstellung der Techniken)

 


Lüftung , apicale Lüftung, engl.: cortical trephination Schrödersche Lüftung

Luer
Wülfing
, auch: Lüer; dtsch. Instrumentenmacher, gest. Paris 1883; in der ZHK bekannt durch:
  Luer Knochenzange (Alveolarzange, "Knochenknabberzange"): chirurgische Zange mit dem Hohlmeißel nachgeahmten Backen zum Entfernen von dünnen Knochenpartien
  Luer Spritze: historische Injektionsspritze mit einem Glaskolben
  Luer Ansatz: Ansatzstelle einer Injektionsspritze in zwei Ausführungen: konischer Luer Slip-Ansatz (ohne Arretierung, für kleiner Spritzen, ca. 2-5 ml) und Luer-Lock-Ansatz, auf welchen eine Kanüle per Drehung festgeschraubt werden kann.
Injektion

Lues connata
angeborene Syphilis
, engl.: do. o. congenital syphilis (treponemiasis); Infektion des Fetus durch eine syphilitische Mutter mit den Haupterscheinungsbildern der Hutchison Trias; im Mund sichtbar an den sog. Hutchinson-Zähne (Tonnenzähne, s. Abb.). Dabei sind besonders die mittleren Schneidezähne an ihrer Schneidekante halbmondförmig eingebuchtet. Die anderen Zähne haben meist ein "tonnenförmiges" Aussehen, die Backenzähne eine beerenartige Oberfläche ( Maulbeermolar, "Pflüger Molar", "Pflüger Knospenzahn"). Neugeborene weisen in den Mundwinkeln speziell angeordnete Narben auf, sog. Parrot Furchen.
Die Infektion auf den Fetus erfolgt i.d.R. erst nach dem 6. Fetalmonat.
Generell ist die Syphilis - hervorgerufen durch den Erreger Treponema pallidum - in den letzten Jahren wieder im Zunehmen begriffen: So wurde ein verstärktes Auftreten der infektiösen Syphilis, besonders in Europa, aber auch in den USA registriert. Im Mund sind meist atypische und schmerzlose Ulzerationen hochinfektiös und treten im Rahmen der in mehreren Stadien verlaufenden Syphilis-Infektion als Primäraffekt auf. Eine Diagnose ist nur serologisch möglich, wobei möglichst mehrere der Syphilis-Parameter VDRL, RPR, TPHA und FTA-IgM und TFA-IgG bestimmt werden sollten. Bei Nichterkennung/-behandlung kann es Jahre später zur Tertiärinfektion mit Bildung von Gummen ( s. Abb.) und Befall des Nervensystems (Neurolues) kommen.
Fournier Zähne, Maulbeermolar, Primäraffekt, Sabouraud Zähne, Syphilis, Zahnentwicklungsstörungen

 



Luftdusche ; Politzer-Dusche

Luft-Pulver-Wasserstrahl-Instrumentierung , Pulverstrahlgeräte

Lugolsche Lösung
nach Jean Lugol, 1786–1851, Arzt, Paris, engl.: Lugol's solution; mit der Zusammensetzung: Tinctura Jodi + KJ (Kaliumjodid) [20 + 5; Aqua dest. ad 200]. Anwendung zum Nachweis von Stärke, Schwefeldioxid, Ascorbinsäure oder als Desinfektionsmittel. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Färbeendoskopie, auch Chromoendoskopie genannt. Sie erlaubt es, Tumore besser und vor allem frühzeitiger als bisher zu erfassen. Bei diesem Verfahren werden im Rahmen der endoskopischen Untersuchung im Bereich verdächtiger Areale Farblösungen, wie die L., aufgesprüht, welche von neoplastischen Zellen nicht aufgenommen werden. Dadurch lässt sich Tumorgewebe von gesundem Gewebe abgrenzen (sog. Jodprobe)
Jodkaliumjodid-Lösung , Schiller Jodprobe

