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GABA
Abk. von Goldene Apotheke Basel; auch unter dem ehemaligen Fa.-Namen Wybert bekannt. Bedeutender Hersteller von Mundhygieneartikel (z.B. elmex™, meridol™). http://www.gaba.ch

Gable Biegung
gable blend; engl. Ausdruck für Giebelbiegung; Begriff aus der kieferorthopädischen Behandlungstechnik mit festsitzenden Apparaturen ( Edgewise-Technik) zur körperlichen Bewegung von Zähnen, besonders um einem Kippen der Zähne in Zahnlücken vorzubeugen.

Gähnen
engl.: yawn(ing); reflexartiges maximales Mundöffnen bei gleichzeitiger tiefer und sekundenlang auf dem Höhepunkt beharrender Einatmung

Galenik
pharmazeutische Technologie, engl.: galenism; nach dem griech. Arzt Galenus von Pergamon benannter Begriff für die Wissenschaft, welche sich mit technischer Prüfung und Formgebung (Zubereitung, in der ein Wirkstoff dem Körper zugeführt wird; Pulver, Tabletten, Hilfsstoffe usw.) von Arzneistoffen befasst.
Im Gegensatz dazu versteht man unter Galenika oder galenischen Arzneimitteln (galenics; galenicals), deren Zubereitungen meist pflanzlichen Ursprungs sind, Sie liegen meist als Extrakte und Tinkturen vor und enthalten die Wirkstoffe in ihrer natürlichen Zusammensetzung.
Pharmakon
die individuelle Medikamentendosis finden und einstellen

Galerieschiene , Kappenschiene

Galvanisieren , Galvanisation, Galvanostegie

Galvanismus
im Mund, "Elektrogalvanismus", elektrische Mundströme, "Mundbatterie", engl.: oral galvanism; Oberbegriff für Pseudodiagnosen, die davon ausgehen, dass die zwischen versch. Metallen im Mund bestehenden Strömchen (galvanisches Element) für eine Vielzahl von Erkrankungen direkt oder indirekt zuständig sind.
Je nach Zusammensetzung des Metalle ( Legierung) und der diese umspülende Elektrolyte (in der Hauptsache Speichel) ergeben sich unterschiedliche Potentiale, deren Differenz als elektrische Spannung in Volt gemessen werden kann; es werden Werte bis zu 1.000 mV angegeben - man spricht von einem galvanischen Element. Nach physikalischen Prinzipien kann ein Strom nur dann fließen, wenn neben dem Elektrolyt  eine weitere leitende Verbindung besteht. Dies kann ein direkter Kontakt der versch. Metalle (auch kurzzeitig beim Zusammenbiss) oder der elektrisch äußerst schwache Weg über Zahn-Kieferknochen-Zahn sein. Folge dieses Stromflusses sind Korrosionen, welcher i.d.R. nur unter dem Mikroskop zu beobachten sind, wobei die unedlere Legierung mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Empfindliche Patienten können diese Strömchen meist durch Beeinträchtigung des Geschmacks ("Batteriegeschmack", Geschmack nach Stanniolpapier) spüren, andere klagen über Zungen- und Schleimhautbrennen. In wie weit diese Strömchen unseren Körper beeinflussen ist wissenschaftlich nicht gesichert; krankhafte Veränderungen der Strombahnen im Körper konnten bisher seriös nicht nachgewiesen werden.
Messbare Körperbelastungen werden bei einem direkten Kontakt Edelmetall-Amalgam festgestellt, wobei sich das Amalgamgemisch auflöst - dieser Effekt ist bei alten Amalgamfüllungen vernachlässigbar, bei frischen dagegen stark ausgeprägt. Deshalb gilt, dass nie eine frische Amalgamfüllung neben eine bestehende Edelmetall-Legierung gelegt werden darf. Unter den Aspekten eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollten sich generell nicht im Potential verschiedene Metalle zusammen in der Mundhöhle befinden. Angestrebt wird unter reinen Bioverträglichkeitsaspekten zusätzlich eine metallfreie Mundhöhle - allerdings ist dieser Wunsch zahntechnisch wie auch unter finanziellen Gesichtspunkten bisher Utopie
Elektrosensibilität, Ionen-Zahnbürste, Nocebo-Effekt, Spannungsreihe v. Metallen

Galvanostegie
"Galvanisieren", "Vergolden", Plattieren, engl.: galvanostegia, gold-plating, gilding; überziehen von metallischen Gegenständen (oder solchen, die z.B. durch Auftragen einer Lackschicht leitend gemacht wurden) mit einer dünnen metallischen Haftschicht (meist aus einem Edelmetall wie Gold ("Glanzvergoldung"), im Dentallabor auch mit anderen Metallen, z.B. Kupfer = Verkupfern). In der ZHK umstrittenes Verfahren, um unedle (NEM) oder gering mit Edelmetall legierte Werkstoffe (z.B. Metallbasis, Kronen) "höherwertig" zu machen. Umstritten deshalb, weil durch Abrasionen des dünnen Überzugs bei Beanspruchung der Grundstoff bald wieder Kontakt zur Mundhöhle hat.
Diffusionsvergoldung, Galvanotechnik, Legierung

Galvanotechnik
Galvanoplastik, Galvanoforming, engl.: electroplating procedure, electroforming; Seit 1986 erprobte Technik zur Herstellung von Zahnersatzarbeiten aus reinem Gold und Keramik, was im höchsten Maß zu dern Biokompatibilität beiträgt; auf dem Markt u.a. bekannt unter dem Namen AGC® System (AGC = Auro Galva Crown; Fa. Wieland Dental + Technik). Die Herstellung im Dentallabor läuft wie folgt ab:
Der im Labor hergestellte Zahnstumpf aus Spezialgips wird doubliert und dieses Doppel in einem galvanischen Bad mit einer arbeitsfähigen Goldschicht (<200µm; = ca. ½ Gramm Feingold/Krone) versehen (Galvanoplastik). Dieser doppelte Zahnstumpf wird dann zerstört und es bleibt ein äußerst exaktes, passgenaues Goldgerüst übrig (Galvanoplastik), welches in einem speziellen Aufbrennverfahren mit der eigentlichen Keramik versehen wird. Bedingt durch die geringe Schichtdicke des Goldes ist es einmal möglich, dass bei der Präparation weniger gesunde Zahnsubstanz geopfert werden muss, zum anderen kann die aufgebrannte Keramik dicker gearbeitet werden, was sich positiv auf die Ästhetik auswirkt. Aus Stabilitätsgründen ist bei dieser Technik bei Inlays häufig ein kosmetisch störender Goldrand zu sehen (Werbeslogan: "die mit dem Goldrand"); zahnmedizinisch vorteilhaft ist bei dieser störenden Optik, dass die Goldränder zu einer Optimierung des Randschlusses, an den Zahn "anfiniert" werden können; ein breiterer Einsatz in der Praxis ist bisher (2004) nicht erfolgt. Neben Inlays und Onlays können mit der G. auch Einzelkronen, Doppelkronen und nach Herstellerangaben auch kleinere Brücken angefertigt werden. 
Im Vergleich zu normalen Metallgüssen, welche fast immer Gaseinschlüsse (Lunker und Poren) aufweisen und so die Legierung störungsanfällig und biologisch minderwertig machen, zeichnen sich mit G. hergestellte Gerüste durch die ausgezeichnete Homogenität nur eines Edelmetalls aus.
Deckgold, Folienkrone, Galvanostegie, Keramikschulter, Legierung, Metallkeramik, Teleskopkrone, Verblendkrone.
http://www.gramm-dental.de/index.html

 




 


 



Galvano-Inlay

mit sichtbarem
Goldrand

Gamma-2-Phase
Sn8Hg; besonders korrosionsanfälliges Produkt konventioneller Amalgame. Beim Erhärten von Amalgam treten unterschiedliche Legierungsphasen auf, wobei es unter anderem zur Bildung einer Gamma-2-Phase kommen kann. Diese "Zinn-Quecksilber-Phase" zählt zu den korrosionsanfälligsten Legierungsphasen; die Anwendung von Gamma-2-haltigen Amalgamen ist in D nicht mehr zulässig.
http://www.tu-chemnitz.de/

Ganglion
Nervenknoten, pl.: Ganglien, von einer Kapsel umschlossene Anhäufung von Nervenzellen, engl.: do.; als Verdickung des Nervensystems, in der die Zellkörper der Nervenzellen (Ganglienzellen) konzentriert vorhanden sind. In der ZHK von Bedeutung ist das Ganglion Gasseri oder auch Ganglion trigeminale als sensibler Teil des V. Hirnnervs (Trigeminus).
Eine der "Schaltzentralen" im Verlauf eines Nerven.
Trigeminusnerv


Gangrän
Pulpagangrän, "Brand", "Faulbrand", (eitriger) Zerfall des Zahnnervs, eitrige Pulpennekrose, engl.: gangrene; durch Bakterieninfektion zerfällt die abgestorbene Zahnpulpa (entstanden durch bakterielle, chemische o. physikalische Reize) faulig unter Freisetzung von Ammoniak, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff im Sinne einer sog. Kolliquationsnekrose. Ursache ist meist eine unbehandelte Caries profunda. Da bei einer (von der Kaufläche her) geschlossenen Pulpenhöhle ein Entweichen dieser Gase nach außen hin nicht möglich ist, kommt es zu einem Austritt über das Foramen apicale an der Wurzelspitze ( Apex) in den den Zahn umgebenden Kieferknochen. Es zeigen sich die Anfangsstadien einer Parodontitis apicalis, welche bei langsamem Fortschreiten der Infektion manifest wird und vom Körper in Form eines Granuloms abgekapselt wird, und/oder es entwickelt sich ein akuter, meist äußerst schmerzhafter Prozess (Parodontitis apicalis acuta) mit einer Klopfempfindlichkeit und einem "Längerwerden" des betroffenen Zahnes. In diesem akuten Stadium schafft nur eine sofortige Trepanation oder Schrödersche Lüftung unverzüglich Schmerzfreiheit ( Gangränbehandlung).
Zahnmedizisch unterschieden werden die trockene Gangrän (wenig Wasser im zerfallenen Gewebe) und die feuchte Gangrän.
Behandlung von Milchzähnen, Caries profunda, Cupral-Depotphorese, Formokresol, Gangränbehandlung, Iontophorese, Parodontitis apicalis

Gangränbehandlung
engl.: gangrene treatment; modifizierte Wurzelkanalbehandlung bei einer infizierten Pulpa bzw. einem infizierten Wurzelkanal. Nach einer Trepanation besteht primär die Aufgabe darin, den hochinfektiösen Wurzelkanal zu reinigen und zu desinfizieren, um eine Fortschreiten/Wiederaufflackern der Entzündung zu verhindern. Da mit den mechanischen Methoden der Wurzelkanalaufbereitung selten mehr als 50 % der abgestorbenen Zahnpulpa entfernt werden können (der Rest befindet sich in den feinen Verzweigungen oder Ramifikationen), welche nur noch chemisch mit entsprechenden medikamentösen Einlagen und Spülungen erreicht werden können, muss zunächst eine gründlich chemische Desinfektion des Wurzelkanals erfolgen, für welche die heute von der Wissenschaft favorisierten Calciumhydroxid-Spülungen/Einlagen nicht immer ausreichend sind. Hierfür eignet sich besonders das ChKM nach Walkhoff ( http://www.tarzahn.de/) wie auch Chlorhexidin. Meist erfolgt der provisorische Verschluss des Zahnes noch in der gleichen Sitzung, um eine Reinfektion aus der Mundhöhle zu vermeiden - nur in hochakuten oder stark Sekret absondernden Wurzelkanälen wird dieser bis zum Abklingen der akuten Beschwerden offen gelassen (ca. 1 - 2 Tage). Nach Herstellung keimarmer Verhältnisse und Abheilung von eitrigen Prozessen um die Wurzelspitze herum kann eine regelrechte Abfüllung des Wurzelkanals durchgeführt werden.


Erfolgsraten bei versch. Nerv-Erkrankungen
Chlumsky-Lösung, ChKM, Dochtdrainage, Einlage, Formokresol, Gangrän, Wurzelkanalbehandlung, Zauberpaste
http://www.tarzahn.de/

Ganzheitliche Zahnmedizin
Ganzheitsmedizin, engl.: holistic dentistry; Bezeichnung im deutschen Sprachgebrauch meist für eine von der Schulmedizin abweichende bis konträre Auffassung und Therapie von Erkrankungen. So bezeichnen sich viele, nicht der Schulmedizin zuzuordnende Verfahren (z.B. Akupunktur, Bioresonanztherapie, Naturheilverfahren; alternative Behandlungsmethoden) als "Ganzheitlich", ohne zu erklären, wo der Bezug zum "Ganzheitlichen" ist.
Nach Darstellung der Schweizerischen Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin (SGZM) gilt folgende Definition:
"Sie betrachtet den Mund und die Zähne des Patienten nicht als vom übrigen Körper isoliertes Gebiet. Gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache oft nicht am Ort der Störung. So kann z.B. ein erkrankter Zahn Symptome an Gelenken auslösen. Umgekehrt können Aphten im Mund ihre Ursache in einer Nahrungsmittelunverträglichkeit haben. Es gilt in beiden Fällen, den Rahmen der Diagnostik über den Manifestationsort des Krankheitssymptoms auszudehnen. Gerade chronische Erkrankungen verlangen das Ausschöpfen aller diagnostischen Möglichkeiten. Die Ganzheitliche Zahnmedizin hat Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt, die es dem ganzheitlich ausgebildeten Zahnarzt erlauben, diese Zusammenhänge aufzudecken. Das Problem der Zahnfüllungsmaterialien und zahntechnischen Werkstoffe wird dabei besonders beachtet. Der ganzheitlich arbeitende Zahnarzt wählt Therapien aus, die einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Gesundheit des Patienten bedeuten und auf die Wechselwirkungen zwischen Zähnen und Organismus Rücksicht nehmen. Seine Ausbildung ermöglicht es ihm, zusätzlich Homöopathie, Mundakupunktur, Neuraltherapie u.ä. anzuwenden."
alternative Behandlungsmethoden, Heilpraktiker, Holodontie, integrative Medizin, Naturheilverfahren, NICO, Odonton, Perioprophylaxe, Psychodontie, Schulmedizin, Walkhoff, Wechselbeziehungen
http://www.oldenburk.de/
http://www.sgzm.ch

Garantie , engl.: warranty; Gewährleistung

Garliner Übungen
engl.: myofunctional therapy after Garliner; physiotherapeutisches Trainingsprogramm zur Harmonisierung und/oder Kräftigung der Kaumuskulatur

Gasser Ganglion
Ganglion trigeminale, "Schaltzentrale", engl.: Gasser's ganglion; des Trigeminusnerven, benannt nach dem Wiener Anatom Johann Laurentius G.
Ganglion

Gassterilisation
"Trockenantiseptik", engl.: gas sterilization, dry sterilisation process; Sterilisationsverfahren mit einem mikrobioziden Gas bei möglichst niedrigen Temperaturen in einem geschlossenen System; Einsatz bekannt aus der Lebensmittelindustrie. Grundsätzlich dürfen nur thermolabile Gegenstände mit Gas sterilisiert werden. Die Techniken der G. werden durch zwei chemische Verfahren repräsentiert:

Plasma, Sterilisation
www.gzm.de/ (S. 16 unten)

Gates Bohrer
Gates-Glidden-Bohrer
, "Wurzelkanalerweiterer", engl.: Gates-Glidden drill; spindelförmiger Bohrer zur Erweiterung des Eingangs zum Wurzelkanal aus dem Pulpenkavum heraus im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung

Wurzelkanalinstrumente

Gaumen
Palatum, als Wortteil auch "Urano..."; engl.: palate; innenwärts vom Zahnbogen des Oberkiefers gelegene schleimhautüberzogene obere Begrenzung der Mundhöhle.
Man unterscheidet den harten Gaumen (Palatum durum) als Trennung zwischen Mund- und Nasenraum, welcher hinter den oberen Schneidezähnen beginnt und hinter den letzten Backenzähnen in den weichen Gaumen (Palatum molle) übergeht, welcher mit dem Zäpfchen (Uvula) zum Rachen hin endet und einen Muskelkomplex darstellt.
Die Gaumenschleimhaut ist je nach Lokalisation unterschiedlich aufgebaut: Bezirke mit geringer Resilienz (Eindrückbarkeit) liegen in der Gaumenmitte (Torus palatinus) und können bei Gaumenplatten (z.B. bei einer Oberkiefer-Vollprothese) Druckstellen hervorrufen.
Endomolare, Gaumenbögen, Gaumennahterweiterung, Foveola palatina (Gaumengrübchen), Melanosis, Oberkiefer, Oberkieferlänge, Palatoskopie, Papilla incisiva, Raphe, Raphe-Median-Ebene, Torus palatinus, Tuber maxillare, Uranitis

Gaumenabszess
palatinal(er) Abszess, engl.: palatal abscess; da überwiegend von den Zähnen ausgehend (odontogener Ursprung), hauptsächlich am harten Gaumen vorkommend. Wegen der relativ harten Gaumenschleimhaut und meist fehlendem Fettgewebe, können diese Abszesse äußerst schmerzhaft sein. Bei der Inzision des G. ist wegen des Verlaufs der Arteria palatina äußerste Vorsicht geboten (bei Verletzung treten starke Blutungen auf!) - die Schnittführung erfolgt deshalb entweder nahe am Zahnfleischrand oder in der Mitte des Gaumens.
Abszess, Uranitis



Gaumenbogen
engl.: palatine or oral arch; Arcus palatopharyngeus und Arcus palatoglossus sind mit Muskeln durchsetzte Schleimhautfalten, die vom hinteren Gaumensegel arkadenförmig seitlich und dann abwärts verlaufen. Zwischen ihnen befinden sich die Gaumenmandeln.
Gaumen

Gaumenbreite , engl.: breadth of palate; Endomolare, Gaumenindex

Gaumendreieck , engl.: palatal triangle; Dreieck, gebildet aus den beiden Foramina palatina und dem Foramen incisivum

Gaumenbügel , engl.: palatal bar Palatinalbügel, Torsionsbügel, Transversalbügel

Gaumenfalten
engl.: palatine rugae; 4 bis 6 paarige, quer verlaufende Falten im vorderen Gaumenteil mit einer sehr individuellen charakteristischen Ausprägung. Gelegentlich Nachahmung dieser Erhebungen in der Totoalprothetik
Palatoskopie, Plica

Gaumenhöhe
engl.: height of palate; wird definiert als die senkrechte Entfernung des Gaumendaches von einer Geraden, welche die beiden Hinterränder der 1. Molaren-Alveolen verbindet. Gemessen wird an der Gaumenmittellinie. Ein hoher Gaumen wird auch als Steilgaumen bezeichnet.

