Zahnwissen-Lexikon   Gn - Gz
Ga - Gm  
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Gnathion
Gn, Kinnpunkt, engl.: do.; der am weitesten vorstehenden Punkt des Unterkieferrandes (der knöchernen Kinnspitze) in der Median-Sagittal-Ebene. Unmittelbar in der knöchernen Nachbarschaft befindet sich das Menton als kaudalster Messpunkt.
Fazialebene, Gonion, Kieferprofilfeld, Kieferwinkel, Mandibularlinie

gnathogen , engl.: gnathic; vom Kiefer ausgehend, zum Kiefer gehörend Gnathologie

Gnathologie
"Lehre vom Kiefer", Wissenschaft der Anatomie, Histologie, Physiologie und Pathologie des stomatognathen Systems, engl.: gnathology; in den 70er Jahren des letzten Jhds. aufkommende Lehrmeinung, welche von einer vorwiegend mechanischen Gesamtbetrachtung des Kauorgans ausgeht; besonders geprägt von den Amerikanern Stuart, Thomas, Stallard und McCollum. Dabei wird besonderer Wert auf die normalen (physiologischen) und krankhaften (pathologischen) Zustände, wie auch die strukturellen und funktionellen Gegebenheiten gelegt. Die bisweilen bei größeren Wiederherstellungsmaßnahmen (Rekonstruktionen) eingesetzte Lehrmeinung versuchte demnach bei der Rekonstruktion verlorener Kaueinheiten ein optimales Zusammenspiel von Muskulatur, Okklusion und Zahnhalteapparat (Parodontium) unter Berücksichtigung des Kiefergelenkes zu erreichen. Grundlage war u.a. dabei das Konzept einer Zentrik ("zentrischen Relation") mit der "korrekten" Position des Kiefergelenks in der rückwärtigsten, obersten und nicht seitenverschobenen Lage. Andere Positionen wurden als schädlich erachtet. Da dieser Zustand nur selten anzutreffen ist, wurde gefordert, durch Einschleifmaßnahmen oder aufwendige Rekonstruktionen - teilweise unter nicht unerheblicher Opferung von gesunder Zahnsubstanz - diesen Zustand zu erreichen.
Unter Einbeziehung weiterer Faktoren prägte die G. die "ideale" oder auch "harmonische" Okklusion und stellte dafür folgende Kriterien auf:
gleichmäßige und gleichzeitige axiale u. zentrische Belastung der Zähne
Dreipunktabstützung der Höcker
synchrone Zentrierung der Höcker und Kiefergelenke in zentrischer Position
Eckzahnführung
keine Mediotrusionskontakte

Zurückblickend ist vom Autor festzustellen, dass die Theorien von P.K. Thomas als Urvater der G. ein "Irrweg" waren und sich in der Praxis nicht durchgesetzt haben, da viele Betrachtungsparameter nicht schlüssig oder nach Idealvorstellungen definiert waren: z.B.: worauf die Eckzahnführung wissenschaftlich begründet ist, bleibt unklar, wenn man bedenkt dass nur ca.11% der natürlichen Gebisse eine solche beidseitig aufweisen. Weiter findet man im natürlichen Gebiss keine tripodisierten Kontakte aller tragenden Höcker mit maximalen Vielpunktekontakten; man findet keine Punktflächenflächenkontakte, wie sie im Long-Centric-Konzept gefordert werden. Die Bewegungen des Unterkiefers sind weniger zahn-, sondern überwiegend neuromuskulär geführt. Zahnkontakte finden physiologischerweise beim Kauen und Schlucken nur in einem zentrischen Funktionsraum von 1-2 mm statt.
Aufwachstechnik, Bissnahme, Einschleifen, FGP-Verfahren, Fischer-Winkel, Fixierungsschiene, Frontzahnstufe, funktionelles Dreieck, Funktionsanalyse, Gleitbahn, Gnathomat, Kaufläche, Kieferrelationsbestimmung, Malokklusion, Myoarthropathien, Okklusaler Kompass, Okklusion, Okklusionskonzepte, PKT-Instrument, stable base appliance, Registrierung, stomatognathes System, Stuart-Artikulator
GAK - Gnathologischer Arbeitskreis
http://www.medunigraz.at/zahnklinik/Download/FunktionslehreBiomechanik.pdf
http://www.opus-bayern.de/uni-wuerzburg/volltexte/2004/880/pdf/Dissertation_Orth.pdf
Gnathomat
Bewegungssimulator, Gleitbahnartikulator, engl.: do.; meist zu den Artikulatoren zählendes Gerät, welches nach den Bewegungsbahnen der natürlichen Zahnreihe programmiert werden kann. Hierbei wird das Prinzip der "freischwingenden Achse" angewandt. Artikulatoren mit "freischwingender" Achse (z.B. Gnathomat, Stratos 200) verfügen auch über künstliche Gelenkteile. Die führenden Flächen dieser Gelenke können außer Funktion gestellt werden. In diesem Zustand kommt die Führungsfunktion der Zähne zur Geltung ( Gleitbahn). Dadurch können diese sowohl als “gelenkbezogene” als auch als “kaubahnbezogene” Artikulatoren benutzt werden
Einsatz besonders in der Vollprothetik

http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/habil-online/00/00H136/habil.pdf


© der Grafik:
schule.bremen.de 

Gnathometrie
Ausmessung des Gebisses, engl.: gnathometric; aus der Kieferorthopädie bekanntes Verfahren nach A.M. Schwarz: Es erfolgt eine metrische Strukturuntersuchung des Gebisses anhand von Fernröntgenseitenbildern.
Die Gnathophysiognometrie (nach Viggo Andresen) benutzt bei der Diagnostik Fotoaufnahmen (gemeinsame Wiedergabe von Gesicht und Gebiss)

Gnathostat
historisches, 1919 von Paul Simon eingeführtes Hilfsmittel, welches die Lage des Gebisses zu bestimmten Messpunkten und zur Frankfurter Horizontalen über einen spez. Gesichtsbogen in Beziehung setzt.
Profilanalyse

Gnathotom
engl.: gnathotoma; historisches Instrument zur Durch- oder Abtrennung des Unterkiefers ("Gnathic Resection") mittels "Schneide-Quetsch-Verfahren". Heute durch Knochensägen oder andere Techniken abgelöst, da diese das Gewebe weniger traumatisieren.

GOÄ
Gebührenordnung für Ärzte, engl.: (medical) tarif, scale of charges, (fees), regulation of charges for physicians; ähnlich aufgebaute und strukturierte Gebührenordnung wie bei den Zahnärzten ( GOZ). Bestimmte Zahnärztliche Leistungen (z.B. Beratungen, spez. chirurgische Eingriffe usw.) werden nicht nach der GOZ, sondern nach der GOÄ berechnet. Das Gebührenverzeichnis der Ärzte ist ebenfalls nach Punkten aufgestellt. Der Punktwert beträgt 5,82873 Cent, seit dem 1. Januar 2007 auch in den neuen Bundesländern.
GOZ
GOÄ (2002) als PDF-Datei
Vergleich GOZ/GOÄ, HOZ und Gesetzliche Krankenkassen (2010; sog. "Bayern-Tabelle") oder ©: Klick!

