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Inaktivitätsatrophie
engl.: (inactivity or) disuse atrophy; Geweberückgang in Folge einer unzureichenden oder Nichtbenutzung des betreffenden Körperorgans. So führt z.B. ein Zahnverlust zu einem Rückgang des Alveolarfortsatzes in diesem Gebiet, welcher sich noch verstärkt, wenn das betreffende Gebiet nicht durch Zahnersatz funktionell belastet wird.

In-Ceram ®
Alumina, Spinell, Zirconia; Handelsname für eine spezielle Keramik mit hoher Festigkeit: In-Ceram erreicht seine hohe Festigkeit durch ein spezielles Verfahren. Auf einem Spezialgipsduplikat des Meistermodells wird aus einem Aluminiumoxid-Schlicker die Modellation des Kronen- oder Brückengerüsts vorgenommen. In einem Brennvorgang werden die Gerüste gesintert. Das daraus resultierende kreideartige Gerüst wird mit Lanthanglas infiltriert. Dadurch werden die Poren der Keramik aufgefüllt, der Werkstoff verdichtet. Das Ergebnis ist eine deutliche Steigerung der Festigkeit (400 bis 600 MPa). Danach wird die Verblendung mit Aufbrennkeramik vorgenommen.
Vorgesinterte, industriell gefertigte In-Ceram-Keramikblocks werden z.B. für die Kopierschleiftechnik mit Celay und für das CAD/CAM-Fräsverfahren mit Cerec geliefert. Durch die vorgesinterten Rohlinge fällt die lange Sinterzeit weg, und wegen der höheren Kapillarität ist auch die Infiltrationszeit drastisch verkürzt, so dass die Herstellzeiten in der Praxis bei höherer Materialqualität deutlich geringer ausfallen.
Eine Sonderstellung bei In-Ceram nimmt das Wolceram-System (auch Flemming-Cream, bellaDent) für labortechnische
Fertigungszentren ein. Hier wird unter Nutzung moderner Digitaltechnik das Kronenkäppchen geschlickert, gebrannt und gesintert - und die Festigkeit ebenfalls durch Infiltration erhöht.
Befestigungszement, Keramik,
Special: Vollkeramik - eine Standortbestimmung (2005)

Incisale
In
, Inzisalpunkt, engl.: do.; Referenzpunkt bei der Schädelvermessung (Kephalometrie): Die Schneidekanten der oberen bzw. unteren Schneidezähne (Incisivi). Die Spitze der Schneidekante  des am weitesten nach vorn (labial) stehenden mittleren oberen (Incision superior) bzw. unteren (Incision inferior) Schneidezahns wird als Incision bezeichnet.

Incisivus, Inzisivus, Dens incisivus; lat. Bezeichnung für einen Schneidezahn

Index
Verzeichnis, pl.: Indizes, in der Medizin für Messzahl, Verhältniszahl, engl.: do., indices; aus versch. Messgrößen zusammengesetzte Messzahl zur Beschreibung eines (krankhaften) Zustands, um diesen vergleichbar zu machen. Häufig in der Karies-Prophylaxe und Parodontologie angewandte Verfahren, um Erkrankungszustände zu klassifizieren.
API, Belagsindex, BMI, CER-Index, Cervical Plaque Index (CPI), Community Periodontal Index of Treatment Needs, CPITN, CSI  Calculus Surface Index, DDE-Index, Dentalindex, Denture-Hygiene-Index, Dichotomer Index, DI-S, Distal-Mesial-Plaque-Index, DMF-Index, EIB, Eismann Index, EKF-Index, Fazialindex, Fluorose-Index, Furkationsindex, Gaumenhöhenindex, Gaumenindex, Gesichtshöhenindex, Gesichtsindex, Gingiva-Index, Gingivablutungsindex, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), ICDDAS-Index, Irritationsindex (O'Leary), Keratinisationsindex, Little-Index, Lobene Stain Index, "Lussi-Index", Marginal Line Calculus Index, Maxilloalveolarindex (Oberkieferindex), Mejare-Index, Mesio-Distal-Index, Miller-Klassen, Morelli Index, Mundhygiene-Status (Index), Oraler Hygiene-Index OHI-S, PAI-Index, Papillenblutungsindex, Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI), PAR-Index (Peer Assessment Rating Index), parodontale Indizes, Pell-Gregory-Klassifikation, Periodontal Disease Index, Pink Esthetic Score, Plaque-Index (PI), Plaquebildungsindex (PFRI), PMA-Index, Pont Index, Prämolarenindex , PRI Index, PSI, Ramfjord_Index, RCI-Index, RDF-Index, Russel Parodontalindex, SiC-Index, Sulkus-Blutungs-Index (SBI), T-F Index, TSIF-Index, Temporo-Mandibular-Index, T-Health Index, Tonn Index, TSIF-Index, Unterkieferindex, Volpe-Manhold Index, Wyne Index, Zahnbogenindex, Zahnsteinindex, Zahnsteinoberflächen-Index, Zungenbelagsindex, Zygion-Alveolar-Index

Indikation , engl.: indication, therapeutisches Vorgehen, Ergreifen einer bestimmten ("indizierten") Maßnahme im Krankheitsfall. Gegenteil: Kontraindikation

Indikatorpaste
Indikatorlack, engl.: indicator paste (paint); Substanzen zum Auftragen, z.B. auf eine frisch eingegliederte Prothesenbasis, um zu prüfen, an welchen Stellen diese nach kurzzeitigem Einsetzen "weggedrückt" werden. Diese Stellen sind prädestiniert dafür, in absehbarer Zeit eine Druckstelle zu entwickeln und können so vorbeugend abgetragen werden. Ebenfalls als Lack anwendbar bei Passproblemen von Kronen: der auf die Innenwände der Krone aufgetragene Lack reibt sich beim Versuch des Einsetzens an den Stellen ab, an welchen die Krone "zu eng" ist. Wird statt eines speziellen Lacks für diese Prozedur eine dünn fließende Abdruckmasse auf Elastomer-Basis verwendet, so spricht man auch von Innenabformung.

Indirekte Überkappung des Zahnnervs, engl.: indirect pulp capping; Calciumhydroxid, Eugenol, Tertiärdentin, Überkappung,

Indirekte Unterfütterung einer Prothese, engl.: indirect relining; Unterfütterung

Individualprophylaxe
auf den Einzelnen zugeschnittene Vorbeugung, engl.: individuale prevention; im Gegensatz zur Gruppenprophylaxe beim Einzelnen durchgeführte zahnärztliche Prävention in einer zahnärztlichen Praxis; vereinzelt auch als "Professionelle Prophylaxe" bezeichnet. Ab Ende des letzten Jahrhunderts auch Bestandteil in den BEMA-Positionen der Gesetzlichen Krankenkassen als sog. IP-Positionen und FU-Positionen geworden.

       

Inanspruchnahmeverhalten
Behandlung von (geistig) behinderten Patienten, Gruppenprophylaxe, Kariesprophylaxe, Prävention, Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP)

individueller Abdrucklöffel
"Indivlöffel; engl.: individual impression cup; auf die individuelle Kiefersituation angepasster Träger ("Löffel"), welcher zur Aufnahme der Abdruckmasse dient. Nur so kann bei präzisen Abformungen eine hohe Genauigkeit erreicht werden, da die Abdruckmasse in jedem Kieferbereich eine etwa gleiche Stärke aufweist und individuell ausgeprägte Kiefersituationen - im Gegensatz zum "Konfektionslöffel" (industriell vorgefertigte Schablonen aus Metall oder Kunststoff) - sicher erfasst werden.
Abdruck, Funktionsabdruck, Schreinemakers-Methode, Vorabdruck

indolent , engl.: do. or painless; nicht schmerzhaft, unempfindlich gegenüber Schmerzen

Induration , lat. durus = hart, engl.: do.; diffuse oder umschriebene krankhafte Verhärtung eines Gewebes, z.B. bei einer Aktinomykose.

infaust , ungünstig, schlecht, engl.: do. o. unfavorable; z.B. wird eine unheilbare Tumorerkrankung als "infaust" bezeichnet.

Infektion
Ansteckung, engl.: infection; Eindringen von Mikroorganismen in den Körper, häufig auch gleichgesetzt mit einer Infektionskrankheit oder Entzündung.
Als odontogene Infektion bezeichnet man eine Erkrankung, die vom Zahn selbst (z.B. Granulom, Weisheitszahn) oder vom Zahnhalteapparat (z.B. Parodontitis marginalis, Parodontalabszess) ausgeht bzw. durch Behandlungsmaßnahmen (z.B. Zahnextraktion) verursacht wird.
Karies und entzündliche Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.
Aerob-anaerobe Mischinfektionen sind die häufigste Ursache odontogener Infektionen, allerdings steigt die Zahl reiner anaerober Entzündungen an, worauf jüngere Studienergebnisse hindeuten. Die Resistenzrate gegenüber Penicillin ist dabei eher niedrig, Ausnahme stellen anaerobe gramnegative Erreger dar.
Für die Therapie odontogener Infektionen schlagen (Eckert AW et al.: Keimspektren und Antibiotika bei odontogenen Infektionen. Renaissance der Penicilline? Mund Kiefer GesichtsChir 2005; 9: 369-376; BSMO, in FVDZ-NewsLetter vom 16.1.06) folgende Strategien unter Berücksichtigung regionaler Gesichtspunkte vor:
submuköse Abszesse mittels Inzision und Drainage behandeln, nur bei Ausbreitung Antibiotikagabe
Logenabszesse mittels Inzision und Drainage behandeln, Antibiotikagabe - Mittel der Wahl Penicillin G oder V - u.a. bei Mehrlogenabszessen
bei schweren Grunderkrankungen (Immunsuppression) z.B. Amoxicillin, eventuell zusammen mit Clavulansäure; alternativ Clindamycin.