Gaumenhöhenindex
nach Bauer, engl.: palatal height index; zur Unterscheidung in niedergaumige, mittelhochgaumige und hochgaumige Formen nach der Formel: G. = (Gaumenhöhe x 100) : Gaumenbreite. Normwerte liegen zwischen 28 u. 40 mm.

Gaumenindex
engl.: palatal index; von der "Frankfurter Vereinigung" (anthropologische Gesellschaft, Frankfurter Horizontale) aufgestellte Messzahl als ein Verhältnis zwischen Gaumenbreite ( Endomolare) zu Gaumenlänge; es gilt: G. = 100 x Gaumenbreite : Gaumenlänge
Klassifiziert werden weiter breitgaumige, mittelgaumige (Breite ca. 80 - 85 mm) und schmalgaumige Formen.
Endomolare, Gaumen, Index

Gaumennahterweiterung
forcierte, GNE, Gaumennahtsprengung, Nahtsprengung, engl.: rapid maxillary expansion, palatal expansion, separation of the maxilla; kieferorthopädisches - und ab einem Alter von etwa 15-16 Jahren kombiniert kieferorthopädisch-chirurgisches - Behandeln bei einem in transversaler Ebene zu engen Oberkiefer. Als "Vater dieser Methode" (founding father) gilt der US-Amerikaner Emerson C. Angell (1822-1903), welcher seinerzeit die gleichnamige Schraubspindel entwickelte.
Mit einer speziellen Behandlungsapparatur (Hyrax-Schraube verbunden mit einer festen Umbänderung an den Seitenzähnen) wird die in der Mitte des Gaumens gelegene verknöcherte Gaumennaht (Sutura palatina media) "aufgesprengt" und so der Gaumen in der Breite vergrößert. Nach erfolgter Expansion muss die Apparatur noch mindestens 6 Monate zur Retention belassen werden. Weiter besteht bei einem derartig forcierten Vorgehen das Risiko von Zahnlockerungen und Zahnkippungen. Außerdem wurden Wurzelresorptionen und ein pathologischer Abbau der bukkalen Alveolarfortsatzwand und an den Verankerungszähnen beobachtet. Derartige Nachteile können z.B. mit einer direkten Fixierung der Expansionsschraube am knöchernen Gaumen vermieden werden ("implantatverankerter Distraktor").

Die chirurgisch unterstützte G. - SARME = surgically assisted rapid maxillary expansion - geht von der Tatsache aus, dass nicht die Gaumennaht, sondern maxilläre Strukturen des Gesichtsschädels als Hauptwiderstandszonen anzusehen sind. So sind von besonderer Bedeutung die "drei Gesichtspfeiler": der fronto-maxilläre (Apertura piriformis), der zygomatico-maxilläre (Crista zygomatico-alveolaris) und der pterygo-maxilläre (Sutura pterygopalatina) Gesichtspfeiler; sie stellen die Haupthindernisse bei einer Breitenentwicklung des Oberkiefers dar. SARME stellt eine modifizierte subtotale LeFort I - Osteotomie (u.U. zusätzlich noch mit medianer Spaltung: "two or three piece maxilla") mit nachfolgender Distraktion dar. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, dass immer nur symmetrisch erweitert wird (z.B. kann so nur ein symmetrischer Kreuzbiss behandelt werden).
Eine Weiterentwicklung, die eine gezielte chirurgische Schwächung der Gesichtspfeiler durchführt, wird als GME = guided maxillary expansion bezeichnet und erlaubt eine dreidimensionale Steuerung der Oberkieferentwicklung.
Als positive Nebeneffekte einer G. gelten eine Vergrößerung des Nasenvolumens (deutliche Verbesserung der Nasenatmung), eine bessere Zungenentwicklung und eine Verbesserung beim Schluckakt.
Engstand, Hyrax-Schraube, Kompressionsanomalie, QuadHelix, Raphe-Median-Ebene, Schmalkiefer
http://www.sanfte-zahnklammern.de/


Gaumenplastik ; Palatoplastik, engl.: palatoplasty; chirurgische Korrektur (Verschluss) des Gaumens bei einer Gaumenspalte, Staphyloplastik

Gaumenplatte , engl.: palatal plate; Begriff mit mehrfacher Bedeutung in der ZHK:

 Gaumensegel , Velum palatinum; engl.: velum palatinum or soft palate A-Linie, Gaumenbogen, Vibrationszone

Gaumenspalte
Palatoschisis, Uranoschisis, engl.: cleft palate; angeborener, fehlender Zusammenschluss der beiden Gaumenhälften, isoliert oder als Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vorkommend; von der Schwere her unterscheidet man eine gespalten Uvula (U. bifida), es folgen Spalten des weichen (= Velumspalte, s.  Abb. u.) und/oder des harten Gaumens. Die angeborene Missbildung entsteht etwa in der 6.-7. Schwangerschaftswoche. Dadurch bedingt sind Störungen in der Nahrungsaufnahme, beim Schlucken und Sprechen ("Näseln"); heutzutage gute Behandlungserfolge mit einer kombinierten chirurgischen ("Gaumenplastik") u. kieferorthopädischen Behandlung.
Isolierte G. sowie rechtsseitige Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten häufiger bei Frauen auf, während linksseitige Spalten öfter bei Männern beobachtet werden. Weiter ist bekannt, dass unzureichende Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko von Spaltenbildungen der linken Lippe einhergeht, während ein familiärer Diabetes das Auftreten isolierter G. zu begünstigen scheint.
Defektprothese, Gesichtsspalte, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Os incisivum, Rhinolalie, Robin-Syndrom, Staphyloplastik, Trinkplatte





Velumspalte

Gaumenverschlussplatte , Obturator

Gaumenwulst , Gaumenrippe, Torus palatinus, engl.: palatine torus; Torus

Gebietsbezeichnung
Fachrichtung
, engl.: medical speciality; öffentliche geführter Zusatz zur eigentlichen Berufsbezeichnung aufgrund einer entsprechenden Weiterbildung , Fachzahnarzt

GBA ; Gemeinsamer Bundesausschuss

Gebiss
1.) Gesamtheit der Zähne des Ober- und Unterkiefers, engl.: natural dentition; mit einer Unterteilung in die erste und zweite Dentition.
Die Gebissentwicklung beginnt etwa 30-40 Tage nach der Befruchtung mit der Odontogenese; zuwachsende Zahnkeime entstehen etwa in der 15. Woche aus der primären Zahnleiste. Die Keimentwicklung der 2. Dentition erfolgen etwa im 5. Schwangerschaftsmonat.
Ein anatomisch korrektes G. ist eine Seltenheit. Über 90% aller Teilnehmer einer großen regionalen Kohortenstudie wiesen Dysgnathiesymptome auf. Am häufigsten lag ein frontaler Engstand oder ein vergrößerter Overjet vor. Die Autoren werteten die kieferorthopädischen Befunde von 1.777 Teilnehmern der Study of Health in Pomerania (SHIP) im Alter zwischen 20-49 Jahren aus. Bei 92,2% der Teilnehmer wurden Dysgnathiesymptome festgestellt, über 90% verfügten über mehr als ein Merkmal und damit über eine komplexe Dysgnathiesymptomatik. Häufigste Prävalenz hatten der frontale Engstand im Unterkiefer (62,9%), gefolgt vom frontalen Engstand im Oberkiefer (41,9%) und einem vergrößerten Overjet (< 4 mm, 36,8%). Die Prävalenz weiterer Merkmale lag dahinter deutlich zurück. Eine schwere Dysgnathie wurde 32,8% der Studienteilnehmer bescheinigt. Ein anatomisch korrektes Gebiss lag lediglich bei 7,8% der Probanden vor. Definiert war ein korrektes Gebiss auch noch bei geringen Normabweichungen, wie beispielsweise dem ausschließlichen Vorliegen eines Engstandes Grad 1. Erfasst wurden 14 definierte Symptome einer Dysgnathie. Die Untersuchungen wurden von zuvor zusätzlich geschulten Zahnärzten in Stralsund und Greifswald anhand eines Untersucherhandbuchs durchgeführt. Die Erhebung der Daten umfasste den Zeitraum Oktober 1997 bis Mai 2001. Durch Interviews ermittelten Forscher zudem, ob die Patienten bereits eine kieferorthopädische Therapie erhalten hatten. Dies war bei 26,7% aller Probanden der Fall.
Abrasionsgebiss, Angle, anisognath, Dentition, Dysgnathie, Ersatzzahn, Eruption, Eugnathie, Extraktion, Gebissanalyse, Gebisswinkel, Geburtslinie, Heterodontie, Krümmungsmerkmal, Lückengebiss, Milchzähne, Mineralisationszeiten, naturgesundes Gebiss, Nutzungsperiode,  permanent, unbezahnt, vollbezahnt, Wechselgebiss, Zahnflächen, Zahnformel, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge), Zahnreihe, Zahnschema

2.) Bezeichnung für herausnehmbaren Zahnersatz, (meist) für eine Vollprothese, engl.: denture, false teeth, full denture




voll ausgebildetes bleibendes G.


voll ausgebildetes bleibendes G. in der Aufsicht
Zahnschema

 

 

 



Durchbruchszeiten (in Jahren)



Wechselgebiss

Gebissanalyse
"Gebissbefund", engl.: bite analysis; ausführliche Untersuchung der Zähne und der Kiefer und deren Funktionsweise ( Funktionsanalyse) am Patienten und an einem nach einem Abdruck gewonnenen Gips-Modell ( Modellanalyse). Sie versteht sich als Grundlage einer optimalen Diagnose und dient zur Behandlungsplanung
Analyse, Conceptor Alpha, Eismann Index, Funktionsanalyse, Okklusogramm, Tanaka-Formel

Gebissbefund ; engl.: dental finding Befund

Gebissformel , engl.: denture formula; Zahnformel

Gebissformer
nach Bimler
, "elastischer Gebissformer", engl.: Bimler adaptor or appliance or stimulator; herausnehmbares, funktionskieferorthopädisches Gerät auf der Grundlage eines Aktivators. Er ist auf ein Minimum an Größe reduziert und elastisch; der starre Kunststoffkörper eines Aktivators ist weitgehend durch nachgebende Drähte ersetzt. Unterteilt in 3 Haupttypen: Grundgerät A, Deckbiss-Gerät B und Vorbiss-Gerät C. Geeignet für Kinder mit einem ausgeprägt vertikalen Gesichtswachstum oder einer Progenie; kann ganztägig getragen werden.
Aktivator, Bimler, Bionator, Coffin Feder






Gebissklassen , engl.: denture classification; Einteilung der Bezahnung eines Gebisses nach lagebezogenen und kaufunktionellen Gesichtspunkten. Lückengebiss

Gebissreduktion
engl.: dentition reduction; entwicklungsgeschichtlich (phylogenetisch) bedingte Nichtanlage oder unvollständige Ausbildung einzelner Zähne, besonders der Weisheitszähne und der seitlichen oberen Schneidezähne (s. Abb.). Ursache der G. ist eine sich über viele Jahrtausende erstreckende Anpassung des menschlichen Gebisses an die veränderten Lebensbedingungen: Während z.B. die Steinzeitmenschen noch im wahrsten Sinne des Wortes ihre Nahrung zerkauten, essen wir heute fast nur noch aufbereitete Nahrung ("Vorgekautes"), d.h. mechanisch verkleinerte (Mehl statt Korn) oder gegarte Lebensmittel.
Vergleicht man die Zahngrößen von Neandertalern, Jungpaläolithikern und heutigen Europäern, so beträgt das Verhältnis etwa 3:2:1 . Rein rechnerisch reduzierte sich die Größe der Zähne alle 2000 Jahre um rund 1%. Aus unbekannten Gründen verdoppelte sich diese Zahl vor rund 10.000 Jahren auf ca. 2%.
Vor ungefähr 2,4 Millionen Jahren wurde die kräftige Kau-Muskulatur - mehr oder weniger unbewusst - gegen ein Mehr an Gehirn ausgetauscht. Im Gegensatz zu allen anderen Primaten kann der Homo sapiens das Muskeleiweiß Myosin 16 nicht herstellen. Das entsprechende Gen ist funktionslos, und der Mangel führt zu einer vergleichsweise schwach ausgeprägten Kiefermuskulatur, die zugleich weniger Ansatzstellen benötigt. Das beeinflusst wiederum die Schädelform und schafft Platz für ein größeres Gehirn.
Aplasie, Hypodontie, Megalognathie, Phylogenese, Selenodont, Trikonodont, Trituberculartheorie, vollbezahnt
Der evolutionäre Ursprung unserer Zähne
http://www.dental-tribune.com/





Fehlen der seitlichen Schneidezähne des

bleibenden Gebisses

Gebissregulierung ; teeth regulation ; Kieferorthopädie

Gebiss-Schema , Gebißschema; Zahnschema

Gebisswinkel
Inklinationswinkel
, engl.: inclination arc; Winkel zwischen der Ohr-Augen-Ebene (OAE, Verbindungslinie zwischen Orbitale (tiefstgelegenster Punkt des unteren Randes der Augenhöhle) und Haut-Porion) und der Spinalebene (Linie zwischen der Spina nasalis anterior und posterior). Dabei zeigen große Werte (~ 16°) eine Gebiss-Schwenkung nach hinten (Retroinklination) an, während kleine Werte (>4°) Gebiss-Schwenkung nach vorn (Anteinklination) bedeuten.
Frankfurter Horizontale, Kennlinien, Kieferprofilfeld, Profilanalyse

GBR Gesteuerte Knochenregeneration

Gebrauchsperiode ; Nutzungsperiode

Gebührenordnung für Ärzte GOÄ

Gebührenordnung für Zahnärzte GOZ

Geburtslinie
Neonatallinie
, Geburtsstreifen, engl.: neonatal line;  zwischen der prä- und postnatalen Schmelzbildung besonders stark hervortretender Retzius-Streifen, welcher auf einen metabolischen Sauerstoffmangel zurückzuführen ist. Mehr oder weniger stark (Frühgeburten) vorkommend an allen Milchzähnen und den Sechsjahrmolaren
Mineralisationszeiten, Owen-Linien, Schmelz, Zahnhartsubstanzdefekte