Goddard Platte
engl.: Goddard's plate; herausnehmbares kieferorthopädisches Gerät zur Gaumennahterweiterung bei starker Kompression des Oberkiefers

goDentis
im März 2003 gegründetes Tochterunternehmen der DKV Deutsche Krankenversicherung AG - eine private Krankenversicherung. Mit einem Franchisekonzept arbeiten bundesweit etwa 300 Praxen mit über 650 Zahnärzten (Ende 2007). Die Franchise-Partner der goDentis profitieren zusätzlich von Serviceleistungen in den Bereichen Aus- und Fortbildung, Marketing und Kommunikation. In 2011 hat die DKV angekündigt, dieses Konzept in Zukunft nicht weiter zu verfolgen, sondern will auf externe Partner setzen.
www.godentis.de, www.gomedus.de/ 
MacDent, McZahn, Praxis, Zahnheilkundegesetz

Gold , Au, Aurum, Edelmetall, in legierter - seltener in reiner - Form vielfältig eingesetztes Metall in der ZHK, Duktilität, Glanzgold, Goldallergie, Goldprobe, Legierung, Vergolden
Langlebigkeit von Goldrestaurationen

Goldallergie
engl.: gold allergy; äußerst selten auftretende Überempfindlichkeitsreaktion in Form einer Kontaktallergie gegen Gold-Ionen; wobei primär nicht geklärt ist, ob es sich um eine G. auf das reine Metall Gold handelt oder vielmehr Legierungsbestandteile dafür verantwortlich sind (in der ZHK wird, bis auf seltene Ausnahmen, nur legiertes Gold verarbeitet). Als Symptome werden ein Juckreiz unter dem Schmuckstück, eine Hautentzündung und die Bildung kleiner Knötchen beschrieben. Als Hauptauftrittsgebiete werden die Hände, das Gesicht und die Augenlieder angegeben; im Mund sollen lichenartige Veränderungen vorkommen.
http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/3802/Allergen,Allergie/Gold/

Goldarme Legierung, Goldreduzierte Legierung ; Legierung

GoldenGate System
Bezeichnung für ein Werkstoff- und Therapiekonzept der Fa. Degudent, wobei die Komponenten des GoldenGate Systems aus nur ganz wenigen Materialzusammenstellungen auf der Basis von Gold- und Keramikwerkstoffen bestehen, welche sowohl auf biologische Verträglichkeit geprüft als auch perfekt aufeinander abgestimmt sind. Hinzu kommen klinische Untersuchungen, in denen sich das Werkstoff- und Therapiekonzept ebenfalls bewährt hat. Das Einsetzen dieses Systems seit bereits zehn Jahren hat die Voraussetzung dafür geschaffen, erstmals die Leistungsfähigkeit eines metallkeramischen Systems über einen sehr großen Zeitraum zu untersuchen. Die  Dokumentation der Arbeitsgruppe Kerschbaum umfasst neun Jahre: Grundlage waren GoldenGate System-Arbeiten einer Zahnarztpraxis zwischen 1993 und 2001. Lückenlos nachverfolgt wurden dabei insgesamt 2.083 Restaurationen bei 600 Patienten. Dabei stellte sich heraus, dass am Ende der Beobachtungszeit noch 99 Prozent aller Versorgungen in Funktion waren. Nur in neun Fällen war eine Neuanfertigung auf Grund von Keramikschäden nötig geworden.
Biokompatibilität, Legierung

Goldenhar Syndrom
Dysplasia oculoauricularis, oculo-auriculo-vertebrale Dysplasie (OAV); angeborene Gesichts- und Kiefermissbildung, welche meist halbseitig auftritt und als ausgeprägte Merkmale eine fehlgebildete Ohrmuschel und ein nach der kranken Seite hin verschobenes zu kleines Kinn aufweist. Das Auge kann verkümmert sein oder ganz fehlen.
http://www.orpha.net/  http://www.azcranio.com/ (Abb.) 

Goldgussfüllung , Einlagefüllung, Goldinlay, engl.: gold cast inlay; Einlagefüllung, Inlay

Goldhämmerfüllung
Goldklopffüllung, Goldstopffüllung, "Kohäsivfüllung", engl.: goldfoil (compaction); wenig gebräuchliche und aufwendige Füllungsart für kleine Kavitäten, die an den Seiten von noch intakter Zahnsubstanz umgeben sind (Zahnhals, okklusale Flächen); derartige Füllungen besitzen einen optimalen Randschluss und zeichnen sich durch hohe Bioverträglichkeit aus. Zum Einsatz kommen dabei Formen von reinem Gold ( "Stopfgold") als Folien oder "Schwämmchen", die in der Kavität maschinell oder mit Handstopfern kondensiert werden. Dabei kommt heute die kohäsive Goldhämmerfüllung mit Schwammgold (gesinterte Ausfällung kleiner poröser Partikel) oder leicht geglühtem Blattgold hauptsächlich zum Einsatz.

Eine Modifikation stellt das sog. Furnierverfahren dar:
der Kern der G. besteht aus Schwammgold. Dieses wird mit einer Deckschicht aus einer Blattgoldfolie versehen.
Special: Füllungen auf Zahnwissen.de
Abbot-Hammer, Feingold, Füllungsmaterialien, Kondensation, Passung, Power Hammer, Stopfgold, Zahnhalsfüllung



Überarbeitet nach ©:
Dr. T. Lang

 



©: Dr. Andreas Bien




sehr seltene zweiflächige Füllung (Verarbeitungszeit ca. 4 Std.)
©: Dr. Andreas Bien

Goldknopfzähne
Knopfzähne, Keramikzähne, Frontzahn-Porzellanzähne, engl.: porcelain veneer gold crowns/ fixed prosthesis; fabrikmäßige, künstliche Front-Zähne aus Keramik. Zur Verankerung in der Prothesenbasis dienen goldüberzogene oder -legierte Krampons (i.d.R. zwei), zuweilen auch aus Platin; im Backenzahnbereich werden dagegen bei den Kunstzähnen Höhlungen an der Unterseite zur Retention eingesetzt.
Von der Ästhetik her sehen Keramikzähne natürlicher aus, zusätzlich sind sie widerstandsfähiger. Allerdings sind sie sehr spröde-hart und damit auch zerbrechlich (Entgleiten beim Reinigen ins Waschbecken). Kunststoffzähne, diese brauchen keine mechanischen Verankerungselemente, sind in solchen Fällen weitaus weniger bruchgefährdet.
Kunstzahn

Goldlegierung , goldhaltige Legierung, engl.: gold alloy; Legierung

Goldnetz , Netzeinlage

Goldprobe
Strichprobe
, engl.: assay for gold; Begriff mit unterschiedlicher Definition; u.a.: nicht mehr angewandtes "Analyseverfahren" zur zerstörungsfreien Ermittlung des Goldgehaltes von Rohgold oder Goldwerkstücken. Man reibt das zu untersuchende Material auf einer polierten Flächen von schwarzem Kieselschiefer ("Probierstein") und orientiert sich an den Goldgehalt-bedingten unterschiedlichen Farben. Gold

Goldstandard
1.) engl.: gold standard; beste und zuverlässigste Methode in der Diagnostik und Therapie, ohne dass damit ausgesagt wird, wer diesen Standard festlegt.
2.) Als Gold-Standard bezeichnet man die Deckung einer Währung durch Gold.
Evidence, State of Art

Goldtherapie
Tauredon, engl.: auro- o. chrysotherapy; mittels dem organischen Natriumaurothiomalat, welches in den Muskel injiziert wird; soll eine chronische Polyarthritis bessern. Bekannt sind auf jeden Fall allergische Reaktionen und Mundschleimhautentzündungen durch diese "Therapie"
alternative Behandlungsmethoden
Chancen und Risiken