Infektionsprophylaxe: Desinfektion, Sterilisation, Impfungen und Antibiotika gelten als die Hauptbestandteile einer Infektionsvorbeugung. In der Mundhöhle mit ihren unzähligen Erregern ist eine besonders gute Mundhygiene ebenfalls eine gute und natürliche Prophylaxe.
Als Superinfektion bezeichnet man eine erneute Infektion mit ähnlichen Erregern bei noch bestehenden Erkrankung oder noch nicht genügender Bildung von Abwehrstoffen.
Eine Sekundärinfektion (secondary infection) bezeichnet eine zusätzliche Infektion mit einem anderen Erreger; z.B. eine bakterielle Zusatz-Infektion bei einer Virus-bedingten Grippe.
Abszess, Antibiotika, Bakteriämie, Endokarditisprophylaxe, Hyperinfektion, Immunsuppression, nosokomiale Infektion, Schmierinfektion, Tröpfcheninfektion, Virulenz
http://www.rki.de/

inferior , engl.: do.; untere(r), niedere(r); Zahnflächen

Infiltrat
engl.: infiltrate; Bez. für Stoffe, die sich in gesundem Gewebe ein- oder anlagern, wie z.B. Bakterien, Flüssigkeiten, Fremdkörper, Zellen, Blut mit der histologischen Unterscheidung nach der Art der Körperreaktion (z.B. eitriges Infiltrat als Vorstufe eines Abszesses). Bez. auch für Medikamente, die man in den Körper einbringt (z.B. Lokalanästhetika = Infiltrationsanästhesie).
Abszess, Druckschmerz, Exsudat, Herderkrankung

Infiltrationsanästhesie
lokale Schmerzausschaltung, nicht ganz korrekt auch: terminale Anästhesie, "örtliche Betäubung", "Spritze", engl.: infiltration anaesthesia; Unterform der Lokalanästhesie: Durch Einbringen eines Lokalanästhetikums unter die Schleimhaut in das Gebiet der Wurzelspitze eines Zahnes erfolgt mittels Diffusion der Lösung, durch den Knochen hindurch, eine Blockade der feinen afferenten (von der Peripherie zum Zentralnervensystem verlaufenden) Nervenbahnen, es wird auch von einer "pulpalen Infiltrationsanästhesie" gesprochen.
Die I. gilt in der ZHK als das Standard-Betäubungsverfahren im Oberkiefer und im Unterkiefer etwa bis zum Zahn 5 (2. kleiner Prämolar), ebenso im gesamten Milchgebiss. Eine Betäubung der Molaren des Unterkiefers ist wegen der Kompaktheit des Kieferknochens - hier ist keine Knochendiffusion möglich -  nur mit einer Leitungsanästhesie und/oder anderen Techniken (z.B. intraligamentäre Anästhesie) zu erreichen.
Betäubt werden meist der betroffene Zahn und die beiden Nachbarzähne als Folge einer lokalen I.
Zum Wirkungseintritt s.u. Lokalanästhesie.
Anästhesie, Aspiration, Lokalanästhesie, Spritzenabszess



infiltrieren , engl.: infiltrate; durchdringen, durchtränken; Infiltrat, Infiltrationsanästhesie

Inflammation , engl.: do.; vom lat.: Brand, Glut; Synonym für Entzündung

Informationsmaterial
über Zähne, Aufklärungs-/Patientenbroschüren, engl.: informative (material) over teeth; auf dem Markt befinden sich eine Vielzahl von Informationsmaterialien. Anlaufadressen sind bei kostenlosen Infos Zahnarztpraxen, die Arbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege (bei den Gesundheits- oder Landratsämtern angesiedelt), die Krankenkassen und die Zahnärztekammern. Die nachfolgenden Nennungen stellen eine kleine Auswahl, aber keine Wertung dar:

infraalveolär
engl.: infraalveolar; unterhalb der knöchernen Begrenzung (Limbus alveolaris) der Alveole gelegen. Bez. gebräuchlich als infraalveoläre Tasche = Knochentasche

Infradentale
Id, engl.: do.; Referenzpunkt bei der Schädelvermessung (Kephalometrie): Schnittpunkt der Vorderkante des unteren Alveolarfortsatzes und der Medianebene, die zwischen den mittleren Schneidezähnen liegt.

infrakrestal , unterhalb des Arcus alveolaris (Limbus alveolaris) gelegen ; krestal

Infrakrestalplatik
Verbreiterung des Alveolarfortsatzes durch Auffüllen von unter sich gehenden Bezirken mit Knochenersatzmaterialien, z.B. mit Hydroxyl-Apatit. Gilt als chirurgisch-präprothetische Maßnahme zur Verbesserung des Prothesenlagers
Alveolarkammplastik,
krestal

Infraktur
korrekt: Infraktion, Kroneninfraktion, engl.: infraction, Cracked-tooth-Syndrom; unvollständiger Zahn- o. Knochenbruch ("Knochenfissur", hair-line fracture), die Bruchstücke erfahren dabei keine Lageveränderung (Dislokation).
Bei festem Zubeißen auf den  betroffenen Zahn können erhebliche Schmerzen auftreten, falls dieser vital ist. I. sind im Zahnbereich röntgenologisch im Gegensatz zu vollständigen Frakturen kaum darstellbar, weshalb die Diagnose meist nur klinisch erfolgen kann.
intra-radicular splinting, Kieferbruch, Schraubenaufbau, Zahnfraktur

Infraokklusion
Depression, Infraposition, engl.: infraocclusion; Zahnfehlstellung in vertikaler Richtung, bei welcher ein Zahn oder Zahngruppen nicht die Okklusionsebene erreichen und somit keinen Kontakt zum Antagonisten aufweisen. Bei Milchmolaren als Folge eines entsprechenden Wachstumsschubs (selten) auftretend ("Milchzahndepression"). Ein offener Biss zählt nicht zur I., da hierbei die Zähne vollständig durchgebrochen sind, aber durch Kieferknochenverformung die Okklusionsebene nicht erreichen. Gegensatz ist die Supraokklusion
Milchzahn, Milchzahnpersistenz, Nonokklusion, Okklusion


in I. stehender
Milch-Backenzahn


in I. stehender
Milch-Backenzahn
Infraorbitalanästhesie
spez. Leitungsanästhesie, engl.: infraorbital block; bei der I. wird am unteren Orbitalrand in der Nähe des (o. direkt in das) Foramen orbitale zur Ausschaltung des Nervus infraorbitalis (s.Abb.) injiziert. Betäubt werden dabei die Oberkiefer-Frontzähne der betreffenden Seite. Angewandt vor allem bei Kieferoperationen (Wurzelspitzenresektion, Zystenentfernungen) in diesem Bereich.
Leitungsanästhesie, Nervenaustrittspunkte

Infrarotlicht , Infrarotlampe, engl.: infrared radiation; Wärmetherapie

Infrawölbung
engl.: infra-curvature; der Bezirk einer Zahnkrone, der unter ihrem breitesten Umfang ("Äquator") liegt. Der Bezirk darüber wird als Suprawölbung bezeichnet. Wichtig beim Anfertigen von Klammern: Mindestens ein Teil des Klammerarms muss in der Infrawölbung liegen, um einen Halt am Zahn zu bieten.
Äquator, Klammer, Klammerarm, Zahnhalsklammer


Infrawölbungsklammer , Infrawölbung, Zahnhalsklammer

Infusion
Perfusion, engl.: do.; vom lat. infusio = Aufguss; bezeichnet allgemein die Zufuhr von Flüssigkeiten in einen Körper; in der Medizin für die flüssige Zufuhr (in die Arterie, Vene, unter die Haut oder in den Knochen) von Medikamenten oder Körperflüssigkeitsersatz ("Volumengabe", "Volumensubstitution") gebraucht; unter Laien i.d.R. mit einer intravenösen Infusion gleichgesetzt.
Zum Einsatz kommen meist Schwerkraft-Tropfflaschen (durchsichtige Tropfkammern), deren Fließgeschwindigkeit über eine Schlauchklemme geregelt wird.

Ingestion , engl.: do. , Nahrungsaufnahme; Aufnahme eines Stoffes über die Nahrung oder den Verdauungstrakt.

Ingrediens
pl.: Ingredienzen, Bestandteil, Komponente, engl.: ingredient; in der Medizin gebräuchlich für den Bestandteil (egal ob Wirk- oder Begleitsubstanz) einer Arznei; Pharmakon

Inhalationsnarkose
engl.: inhalation anesthesia; allgemeine Betäubungsart, bei welcher das Gas (z.B. Halotan oder Lachgas) zusammen mit anderen Gasen (Sauerstoff, Stickstoff) über eine Maske ("Maskennarkose" bei Kurzeingriffen ohne erhöhte Aspirationsgefahr, in der ZHK ohne Bedeutung) oder über einen Schlauch, direkt in die Luftröhre eingeführt ( Intubationsnarkose), verabreicht wird. Wegen der hohen Dosierung bei alleiniger Verabreichung meist in Kombination mit einer Injektionsnarkose durchgeführt.
Lachgasanästhesie, Narkose
http://www.mueller-heinsberg.de/

Inhibitor , Hemmer, Stabilisator; engl.: do.; Substanz, welche eine chemische Reaktion verlangsamt oder ganz unterbindet

Inion
engl.: do.; Messpunkt bei der Schädelvermessung: Vorsprung der Protuberantia occipitalis externa (Vorsprung in der Mitte der Squama occipitalis; hier setzen der M. trapezius und das Ligamentum nuchae an). Medianebene

Initialbehandlung
Initialtherapie, engl.: initial treatment, initial therapy; Ausdruck in der ZHK gebräuchlich bei der parodontalen Vorbehandlung. Gemeint ist damit die Vor- oder Akutbehandlung einer entzündlichen Zahnfleischerkrankung vor der eigentlichen Parodontalbehandlung: Behandlung einer akuten Gingivitis, Zahnsteinentfernung, Beseitigung sonstiger krankheitsauslösender Faktoren ("Reizfaktoren", z.B. schlecht angepasste Kronen- und Füllungsränder), grobe Anleitung und Motivation zu einer gründlichen Mundhygiene. Erst nach Abklingen der akuten Beschwerden bzw. nach Überprüfung, ob eine Mitarbeit (Compliance) zu erwarten ist, kann mit der eigentlichen Befunderhebung und Therapie - falls nötig - begonnen werden.
Parodontalbehandlung

Initialkaries
initiale Schmelzkaries
, Kariesinitial, beginnende Karies, (Schmelzkaries, Schmelzläsion), engl.: incipient caries o. initial caries; Bezeichnung für eine Kariesform, welche sich noch oberflächlich im Schmelz befindet und sich als kreidige Verfärbung, dem White Spot (bei leichten Verfärbungen: Brown Spot), darstellt. Die Schmelzoberfläche ist angeraut, es ist aber noch keine Kavitation ("Loch") zu erkennen; als echter Kariesbefall im Sinne eines DMF-T Wertes gelten derartige oberflächliche Veränderungen noch nicht. Eine gute Mundhygiene, Remineralisation/Regeneration durch den Speichel und zahnärztliche Maßnahmen (z.B. Fluoride, antibakterielle Gelées, Fissurenversiegelung, in jüngere Zeit auch viel versprechende Ergebnisse mit Hydroxylapatit) können häufig noch eine natürliche Ausheilung der I. bewirken.
Schwer zu unterscheiden ist die I. oft von einer unterminierenden Karies, bei welcher der Zahnschmelz fast intakt erscheint, sich die Karies aber schon tief ins Dentin vorgearbeitet hat ( Hidden Caries). Zur Abgrenzung haben sich spez. Röntgenaufnahmen oder neuere Verfahren zur Karieserkennung (z.B. Diagnodent) bewährt.
Brown Spot, Fissurenversiegelung, Karies, Kariesdiagnostik, Kariesklassifikation, Präkaries, Primärkaries, Remineralisation, restitutio ad integrum, White Spot
Umfangreiche Diagnostikmethoden im Überblick (ZWP / 2015)

 



I
. an den Zahnhälsen der Frontzähne
(mangelnde Zahnpflege;
Gingivitis)

Injektion
"Einspritzen", engl.: injection; mit Druck verbundenes Einbringen von therapeutischen Flüssigkeiten (Medikamenten) ins Körpergewebe meist mittels einer feinen Hohlnadel (Injektionskanüle, Kanüle) mit einer Länge zwischen 25 bis 42 mm; in der ZHK gemeinhin als "Betäubungsspritze" bekannt.
Nach dem Einbringungsort werden versch. I.-Arten unterschieden, z.B.:
in eine Arterie, intraarteriell = i.a.
in eine Vene, intravenös = i.v.
in einen Muskel, intramuskulär = i.m.
unter die Schleimhaut, in das Unterschleimhautgewebe, submukös = s.m.
in die Haut, intracutan = i.c.
unter die Haut, in das Unterhautgewebe, subcutan = s.c.
in das Zahnligament = intraligamentäre Anästhesie
in den Knochen = intraossäre Anästhesie
fraktionierte Injektion = Nachspritzen eines Lokalanästhetikums; i.d.R. bei größeren Eingriffen
Nicht durchsetzen konnten sich bisher (2007) nadellose Injektionssysteme, wie sie neuerdings bei der Zufuhr von Impfstoffen und Insulin in der Humanmedizin eingesetzt werden. Problematisch ist dabei das dichte Aufsetzen des Injektors auf der Unterlage. Letzteres Hindernis wurde durch die Einführung eines Silikonaufsatzes zumindest teilweise gelöst. Das laute Geräusch im Kopfbereich bei der Auslösung der Injektion, mit dem die Lösung durch die Schleim- und Knochenhaut hindurch mit hohem Druck appliziert wird, stößt besonders bei Kindern und ängstlichen Patienten selten auf große Akzeptanz.
 fraktionierte Lokalanästhesie (Injektion), Injektionsnekrose, Lokalanästhesie, Luer, Nadelbruch
 Nadelstich-Verletzungen: Tipps für Praxischef

Injektionsnekrose
engl.: injection necrosis; in der ZHK äußerst seltene Komplikation nach einer submukösen Injektion. Es bildet sich um die Injektionsstelle herum ein nekrotischer Bereich. Vorkommen meist am Gaumen, wenn die Injektionsflüssigkeit unter großem Druck eingebracht wurde.