Gegenbiss
Gegenbissmodell, engl.: counter bite (model); zahntechnische Schlagwortbezeichnung für einen Abdruck (ein Modell) des Kiefers, welcher dem Arbeitsmodell gegenüber liegt ("Antagonistenmodell"). Dieser G. wird zur vollständigen Nachahmung der Mundsituation benötigt, da das Arbeitsmodell allein nicht die dynamische Okklusion erfasst ( Artikulator)

Gegenzahn , engl.: opposing tooth; Antagonist

Geißfuß , engl.: crowbar; historisches hebelartiges Instrument zur Entfernung von Zahnwurzeln Hebel

Gelbschiene
korrekter: Schiene nach Gelb (nach dem New Yorker Professor Howard Gelb), engl.: Gelb's splint; Im Unterkiefer angefertigte Schiene, um den Kiefer wieder in Position zu bringen. Die lateralen Sektoren sind zwischen sich verbunden durch einen lingualen Barren mit zwei Kugelhaken als Halt. Auf der Aufbissfläche aus Kunststoff werden Spuren hinterlassen welche es erlauben, den Kiefer in der angestrebten Position zu halten.
Aufbiss-Schiene


©: ortoplus

Gelenk , engl.: articulation, joint; Kiefergelenk

Gelenkbahn
Kondylenbahn, engl.: condylar path; Bahn, die ein bestimmter Punkt des Kondylus während der Bewegung durchläuft. Dieser Punkt liegt auf der Scharnierachse.
In einem bezahnten Kiefer wird diese Führungsbahn durch die hinter Fläche des Gelenkhöckers (Tuberculum articulare, s. Abb. oben) einerseits und den Kontakt der Zahnreihen ( dynamische Okklusion) andererseits bestimmt. Diese Führungsbahn bildet mit der Okklusionsebene in Mitteleuropa einen Durchschnittswinkel von 34 °. Diese Tatsache wird bei dem sog. Mittelwert-Artikulator in der Voreinstellung berücksichtigt.
Die Bewegungsbahnen, welche das Kiefergelenksköpfchen (Condylus) beim Vorschieben (Protrusionsbewegung) und/oder bei der Seitwärtsbewegung (Lateralbewegung; Bennet-Bewegung) durchläuft, können vielfältig sein. Bei einer reinen Vorschubbewegung bewegen sich beide Kondylen nach vorn und bauchwärts (ventral) auf der Protrusionsbahn. Bei einer Seitwärtsbewegung wird unterschieden:
Mediotrusion (Bewegung zur Kiefermitte hin): dieser Kondylus - es ist der der Balanceseite - bewegt sich nach vorn-unten-innen = Mediotrusionsbahn
der andere Kondylus - es ist dieser der Arbeitsseite - rotiert in etwa um eine vertikale Achse; man bezeichnet ihn auch als "ruhenden Kondylus"
weitere Bewegungen sind unter Bennet-Bewegung beschrieben
Zum Gelenkbahnwinkel siehe unter Abb. re. u. Kondylenbahn(neigungs)winkel
Christensensche Phänomen, Bennet-Bewegung, Gleitbahn, Kondylenbahn, Kondylenbahnneigung, Unterkieferbewegung, Unterkiefergrenzbewegungen




schematische Darstellung
des Kiefer-Gelenks



Gelenkbahn u. Gelenkbahnwinkel

Gelenkknacken , Kiefergelenkknacken, "Kieferknacken", engl.: (jaw) clicking; Kiefergelenkgeräusche

Gelenkwinkel
nach Björk, Articularewinkel, S-Ar-Go Winkel, engl.: S-Ar-Go angle; aus der FRS-Analyse bekannter Winkel, welcher gebildet wird aus dem Schnittpunkt der Geraden Sellapunkt - Articulare und Articulare - Gonion. Der Winkel ist von der Lage des Unterkiefers im Schädel abhängig: große Winkelwerte bei retrognather Lage, kleine Werte bei prognather Lage. Normwerte sind 143 ± 6°.
Nicht zu verwechseln mit dem Gelenkbahn-(Neigungs-)Winkel.
Björk Summenwinkel,
Kondylenbahnneigung


gematik
Abk. v. "Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH"; wurde von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens im Januar 2005 gegründet. Ihre Aufgabe ist die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und ihrer Infrastruktur als Basis für Telematikanwendungen im Gesundheitswesen. Gesellschafter der g. sind die acht Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen: der GKV-Spitzenverband, der Deutsche Apothekerverband, der PKV-Verband, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. In 2011 arbeiteten rund 150 IT-Experten, Anwendungsspezialisten und Projektleiter für das Unternehmen mit Sitz in Berlin.
http://www.gematik.de/

Gemeinsamer Bundesausschuss
GemBa, G-BA, engl.: common federal committee; durch das GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) 2004 neu geschaffenes Gremium mit Sitz in Berlin (ab 2010, vormals Siegburg): Aus bisher 4 Ausschüssen für die ärztliche und zahnärztliche Versorgung ( Bundesausschuss der Krankenkassen und Zahnärzte) sowie die Behandlung in Krankenhäusern wurde der "Gemeinsame Bundesausschuss", in dem neben Ärzte-, Zahnärzte-, Klinik- und Krankenhausfunktionären erstmals auch Patientenvertreter sitzen. Den gesundheitspolitischen Rahmen der medizinischen Versorgung in Deutschland gibt das Parlament durch Gesetze vor. Aufgabe des G-BA ist es, innerhalb dieses Rahmens einheitliche Vorgaben für die konkrete Umsetzung in der Praxis zu beschließen. Die von ihm beschlossenen Richtlinien haben den Charakter untergesetzlicher Normen und sind für alle Akteure der GKV bindend.
Der G-BA gilt als wichtigste Institution in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu gehören z.B. die Richtlinien über ärztliche/zahnärztliche Behandlung, Früherkennung, die Einführung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die Arzneiverordnung oder Bedarfsplanung (Gesetzlich Versicherte haben nur Anspruch auf Leistungen, die der G-BA in den Katalog der Krankenkassen aufnimmt).
An den Sitzungen des 21-köpfigen Gremiums können bis zu 9 Patientenvertreter ("Patientenbeauftragte") zusätzlich teilnehmen. Diese haben ein Antrags- und Mitsprache-, aber kein Stimmrecht.
Der G-BA stellt sich wie folgt selbst dar:
"Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für etwa 70 Millionen Versicherte. Der G-BA legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV erstattet werden. Rechtsgrundlage für die Arbeit des G-BA ist das fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V). Den gesundheitspolitischen Rahmen der medizinischen Versorgung in Deutschland gibt das Parlament durch Gesetze vor. Aufgabe des G-BA ist es, innerhalb dieses Rahmens einheitliche Vorgaben für die konkrete Umsetzung in der Praxis zu beschließen. Die von ihm beschlossenen Richtlinien haben den Charakter untergesetzlicher Normen und sind für alle Akteure der GKV bindend. Bei seinen Entscheidungen berücksichtigt der G-BA den aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und untersucht den diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Leistung aus dem Pflichtkatalog der Krankenkassen. Zudem hat der G-BA weitere wichtige Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung."
Der einzige Außeneinfluss auf die Tätigkeit des G-BA ist die Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung (§ 91/X SGB V).
Veränderte Struktur ab 2008
Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) sieht vor, dass der G-BA von September 2008 an mit einer veränderten Struktur arbeitet. Demnach werden alle Entscheidungen in einem einzigen sektorenübergreifend besetzten Beschlussgremium getroffen. Dieses setzt sich auf Seiten der Gesundheitsberufe aus je zwei Vertretern der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und einem Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zusammen. Auf der Kassenseite sind fünf Vertreter des dann neu gebildeten Spitzenverbandes vorgesehen. Zudem beraten fünf nach wie vor nicht stimmberechtigte Patientenvertreter mit in den dann öffentlichen Sitzungen. Sämtliche Entscheidungen werden in dieser Besetzung getroffen, unabhängig davon, ob es sich um vertragsärztliche, vertragszahnärztliche, psychotherapeutische oder stationäre Versorgung handelt. Für den unparteiischen Vorsitzenden ist laut Gesetz die Hauptamtlichkeit zwingend vorgeschrieben, für die zwei weiteren unparteiischen Mitglieder handelt es sich hier um eine Kann-Regelung. Zusätzlich zum Vorsitz im G-BA übernehmen die unparteiischen Mitglieder den Vorsitz in den dann ebenfalls sektorenübergreifend arbeitenden Unterausschüssen.
Anschrift: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) ; Wegelystr. 8 ; D-10623 Berlin ; Telefon: 030/275838-0

Arzneimittel-Richtlinien, Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen, Bundesausschuss der Krankenkassen und Zahnärzte, GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG), Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), NUB-Richtlinien, Patientenbeauftragter, Qualitätsinstitut, Schiedsverfahren, Selbstverwaltung, Sozialgesetzbuch,
 Zehn Jahre GBA - Die (un-)heimliche Macht im Gesundheitswesen (2014)
 Festzuschüsse ab 2005
http://www.g-ba.de/; Verfahrensordnung des GBA

 





Funktionen des G-BA

 

Gemeinschaftspraxis
Form einer Sozietät, neue Bezeichnung (nach dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz ab 2007): Berufsausübungsgemeinschaft, engl.: group practice, auch (dental) clinic; eine Form der sog. Praxissozietäten als die gemeinsame Praxisausübung durch mehrere Zahnärzte, im Gegensatz zu der sog. Einzelpraxis (single practice, solo dentistry). Nach außen hin - wie auch vertrags- und haftungsrechtlich - erscheint die G. wie eine Einzelpraxis, gleichgültig welcher der Partner die Leistung erbracht hat.
Für das Jahr 2012 gibt das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ-Köln) folgende zentrale Ergebnisse an:
"• Die Übernahme einer Einzelpraxis war im Jahr 2012 die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung. 61 % der Zahnärzte entschieden sich für diesen Weg in die Selbstständigkeit.
• Das Finanzierungsvolumen einer Einzelpraxisübernahme belief sich 2012 auf 301.000 Euro; dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau.
• Im Jahr 2012 betrug das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis 406.000 Euro und lag somit 7 % unter dem Vorjahreswert.
• Im Jahr 2012 wählten 27 % der zahnärztlichen Existenzgründer die Berufsausübungsgemeinschaft; bei den jüngeren Zahnärztinnen und Zahnärzten (bis 30 Jahre) lag der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaft bei 41 %.
• Die Niederlassung in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft erforderte 2012 ein deutlich höheres Finanzierungsvolumen als im Vorjahr. Die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft schlug mit 340.000 Euro zu Buche, während die Übernahme einer Berufsausübungsgemeinschaft im Schnitt ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 321.000 Euro erforderte.
• Während das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen im Durchschnitt auf dem Niveau allgemeinzahnärztlicher Praxen lag, wurde bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen in der Regel ein gegenüber allgemeinzahnärztlichen Praxen um 20 % bis 30 % höheres Finanzierungsvolumen benötigt."

Viele junge Zahnärzte und vor allem Zahnärztinnen scheuen die hohen Investitionskosten einer Praxisgründung und sehen die Arbeit in Anstellung als attraktive Alternative an. Mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind Anstellungsverhältnisse einfacher geworden, und viele Berufseinsteiger bzw. Praxen nutzen diesen Weg. Damit bilden sich größere Behandlungseinheiten.
Für die Errichtung einer G. ist die Zustimmung des Zulassungsausschusses der KZV erforderlich. Das Verhältnis der Partner muss durch Vertrag geregelt und durch die Kammer/KZV genehmigt werden. Musterverträge werden zur Verfügung gestellt. Typische Formen einer G. sind:
• Nachfolgegemeinschaft Senior Junior
• Ehegattengemeinschaft
• Partnerschaft unter nicht verwandten Kollegen

Weitere Formen des Zusammenschlusses sind:



Art der Existenzgründung 2008 - 2012

Aufbewahrungsfrist, Bestellpraxis, Degression, Einzelpraxis, Gewerbesteuer, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, Kündigungsschutz, Niederlassung, Sozietät, Teilgemeinschaftspraxis, Wert einer Zahnarztpraxis
Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2012

Gemination
Doppelzahnbildung, Zahnkeimpaarung, Zahnverschmelzung, engl.: twin teeth or gemination; unvollständige Teilung eines Zahnkeimes, d.h., es bildet sich kein eigenständiger neuer, überzähliger Zahn.  Die unvollständige Teilung ist meist an einer Kerbe in der Mitte des Gebildes erkennbar (s. Abb.); ihnen gemeinsam ist aber nur ein Zahnnerv.
Erfolgt die Teilung vollständig, so entstehen (überzählige) Zwillingszähne (Doppelzähne), auch als Schizodontie bezeichnet.
  Hyperodontie (Zahnüberzahl), Makrodontie, Zwischenkiefer
http://jdr.iadrjournals.org/cgi/reprint/7/1/1.pdf oder © Journal of Dental Research (anthropologische Aspekte)





Zahnverschmelzung



Zahnverschmelzungen

Gender Dentistry
neuartige Schlagwortbez. für eine "Geschlechtersensible Zahnmedizin"; damit sollen die biologisch-naturwissenschaftlichen Aspekte (= sex) als auch die (psycho-)sozialen (= gender) Unterschiede der beiden Geschlechter im Bezug auf Patienten/Patientinnen sowie Zahnärztinnen/Zahnärzte und deren Umfeld in der Zahnheilkunde aufgezeigt werden. So gibt es bspw. bei Mundschleimhauterkrankungen erhebliche geschlechterspezifische Unterschiede, welche aber nicht nur mit dem Hormonhaushalt, sondern auch mit dem psycho-sozialen Umfeld im Zusammenhang stehen.
Im anatomischen Bereich scheint es nach einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (2012) keine signifikanten Unterschiede der beiden Geschlechter zu geben: "... Während es Zahnstellungen gab, die zu über 70 % dem jeweiligen Geschlecht korrekt zugeordnet wurden, gab es andere, bei denen die Tester zu knapp 70 % daneben lagen. Auch die Erwartungshaltung, Zähne von Frauen seien abgerundeter und die von Männern eher kantig, konnte nicht bestätigt werden. Auch haben, anders als die Testpersonen vermuteten, die Eckzähne hinsichtlich Form, Größe und Farbe keine Aussagekraft. „Unser Resümee,“ so Professor Radlanski: „ist daher: Es kommt in der Praxis allein darauf an, ob die Restauration zum Gesicht des Patienten passt – nicht aber, ob der Patient männlich oder weiblich ist. Erkennbar typische ‚Männerzähne’ oder ‚Frauenzähne’ gibt es nicht.“  ...)
http://www.dggz-online.de/

Generalist
Schlagwortbez. in der neueren ZHK; gemeint ist damit die allumfassende Tätigkeit eines Zahnarztes auf dem Fachgebiet der Zahnheilkunde, so wie es nach der Approbationsordnung festgeschrieben ist. Gerade unter der erheblichen Ausweitung des zahnärztlichen Berufsbildes in den letzten Jahrzehnten, einer fortschreitenden Spezialisierung von Zahnärzten auf ein oder wenige Fachgebiete ("Spezialist") und unter dem zunehmenden Angebot von postgraduierten Masterstudiengängen wird das umfassende Tätigkeitsfeld des G. innerhalb des Berufstandes kontrovers diskutiert.

