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Haarzunge
Lingua (villosa, pilosa) nigra, Glossophytie, Melanoglossie, Trichoglossie, engl.: black hairy tongue; Lingua nigra

Habilitation
Dr. habil.
, engl.: postdoctoral lecturing qualification; höchste akademische Prüfung mit der anschließenden Genehmigung einer Fakultät, eigene Vorlesungen abzuhalten (venia legendi = Erlaubnis zum Lesen); in den meisten akademischen Fächern Voraussetzung zur Berufung zum Universitätsprofessor. Die Voraussetzungen zur H. sind neben einer Promotion in der Regel eine Habilitationsschrift (opus magnum) und ein wissenschaftlicher Vortrag des Habilitanden mit anschließender Aussprache vor der Fakultät. Weiter muss die Qualifikation in der universitären Lehre nachgewiesen werden.
Doktor

Habits
"dumme Angewohnheiten", engl.: do.; meist unbewusst ablaufende destruktive Tätigkeiten, welche bestimmte Kiefer-/Zahnabschnitte besonders belasten und zu Lockerungen/Schäden an den Zähnen oder zu Verformungen des Kiefers bzw. der Bisslage führen können. Bekannte H. sind:
lang anhaltendes Daumen- oder Fingerlutschen
Beißen/Nuckeln an Trinkflaschen, Beruhigungssaugern oder anderen Gegenständen; Usur
Einsaugen der Lippen- oder Wangenschleimhaut
Lippenbeißen
Fehlfunktionen der Zunge beim Schlucken, die zu Zahnfehlstellungen und/oder fehlerhafter Beziehung der Zähne des Ober- und Unterkiefers zueinander und zu Bisslageänderungen führen können
Mundatmung

Hauptgruppe von H. sind Babys/Kinder, aber ebenso können Erwachsene damit behaftet sein (z.B. Beißen auf Büroklammern, Halten von Nägeln oder Nadeln). Ob Daumen, Sauger oder Nuckel: Jeder Fremdkörper zwischen den Zähnen stört und beeinflusst das Gleichgewicht des Kausystems. Ob es dabei zu Kieferdeformierungen oder Zahnschäden kommt, hängt von der Disposition, der Intensität - von der Zeit- und Krafteinwirkung - und vom Lutschgegenstand ab.
H. sind stark im Zunehmen begriffen - schon allein deshalb sollte das Augenmerk vermehrt auf sie gelenkt werden. Nur etwa 50 Prozent aller Anomalien der Kiefer- und Zahnstellung sind angeboren oder vererbt. In zehn Prozent der Fälle ist die Ursache nicht eindeutig zuzuordnen. Dagegen sind 40 Prozent der Anomalien erworben, das heißt, sie sind durch Fehlverhalten entstanden und können durch Aufklärung und Verhaltensänderung beeinflusst werden.
Bruxismus, Dysgnathie, Fehlstellung von Zähnen, kieferorthopädische Frühbehandlung, Lippenbeißen, Lutschen, Masseter, Mundvorhofplatte, Parafunktion, Proptosis, Protrusion, Psychosomatik, Usur, Zahnimpressionen, Zungendyskinesie, Zungenpressen
Maßnahmen zum Abgewöhnen - Auswirkungen von Habits und Dysfunktionen (zm, 2014)




Verformung des
Oberkiefers durch
langjähriges Lutschen



Pfeifenraucher-
Usur

habituell
engl.: habitual, regelmäßig, gewohnheitsmäßig. So bezeichnet der Ausdruck "habituelle Krankheit" eine ständig vorkommende oder häufig wiederkehrende Erkrankung; "habituelle Okklusion" bezeichnet den gewohnheitsmäßig bestehenden Zusammenbiss der Zähne.

Habitus
Aussehen, engl.: do.; medizinisch mit der Bedeutung: Besonderheiten im Gesamteindruck einer Person, der einen gewissen Rückschluss auf Krankheitsanlagen zulässt.

Habsburger Lippe , Habsburger Kinn, engl.: Hapsburg lip o. chin; volksmundartl. Bez. für eine Progenie

Hackbiss
Masseterkauer, Temporaliskauer (wenn dieser dominant ist), engl.: chop-bit; Störung in der Okklusion und Artikulation bzw. Habit mit der Folge, dass die typisch mahlenden Bewegungen beim Zerkauen der Nahrung (sog. Rundbiss) nicht möglich sind. Meist bedingt durch Kiefergelenkserkrankungen und/oder Zahnfehlstellungen. Bei Vollprothesenträgern aus statischen Gründen als "normal" anzusehen. Da beim H. vor allem der Masseter-Kaumuskel beansprucht wird, spricht man auch von einem "Masseterkauer".
Artikulation, Kaubewegung, Kaumuskulatur, Malokklusion, Okklusion, Rundbiss, Schlittenartikulation

Haderup System
Haderup-Dental-Steno-Nomenklatur, engl.: Haderup's system; nach Victor Haderup (Zahnarzt, Kopenhagen, 1845 - 1913), historisch gebräuchliches Kennzeichnungssystem der Zähne durch Voran- oder Nachstellen der Zeichen  +  und -  vor/nach die jeweilige Zahnzahl (vor = linke Kieferhälften); Milchzähne erhalten eine Null vorangestellt oder werden mit römischen Zahlen markiert ( "05-" = "V-" = rechter unterer letzter Milchbackenzahn). (s. Abb.)
Zahnschema
 


Haftmittel
engl.: adhesive, bonding agent; mit der Unterscheidung in Stoffe im Zusammenhang mit:
der Adhäsivtechnik (sog. Haftvermittler)
zur Erhöhung der Adhäsionskräfte ("Halt") von herausnehmbaren Zahnersatz, sog. Haftcremes oder Haftpulver. Wichtigste Kraft beim Halt (Saugwirkung) einer Vollprothese ist das Druckgefälle unter der Prothesenbasis ( Ventilrand). Durch das Anpressen dieser Basis an das Schleimhautlager verkleinert sich dieser Spaltraum, der Speichel wird herausgepresst. Der dadurch erzeugte Unterdruck hält die Prothese, er bleibt aufrechterhalten, bis die kapillaren Kräfte des Mediums im Spalt überwunden werden. Dieses Medium ist natürlicherweise ein Gemisch aus Schleim und Speichel. Eingebrachte H. vergrößern nun dessen Viskosität, durch Quellvorgänge gleichen sie kleinste Hohlräume im Spalt aus und wirken als Adhäsiv sowohl gegenüber dem Prothesenmaterial als auch der Schleimhaut. Dadurch können Haftmittel den Prothesenhalt beträchtlich steigern.
H. befinden sich zahlreich auf dem Markt in Form von Pulvern, Gelen, Cremes oder Flüssigkeiten und sollten nur nach vorheriger zahnärztlicher Absprache Verwendung finden, da vor Anwendung derartiger Mittel unbedingt überprüft werden muss, ob der unbefriedigende Sitz nicht seine Ursache in einer mangelnden Passung des Zahnersatzes hat ( Unterfütterung) oder sonstige Störungen vorliegen. Ausnahmsweise und unter zahnärztlicher Aufsicht können H. bei folgenden Fällen auch über längere Zeit und unter regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle benutzt werden:

H. sollten in möglichst dünner Schicht auf den vorher gründlich gesäuberten und trockenen Zahnersatz aufgetragen werden. Ebenso muss eine besonders intensive Mundhygiene erfolgen (Entfernung von Resten auf der Mundschleimhaut, regelmäßige Spülungen z.B. mit Kamille), um Mundschleimhautentzündungen (Stomatitiden) vorzubeugen.
Die Zusammensetzung von H. kann je nach Hersteller sehr unterschiedlich sein. Folgende Stoffe können darin enthalten sein:
Calcium/ZinK PVM/MA Copolymer, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Cellulose Gum, Silica. In jüngerer Zeit (2010) werden Gesundheitsrisiken bei einem längeren Gebrauch zinkhaltiger Haftcremes diskutiert (Anreicherung größerer Zinkmengen im Körper verbunden mit neurologischen Symptomen, wie zum Beispiel Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schwäche der Extremitäten, Schwierigkeiten beim Gehen und Gleichgewichtsstörungen sowie Anämie).
Adhäsion, Implantat, Prothesenhalt, Prothesenreinigung, Sauger

Haftoxid
engl.: oxide to facilitate the adherence, oxid adhesive; Oxidschicht auf einer Legierung ("Aufbrennlegierung") zur chemischen Verbindung ("Anhaftung") mit einer keramischen Masse. Die Sauerstoffbrücken der Haftoxide werden meist durch Legierungszusätze von In, Zn und Sn gebildet; bei unedlen Metallen langt meist die sich nach dem Guss bildende natürlich Oxidschicht.
Nach Eichner beruht der Haftmechanismus von Porzellan auf Metall auf folgenden Faktoren (in Klammern: Gewichtung in %):
1. Chemische Bindung (50%): Sauerstoffbrücken durch Haftoxide der Legierungszusätze In, Zn, Sn.
2. Mechanische Haftung (22%) durch Abstrahlen zur Erlangung einer mikroskopisch retentiven Oberfläche,
3. Schrumpfhaftung (27%) durch eine geringe Differenz der thermischen Expansionskoeffizienten beider Werkstoffe.
4. Assoziationskräfte (Van-der-Waals-Kräfte, 1%) durch elektrostatische Anziehungskräfte zwischen Metall und Silikatgitter.
Legierung, Metallkeramik

Haftung
Haftpflicht, engl.: liability; grundsätzlich haftet jeder (Zahn-)Arzt für durch ihn herbeigeführte Behandlungsfehler (sog. "Kunstfehler" oder nach neuerer Diktion Behandlungsfehler) bei Verletzung der erforderlichen Sorgfalt und bei Unterlassung einer medizinisch notwendigen Maßnahme. Da es sich bei einer ärztlichen Leistung i.d.R. um eine Dienstleistung handelt, besteht keine H. für den gewünschten Behandlungserfolg bei sachgemäßer Behandlung ( Dienstvertrag)!
Haftungsinhalte sind ein Schadensersatz für Nachteile, die einer Person an Gesundheit und Vermögen entstehen, zum anderen ein Schmerzensgeld (für immaterielle Schäden) bei vorsätzlicher oder fahrlässiger Handlungsweise.
Daneben besteht eine H. aus unerlaubter Behandlung, z.B. bei mangelhafter oder fehlender Aufklärung, der Patient somit das Risiko des Eingriffs nicht richtig einschätzen konnte.
Zu dem Haftungstatbestand gehören die folgenden 4 Voraussetzung:



Haftungsvoraussetzungen

In deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern nimmt die Zahl an registrierten Vorwürfen wegen ärztlicher Behandlungsfehler (malpractice) zu. Schätzungen zufolge machen jährlich etwa 2000 Patienten vor Gericht Haftungsansprüche gegen ihren Zahnarzt geltend – im Vergleich zur Zahl der Behandlungen eine verschwindend geringe Zahl. Gleichwohl beobachten Juristen, dass die Haftungsfälle spürbar steigen, auch und gerade im Bereich der Zahnimplantologie. Der Grund: Angesichts steigender Implantationszahlen und komplexer werdender Eingriffe steigt auch die absolute Zahl von Misserfolgen – wobei Misserfolg nicht automatisch „Fehlbehandlung“ bedeutet.
Die Ausdehnung der Ansprüche eines Patienten gegen einen (Zahn-)Arzt wegen "unerlaubter Handlung" wurde ab 1.1.2002 auf 30 Jahre erhöht (alt: drei Jahre) mit einer Verjährungsfrist von 3 Jahren, nachdem der Patient davon Kenntnis erlangt hat.
Die Rechtsprechung erkennt an, dass es ein Arzt, "anders als zum Beispiel ein Handwerker", nicht mit toter Materie, sondern mit einem lebenden Organismus zu tun hat. Hierzu die Vorsitzende des Arzthaftungssenats beim Bundesgerichtshof, Dr. Gerda Müller: ". . . der Arzt (kann) nicht für Besonderheiten und unberechenbare Entwicklungen einstehen ( . . . ), die sich aus dem Eingriff in einen lebenden Organismus ergeben. Ein Misserfolg der Behandlung weist deshalb (noch) nicht auf einen ärztlichen Fehler hin".
Durch die Schadenersatzreform in 2002 wurde die H. des Zahnarztes zugunsten des Patienten erweitert:
Mit dem "Zweiten Schadenersatz-Änderungsgesetz" wurde ein einheitlicher und übergreifender Anspruch auf Schmerzensgeld bei Verletzungen von Körper und Gesundheit festgeschrieben, der nicht mehr nach dem Rechtsgrund für die Haftung fragt. Patienten können danach auch Schmerzensgeldansprüche geltend machen, ohne dass es dabei auf eine konkrete Rechtsgrundlage ("Vertragshaftung", "Gefährdungshaftung" oder "deliktische Haftung") ankommt. Konnte sich früher z.B. der Zahnarzt in Fällen, in denen der Patient durch Hilfspersonal zu Schaden kam, von der "deliktischen Haftung" dadurch entlasten, indem er nachwies, dass er das Personal ordnungsgemäß ausgewählt habe, hilft ihm dies nach der neuen Regelung nicht mehr weiter, da er bereits aus "vertraglicher Haftung" zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt werden kann.
Die regelmäßige Verjährungsfrist bei Schmerzensgeldansprüchen beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Schadenersatz- bzw. Schmerzensgeldanspruch entstanden ist und der Patient von dem Behandlungsfehler Kenntnis erlangt hat. Unabhängig von dieser Kenntnis verjähren Schadenersatzansprüche aus der Verletzung der Gesundheit bzw. des Körpers spätestens nach 30 Jahren, gerechnet ab dem schadenauslösenden Ereignis bzw. der Pflichtverletzung.
Kurios, was alles vor deutsche Gerichte gelangt, aber wahr:
"Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit Schmerzen rechnen und hat deshalb keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich von der Einwilligung des Patienten in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die Klage einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen beim Einsetzen von Kronen geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es handelte sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit einer solchen Behandlung verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)"

Juristisch besteht schon seit vielen Jahren folgende Problematik:
Jeder Gesetzlich Versicherte hat stets Anspruch auf eine angemessene Behandlung, die Honorare der Ärzte sind aber begrenzt ( Budget). Weiter muss das Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet werden. Haftungsrechtlich besteht aber nur dann eine Sicherheit, wenn stets das Optimale angeboten wird.