Injektionsverfahren ; Prothesenbasis

Inklination , engl.: inclination; Neigung oder Kippung der Zahnachse; seltener gebraucht für eine Neigung der bukkalen Höcker von Molaren oder der Neigung des Kieferwinkels.
Unter Proklination wird eine nach anterior (nach vorn) abweichende Zahnachse verstanden
Abweichung, Angulation, Fehlstellung von Zähnen, rekliniert, Zahnmerkmale

Inklusion
Einengung, Einschluss, engl.: inclusion; in der ZHK Ausdruck gebraucht im Sinne einer Reinklusion eines Zahnes, d.h., der Zahn befand sich ursprünglich in einem Normalstand zur Okklusionsebene hin und wurde dann durch die Nachbarzähne wieder in den Kieferknochen gedrückt. Vorkommen hauptsächlich bei den 2. Milchmolaren (Zahn V), welche nach dem Durchbrechen der bleibenden Nachbarzähne (Zahn 4 und 6) bei Platzmangel und Wurzelresorptionen nicht mehr an der Gebissentwicklung teil nehmen.
Infraokklusion (Depression)


persistierender
u. intrudierter
Milch-Backenzahn

INKO
Abk. von Investitions- und Kostenberatungsprogramm; das in Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Heilberufe und der Deutschen Apotheker- und Ärztebank entwickelte interaktive EDV-Programm versteht sich als erste Entscheidungshilfe vor einer Niederlassung. Durch INKO wird es ermöglicht, die Auswirkungen von wirtschaftlichen Entscheidungen bei der Praxisgründung/-übernahme überschaubar zu machen und mögliche Risiken darzustellen.
http://www.apobank.de/

inkompatibel , engl.: incompatible; (untereinander) unverträglich

Inkorporation
inkorporiert, engl.: incorporation, incorporated; Einsetzen, Eingliedern eines Fremdkörpers in das Körperinnere; in der ZHK gebräuchlich für das (erfolgreiche) Einsetzen (und der Adaptation des Organismus daran) eines Zahnersatzes oder eines Implantats ("erfolgreich inkorporiert").

Inkrementtechnik ; Sandwichtechnik

Inlay
Einlagefüllung, engl.: do.; aus hochgoldhaltigem Edelmetall ("Gold-Inlay", Goldguss-Füllung) oder aus kosmetischen Gründen aus Keramik ( "Keramik-Inlay"), einer Kombination beider Werkstoffe ( "Galvano-Inlay") oder Komposite ( Komposite-Inlay) gefertigt; aufwendige Präparationsart. Ein I. ist im Gegensatz zum Onlay vollständig im Zahn mittels Befestigungszement verankert und überdeckt keine Höcker - die Kaufläche ist somit nicht vollständig bedeckt. Besonders die Gold-Inlays zählen zu den dauerhaftesten und erprobtesten Reparaturmaßnahmen am Zahn überhaupt - Haltbarkeitszeiten von 1 - 2 Jahrzehnten und mehr sind die Regel. Durch spezielle Poliermethoden lässt sich der technisch bedingte Spalt zwischen Füllung und Zahn bei Metallfüllungen minimieren ("anfinieren"); ebenfalls tragen besondere Präparationsarten ( Federrand) zu einem optimalen Randschluss bei.
Die Übergänge von I. zu Onlays und Overlays sind fließend.
Die Inlay-Präparation  (inlay-preparation) erfolgt (zur optimalen Retention) möglichst überall parallelwandig ( Kastenpräparation, Ausblocken), ggf. Abschrägung am Rand ( Federrand) und der Beseitigung angeschliffener Schmelzprismen. Unter sich gehende Stellen werden entweder im Mund durch die Unterfüllung oder eine Aufbaufüllung korrigiert bzw. im Labor aufgefüllt ("ausgeblockt"). 
Die Inlayabformung (inlay-impression) erfolgt nach Präparation mit Präzisionsabformmassen; die Herstellung des I. selbst erfolgt i.d.R. in einem Dentallabor = indirektes Inlay (indirect method for making inlays). Heute nur noch wenig gebräuchlich und auf Metall-Inlays und/oder auf kleine Kavitäten beschränkt ist die direkte Abformung (mittels Inlay-Wachs) des Gussobjektes im Mund = direktes Inlay (direct method for making inlays; Abdruckarten). Hierbei wird im Mund die Kavität mit erhitztem Inlay-Wachs aufgefüllt, an der Oberfläche der Kaufläche angepasst und diese Wachsform dann in einem Labor eingebettet und mit einer erhitzten Legierung "ausgegossen". Es entfällt bei dieser Methode die aufwendige Modellherstellung.
ausgezeichneter Randschluss; sehr langlebig, Anfertigung außerhalb des Mundes (Ausnahme: Cerec o. ähnliche Verfahren);
wenig zahnsubstanzschonend, mindestens 2 Zahnarztbesuche, teuer (~ 400 - 600,- €)

Special: Füllungen auf Zahnwissen.de
aktives Zementieren, Amalgamalternativen, anfinieren, Federrand, Goldhämmerfüllung, Gussfüllung, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, Höckerschutz, Kastenpräparation, Kavitätenpräparation, Kegelstumpfinlay, Keramikinlay, Komposit-Inlay, Onlay, Overlay, Pinlay, Scheibenschliffpräparation, Sofortinlay, Teilkrone, Tucker-Technik, Verblockung
Langlebigkeit von Goldrestaurationen

 






"Inlaystaße"



Abgrenzung:
Inlay, Onlay,
Teilkrone

Inlaybrücke , inlay-bridge Brücke ; Special Brücken

Inlayklammer
engl.: inlay-clasp; Bezeichnung mit zweierlei Bedeutung:
Klammerart, bei der die Auflage in einer zuvor eingearbeiteten Vertiefung des Inlays liegt
Klammerarm im sichtbaren Bereich, der kurz und klein gehalten und der Form eines Inlays angepasst ist; dadurch soll der Eindruck vermittelt werden, als würde sich an diesem Zahn keine Klammer (optischer Hinweis auf einen herausnehmbaren Zahnersatz), sondern ein Inlay befinden.
Inlay, Klammer

Innenabformung , engl.: internal impression (?);  Indikatorpaste

Innenbogen
engl.: inner arch; lingual (zungenwärts, im Unterkiefer) oder gaumenwärts (palatinal, im Oberkiefer) an den Zähnen des Kiefers befestigter Draht im Rahmen einer (festsitzenden) kieferorthopädischen Behandlung (sog. "Lingualtechnik"). Die Einführung der Lingualtechnik begann Ende der 70er Jahre des letzten Jhds. Hilfreich war dabei die ebenfalls zu dieser Zeit sich durchsetzende Schmelz-Ätz-Technik.
Brackets, Multiband-Apparatur
Lingualtechnik bei komplexer Dysgnathie


Innenkonus
Innenteleskop, Primärkrone, Innenkrone, engl.: inner conus or inner telescope crown; das Primärteil ("Innenteleskop"), welches fest auf den Zahn zementiert wird.
Teleskopkrone

Innenstand
engl.: inner position (displacement); Bezeichnung für die Stellung eines Zahnes oder einer Zahngruppe innenwärts (zur Zunge, zum Gaumen hin) des physiologischen Zahnbogens. Meist bedingt durch einen Platzmangel ( Engstand) und/oder vorzeitigen Verlust der Stützzone im Milchgebiss. Eine Abweichung nach außen wird als Außenstand bezeichnet.
Fehlstellung von Zähnen



Innenstand


Innenstand/
Außenstand


I. während des Zahn-
durchbruchs


Eckzahnaußenstand bei
einem
Engstand
Innenventil
engl.: interior valve; gebildet aus dem Übergang von verschieblicher zu unverschieblicher Schleimhaut und der Innenseite einer (Voll-)Prothese durch eine adhäsive Anlagerung der vestibulären Mukosa an die Innenflächen des Alveolarfortsatzes der Prothese. Innen- und Außenventil ("Ventilrand") bewirken den Saughalt einer Prothese durch einen sich bildenden Unterdruck.
Funktionsabdruck, Umschlagsfalte



Bedeutung der Umschlagsfalte als Ventilrand in der Voll-Prothetik

inneres Saumepithel
engl.: inner dental epithelium; heute nicht mehr gebräuchliche Bez. für die in der Zahnfleischtasche befindliche unverhornte Gingivabegrenzung. Heute ersetzt durch: orales Sulkusepithel
Saumepithel, Sulkus

INR-Wert , International Normalized Ratio, Prothrombinratio; von der WHO empfohlener Blutgerinnungstest  Quick-Wert, http://www.dgzmk.de/

Insalivation , engl.: do.; Einspeichelung (der Nahrung) ; Kauakt, Speichel

Insertion
Hineinpflanzen, engl.: do.; Begriff in der ZHK gebräuchlich für das chirurgische Setzen von Implantaten ("Implantatinsertion"); Implantat, Pilotbohrung

Insert
Insert-Füllung
, Inserts, engl.: do.; keramische Füllkörper zur Verbesserung der Füllungsqualität und/oder des Randschlusses bei Kompositfüllungen. Grundgedanke dieses Systems ist eine Verringerung des bis zu einer vierprozentigen Schrumpfung unterliegenden Komposite-Anteils durch das Einbringen vorgefertigter (nicht mehr schrumpfender) industriell gefertigter Keramik-Körper aus "Beta-Quartz" verschiedener Standard-Größen (sog. "Inserts"). Die I. werden nach entsprechender Vorbehandlung in eine noch nicht polymerisierte Komposite-Füllung eingepasst. Dadurch verringert sich die Dimension der absoluten Schrumpfung erheblich.
Als Ergebnis einer Studie der Kölner Universität (Vilehr, 2002) sind I. nur bedingt zu empfehlen; dies besonders wegen Abplatzungen und Brüchen der Keramik. In der Praxis haben sich I. bisher (2013) nicht durchgesetzt.
Fournierfüllung, Kegelstumpfinlay