Genese ; engl.: genesis; "die Geschichte von Werden", Entstehungsgeschichte, Herkunft; meist mit der Endsilbe "-genese" oder "-gen" gebraucht: Pathogenese = Entstehung/Entwicklung einer Krankheit; pathogen = krankheitsauslösend

genetisch , engl.: genetic; die Vererbung betreffend, erblich bedingt; connatalis, dysgenetisch ; Gendatenbank des Menschen

genetisch bedingter Einfluss
  bei Zahnfleischerkrankungen, engl.: genetically conditioned influence with gum illnesses; Parodontitisrisikofaktoren
  beim auftreten von Karies, engl.: genetically conditioned influence of caries; Kariesanfälligkeit

Genfer Gelöbnis
engl.: Declaration of Geneva; 1948 vom Weltärztebund formuliertes, als zeitgemäße Fassung des Hippokratischen Eids geltendes ethisches Versprechen der Ärzte (inzwischen mehrmals novelliert):
"Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein. Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse wahren.
Ich werde mit allem meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen, weder nach Religion, Nationalität, Rasse, noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung. Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden. Ich werde meinen Lehrern und Kollegen die schuldige Achtung erweisen. Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre".
Das G. G. ist gesetzlich niedergelegt im Heilberufe-Kammergesetz [HKaG] in der Fassung vom 9.8.1996 und ab 2010 der zahnärztlichen Musterberufsordnung vorangestellt. 
Ergänzend dazu hat die "Deklaration von Helsinki" (1964) - insbesondere in der Fassung von Tokio 1975 - den Maßstab für die Durchführung von klinischen Versuchen am Menschen gesetzt und auch das Arzneimittelgesetz in Deutschland mit geprägt.
Berufsordnung

Genfer Platte
engl.: Geneva plate headgear appliance; herausnehmbares, außerhalb des Mundes verankertes kieferorthopädisches Therapiegerät (aktive Platte), welches  mit einem Aufbiss im Seitenzahnbereich versehen ist. Einsatz zur Frühbehandlung eines (lutsch-)offenen Bisses im Milchgebiss.
Kieferorthopädie, Frühbehandlung

Genioplastik
Kinnkorrektur, engl.: genioplasty, chin plastic surgery; abgeleitet von "Genio" = Kinn, Unterkiefer; chirurgisch-plastische Maßnahme zur Verbesserung der Kinnkontur in allen drei Ebenen mittels Augmentation bzw. Distraktion oder Scheibenosteotomie. Der zur Vermeidung von sichtbaren Narben meist aus der Mundhöhle heraus durchgeführte Eingriff kann sowohl zur Verkleinerung, Umformung oder Vergrößerung ("Onlay-Plastik" mit autogenem Knochen aus der Becken- oder Rippenregion) der Kinnpartie angewandt werden.
http://web.tu-dresden.de/sorg/mkg/Dys.pdf

Genomik
Genomforschung an Mikroorganismen, engl.: genomic; durchgeführt wird dabei Entschlüsselung des Erbmaterials mittels DNA-Sequenzierung und der Funktion einzelner Gene sowie die Verarbeitung der generierten biologischen Datenvielfalt mithilfe der Bioinformatik. So dient die funktionale G. als Basis für die Entwicklung neuer Medikamente und diagnostischer Tests, die individuell auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind. Durchgeführt wird dabei Entschlüsselung des Erbmaterials mittels DNA-Sequenzierung und der Funktion einzelner Gene sowie die Verarbeitung der generierten biologischen Datenvielfalt mithilfe der Bioinformatik.
bakteriologische Identifizierungssysteme
Human Oral Microbiome Database (HOMD)

Gensondentest , DNA-Test, engl.: gene probe (test),  bakteriologische Identifizierungssysteme

Gentle Probe
Fingernagelbett-Test; eine Parodontalsonde wird unter den Fingernagel in das Nagelbett solange eingedrückt, bis es beginnt zu schmerzen. Dieser Druck sollte auch bei der Sondierung von Zahnfleischtaschen (z.B. Taschentiefenmessung) ausgeübt werden
Borodontic Sonde, WHO-Sonde

Gerber
Prof. Albert, bedeutender Schweizer (Zürich) Prothetiker. Nach ihm sind z.B. folgende Erkenntnisse/Geräte/Verfahren bekannt:
Gerber Artikulator (Condylator, s. Abb.)
  Mörser-Pistill-Prinzip
Gerbersche Kondylartheorie; diese besagt, dass eine aktive Entlastung des Kiefergelenks dadurch entsteht, wenn der Unterkiefer in eine kompressionslose Orthozentrik (im Scheitelpunkt der Fossa mandibularis) eingestellt (geführt) wird
Gerber Registrierung; Registrierung der Unterkieferbewegungen (kombiniert intraoral u. extraoral) bei der Anfertigung/Kontrolle von Vollprothesen
Gerber Scharnier; im Gegensatz zum Resilienzgeschiebe erlaubt dieses bewegliche Verankerungselement eine Drehbewegung um eine horizontale Achse bei einem Freiendsattel
Gerber Stützstiftverfahren; andere Bezeichnung für eine intraorale Stützstiftregistrierung bei der Anfertigung von Vollprothesen
Gerber Test; Testung der Kiefergelenks-Resilienz unter Verwendung von Zinnfolien versch. Stärke, welche zwischen die Zahnreihen gelegt werden
Gerber-Zylinder; Verankerungselement; Verankerung einer Vollprothese auf einer Stiftkappe

Conceptor alpha, kaustabile Zone, Kieferrelationsbestimmung, Okklusionsfeld

 


Germektomie
Zahnkeimentfernung, engl.: (tooth) germectomy; meist bezogen auf die frühzeitige Entfernung des Weisheitszahns in dem Stadium, in welchem er sich noch als Keim im Kiefer befindet (ca. 12.-15. Lj). Dieser prophylaktische Eingriff zur Vorbeugung eines möglichen späteren Engstands ("kieferorthopädische Prophylaxe", sog. "tertiärer Engstand") ist umstritten.
Während die DGZMK dazu rät, „sogenannte prophylaktische (vorsorgliche) Indikationen (zur Weisheitszahnentfernung) eher kritisch zu betrachten“ und darüber hinaus sogar sagt, „die prophylaktische Entfernung von Weisheitszähnen zur Verhinderung des tertiären Engstandes ist aus kieferorthopädischer Sicht nicht indiziert“, stellt die DGKFO den Sachverhalt etwas differenzierter dar. Die kieferorthopädische Fachgesellschaft weist darauf hin, dass eine Reihe von Ursachen, besonders allgemein wachstumsbedingte, für den tertiären Engstand beschrieben werden, die in keiner Weise mit den Weisheitszähnen zu tun haben. Sie kommt so zu dem Schluss: „Die Vielfalt der ätiologischen (ursächlichen) Faktoren deuten darauf hin, dass die Abhängigkeit zwischen Weisheitszahndurchbruch und Ausprägung eines unteren Frontengstandes keineswegs so linear zu sehen ist, wie es bei oberflächlicher Betrachtungsweise den Anschein haben könnte. Die Entwicklung eines tertiären Engstandes stellt sich vielmehr als sehr komplexer Vorgang dar, bei welchem neben dem Weisheitszahn eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle spielen kann, was eine Vorhersage außerordentlich schwierig gestaltet.“
Aus dieser Einschätzung ergeben sich die folgenden eingeschränkten Empfehlungen der DGKFO für eine Weisheitszahnentfernung:
bei Verlagerung der Weisheitszahnkeime (die spätere Durchbruchsprobleme erwarten lassen)
bei den ersten erkennbaren Anzeichen eines Engstandes in der unteren Front, wenn ein Durchbruch sowie eine korrekte Einordnung der Weisheitszähne aufgrund fehlenden Platzes oder Verlagerung (ohnehin) nicht zu erwarten sind.
Autotransplantation, Weisheitszahn, Zahnkeim, Zahnscherbchen

 

 



die Zahnkeime der noch nicht durchgebrochen Weisheitszähne

Gerostomatologie
Alterszahnheilkunde, Gerodontologie, engl.: gerodontology, geriatric dentistry; mit besonderer Berücksichtigung der alterstypischen Erscheinungen eines Patienten, wie z.B. gehäuftes Fehlen von Zähnen, parodontale Erkrankungen und Wurzelkaries, verstärkter Knochenabbau, altersbedingter Erkrankungen und deren Medikation, abnehmender Feinmotorik sowie mangelnde Akzeptanz von Zahnersatz und eingeschränkter Mundhygiene.
Nach Angaben staatlicher Stellen wird die Zahl älterer Menschen von 18,4 Millionen im Jahr 2001 bis 2050 etwa auf 25,2 Millionen ansteigen. Im Jahr 2050 werden demnach 75 Millionen Einwohner in Deutschland leben - so viel wie 1960. Allerdings werden dann nur noch zwölf Millionen jünger als 20 Jahre sein, das sind 43 Prozent weniger als vor 48 Jahren. Die Vergreisung Deutschlands schreitet ebenfalls weiter voran. Im Jahr 2050 wird sich den Prognosen des Statistischen Bundesamtes zufolge die Zahl der 80-Jährigen und Älteren von heute nicht ganz vier Millionen auf dann zehn Millionen fast verdreifacht haben. Prozentual ausgedrückt heißt dies, dass fast jeder dritte Deutsche im Jahr 2050 älter als 65 sein wird. Gleichzeitig schrumpft das Land von jetzt 82,5 Millionen auf voraussichtlich 75,1 Millionen Einwohner.
Kaum eine andere Patientengruppe ist so heterogen wie die der alten Menschen. Starke Abweichungen zwischen dem biologischen und dem kalendarischen Alter verlangen einen höchst individuellen Umgang mit älteren Patienten. Eine richtige Einschätzung des sozialen Kontextes und der individuellen psychischen Situation des zu behandelnden Patienten stellt daher eine conditio sine qua non für eine erfolgreiche Alterszahnmedizin dar. Dabei ist neben anderen Dingen besonders kommunikative Kompetenz des Zahnarztes gefordert.
Nach belegbaren Daten für die Altersgruppe der 65 - 74-jährigen ergibt sich, dass diese Altersgruppe zu 25 % aus Zahnlosen besteht. Weitere sind fehlende Zähne (alle oder einzelne, Weisheitszähne ausgenommen) zu 93 % kosmetisch oder kaufunktionell ersetzt - meist durch herausnehmbaren Zahnersatz.
In Deutschland gehen weniger ältere Menschen regelmäßig zum Zahnarzt als Kinder. Bei den Kindern sind es 90 Prozent, die mindestens einmal jährlich den Zahnarzt aufsuchen, bei den älteren Menschen dagegen weniger als 70 Prozent.
Zahnärzte klagen häufig über ein mangelndes Prophylaxebewusstsein bei älteren Menschen. Weniger als 50% der 65-Jährigen kann als Prophylaxe-geschult betrachtet werden. Weiter finden sich nur wenige Studien über die Effektivität von fluoridhaltiger Prophylaxe (Zahnpasta, Mundspülungen) bei älteren Menschen. Die meisten Daten zur Wirksamkeit fluoridhaltiger Zahncremes basieren auf Studien mit Kindern und Jugendlichen. Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen waren in zahlreichen klinischen Studien dem manuellen Zähneputzen überlegen: Sie reduzierten Plaque und Zahnfleischbluten um 7% bzw. 17% effektiver und kommen dem im Alter nachlassenden manuellen Geschick entgegen.
Viele alte Menschen in Deutschland sterben an den Folgen von Unterernährung ( Malnutrition), ohne dass die Todesursache richtig erkannt wird. So wird berichtet, dass mehr als die Hälfte aller Menschen über 70, die ins Krankenhaus kommen, bereits unterernährt sind.
GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) in Deutschland: 2008 und 2050
# Einwohner: derzeit 82 Millionen; im Jahr 2050: 69 Millionen
# Kinder und Jugendliche: derzeit 17 Millionen, im Jahr 2050: zehn Millionen
# Zahl der über 65-Jährigen: derzeit 14 Millionen, im Jahr 2050 etwa 23 Millionen
# Erwerbsfähige Personen: derzeit 52 Millionen, im Jahr 2050 etwa 36 Millionen
# Zahl der Hochbetagten: vier Millionen, 2050: zehn Millionen
(Zahlen des Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, 2008)

Physiologie des Alterns
Physiologische Alternsveränderungen und die Zahnmedizin
DGAZ (Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin), Malnutrition, Mundgesundheit, Vollprothese
http://www.dgaz.org , http://www.dggeriatrie.de/
Lokalanästhesie im Alter
Die richtige Pflege für reife Zähne Zahngesund bis ins hohe Alter

 




Entwicklung des Anteils der über 60-jähringen an der Gesamtbevölkerung
1950 - 2060



Entwicklung des Anteils der unter 20-jähringen an der Gesamtbevölkerung
1950 - 2060



Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt  (mit Prognose bis 2030)





altersabhängige Kosten für die Gesundheit

 

Geruchssinn
Geruch, engl.: olfaction, (sense of) smell; zu den chemischen Sinnesorganen zählendes System, welches eng mit dem limbischen System verknüpft ist. Ermöglicht als sog. "Fernsinn" die chemische Wahrnehmung von Geruchsstoffen. Der G. wurde bisher von der Wissenschaft eher stiefmütterlich behandelt, zu den "niederen" Sinnen gerechnet und beim Menschen sogar als der "verlorene" Sinn bezeichnet. Durch das menschliche Genomprojekt weiß man inzwischen, dass dem Menschen ca. 350 verschiedene Riechrezeptor-Eiweiße zur Verfügung stehen, um die Millionen unterschiedlicher Düfte wahrzunehmen. Riechrezeptoren sind spezialisierte Proteine, die Duftstoffe mit ähnlicher chemischer Struktur erkennen können. Hierfür besitzen sie ein kleine, gut abgegrenzte Region, an der ein Geruchsmolekül andocken kann, ähnlich wie ein Schlüssel ins Schloss passt. Ähnlich den bekannten Antagonisten für viele pharmakologisch relevante Rezeptoren, gibt es auch hemmende Duftmoleküle, die selektiv nur einen Rezeptor blockieren. In Gegenwart eines solchen "Blockierers" nimmt man keinen bestimmten Duft mehr wahr, die elektrische Erregung der Riechschleimhaut findet nicht mehr statt. Das blockierende Duftmolekül wirkt wie ein Schlüssel, der zwar ins Schloss passt, aber nicht aufsperren kann, jedoch den Zugang für den "richtigen" Schlüssel versperrt. Die Verwendung eines wirksamen "Blockierers" für einen bestimmten Duft, eröffnet erstmals die Möglichkeit. z.B. unangenehme Düfte, die im Rahmen von industriellen Fertigungsprozessen entstehen oder natürlicherweise vorkommen, selektiv auszublenden, ohne den Menschen seines gesamten Geruchssinnes zu berauben, wie etwa durch Zuhalten der Nase.
Geschmack, Lingua

Gerüst
Metallgerüst, engl.: framework, metal support; Bezeichnung für einen stabilisierenden, metallischen Anteil ("Unterbau") eines Zahnersatzes, z.B. bei der Metall-Verblend-Keramik

Gerüstimplantat
subperiostales Implantat, engl.: subperiosteal implant; früher angewandte Methode (gilt heute als obsolet) in den Fällen, wo nur noch wenig Knochensubstanz vorhanden war. Diese Implantatart wird durch Abformen des Kieferknochens individuell angefertigt und unter der Schleim- und Knochenhaut dem Knochen direkt aufgesetzt. Außer dem erheblichen chirurgischen Eingriff, bedingt diese Implantatart durch eine nicht typische Knochenbelastung häufig einen noch weiteren Rückgang des schon geringen Kieferknochens ("Druckresorption") und durch das Eindringen von Bakterien bei Komplikationen eine großflächige Eiterung und damit verbundene Auflösung des Kieferknochens. Eine dann sich anschließende prothetische Versorgung - diesmal ohne Implantat - ist kaum noch möglich. Neuere Techniken bedienen sich - besonders dann, wenn nur noch wenig Kieferknochen vorhanden ist - mit sog. augmentativen Verfahren oder den Distraktionsimplantaten.

 


Gesamtvergütung
engl.: (overall or) total remuneration for medical (dental) services; Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung und im Sozialgesetzbuch V geregelt: Gesamtheit aller finanziellen Zahlungen der Gesetzlichen Krankenkassen an die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen im Rahmen der vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung ihrer Mitglieder mit "befreiender Wirkung". Sie ist das Ausgabenvolumen für die Gesamtheit der zu vergütenden vertragsärztlichen Leistungen; sie kann als Festbetrag oder auf der Grundlage des Bewertungsmaßstabes (BEMA) nach Einzelleistungen, nach einer Kopfpauschale, nach einer Fallpauschale oder nach einem System berechnet werden, das sich aus der Verbindung dieser oder weiterer Berechnungsarten ergibt. Aufgabe der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigung ist es, diese unter Anwendung ihres Honorarverteilungsmaßstabes an die Vertrag(zahn)särzte zu verteilen. Die G. wird im Gesamtvertrag*) zwischen Kassen(zahn)ärztlicher Vereinigung/Kassen(zahn)ärztlicher Bundesvereinigung (je nach Art der Kasse) und den beteiligten Krankenkassen vereinbart.
Eine Veränderung der Höhe der G. richtet sich nach der Grundlohnsumme, den Grundkosten einer ärztlichen (zahnärztlichen) Praxis sowie nach Art und Umfang der ärztlichen Leistungen, soweit sie auf einer gesetzlichen oder satzungsmäßigen Leistungsausweitung beruhen. Diese Parameter sind bei einer Budgetierung nicht relevant. Ebenso verändert die Degression die Höhe der G.
*) Der Gesamtvertrag ist ein öffentlich-rechtlicher Vertrag der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen mit einem oder mehreren Landesverbänden der Gesetzlichen Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen über die vertrags(zahn)ärztliche Versorgung in ihrem Bereich. Den allgemeinen Inhalt der Gesamtverträge vereinbaren die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen in einem Bundesmantelvertrag (jeweils für Ärzte und Zahnärzte gesondert). Im Gesamtvertrag wird unter anderem die Höhe der von den Krankenkassen zu zahlenden G. vereinbart.