Haftungsrechtlich gibt es in den Staaten der EU kein gemeinsames Recht. Die gesetzlichen Grundlagen sind in den meisten dieser Staaten zwar mit D vergleichbar, aber die Regelungen  (Schadenersatz, Schmerzensgeld) können individuell sehr verschieden sein. Wenn auch nach der Verbraucherrichtlinie ein Haftungsfall bei einem deutschen Patienten vor einem deutschen Gericht zu beurteilen ist, so lässt sich diese Zuständigkeit durch geschickte Vertragsgestaltung umgehen und die Ansprüche müssen im jeweiligen EU-Land geltend gemacht werden. Außerhalb der EU besteht weder diese Schutzfunktion noch sind die gesetzlichen Grundlagen ähnlich. Ärzte haften dann nur nach dem Recht des Praxissitzes - und diese können nach deutscher Auffassung völlig unzureichend sein!
Aufklärung, Behandlungsfehler, Behandlung innerhalb der EU, Berufshaftpflicht, Beweislast, CIRS (Fehler-Melde-Systemen), Diagnose-Irrtum, Dokumentation, Fortbildungspflicht, Gewährleistung, Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung, klinische Studie, Komplikationen, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), Medizinprodukte, Patientenberatungsstellen, Patientensicherheit, Richtlinien, Verjährung, Weisheitszahn
umfangreiche Sammlung von Urteilen zum Arzthaftungsrecht
Behandlungsfehler: Schlichtungsstellen sind forscher als Gerichte
Das Bürgerliche Gesetzbuch ( BGB ) im Internet: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/index.html
"Schreckgespenster" der Zahnarzthaftung
Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. (BSZ e.V.): „Patientenschutz- und Patientenrechte“

Haftvermittler
engl.: primer; Stoffe, welche die Adhäsion versch. Stoffe verbessern oder überhaupt erst ermöglichen. Von Bedeutung sind in der ZHK besonders solche H., welche Haftungen an Schmelz oder Dentin ermöglichen oder/und verbessern, bzw. die Silane, welche als H. zwischen Kunststoff und Legierungen bzw. Keramik dienen
Adhäsivtechnik

halbaxiale Projektion , engl.: semiaxial projection; Okklusalaufnahme

Halbbandmatrize , Ivory Matrizenspanner

Halbkrone
Fensterkrone
, engl.: half-cap crown, open-face crown; historische Teilkronenart, die ähnlich der Dreiviertelkrone in einem kariesarmen Gebiss vereinzelt Verwendung fand. Es wird nicht der gesamte sichtbare Zahn zur Aufnahme einer Krone beschliffen, sondern im sichtbaren Bereich eigene Zahnsubstanz fensterartig unversehrt gelassen.
Teilkrone


Halbwinkeltechnik
Halbwinkelprojektion, Winkelhalbierungstechnik, Cieszynski-Dieck-Technik, engl.: bisection angle technic; in der zahnärztlichen Röntgenologie noch im Oberkiefer angewandte spezielle Technik, da der Zahnfilm aus anatomischen Gründen nicht immer parallel zur Objektachse (Zahnachse) angeordnet werden kann. Ein Zahn wird dann gleich groß (isometrisch) abgebildet, wenn der Zentralstrahl durch den Wurzelbereich (Apex) des Zahnes senkrecht zu einer Winkelhalbierende fällt, die den Winkel zwischen Zahnachse und Filmebene teilt (= "Halbwinkel"). Diese Technik ist relativ schwierig; das 1907 eingeführte Verfahren gilt wegen seiner Ungenauigkeit bei der Einstellung exakt auf eine imaginäre Ebene als überholt. Bei zu steiler Projektion wird der Zahn zu kurz, bei zu flacher zu lang auf dem belichteten Röntgenfilm wiedergegeben. Im Bereich des Arcus alveolaris wird ein Zuviel an Alveolarknochen dargestellt, Approximalflächen werden überlagert wiedergegeben. Diese Schwächen werden bei der (technisch-anatomisch nicht immer durchführbaren) Rechtwinkel- oder Parallel-Technik vermieden.
laterale Zahnaufnahme, Paralleltechnik, Rechtwinkeltechnik, Summationseffekt, Tubus



Halimeter
Halitometer, Sulfid-Monitor, engl.: do.; Messgerät zur objektiven Bestimmung von Mundgeruch: Eine spezielle Sonde misst die Zerfallsproduktgase (VSC, Halitosis) und stellt deren Werte graphisch auf einem Display dar; eine Unterscheidung in die versch. Gerüche bzw. deren Ursache ist bisher nicht möglich. Da diese Methode - im Gegensatz zum subjektiven Erschnüffeln - jederzeit reproduzierbar ist, eignet sie sich besonders zum Monitoring und dazu, dem Patienten die Fortschritte seiner Mundhygiene zu zeigen. Ebenso ist ein Einsatz bei der sog. Halitophobie nützlich. Als normal gelten VSC-Konzentrationen bis 100 ppb.
Weitere Möglichkeiten der Mundgeruchsmessung sind:
  • Gaschromatographen
    gelten heute (2005) als der Goldstandard - Messungen im Nano-Bereich möglich, gut für wissenschaftliche Studien. Wegen hoher Kosten und einer aufwendigen Bedienung für die Praxis ungeeignet
  • Elektronische Nase (EN)
    aus der Lebensmittelchemie abgeleitete noch junge Technologie auf der Basis von Halbleitersensoren (Metalloxide). Neben VSC können auch noch andere Gerüche gemessen werden
  • Für den "Hausgebrauch" ist seit einigen Jahren ein "Mundgeruchsdetektor" mit dem Namen "Fresh Kiss™" (s. Abb.) für ca. 40 € auf dem Markt. Dieses Feuerzeug-große Gerät misst - ähnlich einem Alkoholmeter - flüchtige Schwefel- (Methyl-Merkaptan) und Kohlenwasserstoffverbindungen (Ethylen) und zeigt diese in 4 Stufen auf einem symbolischen Display an; es erkennt keine krankheitsbedingten oder durch Speisen (Knoblauch usw.) verursachten Gerüche. Wissenschaftliche Untersuchungen sind dem Autor nicht bekannt.

Halitosis
http://www.halimeter.com/




©: http://www.halithose.de/


© der Grafik:
Fresh Kiss

Halitophobie , Halitosis

Halitosis
Mundgeruch
, engl.: do.; früher als Ausdruck für Mundgeruch, der nicht seine Ursache im Mundhöhlenbereich hat, verwendet, heute zunehmend als Oberbegriff für Mundgeruch jeglicher Ursache gebraucht. Innerhalb des Mundbereiches sind fast immer Stoffwechselprodukte von bestimmten gram-negativen Bakterien die eigentliche Geruchsursache, da diese Speisereste, Blut, Zellen und einige chemischen Komponenten des Speichels abbauen. Dieser als bakterielle Aminolyse bezeichneter Vorgang (Zersetzung von Peptiden und Proteinen) führt zur Entstehung und Freisetzung so genannter VSC (volatile sulfur compounds), welche vom Geruch her von vielen Menschen als unangenehm empfunden werden. Derartige geruchsproduzierende Bakterien finden sich - da besonders ohne Sauerstoff gut gedeihend - in versteckten Höhlungen, wie tiefen kariösen Defekten, Zahnzwischenräumen, tiefen Zahnfleischtaschen (Patienten mit einer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) haben ein messbar höheres Risiko für Mundgeruch als gesunde Menschen) und dem hinteren Drittel des Zungenrückens. Nach unterschiedlichen Literaturangaben klagen etwa 20-35% über gelegentlichen Mundgeruch; ca. 6 % leiden dauernd darunter. Die Ursachen sind etwa zu 85 % in der Mundhöhle zu suchen.
Nach der klassischen Definition wird nach dem Entstehungsort unterschieden in:

Die Diagnose der H. erfolgt entweder subjektiv durch ein "Erschnüffeln" (sog. organoleptische Messung; Abstand zwischen 10 und 100 cm vom Mund des Patienten, s. Abb., wobei Grad 3 den intensivsten Mundgeruch beschreibt) mit dem Nachteil einer sehr individuellen und nicht reproduzierbaren Empfindlichkeit oder neuerdings durch Messgeräte ( Halimeter)

         
                         

 
Schweregrade nach Seemann (2001)

Eine Behandlung des von der Mundhöhle ausgehenden Mundgeruchs (Foetor ex ore, s.o.) erfolgt ausschließlich durch die Beseitigung der verursachenden Bakterien bzw. indirekt durch eine Sanierung des Gebisses um hygienisch saubere Zustände zu schaffen. Daneben ist das hintere Drittel der Zunge unbedingt in die Mundhygienemaßnahmen mit einzubeziehen. Zusätzlich werden Mundspüllösungen empfohlen; Chlorhexidin, Zinkchlorid, Cetyl-Pyridin-Chlorid (CPC), Wasserstoffperoxid, Triclosan, Aminfluorid, Zinnfluorid und das ölige Listerine® werden bisher als positiv bewertet. Zahncremes haben eine geringere Wirkung als Spülungen, Lutschpastillen und Kaugummis ohne spezielle Wirkstoffe sind ohne längere Wirkung - dagegen zeigen Zusätze von Zn2+ eine sofortige Reduktion von VSC. Polyphenole im Schwarztee stören unter anderem das Wachstum von Bakterien, die für Mundgeruch zuständig sind und können zu hilfreich sein.
Stark im Zunehmen begriffen ist in jüngster Zeit ein vom Patienten geäußerter, aber subjektiv nicht feststellbarer Mundgeruch. Dieses Phänomen wird als Pseudo-Halitosis (Beschwerden bessern sich, nachdem der Patient entsprechend aufgeklärt wurde) oder in schweren Fällen als Halitophobie (auch eine noch so gründliche Aufklärung kann den Patienten nicht von seiner Fehleinschätzung abbringen) bezeichnet. Die Ursachen sind im psychischen Bereich und Umfeld des Patienten zu suchen (falsche Interpretationen von Abwehrreaktion von Mitmenschen gegenüber dem Betroffenen usw.
Obwohl Menschen mit H. sozial und psychisch stark unter dem Mundgeruch leiden können, werden in Deutschland - im Gegensatz zu den USA - von Ärzten und Zahnärzten nur selten adäquate Therapien angeboten.

Behandlungskonzept der Universität Basel (©: Professor Filippi):

          

Bacteroides forsythus, Foetor ex ore, Halimeter, Prevotella intermedia, Treponema denticola, Zungenbelag, Zungenbelagsindex
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie - Ratgeber (2014)

Haller Klammer
Haller-Papillen-Klammer, engl.: Haller's (interdental retained) clasp; ähnlich einer Kofferdamklammer konstruierter Behelf zum Verdrängen der Interdentalpapille oder zum Fixieren von Watterollen bei der Trockenlegung.
Sehr ausführliche, bebilderte Darstellung oder ©: Dr. Horst Landenberger bzw. als Video: http://www.youtube.com/watch?v=hx1K5RBTfeU
Neue Hallerklammer (vom gleichen Autor)


Hallermann-Syndrom
Hallermann-Steiff-Syndrom, okulo-mandibulo-faziales Syndrom; sehr seltene (weltweit 150 Fälle bekannt), erbliche u. komplexe Missbildungen im Bereich des Kopfes. Zahnärztlicherseits besteht eine Zahnunterzahl und ein zurückgebildeter Unterkiefer.

Halo Effekt
gr. "Halo" für Rand oder Hof; Lichteffekt, der durch die Brechung und Spiegelung des Lichts an Kristallen entsteht. In der Füllungstherapie mit Komposites verleiht dieser rundliche, durchscheinend-bläuliche Effekt ( Transluzenz) ein natürliches Aussehen, wie z.B. der restaurierten Schneidekante. Daneben entsteht diese Erscheinung ungewollt an Komposite-Füllungsrändern durch ein fehlendes Finieren der aufgelockerten Schmelzprismen nach hochtouriger Präparation.

Halogenkohlenwasserstoff
engl.: halogenated hydrocarbon; Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle Halogene (Fluor, Chlor, Brom oder Jod) enthalten. Verwendung als Lösungsmittel für Fette, Weichmacher, Flammschutz-, Feuerlösch-, Kälte- und Treibmittel. Hochtoxisch für die Leber und das ZNS. Weiter wirken viele H. als ozonabbauende Verbindungen (Ozonschicht) oder als Treibhausgase.

Halothan
Inhalationsnarkotikum, halogenierter (fluorierter) Kohlenwasserstoff: 2-Brom-2-chlor-1,1,1-trifluorethan; flutet verhältnismäßig rasch an und ab und ist somit gut steuerbar. Heute weitgehend von den Fluranen (Isofluran, Sevofluran und Desfluran) abgelöst.
Inhalationsnarkose, Narkose

Haltbarkeit
Langlebigkeit
, verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, engl.: longevity (durability) of different filling materials and techniques within the posterior tooth area; wichtiges Kriterium für den Einsatz eines bestimmten Füllungsmaterials oder - technik. Untersuchungen gehen davon aus, dass ca. 60% der zahnärztlichen Behandlungszeit für die Erneuerung zahnärztlicher Arbeiten aufgebracht werden müssen.
Die größten Probleme bei derartigen Untersuchungen bzw. Einschätzungen sind einmal, dass es keine klinisch objektivierbaren Untersuchungsmethoden gibt. Jeder Behandler legt andere Maßstäbe an, wobei das Vertrauen in die eigen Arbeit höher einzustufen ist, als wenn Fremdarbeiten beurteilt werden müssen. Zum anderen klafft häufig eine große Lücke zwischen einer offensichtlich nicht mehr tauglichen Versorgung und dem subjektiven Empfinden des Patienten. Insofern sind in der Literatur auch eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Zahlen zu finden. Die nachfolgende Übersicht von R. Hickel u.a. (2008) gibt die jährliche Verlustquote (in %) für Füllungen im Seitenzahnbereich (Klasse I u. II) wieder:

Restaurationsart
(Klasse I u. II)
Mittelwert (SD)
jährliche Verlustquote (%)
Median
jährliche Verlustquote (%)
Amalgam 1,5 1,2
Glasionomerzement 6,7 6,7
Komposite 2,2 1,9
Kompomere 1,9 1,6
Kompositinlay 2,1 2,2
Keramikinlay 1,9 1,6
CAD/CAM (Cerec) 1,8 1,5
Goldinlay /-onlay
Teilkrone
0,8 0,5