Lumineers
by Cerinate™;  in der Stärke (~ 0,3mm) den Kontaktlinsen ähnliche Verblendschalen zur dauerhaften Korrektur von Zahnunregelmäßigkeiten, kleinen Zahnlücken oder Verfärbungen im Frontzahnbereich. Sie stellen nach Herstellerangaben eine Weiterentwicklung der bekannten Veneers dar und bestehen aus einer leuzitverstärkten Keramikmasse (Presskeramik), auf welche eine bis zu 20-jährige Garantie gewährt wird. L. werden i.d.R. ohne Abschleifen auf die Zähne geklebt - lediglich im Bereich der Schneidekanten wird der Schmelz leicht konturiert. Die Zähne werden in der Vorbereitung gründlich gereinigt und etwas angeraut ("konditioniert"). Eine leichte Entfernbarkeit soll möglich sein. Haupteinsatzgebiet ist die Verblendung ganzer Zahngruppen (6-8 L.).
Langzeitergebnisse liegen bisher nicht (2009) vor, die kosmetischen Ergebnisse werden kontrovers diskutiert.
http://www.lumineers.com/



© by Cerinate™

Lumineffekt
Begriff für das unterschiedliche Farbverhalten von Stoffen (z.B. Zähnen), bei Tageslicht eine andere Farbe als bei Kunstlicht anzunehmen. Während ein natürlicher Zahn bei Tageslicht leicht gelblich erscheint (durch die im Tageslicht enthaltenen UV-Strahlen) entfällt dieser Effekt bei Kunstlicht; der Zahn nimmt eine leicht rötliche Farbe an (s. Abb.).
Bei versch. Kunstzähnen ("Luminzähnen") wird die Tageslichteigenschaft natürlicher Zähne bei normalem Kunstlicht durch Zugabe lumineszierender Stoffe nachgeahmt; unter extremen Lichtbedingungen wirkt dieser Effekt allerdings nicht mehr, die Kunstzähne beginnen zu leuchten ("Discozähne")

Lumineszenz
Eigenleuchten, "kaltes Leuchten", engl.: luminescence; besondere Form der Lichtemission, die nicht durch die sonst typische Verbrennung von Stoffen ausgelöst wird; Leuchten eines Stoffes ohne gleichzeitige Temperaturerhöhung, mit einer Unterscheidung in Fluoreszenz (ohne Nachleuchten) und Phosphoreszenz (langsam abklingendes Nachleuchten).
Lumineffekt, Röntgendiagnostik

Luniatschek Tamponstopfer
nach dem gleichn. Zahnarzt benanntes chirurgisches Instrument zum Auffassen von Tupfern und Streifen und Applikation derselben in eine Wunde bzw. Körperhöhle. Das Instrument besitzt ein beidseitiges, schwalbenschwanzförmiges Arbeitsteil.
Tamponade

Lupenbrille
probates Hilfsinstrument zur Durchführung diffiziler Arbeiten und Kontrolle zahnärztlicher Befunde im Nahbereich. Es existieren eine Vielzahl von Geräten auf dem Markt.