 


Inspektion
engl.: inspection; gründliches Betrachten einer krankhaften Veränderung bzw. des Zustands eines Patienten; meist kombiniert mit einem Betasten ( Palpation) und Abhören ( Auskultation). Zählt zu den klassischen medizinischen Befunderhebungen und betrifft in der ZHK neben dem allgemein sichtbaren Körperbefund besonders die I. der Zähne, des Zahnfleischs, der Zunge, des Gaumens und sonstigen Schleimhautbereiche in der Mundhöhle.
Diagnose, Untersuchung, Zahnstatus

Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) IDZ

Institut für Qualität
und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
(IQWiG); wurde im Zuge der Gesundheitsreform am 1. Juni 2004 als eine Einrichtung der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gegründet und ist im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) oder des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) tätig. Finanziert wird das IQWiG durch Zuschläge für stationäre und ambulante medizinische Leistungen, die überwiegend von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet werden.
Zu den Instituts-Aufgaben gehört unter anderem die Bewertung von Operations- und Diagnoseverfahren, Arzneimitteln sowie Behandlungsleitlinien. Auf der Basis der evidenzbasierten Medizin erarbeitet das IQWiG außerdem die Grundlagen für neue Disease Management Programme (DMP) - strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke. Das Institut trägt so dazu bei, die medizinische Versorgung in Deutschland zu verbessern. Der umstrittene ehem. Leiter Peter Sawicki wurde 2010 durch Jürgen Windeler abgelöst.
Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Qualitätsinstitut
http://www.iqwig.de/

Institut für Qualitätssicherung
und Transparenz im Gesundheitswesen
(IQTIG). "Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG) hatte der Gesetzgeber in § 137a SGB V den G-BA beauftragt, ein fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) zu gründen. Das Institut wird im Auftrag des G-BA Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Darstellung der Versorgungsqualität im Gesundheitswesen erarbeiten. (©: G-BA)"
Pressemitteilung des G-BA (2015)

Instrumentendesinfektion
Instrumentensterilisation
(unter dem Gesichtspunkt hygienischer Risikofaktoren); zahnärztliche Behandlungsinstrumente werden z.B. nach Spaulding ( J. Hosp. Res. 1972 ; 9 : 5–31) unter hygienischen Gesichtspunkten in Risikofaktoren eingeteilt:

Kategorie Beschreibung Anspruch an Desinfektion/Sterilisation
Kritische Instrumente Hohes Infektionsrisiko durch kontaminierte Instrumente. Verwendung der Instrumente in normalerweise sterilen anatomischen Bereichen (Organe, Blutbahn). Beispiele : Nadeln, Skalpelle, Implantate, Dialysemembranen Sterilisation ; wenige Ausnahmen : high level Desinfektion
Semikritische Instrumente Infektionsrisiko durch kontaminierte Instrumente geringer. Verwendung der Instrumente in nicht sterilen Bereichen mit typischerweise Schleimhautoberfläche. Beispiele : Endoskope, Endotrachealtubus, Spekula High level Desinfektion ; für gewisse Instrumente Sterilisation einfacher. (Alternativen : chemisch-thermische Desinfektion, Dampfdesinfektion)
Nicht kritische Instrumente Infektionsrisiko gering. Direkter Kontakt nur mit intakter Haut. Beispiele : Gesichtsmaske, Blutdruckmanschette, EKG-Elektroden Reinigung (Wasser, Detergentien). Low level Desinfektion bei Kontamination durch Körperflüssigkeit


Flussdiagramme: (© Copyright by Arbeitskreis Qualität Oktober 2003)
 
                                 

Ab 2006 gelten in D entsprechende RKI-Empfehlungen, wobei "Semikritische Produkte" nochmals in Gruppe A und Gruppe B unterteilt werden. Näheres unter   Hygiene

Desinfektion, Hygiene, Sterilisation
Hygieneplan der LZK-B.-W., Hygieneplan aus einer Zahnarztpraxis
Video: Instrumentenaufbereitung in der Zahnarztpraxis (LZK-B.-W., 2014)
http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/029-010.htm

Instrumentieren
engl.: passing instruments; Oberbegriff für die manuelle Tätigkeit einer zahnärztlichen Mitarbeiterin während einer Behandlung. Gemeint ist damit das Bereitstellen und -halten, das Reichen an und das Abnehmen der Instrumente von dem Behandler.

integrative Medizin
engl.: integrative medicine; vom Amerikaner Dr. med. Edward Taub geprägter Begriff. Bezeichnet werden solle damit "die ganzheitliche Anwendung mehrerer Heilverfahren." bzw. die "ganzheitlich-systemische Beurteilung des Patienten". Er hatte die Vorstellung von "Gesundheitshäusern" (statt Krankenhäuser), worin Schulmediziner, Hypnose-Therapeuten, Psychologen, Chiropraktiker, chinesische Mediziner, Akupunkteure und Energie-Heiler zusammenarbeiten und voneinander lernen. In D ist dieser Begriff nicht eindeutig definiert und wird so verschieden gebraucht:
1.) Im Verein für Integrative Medizin e. V. treffen sich Ärzte, Wissenschaftler und medizinische Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, mit dem Ziel durch Zusammenarbeit ärztliche Betreuung für den Patienten möglichst effizient zu gestalten. Im Fokus stehen nicht nur einzelne Körperregionen, sondern immer der Mensch als Ganzes. http://www.vim-ev.de
2.) verbindet moderne schulmedizinische Errungenschaften mit dem wissenschaftlich gesicherten Erfahrungsschatz der klassischen Naturheilverfahren. Neben klinischen Verfahren wie z.B. schulmedizinischer medikamentöser Behandlung, Injektionen, Infusionen, klassischer Physiotherapie, Lymphdrainage, Massagen oder evtl. Operationen kommen regulative Verfahren in Frage wie z.B.: Akupunktur, Pflanzenheikunde (Phytotherapie), Ernährungsberatung, Chiropraktik, Neuraltherapie, Magnetfeldtherapie, Homöopathie, Mikrobiologische Therapie, Bewegungstherapie. http://www.integrative-medizin.com
3.) Der Begriff integrative Zahnmedizin (engl.: integrative dentistry), wurde erstmals von Christoph Arlom, MSc (info@arlom.de , www.arlom.de) im GZM Journal 4/2005 geprägt. Er fordert u.a.: "Endpunkt einer Integration ist die ganzheitlich-systemische Beurteilung des Patienten." Andere Zahnärzte bevorzugen den Begriff "systemische Zahnmedizin"
alternative Behandlungsmethoden, Ganzheitliche Zahnmedizin, Holodontie, Komplementärmedizin, Naturheilverfahren, Odonton, Schulmedizin, Wechselbeziehungen
http://kwkm.eu/info/Studiengang/Integrative Medizin.html
specials/GZM_ARLOM_IZ_2005.pdf , © Ch. Arlom

Integrierte Versorgung
IV
, "Praxisnetze", engl.: integrated care; Schlagwortbezeichnung aus der Gesetzlichen Krankenversicherung für eine interdisziplinäre Behandlung ("interdisziplinäre-fachübergreifende Versorgung" ohne nähere Definition des Begriffes "fachübergreifend") mit einer engen Kooperation unterschiedlicher medizinischer Gesundheitsberufe (z.B. Haus- und Fachärzte, Zahnärzte, ärztliche und nichtärztliche Leistungserbringer, Krankenhäuser, Gesundheitszentren, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Arztnetze). Näheres ist im § 140, SGB V geregelt. Sie gilt in D als erster Schritt des Gesundheitswesens hin zu einer Managed Care.
Mit dem GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung, 2007) und einer Konkretisierung des §140a/b sollen Effizienzgewinne (Kosteneinsparungen) im zahnärztlichen Bereich besonders beim Zahnersatz erreicht werden. Angestrebt werden besonders von Kassenseite Vereinbarungen zwischen Krankenkasse, Vertragszahnarzt und einem Zahntechniklabor mit oder ohne Beteiligung einer KZV. Mit über 6.400 Verträgen, einem Umsatzvolumen von gut 800 Millionen Euro erreichte die IV in 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt.
Im Gegensatz dazu versteht man unter Intergrationsmodellen sog. Einkaufsmodelle
Claridentis, Gesetzliche Krankenversicherung, Selektivvertrag, Sicherstellungsauftrag, Versorgungsauftrag, Vertragsarztrechtsänderungsgesetz
Chronik der IV
Gut verzahnte Versorgung - ein Job für Ärzte

Interalveolärlinie
Kammverbindungslinie, engl.: interalveolar line; virtuelle Linie, welche durch die Kieferkamm-Mitte von Ober- und Unterkiefer in einem zahnlosen Kiefer verläuft. Die Bedeutung dieser Linie besteht darin, dass sich die künstlichen Zähne im Backenzahnbereich aus statischen Gründen auf oder innerhalb dieser Linie befinden sollten, damit Kippeffekte vermieden werden.
Interalveolärwinkel: Interalveolärlinie und Okklusionsebene bilden den Interalveolärwinkel (interalveolar arch), auch als Kammstellungswinkel bezeichnet. Es gilt beim Aufstellen künstlicher Zähne von der Statik her:
Ist der Winkel < 80°, sollten die Backenzähne im Kopfbiss, ist der Winkel < 70° im Kreuzbiss aufgestellt werden.
Okklusion


interdental , engl.: do.; Lagebezeichnung für zwischen den Zähnen befindlich, gelegen. Interdentalraum, interproximal, Zahnflächen

Interdentalbürstchen
Zahnzwischenraumbürste, engl.: interdental brush; feine Bürsten mit Kern aus Draht ("Pfeifenreiniger") zur optimalen Reinigung schwer zugänglicher Stellen zwischen den Zähnen ( Interdentalraum), unter Brücken und Stegen und an Implantaten; zusätzlich wird eine Stimulation der Interdentalpapille erreicht. Anwendung sollte nur nach vorheriger Instruktion in einer Zahnarztpraxis zu Hause durchgeführt werden, da bei unsachgemäßem Gebrauch Schäden an Zahn und Zahnfleisch auftreten können. Die richtige Größe kann mit einer IAP Mess-Sonde (Interdental Access Probing) ermittelt werden (siehe Abb.), da eine zu kleine Bürste ungenügend reinigt und eine zu große entweder nicht passt oder Verletzungen bewirkt.