Haltbarkeit
von Füllungen (Amalgam vs. Komposite), engl.: longevity (durability) of expanded fillings, (amalgam vs. composite). In den letzten Jahren (Stand 2009) sind in den USA und Portugal herausragende Studien an jeweils ca. 500 Kindern zu dieser Frage durchgeführt worden, deren voller Text von der ADA frei angeboten wird. Auszugsweise (nach M. Logies): in bleibenden Zähnen mussten innerhalb von nur 5 Jahren 14,9% der Kompositefüllungen, aber nur 10,8% der Amalgamfüllungen ersetzt werden (P=0,45), die Reparaturrate betrug 2,8% vs. 0,4% (P=0,02) zuungunsten von Komposite. In der Beobachtung von bis zu 7 Jahren betrug die Überlebensrate für Amalgam 94,4%, die für Komposite 85,5%. Die Sekundärkariesrate, vor Frakturen Hauptgrund für Füllungsverlust, war für Komposite 3,5fach gegenüber Amalgam erhöht. In einer Nachanalyse zu konnte kein kariesprotektiver Effekt des Fluorids in Kompomer gegenüber Amalgam festgestellt werden.
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von zahnfarbenen Füllungen, Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, Kariesaktivität
S1-Handlungsempfehlung „Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich“ - Erfolgreich einsetzbar – klinisch bewährt (zm, 2017)

Haltbarkeit von Implantaten ; engl.: longevity (durability) of dental implants; Implantaterfolg

Haltbarkeit
von Inlays
vs. Teilkronen, engl.: longevity (durability) of dental restorations (inlays vs. partial crowns); in 2005 kommen Dr. Haberkorn u. Professor Dr. Thomas Kerschbaum (Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität zu Köln) zu folgenden Ergebnissen:
Teilkronen erzielen aufgrund der längeren Verweildauer und geringeren Verlustquote bessere Ergebnisse als Goldinlays, doch haben auch letztere sehr gute Überlebenschancen. Prinzipiell stellen beide Arten des Zahnersatzes zuverlässige und dauerhafte Restaurationsarten dar. Deswegen sollte sich die Auswahl danach richten, wie groß der Schaden am Zahn ist.
15 Jahre nach der zahnärztlichen Behandlung sind noch achtzig Prozent dieses Zahnersatzes funktionsfähig, nach weiteren fünf Jahren verringert sich diese Zahl um sieben Prozent. Dabei schneiden Teilkronen wesentlich besser ab als Inlays. Die Verweilwahrscheinlichkeit einer Teilkrone liegt nach 15 Jahren zwanzig Prozent über der einer großen Goldfüllung.
Gründe für den Verlust von Inlays und Teilkronen sind vor allem neue Karies und mangelnde Befestigung. Behandlungen der Pulpa eines Zahnes, beispielsweise an der Zahnwurzel, stellen eine weitere Ursache dar. Gelegentlich sind Brüche der Zähne oder Risse, bzw. Löcher in der Kaufläche Gründe für den Wegfall des Zahnersatzes. Insgesamt gehen auf diese Weise rund zehn Prozent des Zahnersatzes verloren, dabei sind Teilkronen und Inlays gleichermaßen betroffen. Nach ihrem Verlust können sie jedoch beide Füllungsarten in den meisten Fällen erneuert werden. Die Fälle, bei denen die Zähne gezogen werden müssen, liegen bei Teilkronen und Inlays jeweils unter einem Prozent.
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, Haltbarkeit von Zahnersatz

Haltbarkeit
von natürlichen Zähnen, engl.: life of natural teeth; diese individuell sehr schwierig zu beantwortende Frage hat Prof. St. Zimmer aufgrund der Mundgesundheitsstudie von 2006 versucht zu beantworten. Er schreibt dazu u.a. (ZPW 7+8/2007):
"Nach den neuesten bundesrepräsentativen Daten des Institutes der Deutschen Zahnärzte (IDZ) aus dem Jahre 2006 sind in der Kohorte der 65- bis 74-Jährigen Deutschen noch 13,9 natürliche Zähne vorhanden. Wenn man davon ausgeht, dass sich diese Zähne im Durchschnitt seit rund 60 Jahren in der Mundhöhle befinden, gelangt man zu einer Zehnjahres-Überlebensrate von 91,6% und einer jährlichen Verlustrate von 0,84%. Demnach gehen pro Jahr im Durchschnitt 0,24 Zähne verloren. Die Weisheitszähne finden bei dieser Berechnung keine Berücksichtigung. Der Mittelwert von 14,1 fehlenden Zähnen bei 65- bis 74-jährigen umfasst natürlich eine große Spanne von Individuen mit unterschiedlichsten oralen Gegebenheiten. Dementsprechend zeigt dieser Wert auch auf eine breite Streuung. So sind einerseits 22,1% der Population komplett zahnlos, während exakt der gleiche Prozentsatz noch mindestens 24 eigene Zähne im Mund hat. Es lohnt sich daher, einen Blick darauf zu werfen, wie viele Zähne unter optimaler Prophylaxe bis ins hohe Alter erhalten werden könnten. Axelsson und Lindhe (2004) haben nach 30 Jahren Individualprophylaxe bei 50- bis 65-Jährigen durchschnittlich noch 26,3 eigene Zähne vorgefunden. Bei der Alterskohorte der 66- bis 80-Jährigen waren es noch 25,1 und bei den 81- bis 95-Jährigen immerhin noch 18,3 Zähne. Unter den Bedingungen optimaler Prophylaxe ergeben sich demnach eine Zehnjahres-Überlebensrate von 98,5% und eine jährliche Verlustrate von 0,15%. Das bedeutet, dass im jährlichen Durchschnitt nur 0,04 Zähne verloren gehen."
Zahnverlust

Haltbarkeit
von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, engl.: longevity (durability) of plastic (tooth colored) fillings, im Seitenzahnbereich (posterior tooth area). In Anbetracht der hohen Kosten, die für die konservierende Versorgung anfallen, ist es von großem Interesse zu wissen, welche durchschnittliche Überlebenszeit für die verschiedenen Restaurationsformen erwartet werden kann. Allerdings differiert die klinische Einschätzung, ob eine Restauration erneuerungsbedürftig ist oft zwischen den verschiedenen Nachuntersuchern, und reflektiert die Aussagekraft, die derartigen Bewertungen zugrunde liegen kann: So zeigt die Befunderhebung bei Patienten oft Füllungen, die eigentlich den strengen Anforderungen/Kriterien an klinisch einwandfreie Füllungen nicht mehr entsprechen, die aber durchaus noch weiter ihren Zweck erfüllen können und nicht unbedingt sofort ausgetauscht werden müssen. Hinzu kommt die Tatsache, dass in den versch. Untersuchungen nichts über die Füllungsgröße/-umfang ausgesagt wird und dass die Untersuchungen sich auf versch. Handelspräparate beziehen, die untereinander nicht vergleichbar sein können.

Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von ausgedehnten Füllungen, Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, Kariesaktivität
S1-Handlungsempfehlung „Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich“ - Erfolgreich einsetzbar – klinisch bewährt (zm, 2017)

Haltbarkeit
von zahnärztlichen Arbeiten
, engl.: longevity (durability) of dental restorations; nachfolgende Zusammenstellung gibt Durchschnittswerte für versch. zahnärztliche Versorgungen wieder - individuelle Gegebenheiten können u.U. sehr davon abweichen. Wie bei allen Dingen des Lebens gilt: Ohne gute Mundhygiene sind bei allen Materialien die Zeiten kürzer, wobei metallische Werkstoffe wegen ihrer "Bakterienfeindlichkeit" diese Nachlässigkeit mehr "verzeihen".

Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von natürlichen Zähnen, Kariesaktivität
Nachsorgeaufwand und Kostenvergleich von Implantatprothetik und konventioneller Prothetik bei der Therapie der verkürzten Zahnreihe

Haltbarkeit
von Zahnersatz
, engl.:longevity (durability) of denture; es gibt keine allgemeingültigen Regeln zur Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, da viele Faktoren die Verweildauer im Mund bestimmen. Im Gegensatz zu früher spielen dabei die materialbedingten Ausfälle beim Einsatz bewährter Verfahren nur noch eine untergeordnete Rolle. Neben einer individuellen, biologischen Komponente sind eine korrekte Planung, (technische) Ausführung und Eingliederung des Zahnersatzes ebenso entscheidend wie eine regelmäßige fachmännische Kontrolle und eine sorgsame häusliche Pflege. Gesetzliche Versicherer bezuschussen (Stand 2003) i.d.R. eine Neuanfertigung von Zahnersatz nach 5 Jahren H. In den Lehrbüchern sind Spannen zwischen 8 und 10 Jahren - gemessen an wissenschaftlichen Kriterien und nicht unter einer Patientenzufriedenheit - zu finden.
Wissenschaftliche Studien - besonders untereinander vergleichbare - sind dem Autor nicht bekannt; Standards in der Beurteilung existieren nicht. Einen Anhaltspunkt für Deutschland liefert eine umfangreiche Studie bei festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) von Prof. Kerschbaum (Köln, 2000), welcher 34.000 Rechnung einer privaten deutschen Krankenversicherung (DKV) in einer repräsentativen Stichprobe über 25 Jahre (1974-1999) auswertete. Pro Patient wurde dabei nur eine Brücke/Krone analysiert, um die Unabhängigkeit der Auswertung zu gewährleisten. Insgesamt wurden 4.363 Kronen und 1.664 Brücken analysiert. Als Zielkriterium galt: Erneuerung der Kronen und Brücken bzw. der Verlust des Pfeilerzahns = Misserfolg in dieser Zeit. Die Studie sagt nichts darüber aus, ob der Zahnersatz nach fachlichen Kriterien (welchen?) noch in Ordnung ist:

Zeit nach Eingliederung in Funktion (%) 95 % Konfidenz-Intervall
Kronen Brücken Kronen Brücken
1 Jahr 99,8 99,7 99,6 - 100,0 99,4 - 100,0
5 Jahre 94,1 97,5 92,7 - 95,5 96,6 - 98,5
10 Jahre 83,3 86,6 80,9 - 85,6 84,3 - 88,9
15 Jahre 68,3 72,2 65,3 - 71,3 69,1 - 75,3
20 Jahre 48,4 50,2 45,0 - 51,9 46,6 - 53,9
25 Jahre 28,6 27,7 25,0 - 32,1 24,0 - 31,4

(© zm-online)

Eine neuere Studie aus Schweden (Eriksson et al., 2004) kommt zu ähnlichen Ergebnissen, wobei kleinere Restaurationen schlechter abschneiden (Vermutung: Überbelastung der Pfeilerzähne). Als Hauptgründe für einen Verlust werden Sekundärkaries und Wurzelfrakturen angegeben.
Eine weitere Studie (Dietze, S., Kerschbaum, Th., Teeuwen, R.; DZZ 58, 2003) beschäftigt sich mit der Haltbarkeit von herausnehmbaren Zahnersatz ("Langzeitschicksal" von klammerverankerten Modellgussprothesen):
In einer retrospektiven Analyse des Patientengutes einer Kassenpraxis (1225 Patienten) wurden Verweildauer von Modellgussprothesen und Überlebensrate der Restzähne untersucht.
Die Prothesen waren nach parodontalhygienischen Prinzipien gestaltet, Auflagen in der Zahnhartsubstanz wurden nicht eingeschliffen. Ein Recall-System existierte in der Praxis nicht.
Nach 5 Jahren waren noch 84% der Prothesen in Funktion, nach 10 Jahren 59% (15 Jahre: 38,8 %, 20 Jahre: 23,5 %, 30 Jahre: 14,5% ). Die durchschnittliche Nutzungsrate lag bei 11,7 Jahren.
Im Beobachtungszeitraum ergab sich, bezogen auf die erfassten 10.035 Restzähne, eine Extraktionshäufigkeit von 29,2 %. Innerhalb von 14 Jahren waren etwa 50 % der Restzähne verloren gegangen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Vollprothesen oftmals länger getragen werden, als dies medizinisch vertretbar wäre: Besonders die Abrasion der heute gängigen Kunststoff-Ersatzzähne und der altersbedingte Kieferschwund lasen es als geboten erscheinen, nach spätestens 10 Jahren eine Erneuerung oder eine labormäßige Anpassung (Unterfütterung, Erneuerung der Zähne) vorzunehmen.
Gewährleistung, GoldenGate System, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von natürlichen Zähnen, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Haltbarkeit ("Langzeitbewährung") von Teilprothesen, Haltbarkeit von zahnärztlichen ArbeitenKariesaktivität
Nachsorgeaufwand und Kostenvergleich von Implantatprothetik und konventioneller Prothetik bei der Therapie der verkürzten Zahnreihe

Haltedorn
Abstandshalter, engl.: retaining spikekieferorthopädisches Fixationselement bei herausnehmbaren Apparaturen, um das Wandern von Zähnen in bestehende Lücken zu verhindern; zuweilen auch als aktives Element eingesetzt.

Halteelemente
Retentionselemente, Haltefunktion, engl.: retaining element; vielfältige Konstruktionen in der Teilprothetik, um den herausnehmbaren Zahnersatz gegen funktionell auftretende, "abziehende" Kräfte zu sichern. H. ohne spezielle Abstützung ("einfache Klammern") verhindern zwar das Lösen, aber nicht das Absinken der Prothese. In der Kieferorthopädie als Befestigungselemente eingesetzt, um u.a. auch aktive Kräfte durch Apparaturen ( aktive Platte) auf die Zähne und den Kiefer zu übertragen.
Die einfachste Form von H. sind Klammern versch. Konstruktion ohne Abstützung (= Halteklammern). Zum Einsatz kommen weiter Klammern mit Abstützung (= Halte-Stütz-Klammer), Teleskopkronen, Geschiebe, Riegel und Stege.
Unterteilung in:

Die Kraft der H.  ("Haltekraft") sollte Werte von 8-10 N nicht übersteigen, da sonst mit einer dauerhaften Schädigung des Zahnhalteapparates zu rechnen ist.

Bei Vollprothesen - hier sind mangels Zähnen keine klassischen Halteelemente einsetzbar - übernehmen andere Kräfte bzw. Gegebenheiten die Haltefunktion: Saughaftung durch Erzeugung eines Unterdrucks an der Prothesenbasis, funktionelle Einbindung in die Muskulatur ( Funktionsabdruck), Adhäsionskräfte des Speichels und eine (Re-)Stabilisierung beim Zusammenbiss; Prothesenhalt.
Abstützelemente, Adams Klammer, Doppelarmklammer, Geschiebe, Gilmore Reiter, Klammer, Magnetkräfte, Ösenklammer, Prothesenhalt, Resilienzteleskop, Stützelement, Verbindungselement, Zahnfleischklammer

Haltekraft , engl.: contact retention; Halteelement

Hämangiom
"Blutschwamm", engl.: haemangioma; gutartiges Blutgefäß-Geschwulst, in der Mundhöhle bevorzugt an den Innenseiten der Lippen, Zunge und Wangen vorkommend mit knötchenförmigen Ausbuchtungen im Alter.
Ursache unbekannt; häufig sind die H. schon bei der Geburt vorhanden oder treten in den ersten Lebensjahren auf; Behandlung durch Exzision.