Lupus
erythematodes, (lat. lupus = Wolf; griech. erythematodes = errötend), engl.: lupus erythematosus;  systemische Autoimmunerkrankung mit den drei Hauptformen: Systemischer Lupus erythematodes (SLE), Hautlupus und medikamenteninduzierter Lupus erythematodes; Ursache bisher unbekannt (eine hormonelle Komponente wird vermutet, da die Erkrankung hauptsächlich bei geschlechtsreifen Frauen auftritt). Der Name "Wolf" soll dabei einen Bezug auf die teilweise auftretenden Gesichtsverstümmelungen ("Wolfsbisse") geben.
Je nach Ausprägung des L. treten Veränderungen der Mundschleimhaut auf. Bei der sog. systemischen L. sind rund ein Drittel der Patienten betroffen und bei diesem Drittel dann zu 80 % der weiche und harte Gaumen, seltener die Wangenschleimhaut oder die Zunge. Bei der chronischen Ausprägung finden sich Symptome häufig an den Lippen und im Bereich des Lippenrotes, weniger im Inneren des Mundes. Eine Xerostomie (Mundtrockenheit) kann vorkommen.
Im Gesicht fällt bei der Hälfte der Betroffenen eine typische Hautrötung (Schmetterlingserythem, "Schmetterlingsflechte") auf. Weiter kommt es zu Gelenksschmerzen, Durchblutungsstörungen der Finger, Organbeteiligungen und allgemeinen Krankheitssymptomen.
Für die Behandlung von Patienten mit L. sind die verzögerte Wundheilung und Infektionsgefahr durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, ebenso zu beachten wie die mögliche Sekundärinfektion durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen. Außerdem können die Patienten allergisch auf Penicillin oder Sulfonamide reagieren und die Blutungsneigung kann durch einen Mangel an Thrombozyten erhöht sein.
http://www.lupus-selbsthilfe.de/


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Luschka Lippenpolster
auch: Luschka-v. Pfaundler-Lippenpolster; markant vom übrigen Lippenrot abgesetzter Querwulst der Lippen beim sehr jungen Säugling, welcher die Lippen noch besser zur Brustwarze hin abdichtet und so den Saugeffekt erhöht.

Lutschen
und Nuckeln, engl.: suck and suck on; kraftvolles Saugen an Fingern (bes. am Daumen) und anderen Gegenständen. Gilt als eines der Hauptursachen von Kieferverformungen ( Habits). Das besonders beim Säugling ausgeprägte (und in dieser Zeit natürliche) Verhalten sollte spätestens im 3. Lebensjahr abgestellt sein, da sonst mit bleibenden Kieferverformungen zu rechnen ist - trotzdem lutschen heute noch mehr als 50 Prozent aller Dreijährigen an Daumen, anderen Fingern oder anderen Objekten. Durch den nicht unbeträchtlichen Druck des Gegenstandes auf die Innenseite der (oberen) Frontzähne werden diese nach außen gedrückt. Gleichzeitig erfolgt durch den Unterdruck beim Saugen ein Druck der Wangenmuskulatur auf die Seitenzähne, mit der Folge einer Verformung des Kiefers nach oral hin. Zusätzlich wird die Zunge nach hinten verlagert. All diese Faktoren bewirken ein Hemmung/Fehlbildung von Ober- und Unterkiefer, ein Aufbiegen des Oberkiefers nach vorn ("Lutschprotrusion", s. Abb.) und eine Rückverlagerung des Unterkiefers; in ausgeprägten Fällen Ausbildung eines "lutschoffenen Bisses". L. über das 6. Lebensjahr hinaus gilt als krankhaft und bedarf dringend einer (psychologischen) Behandlung.
Nuckeln und Lutschen sind häufig die sprachlosen Bitten um Liebe und Zuwendung. Auch größere Kinder äußern sich so, wenn sie keinen adäquaten sprachlichen Ausdruck finden. Nicht befriedigte seelische Bedürfnisse werden dann durch materielle Befriedigung kompensiert. Wer schon früh die Erfahrung macht, bei jeder Unlustäußerung etwas in den Mund gestopft zu bekommen, wird sich an diese Form der Tröstung gewöhnen.
Fehlstellung von Zähnen, Habits, kieferorthopädische Frühbehandlung, Mundvorhofplatte, Protrusion, Zahnbewegungen
Special: "Anti-Nuckel-Tipps" und "Kinderseite" (Fremdlink auf www.Zahnwissen.de)
Der "offene Biss" kann vermieden werden - trotz Schnuller
http://www.nuk.de

 



Lutschfolgen an Fingern und Zähnen ("Lutschprotrusion")