Nach Einschätzungen des IDZ bestehen folgende "Anreizwirkungen" bei pauschalen Vergütungen:
Minimierung der Behandlungskosten
keine überflüssige Leistungserbringung
präventive (vorbeugende, prophylaktische) Orientierung
verwaltungstechnisch einfach; keine Notwendigkeit, die Leistung des Arztes nach Verfahren oder Behandlungsfällen zu untergliedern (Kopfpauschale)
erleichtert eine vorausschauende Budgetierung 
Maximierung der eingeschriebenen Patienten (Kopfpauschale)
Patientenauswahl nach Risiko- und Kostenkriterien
unzureichende Versorgung der angenommenen Patienten
keine Motivation zur Innovation
technische Schwierigkeiten, die Behandlungsfälle in Standardlisten zu erfassen (Fallpauschale)
Schwierigkeiten für die Kostenträger, die Praxis des Arztes zu beurteilen (Kopfpauschale)
Budget, Honorarverteilungsmaßstab, KZV, Selektivvertrag, Sozialgesetzbuch V

Geschäftsfähigkeit
von Kindern u. Jugendlichen; engl.: legal age of consent in children and young people; bei medizinischen Eingriffen immer wieder gestellte Frage, inwieweit eine selbstständige Entscheidung der minderjährigen Personen erfolgen kann; in der ZHK besonders bei der Extraktion von Zähnen. Nach http://www.ziv.at/ gilt:
Kinder unter 7 Jahren: geschäftsunfähig, nur Eltern aufklären
7–14 Jahre: unmündige Minderjährige, Eltern und Pat. aufklären, Eltern und Patient müssen zustimmen
14–18 Jahre: mündige Minderjährige, Eltern und Pat. aufklären; nicht schwere Eingriffe kann der Patient selbst entscheiden; zu Zahnextraktion (da erheblicher Eingriff) müssen Eltern zustimmen
Ab dem 18. Geburtstag volle Eigenverantwortlichkeit, darf über Zahnextraktion selbst entscheiden
Es besteht die Empfehlung, eine Elterneinwilligung immer schriftlich zu holen.

"Wenn minderjährige Kinder noch nicht einwilligen können, kommt dem Bereich „Sorgerecht“ eine große Bedeutung zu. Bei gemeinsamem elterlichen Sorgerecht wird, so RA Dr. Müller, nach einem Drei-Stufen-Schema entschieden zwischen Routineneingriffen (hier reicht Einverständnis eines Elternteils), riskanten Eingriffen (der erschienene Elternteil muss vom anderen ermächtigt sein) und gravierenden Eingriffen (Einwilligung beider Eltern notwendig). Ausnahme: Notfall: „Dann ist die Einwilligung des anwesenden Elternteils ausreichend.“ (aus Dentista-Club)"
Immer mehr Kinder mit getrennten Eltern: Dentista Club stellt Rechtstipps zur Verfügung
ausführlich unter: http://www.ziv.at/informationen/forens/unter18.htm (Österreichische Rechtssprechung)

Geschichte
der Zahnheilkunde, engl.: history of dentistry; es existiert in D ein Arbeitskreis für Geschichte der Zahnheilkunde. Der Kreis von historisch interessierten und auf diesem Gebiet forschenden niedergelassenen Zahnärzten und Wissenschaftlern tauscht sich über geschichtliche Themen rund um den Berufsstand aus. Dazu gehören die Beschäftigung mit historischen Grundlagen der Zahnmedizin, die Durchführung von Gesprächsrunden, informativen Treffen oder der Besuch von Ausstellungen. E-Mail: Dr. Wibke Knöner; wknoener@web.de
Weiter findet sich:
"Etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kann man in Deutschland von einem zahnärztlichen Stand sprechen. Von ausschlaggebender Bedeutung war, dass seit dem 1. Januar 1846 in Berlin, im Verlag von Albert Förstner, die erste deutsche zahnärztliche Zeitschrift erschien. Sie trug den Titel "Der Zahnarzt" mit dem Untertitel "Das Neueste und Wissenswürdigste des In- und Auslands über die Zahnheilkunde". Zwischen 1859 und 1860 wurden die ersten zahnärztlichen Vereine gegründet. In Berlin 1847 der "Verein der Zahnärzte in Berlin", in Hamburg1857 der "Verein der Zahnärzte" und in Dresden der "Verein sächsischer Zahnärzte". Diese Provinzialvereine schlossen sich 1859 im Central-Verein Deutscher Zahnärzte zusammen." (aus http://www.zvffm.de/pages/verein/geschichte.php)
http://www.dentalmuseum.eu/http://www.zene-artzney.de/
Medizingeschichte (Persönlichkeiten, die die Medizin prägten)
Geschichte des Lächelns

Geschiebe
Halteelement für Zahnersatz, engl.: (denture) attachment; zu der Gruppe der Verbindungselemente gehörend, mit einer Vielzahl an technischen Ausführungen. Einsatz bei festsitzendem (Brücke, selten) bzw. herausnehmbaren Zahnersatz (sog. kombinierter Zahnersatz oder "Geschiebeprothese"; siehe Abb.). Ein G. besteht immer aus zwei Teilen: Der positive (+), welcher an der Krone des Restgebisses fest verankert (verlötet) ist (Matrize) und der negative (-), welcher mit dem herausnehmbaren Teil verbunden ist (Patrize).
G
. werden hauptsächlich industriell vorgefertigt (konfektionierte G., "Patentgeschiebe") und dann im Labor mit der Zahnersatzarbeit verlötet, oder werden individuell im Labor gefertigt (individuelle G.).
Vom Ort der Verankerung her unterscheidet man noch in solche, die im Ankerzahn (= intrakoronale G.), solche, die am Ankerzahn (= extrakoronale G.) und zwischen zwei Kronen (= interkoronal G.) angehängt sind. Eine weitere Unterteilung ist in starre (schlüssiger Kraftschluss zwischen Pfeilerzahn und herausnehmbarer Prothese; z.B. Interlock-Geschiebe) und bewegliche G. möglich.
Eine Sonderform stellen die selten angewandten extrakoronalen Adhäsivattachments dar, welche auf die Überkronung des Ankerzahnes verzichten, sondern direkt am natürlichen Zahn adhäsiv befestigt werden ( CBW-Bridge).
Nach der Art des Haltemechanismus kann unterschieden werden in frikative G. (Matrize u. Patrize haften - ähnlich wie bei Teleskopen - durch Übergangspassung) und retentive G. (die Haftung wird durch elastische Elemente erzielt, die in Kerben oder Vertiefungen einrasten). Wieder andere Einteilungen unterscheiden zwischen starren und beweglichen Geschieben.
Die Haltemechanismen bei G. können auf verschiedenen Prinzipien beruhen:
Friktion , zwischen parallelwandigen, spaltbildenden Körpern
Verkantung , welche die Abzugskraft beträchtlich erhöht
Verkeilung bei konischen Teilen
Verklemmung durch Schlitze in einem Geschiebeteil
Retention durch klemmenden Randwulst oder Ringfedern (aktive retentive Elemente in frikative Körper)


Im Gegensatz zu den konventionellen Prothesenklammern ergibt sich vor allem beim G. ein kosmetischer Vorteil, da die Verankerung nach außen hin nicht sichtbar ist. Außerdem je nach Art des G. eine bessere Kraftverteilung auf die Restzähne.
Zusätzlich kann das G. noch mit einem Riegel (siehe Abb. unten) zur optimalen Befestigung versehen werden. 
 
Abstützung, Ankerelement, AP-Geschiebe, Biaggi Gelenk, CeKa-Anker, interkoronal, Interlock, Kombinationsprothese, Passung, Primäranker, Resilienzgeschiebe, Riegel, Rillen-Schulter-Stift-Geschiebe, Schubverteilungsarm, Stern Geschiebe, Stressgeschiebe, Torsionsgeschiebe, Transversalverschluss, Verbindungselement, Verblockung



intrakoronales G. (T-Geschiebe)

intrakoronales G. (T-Geschiebe)
© der oberen Grafiken: http://www.microtec-dental.de/


Kugelanker-G.
(extrakoronal)





"Geschiebeprothese"
mit extrakoronalen G.



intrakoronales G.


extrakoronales G.



interkoronales G.

Geschmack
Geschmacksempfindung, engl.: taste (sensation). Der eigentliche G. wird durch Geschmackspapillen (die Papillae foliatae, fungiformes und vallatae mit entsprechenden Geschmacksknospen, Caliculi gustatorii) am Zungenrand und an der Zungenspitze auf die Reize für die heute 5 Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami wahrgenommen und über Nerven an die Hirnareale weitergeleitet (gustatorisches System). Dabei werden Druck-, Temperatur- und Schmerzempfinden in den G. integriert - es ergibt sich ein äußerst komplexes Empfinden, welches sich wissenschaftlich nicht konkret erfassen lässt. Hinzu kommt, dass beim G. auch der Tatsinn (in der Mundhöhle befinden sich viele kleine Sensoren) eine gewisse Rolle spielt: Je nach Konsistenz (hart, weich) ergibt sich eine andere Geschmacksempfindung. Weiter sind Kombinationen mit dem Geruchssinn von Bedeutung. Insofern sind Aussagen zur Geschmacksneutralität eines Stoffes nicht allgemein gültig.
"Scharf" ist kein Geschmack, sondern eine Form des Schmerzes, welcher durch eine Verletzung entsteht (bei Paprika z.B. durch den Stoff Capsaicin). Derartige Empfindungen werden auch nicht über die Geschmacksknospen vermittelt, sondern über die gleichen Sensoren, welche auch für "heiß" usw. zuständig sind.
Der Bitter-Geschmack ist angeboren, bereits Babys können Bitterstoffe wahrnehmen. Obwohl nicht generell ein Zusammenhang zwischen Bitterkeit und Giftigkeit besteht, gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Sinn für Bitteres uns vor dem Verzehr giftiger Nahrung bewahren soll. Einige Studien weisen darauf hin, dass Bitterrezeptoren auch außerhalb des Geschmackssystems eine Rolle spielen und im Atmungs- sowie Magen- Darmtrakt zu finden sind. Ob sie dort für die Wahrnehmung von Giftstoffen aus der Luft verantwortlich sind beziehungsweise in die Regulation des Zuckerstoffwechsels involviert sind, ist Gegenstand derzeitiger Untersuchungen (2010).
Neue Geschmacks-Eindrücke müssen vom Gehirn zugeordnet und bewertet werden. Dies funktioniert umso besser, je mehr Referenzgeschmäcker der Mensch bereits kennt: Mit zunehmendem Alter und größerer Erfahrung können einzelne Geschmacksrichtungen immer genauer voneinander unterschieden und besser aus der Masse herausgeschmeckt werden.
Sensorische Schwellentests an Drei- bis Achtjährigen ergaben, dass Kinder ein grundlegend anderes Geschmacksempfinden haben als Erwachsene. So nehmen sie z.B. die Geschmacksrichtung "süß" erst bei einer viel höheren Zuckerkonzentration wahr.
Geschmacksveränderungen / -beeinträchtigungen durch das Tragen von Zahnersatz sind ebenfalls individuell sehr verschieden, zeigen aber grob nachfolgende Reihenfolge:
festsitzender Zahnersatz (Kronen, Brücken) auf eigenen oder implantatgetragenen Zähnen zeigen praktisch keine Beeinträchtigung
Teilprothesen (Metallgerüst mit Kunststoffzähnen) zeigen im Unterkiefer geringe, nach längerer Tragezeit vernachlässigbare, im Oberkiefer länger anhaltende, manchmal nicht mehr verschwindende Veränderungen, welche besonders bei bestimmten Getränken oder Speisen auftreten. Die Qualität der Veränderungen wird meist mit säuerlich oder metallisch angegeben.
Vollprothesenträger klagen generell über Geschmacksbeeinträchtigungen, bedingt durch die Größe der Prothesenbasis - allerdings gibt es hierbei stark ausgeprägte subjektive Empfindungen und Gewohnheitseffekte
Geschmacksstörungen können auch als Wirkung von best. Pharmaka wie z.B. Chlorhexidin auftreten.
Fasten schärft den Geschmackssinn: Man reagiert mit leerem Magen sensibler auf Zucker und Salz im Wasser. Die Empfindlichkeit für Bitteres wird dagegen nicht beeinflusst.
Bekannt ist, dass außer der Nahrung in den ersten Lebensmonaten auch die Gene den Geschmackssinn prägen. Je nachdem, welche Varianten eines Geschmacks-Rezeptor-Gens vorliegen, reagieren Kinder mehr oder weniger sensibel auf bittere oder süße Geschmacksstoffe. Im Lauf des Lebens verliert der genetische Anteil an Bedeutung und wird von kulturellen Faktoren überdeckt.
Der Verlust jeglicher Geschmacksempfindung, die sog Geschmackslähmung wird als Ageusie bezeichnet.
Anosmie, Geruchssinn, Geschmacksstörung, Lingua, Neuralgie, PTC Geschmackstest, Saporimetrie
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H157/t2.pdf

Geschmacksstörung
Geschmacksanomalie
, Dysgeusie, engl.: dysgeusia, anomaly of taste, misguided taste; entweder durch eine verminderte Speichelbildung ( Xerostomie) oder durch Schädigung der Rezeptoren in den Geschmacksknospen ( Lingua) bzw. der Reizleitung ins Gehirn verursachte geschmackliche Missempfindungen.
Als lokale Ursache kommen Medikamente, Schwermetallvergiftungen, das Sjögren-Syndrom, eine bakterielle Besiedlung der Geschmacksknospen oder Infektionen in Frage. Zentral bedingt entstehen Geschmacksstörungen z.B. durch Schädel-Hirn-Traumen, durch eine Multiple Sklerose, durch eine Fazialisparese und durch kieferchirurgische Eingriffe. Als Folge systemischer Störungen kommen z.B. Diabetes mellitus, eine Hypothyreose oder eine Nebenniereninsuffizienz in Betracht. Nach Lankisch werden folgende Formen unterschieden:
Totale Ageusie (völliges Fehlen der Geschmacksfunktion oder Unfähigkeit, zwischen süß, salzig, bitter und sauer zu unterscheiden)
Partielle Ageusie (Unfähigkeit, bestimmte Substanzen zu schmecken)
Hypogeusie (Herabgesetztes Geschmacksempfinden für alle oder auch nur für einzelne Geschmacksrichtungen)
Dysgeusie (Wahrnehmung eines Geschmacks, ohne dass ein Geschmacksstoff angeboten wird, oder Wahrnehmung eines anderen als des objektiv angebotenen Geschmacks)
Parageusie (verfälschte Geschmacksempfindung)
Kakogeusie (subjektiv übliche Geschmackswahrnehmung)
Anosmie, Lingua, Saporimetrie
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H157/t2.pdf

Gesetzliche Krankenversicherung
GKV; engl.: legal health insurance, statutory health insurance (SHI);  Bezeichnung für das in Deutschland überwiegende, umlagefinanzierte Versicherungssystem gegen Krankheiten und zur (eingeschränkten) Beanspruchung von Vorsorgeleistungen (Prophylaxe). Im Jahr 2011 waren 86 % aller Erwerbstätigen gesetzlich krankenversichert. Dabei war der überwiegende Teil der Arbeitnehmer (90 %) Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung, von den Selbstständigen war nur etwas mehr als die Hälfte gesetzlich versichert (54 %). Trotz Verpflichtungspflicht sind 0,2 % der Erwerbstätigen nicht krankenversichert. Überdurchschnittlich hoch ist mit 1,0 % der Anteil der Nicht-Krankenversicherten bei ausländischen Männern im Alter von 35 bis 44 Jahren.
Die GKV ist ein Zweig der Sozialversicherung. Sie sichert die durch Krankheit entstehenden Kosten für ihre Mitglieder nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot ab. Die GKV unterliegt als gesetzliche Einrichtung nicht dem Wettbewerbsrecht; bspw. besteht eine Steuerfreiheit. Nach den Bestimmungen des Sozialgesetzes (§ 95b Abs. 3 SGB V) haben gesetzlich Versicherte grundsätzlich nur Anspruch auf Leistungen von zugelassenen (Zahn-)Ärzten.
Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen sagt zu den Prinzipien der GKV folgendes:
"In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht das Solidaritätsprinzip. Dies bedeutet, dass die Höhe des Beitrages nicht in erster Linie vom im wesentlich gesetzlich festgelegten Leistungsumfang, sondern von der nach bestimmen Pauschalregeln ermittelten individuellen Leistungsfähigkeit des versicherten Mitglieds abhängt. Die Beiträge werden regelmäßig als Prozenteinkommen des Einkommens bemessen.
Weiterhin wird das Versicherungsentgelt im Umlageverfahren erhoben. Dies bedeutet, dass alle Aufwendungen im Kalenderjahr durch die in diesem Jahr eingehenden Beiträge gedeckt werden. Außer einer gesetzlichen Rücklage werden keine Rückstellungen gebildet. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Ehegatten und Kinder beitragsfrei mitversichert.
"
Alle Personengruppen, von denen der Gesetzgeber glaubt, dass sie nicht selbst für diesen Schutz sorgen können, sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Das heißt, sie müssen sich in jedem Fall gesetzlich versichern. Andere Personengruppen können freiwillig Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse werden. Dazu müssen sie allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Beschrieben werden die Leistungen der GKV im SGB V.
Die Krankenkassen-Beiträge für gesetzlich versicherte Studenten stiegen in 2011 stark an. Ab 1. Januar zahlen sie 55,55 Euro im Monat. Zum Sommersemester 2011 folgt dann ein Sprung auf 64,77 Euro im Monat. Im Vergleich zum aktuellen Beitrag von 53,40 Euro wird die Studenten-Krankenkasse damit um 21 Prozent teurer.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2007 196 000 Menschen ohne jegliche Krankenversicherung - das sind 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Betroffen sind mit einem Anteil von 68 Prozent überwiegend Männer. Unter den 82 000 Erwerbstätigen ohne Versicherungsschutz waren überwiegend Selbstständige und mitarbeitende Familienangehörige. Zwei Drittel von ihnen hatten keinen oder nur einen niedrigen Schul- und Berufsabschluss. Die Mehrzahl war zwischen 30 und 49 Jahre alt. Die GKV ist traditionell der größte Ausgabenträger im deutschen Gesundheitswesen. Sie erbrachte im Jahr 2001 128,9 Mrd. Euro bzw. 57% der Gesundheitsausgaben.