SOLL und IST beim jährlichen Verbrauch

Munddusche, Wurzeleinziehung, Zahnseide
10 Interdentalbürsten im Vergleich (2011)

Interdentalhölzer
medizinische
"Zahnstocher", engl.: interdental pick, toothpick; dreieckig geformte Hölzchen aus splitterfreiem Material (z.B. Balsaholz) zur groben Reinigung des Interdentalraums und Stimulation der Interdentalpapille. Zahnhölzchen

Interdentalkaries , Zahnzwischenraumkaries, engl.: interdental space caries; Approximalkaries, Kariesdiagnostik

Interdentalkeil , Matrizenkeil, engl.: interdental wedge; Matrize

Interdentalklammer , Pfeilklammer

Interdentalpapille
Papille, engl.: interdental papilla; der Teil der Mundschleimhaut (Gingiva), welcher zwischen den Zähnen liegt und im gesunden Gebiss den Zahnzwischenraum weitestgehend ausfüllt. Im Molarenbereich durch den Papillensattel konkav ausgebildet.
Knöcherne Unterlage der I. ist das interdentale Knochenseptum ("Interdentalseptum").
Bei Parodontalerkrankungen ist die I. häufig stark verkleinert oder fehlt ganz.
Gingiva, Gingivarandschnitt, Interdentalraum, Interdentalstimulator, Kontaktpunkt, Miller-Klassen, Papilla, Papillenblutungsindex, Papillennaht, Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI), Pink Esthetic Score, Randleiste, Sattel (Col), Schwarzes Dreieck, Zahnhölzchen, Zahnfleischnische




Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates


fast fehlende
I. durch starken Zahnstein-
befall



Papillensattel u. Kontaktpunkt

 



Schädigung der Papille durch überstehende Füllung

Interdentalpapillenverlust Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI)

Interdentalraum
Spatium interdentale, Approximalraum, Zahnzwischenraum, Interdentalbereich, Interdentium, engl.: interdentium, geleg. auch embrasure; Raum zwischen den Approximalflächen zweier benachbarter Zähne, welcher nach okklusal durch den Kontaktpunkt und apikalwärts durch die höchste Stelle des Interdentalseptums begrenzt wird.
Da der normalen Mundhygiene und der natürlichen Selbstreinigung nur schwer zugänglich, ist der I. ein bevorzugter Ort (= Prädilektionsstelle) für ein Einnisten von Bakterien mit der Folge einer Karies- oder Zahnfleischerkrankung. Ein voll bezahntes Gebiss (incl. der Weisheitszähne) hat 30 Zahnzwischenräume.
Zur Reinigung des als kritisch angesehen Gebiets stehen als Hilfsmittel neben Zahnseide unter anderem medizinische Zahnhölzchen und Interdentalraumbürsten zur Verfügung. Mit beiden Methoden können die Plaqueindizes deutlich gesenkt werden; zwischen Zahnhölzchen- und Zahnseide-Gruppe konnten bei Untersuchungen keine signifikanten Abweichungen gefunden werden.
Interdentalraumbürsten gelten als besonders effektiv, da sie auch schwer zugängliche Oberflächenkonkavitäten (z. B. bei Wurzeleinziehungen) reinigen, die von Zahnseide nicht erreicht werden können. Einfache Zahnstocher sind hingegen als weniger effektive Hilfsmittel mit erhöhtem Verletzungspotential anzusehen.
Innovativ sind die neuen Zahnzwischenraumbürsten aus der elmex Forschung. Die neuen Interdentalbürsten haben im Unterschied zu herkömmlichen Zahnzwischenraumbürsten einen dreieckigen Querschnitt. Sie sind damit optimal an die Form des Zahnzwischenraumes angepasst. Die Bürstchen gibt es in sechs verschiedenen Größen mit Außendurchmessern von zwei bis acht Millimetern und größenspezifischer Farbcodierung.
Approximalkaries, EVA-System, Gingiva, Interdentalpapille, Kontaktpunkt, Mundgeruch, Papillenblutungsindex, Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI), Randleiste, Sattel (Col), Verblockung, Wurzeleinziehung, Zahnhölzchen, Zahnseide
Zahnzwischenraumreinigung - eine Übersicht (ZPW, 2015)

 




Schädigung der Papille durch überstehende Füllung

Interdentalseptum
interdentales Knochenseptum, engl.: interdental septum; dünn auslaufender Alveolarfortsatz-Knochen zwischen zwei benachbarten Zähnen; knöcherne Unterlage der Interdentalpapille

Interdentalstimulator , engl.: interdental stimulator; meist kegelförmig ausgebildete Hilfsmittel aus Gummi oder Kunststoff zur Massage der Interdentalpapille nach vorheriger Instruktion.

Interessensschwerpunkte
ISP
, engl.: interest emphasis; wenig aussagekräftiges, berufsrechtlich nicht geregelte und umstrittene Titulierung auf dem Fortbildungssektor. ISP sagen nichts über die die eigentliche Vorbildung des Behandelnden aus. Sie sind eine Selbsteinschätzung und deuten auf "berufliche Hobbys" hin. ISP können aber juristisch negative Folgen haben, da bei Zahnärzten mit ISP-Angabe im Streitfall höheres fachliches Wissen und Können vorausgesetzt werden kann. Die Musterberufsordnung der Bundeszahnärztekammer ( downloaden oder ©: BZAEK) kennt keine ISP. Vielmehr sagt § 21, 2 aus: "Der Zahnarzt darf auf besondere, personenbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hinweisen."


Wie wird eine Zahnarztpraxis gefunden?
Fortbildung, Tätigkeitsschwerpunkt
Die Verwendung von Berufs- und Qualifikationsbezeichnungen im Lichte des Wettbewerbsrechts – eine Rechts- und Rechtsprechungsübersicht

interforaminal
engl.: do.; in der Implantologie gebräuchliche Bezeichnung für das "sichere" Unterkiefer-Gebiet zwischen den beiden Foramina mentale. Da der Unterkieferhauptnerv durch diese Öffnungen den Kieferknochen verlässt, gilt dieser Bereich als weitestgehend komplikationssicher im Bezug auf eine Nervverletzung durch Implantatinsertion.

Interimskrone , provisorische Krone  Provisorium

Interimsprothese
herausnehmbares Provisorium, temporärer herausnehmbarer Zahnersatz, engl.: temporary (or transitional) prosthesis; dient überwiegend als kosmetische (im Backenzahnbereich auch zur Abstützung der Okklusion) Versorgung nach Zahnentfernung bis zur Anfertigung des endgültigen Zahnersatzes. Da sich Wundgebiet und Kiefer noch verändern, kann es notwendig sein, den Sitz der I. bis zum Abschluss der endgültigen Wundheilung (~ 6 Monate) mehrmals zu korrigieren.
Tragezeit - je nach Abheilung (Knochenumbau) - 4 bis 9 Monate; ist dann wertlos.
Immediatprothese, Perioprothetik, Prothese, Provisorium
 Festzuschüsse ab 2005


Interinzisalwinkel
IOK-IUK-Winkel, kephalometrischer Winkel, welcher aus den Achsen der mittleren Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers gebildet wird. Der Normwert beträgt für 9jährige: 130° +/- 5°; größere Winkel zeigen einen Steilstand, kleinere eine Protrusion an.
Fernröntgenbild, Knickbiss

Interkalarlinie
Aufbisslinie, Wangensaum, Linea alba, interkalar = eingeschaltet, zwischengeschaltet, engl.: intercalary line; in Höhe der Okklusionsebene im Wangenbereich sichtbarer Wulst, u.U. mit Teilabdrücken der Backenzähne durch (nervöses) Aufbeißen. I.d.R. mit einer Leukoplakie oder Vorstufe davon in diesem Gebiet vergesellschaftet.
Keratinisationsindex,


Interkondylarachse , Scharnierachse

interkoronal
engl.: intercoronal; zwischen zwei (künstlichen) Kronen befindlich; Ausdruck gebraucht besonders bei Geschieben: z.B. interkoronales Geschiebe als Geschiebe, welches in den Zwischenraum zweier Kronen eingearbeitet ist ( Interlock-Geschiebe). Dagegen bezeichnet der Ausdruck intrakoronal (intracoronal), dass das Geschiebe innerhalb einer künstlichen Krone gelegen ist. Liegt dieses außerhalb einer Einzelkrone, so spricht man von extrakoronal (extracoronal).
Geschiebe


interkoronal


intrakoronal


extrakoronal

Interkuspidation
I. = Zusammenschluss, Interkuspidationsposition, IKP , habituelle I., engl.: intercuspidation; Zusammenbiss der Ober- und Unterkieferzahnreihen im maximalen Vielpunktekontakt; auch als statische Okklusion bezeichnet. Weitere Bezeichnungen dafür sind:
maximale Okklusion o. maximale Interkuspidation (engl.: maximal intercuspal position or maximal intercuspidation)
Veraltet taucht noch der Begriff "Terminalokklusion" auf.
AufbissSchiene, Okklusion, Schlussbiss, Zentrik

Interkuspidationskontaktpunkte , engl.: intercuspal contact points; Berührungspunkte der Zähne beim Zusammenbiss. Kontaktpunkt, Okklusion, Okklusionsfeld

Interkuspidationstiefe , engl.: intercuspal depth; Tiefe der Verzahnung eines Höckers mit dem des Antagonisten. Ist im starken Abrasionsgebiss annähernd Null

Interleukin-1-Polymorphismus ; Parodontitisrisikofaktor

Interlock-Geschiebe
engl.: interlock (attachment); starre (nicht aktivierbare) interkoronale Geschiebeart, welche sich zwischen zwei verblockten Pfeilerkronen als Teil der Verblockung befindet. Anwendung meist mit nicht abgestützten ("parodontal gelagert") Freiendprothesen
Geschiebe, Verbindungselement

intermaxillär
1.) engl.: maxillomandibular; zwischen Ober- und Unterkiefer gelegen (befindlich); z.B. intermaxilläre Verschnürung
2.) auch: intermaxillar, engl.: do., zwischen den beiden Oberkieferhälften gelegen; z.B. zwischen den Alveolarkämmen

intermaxilläre Verschnürung
auch: intermaxilläre Fixation, engl.: maxillomandibular tie fastening; zeitweilige Fixierung der Zahnreihen des Unterkiefers an die des Oberkiefers. Nach Anbringen von Halteelementen an den Zähnen (Brackets, Kappenschienen) wird der Unterkiefer mittels Gummizügen oder Drähten mit dem Oberkiefer fest verschnürt und so ruhig gestellt. Vereinzelt noch im Rahmen einer Kieferbruchbehandlung oder bei speziellen Operationen (z.B. Progenie-Op) angewandt.
Ernst Ligatur


intermittierend , engl.: intermittent; zeitweilig auftretend oder aussetzend, "kommend und gehend"

internal derangement
(temporomandibular joint), diskoligamentäre Dysfunktion mit Binnenschaden, "innere Störung des Kiefergelenks"; engl. Schlagwortbezeichnung für eine Funktionsstörung des Kiefergelenks: Das Erkrankungsbild ist definiert durch intraartikuläre Funktionsstörungen aufgrund von Form-, Positions- und Strukturveränderungen der beteiligten Gelenkanteile. Fehl- und Überbelastungen des Kiefergelenks können zu Formabweichung der Gelenkkomponenten führen. Da der Discus articularis die beiden inkongruenten Gelenkkörper der Fossa articularis und des Condylus mandibulae abgleicht, werden dort auch abnorme Scher- und Druckbelastungen abgefangen und können zu Schäden führen.
Als Ursache kommen zu weite Exkursionsbewegung des Unterkiefers, wie zum Beispiel beim Gähnen, bei der Intubationsnarkose oder bei maximaler Mundöffnung bei zahnärztlicher Behandlung in frage. Die Bandstrukturen des Gelenks werden dadurch überdehnt. Traumatische Einflüsse, wie Gelenkkompression und Schleudertrauma, führen zusätzlich zu intraartikulären Weichteilverletzungen. Ebenfalls haben psychogene Faktoren einen Einfluss.
Funktionsanalyse, Kiefergelenk, Kiefergelenksbeschwerden, Subluxation