Gomphosis
engl.: do. o. gompholic joint; nach der Pariser Nomina Anatomica (PNA) in D ungebräuchlicher Oberbegriff für die Verbindung eines Zahnes in seinem Knochenfach ("Articulatio dentoalveolaris").
Sharpey-Fasern, Thekodontie, Wurzelhaut

Gonadendosis
Keimdrüsendosis, engl.: gonadal dose; die von den Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke, Hoden) aufgenommene Menge an ionisierenden Strahlen. Diese Organe gelten als besonders strahlenempfindlich und können zu genetischen Veränderungen führen. Die genetisch signifikante Dosis wird berechnet aus der mittleren Keimdrüsendosis aller solcher Personen, die aufgrund ihres Alters noch Kinder gebären bzw. zeugen können und damit genetisch signifikant sind. Eine Schwellendosis, unterhalb der keine zusätzlichen genetischen Wirkungen zu erwarten sind, ist nicht bekannt. Für Deutschland setzt man die Schwankungsbreite der G. mit 0,5 mSv pro Jahr an, weltweit sind weit höhere Werte bekannt.
In der Diskussion ist zu beachten: Gewebeoberflächendosis ((Haut-)Oberflächendosis, OD, HOD) ist nicht gleich Gonadendosis (GOD). Falls die Dosimeter an der ventralen und dorsalen Hodenhauthaut befestigt wurden, so mag damit eine gute Beurteilung der wahren Gonadendosis beim Mann möglich sein. Bei der Frau jedoch ist die Bestimmung der Dosis der Eierstöcke mit Messpunkten an der Hautoberfläche wohl kaum möglich. Die G. durch die natürliche Strahlenbelastung beträgt etwa 1,1 mSv/Jahr (110 mrem/a).
Dosimeter, Ionendosis, Oberflächendosis, Strahlenbelastung, Strahlenschutz

Gonion
Go, Kieferwinkelpunkt, engl.: do.; der am weitesten außen, unten und nach hinten liegende Punkt des Unterkiefers(-winkels) als kephalometrischer Bezugspunkt bei der Fernröntgenanalyse; ein konstruierter Punkt am Tangentenschnittpunkt der hinteren Ramuslinie mit dem Mandibularplanum. Gelegentlich auch Bezeichnung für den Kieferwinkel
ArGoMe-Winkel, Gelenkwinkel, Mandibularlinie, Messpunkte, Pogonion



Gonion




Pogonion

Good Clinical Practice
GCP
; die irreführende engl. Übersetzung "gute klinische Praxis" bezeichnet international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellte Vorgehensweisen bei der Durchführung von klinischen Studien. Hierbei wird besonders der Schutz der Studienteilnehmer und deren Einwilligung nach gründlicher Aufklärung gefordert. Damit wird gewährleistet, dass die Rechte, die Sicherheit und das Wohlergehen der betroffenen Person geschützt werden und die Ergebnisse der klinischen Prüfung glaubwürdig sind. Bedeutung hauptsächlich bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen.
http://www.gesetze-im-internet.de/gcp-v/index.html

Goodwill , ideeller Wert, Wert einer Zahnarztpraxis

Goretex ® , nicht resorbierbare Kunststoff-Folie auf Polytetrafluorethylen-Basis. Anwendung in der ZHK als Augmentationsmembran (GTAM) ; Gesteuerte Geweberegeneration

Gorlin-Goltz-Syndrom , Basaliom

gotischer Bogen
engl.: gothik arch (apex); Aufzeichnung des Inzisalpunktes bei Unterkiefergrenzbewegungen in horizontaler Ebene auf einem Registrat. Die g. B. Methode wird besonders bei einem funktionsgestörten, aber auch bei zahnlosen Patienten zur Ermittlung der Zentrik  angewandt.
Unterkiefergrenzbewegungen

Gottlieb Lösung
engl.: Gottlieb's solution; gelbes Blutlaugensalz (Kaliumferrocyanid) als historisches Mittel zur Behandlung von überempfindlichen Dentin ; überempfindlichen Zähne

GOZ
Gebührenordnung für Zahnärzte, engl.: (dental) tarif, scale of charges, dental fee schedule; Grundlage für private Behandlungsvereinbarungen ("Privatpatient"); Am 1. Januar 2012 trat eine neue "GOZ ('12)" in Kraft, welche die GOZ '88 ablöste; GOZ ('12) + Kommentar der BZÄK bzw. © BZÄK. Die GOZ '88 wiederum war Nachfolgerin der BUGO-Z; Werdegang: PreuGO = Preußische Gebührenordnung, 1924; BUGO-Z = Bundesgebührenordnung-Zahnärzte (1965).

Etwa 10 Prozent der Patienten sind privat versichert oder im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit über die jeweilige Berufsgenossenschaft/Unfallversicherung versichert.
Für die privat versicherten Patienten gilt die amtliche Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Diese ist gesetzlich festgelegt. Jede der zahnärztlichen Leistungen (auf dem Stand von 2011) ist einzeln beschrieben und mit einer eindeutig festgelegten Anzahl von Leistungspunkten verbunden. Die Punkte ändern sich nicht und sind ihrerseits mit einem festen "Wechselkurs" (Punktwert) versehen, der dann einen endgültigen Eurobetrag ergibt (Beispiel: Punktwert GOZ = 5,62421 Cent, GOÄ = 5,82873 Cent, Stand 2007). Bei Leistungen  unterschiedlicher Schwierigkeit kann ein so genannter Steigerungsfaktor bzw. Steigerungssatz (im Bereich 1 - 2,3-fach ohne schriftliche Begründung; darüber hinaus bis zum 3,5fachen Satz nur mit schriftlicher Begründung) angesetzt werden.



Zahlungsfluss
bei Privat Versicherten



GOZ - Multiplikator 2009


Aufteilung der Liquidation 2009


allgemeine Preissteigerungen
seit 1988

Der Wert 2,3-fach GOZ wird auch als Schwellenwert (threshold value) bezeichnet, dies deshalb, weil darüber hinaus eine schriftliche Begründung erforderlich ist. Die Überschreitung des Schwellenwertes erfordert eine auf die konkrete Behandlung bezogene Begründung und kann nicht einfach mit dem Hinweis auf ein besonderes Verfahren gerechtfertigt werden. Dies heißt jedoch nicht, dass nur patientenbezogene und keine verfahrensbezogenen Begründungen anzuerkennen sind. Da die Gebührenbemessung insgesamt leistungsbezogen ist, rechtfertigen auch verfahrensbezogene Besonderheiten eine Überschreitung des Schwellenwertes. Durch vorherige Abdingung (schriftlich!) kann die Begrenzung durch den Steigerungssatz auf das 3,5-fache außer Kraft gesetzt werden - Faktoren in beliebiger Höhe oder ein Pauschalhonorar (engl.: overall fee) sind dann möglich ( Honorarvereinbarung). Wurde diese schriftliche Form vor der Behandlung nicht getroffen, gilt grundsätzlich die G.
Am 25 Oktober 2004 hat das Bundesverfassungsgericht diese Honorarvereinbarungen nach § 2 Abs. 1 GOZ ausdrücklich bestätigt (1 BvR 1437/02). Die höchstrichterliche Instanz widersprach damit einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm in einem Honorarstreit, bei dem ein Zahnarzt mit einer Patientin Faktoren bis zum 8,2-fachen des Mindestsatzes vereinbart hatte. Das OLG hatte dem Zahnarzt wegen eines Verstoßes gegen § 9 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Berechtigung abgesprochen, den 3,5-fachen Steigerungssatz zu überschreiten. Darin sieht das Bundesverfassungsgericht eine Verletzung des Grundrechts auf Berufsfreiheit.
Juristischen Streit gab es immer wieder um den sog.
Mittelwert:
Während Ärzte den 2,3-fachen Satz als Mittelwert ansehen, waren Juristen in dieser Frage uneinheitlich - denn der Mittelwert lässt sich nach zwei Methoden errechnen:
Der gemittelte Wert in der zulässigen Gebührenspanne zwischen dem einfachen und dem 3,5-fachen Satz entspricht dem von Ärzten üblicherweise angesetzten 2,3-fachen Satz (= Höchstsatz der Regelspanne). "Regelspanne" deshalb, weil innerhalb dieses Rahmens keine Begründung erforderlich ist; § 5 Abs. 2 Satz 4 GOÄ bestimmt, dass "in der Regel" eine Gebühr nur "zwischen" dem Einfachen und dem 2,3fachen des Gebührensatzes bemessen werden darf.
Das arithmetische Mittel zwischen null und 3,5 aber entspricht dem 1,8-fachen Satz.
Eine BGH-Entscheidung erfolgte (http://juris.bundesgerichtshof.de) zugunsten der 1. Variante bei der GOÄ