Vor allem im Kieferseitenzahnbereich kann vereinzelt auch ein Knochenhämangiom - intraossäres Hämangiom - auftreten, welches röntgenologisch mit einer dentogenen Entzündung verwechselt werden kann. Derartige Veränderungen sind gutartige, langsam wachsende Knochenläsionen ohne bekannte Ursache und betreffen die ersten drei Lebensjahrzehnte häufiger. Werden diese vor einer Zahnentfernung in diesem Gebiet nicht diagnostiziert, so kann es zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Blutungen kommen.

Granulom, Lippenzyste, Lymphangiom


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H
. im Wangenbereich
bei einem 80-jährigen
Patienten


H. an der Oberlippe

 

 



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intraossäres H
. präoperativer Zahnfilm 36 mit interradikulärer Aufhellung bei erhaltener Sensibilität


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Arteriogramm eines H.

Hamartom
engl.: hamartoma, geschwulstähnliche Neubildung, welche im Gegensatz zu echten Tumoren keine primäre Wachstumsautonomie besitzt. Es handelt sich dabei um eine während der Embryonalentwicklung entstehende, gutartige tumorartige Fehlbildung aus atypisch differenziertem Keimgewebe.
Cowden-Krankheit, Odontom

hämatogen , engl.: hematogenic; aus dem Blut stammend bzw. durch das Blut transportiert oder auch: Blut bildend

Hämatom
Haematoma, Bluterguss, Blutfleck, engl.: hematoma, black eye; in der ZHK meist als subkutanes Hämatom als Folge von Kieferoperationen (postoperativ) oder nach Unfällen (posttraumatisch) vorkommend. Das in das Unterhaugewebe austretende Blut zeigt anfangs bei leichter Schwellung eine blaurote, später durch Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin, einen gelblich-bläulichen und dann grünen Blutfleck bzw. eine entsprechende "Blutbeule". "Künstliche Bluter" und andere Störungen in der Blutgerinnung begünstigen ein H.
Blutgerinnungsstörungen, Brillenhämatom, Spritzenabszess


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H. der Oberlippe als Operations-folge


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hämorrhagisch , engl.: h(a)emorrhagic; zu Blutungen neigend/führend, mit Blutungen zusammenhängend

Hämostyptika
Hämostatika, engl.: hemostyptic, haemostatic agentblutstillende Mittel. Sammelbezeichnung für entsprechende Medikamente, welche lokal oder systemisch angewandt werden ( Blutgerinnungsstörungen). Die in der ZHK gebräuchlichen lokalen H. nach chirurgischen Maßnahmen sind meist auf Basis von Fibrin und/oder Gelantine (Biopolymere wie Gelatine, Fibrinschwamm, Fibrinkleber); bei prothetischen Maßnahmen kommen meist Gefäß-Adstringenzien oder ausfällende Stoffe (Eisen-Metallsalze bzw. Adrenalin) zur Blutstillung vor Abdrucknahme zum Einsatz.
Aluminiumchlorid, Blutgerinnungsstörungen, Kollagenschwamm, Nachblutung

Handbissnahme
geführte, engl.: hand guided bite-taking (with the hands of the dentist); ohne großen instrumentellen Aufwand durchgeführte, horizontale Kieferrelationsbestimmung unter Zuhilfenahme von Biss-Schablonen; angewandt i.d.R. im zahnlosen Kiefer als eine der möglichen Kieferrelationsbestimmungen. Dabei erfolgt die Positionierung des Unterkiefers bei entspannter Patientenhaltung durch die "führende Hand des Zahnarztes". Eine derartige Bestimmung der Zentrik (maximale Interkuspidation) setzt vom Behandler viel Erfahrung und Übung voraus und bedingt eine entspannte Kiefermuskulatur des Patienten.
Bissnahme

Händedesinfektion
engl.: hand disinfection; Anwendungen zur Reduzierung der Keimzahlen auf der Handoberfläche mit Hilfe von Händedesinfektionsmitteln, dies besonders dann, wenn auf die Anwendung von Einmalhandschuhen verzichtet wird. Vorgebeugt werden soll dadurch der Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern (Bakterien und Viren) von einem Patienten zum folgenden; weiter als eigener Schutz für die behandelnden Personen selbst.
Unterscheidung in hygienische und chirurgische H.. Die Einwirkzeit beträgt mindestens 30 sec.; bei erhöhtem Risiko und bei chirurgischen Maßnahmen bis zu 5 Minuten.
Zum Einsatz kommen meist alkoholische Präparate (Ethanol, n- und iso-Propanol), welche in den trockenen Händen verrieben werden; hingegen erreichen hygienische Händewaschungen mit antimikrobiellen Waschpräparaten oder die Seifenwaschung nicht so gute Resultate.
Desinfektion
> http://www.medizin.uni-greifswald.de/

Handinstrument
engl.: hand instrument; Schlagwortbezeichnung für eine Vielzahl zahnärztlicher Werkzeuge, welche im Gegensatz zu rotierenden Instrumenten ( Bohrer) durch die zahnärztliche Hand in Funktion gesetzt wird.
Heidemann-Spatel

Hand-Fuß-Mund-Exanthem (Krankheit)
falsche Maul- und Klauenseuche, engl
.: hand-foot-mouth disease; durch das Coxsackie-Virus ausgelöste gutartige, fieberhafte, meist epidemische Erkrankung. Der aphthenartige bis großblasiger Hautausschlag tritt an Händen, Füßen sowie der Mundschleimhaut auf; die Lippen bleiben davon ausgespart. Die äußerst hartnäckige Infektion (Schmier- oder Tröpfcheninfektion) befällt in den meisten Fällen Kinder unter 10 Jahren. Nach einer Inkubationszeit von 3-6 Tagen treten Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen und Bauchschmerzen auf, wobei die Mundschleimhaut zuerst befallen wird. Eine antibiotische Abschirmung ist nur in besonders schweren Fällen bei der von allein ausheilen Krankheit (~ 10 Tage) erforderlich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hand-Fu%C3%9F-Mund-Krankheit


Periorales Exanthem bei einem 11 Monate alten Kind
©: MidgleyDJ at en.wikipedia
Hand-Röntgenaufnahme
"Handaufnahme", engl.: hand radiograph; diagnostisches Hilfsmittel in der Kieferorthopädie zur Bestimmung der individuellen Wachstumssituation ("skelettale Reife") und somit zur Festlegung des günstigsten Behandlungszeitpunktes und/oder, ob bei einer geplanten Maßnahme noch mit entscheidenden Wachstumskräften zu rechnen ist. Dieses Wissen ist besonders bei Bisskorrekturen (Lage des Unterkiefers, Bisshebung) von Bedeutung. Nach Björk werden dabei 8 Reifestadien unterschieden; nach Grave und Brown sind 6 Verknöcherungsstadien zu beobachten, wobei die größte Wachstumsgeschwindigkeit bei weibl. Jugendlichen zwischen 11 u. 13 Jahren, bei männl. zwischen 13 u. 15 Jahren liegt. Fishman unterscheidet bei der radiologischen Bewertung der Hand insgesamt elf verschiedene Reifestadien.
Die Verknöcherung der Handknochen steht in Relation zum gesamten Wachstum des menschlichen Skeletts. Daher kann mit Hilfe der Handröntgenaufnahme bestimmt werden, in welchem "Wachstumsstadium" sich der Körper befindet.
Fernröntgenbild, Kieferorthopädie, Wachstumskurve
http://www.kieferorthopaedie-wissen.de/
 



Aufnahme einer
14-Jährigen

 



Aufnahme einer
17-Jährigen

Handstück
engl.: handpiece; im Gegensatz zum im Mund fast ausschließlich gebräuchlichen Winkelstück stimmt die Längsachse des H. mit dem des Bohrers überein; es handelt sich um ein gerades Übertragungsinstrument. Einsatz vornehmlich in der Zahntechnik ("Technikhandstück")
Doriot Gestänge

Handzahnbürste , Zahnbürste , Special: Mundhygiene

Hansa-Platte
"elastischer Aktivator", engl.: Hansa plate funktionskieferorthopädischen Gerät, bei welchem die Oberkieferplatte anhand von Spezialfedern mit der Unterkieferplatte verbunden ist.

Harmoniebox
nach Segner und Hasund; Normogramm mit den Variablen SNA-Winkel, SNB-Winkel, ML/NSL-Winkel, NL/NSL-Winkel, NSBa-Winkel; Bergen-Analyse

Harmonielinie
von ANGLE beschriebener Verlauf eines harmonischen vertikalen Profils: Nasion, Subnasale und Pogonion liegen idealerweise auf einer Linie

Ästhetiklinie, Biomet-Gesicht, Fernröntgenbild, Kephalometrie, Kieferprofilfeld, S-Linie (Steiner Profillinie), Vorgesicht/Rückgesicht


Härtefall
Härtefallklausel, engl.: hardship case (clause); um Gesetzlich Versicherte vor finanziellen Überforderungen durch Zuzahlungen für medizinische Leistungen zu bewahren, sieht das Sozialgesetzbuch eine sog. Härtefallklausel ("Sozialklausel") sowie eine Überforderungsklausel vor. Über die Härtefallklausel werden bestimmte Personengruppen komplett von der Zuzahlung befreit. Die "gleitende Härtefallklausel" vermeidet Ungerechtigkeiten bei den Höchstsätzen nach der Sozialklausel. Dagegen gilt die Überforderungsklausel grundsätzlich für alle Versicherten und befreit teilweise von den Zuzahlungen.
Für das Jahr 2013 gelten folgende monatliche Einkommensgrenzen für eine vollständige Kostenübernahme bei der Regelversorgung:
Alleinstehende 1.078 Euro
mit einem Angehörigen 1.482,25 Euro
jeder weitere Angehörige zusätzliche 269,50 Euro
Die Voraussetzungen für einen H. werden von der zuständigen Krankenkasse geprüft. Wichtig: Wer von den Zuzahlungen zu Arznei- und Heilmitteln befreit ist, fällt nicht automatisch unter die Härtefallregelung bei Zahnersatz. Für die Versorgung mit Zahnersatz ist stets eine gesonderte Antragstellung und Prüfung erforderlich.
  Beispielrechnung der TK.

Für Zahnersatz gelten die Härtefallregelungen ab 2005 auf Basis der neuen Festzuschussregelung - hier zu 100 % auf die Regelversorgung = doppelter Festzuschuss. Der monatlich anfallende Beitrag für die Zahnersatz-Versicherung (ab 1.7.2005) muss allerdings von allen Versicherten geleistet werden. Dies gilt auch für Sozialhilfeempfänger, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Sie wurden im Zuge der Gesundheitsreform mit GKV-Versicherten gleichbehandelt und zahlen deshalb auch den Beitrag für die Zahnersatz-Versicherung. Zusätzlich heißt es im Sozialgesetzbuch (§ 55 Leistungsanspruch) zu den sog. "Gleitenden Härtefällen" (=unzumutbare Belastung): „Versicherte haben bei der Versorgung mit Zahnersatz zusätzlich zu den Festzuschüssen nach Absatz 1 Satz 2 Anspruch auf einen weiteren Betrag. Die Krankenkasse erstattet den Versicherten den Betrag, um den die Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz 2 das Dreifache der Differenz zwischen den monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt und der zur Gewährung eines zweifachen Festzuschusses nach Absatz 2 Satz 2 Nr. 1 maßgebenden Einnahmegrenze übersteigen. Die Beteiligung an den Kosten umfasst höchstens einen Betrag in Höhe der zweifachen Festzuschüsse nach Absatz 1 Satz 2, jedoch nicht mehr als die tatsächlich entstandenen Kosten."
Beispiel:
Monatliches Bruttoeinkommen (MB), Festzuschuss nach der Härtefallregelung (FZH; dies entspricht dem doppelten "normalen" Festzuschuss), Betrag über der Härtefallgrenze (üH), dreifache Überschreitung (3üFZ), Gesamtfestzuschuss auf die beabsichtigte Konstruktion nach der Härtefallregelung (GFZ):
1. Betrag „MB“ – Betrag „FZH“ = Betrag „üH“
2. „üH“ x 3 = Betrag „3üFZ“
3. Betrag „GFZ“ – Betrag „3üFZ“ = zusätzlicher Betrag der Krankenkasse nach der gleitenden Härtefallregelung
chronisch krank, Festzuschüsse, Gesundheitsreform (ab 2004), Zuzahlungen
 Festzuschüsse ab 2005
 So senken Gesundheitskosten die Steuerlast (2016)
So ziehen Sie Krankheitskosten von der Steuer ab

Härteprüfung
engl.: hardness test; Methode zur Bestimmung und Klassifizierung der Härte von verschiedenen Werkstoffe, wobei Härte ein Maß für den Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines (härteren) Körpers entgegenstellt, ist. Abhängig von den zu untersuchenden Materialien und bestmöglichen Differenzierungseigenschaften haben sich mehrere, i.d.R. zerstörungsfreien DIN-Prüfverfahren, herausgebildet:
Nach der Art des Aufbringens der Prüfkraft
-- statisches Aufbringen der Prüfkraft mit Vorkraft: z.B. Rockwell
Nach der Art des Eindringkörpers
--  Kugeldruckhärteprüfung (Brinell, Janka)
--  Pyramidenhärteprüfung (Vickers, Knoop)
-- Shore Härteprüfung
--  Kegeldruckhärteprüfung (Ludwik, Rockwell)
Nach der Größe der Prüfkraft
Oberflächenhärte
http://www.mpa.uni-stuttgart.de/

Hartgips
engl.: hard stone plaster; im Autoklav gewonnene Halbhydrat-Gipse versch. Härtegruppen und Typenbezeichnungen (Typ III, Typ IV) und einer Unterteilung in Super-Hartgips, kunststoff-vergüteter Super-Hartgips, Sockel-Gips, Artikulations-Gips, usw. Einsatz vornehmlich bei der Präzisions-Modellherstellung
Gips