GKV: Aufteilung der Leistungsausgaben
alle mediz. Bereiche, 2009



GKV-Ausgaben 1991 u. 2010
für zahnärztliche Behandlungen


Beitragsbemess. / Beitragssatz
1980-2010


GKV: Aufteilung der Ausgaben
zahnärztliche Behandlungen, 2009


Punktwert-
Entwicklung für Zahnärzte, GKV, von 1976 - 2009,
inflationsbereinigt


Zahnärzte - Anteile
an den GKV Ausgaben -2010


Zahl der niedergelassenen Zahnärzte /
Ausgaben der GKV pro Mitglied an die Zahnärzte


Wie versichert? (Kasse / Privat)


GKV-Ausgabenentwicklung 1981-2010 (real)

Die nicht GKV-Versicherten von 12,6 % bzw. 10.368 Mio. der Bevölkerung setzen sich zusammen aus PKV-Versicherten (privat), Nicht-Versicherten sowie besonderen Sicherungsformen (anspruchsberechtigt als Sozialhilfeempfänger, Kriegsschadenrentner oder Empfänger von Unterhalt aus dem Lastenausgleich). Nach BMGS-Angaben waren in 2003 etwa 188.000 Personen ohne Krankenversicherung. Davon waren 31.000 selbständig tätig. Nicht krankenversichert sind vor allem Hausfrauen, Angestellte und zunehmend auch Gewerbetreibende.
Die Zahl der gesetzlichen Versicherungen ("Kassen") ist in D stark rückläufig: Von 1994 bis Ende 2009 sank die Zahl der Krankenkassen von 1.146 auf 169. Mehrere Reformgesetze lösten diese Entwicklung aus. Ab 2008 müssen sich die G. unter einem "Spitzenverband Bund" organisiert haben. Der neue Spitzenverband bündelt die Kompetenz für alle Verträge, die die Kassen einheitlich und gemeinsam mit Ärzten und Klinikvertreter schließen müssen.

Insgesamt 12,7 Milliarden Euro flossen von den Krankenkassen 2012 in die Zahnarztpraxen für die Behandlung von Kassenpatienten einschließlich der Festzuschussanteile für Zahnersatz. Im 1. Quartal 2013 gaben die Kassen insgesamt 8 Prozent mehr für Zahnbehandlungen aus, 3 Prozent Minus jedoch bei Zahnersatz. Insgesamt blieb aber aufgrund des Gesamtkostenanstieges in den gesetzlichen Krankenkassenversicherungen (GKV) der Anteil der Zahnärzte bei rund 7 Prozent der Kassengesamtausgaben (ZWP-online).
Der seit Anfang der 90er Jahre ständig steigende Beitragssatz hat nach Auffassung von Experten (Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung (igsf)) zwei Hauptursachen: Die Wiedervereinigungsbedingte schlechte wirtschaftliche Entwicklung. Ihr komme "die entscheidende Bedeutung für die Beitragssatzsteigerung" zu. "Vor allem der durch die Wiedervereinigung ausgelöste Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie geringere Wachstumsraten bei Löhnen, Gehältern und Renten führten und führen zu steigenden Beitragssätzen". Als weitere Ursache nennt Institutschef Beske "politische Entscheidungen zu Lasten der GKV-Finanzierung, die jährlich mit etwa zehn Milliarden Euro zu Buche schlagen". Dagegen gebe es "keine schlüssigen Beweise für die Behauptung, dass die Ursache für den Beitragssatzanstieg" in den alten Ländern auf eine "Kostenexplosion" zurückzuführen sei. Beskes Fazit: "Ohne grundlegende Sicherstellung der Einnahmeseite wird die GKV keine Zukunft haben."
Die Ausgaben der Krankenkassen für Gesundheitsvorsorge und Verhütung von Krankheiten beliefen sich in 2009 auf rund fünf Milliarden Euro.

Seit Einführung des Gesundheitsfonds (1. Januar 2009) zahlen alle Beitragszahler den gleichen Beitragssatz (2011: 15,5%). Damit gelten – wie in der gesetzlichen Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung schon heute – einheitliche Beitragssätze auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Jede Krankenkasse erhält pro Versichertem eine pauschale Zuweisung. Diese wird gleichzeitig nach Alter, Geschlecht und bestimmten Krankheitsfaktoren modifiziert. Dieser morbiditätsorientierte und zugleich einfachere Risikostrukturausgleich innerhalb des Gesundheitsfonds umfasst so die zwischen den Kassen ungleich verteilte Krankheitsbelastung der Versicherten.
Mit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 gelten neue Sonderkündigungsregeln. Versicherte dürfen nur dann außer der Reihe kündigen, wenn die Kasse über den neuen allgemeinen Beitragssatz hinaus einen Zusatzbeitrag verlangt. Den Zusatzbeitrag muss sie dem Mitglied einen Monat vorher ankündigen. Laut Gesetz darf der Versicherte dann bis zur erstmaligen Fälligkeit des Zusatzbeitrages kündigen. Gleiches gilt, wenn die Kasse einen bereits geforderten Zusatzbeitrag weiter erhöht oder Prämienzahlungen gekürzt werden.

GKV in Deutschland: 2008 und 2050
# Einwohner: derzeit 82 Millionen; im Jahr 2050: 69 Millionen
# Kinder und Jugendliche: derzeit 17 Millionen, im Jahr 2050: zehn Millionen
# Zahl der über 65-Jährigen: derzeit 14 Millionen, im Jahr 2050 etwa 23 Millionen
# Erwerbsfähige Personen: derzeit 52 Millionen, im Jahr 2050 etwa 36 Millionen
# Zahl der Hochbetagten: vier Millionen, 2050: zehn Millionen
# GKV-Ausgaben: im Jahr 2005 143,8 Milliarden Euro, im Jahr 2005 etwa 225 Milliarden Euro
(Zahlen des Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, 2008)

andersartiger Zahnersatz, AOK, Apothekenspanne, Aut-Idem, Basistarif, Bedarfsplanung, Behandlungspflicht, Behandlung im EU-Ausland, Behandlungsplan, Beitragsbemessungsgrenze, Beitragssatz, BEMA, Bonus, Bonusprogramme, Budget, Bundesausschuss Zahnärzte und Krankenkassen, Bürgerversicherung, Chip-Karte, chronisch krankDegression, elektronische Gesundheitskarte, Ermächtigung, Ersatzkassen, Festzuschüsse, Gesamtvergütung, Gesundheitsfond, Gesundheitskosten, Gesundheitsreform (ab 2004)Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz, GKV-Versorgungsgesetz, GKV-WSG, gleichartiger Zahnersatz, Grundlohnsumme, Fallpauschale, Festzuschüsse, Freie Heilfürsorge, FU-Positionen, IGel-Leistungen, Integrierte Versorgung, Kassenabrechnung, Knappschaft, Kontrahierungszwang, Konvergenzklausel, Kopfpauschale, Kostenerstattung, MDK, medizinisch notwendig, NUB-Richtlinien, Patientenquittung, Praxisgebühr, Primärkassen, Priorisierung, Prüfungsausschuss, Qualitätsmanagement, Regelversorgung, Sachverständigenrat, Schiedsverfahren, Selbstverwaltung, Sicherstellungsauftrag, Sozialgericht, Sozialgesetzbuch V, Sozialversicherung, Vertragszahnarzt, Wirtschaftlichkeitsgebot, Zusatzversicherung, Zuzahlungen_europäischer Vergleich
DATEN & FAKTEN 2009, ©. Bundeszahnärztekammer
125 Jahre "Gesetzliche Rentenversicherung": Aufstieg und Niedergang (2014)
Deutsche Gesundheitspolitik seit 1975 - Reformen über Reformen; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 12/2010
http://www.gesetzlichekrankenkassen.de/
Ratgeber: WaizmannTabelle - Zahnzusatzversicherungen im Vergleich

Gesicht
Angesicht, Antlitz, Facies, Konterfei, Visage, Vultus, engl.: face; vorderer Teil des Kopfes bei Säugetieren, bestehend aus dem knöchernen Gesichtsschädel und aufgelagertem Gewebe (mimische und Kau-Muskulatur, Knorpel und Haut). Obwohl sie anatomisch nicht zum G. gehört, ist die Stirn beim Menschen infolge der größeren Gehirnausbildung ein wesentlicher Bestandteil des G. Die zweidimensionale Einteilung nach Pöch unterscheidet in ovale, verkehrt ovale, runde, elliptische, dreieckige, rechteckige, quadratische, rhombisch trapezförmige und fünfeckige Gesichtsformen.
Die Haupt-Gesichtsnerven sind der N. facialis, welcher die Gesichtsmuskulatur als motorischer Nerv versorgt und der sensible Nerv, der N. trigeminus, welcher für die Schmerzempfindungen zuständig ist.
Biomet-Gesicht, Facies, Gesichtshorizontale, Gesichtsmuskulatur, Glabella, long face syndrom

Gesichtsbogen
1.) Übertragungsbogen, Gesichtsbogenregistrierung, Fazialbogen, engl.: facebow (record); 1899 von Snow erstmals beschrieben. Hilfsmittel zur Übertragung individueller anatomisch-geometrischer Verhältnisse vom Patienten auf einen Artikulator, um im Labor eine schädelbezügliche Montage der Abdruckmodelle zu ermöglichen; Übertragungsbogen
2.) Headgear
Artikulator, Bissgabel, Gritman Artikulator, Linefinder, Registrierung, Pantographie, Übertragungsbogen



Gesichtshöhenindex
engl.: facial height index; mit Unterteilung in vorderen und hinteren Gesichtshöhenindex nach den Formeln:
Gesichtshöhenindex anterior
Verhältnis vordere untere Gesichtshöhe zur gesamten vorderen Gesichtshöhe: (Gn - Spa):(Gn - N) x 100
Gesichtshöhenindex posterior
Verhältnis hintere untere Gesichtshöhe zur gesamten hinteren Gesichtshöhe: (Go`- Spp):(Go`- S) x 100
Jarabak Gesichtshöhenindex
http://www.kieferorthopaedie.klinikum.uni-erlangen.de/

Gesichtshorizontale
Gesichtsvertikale, engl.: face horizontal, face vertical; Begriffe aus Kephalometrie im Sinne von Referenzlinien. So ist es z.B. notwendig, eine horizontale Referenzlinie zu definieren, nach der das Fernröntgenbild bei der Vermessung ausgerichtet werden kann, da allein schon durch die Kopfneigung während der Aufnahme unterschiedliche Interpretationen entstehen könnten. Gebräuchlich ist die von Burstone et al. 1978 vorgeschlagene Linie, welche gegenüber der Nasion-Sella-Verbindungslinie um 7° im Uhrzeigersinn geneigte ist. Diese 7° sind ein statistisch ermittelter Durchschnittswert, der den Neigungsunterschied zwischen Nasion-Sella-Linie und natürlicher Kopfhaltung von Patienten wiedergibt.
Mundtangente


Gesichtsindex
Längen-Breiten-Index; engl.: face index; das Verhältnis von Gesichtshöhe zu Jochbogenbreite. Rassenbedingte Normwerte liegen zwischen 78 und 95, wobei Frauen meist kleinere Werte aufweisen. Fazialindex

Gesichtsmuskulatur
engl.: face or facial muscles, muscles of expression; meist Begriff ausschließlich für die mimische Muskulatur, gelegentlich auch Einbeziehung der Kaumuskulatur. Sie gelten als "Motor der Mimik" oder "Spiegel der Gefühle" und so kennt man ca. 60 Muskeln, die im wesentlichen den Gesichtsausdruck steuern - davon 17 allein für das Lachen.
Mimik


Gesichtsschmerz
Gesichtsneuralgie, engl.: facial pain, faceache; in der Hauptsache durch eine Trigeminusneuralgie, Zoster-Neuralgien, Kieferhöhlenentzündungen ( Sinusitis) oder einem Wirbelsäulen-Kopfschmerz hervorgerufene Schmerzen im Gesichtsbereich. Dabei unterscheiden sich die Schmerzen je nach Ursache; ebenso sind die Behandlungsmöglichkeiten verschieden:
Trigeminus-Neuralgie: Blitzartig einschießende, "elektrisierende" Schmerzen, meist durch äußere Reize oder Bewegungen ausgelöst. Behandlung in 50-70 % vorbeugend-medikamentös, z.B. mit Antiepileptika oder Neuroleptika, da klassische Schmerzmittel bei den plötzlich auftretenden Schmerzattacken ihre Wirkung erst dann entfalten, wenn der Schmerz schon wieder abgeklungen ist. Bei Nichtansprechen der medikamentösen Behandlung, können nur noch neurochirurgische Eingriffe (z.B. eine Thermokoagulation) Schmerzfreiheit bringen; dies allerdings bei völliger Gefühllosigkeit in diesem Gebiet.
Zoster-Neuralgie nach einer sog. "Gesichtsrose": Brennender Dauerschmerz, zu welchem einzelne Schmerzattacken hinzukommen können. In 50-80 % medikamentöse Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder Antiepileptika.
Wirbelsäulen-Kopfschmerz: Der Schmerz wird als dumpf oder ziehend-bohrend beschrieben. Die angewandten Therapien sind meist nicht wissenschaftlich abgesichert: So helfen die häufig angewandten physikalischen Therapiemaßnahmen (Massagen, Bäder, Elektrotherapie), oder Akupunktur oder transkutane elektrische Nervenstimulationen (TENS) meist nur kurze Zeit. Auch verhaltenstherapeutische Behandlungen können die Beschwerden vorübergehend bessern.
Von diesen zumindest in der Entstehung bekannten Ursachen ist der
atypische Gesichtsschmerz abzugrenzen: Die Schmerzqualitäten sind sehr verschieden und reichen von bohrend und brennend über stechend und drückend bis hin zu pulsierenden Qualitäten, ohne dass eine fassbare organische Ursache zu finden wäre. Medikamente sprechen nur schwer an; sinnvoller erscheint eine Verhaltenstherapie mit dem Ziel einer durch Schmerzbewältigung erreichbaren Linderung, da eine Heilung nur selten erfolgt. Extraktionen und andere chirurgische zahnärztliche Behandlungen haben bei diesen Patienten nur eine niedrige Erfolgsrate.
Ebenso sind bei der
atypischen Odontalgie nur schwer Behandlungserfolge zu erzielen. Die Erkrankung äußert sich in einem von einem Zahn ausgehenden G., ohne dass klinisch und röntgenologisch ein Befund festzustellen wäre. Die dumpfen oder bohrenden Dauerschmerzen mittlerer bis hoher Intensität bestehen an einem vorhandenen oder auch an einem nicht mehr vorhandenen Zahn. Nach längerer Erkrankung kann eine Ausbreitung auf die Nachbarzähne und das Zahnfleisch erfolgen. Der Nachtschlaf ist nicht gestört. Nach Behandlungen mit einer "therapeutischen Lokalanästhesie" werden Besserungen dieses langwierigen Krankheitsbildes beschrieben.
Heilanästhesie, Irradiation, Neuralgie
Schmerzerhebungsbogen nach der "Mainzer Genese"; © Dr. F. Grummt