Zahnärztliche Leistungen (z.B. Beratungen, spez. chirurgische Eingriffe usw.) werden z.T. auch nach der
Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet. Das Gebührenverzeichnis der Ärzte ist nach einem ähnlichen Schema wie die GOZ aufgebaut.
In 2006 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) deutlich erklärt, dass Gebührenordnungen der Freien Berufe europarechtlich zulässig seien und kein Wettbewerbshindernis darstellten. Gebührenordnungen seien zum Schutz der Verbraucher und einer geordneten Rechtspflege erforderlich (Az.: C-94/04 und C-202/04).
Zur seit Jahrzehnten umstrittenen Frage eines Auslagenersatzes bei zahnärztlichen Verbrauchsmaterialien hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2004 eine Entscheidung getroffen. Der Tenor des BGH-Urteils lautet: Rechnet ein Zahnarzt zahnärztliche Leistungen nach der GOZ ab, hat er keinen Zugriff auf den § 10 GOÄ und kann somit Auslagen wie Lokalanästhetika, Einmalartikel etc. nicht gesondert in Rechnung stellen. Dies bedeutet: Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) verbraucht werden, sind gem. §§ 3 und 4 GOZ nur berechenbar, wenn die Berechnungsfähigkeit in der GOZ ausdrücklich genannt ist. Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verbraucht werden, sind entsprechend § 10 GOÄ berechenbar. Ausführlich downloadbar (als PDF-File) unter BGH-Urteil oder von direkt von dieser Seite (falls der vorhergehende Link nicht funktioniert, ©: Bundesgerichtshof).
Vom Wesen her ist die G. kein Gesetz, sondern eine Rechtsverordnung auf Grundlage des §15 Zahnheilkundegesetz:
Dieser Paragraph ermächtigt die Bundesregierung eine private Gebührenordnung zu erlassen, formuliert zugleich aber die dabei zu berücksichtigenden Ziele wie folgt: Verhinderung eines ruinösen Preiswettbewerbs um die Patienten, Schaffung eines Ausgleiches zwischen den widerstreitenden Interessen von Zahnärzten und Patienten und nicht zuletzt Stärkung der Transparenz privatzahnärztlicher Liquidationen.
Der parlamentarisch Ablauf einer GOZ ergibt sich wie folgt:
Regierungsentwurf
Anhörung aller relevanten Gruppierungen u. Verbände
Kabinettsbeschluss
Zustimmung des Bundesrates
evtl. Vermittlungsausschuss

Eine Skonto-Gewährung ist bei staatlich verordneten Gebührenordnungen nicht üblich - sie bedarf einer vorherigen Vereinbarung.

Im Zusammenhang mit nicht in der GOZ '12 erwähnten und/oder Verlangensleistungen: "Wunschbehandlungen"

Analogposition, Basistarif, Behandlung auf Verlangen, Beihilfe, BEMA, BuGO-Z, CPT, Freie Berufe, GOÄ, Honorarordnung für Zahnärzte (HOZ), Honorarvereinbarung ("Freie Vereinbarung"), Öffnungsklausel, Private Krankenversicherung, Standardtarif

neue Gebührenordnung ab 2012 (GOZ ('12); hierzu  GOZ '12 Kommentierung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) - Stand März 2017; ergänzend dazu: Katalog selbstständiger zahnärztlicher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen - Analogliste (Stand Dezember 2016)
Urteilsdatenbank der Bundeszahnärztekammer (BZÄK)
GOZ-Inform (sehr umfangreiche Infos der LZK-B.W. einschl. diverser Formblätter)
Schnellübersicht: http://lzkbw.de/Zahnaerzte/Gebuehrenrecht/GOZ-Inform/Infos/Mini-Bema-Stand_01-01-2012.pdf
GOZ '12 Kommentierung (amtlichen Begründung) aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) oder © BMG
Kommentierung der privaten Krankenversicherung (PKV) zur Gebührenordnung für Zahnärzte (2014) o. © PKV
Die vollständige GOZ '88 im Download: http://www.lzk-bw.de/ oder © LZK-BW
zum Vergleich: "AUTONOME HONORARRICHTLINIEN 2010/2011" (Österreich) oder ©: Österreichische Zahnärztekammer
wissenschaftlich-kalkulatorische neue Leistungsbeschreibung der Bundeszahnärztekammer (sog. HOZ): © BZÄK
Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ - Vereinbarung privatzahnärztlicher Leistungen mit Versicherten der GKV (6/2015) oder (© KZBV) 
 Festzuschüsse ab 2005
internationale Krankheitsbeschreibungen der Mundhöhle - ICD-10-GM Version 2010 bzw.: http://apps.who.int/classifications/apps/icd/icd10online/

Gracey Kürette
engl.: Gracey's curet(te); eines der gebräuchlichste mechanischen Handinstrumente mit halbmondförmigen Arbeitsende zur Kürettage im Rahmen einer Parodontalbehandlung; von Dr. Clayton Gracey, University of Michigan, 1930 entwickelt. Im Gegensatz zu den Universalküretten umfasst ein G. K.-Satz  14, den jeweiligen Zahnoberflächen angepasste Instrumente.

Gradenigo-Syndrom
engl.: Gradenigo's triad; meist von einer eitrigen Mittelohrentzündung ausgelöste chronische Osteomyelitis der  Felsenbeinpyramide. Zahnärztlicherseits sind u.a. starke Schmerzen im oberen Gesichtsdrittel und am Auge zu beobachten; dies bedingt durch eine Schädigung des Trigeminusnerv.