Hartmetallbohrer
engl.: (tungsten-)carbide bur; spezielle zahnärztliche/zahntechnische Bohrer, bei welchen die Bohrschneide aus Hartmetall gearbeitet ist. Hartmetalle sind Sinterwerkstoffe aus verschiedenen Bestandteilen wie Wolfram, Titan, Tantal, Cobalt und Karbiden. Sie sind äußerst druck- und verschleißfest, aber spröde. In der ZHK im Einsatz in Form von Hartmetallfräsen und -finierern.
Bohrer

Harvard Zement
Handelsname für einen Befestigungs- und Unterfüllungszement auf Zinkoxid-Phosphatzement Basis (Harvard ist eine eingetragene Marke der Richter&Hoffmann Harvard Dental Gesellschaft mbH & CoKG)
Befestigungszement, Unterfüllung, Steinzement
http://www.harvard-dental-international.de/

Harvest BMAC
(Bone Marrow Aspirate Concentrate); von der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Dr. Gutwald/Dr. Sauerbier (Universitätsklinikum Freiburg) entwickeltes, patentiertes Verfahren auf dem Prinzip der Konzentrierung von patienteneigenen Knochenmarkaspiraten. Dieses minimal-invasive Verfahren konzentriert durch Punktion (etwa 60ml Knochenmark) gewonnene autologe regenerative Zellen (ARC) aus dem Knochenmark, um damit die Beschleunigung des natürlichen Heilungsprozesses erheblich zu verbessern und die Entnahmerisiken für den Patienten zu minimieren. Im eigentlichen, ca. 15-minütigem Herstellungsprozess werden ca. 3–7ml Zellkonzentrat mit einem Konzentrierungsfaktor zwischen 4 und 5 gewonnen. Dieses Konzentrat wird zur Beimpfung von Geistlich Bio-Oss® verwendet, um so die Selbstheilungsfähigkeit im Defektbereich deutlich zu steigern. Zusammen mit dem Trägermaterial Geistlich Bio-Oss® werden die aufkonzentrierten Zellen in den Patienten zurücktransferiert.
http://www.harvesttech.com/global/stemcells/ed/brochures.html

Hasenscharte , Bec de lièvre; engl.: hare-lip; volksmundartl. Bezeichnung für eine Lippenspalte

Hasund-Analyse ; Bergen-Analyse, Harmoniebox

Hatchcock Zeichen
engl.: Hatchcock's sign; Berührungsschmerzhaftigkeit der Kieferwinkel beim Druck nach oben als frühes Begleitsymptom (noch vor der Drüsenschwellung auftretend) einer Parotitis. Entsprechende Druckschmerzpunkte am Kiefergelenk, hinter dem Kieferwinkel, unterhalb des Warzenfortsatzes (Teil des Schläfenbeins hinter dem Ohr) und im Submandibular-Drüsen-Bereich werden als Rilliet Punkte bezeichnet.
Mumps

Hauer Parodontometer
engl.: Hauer's periodontal pocket marker; heute nicht mehr gebräuchliches Instrument zur Messung von Zahnfleischtaschen-Tiefen. Die Messung beruht auf aneinander gereihten, versch. großen Drahtösen, welche in die Zahnfleischtasche eingeführt werden.
Parodontalsonde, Parodontometer

Hauptfissur
Hauptfurche
, engl.: main fissure (groove); die die Kaufläche prägende Fissur der großen und kleinen Backenzähne. So ist die anatomische Kreuzform typisch für untere, die H-Form typisch für obere Backenzähne und die gestreckte X-Form bezeichnend für untere Prämolaren
Fissur


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Hautoberflächendosis, HOD, Hautdosis, engl.: skin dose; Oberflächendosis

Hautporion , Porion

Hautzahn
engl.: polyphyodont; Zähne der Knorpelfische; sie gelten als die Vorläufer der Mundzähne. H. sind Plakoidschuppen mit Zähnchen aus Zahnbein (Dentin) besetzt, welche dann verkalken. Die H. liegen in mehreren Reihen schuppenartig angeordnet und können so ausfallende Zähne ersetzen. Diesen ständigen "Zahnwechsel" bezeichnet man als Polyphyodontie
Evolution der Zähne

Hauzahn
Stoßzahn, engl. tusk; bei Tieren (z.B. Elefant, Walross) vorkommende, prominente zahnartige Gebilde, entsprechen einem Teil der Schneidezähne anderer Säugetiere; besitzt beim ausgewachsenen Tier keinen Zahnschmelzmantel, da dieser beim Gebrauch des Zahnes abgerieben wird, so dass der Stosszahn zum größten Teil aus Dentin besteht; besitzen eine Pulpa. Aus diesem Grunde sind die Stosszähne auf Druck und Schläge empfindlich.

Hawley Aufbissbehelf
Hawley Bissplatte, engl.: Hawley's bite plane; herausnehmbare Platte im Oberkiefer, welche so gestaltet ist, dass nur die Unterkiefer-Schneidezähne in der Zentrik Kontakt mit dieser Platte haben. Dadurch ist keine Okklusion der Seitenzähne möglich.
AufbissSchiene, palatinale Plateaus

HCSC-Amalgam
auch HCD-Amalgam, abgekürzt vom engl.: High Copper Single Composition oder High Copper Dispersant; steht der Name für eine Gruppe von Amalgamen mit einem hohen Kupferanteil
Kupferamalgam

Headgear
Kopfgestell
, "Außenspange", "Außenbogen", "Gesichtsbogen", orthodontic headgear, night brace, extraorale Abstützung für ein kieferorthopädisches Behandlungsgerät, welches außerhalb des Mundes am Kopf befestigt und mit einer Zugvorrichtung (herausnehmbar, festsitzend) versehen ist, die an den zu bewegenden Zähne im Mund angreift. Sehr wirkungsvolles Hilfsmittel bei schwierigen Zahn- und Knochenbewegungen - z. B. ein Verschieben der Oberkieferzähne mitsamt Alveolarfortsatz nach hinten; für den Patienten sehr hinderlich.

Je nach Zugrichtung gibt es vom H. unterschiedliche Grundtypen

Delaire-Maske, Kieferorthopädie, Kopf-Kinn-Kappe, Straight-wire-Technik, Teuscher Aktivator


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HealOzone
"Kariesbehandlung ohne Bohren"; 2003 von der Fa. KaVo Dental und dem USA-Unternehmen CurOzone gemeinsam vorgestelltes Gerät zu einer behaupteten "schmerzfreien, nicht-invasiven Kariesentfernung" auf Ozon-Basis - Langzeituntersuchungen stehen aus; erste Berichte von Praktikern sprechen von guten Ergebnissen; wissenschaftliche Langzeituntersuchungen fehlen bisher (2005) - vor allem erscheint es fraglich, dass Ozon durch Diffusion am Schmelz überhaupt eine Wirkung entfalten kann. Obwohl die desinfizierende Wirkung von Ozon (viruzid, bakterizid und fungizid) bereits seit längerem in der Medizin (Wundheilungsstörungen, Rheuma-Therapie) genutzt wird, ist dessen Einsatz in der Zahnheilkunde neu (2003). Das Gerät besteht aus einem Ozongenerator, einer Vakuumpumpe und einer Neutralisationseinheit. Bei der Behandlung wird die kariöse Veränderung in einem Vakuum eingeschlossen, das Ozon appliziert und wieder abgesaugt. Kann kein Vakuum hergestellt werden - sorgt eine Rückkopplung dafür, dass kein Ozon ausströmt. An die Ozonbehandlung schließt sich dann der intensive Gebrauch von Zahnpasta, Spüllösungen und Sprays an, die die Remineralisation der Läsionen nachhaltig fördern.
Dabei soll innerhalb weniger Minuten nach Herstellerangaben in etwa (Näheres auf der Web-Site) folgendes Wirkungsprinzip stattfinden:
  • Kariöser Schmelz und Dentin ist Ozon-durchlässig!  (Schmelz???, Anm. des Autors)
  • Ozon inaktiviert 99% der Bakterien
  • Säure der Bakterien sind damit weitgehend neutralisiert
  • Reduktionsflüssigkeit neutralisiert die Restsäure und gibt Mineralien und Fluoride zu
  • Jetzt neutrales Medium, angereichert mit Mineralien
  • Weiterhin Zugabe von Mineralien durch häusliche Anwendung ("Patientenkit")
  • Remineralisierungsprozess in 4 – 12 Wochen / Alternativ: Versiegelung

Als Indikationen werden angegeben:

http://www.kavo.de/ , http://www.healozone.de
Carisolv, Kariesentfernung, Kariestherapie, Ozon


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Funktions-
prinzip


© der Grafiken:
http://www.kavo.de/

Heat Carrier
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): gemeint ist der Hitzeträger im Rahmen der thermischen Kondensation. Dieser kann eine stumpfe, dicke Sonde oder ein entsprechendes Spezialinstrument sein. Erwärmung über der Alkoholflamme bis zur "Kirschrotglut"

Heatless-Stein
Schleifkörper zum hitzeabgeschwächten Beschleifen von Metallen, Porzellan und Kunststoff. Erreicht wird diese Eigenschaft durch grobe und harte Schleifpartikel, welche in eine "weiche" Bindemasse eingelagert sind. Bedingt dadurch relativ hoher Verbrauch.

Heat Source
engl. Sprachgebrauch im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): Wärmequelle zur kontrollierten Plastifizierung der Guttapercha: eingesetzt werden meist regelbare elektrische Geräte

Heavy-Body-Wash Technik , Abdruckverfahren; Doppelmischabdruck

Hebel
Elevator, engl.: (root) elevator; Instrument im Zusammenhang mit der Entfernung eines Zahnes: Entweder zum Lösen des Periodontalligamentes vom Zahn vor der eigentlichen Extraktion mit einer Zange (s.a. Periotom), oder zum Entfernen von Wurzelteilen bei abgebrochenen Zähnen aus der Alveole (engl.: root elevator). Unterschieden werden gerade von abgekrümmten H., abgerundete und scharf auslaufende Arbeitsflächen, sowie muldenförmige wie auch krallenartige Arbeitsteile. Bekannte H. sind:
Hebel nach Bein ("Bein'scher Hebel"): im Querschnitt gewölbte Arbeitsfläche (s. Abb. oben und unter Elevatorium), welche zwischen Zahn und Kieferknochen vor der Extraktion zum Ablösen der Verbindungsstrukturen geführt wird
Lecluse-Hebel ("Drehhebel"): Korkenzieher artiger H. (vom Griff her) mit starker Kraftentfaltung; Einsatz wird daher meist abgelehnt, da Gefahr von iatrogen Verletzungen
Krallenhebel ("Kralle"): zum Entfernen abgebrochener Zahnwurzeln(vornehmlich im Unterkiefer)

Elevatorium, Extraktion, Extraktionszange, Geißfuß, Pelikan, Periotom, Zahnschlüssel


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Hebel nach
Lecluse


            Krallenhebel
   



"Kralle"

Heck Krankheit
Morbus Heck, engl.: Heck's Disease, fokal epithelial hyperplasia, FEH; Mundschleimhauthyperplasien hauptsächlich an Lippen und Zunge, mit weichen und schmerzlosen rund-ovalen Papillen. Auftreten (über Monate bis Jahre) im Kind- und Jugendalter mit familiärer Disposition. Eine virale Komponente wird diskutiert. In Europa äußerst selten; eher in Südamerika anzutreffen.
Abb.: http://www.dermis.net

Hedström Feile
engl.: Hedström's file, H-type file; raspelartiges Wurzelkanal-Aufbereitungs-Instrument; zuweilen fälschlicherweise wegen der schuppenartigen Oberfläche auch als Rattenschwanzfeile (rat-tail file) bezeichnet.
Patency-Feile, Wurzelkanalinstrumente


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Heidemann Spatel
Williams Spatel, engl.: Heidemann's (Williams') spatula; gebräuchliches zahnärztliches doppelendiges Handinstrument, welches einmal über die Kante (in Abb. linke Seite) und am anderen Ende über die Fläche abgewinkelt ist. Haupteinsatzgebiet sind das Ausarbeiten ("Modellieren") von Füllungen und die Applikation von Füllungsmaterialien.
  ©: http://www.dcv-instrumente.de
Handinstrument

Heilanästhesie
Heilinjektion, Infiltrationstherapie, "therapeutische Lokalanästhesie", engl.: salutary injektion, therapeutic regional anesthesia; wissenschaftlich umstrittene Methode zur Behandlung von Erkrankungen des Zahnnervs ( Pulpitis) mittels Lokalanästhetika, meist ohne gefäßverengenden Zusatz. Diese wird in der Höhe der Wurzelspitze des erkrankten Zahnes unter die Mundschleimhaut injiziert und soll Schmerzleitungsbahnen bzw. Reflexbögen unterbrechen. Man geht dabei von der Tatsache aus, dass Lokalanästhetika nicht nur die Natriumkanäle bei der Reizleitung, sondern eine Reihe von spezifischen G-Protein-gekoppelten Rezeptormoleküle blockieren und somit einen entzündungshemmenden Effekt auslösen.
Weitere sehr umstrittene Einsatzgebiete sind u.a. Trigeminusneuralgien, Kiefergelenkserkrankungen, unklare Nervenschmerzen
Bupivacain, Fokus, Huneke-Sekundenphänomen, Hyperämie, Neuraltherapie, Novocain

Heilberufeausweis
elektronischer
, HBA, engl.: Health Professional Card, HPC; Chip-Karte, elektronische Gesundheitskarte, ZOD

Heilberufsgesetz
HeilBerG
, engl.: "The Health Personnel Act", Kurzbezeichnung für: Gesetz über die Berufsvertretungen, die Berufsausübung, die Weiterbildung und die Berufsgerichtsbarkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Gemäß Artikel 30 Grundgesetz obliegt den Ländern die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben.
Fachzahnarzt für ... , Zahnheilkundegesetz
http://rlp.juris.de/rlp/HeilBerG_RP_rahmen.htm

Heilmittelwerbegesetz , HWG  Werbung

Heilpraktiker
engl.: non-medical practitioner, naturopath;  geschützte Bezeichnung für Personen, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz eine staatliche Erlaubnis besitzen, an Personen heilend tätig zu werden, ohne eine ärztliche Approbation zu besitzen („Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“). In D sind etwa 20.000 H. bekannt; sie zählen zu den "Freien Berufen", eine Ausbildungs- und bundesweite Prüfungsordnung bestehen nicht.
http://www.heilpraktiker.org/ ; Der Zahnarzt als Heilpraktiker ; Zahnarzt & Heilpraktiker – geht das?