International Academy of Periodontology
IAP; Zusammenschluss weltweiter, unabhängiger Fachleute für parodontale Erkrankungen mit der Zielsetzung, die Öffentlichkeit über die Indikation Parodontitis aufzuklären und einen Beitrag zu deren Bekämpfung zu leisten. Die Mitglieder der IAP arbeiten eng mit der FDI World Dental Federation zusammen. Ein Hauptaugenmerk der Organisation gilt der Aufklärungsarbeit in Ländern der Dritten Welt und den sogenannten Schwellenländern. Als ein weiteres Instrument zur Zielerreichung hat die IAP ein Programm ins Leben gerufen, das frei verkäufliche Mundhygieneprodukte untersucht und bewertet.
http://www.perioiap.org/

internes Granulom ; Granulom

Interokklusalabstand
engl.: interocclusal distance; Abstand ("Intraokklusalabstand") der Seitenzähne von Ober- und Unterkiefer bei Einnehmen der Ruhelage bzw. der Bestimmung des engsten Sprechabstandes

interproximal
engl.: do.; Lagebezeichnung für das Gebiet, welches zwischen den Approximalflächen (Berührungsflächen) der Zähne liegt. Während die Bezeichnung "interdental" den gesamten Raum zwischen zwei Zähnen (Krone, Zahnhals, Wurzel) bezeichnet, beschränkt sich i. nur auf die Zahnkrone.
Zahnflächen

Interproximal Access Efficacy (IAE)
"Effektivität der Erreichbarkeit des Zahnzwischenraums"; seit 1983 weltweit gebräuchliche Testmethode um die Fähigkeit von Borsten einer Zahnbürste zu bewerten, in die Zahnzwischenräume vorzudringen. Dabei werden nachempfundene Front- beziehungsweise Seitenzähne vertikal oder horizontal geputzt. Die Werte werden anschließend kombiniert, um die gesamte Erreichbarkeit der Zahnzwischenräume festzustellen.

interradikulär
engl.: interradicular; Lagebezeichnung bei mehrwurzligen (Backen-) Zähnen für das Gebiet, welches zwischen den Wurzeln liegt (Bifurkation bei zweiwurzligen, Trifurkation bei dreiwurzligen Zähnen).
Zahnflächen

Interzeptivbehandlung
engl.: interceptive orthodontics; eine Art kieferorthopädische Frühbehandlung, um eine sich anbahnende Fehlentwicklung in relativ kurzer Zeit zu therapieren, im Sinne einer Teil- oder Vorbehandlung zur Verringerung der sich anbahnenden Anomalie.
Kieferorthopädie-, Frühbehandlung

Interzeptor
"Reflexschiene", nach W. Schulte (1988), "Auf- oder Abfänger", engl.: Schulte's  interceptor; spez. Aufbiss-Schiene mit Frühkontakten aus Metall im Prämolarenbereich; Anwendung bei Parafunktionen (Bruxismus, habituelle Subluxation des Kiefergelenks) . Nicht anwendbar bei Deck- und Tiefbiss

intraalveolär , engl.: intra-alveolar; innerhalb des Zahnfachs (Alveole); Zahnflächen

intrakoronal , engl.: intracoronal; interkoronal

Intrakutantest
Intrakutanprobe
, Intradermaltest, engl.: intradermaltest; sog. Provokationstest durch Injektion einer geringen Menge einer als Allergen verdächtigen Substanz in die Haut. Dadurch wird bei empfindlichen Patienten eine lokale Hautreaktion ausgelöst, welche Rückschlüsse auf eine Allergie gibt. Angewandt zur Erkennung einer Soforttyp-Allergie und Prüfung der Immunitätslage gegen bestimmte Krankheiten.
Allergietestung

intraligamentär
engl.: intra-ligamentous; Bereich der Verbindungsstrukturen zwischen Zahn und Alveolarknochen; der sog. Desmodontal- oder Parodontalspalt. Zur sprachlichen Einordnung:
"intraligamental" beschreibt die Richtung, in die das Anästhetikum appliziert wird und ggf. auch die Technik für diese Injektion.
"intraligamentär" bezeichnet die Ausbreitung und Wirkung der Anästhesie
intraligamentäre Anästhesie

intraligamentäre Anästhesie
ILA, intradesmodontale Anästhesie, Einzelzahnanästhesie, veraltet: „Über-druckanästhesie“ ; spez. Form der örtlichen Betäubung ins Ligamentum circulare via Sulcus gingivalis zur Erreichung einer Einzelzahn-Schmerzausschaltung mit einer Wirkungsdauer von ca. 45 min, engl.: intra-ligamentary anesthesia, periodontal ligament anesthesia (PDL), single tooth anesthesia; 1903 in Frankreich erstmals von dem Zahnarzt Granjeon angewandt, hat diese spez. Form der örtlichen Betäubung bis heute (2012) keine allgemeine Verbreitung gefunden.
Es gilt folgendes Prinzip: Mit einer speziellen "Druckspritze" ("Druckinjektor"; z.B.: HSW SOFT - JECT®) wird eine geringe Menge (ca. 0,2 ml) eines Betäubungsmittels mit gefäßverengendem Zusatz ( Lokalanästhetika) mit einer sehr feinen Injektionsnadel während etwa 20 Sek. in das Desmodont (intraligamental; das Desmodont wird auch Periodontalligament genannt, daher die Bezeichnung "intraligamentär") zwischen Zahn und Kieferknochen eingebracht. Die Injektionskraft sollte weniger als 3 Newton betragen. Die Injektion selbst sollte langsam über einen Zeitraum von ca. 20–60 Sekunden erfolgen.
Das Anästhetikum (Betäubungsmittel) breitet sich entlang der Zahnwurzel (im Ligament) aber viel stärker durch den Zahn umgebenden Knochen aus. Dadurch werden sehr schnell die den Zahn umgebenden Nervenendigungen desensibilisiert. Innerhalb von ca. 30 Sekunden erreicht das Anästhetikum die Wurzelspitze und betäubt den Zahnnerv an der Zahn-Eintrittsstelle (am Foramen apikale). Es gibt praktisch keine Latenzzeit zwischen Injektion und Eintritt der Anästhesie. Zur Injektion des Anästhetikums ins Desmodont genügt ein geringer Druck; eine Krafteinwirkung von 5 Newton kann bereits zu einer Zahnauslenkung in der Alveole führen.
Als Kanülen wurden systemadaptierte ILA-Injektionsnadeln mit einem Durchmesser von 0,3 Millimetern, kurzer Länge von 13 Millimetern mit extra kurzem Anschliff ausgewählt. Injektionsnadeln für die ILA sollten keine Länge unter zwölf und über 16 Millimeter haben. So ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:
nur eine geringe Menge an Betäubungsflüssigkeit (ca. 0,2 ml) zur Schmerzausschaltung; auch Risikopatienten lassen sich so problemlos behandeln
fehlender oder nur geringer Einstichschmerz, da äußerst dünne Nadeln angewandt werden
die Wirkung tritt sofort ein (s.u. Lokalanästhesie.)
es wird nur der Zahn betäubt; das umgebende Gewebe (Wange, Lippe) und die Nachbarzähne bleiben normal empfindlich - kein Taubheitsgefühl in Wange, Zunge und Lippen
das Empfindungsvermögen ist nach ca. 30 Minuten wieder uneingeschränkt vorhanden.

iatrogen bedingte Aufbissempfindlichkeit des betäubten Zahnes bis zu 24 Stunden, da in das Desmodont injiziert wird. Diese Nebenwirkung kann durch die Wahl des richtigen Instrumentariums und der richtigen Technik durch einen erfahrenen Anwender vermieden werden.
u.U. kleine Schleimhautnekrosen im Bereich der Einstichstelle. Bei zu hoher Druckausübung im Bereich der Interdentalpapille kann es zu deren Nekrose kommen.
an parodontal entzündeten Zähnen u. tiefen Zahnfleischtaschen ist keine Anwendung möglich
nicht anwendbar bei länger dauernden und tieferen (chirurgischen) Eingriffen
wegen einer möglichen Gefahr der Bakterämie unterschiedliche wissenschaftliche Auffassung bei Patienten mit einem Endokarditis-Risiko (Antibiotikaschutz als Prophylaxe)

Als Hauptanwendungsgebiete der ILA gelten:
Entfernung von Milchzähnen, kleinere chirurgische Eingriffe
Präparationen an einzelnen Zähnen
Differentialdiagnose örtlich nicht genau bestimmbarer Schmerzen, da mit dieser Technik nur ein einzelner Zahn betäubt wird.
Komplettierung der herkömmlichen Lokalanästhesie bei nicht ausreichender Tiefe
Risikopatienten, denen nur wenig der Anästhesie-Lösung injiziert werden soll (z.B. nach Herzinfarkten, kardialen Bypässen und kreislauflabile Patienten, wegen der deutlich geringeren erforderlichen Anästhetikamengen)
Entfernung von erkrankten Zahnnerven (Endodontische Behandlungen, Vitalexstirpation)

Zur sprachlichen Einordnung:
"intraligamental" beschreibt die Richtung, in die das Anästhetikum appliziert wird und ggf. auch die Technik für diese Injektion.
"intraligamentär" bezeichnet die Ausbreitung und Wirkung der Anästhesie

Anästhesie, intra-ossäre Anästhesie, Lokalanästhesie, The Wand
Intraligamentäre Anästhesie - Eine ernst zu nehmende Alternative? (zm, 2016)
Zahnerhaltende Behandlungen unter intraligamentärer Anästhesie - Vergleich gängiger Methoden der zahnärztlichen Lokalanästhesie
Intraligamentäre Anästhesie bei anatomisch eng begrenzten dentoalveolären Eingriffen

 

 


© der Grafik:
www.gghandpiece.com



typische Blutleere
der befestigten Gingiva nach Setzen der i. A.
an den Zähnen 35, 36, 37, 38 .
Alternativ käme bei diesem Umfang eine Leitungsanästhesie in Frage



Glockmann / Taubenheim "Die intraligamentäre Anästhesie"
ISBN: 3131328517

intraoral , enoral, i.o. , engl.: do.; innerhalb des Mundes (gelegen oder stattfindend); extraoral, Zahnflächen

intraorale Röntgenaufnahme, "Zahnfilm", "Mundaufnahme"; engl.: intraoral view Röntgenfilm

intraossäre Anästhesie
spez. Form der örtlichen Betäubung, engl.: intra-osseous anaesthesia; mit Hilfe einer speziellen Führungshülse direkte Einspritzung des Lokalanästhetikums in den Knochen des Alveolarfortsatzes zur lokalen Betäubung einzelner Zähne. Ähnlich der intraligamentären Anästhesie werden nur geringe Dosen des Betäubungsmittels injiziert. Wegen möglicher Verschleppung von Oberflächenkeimen in die Tiefe wird der Gebrauch unterschiedlich diskutiert. In der ZHK selten angewandt.
Anästhesie, intraligamentären Anästhesie