Gram Färbung
Bakterienanfärbung, engl.: Gram stain; eine der Farbreaktion bei Bakterien, welche in erster Linie durch den unterschiedlichen Anteil von Murein in der Bakterien-Zellwand bedingt ist. Diese, nach dem gleichnamigen dänischen Bakteriologen entwickelte Färbung, dient zur diagnostischen Unterscheidung von:
grampositiven Bakterien (wie z.B. Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken, Sporenbildner, Laktobazillen, Aktinomyzeten, Pilze) nehmen nach Anfärbung mit Gentianaviolett (Triphenylmethan-Farbstoff) eine dunkelblau-violette Farbe an,
gramnegativen Bakterien (wie z.B. Gonokokken, Menigokokken, Fusobakterien, Schraubenbakterien) zeigen eine rote Anfärbung.
gramlabilen Bakterien zeigen ein wechselndes Verhalten, bedingt z.B. durch das Alter oder Nährmedium bei speziellen Bakterienstämmen
säurefesten Bakterien, welche wachsartige Substanzen enthalten (z.B. Mycobakterien), sind mit den gängigen Färbemethoden nicht anfärbbar.
bei der Gram-Weigert-Färbung (Gram-Weigert stain) erfolgt die Einfärbung im Celloidin-Gewebeschnitt (Erregerfärbung mit Anilin-Gentianaviolett). Die Bakterien färben sich violett, Fibrin blau und Bindegewebe rot.
Bakterien, Granulozyten

Granulationsgewebe
engl.: granulation tissue; neugebildetes, blutgefäßreiches Gewebe; besondere Produktion bei der Wundheilung und bei chronischen Entzündungen, z.B. am Ende der Zahnwurzel eines avitalen Zahnes.
Bildet sich ein Zuviel an G. ("überschießende" Bildung), so spricht man von einem Granulationsgeschwulst (granulation tumor). In der ZHK z.B. als Epulis bekannt.
Granulom

Granulom
Eitersäckchen, Granuloma, "beherdeter Zahn" engl.: granuloma; Schlagwortbezeichnung für eine abgegrenzte Ansammlung von Granulationsgewebe als Reaktion auf entzündungsauslösende Stoffe (meist Mikroorganismen); in der ZHK meist als Synonym für eine Paradontitis apicalis chronica gebraucht. Generelle Einteilung in:
  •  apikales Granulom
    am häufigsten im Kieferbereich vorkommende Entzündungsreaktion aus lymphozytenhaltigem Granulationsgewebe als Schutzreaktion (mit bindegewebiger "Abkapselung") an der Wurzel von devitalen ("toten") Zähnen vorkommend. Das G. ist in der Regel mit denselben Keimen besiedelt, wie diese auch im endodontische Hohlraumsystem selbst anzutreffen sind. Es kann als Krankheitsherd u.U. den ganzen Körper beeinflussen ("Störfelder", Fokalinfektion). Gelegentliche Entartung zu einer (gutartigen) Zyste. Bei verminderter Abwehrlage des Körpers können G. zu einer "dicken Backe" bis hin zur Osteomyelitis führen. Vereinzelt kann sich der verflüssigte Inhalt eines G. einen Kanal durch den Kieferknochen und die Mundschleimhaut bahnen ( Fistel).
    Bei etwa 15 % der im Röntgenbild als apikales Granulom erscheinenden Veränderungen handelt es sich um radikuläre Zysten.
    Eine Therapie besteht meist in einer Wurzelkanalbehandlung mit wechselnden medikamentösen Einlagen bis zur Auflösung des G. als Folge des Wegfalls des Entzündungsreizes oder Wurzelspitzenresektion mit G.-Entfernung. Im Extremfall (vernachlässigtes Gebiss, mangelnde Patienten-Compliance, fortgeschrittene Erkrankung des Zahnhalteapparates) in einer Extraktion des Zahnes
  • eosinophiles Granulom
    mit einem bevorzugten Vorkommen im Kieferkörper oder dem Alveolarfortsatz des Unterkiefers. Ferner kommen Herde im Schädeldach und in den Weichteilen vor. Die Knochenherde zeigen sich nach außen als Auftreibungen des Knochens oder als knotige bzw. diffuse Verdickungen des Zahnfleisches. Im Röntgenbild (s. Abb.) findet man scharf abgegrenzte zystische Aufhellungen oder unscharf begrenzte knochenzersetzende Prozesse ohne direkte Zahnbeteiligung. Durch Abbau des Kieferknochens kann es zu Zahnlockerung bzw. Zahnausfall kommen.
    Eine Therapie besteht in einer Exkochleation ("Auskratzung"), ggf. Entfernung von Zähnen.
    Neben der beschriebenen isolierten Form ("solitäres Auftreten") werden noch unterschieden:
    eine chronisch-generalisierte Form = Morbus Hand-Schüller-Chistian (s. Abb.)
    eine akut-generalisierte Form = Morbus Abt-Letterer-Siwe
  • internes Granulom, Granulom, internes
    auch pulpales Granulom, Pulpagranulom, Rosaflecken-Krankheit, engl.: internal granuloma (of the pulp)
    chronisch entzündetes Zahnnervgewebe innerhalb der intakten (geschlossenen) Pulpenkammer. Durch langsame Vergrößerung und dadurch bedingter Resorption des Zahnhartgewebes (Dentin) schimmert das G. als sich langsam vergrößender Fleck nach außen durch, welches im englischen als "pink spot (disease)" bezeichnet wird, wenn sich das G. innerhalb der Kronenpulpa befindet. Sehr selten auftretend; erste Erkennung meist im Röntgenbild als Zufallsbefund. Wird die meist noch lebende (vitale) erkrankte Pulpa nicht entfernt, kann die Resorption bis zur Zerstörung der Wurzel fortschreiten. Auslösende Ursachen sind bisher nicht bekannt. Die Behandlung besteht i.d.R. in einer Entfernung der Pulpa ( Vitalextirpation) und anschließender Wurzelkanalfüllung. pink spot
  • malignes Granulom
    in Form der Lymphogranulomatose oder der Wegener-Granulomatose
  • pedikulares Granulom
    Granuloma pediculatum, Granuloma teleangiectacticum, auch: Granuloma pyogenicum; von Gefäßen des Kapillarkörpers ausgehendes gestielt-kugelförmiges Hämangiom der Haut u. Schleimhäute mit starker Blutungsneigung. Meist als eine Art "Überschussbildung"
  • pyogenes Granulom
    von der WHO eingeführte Nomenklatur ( internationale Einteilung) für eine best. Form einer Epulis
  • rheumatische Granulom
    Vorkommen bei der primär chronischen Polyarthritis in der Umgebung mittlerer und größerer Gelenke
  • Riesenzell(en)granulom

Abszess, apical, Behandlung von Milchzähnen, Calciumhydroxid, chronisch granulierende Entzündung, Hemisektion, Osteolyse, Osteonekrose, PAI-Index, periapikale Läsionen, Perkussionstest, PRI Index, Restostitis, Riesenzellgranulom, Schrödersche Lüftung, Sinusitis, Vitalitätsprüfung



Ausheilung einer Parodontitis apicalis chronica ("apikales Granulom")
(mittels ChKM)



"Eitersäckchen"



 eosinophiles G.
bei einem 12jährigem Kind
©: medecoinfo.de


internes G.  innerhalb des Wurzelpulpa



inter G
. der Kronenpulpa (Milchzahn)

 

 



Granuloma pediculatum
www.smw.ch/
©: SMW und Infomed-Verlags AG



Granuloma teleangiectacticum



M. Hand-Schüller-Christian

 

 

Granulom, internes Granulom

Granulozyten
engl.: granulocytes;  körnchenhaltige, weiße Blutkörperchen; Oberbegriffbegriff für die versch. Leukozyten (weiße Blutzellen), welche unter dem Mikroskop in ihrem Zytoplasma Granula sichtbar werden lassen. Sie werden durch Lymphokine oder bakterielle Botenstoffe an den Ort der Entzündung "gelockt" (sog. Leukotaxis) und fressen dort Bakterien auf (Phagozytose) bzw. töten Keime durch Enzyme ab.
Nach ihrer färberischen Darstellung ( Gram Färbung) unterscheidet man basophile, eosinophile und neutrophile G.