Gesichtsspalte
fissura facialis
, Prosoposchisis, Schizoprosopie, Kolobom, engl.: facial cleft; ein- oder doppelseitige Hemmungsfehlbildung (zu den "kraniofaziale Dysplasien" bzw. "dysgenetischen Fehlbildungen" gehörend; mit einem Anteil von 11 - 15% an 2. Stelle der angeborenen Fehlbildungen). Beim Menschen wachsen die einzelnen Abschnitte des Gesichts - wie Lippe, Kiefer und Gaumen - in der Regel in der sechsten bis neunten Schwangerschaftswoche zusammen. Wenn dieser Prozess gestört abläuft, kann es zu Spaltbildungen kommen. Neben der Beeinträchtigung des Aussehens leiden die Betroffenen häufig an ausgeprägten Störungen des Gesichtsschädelwachstums, der Sprache und des Gehörs. Ihre Häufigkeit wird in Mitteleuropa auf 1 - 2 pro 1.000 Neugeborene geschätzt (es besteht keine Meldepflicht); jährlich werden in Deutschland rund 1.800 Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte geboren. Isolierte Gaumenspalten sowie rechtsseitige Lippen-Kiefer-Gaumenspalten treten häufiger bei Frauen auf, während linksseitige Spalten öfter bei Männern beobachtet werden. Weiter ist bekannt, dass unzureichende Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko von Spaltenbildungen der linken Lippe einhergeht, während ein familiärer Diabetes das Auftreten isolierter Gaumenspalten zu begünstigen scheint.
Im Schnitt sind in den ersten Jahren drei bis fünf Operationen erforderlich, um die Fehlbildungen zu korrigieren und dafür zu sorgen, dass die Kinder schlucken, kauen und sprechen können; bei den meisten Patienten sind später weitere Eingriffe zur Stabilisierung bzw. endgültigem Verschluss und aus kosmetischen Gründen nötig. (siehe vergleichende Abbildungen rechts)
Die Ursachen sind bis heute nicht genau geklärt, aber es scheinen viele Faktoren eine Rolle zu spielen. Sicher ist, dass bei etwa jedem 5. Kind eine Vererbungskomponente besteht, die auch einige Generationen zurückliegen kann; diskutiert werden weiter Schädigung in der Frühschwangerschaft (Vitamin- o. Sauerstoffmangel (z.B. starkes Rauchen der Mutter); Virusinfektionen der Schwangeren oder allgemeine Umweltbelastungen; psychische Belastung und Stress scheinen dagegen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Statistisch treten bei Kindern sehr junger und eher älterer Mütter häufiger Spaltbildungen auf.
Während des Wachstums des Kindes im Uterus kommt es zwischen der 5. und 9. Woche entweder zu einer fehlenden Vereinigung oder einem Wiedereinreißen von Gewebe, aus dem sich später Nase, Lippe und Oberkiefer entwickelt. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt die Entwicklungsstörung auftritt und wie schwerwiegend sie ist, entstehen verschiedene Spaltformen (ein- oder beidseitige Lippenspalten, Lippen-Kiefer-Spalten, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bzw. vollständige Gaumenspalten und isolierte Spalten des weichen Gaumens) mit unterschiedlichem Ausprägungsgrad. In sog. "Spaltzentren" ist es durch die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachgebiete heute möglich, die Gesichts- und Kieferstrukturen der Kinder frühzeitig zu normalisieren und Sprach- und Hörfehlern vorzubeugen.
Von zahnmedizinischer Bedeutung sind folgende Formen:
Lippenspalte (sog. "Hasenscharte")
Kieferspalte
Lippen-Kieferspalte
Gaumenspalte (Anteil ca. 30% aller G.)
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (sog. "Wolfsrachen"; Anteil 50 - 70% aller G.)
Wangenspalten

International wird klassifiziert:
Spalten des vorderen embryonalen Gaumens (Lippen-, Lippen-Kieferspalten)
Spalten des vorderen und hinteren embryonalen Gaumens (Lippen-Kiefer-Gaumenspaltenspalten)
Spalten des hinteren embryonalen Gaumens (Gaumenspalten im harten und/oder weichen Gaumen)
seltene Spalten, wie horizontale, mediane und schräge Spalten (z.B. Makrostomie, Meloschisis)

Die Fehlbildungen betreffen fast immer den Oberkiefer und die Oberlippe. Zwischen 21 und 37% der Kinder mit G. weisen zusätzlich eine begleitende Fehlbildung oder Störung auf (obere und untere Extremitäten, Wirbelsäule, Herz, zentrales Nervensystem, Urogenitalsystem).
Die Behandlung "in mehreren Schritten" befasst sich nicht nur mit einem kosmetischen Langzeiterfolg, sondern strebt eine gute Funktion bei der Nahrungsaufnahme und Sprachentwicklung an. Die bald nach der Geburt (ca. 5 Kg Gewicht des Babys; ~ möglichst während der ersten 4 Lebenswochen) beginnenden chirurgischen und später kombiniert chirurgischen/kieferorthopädischen Behandlungen erzielen heute durch das Zusammenwirken von Kieferchirurgen, und -orthopäden, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Kinderärzten, Logopäden, Psychologen und Zahnärzten beachtliche Erfolge. U.U. ist im Alter von 16 oder 17 Jahren eine weitere Operation erforderlich, da die Nase von Kindern mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte manchmal nicht gerade wächst und daher (kosmetisch und funktionell) korrigiert werden muss.

ADAM-Komplex, Distomie, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Logopädie, Makrostomie, Robin-Syndrom, Unterlippenspalte

 



einseitige LKG



Doppelseitige LKG



linksseitige G.
nach
erfolgreicher
Operation im Erwachsenenalter

 

 



Behandlungskonzept

Gesichtswinkel
Fazialwinkel
, engl.: facial angle; Winkel, gebildet aus der Schädelbasisebene (Sphenoidale - Nasion) und einer Geraden durch Nasion und Nasospinale. Mittelwerte liegen bei knapp über 80°.
Camper-Ebene

gesteuerte Extraktion
gesteuerte Zahn-Extraktion, engl.: (orthodontic) extraction therapy, serial extraction; Ausgleichsextraktion, Engstand, Extraktionstherapie, Geschäftsfähigkeit, Reihenextraktion, Zahnbogenbreite

Gesteuerte Geweberegeneration
in der Parodontologie, GTR, membrangestützte Regeneration, engl.: Guided Tissue Regeneration, biologically guided regeneration; im Rahmen einer systematischen Zahnfleischbehandlung, mit dem Ziel, das durch die Parodontalerkrankung verloren gegangene Zahnhaltegewebe wiederaufzubauen ( new attachment). Diese Methode beinhaltet das Setzen einer Barrieremembran, (Abb. unten, Bild D) die die Wurzeloberfläche und den parodontalen Defekt bedeckt und so den Zellen des Parodontalligamentes die selektive Wiederbesiedelung der vorher von der Parodontitis befallenen Wurzeloberfläche ermöglicht: Durch den Einsatz von mechanischen "Barriere-Membranen" werden die schnell wachsenden Epithel- und Bindegewebszellen isoliert, um die langsamer regenerierenden Desmodontalzellen und Osteoblasten in ihrem Wachstumsprozess nicht zu stören.
Klinische Langzeitstudien haben gezeigt, dass der Gewinn von klinischem Attachment auch über lange Zeit erhalten werden kann, wenn eine peinlich genaue Plaquekontrolle und eine gute Mundhygiene beachtet werden. In den meisten GTR-Studien (2006) werden nicht resorbierbare Polytetraflourethylenmembranen (z.B. Goretex™) als Barriere verwendet. Diese müssen in einem zweiten chirurgischen Schritt wieder entfernt werden. Um diese Komplikationen zu vermeiden, wurden (bio-)resorbierbare Membranen - entweder aus natürlichen (Dura mater) oder synthetischen (Polyaktiden-PLA, Polyglykoliden-PGA oder Polyurethan) Biomaterialien - mit ähnlichen Barriereeigenschaften entwickelt. In kontrollierten histologischen und klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass damit ebenfalls gute Resultate erzielbar sind.
Andere Methoden benutzen das Einbringen von Gelen ("biologisch gesteuerte Regeneration", BGR, wie Atrisorb™ oder Emdogain™) in die Zahnfleischtasche zirkulär um den Zahnhalswurzelbereich mit dem Ziel einer verzögerten Zellneubildung ("künstliche Wundheilungssteuerung"). Jüngste Ergebnisse haben gezeigt, dass die Behandlung mit dem Schmelzmatrixproteinabkömmling "Emdogain" (EMD) zu einem ähnlichen Gewinn an klinischem Attachment führt, sowie zu einer röntgenologisch nachweisbaren neuen Knochenbildung.

Prinzip der gesteuerten Geweberegeneration:
                
                                


Atrisorb™, Emdogain™, Erhaltungstherapie, Gesteuerte Knochenregeneration, Knochenersatzmaterialien, Laurell Naht, new attachment, Parodontalchirurgie, plastische, parodontale Regeneration, Parodontitis
Patienteninfo: Gesteuerte Geweberegeneration (GTR), ©: BZAEK
Stellungnahme der Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V.

Gesteuerte Knochenregeneration
GBR, membrangestützte Knochenregeneration, engl.: Guided Bone Regeneration (GBR); knöchernregenerative (Wieder-)Auffüllung von Knochendefekten unter Verwendung von Membranen (Prinzip s.u.: Gesteuerte Geweberegeneration); Einheilung eines Knochentransplantats und/oder synthetischer Materialien unter dem "Schutz" einer nicht resorbierbaren Folie (z.B. ePTFE-Membran), welche nach vollständiger Neubildung (ca. 1 Jahr) chirurgisch wieder entfernt werden muss. Ziel der GBR ist der knöcherne Wiederaufbau des Alveolarkammes bei mangelndem Knochenangebot oder die knöcherne Heilung von lokalisierten Defekten vor oder in Verbindung mit einer (enossalen) Implantation.
Gesteuerte Geweberegeneration, Knochenersatzmaterialien, parodontale Regeneration
23 verschiedene GBR-Membranen im direkten Online-Vergleich (2010)

Gesundheit
engl.: health; schwer definierbarer Begriff, welcher mehr bedeutet, als die Abwesenheit von Krankheiten bzw. der subjektiven Einschätzung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens. Nach der (schwammigen) Definition der WHO "ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen." ("Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.")
Krankheit, Mundgesundheit, Salutogenese, Zahngesundheit

Gesundheitsfond
als Folge des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) ab 2009 gültige Finanzstruktur in der Gesetzlichen Krankenversicherung ("Kernstück der neuen Finanzierung in der GKV") mit dem Herzstück eines zentralen Finanzierungspools. Einzig die Bundesregierung setzt fest, wie viel Prozent vom beitragspflichtigen Einkommen alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in den G. zu zahlen haben.
Im Gegensatz zu früher bleibt den Gesetzlichen Krankenkassen von der Steuerung her nur die Pflicht zum Beitragseinzug von ihren Mitgliedern. Für deren Behandlung erhalten die Kassen künftig nach einem ausgeklügelten Verfahren kassenindividuelle Zuweisungen aus dem G.: Sie errechnen sich aus einer aktuell (2009) auf knapp 186 Euro festgesetzten Grundpauschale, Zu- und Abschlägen nach Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus und Morbidität, einer Pauschale für Verwaltungsausgaben und Satzungsleistungen sowie für Versicherte in strukturierten Behandlungsprogrammen. Kommt eine Kasse mit dem Geld nicht aus, kann sie einen Zusatzbeitrag von bis zu einem Prozent des beitragspflichtigen Einkommens des Mitglieds erheben (auch Sozialhilfeempfänger müssen einen von ihrer Krankenkasse erhobenen Zusatzbeitrag zahlen), bei Überschüssen Geld zurückerstatten. Insgesamt beläuft sich das Volumen des Fonds 2009 inklusive eines Steuerzuschusses des Bundes in Höhe von vier Milliarden Euro auf 166,7 Milliarden Euro. Der Steuerzuschuss (2009: 4 Mrd. Euro) soll in den kommenden Jahren auf bis zu 14 Milliarden Euro jährlich anwachsen. Erst wenn der Fonds über zwei Jahre eine Unterdeckung von mehr als fünf Prozent aufweist, muss die Bundesregierung den Beitragssatz anheben.
In 2010 kamen insgesamt 13 gesetzliche Krankenkassen nicht mit den Zuwendungen des G. aus und mussten einen Zusatzbeitrag erheben
.
Beitragsbemessungsgrenze, Beitragssatz, Gesetzliche Krankenversicherung
Deutsche Gesundheitspolitik seit 1975 - Reformen über Reformen; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 12/2010
 



Beitrags-/
Zahlungsfluss
im Gesundheitsfond
©: Ärztezeitung

Gesundheitskarte , engl.: ~ health insurance identy card; elektronische Gesundheitskarte

Gesundheitskonten
US-amerikanisches Konzept zur Senkung der Kosten im Gesundheitswesen und zur Steigerung der Eigenverantwortlichkeit der Versicherten, als Nachfolgemodell des Managed-Care-Systems gehandelt. Das Modell beruht auf folgenden Fakten:

Gesundheitskosten

Gesundheitskosten
Gesundheitsdaten in D, engl.: health costs.
Die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland sind in jüngerer Zeit besonders stark gestiegen und haben in Deutschland 2010 einen Höchstwert erreicht. Insgesamt wurden dafür 287,3 Milliarden Euro ausgegeben - pro Kopf somit 3510 Euro. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Mit 165,5 Milliarden Euro trug die gesetzliche Krankenversicherung rund 58 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Den stärksten Zuwachs gab es bei der sozialen Pflegeversicherung. Deren Ausgaben nahmen um 6,0 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro zu (Ärztezeitung, 2012).