Heil- und Kostenplan
HKP
, engl.: therapeutic and cost schedule; schriftliche Aufstellung von geplanten Zahnersatzmaßnahmen zur Vorlage bei einer Gesetzlichen Krankenkasse (Pflicht - bis auf wenige Ausnahmen - vor dem Beginn der Behandlung!) oder zur Abklärung des Erstattungsbetrages bei einer Privaten Krankenkasse (vor einer Behandlung empfohlen!). Bei den Gesetzlichen KK ist die Verwendung eines Vertragsformulars erforderlich. Der von der KK übernommene Anteil wird nach der Fertigstellung der Arbeit i.d.R. über die kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) verrechnet; der Eigenanteil wird dem Patienten direkt in Rechnung gestellt. Nach den Regelungen des Bundesmantelvertrags für Zahnärzte ist die Bewilligung eines HKPs nur sechs Monate lang rechtswirksam.
Das Bundessozialgericht hat 2009 festgestellt, dass gesetzlich Krankenversicherte auch vor einer Zahnersatzbehandlung im Ausland einen HKP bei ihrer Krankenkasse einreichen müssen. Ansonsten entfällt der Kassenzuschuss.
Behandlungsplan
 Special: Festzuschüsse ab 2005 (auf www.Zahnwissen.de)
 http://www.informationen-zum-zahnersatz.de/kosten/heil-und-kostenplan/ (2016)


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Heil- und Kostenplan


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Anlage 3 zum
BMV-Z / Anlage 4 EKV-Z

 


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parodontaler Behandlungsplan, sog. "PA-Plan"

Heißluftsterilisation
Trockensterilisation, Heißluftdesinfektion, engl.: hot-air sterilization, dry sterilization; Sterilisation von hitzestabilen zahnärztlichen Gebrauchsgegenständen in zirkulierender trocken-heißer Luft (180-200° C) in einem entsprechenden Sterilisator. Bei 180° C beträgt die Einwirkungszeit mindestens 30 Minuten bei einer Betriebszeit von mehr als 60 Minuten; vernichtet werden dann Testkeime der Resistenzstufe III. Wegen der Luftzirkulation darf keine Überfüllung der Sterilisationsgeräte erfolgen (Vermeidung von "Kaltluftinseln"). Wegen der hohen Temperatur nur für hitzebeständige Gegenstände geeignet, wegen der kürzeren Dauer meist durch einen Autoklaven ersetzt.
Als Vorteile gelten niedrige Anschaffungskosten und -unterhalt. Als Nachteil gelten neben der langen Sterilisationszeit ein stumpf und brüchig werden schneidender Instrumente.
Bei der Heißluftdesinfektion ("Heißluftbad") wird bei niederer Temperatur (140°C bis über 160°C bei Einwirkungszeiten von mindestens 30 Minuten) eine Keimabtötung nach Resistentstufe I erreicht.
Ausgleichszeit, Autoklav, Hygiene, Kaltsterilisation, Sterilisation

Helferin , engl.: dental auxiliary; Zahnarzthelferin, Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA)

Helicobacter pylori
Magenbakterium
, engl.: do.; das erst 1983 im menschlichen Magen "wiederendeckte" Bakterium Helicobacter pylori (die Australier Barry Marshall and Robin Warren gelten als Entdecker des H. p. ; sie erhielten dafür 2005 den Medizin-Nobelpreis) wird gegenwärtig als wichtigste Ursache der Magenschleimhautentzündung und des Magengeschwürs sowie als Mitursache bei der Entwicklung von Magenkrebs angesehen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ca. die Hälfte der Weltbevölkerung infiziert; die Prävalenz von Infektionen mit H. p. in der deutschen Bevölkerung wird auf etwa 30 Prozent geschätzt. Dabei sind die Infektionsraten bei älteren Menschen höher als bei jüngeren. Neuere Studien zeigen, dass der Zusammenhang zwischen der Infektion und dem Auftreten von Magenkrebs sehr viel stärker ist als bisher angenommen. Für die im mittleren und unteren Bereich des Magens gelegenen Krebserkrankungen, die den größten Teil aller Magenkrebserkrankungen ausmachen, ergab sich eine Risikoerhöhung um das ca. 20-fache, bei der Infektion mit bestimmten Stämmen sogar um das ca. 30fache. Bevor sich H. p. in der Magenschleimhaut ansiedelt, kann der Keim bereits in der Mundhöhle vorkommen. Bei über 90% der Patienten mit chronisch aktiver Gastritis fanden Wissenschaftler das Bakterium im Zahnbelag. Nach Erkenntnissen des RKI (2004) haben bereits 28 Prozent der deutschen Patienten vor einer Behandlung gegen H. p. eine Resistenz gegen das Antibiotikum Metronidazol entwickelt. Bei vier Prozent der Erkrankten schlägt eine Behandlung mit Clarithromycin nicht mehr an. Am zuverlässigsten ist deshalb die Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI), Clarithromycin und Amoxicillin (z.B. ZacPac®-Kombination).
Das Heliprobe System ist ein neuer Atemtest (nuklearmedizinische Methode) zur Erkennung des H.p.: Nach der Einnahme einer mit einem Kohlenstoffisotop markierten Kapsel muss der Patient in eine Atemkarte pusten. Der Arzt stellt dann innerhalb weniger Minuten fest, ob sich das Bakterium in seinem Körper befindet.
Plaque
Leitlinie der DGVS

Helkimo-Index
Mobilitätsindex, engl.: Index of Helkimo;  Messzahl für die Unterkieferbeweglichkeit. Gemessen werden: A) Maximale Mundöffnung (vertikaler Abstand der Schneidekanten + Überbiss), B) Maximale Seitwärtsbewegung nach links, C) Maximale Seitwärtsbewegung nach rechts, D) Maximale Vorschubbewegung.
Aus der Summe von A+B+C+D ergibt sich ein Code, resultierend aus den einzelnen Bewegungsmessungen, wobei "0" mit uneingeschränkt und "5" mit einer starken Bewegungseinschränkung einhergehen. Aus dieser Summe errechnet sich der Helkimo- oder auch Mobilitätsindex von 0 - 5.
Die Indexbestimmung ist stark vom Untersucher abhängig
Bennet-Bewegung, Funktionsanalyse- klinische, Index, Spatelübungen

HEMA
2-HydroxyEthyl-MethAcrylat, 2-HEMA, Glycolmethacrylat; gut wasserlösliches Methacrylsäurederivat mit vergleichsweise geringer Zelltoxität; allerdings kann HEMA in genügender Konzentration auch durch sklerosiertes Dentin hindurch diffundieren, und u.U. eine Pulpareaktion auslösen. Weiter wird HEMA eine erhöhte Allergierate nachgesagt. In der ZHK eingesetzt als Co-Monomer von Komposites und Dentinadhäsiven, deshalb, weil HEMA die Kollagenstrukturen an den Kavitätenwänden auflockert und so zu einer Oberflächenvergrößerung führt.
Komposites-Toxizität

Hemiatrophie
Hemiatrophia; Rückgang, Schwund (Atrophie) von Organen, Geweben oder Zellen einer Körperhälfte. In der ZHK von Bedeutung sind:
--  H. facei , Atrophia hemifacialis, H. facialis progressiva, der auch unter dem Begriff Romberg Syndrom bekannt einseitige Gesichtsgewebsschwund unbekannter Ursache
--  H. linguae als halbseitige Rückbildung der Zunge bedingt durch eine Zungennervschädigung ("Hypoglossus-Parese")
Fazialis-Parese

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Atrophia hemifacialis
Hemisektion
resektive Furkationstherapie, engl.: (tooth) hemisection; chirurgische Entfernung einer beherdeten oder nicht erhaltungswürdigen Zahnwurzel bei mehrwurzligen (Backen-)Zähnen, um den Verlust des gesamten Zahnes zu vermeiden. Nach einer Wurzelkanalbehandlung der erhaltungsfähigen Wurzel(n), wird die kranke Wurzel(n) entfernt. Der Restzahn dient dann i.d.R. als Stützpfeiler für eine prothetische Arbeit (z.B. eine Brücke, siehe Abb.).
Die H. stellt eine anerkannte Erhaltungstherapie mit guten Langzeiterfolgen dar.


Die H. ist ein Sonderfall der Prämolarisierung, bei welcher der Zahn zwar aufgeteilt wird, aber beide Teile dann im Kiefer belassen werden ( Abb. re. innen)

 


Knochentasche, Odontoplastik, Prämolarisierung

 


zwei Möglichkeiten nach Zahndurchtrennung:
links: Prämolarisierung
rechts: Hemisektion

 


die vordere "Wurzelfüllung" liegt nicht im Wurzelkanal sondern zur Mitte hin daneben. Zahn bereitete ständig Schmerzen (oberes Bild). Der Backenzahn dahinter war nicht erhaltungswürdig und wurde entfernt
unteres Bild: Röntgenaufnahme nach Eingliedern der Brücke


Mundsituation:
oben: links der hemisektionierte Zahn; rechts ein kleiner Backenzahn als vorderer Brückenpfeiler
unten: die fertige Keramik-Brücke

Henkeltopf-Aufnahme
Korbhenkel-Aufnahme
, "Jochbögen nach Pannewitz", Jochbogenaufnahme im Seitenvergleich, engl.: pitcher appearance of zygomatic arches; bucket handle effect radiograph; im Rahmen einer Frakturdiagnostik angewandte axiale Röntgentechnik zur Abklärung einer Jochbogenfraktur. Für die H. wird der Patient in Rückenlage mit überhängenden Kopf positioniert, so dass die Medianebene senkrecht zur Filmebene verläuft (ausführlich unter www.wienkav.at/).
LeFort

Heparin
engl.: do.; die Blutgerinnung hemmender und die Fibrinolyse fördernder Stoff, der in der Leber, Lunge und den Mastzellen vorkommt. Im Blutplasma bindet sich H. an Antithrombin III an und bewirkt so, dass dieser langsam wirkenden Hemmer in einen "Soforthemmer" umgewandelt wird. Eingesetzt als rasch wirkendes Medikament zur Vorbeugung und Behandlung von Embolien und Thrombosen.
Antikoagulanzien, Blutgerinnungsstörungen, Kumarin, Oxalatblut, Quick-Wert
http://www.dgzmk.de/

Hepatitis
Leberentzündung, engl.: do.; i.d.R. durch einen Virus hervorgerufene Leberentzündung; klinisch wird nach dem Verlauf eine akute von einer chronischen H. unterschieden. Etwa 500 Millionen Menschen sind mit H. infiziert; das ist weltweit jeder Zwölfte. Die „klassischen“ Virushepatitiden werden unterteilt in:
* Hepatitis A
* Hepatitis B
* Hepatitis C (hieß bis 1988 Non-A-Non-B-Hepatitis)
* Hepatitis D (nur in Verbindung mit Hepatitis B)
* Hepatitis E
Weltweit sterben etwa eine Million Menschen pro Jahr an schweren Leberschäden als Folge einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung. Nach Schätzungen von Experten tragen in Deutschland zwischen 400.000 und 500.000 chronisch infizierte Menschen das Hepatitis B-Virus in sich. Hunderte sterben jedes Jahr an den Folgen.
Das Hepatitis C Virus (HCV; ist ein einzelsträngiges RNA-Virus und gehört zur Gruppe der Flaviviren, die auch die Erreger von Gelbfieber, Dengue-Fieber, FSME beinhaltet) ist einer der wichtigsten Erreger der infektiösen Leberentzündung in der Medizin. Meist gelangt das Virus über einen Nadelstich in den Körper oder über Blut-Blut Kontakt ( Nadelstich-Verletzungen: Tipps für Praxischef). Alle Alkohole und Desinfektionsmittel wirken bei einer Beseitigung des Virus. Allerdings ist das Virus bei Raumtemperatur relativ stabil. Es hält sich z.B. drei Wochen lang in einer Flüssigkeit.
Obwohl die akute Infektion meist gar nicht bemerkt wird, entwickeln 50 % bis 80 % der Infizierten eine chronische Erkrankung. Zur Bekämpfung von Virusinfektionen verfügt der Körper u. a. über eine ganz spezielle Polizeitruppe: Die so genannten "NK-Zellen" (natural killer cells) sind in der Lage, virusbefallene Zellen zu erkennen und abzutöten. In der Leber sind die NK-Zellen normalerweise reichlich vorhanden. Das Hepatitis C Virus kann jedoch diese erste Abwehrfront des Immunsystems gegen Virusinfektionen gezielt ausschalten.
Wissenschafter haben herausgefunden (2003), dass Hepatitis C durch Küssen oder die gemeinsame Benutzung einer Zahnbürste übertragen werden kann. Die Forscher konnten im Speichel von Patienten Spuren des Virus nachweisen. Es wird angenommen, dass dieser Speichel ansteckend sein kann, wobei Menschen mit Zahnfleischerkrankungen am meisten gefährdet seien. Zusätzlich konnte das Virus im Speichel eher bei Personen mit Zahnfleischproblemen nachgewiesen werden. Blutet das Zahnfleisch nach dem Zähneputzen, können kleine Bluttropfen im Speichel zurückbleiben.
Gegen einen Zahnarzt, bei dem ein chronischer Hepatitis-C-Trägerstatus besteht, kann ein berufliches Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden, da von einem Verletzungsrisiko bei invasiv-operativen zahnärztlichen Tätigkeiten und dentalchirurgischen Eingriffen ausgegangen werden muss. Auch wenn das Verletzungsrisiko als eher gering einzustufen ist, so ist es gleichwohl vorhanden und kann somit nicht gänzlich, auch nicht durch Tragen doppelter Schutzhandschuhe, ausgeschlossen werden, so das Verwaltungsgericht Berlin, Az.: 14 A 66/02.
Immunisierung
Hepatitis B und Hepatitis C in Deutschland - Berufsbedingtes Infektionsrisiko für den Zahnarzt (zm, 2015)
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de/ ; https://www.hepatitis-b-am-besten-testen.de/hepatitis_b-viruserkrankung.html

Herbst-Apparatur
"Herbstscharnier"; von HERBST 1905 entwickelte intraorale, festsitzende kieferorthopädische Apparatur zur Beseitigung von Distalbisslagen ("Rückbiss"). http://geb.uni-giessen.de/ ; http://www.dr-doerfer.de/herbst-scharnier-fuer-erwachsene 