Grauhan Syndrom ; engl.: Grauhan's syndrome; seltene erblich rezessive Kombination von Fehlbildungen der Finger, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und des Urogenitaltraktes

Grauwert
engl.: gray scale (value); Bezeichnung für:
Kontrast-Beeinflussung des Röntgenbildes
in der Bildbearbeitung (digitales Röntgen): Helligkeits- oder Intensitätswert eines einzelnen Bildpunktes.
Ein menschliches Auge kann nur ca. 64 Grauwerte unterscheiden, ein CT aber 4096

Gray
Gy, engl.: do.; eine der SI-Einheiten für die durch Radioaktivität und andere ionisierende Strahlung verursachte Energiedosis; sie drückt die pro Masse absorbierte Energie aus. Es gilt die Formel 1 Gy = 1 J/kg = 100 rad. Weiter entspricht ein Gy einem Sievert (Äquivalentdosis)
Kerma

Greisenkiefer
"flacher Kiefer", engl.: geriatric jaw; altersbedingter, fast vollständiger Verlust der Alveolarfortsätze und anderer Teile der Kieferknochen (= spangenförmiger Unterkiefer). Ursache ist meist ein entzündlicher Schwund des Knochen durch Parodontitis oder ein nicht Abgedecktsein der zahnlosen Bezirke durch Zahnersatz (= Inaktivitätsatrophie). Vom anatomischen Aufbau des  Alveolarfortsatzes von Ober- und Unterkiefers her ergibt sich beim Schwund ein kleinerer Durchmesser des Alveolarkamms im Oberkiefer und ein größerer im Unterkiefer.  
Alveolarkammatrophie, Augmentation.


Atrophie des
Kieferkamms
mit zunehmenden Alter

Grenzbewegungen ; Bennet Bewegung

Grenzstrahlen
Bucky Strahlen, ultraweiche Röntgenstrahlen, engl.: Bucky radiography; nach dem Berliner Radiolgen Gustav Bucky (1880-1963) benannte sehr weiche Röntgenstrahlung (ca. 6–12 kV; λ ca. 0,2–0,1 nm). Erzeugt werden diese G. in Röhren mit großem Brennfleck (Chromeisen- oder Kupferanode) und mit einem Beryllium- oder Lindemann-Glas-Fenster.
Anwendung in der Strahlentherapie entzündlicher Erkrankungen der obersten Hautschichten.
Röntgenröhre, Röntgenstrahlen, Strahlentherapie

Griebe ; Griefe, Vulgärbezeichnung für Lippenbläschen ( Herpes simplex) bzw. Mundwinkelrhagaden

Griffelzahn , Zapfenzahn, engl.: peg tooth; Zapfenzahn

Gripit ; Richwil Crown and Bridge Remover

Grit
engl.: do.; Größenbezeichnung für die Partikel (Körner) eines Belages. Eine grobe Körnung hat ca. 80 Grit; feinkörnige Beläge haben Werte über 1.000. So wird z.B. eine Körnung von 1.200 Grit zum Polieren verwendet.

Gritman Artikulator
engl.: Gritman's articulator, "fixed condylar guide"; 1899 patentierter "Mittelwert-Artikulator", welcher mit 15° gekrümmte Kondylenbahnen aufweist, aber noch auf eine anteriore Führungsplatte verzichtet. Wurde seinerzeit zusammen mit dem von Snow konstruierten Gesichtsbogen ("Snow facebow") angewandt, welcher ebenfalls als Vorläufer der heute gängigen Gesichtsbögen gilt.

Grobdesinfektion
Vordesinfektion, engl.: low-level disinfection; Bezeichnung für die Desinfektion ("Entseuchung") größerer Mengen oder größerer Bezirke mit infektiösem Material. Meist handelt es sich dabei um die Desinfektion von Räumen, Toiletten, Abwässern und Krankheitsprodukten (Eiter).

Grübchen
engl.: groove; rundliche Vertiefungen auf der Kaufläche unterer kleiner Backenzähne ( Prämolar) anstelle von Fissuren. Der Übergang zu echten Fissuren ist fließend. Im Sprachgebrauch häufig gleichgesetzt mit der Fossa (jene Vertiefung im Kauflächenbereich, auf die der Höcker des Gegenzahnes trifft).
Fissur, Fossa, Höcker, Kaufläche, Scherhöcker

Grummons-Maske, Delaire-Maske

Grundebenenwinkel , Basiswinkel

Grundlohnsumme
engl.: base salary; Begriff aus dem Sozialrecht: Zur Finanzierung ihrer Ausgaben stehen den Gesetzlichen Krankenkassen überwiegend die Beiträge ihrer Mitglieder zur Verfügung. Diese orientieren sich an den eigentlichen Löhnen bzw. Gehältern ihrer Versicherten (sog. "Grundlohnsumme") bis zu einer jährlich variierenden Höchstgrenze - ohne spezielle Zulagen oder Gratifikationen -  (sog. "Eckwerte").
Gesetzlichen Krankenkassen

Grundschleier
Grauschleier, engl.: gray fog; Röntgenfilmschwärzung, welche bei der Entwicklung eines unbelichteten Röntgenfilms auftritt. Meist Lagerungsbedingt durch natürliche radioaktive Strahlung. Liegt der G. über dem Schwellenwert (der Bereich der Schwärzungskurve, der die Bildinformationen enthält), so wird er als Grauschleier bezeichnet.
Röntgenfilm

Grundversorgung
engl.: basic health care; sowohl fachlich, wie auch gesellschaftspolitisch nur vage beschriebene Definition eines unbedingt notwendigen medizinischen Behandlungsangebotes in der Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Krankenpflege, usw., wobei eine "kostenlose Inanspruchnahme" - d.h. ohne eigene Zuzahlungen - dieser G. durch den Erkrankten möglich sein soll.

Grünes Rezept
" = von Ärzten verordnet, von Patienten bezahlt", engl.: green prescription; Schlagwortbezeichnung für eine Folge der Gesundheitsreform ab 2004 (GMG):
Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz werden in den meisten Fällen nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Diese primär unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffene Entscheidung grenzt Arzneimittel aus, die sich bisher in der Therapie bewährt haben - und die, auch nach Willen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, weiterhin wichtiger Bestandteil der Therapie sein sollen. Das Grüne Rezept wird den Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Seine Ausgestaltung orientiert sich an den Rezeptvordrucken - mit einem wesentlichen Unterschied: Es ist GRÜN. Das Grüne Rezept geht auf eine Vereinbarung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Apothekerverbänden sowie dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller zurück. Die Einführung des Grünen Rezeptes dient verschiedenen Zielen:
Das Grüne Rezept signalisiert dem Patienten, dass die Anwendung des so verordneten Arzneimittels medizinisch geboten ist, die Kosten jedoch nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
Es ist eine Merkhilfe für den Patienten bezüglich Name, Wirkstoff, Darreichungsform, Packungsgröße etc.
Mit diesem Rezept dokumentiert der Arzt auch, dass er das Medikament für medizinisch sinnvoll hält. So lassen sich die Ausgaben steuerlich geltend machen, wenn die "zumutbaren Belastungen" überschritten werden.
Interessant ist dies z.B. für Familien mit drei und mehr Kindern, für die eine Zumutbarkeit von nur einem Prozent des Jahreseinkommens (bis 51.000 Euro; 2011) besteht.
Fast sieben Milliarden Euro wurden 2009 für rezeptfreie Arzneimittel ausgegeben; knapp ein Viertel davon für Erkältungsmittel.
Gesundheitsreform ab 2004 (GMG), Pharmakon, Rezept
http://www.aerztezeitung.de/ ; http://www.aerztezeitung.de/ (Zumutbarkeit)

 