© der Graphik:
http://www.x-tip.com

intra-radicular splinting
Schienung einer Zahnwurzel bei einer Wurzelfraktur durch Schrauben oder Stifte, welche in den Wurzelkanal eingebracht werden. Verfahren besonders dann erfolgreich, wenn die Bruchstücke nicht verschoben sind (Infraktur).
Stiftverbolzung, Transfixation, traumatische Zahnverletzungen, Zahnfraktur


intravenös
gängige Abk.: i.v. , engl. intravenous; in der Vene befindlich, in die Vene einbringen. Bei einer intravenösen Injektion (i.v. ; Infusion, Perfusion) wird eine Flüssigkeit (Pharmakon) in eine bestimmte Vene (Blutgefäß) eingebracht. Infusion

intrinsisch , engl.: intrinsic; von innen her (angeregt), innerhalb (eines Zahnes); Gegenteil: extrinsisch.
Bleichen, Erosion, Verfärbung von Zähnen

Intrusion
Zahnintrusion, zentrale Zahnluxation, "Eindrücken", intrudiert, engl.: do. o. tooth depression; auch als zentrale Zahnluxation (s. Abb.) bezeichnet. Neben einer anatomisch bedingten Wachstumsstörung (Überwachsen eines Milchzahns infolge des Durchbruchs der Nachbarzähne, sog. Milchzahndepression; s. Abb. re. oben) sind es vor allem traumatische Zahnverletzungen, welche bereits durchgebrochene Zähne wieder tief in das Knochenfach (Alveole) hineindrücken ("Intrusionsluxation") - oft bis zur Unsichtbarkeit der Zahnkrone.
Eine Therapie ist davon abhängig, wie weit der Zahn eingedrückt und ob das Wurzelwachstum schon abgeschlossen ist. Sie erfolgt meist durch einen chirurgischen Eingriff, nach Möglichkeit im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Trauma.
Bei Milchzähne kann der intrudierte Zahn (sog. Milchmolarendepression) den Keim des bleibenden Zahnes in seiner Ausbildung und seinem Wachstum behindern - u.U. ist eine unverzügliche Entfernung erforderlich.
Avulsion, Extraktion, Konkussion, Milchzahnpersistenz, traumatische Zahnverletzungen



persistierender
u. intrudierter
Milch-Backenzahn

Intubationsnarkose
endotracheale
, ITN, engl.: endotracheal anesthesia; Narkoseart, bei welcher - nach entsprechender Prämedikation - das Narkose-(Luft-)Sauerstoff-Gas entweder durch den Mund (orotracheal) oder durch die Nase (nasotracheal) mittels eines Gummirohrs ("Trachealtubus", "Guedel-Tubus"; "Intubation") via Luftröhre der Lunge zugeführt wird. Standardverfahren bei der Allgemeinbetäubung; daneben existieren noch als Sonderformen die Larynxmaskennarkose (setzen einer Kehlkopfmaske in den Rachengrund über den Kehlkopfeingang) und die Maskennarkose (legen einer dichten Maske auf Mund u. Nase bei sehr kurzen Eingriffen).
Die am häufigsten angewandte Narkoseart hat den großen Vorteil, dass bei einer relativ niedrigen Narkosemenge eine ausgezeichnete Freihaltung der Atemwege besteht ("Aspirationprophylaxe", zusätzlich mittels aufblasbarer Gummimanschette am Tubusende).
Zahnsanierungen unter ITN stellen wegen einer Risikoabwägung eine große Ausnahme dar und sollten, wenn notwendig, einzeitig ("Alles auf einmal") erfolgen. Anschließend müssen präventive Maßnahmen derart greifen, dass eine spätere Behandlung unter normalen Bedingungen möglich ist. Eine Übernahme der Anästhesiekosten durch die Gesetzlichen Krankenkassen ist bei behandlungsunwilligen Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr dann gegeben, wenn eine andere Art der Schmerzausschaltung nicht möglich ist; über dieses Alter hinaus nur dann, wenn es sich um eine Phobie handelt, die vom Anästhesisten einem ICD-10-Schlüssel zugeordnet werden kann.
Inhalationsnarkose, Narkose
 


invasiv , eindringend, engl.: invasive; Diagnostik bzw. Therapie unter chirurgischer Eröffnung des Körpers; minimal-invasiv

Invisalign
Zusammensetzung von engl.: invisible = unsichtbar; align = ausrichten, Aligner-Schienen; jüngeres Konzept einer kieferorthopädischen Behandlung; 1997 von der Fa. Align in Kalifornien entwickelt. Nach Firmenangaben sollen mit dieser Methode fast 70 Prozent aller kieferorthopädischen Behandlungsfälle allein oder in Kombination mit anderen Techniken ästhetisch kaum störend behandelt werden können. Die Umformung geschieht mittels dünner klarsichtiger Tiefziehfolien (Abb. oben) über einen Zeitraum von 10-18 Monaten. Die Vorteile dieser Methode liegen in dem großen "Tragekomfort", einer uneingeschränkten Mundhygiene und einem ästhetisch kaum störenden Behandlungsverfahren.
Der Hauptindikationsbereich umfasst dentoalveoläre Korrekturen (Umstellungen/Umformungen von Zähnen und Kiefern) bei:
moderatem frontalem Eng- und Lückenstand
Pro-, Retrusion der Kiefer-Front
geringer In-, Extrusion (Einsatz von Attachments)
stabiler neutraler Interkuspidation
Bedingt geeignet sind Aligner-Schienen bei:
ausgeprägter In-, Extrusion
Torsion von Eckzähnen oder Prämolaren
Lückenschluss nach Prämolarenextraktion
Zahnretention
Nicht angezeigt bzw. wirkungslos sind Behandlungen bei:
Kindern mit noch nicht abgeschlossenem Zahnwechsel bzw. Zahndurchbruch
insuffizienter Mundhygiene (Risiko von Schmelzdemineralisation)
zur Korrektur von skelettalen Dysgnathien (sagittal, transversal, vertikal) = Bissverlagerungen

Verfahren: Der Ausgangsbefund (Ist-Zustand; Abb. Mitte) wird nach einem Mundabdruck 3D-visualisiert und mittels aufwendiger Computerberechnung das gewünschte Ergebnis (Soll-Zustand) festgelegt. Für die einzelnen Schritte (die Menge der Zwischenschritte wird von spezialisierte Kieferorthopäden der Fa. Align festgelegt) der behutsamen Umformung wird jeweils eine entsprechende Schiene (Abb. oben) angefertigt - dies können je nach Schwierigkeitsgrad bis zu 50 einzelne Folien sein. Etwa alle zwei Wochen wird die Schiene gegen ein neues Modell ausgetauscht - dieser Prozess muss nicht unbedingt in einer Fachpraxis erfolgen.
Nicht anwendbar ist dieses System bei Bisslageverschiebungen, da die Schiene immer nur auf einen Kiefer einwirkt, bei stärkeren Bewegungen (> 1-2 mm) mehrerer Zähne, bei größeren Drehungen einzelner Zähne und im wachsenden Kiefer. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, dass es sich bei diesem System vorwiegend um eine Korrekturmaßnahme für nicht so gravierende Fälle in der kieferorthopädischen Erwachsenbehandlung handelt.
http://institute.aligntech.com/International/Pages/german.html
 



modifiziert nach Invisalign

in vitro
im Reagenzglas, engl.: do.; Prüfung eines Medikamentes/Stoffes nicht am lebenden Körper ( in vivo), sondern Versuchsdurchführung in einem Labor mit dem im Organismus nachgeahmten Bedingungen. I. v. Versuche können immer nur einen groben Anhalt geben und nicht auf den lebenden Organismus übertragen werden.
Blindversuch, in vivo, klinische Studie

in vivo
am lebenden Körper, engl.: do.; Versuchsdurchführung an einer lebenden Person; i.d.R. mit sehr aussagekräftigen - allerdings individuellen - Werten.
Blindversuch, in vitro, klinische Studie

Involution , engl.: do; natürliche Rückbildung eines Organs bei mangelnder Funktion; i.d.R. altersbedingt; Alveolarkammatrophie

Inzidenz
Messzahl für Neuerkrankungen, engl:, incidence; Zahl der neu auftretender Erkrankungen in einer definierten Bevölkerung pro Zeiteinheit (i.d.R. pro Jahr), bezogen auf die gleiche Bevölkerung (z.B. pro 1.000 oder pro 100.000).
Prävalenz, Screening

inzisal
incisal, engl.: incisal; auf der Schneidekante, die Schneidekante betreffend, so bedeutet der Begriff "Inzisalkante" Schneidekante; Zahnflächen

Inzisalpunkt , engl.: incisor point;  Berührungspunkt der unteren Schneidezähne mit den oberen; Incisale, Inzisivenpunkt, Okklusionsebene, Posselt-Diagramm

Inzisalstufe , Frontzahnstufe

Inzisalstift
funktionstragendes Element eines Artikulators, welcher durch seine Abstützung am Inzisaltisch (auch "Führungsteller"; plane oder geneigte Abstützfläche als vorderes Führungselement eines Artikulators) eine Frontzahnführung simulieren kann.

Inzision
Incisio, Aufschneiden, Einschneiden, Spalten, engl.: incision; von Gewebe, Abszessen mit einem scharfen Instrument ( Skalpell)
Abszess, Abszesseröffnung, Gaumenabszess, Mundbodenphlegmone, Parazentese, RST-Linien, Spaltung, Stichinzision

Inzisivenpunkt , engl.: incisor teeth point; Berührungspunkt der mittleren Schneidezähne im Ober- bzw. Unterkiefer

Inzisivus , Incisivus; Schneidezahn

Inzisivuszyste ; Inzisivuskanalzyste, naso-palatinale Zyste;  Ductuszyste

Inzisur
lat.: incisura, engl.: incisure; Einschnitt, Einbuchtung, Einsenkung an Körperteilen

IOK-IUK-Winkel , Interinzisalwinkel

Ionendosis
engl.: ion dose; physikalische Einheit zur Messung ionisierender Strahlung; sog. SI- Einheit in Coulomb/Kilogramm, C kg–1, früher als Röntgen (R) bezeichnet; 1 Röntgen ist gleich 258 µC/kg. Sie ist die durch radioaktive Strahlung in Luft (T = 0°C; p = 1013 hPa) erzeugte Ladung pro Masse (die Menge an Strahlung, die beim Durchtritt durch ein Kilogramm Luft (T=0°C; p=1013 hPa) eine Ladung von 1 Coulomb hervorruft). Heute beim Strahlenschutz durch die Relation zur Äquivalentdosis (Personendosis) abgelöst.
Die Ionendosisleistung ist die Ionendosis x Zeit
Dosimeter, Personendosis, Röntgendermatitis
http://www-med-physik.vu-wien.ac.at/