Herbst Ringmaß Ringmaß

Herderkrankung
Herdinfektion, "Herd", engl.: focal infection; Überbegriff für versch. Krankheitsbilder, die nach einer Hypothese gemeinsam haben, dass eine krankhafte Veränderung im Körper ("Herd") Erkrankungen in anderen Bereichen auslöst ("Fernwirkung"). In Mundbereich werden hierfür "vereiterte Zähne", "tote Zähne", Amalgamfüllungen, Wurzelfüllungen, verlagerte Weisheitszähne, Ostitiden usw. verantwortlich gemacht.
Der frühere medizinische Begriff "Herdinfektion" für eine Bakteriämie ist heute nicht mehr gebräuchlich.
Akupunktur, Fokalinfektion, Fokus, Odonton, Restostitis, Sanierung
http://www.dr-tilch.de/leistungen/zahnorganbez.htm
Video

Herpes
virusbedingter Bläschenausschlag, "Fieberbläschen", Herpesläsion, engl.: do.; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für eine Vielzahl von Infektionen mit versch. Typen des Herpes-Virus. Zur Familie der Herpesviren gehören über 90 verschiedene Virentypen; allerdings werden die meisten davon nur bei Tieren negativ wirksam und sind für den Menschen ungefährlich. Für den Menschen führen hauptsächlich folgende vier Herpesviren-Typen zu Erkrankungen:
  • Herpes-simplex-Virus-1 (HSV-1) verursacht vorwiegend den Herpes labialis ("Griebe"; Abb.), und Herpes-simplex-Virus-2 (HSV-2) verursacht vorwiegend den Herpes genitalis
  • Varizella-Zoster-Virus (VZV) führt beim Erstkontakt zu Windpocken und bei Reaktivierung zur Gürtelrose
  • Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht eine Mononucleosis infectiosa; bekannter unter der Bezeichnung "Pfeiffersches Drüsenfieber" ("kissing disease"). Weiter lassen sich die Viren in vielen Fällen bei einer aggressiven Parodontitis nachweisen. Zusätzlich wird es mit der Entstehung verschiedener Lymphome sowie epithelialer Malignome in Verbindung gebracht.
  • Zytomegalie-Virus (ZMV); intrauterin oder im frühen Kindesalter auftretende Virusinfektion

Von Laien wird häufig eine Herpes-Simplex-Erkrankung (HSV-1) mit dem Vorkommen von Aphthen gleichgesetzt, obwohl die Erkrankungen - bis auf z.T. ähnliche Symptome - nichts miteinander zu tun haben.
Der Erstkontakt und eine Infektion mit dem HSV-1 erfolgt meist klinisch unauffällig schon im Baby-/Kleinkindalter durch direkten Kontakt mit akuten H.-Trägern. Der H.-Virus wandert dann an den Nerven entlang und setzt sich in einer "Schaltstelle" (Ganglion) fest und kann dort jahre- bis jahrzehntelang "schlummern". Bei verminderter Immunabwehr, Stress, grippalen Infekten (daher der Name "Fieberbläschen"), Sonnenbrand, Ekel ("falscher Kuss") können dann die Herpes-Viren aktiviert werden und im Verbreitungsgebiet des betreffenden Nerven - für die Lippe u. Mundschleimhaut ist dies der Trigeminus-Nerv - entsprechende Ausschläge bedingen.
Der Verlauf ist bis auf HIV-Erkrankungen - hier kann die Infektion u.U. tödlich verlaufen - störend aber von keinem schweren Krankheitsbild geprägt; der Ausschlag bildet sich unter schorfiger Verkrustung nach 8-10 Tagen von selbst zurück.
Humanes Herpesvirus 6 (HHV6; Verursacher des sog. Exanthema subitum) ist bei der Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung im Speichel vorhanden ist. Zudem wurde in jüngerer Zeit nachgewiesen, dass parodontale Läsionen Nistplätze für Cytomegalie- und Epstein-Barr-Viren sind und einer Übertragung via Speichel Vorschub leisten. Bislang gilt es als gesichert, dass das Hauptreservoir für Herpesviren im Speichel das Speicheldrüsengewebe und die Epithelzellen der Ausführungsgänge sind. Nach neueren Untersuchungen (2005) besteht eine Beziehung zwischen der Infektion mit Herpes-Simplex-Virus und dem Schweregrad parodontaler Erkrankungen. Möglicherweise spielen Koinfektionen mit mehreren Subspezies der Herpesviren-Familie eine Rolle.
Als Behandlung werden vorbeugende und eigentliche Therapien unterschieden:

  • Vorbeugend wird bei häufig wiederkehrenden Erkrankungen die Einnahme von Aciclovir ( Virustatika) diskutiert. Vermeidung von Sonnenbrand, Stärkung des Immunsystems, Stressabbau bringen häufig gute Erfolge
  • eine Behandlung im akuten Stadium findet schwereabhängig mit Aciclovir-Tabletten statt; der Erfolg von Aciclovirhaltigen Cremes wird wissenschaftlich negativ beurteilt.
  • Gute Erfolge werden von einer konzentrierten Melissencreme (Lomaherphan™) gemeldet, wenn diese frühzeitig auf die betroffene Stelle aufgetragen wird. Die moderne Heilpflanzenkunde erklärt diese Wirkung durch ein natürliches Blockiersystem, das die Virus-Eingänge an den Hautzellen verschließt. Damit wird die Virenvermehrung gehemmt und der Herpes-Ausbruch unterbunden.
  • Bisher (2003) nur im Tierversuch zeigen Substanzen aus der Gemeinen Brunelle einen Erfolg bei Herpesinfektionen. Die bekannte Heilpflanze Gemeine Brunelle (Prunella vulgaris) enthält offenbar bestimmte Substanzen, die sehr effektiv gegen Herpesviren helfen. Diese so genannten Lignine konnten signifikant die Auswirkungen von Herpesinfektionen reduzieren.

Aphthe, Aphthoid, Mundschleimhauterkrankung, Virustatika, Herpes zoster
http://www.uiowa.edu/~oprm/AtlasWIN/
So bekämpft man Lippenherpes richtig

 

 

 


Herpes labialis an der Innenseite der Lippe

Herpes zoster
Zoster, Gürtelrose, engl.: do. or shingles; virusbedingte Haut- oder Schleimhauterkrankung im Versorgungsgebiet eines sensorischen Nervengebiets. Der durch das Varicella-Zoster-Virus hervorgerufene Hautausschlag in Form von Bläschen mit späterer Schorfbildung ist häufig von stark schmerzhaften Neuralgien begleitet. Das meist über Jahrzehnte in bestimmten Arealen des Nervensystem (Ganglien) schlummernde Virus, welches beim Erstkontakt Windpocken auslöst, wird meist erst bei älteren oder immungeschwächten (Stress, schwere Grippe, intensive Sonneneinstrahlung) Patienten wieder aktiv. Es wandert dann an den Nervenbahnen entlang bis hin zur Körperoberfläche und ruft die oben beschriebenen Hauterscheinungen hervor. Bei normalem Krankheitsverlauf gilt die Gürtelrose nach einem Monat als "ausgeheilt". Im Kopfbereich sind der Befall des 1. (Zoster ophthalmicus) oder 2. Trigeminusastes (Zoster oticus) und des Fazialisnerv überwiegend (s. Abb.).
Herpes
Herpes zoster im Gesichtsbereich
 


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H. Z. im Gebiet des Trigeminus II

Hertwig Epithelscheide
Hertwigsche Epithelscheide, Bruhn Epithelscheide, Huxley-Epithelscheide, (epitheliale) Wurzelscheide, engl.: Hertwig's o. Huxley's (epithelial root) sheath; (Oskar Hertwig, Anatom in Berlin 1849-1919); doppelte Epithelschicht, welche durch ihr schlauchartiges Tiefenwachstum die Zahnwurzelentwicklung einleitet. Mit der Anlagerung von Wurzelzement in einem späteren Stadium zerfällt die Wurzelscheide. Die zurückbleibenden Epithelreste werden als Malassez’schen Epithelreste bezeichnet. Diese wiederum können später bei Erkrankungen der Zahnwurzel Ausgangspunkt für epitheliale Neubildungen (z.B. Zysten) sein.
Apexifikation

Heryng Zeichen
engl.: Heryng's sign; nach Theodor Heryng, 1847–1925, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Warschau benanntes Phänomen, welches bei Durchleuchtung (Transillumination) der Mundhöhlenwandungen auftritt und zur Kieferhöhlendiagnostik dienen kann. Dabei leuchtet nur die Mundhöhlenwandung der gesunden Seite sichtbar auf - die erkrankte Seite mit einer Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis) erscheint "verschattet.

Herzschrittmacher
engl.: pacemaker, pacer; eingepflanzter, elektronischer Impulsgeber zur elektrischen Reizung des Herzmuskels (Sinusknoten). Zahnärztlicherseits gibt es bei Trägern derartiger Apparate folgendes zu beachten:
HF- Verfahren ("Elektrochirurgie") können zu Interferenzen mit dem Frequenzspektrum des H. führen, welche im Extremfall zum Kammerflimmern und einem dauerhaften Ausfall des Impulsgebers führen können. Deshalb sollten solche Eingriffe nur unter Monitorkontrolle und Bereitschaft eines Defibrillators (z.B. in einer Klinik) durchgeführt werden.
Funktionsstörungen des H. können auch von Elektromotoren ausgehen, die mit Kollektoren ausgestattet sind und magnetische bzw. elektrische Felder aufbauen; allerdings muss hier eine direkte Nähe bestehen, welche bei einer normalen Präparation nicht gegeben ist.
Ultraschallverfahren  bei der Zahnsteinentfernung (mit Ausnahme von magnetostriktiven Ultraschallscalern) und Vitalitätsprüfungen gelten als bedenkenlos; generell wird aber auch hier empfohlen, dass unter Pulskontrolle gearbeitet und die Behandlung bei dem geringsten Zeichen einer Störanfälligkeit abgebrochen werden sollte.
  Die Patienten sind fast immer im Besitz eines H.-Ausweises, der Auskunft über die Art des Gerätes, die Funktionsweise, die Schrittmacherfrequenz und den Elektrodentyp gibt.
Zusätzlich wird eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem behandelnden Arzt empfohlen.
Die zahnärztliche Behandlung von Patienten mit Herzschrittmachern (Eine Stellungnahme der DGZMK, PDF-File)

Heterodontie
Anisodontie, engl.: heterodontia; wissenschaftliche Bezeichnung für das Vorhandensein verschiedenartig ausgebildeter Zahngruppen (Schneidezähne, Eckzähne, Prämolaren, Molaren) bei einem Individuum - typisch für die Menschen/Säugetiere. Das Gegenteil von H. ist Homodontie (= Vorhandensein von gleich gestalteten Zähnen), welche z.B. für viele Reptilien und die Zahnwale typisch ist: Die Nahrung wird nicht in der Mundhöhle zerkaut, sondern sofort verschluckt.

Hexachlorophen
einer der chlorierten Kohlenwasserstoffe (Phenolderivat), der in hoher Verdünnung als Desinfektionszusatz (Verwendung als Mikrobizid in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln) mit stark bakteriziden Eigenschaften Anwendung findet. Wegen der guten Fettgängigkeit durchdringt H. leicht Haut und Schleimhäute. In D Verwendung bei Herstellung und Behandlung von Kosmetika verboten (nach der Kosmetika-Verordnung).

Hexenzahn, Hexenzähne, Hexenzähnchen,   prälaktaler Zahn

Hexetidin
desinfizierender Wirkstoff (Pyrimidinderivat) mit geringer Substantivität und nur mäßiger Wirkung auf eine vorhandene Plaque, da seine Eindringtiefe nur gering ist; in der ZHK von untergeordneter Bedeutung. Von Laien gern mit der klassischen Mundspüllösung Chlorhexidin verwechselt.
Antiseptikum, Candida

HF-Chirurgie
Hochfrequenzchirurgie, Elektrodesiccation, Elektrofulguration, Elektrokoagulation, engl.: HF (high-frequency) - electrosurgery; Einsatz von hochfrequenten Strömen zur gezielten Gewebedurchtrennung und Entfernung. Dabei führt der HF-Strom beim Fluss durch menschliches Gewebe in der Umgebung der Aktivelektrode durch Widerstandswärme u.a. zum Sieden dr Zellflüssigkeit und einem dadurch bedingten Platzen der Zellen, zu einem "Zusammenbacken" des Gewebe (= Hitzekoagulation) und zum Verschluss von kleinen Blutgefäßen. Je nach Anwendungszweck wird dabei mit versch. modulierten Strömen gearbeitet:

Danach unterscheiden sich die versch. Verfahren:

Die HF-Chirurgie - hier speziell die Elektrotomie - findet in der ZHK vielfältige Anwendung, wie z.B: Freilegung der Präparationsgrenze, Kronenverlängerung, Parodontalchirurgie, Durchtrennung von Lippenbändern, Verödung von Fisteln und Zystenresten, Freilegung teilretinierter Zähne.
Elektrochirurgie, Elektrokauter, Gingivektomie, Herzschrittmacher, Ignipunktur
Diodenlaser und Hochfrequenztechnik in der oralen Anwendung

H-Fissur ; Hauptfissur

Hiatodontie , ungebräuchliche Bezeichnung für einen Offenen Biss

Hidden caries
"versteckte Karies"; bei dieser besonderen Form der Karies sieht der Zahn von außen intakt aus - der Schmelz weißt keine sichtbaren Beschädigungen auf. Die tieferen Zahnschichten (Dentin) zeigen dagegen mit speziellen Diagnostik-Methoden (z.B. Röntgen, Laseruntersuchung) kariöse Zerstörungen auf. So weisen bspw. nach Literaturangaben 50 % der Backenzähne in den Fissuren eine H. c. auf.
Erklärt wird die H. c. u.a. mit einer wiederholten prophylaktische Fluoridzufuhr, welche die äußeren Zahnschichten wieder regeneriert, während sich die "Kariesbakterien" im Inneren des Zahnes weiterhin vermehren können.
Approximalkaries, Fluoride, Karies, sonoabrasive Systeme

Highmore Höhle , nach dem Engländer H. (1613-1685) benannte Nasennebenhöhle; Kieferhöhle

Hilfeleistung
unterlassene, engl.: omitted assistance; § 323c Strafgesetzbuch besagt: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft." Hierzu zählt auch das Abweisen von Patienten in einer zahnärztlichen Praxis, obwohl diese dringend einer ärztlichen Hilfe bedürfen (z.B. akute Schmerzen, Nachblutung; Behandlungspflicht, Notfall)

Himbeerzunge Erdbeerzunge

HIP
Abk. von heiß-isostatisches Pressen; Begriff u.a. aus der Sinterung bei Industrieblöcken aus Zirkoniumoxidkeramik. Durch dieses technische Verfahren weisen diese Werkstücke eine derartige Dichtigkeit auf, dass bei einem späteren Keramikbrand keine Schrumpfung mehr eintritt. Man spricht auch von "durchgehip(p)ten" Blöcken. Diese Keramik ist durch eine Biegefestigkeit von 1.200 MPa, annähernde Poren- und Defektfreiheit, sehr gute Transluzenz und optimale Gefügequalität charakterisiert. Vertreter hierfür sind DCS Precident" (Fa. DCS Dental, Allschwil, Schweiz), Digident (Fa. Girrbach Dental, Pforzheim) und Everest`" (Fa. KaVo, Leutkirch). Die hervorragenden physikalischen Eigenschaften der HIP-Keramik lassen den Fräsprozess sehr zeitaufwändig und geräteintensiv werden, was sich in einem entsprechenden Preis niederschlägt.