©: Ärztezeitung

Grüne Prophylaxe ; Ökologie in der Zahnarztpraxis;   http://www.zm-online.de/hefte/Gruene-Prophylaxe_404133.html#1

Grünholzfraktur
engl.: greenstick fracture; nur bei Kindern zu beobachtender unvollständiger (subperiostaler) Knochenbruch (meist der langen Röhrenknochen der Extremitäten), bei welchem die Knochenhaut (Periost) die Fragmente zusammenhält. In der ZHK selten beobachtet.
Kieferbruch

Gruppenführung
Gruppenkontakt, engl.: canine or group guidance; dynamische Okklusion zwischen den Antagonisten auf der Laterotrusionsseite.
Eckzahnführung, Frontzahnführung, Gnathologie, Okklusion, Okklusionskonzepte, Zentrik

Gruppenprophylaxe
Kollektivprophylaxe, engl.: preventive dental treatment (for children up to 14, etc.); kariesvorbeugende Maßnahme für größere Bevölkerungsschichten ohne individuellen Charakter und besondere Gewichtung der Mitarbeit des Einzelnen; in der ZHK in D. meist in Form von zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (vormals "Reihenuntersuchungen") in Kindergärten und Schulen. Hauptziel der G. ist es, den Kindern und Jugendlichen ein mundgesundheitsbewusstes Verhalten beizubringen. Zahmedizinische G. versteht sich weiter als eine Förderung zur Erreichung einer gesunder Lebensweise, und Unterstützung der Gesundheitsbildung in der Familie; generell zielt sie auf eine Eigenverantwortung für die persönliche Gesundheit hin.
Untersuchungen zeigen, dass Gruppenpräventionsprogramme dann keinen Erfolg zu haben scheinen, wenn sie lediglich "unterrichtenden Charakter" haben und keine Fluoride angewandt werden.
Die G. hat ihre Rechtsgrundlage im §21 Sozialgesetzbuch V und umfasst nach dessen gesetzlicher Definition die Untersuchung der Mundhöhle und die Anfertigung eines Zahnstatus, Fluoridierungs-Maßnahmen zur Verbesserung der Schmelzqualität (sog. "Zahnhärtung"), Ernährungsberatung und Anleitung zur Mundhygiene.

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) definiert gruppenprophylaktische Maßnahmen wie folgt:

Wie die DAJ berichtet, erreichten im Schuljahr 2007/8 die gruppenprophylaktischen Maßnahmen bundesweit viele der etwa sieben Millionen Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 12 Jahren, die in Einrichtungen gemeldet sind: In Kindergärten waren es 70 Prozent der Jungen und Mädchen, in Grundschulen 73 Prozent sowie in fünften und sechsten Klassen 32 Prozent. Hinzu kamen etwa 49 Prozent in Fördereinrichtungen.
Insgesamt 206.000 Kinder und Jugendliche mit hohem Kariesrisiko nahmen laut DAJ an speziellen Programmen mit einer besonders intensiven Betreuung teil. Gruppenprophylaktisch betreut wurden außerdem 124.000 Jugendliche in Schulen mit überproportional hohem Kariesrisiko. Etwa 7.000 Informationsveranstaltungen für Pädagogen und 9.500 Beratungen wurden für Eltern im Schuljahr 2007/2008 angeboten.
Fast 12.000 niedergelassene Zahnärzte, 1.200 Prophylaxe-Fachkräfte und 465 Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes machten laut der Dokumentation bei den Aktionen mit.

BZÖG, DAJ, Individualprophylaxe, Karies, Kariesprophylaxe, Öffentlicher Gesundheitsdienstes, Prävention, Prophylaxe
Zahnärztliche Gruppenprophylaxe vor dem Aus? Zu viel Prävention in der Kita: Gruppenprophylaxe ade? (zm,2017)
Wie nachhaltig sind Individual- und Gruppenprophylaxe? (zm, 2016)

Guérin Fraktur
engl.: Guérin's fracture; nach dem Pariser Chirurgen (1801-1866) benannte Fraktur des Oberkiefers, welche als transversalfraktur in etwa der bekannteren Bezeichnung Le Fort I entspricht

Guided bone regeneration , GBR; Gesteuerte Knochenregeneration

Guided tissue regeneration , GTR; Gesteuerte Geweberegeneration in der Parodontologie

Gulden Therapie
Gulden Übung, wenig gebräuchliches Training der Lippenmuskulatur bei einer chronischen Mundatmung: Eine Münze wird senkrecht zwischen die Lippen gestellt und ständig hin und her bewegt. Lippenkompetenz

gummy smile
wörtlich übersetzt: "Zahnfleisch-Lächeln", von engl. gum = Zahnfleisch; meist bedingt durch eine zu kurze Oberlippe und/oder eine vertikale Überentwicklung des Alveolarfortsatzes bzw. überlanger Schneidezähne; seltener durch eine Überaktivität der Oberlippenmuskulatur oder ein "Überwachsen" des Zahnfleischs über die Zahnkrone. Beim Lachen oder auch nur geringer Mundöffnung ist dabei überverhältnismäßig viel "Rot" (Zahnfleisch) zu sehen. Beim Lachen ist im Idealfall eine Fläche zwischen drei Vierteln der Kronenhöhe der oberen Schneidezähne und 2 mm der Gingiva zu sehen; sind mehr als 3 mm sichtbar, spricht man von einem g. s.. In kosmetisch ausgeprägten Fällen kann bei einem g. s. ein chirurgisches Hochverlagern des Oberkiefers oder Eingriffe an einem der Lachmuskeln (M. orbicularis oris) erforderlich sein.
ästhetische Analyse, Ästhetische Zahnmedizin, Frontzahnlinie (Lachlinie), Oberlippenlänge, Pink Esthetic Score, rosa Ästhetik
http://www.gummysmile.com/


Gunn Zeichen
Kiefer-Lid-Phänomen, Marcus-Gunn-Phänomen, engl.: Gunn's phenomenon; es besteht eine krankhafte Synchronisation zwischen einer Öffnungsbewegung des Kiefers und einem gleichzeitigen ruckartigen Hochziehen des Augenlids und der Augenbraue. Ursache unbekannt, kann in jedem Alter auftreten; eine genetische Disposition scheint wahrscheinlich
R. Marcus Gunn: Congenital ptosis with peculiar associated movements of the affected lid. Transactions of the Ophthalmological Societies of the United Kingdom, London, 1883, 3: 283-287.
Marin Syndrom
http://www.aerztezeitung.de/

Gunning Schiene
Kieferbruchschiene mit intermaxillärer Verschnürung, engl.: Gunning's splint; im zahnlosen Ober- und/oder Unterkiefer angewandte Kieferbruchversorgung durch vorhandene Prothesen, welche mit Häkchen versehen werden, durch die intermaxilläre Gummizüge zur Verschnürung geführt werden. Zur besseren Fixierung kann zusätzlich eine Jochbogen und/oder Unterkieferumschlingung durchgeführt werden. Ersatzweise können statt der vorhandenen Prothesen auch entsprechende Kunststoffbehelfe Verwendung finden.
Kieferbruch

Gussfüllung
Goldgussfüllung, Einlagefüllung, Inlay, engl.: cast filling; eine der Bezeichnungen für eine Einlagefüllung (Inlay), welche im zahntechnischen Labor aus einer Metall-Legierung (i.d.R. eine goldhaltige) gegossen wird. Untergliederung in Inlay, Pinledge, Onlay, Overlay
Special: Füllungen auf Zahnwissen.de
Abdruckarten, aktives Zementieren, anfinieren, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Inlay, Onlay, Overlay, Passung, Scheibenschliffpräparation, Schlagpolierer