Ionen-Zahnbürste
engl.: Ion-Toothbrush, Zahnbürstenart, welche mit Spannungen und "Ionenströmchen" das Zähneputzen revolutionieren soll. Das Prinzip ist dabei, dass beim Putzen die Zahnoberfläche negativ aufgeladen werden soll, um so die Bakterien elektrisch "abzustoßen". Erreicht werden soll dieser Effekt mit unterschiedlichen Metalleinlagen im Bürstenkopf und im Griff, welche einen Galvanismus auslösen - teilweise mit oder ohne zusätzlicher Batterie. So schreibt ein deutscher Vertreiber: "... Galvanismus: Ionenkraft von zwei verschiedenen Metallen: Pures Gold (+) und Metall (-) Schichten am Boden der Bürsten produziert Ionen in Ihrem Mund, die beim Bürsten Zahnbelag entfernen und schlechten Atem verhindern. Sie können den Effekt deutlich spüren, sobald Sie die Zahnbürste verwenden."
"Gutachten" wissenschaftlich "unbedeutender" Institute belegen diesen therapeutischen Wunsch-Effekt und "erhärten" die Werbeaussagen wie "Entgiftung der Mundhöhle", "weißere Zähne" oder "schnelle Zahnbelagszersetzung". Für keines der angepriesenen Systeme konnte bisher eine klinisch nachprüfbare Wirkung belegt werden.
alternative Behandlungsmethoden, oligodynamische Wirkung

ionisierende Strahlen
ionisierende Strahlung, engl.: ionizing radiation; Oberbegriff für aus schnell bewegten Ionen bestehenden Strahlen.
Dosimeter, Gonadendosis, Hormesis, Ionendosis, Röntgendermatitis, Röntgenstrahlen,
Röntgenstrahlen und Schwangerschaft, Strahlenrisiko, Strahlenschutz, Strahlensterilisation, Strahlentherapie

ION-Krone
von 3M Espe hergestellte, mikro-glasfaserverstärkte, kaltverformbare, temporäre Polycarbonat-Kronen für den Front- und Seitenzahnbereich als Provisorium, Frasco-Krone


©: 3M

Ionomere
Salze von organischen Polysäuren. Diese Polymere besitzen ionischen Gruppen, welche einen besseren Zusammenhalt der Molekülketten bewirken. Einsatz in der ZHK bei Füllungsmaterialien Glasionomerzement

Ionophorese , engl.: ionophoresis; Elektrophorese

Iontophorese
Depotphorese, engl.: iontophoresis; wenig erforschte und wissenschaftlich umstrittene Methode zum gezielten Transport von Medikamenten unter die Haut bzw. die Nähe von Erkrankungsherden bzw. in bestimmte Bezirke des Zahns - besonders in solche, die mit konventionellen Methoden nicht erreicht werden können ( Ramifikation).
Cupraldepotphorese, oligodynamische Wirkung
wissenschaftliche Stellungnahme der DGZMK zur I.:  http://www.dgzmk.de/




Prinzip der I.

 

IP-Positionen
Individual-Prophylaktische Leistungsbeschreibungen ("Positionen") innerhalb des BEMA; zur Zahnprophylaxe berechtigt sind gesetzlich Versicherte vom 6. bis einschl. 18. Lebensjahr (ab 18. Geburtstag nicht mehr!); zusätzlich gilt für die IP 5 (s.u.), dass diese für Bundeswehr und ZIVIs  ohne Altersbegrenzung zugänglich ist. Erbringung bei jüngeren u. älteren Patienten nur nach (ähnlichen oder analogen) Positionen in der GOZ. Man unterscheidet:

  
       

   Inanspruchnahmeverhalten

FU-Positionen, Individualprophylaxe, Papillen-Blutungs-Index
specials/BEMA2004_gr.pdf (ab Seite 67)

IPR , engl. Abk. v.: Intraoral Pressuredependent Registration ( http://www.ipr-original.com/), im Mund durchgeführte, kraftabhängige Registration zur objektiven Bestimmung der neuromuskulären Leistung des Unterkiefers.
Registrat 
"Wenn die Bisslage ... verloren geht", © Dr. W. Burk, www.OldenBurk.de

IPS-Empress™ , Presskeramikverfahren, Empress

Iridium
zu den Platinmetallen gehörendes äußerst hartes Edelmetall von dunkel-silbriger Farbe, welches in geringfügiger Konzentration (etwa 0,1 m%) zahnärztlichen Legierungen zur Optimierung eines feinkörnigen Gefüges beigemischt wird.

IridoDentales Syndrom
Weyers-Syndrom, seltene erbliche Fehlentwicklung mit Loch- u. Schlitzbildung der Regenbogenhaut, Entrundung der Pupille, Zahnentwicklungsstörungen (Zahnunterzahl u. Mikrodontie) sowie abweichender Geschlechtsentwicklung.

Irradiation
engl.: do.; in der Medizin: Ausstrahlung von Schmerzen, Gefühlen, Affekten. In der ZHK gelegentlich für unklare, ausstrahlende Schmerzen, ausgelöst durch eine Pulpitis oder Neuralgie, verwendet

Irrigationswasser
Irrigation = Ausspülung, Durchspülung (z.B. eines Wurzelkanals); wissenschaftliche Bezeichnung für das zur Kühlung und Reinigung dienende Wasser ("Spray"), welches sich in allen zahnärztlichen Behandlungssystemen und Geräten befindet.
Seit Jahrzehnten wird, besonders wegen der steigenden Anzahl immunsupprimierter Patienten, eine Infektion durch dieses Medium diskutiert. Bisher existieren noch keine wissenschaftlich beschriebenen Fälle einer Infektion auf diesem Wege, deshalb sind derartige Überlegungen rein theoretischer Natur, aber wohl vorstellbar. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu in seinen Hygienerichtlinien (2006): "... Ob ein Infektionsrisiko im Zusammenhang mit der Anwendung von Wasser aus Dentaleinheiten durch Legionellen, Pseudomonaden (vor allem P. aeruginosa) und ubiquitäre (nicht tuberkulöse) Mykobakterien für abwehrgeschwächte Patienten besteht, ist bisher nicht abschließend zu beurteilen ..."
Als prophylaktische Empfehlungen gelten:
für chirurgische Eingriffe sollte steriles Wasser oder besser sterile Kochsalzlösung aus einer vom normalen Leitungssystem unabhängigen Quelle ("Einwegwasser") verwendet werden.
Spülung der Wasserleitungen in den zahnärztlichen Behandlungseinheiten vor und nach dem Arbeitstag.
Montage von Rückschlagventilen an den wasserführenden Teilen der Behandlungseinheit.
Absaugen, Hygiene, Wasserentkeimung

Irritationsfibrom , Fibrom

Irritationsindex
Plaque-Irritationsindex, engl.: (plaque) irritation index; von O´Leary et al. 1972 eingeführte, wenig gebräuchliche Messzahl, welche primär die Ausdehnung des Plaquebefalls in vier Stufen unterteilt. Hinzu kommen noch als zusätzliche (Reiz-)Faktoren: Zahnstein (supra- und subgingival) und überstehende Füllungs- und Kronenränder, verursacht durch überhängende oder defekte Restaurationen.
Index, Plaque, Plaqueindex

Ishihara-Test
eng.: Ishihara Test for Color Blindness; Untersuchung zur Aufdeckung einer Rot-Grün- oder Gelb-Blau-Sehschwäche. In der ZHK eingesetzt zum zuverlässigen Screening der Farbtüchtigkeit bei der Zahnfarbenbestimmungen.
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000005770

ISO
Internationale Standardisierungs Organisation, engl.: International Standardization Organization; geschaffen zur globalen Normung u.a. dentaler Produkte, weist sie im zahnärztlichen Bereich insgesamt sieben Unterkomitees für die verschiedenen Produkt bereiche auf. Traditionsgemäß ist die FDI mit einem Repräsentanten bei der Jahreshauptversammlung und einem ISO-Repräsentanten in der FDI Wissenschaftskommission vertreten. Die Normungen entsprechen z.T. den deutschen DIN Normungen.
ISO-Nummern: In D durchgesetzt haben sich die sog. ISO-Nummern ( www.meisinger.de/) für Wurzelkanal- und rotierende Instrumente (Bohrer), welche meist noch eine farbliche Markierung aufweisen.
http://www.iso.org
FDI, Wurzelkanalinstrumente
 



ISO-Nummern-Schlüssel
©: www.meisinger.de/

ISO 9000 ; Qualitätsmanagement

Isodromie
von Isodrom = Gleichrichter, engl.: isodrome technique; versch. Methoden, welche ein paralleles Beschleifen mehrerer Zähne bzw. gleichgerichtete Bohrungen im Kieferknochen mit Hilfe von Schablonen im Mund ermöglichen. Die meist sehr klobigen Apparaturen werden im Mund nur selten angewandt.
Implantate, Parallelometer, Präparation

isognath
engl.: isognathous; Bezeichnung z.B. für einen Zahnbogen, der im Ober- und Unterkiefer etwa gleich groß ist; so wird z.B. im Tierreich das Gebiss des Schweins als i. bezeichnet, da die untere und die obere Zahnreihe genau aufeinander treffen.
Eugnathie, anisognath

Isomaltulose
auch: Palatinose, Zuckeraustauschstoff; mild-süßes, dem Zuckergeschmack nahe kommendes natürliches Disaccharid (meist aus Rübenzucker gewonnen), das auch in geringen Konzentrationen in Honig und Zuckerpflanzen vorkommt. I. kann von den Kariesbakterien nicht zu zahnschädigenden Säuren abgebaut werden und wirkt nicht laxativ (abführend).
Aus Wikipedia: "Genau wie Zucker wird Isomaltulose voll verstoffwechselt und weist deshalb denselben kalorischen Wert von 4 kcal/g auf. Doch im Gegensatz zu Zucker findet dieser Prozess wesentlich langsamer statt, sodass die glykämische Wirkung sehr niedrig ist und die Glukose dem Körper über einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt wird."
Einsatz als Süßungsmittel z.B. in "zahnfreundlichen" Eistees oder Schokolade (2009); http://www.zahnmaennchen.de/content/produkte.php
Isomaltulose sorgt für zahnfreundliche Kindertees

Isometrie-Regel ; Cieszynski-Dieck-Technik

isotonische (isoionische) Kochsalzlösung , Natriumchlorid

ISQ , Implantat-Stabilitäts-Quotient Resonanzfrequenzanalyse

IST-Gerät , IST = Intraorale-Schnarch-Therapie, engl.: intraoral snore therapy; Apnoe

Isthmusfraktur
engl.: isthmus breakage; bevorzugter Bruch einer mehrflächigen Füllung am Übergang von der okklusalen zur approximalen Fläche, bedingt durch eine zu geringe Tiefe einer der beiden Kavitäten (meist der okklusalen). Vorkommen besonders bei der Füllungsversorgung von Milchzähnen, da hier aus anatomischen Gründen (Eröffnung der Pulpa) nicht statisch stabil präpariert werden kann
Behandlung von Milchzähnen, Präparation

Ivory Matrizenspanner
engl.: Ivory matrix retrainer, matrix clamp of Ivory; nicht eindeutig definierte Bezeichnung für einen Matrizenspannertyp:
1.) klassische Ivory Matrize ("Halbbandmatrize"): ein abgerundetes Kreissegment aus Stahlblech mit entsprechenden Perforationen wird in den I. M. eingespannt und deckt an einem präparierten Zahn eine Approximalfläche ab (Black I+II-Kavität).
2.) Bandmatrize; ein ringförmiges Band umschließt die gesamte Zahnkrone. Anwendung bei MOD-Kavitäten; wenig Möglichkeiten zur Kontaktpunktkonturierung; s. Abb. rechts außen
Matrize, Tofflemire Matrize


klassischer I. M.


Bandmatrize

IZA , Informationen über Zahnärztliche Arzneimittel; umfangreiche Informationen über zahnärztliche Arzneimittel (2015, © IZA)
Arzneimittelkommission


zu Ia-Im

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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