Hippokrates
engl.: Hippocrates; griech. Arzt (Kos) von 460 - 366 v. Chr.; gilt als der Gründer einer wissenschaftlichen Medizin in der Antike. In der ZHK bekannt durch die nach ihm bekannte Methode zum Einrenken der Kiefergelenke ( Hippokrates-Handgriff).
Die von ihm verfasste Eidesformel ("Hippokratischer Eid") ist auch heute noch Grundlage medizinischer Ethik, allerdings in zeitgemäßer Fassung Genfer Gelöbnis. Dieser Eid ist etwa um 400 v.Chr. entstanden, wobei H. vermutlich nicht selbst der Autor ist; er spiegelt die geistige Haltung und hohe Moralvorstellung des H. wieder:
"Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und bei Asklepios, bei Hygieia und Panakeia und bei allen Göttern und Göttinnen, die ich zu Zeugen anrufe, dass ich nach meinen Kräften und meiner Urteilskraft diesen Eid und seine Verpflichtungen halten will.
Ich werde den, der mich diese Kunst lehrte, meinen Eltern gleich achten, meine Mittel mit ihm teilen und ihm beistehen, wenn er Hilfe braucht, und seine Söhne halten wie meine eigenen Brüder, und sie dieselbe Kunst lehren, wenn sie sie lernen wollen, ohne Lohn und Verpflichtung.
Ich will durch Vorschriften, Vorlesungen und jede andere Art von Unterricht die Kenntnis von dieser Kunst meinen eigenen Söhnen übermitteln und jene meiner Lehrer und jedem Schüler, der durch Verpflichtung und Eid gemäß den Gesetzen der Medizin eingeschworen ist, aber sonst keinem anderen. Ich will mich nach dem System der Diätetik und der Lebensregeln richten, gemäß meinen Fähigkeiten und meiner Urteilskraft und ich will mich enthalten von allem, was gefährlich oder schädlich ist. Ich werde keine Arznei irgend jemand geben, auch nicht, wenn er darum bittet, noch werde ich einen solchen Rat dazu geben.
In Reinheit und Heiligkeit will ich mein Leben verbringen und meine Kunst ausüben. Ich werde keinen Menschen, der an einem Stein leidet, schneiden, sondern will das den Männern überlassen, die in dieser Tätigkeit erfahren sind.
In welches Haus ich auch immer eintrete, werde ich es tun zu Wohle der Kranken. Ich werde mich von jedem freiwilligen Akt der Bosheit oder der Bestechung enthalten und ebenso von jeder Verführung der Frauen oder Männer, seien sie freie Bürger oder Sklaven.
Was immer ich sehe oder höre in Ausübung meine beruflichen Tätigkeit oder auch ohne sie, was die Lebensweise eines Menschen angeht, Dinge, über die man nicht außer Hauses sprechen sollte, will ich nicht ausplaudern und wohl beachten, daß alle diese Dinge gehalten werden müssen.
Wenn ich stets diesen Eid unverletzlich halte, so möge mir ein glückliches Leben gewährt sei und die Ausübung meiner Kunst geachtet bei allen Menschen zu allen Zeiten. Sollte ich aber diesen Eid übertreten und verletzen, möge das Gegenteil mein Schicksal werden."
Die Anhänger H. (Hippokratiker) übten eine Heilkunde aus, die auf Beobachtung und langjährige Erfahrung begründet war. Wer Arzt werden wollte, ging zunächst bei einem anerkannten Hippokratiker-Meister in die Lehre, der den jungen Mann theoretisch und praktisch ausbildete. Daher enthielt der Hippokratische Eid (s.o.) nach der Anrufung der Götter auch einen Vertrag, der die Rechtsbeziehung zwischen Lehrer und Schüler regelte:
(1) Apollinem medicum et Aesculapium Hygeamque ac Panaceam iuro deosque omnes itemque deas testes facio me hoc ius iurandum et hanc contestationem pro viribus et iudicio meo integre servaturum esse:
(2) Praeceptorem, qui me hanc edocuit artem, parentum loco habiturum, vitam communicaturum eaque, quibus opus habuerit, impertiturum; eos hanc item, qui ex eo nati sunt, pro fratribus masculis iudicaturum artemque hanc, si discere voluerit, absque mercede et pacto edocturum, praeceptionum ac auditionum reliquaeque totius disciplinae participes facturum, tum meos, tum praeceptoris mei filios, immo et discipulos, qui mihi scripto caverint et medico iure iurando addicti fuerint, alium vero praeter hos nullum. (3) Ceterum quod ad aegros attinet sanandos, diaetam ipsis constitutam pro facultate et iudicio meo commodam, omneque detrimentum et iniuriam ab eis prohibebo.
(4) Neque vero ullius preces apud me adeo validae erunt, ut cuipiam venenum sim propinaturus neque etiam ad hanc rem consilium dabo. Similiter autem neque mulieri talum vulvae subditicium ad corrumpendum conceptum vel fetum dabo. Porro caste et sancte vitam et artem meam conservabo.
(5) Nec vero calculo laborantes secabo, sed viris chirurgiae operariis eius rei faciendae locum dabo.
(6) In quascumque autem domus ingrediar, ob utilitatem aegrotantium intrabo, ab omnique iniuria voluntaria inferenda et corruptione cum alia, tum praesertim operum veneriorum abstinebo, sive muliebria sive virilia, liberorumve hominum aut servorum corpora mihi contigerint curanda.
(7) Quaecumqeu vero inter curandum videro aut audivero, immo etiam ad medicandum non adhibitus in communi hominum vita cognovero, ea, siquidem efferre non contulerit, tacebo et tamquam arcana apud me continebo.
(8) Hoc igitur ius iurandum mihi integre servanti et non confundenti contingat et vita et arte feliciter frui et apud omnes homines in perpetuum gloriam meam celebrari. Transgredienti autem et peieranti his contraria eveniant.
Ins Lateinische übersetzt aus dem Griechischen von Janus Cornarius (Johann Hagebut), 1500-1558
Genfer Gelöbnis, ubi pus ...,

Hippokrates-Handgriff
engl.: hippocratic handle; Methode zum Reponieren ("Einrenken") eines Unterkiefers. Dabei wird ein drehender Druck nach unten-hinten auf die Zahnreihen der hinteren Backenzähne des Unterkiefers ausgeübt. Nur so kann der luxierte Unterkiefer mit den Kiefergelenksköpfchen über das Tuberculum articulare geführt und in die ursprüngliche Position (Gelenkpfanne) gebracht werden (s. Abb.)

Bisssperre, Hippokrates, Kappeler-Handgriff, Kiefergelenk, Kiefergelenkluxation, Lauritzen-Griff, Luxation, Subluxation, Unterkiefer


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Hirschfeld Feile
Parodontal-Feile nach Hirschfeld
, engl.: Hirschfeld (-Dunlop) file; graziles, scalerartiges Instrument mit nur wenigen Riefen an der Instrumentenspitze zum Wurzelglätten und Entfernen von fest haftenden Konkrementen in tiefen Zahnfleischtaschen.
Parodontalbehandlung

Hirschgeweih
engl: "deer antler"; Jargonbez. für ein heute nicht mehr gebräuchliches Hilfsmittel (extraorale Bügel, welche an einem Schienenverband starr befestigt sind) zur Fixierung eines frakturierten Oberkiefers am Schädeldach.

Hirtenstab
nach Treymann, Kronenentferner, engl.: shepherd's crook; U-förmiges, versch. langes Instrument zum Entfernung von festsitzendem (provisorisch, definitiv) Zahnersatz durch dosierten Schlag mit einem Bleihammer. Diese vom Patienten als äußerst unangenehm empfunden Prozedur birgt zusätzlich die Gefahr einer Fraktur des Zahnstumpfes.
Entfernung von festsitzendem Zahnersatz, Kronenentferner

Histamin
Ergamin, Gewebshormon, engl.: histamine; biogenes Amin (organischer Abkömmling des Ammoniaks), welches sich im Körper in Mastzellen und Schleimhäuten findet. H. ist eine Mediatorsubstanzen bei Entzündungen und Verbrennungen und wirkt auf die Histaminrezeptoren: H1 und H2. Wird bei allergischen Reaktionen vom Soforttyp in schädlicher Menge freigesetzt und kann unterschiedliche Reaktionen auslösen. Hemmung durch Antihistaminika
Informationsblatt zur Histaminintoleranz (Angelika Bräunlein Labor PROBIOS GmbH)

Histologie
histologisch; engl.: histology, histological; Lehre von den Geweben des Körpers; untersucht und erforscht den mikroskopischen und elektronenmikroskopischen Feinaufbau und spezielle Funktionen der Gewebe von Organen. Dabei bedient sich die H. mikroskopischer Gewebsschnitte mittels besonderer Färbetechniken. In der Medizin gilt das Prinzip, das jeder operativ entfernte Teil bei der geringsten diagnostischen Unsicherheit histologisch untersucht werden sollte. Vor/während dem eigentlichen Eingriff kann durch Untersuchung eines kleinen Teiles des erkrankten Gewebes (möglichst mit klinisch gesunden Randanteilen) - einer sog. Probeexzision  - festgestellt werden, ob eine gut- oder bösartige Veränderung vorliegt (Histopatologie).
Biopsie


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histologischer
Schnitt der
Mundschleimhaut

Hitzeschädigung ; Polymerisationswärme

HIV
Viruserkrankung, engl.: Abk. von Human Immunodeficiency Virus; mit zwei bisher bekannten Stämmen (HIV-1 u. HIV-2). Zahnärztlicherseits ist eine bedingte Früherkennung bzw. Verdachtsdiagnose durch eine Vielzahl in der Mundhöhle sich zeigenden Erkrankungen eines HIV-infizierte Patienten möglich; eine diagnostische Absicherung muss unbedingt internistisch (Blutserumuntersuchung) erfolgen.
Folgende Symptome können in der Mundhöhle auftreten:
Pilzerkrankungen wie Candida albicans (Soor)
Herpes-simplex Infektionen
Eiterungen in der Mundhöhle und schwer behandelbare Zahnfleischerkrankungen, sowie spontane Zahnfleischblutungen ( Parodontitis-Risiko)
Leukoplakien
Verminderter Speichelfluss durch Befall der Speicheldrüsen
seltene Erkrankungen im Kopf- und Mundbereich wie Kaposi-Sarkom, humanes Papillomavirus, und maligne Lymphome.
Weiter ist bekannt, dass ausgeprägte Probleme im Mundbereich mit einem vierfach erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko verbunden sind.
Im zahnärztlichen Bereich kann der HIV-infizierte Patient eine mögliche Infektionsquelle für das zahnärztliche Team und für nachfolgend behandelte Patienten sein, wie auch von einem HIV-positiven Zahnarzt eine Übertragung auf die Patienten erfolgen könnte. Dabei wäre der Übertragungsweg nach bisherigen Erkenntnissen einzig der direkte Blut-Blut Kontakt; Speichelübertragungen wurden bisher nicht beobachtet: Beispielsweise konnten in Haushalten mit nur einer Zahnbürste bisher keine Querinfektionen beobachtet werden.
Wenn auch ein theoretisches Infektionsrisiko besteht, so sind bisher (2014) - bedingt durch die in jeder Praxis üblichen sorgfältigen Hygienemaßnahmen (Desinfektion, Schutzkleidung, usw.) - weltweit noch keine Fälle bekannt geworden, in welchen eine derartige Infektion in einer Zahnarztpraxis erfolgte. Auch der 1990 weltweit medienwirksam hochgespielte Fall eines HIV-positiven Zahnarztes, der während seiner Tätigkeit 5 Patienten infiziert haben soll, lässt sich wissenschaftlich nicht nachvollziehen, sondern dürfte im Privatbereich des Dentisten zu suchen sein: So zeigt eine an 19.000 Patienten durchgeführte Studie bei Patienten, welche von 57 HIV-positiven Ärzten behandelt wurden, keine auffälligen Werte.
Das weltweite Ansteigen einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten, der Tuberkulose, wird indirekt mit AIDS in Zusammenhang gebracht. Jedes Jahr werden mehr als acht Millionen Neuinfektionen gezählt, weltweit sterben jährlich zwei Millionen Menschen an der Infektionskrankheit. Eine Infektion mit Tuberkulose tritt i.d.R. nur dann auf, wenn das körpereigene Immunsystem geschwächt ist. So sterben denn auch die meisten HIV-positiven Patienten an den Folgen einer Tuberkulose.
Die Zahl der HIV-Neuerkrankungen ist in Deutschland auf vergleichsweise niedrigem Niveau stabil (2014). Rund 3.500 Menschen infizieren pro Jahr neu mit dem HI-Virus. Da die Erkrankung kaum noch zum Tode führt, steigt die Prävalenz an (derzeit schätzt man in D. rund 80.000 Infizierte).
Gingivitis, Herpes, Viren, Zahnfleischerkrankungen
HIV-Infektionen - Veränderungen der Mundhöhle richtig deuten (zm, 2016)
HIV/AIDS - RKI-Ratgeber für Ärzte (2013)
Gesundheit im Fokus: Was ist HIV? (2014)
HIV - Die Heilung bleibt das Ziel (2014)
http://www.aidshilfe.de/
 Nadelstich-Verletzungen: Tipps für Praxischef

HKP Heil- und Kostenplan

HMO
Health Maintenance Organisatoins; in den USA existierende Organisationen, die die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder teilweise mit eigenen Einrichtungen und Ärzten bewerkstelligen. Die Ärzte erhalten meist eine Jahrespauschale, die alle Ausgaben, die sie für einen Versicherten veranlassen abdecken muss.
Managed Care 


zu Hn-Hz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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