Gussklammer
Modellgussklammer; engl.: cast clasp; gusstechnisch hergestellte Klammerart - meist in Kombination mit einer Modellgussprothese ("Stahl"). Im Gegensatz zur gebogenen "Drahtklammer" ist eine bessere und individuell abgestimmte Haltekraft und Abstützung zu erzielen. Bekannter Vertreter ist die (eher historische) Ney-Klammer, eine G. der Firma Ney und das Bios™-System.
Klammer, Modellguss, Ney-Klammersystem

Gusskrone
engl.: cast crown; im Gegensatz zur historischen Bandkrone heute überwiegende Kronenart, welche aus einer Legierung in einem Dentallabor im Metallguss-Verfahren hergestellt wird. Sie kann ganz aus Metall bestehen (= Vollgusskrone)  oder zahnfarben verblendet sein (= Verblendkrone).
Krone

Gutachten
/ Gutachter, Sachverständiger, engl.: medical report / expert; Tätigkeiten durch "sachkundige Personen" (s.u.) bei Gerichts- und sonstigen Auseinandersetzungen/Überprüfungen. Im privatzahnärztlichen Bereich werden diese Gutachter von der Zahnärztekammer benannt. Nur diese Personen dürfen - auch nach der zahnärztlichen Berufsordnung - kritische Aussagen zu einer zahnärztlichen Arbeit tätigen. Das von einem Gutachter erstellte Gutachten ist juristisch von erheblicher Bedeutung und muss bei der Urteilsfindung vor einem Gericht angemessen berücksichtigt werden. Der Gutachter selbst schöpft sein Wissen aus den sog. Leitlinien, sonstigen Veröffentlichungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften (z.B. wissenschaftlichen Stellungnahmen) und seiner persönlichen Berufserfahrung.
Bei der zahnärztlichen Versorgung werden zwei Formen von Gutachten unterschieden:
Bewertung der geplanten Therapie und Genehmigungsentscheidung durch den Kostenträger (= "Vorbegutachtung")
Mängelgutachten bei bereits fertig gestelltem Zahnersatz
Für gesetzliche Krankenversicherte besteht auf Grund von Regelungen im Sozialgesetzbuch V ein vorgerichtliches Gutachterverfahren, bei welchem die Gutachter einvernehmlich (mit Zustimmung der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und der Gesetzlichen Krankenkassen) bestellt werden. Gegen die Beurteilung dieser G. gibt es verschiedene Beschwerdestellen (Prothetik-Einigungsausschuss, Obergutachter), bevor eine gerichtliche Untersuchung vor einem Sozialgericht eingeleitet werden kann. Wichtig für Patienten Gesetzlicher Kassen: Die Krankenkasse bezahlt nur solche Gutachten, die von ihr selbst in Auftrag gegeben wurden. Patienten sollten sich deshalb immer zunächst an ihre Krankenkasse wenden.
Im Bereich Zahnersatz wurden 2009 bei den Gesetzlich Versicherten insgesamt 146.259 G. (Planungs- und Mängelgutachten) durchgeführt. Bei 10,5 Millionen prothetischen Behandlungsfällen wurden lediglich 16.514 Mängelgutachten angefordert.
Einsicht in Gutachterunterlagen (BGH-Entscheidung aus 2003)
Behandlungsfehler, Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung, Haftung, Leitlinie, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), MDK, MDZ, Nachbesserung, Schweigepflicht
Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer zur Patientenberatung und Gutachterverfahren, 2008 ; ©: Bundeszahnärztekammer
http://www.bzaek.de/nc/patienten/patientenberatungsstellen.html
Daten und Fakten 2009 (Stichwort "Gutachterwesen", ausführliche Zahlen)

Gutachterkommission
für Fragen zahnärztlicher Haftung, "Schiedsstelle", "Schlichtungsstelle", engl.: advisory committee for questions of dental liability; bei den Zahnärztekammern angesiedelte Schiedsstellen-ähnliche Einrichtung zur Klärung von Behandlungsfehlern und damit verbundenen Haftungsfragen. Sie wird von einem unabhängigen Richter unter Beisitz von 3 Zahnärzten geleitet. Jeder Patient - wie auch seltener - jeder Zahnarzt kann sich an diese Stelle im Streitfall wenden, ohne auf das spätere Recht zur Anrufung eines ordentlichen Gerichtes zu verzichten.
Behandlungsfehler, Beweislast, Gutachten, Haftung, Mängelgutachten ("Mängelrüge")
Behandlungsfehler: Schlichtungsstellen sind forscher als Gerichte

Gutta-Flow ® ; neuartiges Wurzelkanalfüllmaterial; Sealer, Wurzelkanalfüllung; Herstellerinfo

Guttapercha
engl.: gutta-percha, guttapercha; kautschukähnliches Material aus dem Saft des Gummibaumes. in der ZHK gebräuchlich als probates Hilfsmittel zur Optimierung einer Wurzelkanalfüllung (mittels feiner, versch. großer, dem Wurzelkanal angepasster Guttaperchastifte, Kondensation + Abb.). Die von früher bekannten Einsatzgebiete im Rahmen von zahnärztlichen Abdrücken oder provisorischen Verschlussmaterialien sind heute obsolet.
Man unterscheidet bei der G. eine alpha von einer beta Form:
Bei Raumtemperatur besitzt die G. den physikalischen beta-Zustand. Durch Erhitzung auf ca. 65° C (Erweichung) und anschließender Abkühlung entsteht bei einer Temperatur zwischen 49-42° C die klebrige alpha-Form, welche zwar gut fließfähig aber zu weich für eine Kondensation im Wurzelkanal ist.

Beim Guttapercha-Injektionsverfahren, engl.: gutta-percha injection technique, (z.B. Obtura®, Ultrafil®) wird G. auf etwa 70° erwärmt und mittels einer Injektion in den Wurzelkanal gebracht. Generell besteht bei derartigen Methoden eine fehlende bzw. eingeschränkte Längenkontrolle und dadurch eine Gefahr des Überfüllens ("Überstopfens").

Abdruck, BeeFill, BRT, Chloroform, Endotom, Guttapercha-Abformung, Plugger, Point, Separation, Wurzelkanalfüllung



Prinzip der
lateralen Kondensation

Guttapercha-Abformung , Guttapercha Abdruck, engl.: guttapercha impression; historisches thermoplastisches Abdruckverfahren zahnloser Kiefer durch Guttapercha

Gyrasehemmer
GH, bakterielle DNS-Gyrase-Hemmer, zur Gruppe der Antibiotika gehörend, engl.: topoisomerase inhibitor; die Gyrase ist ein Enzym, das die Bakterien-DNA aufdrillt, damit diese in die Bakterienzelle passt. Die Verpackung der menschlichen Erbsubstanz ist völlig anders, weil unsere Zellen im Gegensatz zum Bakterium einen Zellkern besitzen.
Antibiotika

Gysi
Alfred, Züricher wissenschaftlich arbeitender Zahnarzt (1865 - 1957); u.a. bekannt durch die Gysi-Artikulationslehre und dem von ihm entwickelten Artikulator mit 34° Gelenkbahnneigung. Dieser sog. "Simplex-Artikulator" wird als einer der Vorläufer der Mittelwertartikulatoren angesehen.
Artikulator, Okklusionskonzepte, Truebyte-Artikulator
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/05/05H160/t5.pdf (Aufstellung bei Vollprothesen)


von Gysi entwickelter "Simplex"
Artikulator

zu Ga-Gm

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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