© http://www.nuk.de/

lutschoffener Biss , engl.: sucking related open bite; Lutschen, Offener Biss

Luxation
Luxatio, Verrenkung, Ausrenkung, engl.: do. or dislocation, eines Gelenks; vorübergehende oder dauernde, vollständige Verlagerung der Gelenkflächen, unter gleichzeitiger Überdehnung bzw. Zerreißung von Teilen der Gelenkkapsel oder des Bandapparates. Häufig wiederkehrende L. (meist durch eine traumatische Erstluxation ausgelöst) werden als habituelle Luxation bezeichnet. Begriff auch bei Zahnverletzungen ( traumatische Zahnverletzungen) gebräuchlich.
Eine unvollständige L. wird als Subluxation bezeichnet.
Der Begriff "Luxation"  wird in der neueren Literatur z.T. durch "Verlagerung" ersetzt; z.B.: statt "Diskusluxation" wird "Diskusverlagerung" gebraucht.
Da ein Zahn "gelenkartig" mit dem umgebenden Kieferknochen verbunden ist, spricht man bei der Zahnextraktion auch von einem "Luxieren aus dem Knochenfach"
Avulsion, Hippokrates-Handgriff, Kiefergelenk, Kiefergelenkluxation, Subluxation, Verriegelungsoperation
Luxation und Avulsion – extraoral behandelt

Luxationsfraktur
Verrenkungsbruch, engl.: dislocation fracture; gleichzeitiges Bestehen einer Verrenkung und einer Knochenfraktur in Gelenknähe; gern mit einer Verlagerung des Bruchstückes verbunden. Im zahnärztlichen Bereich bei einer Collumfraktur vorkommend.
Kieferbruch, Stauchungsfraktur

luxieren
"Heraushebeln", engl.: dislocate; in der ZHK gebräuchliche Bezeichnung für das "Heraushebeln" eines Zahnes/Zahnwurzel aus der Alveole im Rahmen einer Extraktion oder einer Osteotomie. Luxation

Lyell Syndrom
Epidermolysis acuta toxica, Epidermolysis bullosa, "Syndrom der verbrühten Haut"; meist durch Medikamente ausgelöste, seltene, allergische aber schwerwiegende Hautveränderung (blasige Ablösungen der Epidermis).
Daneben ist bei Kleinkindern das staphylogene Lyell-Syndrom bekannt, welches durch das Exotoxin Exfoliatin von Staphylococcus aureus ausgelöst wird.
Abb.: http://dermis.multimedica.de/

Lymphadenitis
reaktive Lymphknotenschwellung, engl.: do.; entzündliche Lymphknotenschwellung im Abflussgebiet und der Zufuhr von Lymphgefäßen. Eine Lymphgefäßentzündung wird als Lymphangitis bezeichnet

Lymphangiom
engl.: lymphangioma; gutartige, schlecht abzugrenzende Gebilde aus versprengtem lymphatischen Gewebe; sie werden im Gegensatz zu den Hämangiomen - als echten Neubildungen - den anlagebedingten Malformationen zugeordnet. L. sind eine typische Erscheinung im Kindesalter: 90 % aller L. treten im Alter bis zu zwei Jahren auf. Neben der extraoralen Manifestation im hinteren Halsdreieck finden sie sich enoral vor allem im Bereich der Zunge und können so eine Makroglossie vortäuschen.


Lymphknoten
auch (falsch) als "Lymphdrüse" bezeichnet, engl.: lymph node; Filterstation im weit verzweigten Lymphgefäßsystem. Bei einem entzündlichem Prozess im Kieferbereich sind die entsprechenden regionalen L. schmerzhaft vergrößert ("Lymphdrüsenschwellung"). Dabei münden die Lymphgefäße im Versorgungsgebiet der Unterkieferfrontzähne in die submentalen L.; alle anderen Zahnbezirke in die submandibulären L. (tastbar unterhalb des Unterkieferrandes in der Nähe des Kieferwinkels).
Immunsystem, Zungentonsille



Lymphozytentransformationstest , LTT, Allergietest, engl.: lymphocyte transformation test; Allergietestung

Lyrakiefer ; Omega-Kiefer


zu La-Lm

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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