Insgesamt 12,7 Milliarden Euro flossen von den Krankenkassen 2012 in die Zahnarztpraxen für die Behandlung von Kassenpatienten einschließlich der Festzuschussanteile für Zahnersatz. Im 1. Quartal 2013 gaben die Kassen insgesamt 8 Prozent mehr für Zahnbehandlungen aus, 3 Prozent Minus jedoch bei Zahnersatz. Insgesamt blieb aber aufgrund des Gesamtkostenanstieges in den gesetzlichen Krankenkassenversicherungen (GKV) der Anteil der Zahnärzte bei rund 7 Prozent der Kassengesamtausgaben (ZWP-online).
Gesundheitswesen, Zuzahlungen_europäischer Vergleich
Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes: http://www.gbe-bund.de/ 
Kosten im Gesundheitswesen 2011
Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de
Vergleiche in Europa (© Bundesministerium) ; Vergleich private Krankenversicherung - und Gesundheitsversorgungs-Systeme in Europa

Gesundheitsmanagement
engl.: health management; um die gesetzlich geforderten Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsziele realisieren zu können, benötigen die Fachleute aus den medizinischen, pflegerischen und angrenzenden Bereichen eine Aktualisierung und Vertiefung ökonomischen Wissens. Die abnehmenden Halbwertszeiten des Expertenwissens, Veränderungen wie die Einführung neuer Versorgungs- und Entgeltformen in den stationären und ambulanten Einrichtungen erfordern fundierte Fach- und Methodenkenntnisse. Um sie zu vermitteln sowie die Kompetenzen im sozialen Bereich und bei Problemlösungen zu fördern, bietet z.B. die FH Osnabrück das MBA-Programm Gesundheitsmanagement/Management & Health an. Nach erfolgreichem Studium verleiht die Fachhochschule Osnabrück den international anerkannten akademischen Grad Master of Business Administration (MBA).
Qualitätsmanagement, Telematik

Gesundheitspass , Gesundheitskarte, elektronische Chip-Karte, elektronische Gesundheitskarte

Gesundheitsprämie, Kopfpauschale

Gesundheitsreform
ab 2004, sog. "GKV-Modernisierungs-Gesetz" (GMG), engl.: SHI-modernization act, Health Care System Modernisation Law;  erneuter Versuch der Sozialpartner, die ausufernden Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen und ab 2007 einen durchschnittlichen Beitragssatz von 13 % in der GKV zu realisieren. Dazu ein Zitat aus der Verhandlungskommission (Seehofer): "Diese Reform wird fünf Jahre halten". Durch das GKV-WSG und das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG) wurden ab 2007 wieder Neuerungen eingeführt bzw. bestehende Ziele umformuliert, sodass die nachfolgenden Passagen - besonders was die Gesetzlichen KK betrifft - schon wieder teilweise überholt sind.
Es ergaben sich zahnärztlicherseits u. a. folgende Änderungen:

  Ab 2005 wird der Zahnersatz aus dem Leistungskatalog der GKV ausgegliedert. Eine obligatorische Absicherung wird in einem fairen Wettbewerb sowohl von der GKV als auch von der PKV angeboten. Die rechtlichen Grundlagen hierfür sind nach entsprechender Prüfung herzustellen. Gesetzlich Versicherte haben die Wahlmöglichkeit zur PKV, wenn dort ein vergleichbarer Versicherungsschutz angeboten wird - allerdings lebenslang ohne Rückkehrmöglichkeit!
Anstelle der bisherigen prozentualen Zuschüsse bei Zahnersatz treten befundorientierte Festzuschüsse ( Festzuschüsse ab 2005) zur im Einzelfall notwendigen Versorgung geben. Ein Gemeinsamer Bundesausschuss der KK und Zahnärzte muss diese Zuschüsse festsetzen. Härtefälle werden besonders berücksichtigt. Ebenso müssen in den GKV-Satzungen Bestimmungen zum einheitlichen Leistungsumfang für Versicherte mit und ohne Bonus aufgenommen werden. Die Qualitätssicherung für die Leistungen, für die ein Festzuschuss gewährt wird, ist Aufgabe der gemeinsamen Selbstverwaltung. Dazu zählt u.a. ein Heil- und Kostenplan.
Grundsätzlich wird eine prozentuale Zuzahlung bei allen Leistungen von zehn Prozent, jedoch mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro erhoben. Die Zuzahlung bei ambulanter ärztlicher und zahnärztlicher Behandlung beträgt zehn Euro je Quartal und Behandlungsfall; nach Paragraph 28 Abs. 4 SGB V hat der Behandler (Arzt/Zahnarzt) diese einzubehalten; sein Vergütungsanspruch gegenüber der Krankenkasse, der Kassenärztlichen oder Kassenzahnärztlichen Vereinigung verringert sich entsprechend. Erfolgt die Behandlung auf Überweisung, entfällt die Zuzahlung (gilt nicht bei Überweisung Arzt zu Zahnarzt oder umgekehrt). Damit beschränkt sich die Zuzahlung beim Arzt im Regelfall auf zehn Euro je Quartal. Bei einem Klinikaufenthalt fallen täglich zehn Euro für maximal 28 Tage pro Jahr an. Näheres   Kassengebühr / Praxisgebühr
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente werden von den Kostenträgern nicht mehr übernommen. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. So erstatten die Kassen die Kosten weiter, wenn Kinder und Jugendliche die Präparate erhalten. Außerdem solle gezahlt werden, wenn rezeptfreie Medikamente gegen schwere Erkrankungen helfen, wozu der GemBa eine Liste erstellt und aktualisiert. Zuletzt zahlten die Kassen für rezeptfreie Mittel, wenn ein Arzt sie gezielt verschrieben hat.
Für alle Versicherte gilt für alle Zuzahlungen gleichermaßen eine Belastungsgrenze in Höhe von zwei Prozent des Bruttoeinkommens. Den besonderen Bedürfnissen chronisch Kranker wird durch eine Überforderungsklausel von einem Prozent des Bruttoeinkommen im Jahr Rechnung getragen. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sind generell von allen Zuzahlungen befreit.
Nicht verschreibungspflichtige Arzneien muss der Patient selbst bezahlen. Fahrtkosten werden, bis auf wenige Ausnahmen, bei Wegen zu einer ambulanten Behandlung nicht mehr erstattet.
Einführung einer Patientenquittung: Die Versicherten erhalten auf Verlangen eine Kosten- und Leistungsinformation in verständlicher Form vom Arzt, Zahnarzt oder Krankenhaus.
Einführung einer "intelligenten Gesundheitskarte"
Möglichkeit der Wahl der Kostenerstattung für alle Versicherten: Alle Versicherten sollen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus die Möglichkeit zur Wahl der Kostenerstattung erhalten.
Einführung von marktwirtschaftlichen Elementen - sog. Bonustarife - in die Gesetzliche Krankenversicherung.
Es werden medizinische Versorgungszentren ("Polikliniken") zugelassen, in denen Patienten eine interdisziplinäre ( fachübergreifend) Zusammenarbeit von ärztlichen und nichtärztlichen Personen angeboten wird.
Inanspruchnahme von Gesundheitsberufen im Ausland: Gesetzlich Krankenversicherte erhalten künftig grundsätzlich die Möglichkeit, bei einem Aufenthalt in einem anderen Mitgliedsstaat der EU Gesundheitsberufe in Anspruch zu nehmen. Eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse ist nur bei Krankenhausbehandlungen erforderlich.
Kostenerstattung bei Inanspruchnahme nicht zugelassener Gesundheitsberufe im Inland: In Ausnahmefällen können Versicherte auch nicht zugelassene Leistungserbringer im Inland über Kostenerstattung in Anspruch nehmen, wenn dies zuvor von der Krankenkasse genehmigt wurde.
Verpflichtung der Ärzte zur Einführung eines Qualitätsmanagements: In den ärztlichen Praxen wird ein internes Qualitätsmanagement eingeführt. Sie werden dabei von den Kassenärztlichen Vereinigungen unterstützt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen veröffentlichen regelmäßig einen Bericht über diesbezügliche Aktivitäten.
Auf Bundesebene existiert ein Patientenbeauftragter. Dieser soll in unabhängiger und beratender Funktion die Weiterentwicklung der Patientenrechte unterstützen und Sprachrohr für Patienteninteressen in der Öffentlichkeit sein.
Fortbildungsverpflichtung der Ärzte: Alle (Zahn-)Ärzte und sonstige Gesundheitsberufe müssen durch kontinuierliche interessenunabhängige Fortbildung zur Qualitätssicherung beitragen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind verpflichtet, ihre Mitglieder auf die Einhaltung ihrer Fortbildungspflichten zu überprüfen, indem sie sich die Fortbildungsnachweise vorlegen lassen. Wer keinen Fortbildungsnachweis erbringt, muss Vergütungsabschläge hinnehmen. Wer sich der Fortbildung generell verweigert, muss mit dem Entzug der Zulassung rechnen ( Fortbildung).
Effizientere Wirtschaftlichkeitsprüfungen: In der Vergangenheit waren Wirtschaftlichkeitsprüfungen nicht ausreichend wirksam. Deshalb sollen Wirtschaftlichkeitsprüfungen künftig durch darauf spezialisierte Personen durchgeführt werden, die über das Ergebnis ihrer Prüfungen regelmäßig Rechenschaftsberichte ablegen. Stichprobenprüfungen und Auffälligkeitsprüfungen (bei Überschreitung einer Schwelle von 25 Prozent der vereinbarten Richtgröße oder bei sonstigen erheblichen Auffälligkeiten) bleiben nebeneinander bestehen.
Gründung eines Qualitätsinstituts
Professionalisierung der Kassenärztlichen Vereinigungen: Die Organisationsstrukturen der Kassenärztlichen Vereinigungen werden gestrafft, indem ein hauptamtlicher Vorstand eingerichtet und die Vertreterversammlung verkleinert werden; kleinere Vereinigungen (< 10.000 Mitglieder) werden aufgelöst. Soweit dem hauptamtlichen Vorstand niedergelassene Ärzte angehören, können diese eine ärztliche Nebentätigkeit in begrenztem Umfang ausüben.
Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen: Zur Bekämpfung von Fehlverhalten (z.B. Falschabrechnungen, Korruption; Tagesprofil) im Gesundheitswesen werden Krankenkassen und Kassenärztliche bzw. Kassenzahnärztliche Vereinigungen auf Landes- und Bundesebene verpflichtet, entsprechende Prüf- und Ermittlungseinheiten einzurichten.
Transparenz bei Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen: Krankenkassen und Kassenärztliche bzw. Kassenzahnärztliche Vereinigungen müssen künftig über die Verwendung der Mittel gegenüber ihren Mitgliedern Rechenschaft ablegen und ihre Verwaltungskosten gesondert als Beitragssatz- bzw. Umlageanteil ausweisen. Dazu zählt die Veröffentlichung der Vorstandsvergütungen einschließlich etwaiger Nebenleistungen und wesentlicher Versorgungsregelungen."
 Seit 1. Januar 2004 müssen die niedergelassenen Ärzte Patientendaten mit Diagnosen und ärztlichen Leistungen an die Krankenkassen melden. Grundlage dafür ist der mit dem GMG geänderte Paragraf 295 Absatz 2 SGB V, demzufolge die bisherige anonymisierte fallbezogene Abrechnung in eine versichertenbezogene geändert wurde - Krankenkassen können nun bei ihren Versicherten die
entsprechenden Diagnosen und ärztlichen Leistungen direkt zuordnen.

Apothekenspanne, Bürgerversicherung, Degression, Einzelleistungsvergütung, Gemeinsamer Bundesausschuss, GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011)GKV-WSG, Grünes Rezept, Kopfpauschale, Qualitätsinstitut, Sachverständigenrat, Tagesprofil, Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG), Zahnzusatzversicherung, Zuzahlung, Zuzahlungen_europäischer Vergleich
Bundesgesetzblatt Nr. 55 vom 19. November 2003 mit dem vollständigen Text als pdf-Dokument (1 MB; endgültige Fassung)
Agenda 2010 - Bittere Medizin für die Patienten
Vergleiche in Europa (© Bundesministerium)
Deutsche Gesundheitspolitik seit 1975 - Reformen über Reformen; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 12/2010
Das hat das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG '93) gebracht

Gesundheitsreform ab 2007 ; GKV-WSG - Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung, Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG)

Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz , GMG; engl.: Health Care System Modernisation Law, SHI-modernization act; Gesundheitsreform (ab 2004)

Gesundheitswesen
Gesundheitssystem in D, engl.: health care system in Germany;
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren zum 31. Dezember 2011 rund 4,9 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa jeder neunte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gab es 2011 rund 87 000 mehr Arbeitsplätze im Gesundheitswesen als 2010. Das entspricht einem Beschäftigungswachstum von 1,8 %.

Der positive Beschäftigungstrend der letzten fünf Jahre setzte sich damit auch 2011 weiter fort. Zwischen 2006 und 2011 wuchs die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um insgesamt 457 000 Personen oder 10,2 %. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es im Jahr 2011 wie in den Vorjahren vor allem in Gesundheitsdienstberufen (+ 45 000): Hier stieg beispielsweise die Zahl der Ärztinnen/Ärzte und der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger um jeweils 8 000. In den sozialen Berufen gab es 23 000 zusätzliche Stellen, die fast alle auf die Altenpflege entfielen. In den anderen Berufen des Gesundheitswesens (beispielsweise Verwaltungsfachleute und Reinigungskräfte) gab es 17 000 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr.

Im Jahr 2011 arbeiteten rund 2,2 Millionen Beschäftigte in der ambulanten und rund 2,0 Millionen Beschäftigte in der (teil-)stationären Gesundheitsversorgung. Weitere 700 000 Beschäftigte arbeiteten beispielsweise in der Verwaltung oder dem Gesundheitsschutz. In den ambulanten Einrichtungen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl gegenüber 2010 um 37 000: Mehr Beschäftigte gab es insbesondere in Praxen sonstiger medizinischer Berufe - hier arbeiten beispielsweise Physio- und Ergotherapeutinnen/-therapeuten (+ 17 000) - und in der ambulanten Pflege (+ 9 000). In den (teil-)stationären Einrichtungen stieg die Zahl der Beschäftigten insgesamt um 41 000. Hier gab es Zuwächse vor allem in der (teil-) stationären Pflege (+ 25 000) und in den Krankenhäusern (+ 16 000). Rückläufig waren die Beschäftigten in der Verwaltung. Hier gab es 3 000 Arbeitsplätzen weniger als im Vorjahr.

Von den 4,9 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren 43,9 % teilzeit- oder geringfügig beschäftigt. Die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, die so genannten Vollkräfte, lag im Jahr 2011 bei rund 3,7 Millionen. Sie erhöhte sich gegenüber 2010 um 59 000, das entspricht - wie bereits im Vorjahr - einem Anstieg von 1,6 %. Diese und viele weitere gesundheitsbezogene Daten finden sich auch unter der Adresse www.gbe-bund.de.

Die Gesundheitssysteme in Europa gleichen sich einander an. Motor dieser Harmonisierung auf niedrigem Niveau ist die Europäische Kommission, die vor allem den Wettbewerb präferiert. Sie zielt in ihren Aktionsbereichen unter anderem auf eine Verbesserung der Information zur Entwicklung der öffentlichen Gesundheit, die rasche Reaktion auf Gesundheitsgefahren und eine Koordination mit anderen Politikbereichen (Forschung, Umwelt, Statistik etc.) hin. Allerdings: Die EU-Osterweiterung stellt die europäischen Gesundheitssysteme vor die Herausforderung der Harmonisierung medizinische Leistungen in einem erweiterten Europa zu vergleichbaren Standards unabhängig von Nationalität und Ort. Unklar ist, wie es z.B. die neun neuen Beitrittsländer (ab 1.4.2004) schaffen sollen, nach einer Übergangsphase ein ähnliches Qualitätsniveau wie die Gesundheitssysteme der alten Mitgliedsstaaten zu erreichen. Unklar ist aber auch, wie dieses Qualitätsniveau überhaupt bewertet werden soll. Formuliert ist der Anspruch an die Gesundheitssysteme der EU-Länder in der Grundrechtscharta relativ allgemein: "Jede Person hat das Recht auf Zugang zur Gesundheitsvorsorge und auf ärztliche Versorgung nach Maßgabe der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten.

Der Europa-Gesundheitskonsumenten-Index sagt für 2008 (Quelle zm-online):
"Deutsche Medizin rutscht ab - "Phantastischer Zugang zu Gesundheitsleistungen - aber überraschend mittelmäßige medizinische Ergebnisse." So lautet das Urteil des Europäischen Gesundheitskonsumenten-Index, der in Brüssel veröffentlicht wurde.
Im Vergleich aller europäischen Länder rutscht Deutschland danach vom dritten auf den sechsten Platz ab, es erreicht 740 von 1.000 möglichen Punkten.
An der Spitze stehen die Niederlande mit 839 Punkten, gefolgt von Dänemark, Österreich, Luxemburg und Schweden.
Die höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf zwischen 4.300 und 4.500 Dollar jährlich leisten sich Norwegen, die Schweiz und Luxemburg - und nur Luxemburg landet davon in der Leistungsspitze.
Deutschland liegt mit knapp 3.400 Dollar auf Platz 8, nur wenig teurer ist die Versorgung in den Niederlanden, die dieses Jahr den Spitzenreiter bei der Konsumentenfreundlichkeit erreichen.
Deutschland hinkt dabei vor allem bei der Stärkung der Eigenverantwortung der Patienten hinterher, obwohl man bei den Wartezeiten zusammen mit Luxemburg und der Schweiz die besten Ergebnisse erzielte.
Ein Problem für Deutschland ist die hohe MRSA-Infektionsrate. "Deutschland sollte sein Hauptaugenmerk auf die Stärkung der Patientenrechte und Patienteninformation legen. Die nicht allzu positiven medizinischen Ergebnisse sollten verbessert werden", erklärte Dr. Arne Björnberg, Forschungsleiter des Europa-Gesundheitskonsumenten-Index.
Innerhalb von Europa gibt es erstaunliche Veränderungen: Estland hat binnen weniger Jahre einen steilen Aufstieg auf das Niveau von Frankreich und Finnland geschafft - bei noch bescheidenen Gesundheitsausgaben von unter 900 Dollar pro Kopf und Jahr.
Ungarn und Tschechien haben sich inzwischen vor Italien platziert. Weit abgeschlagen auf den unteren Plätzen landen Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien und Lettland. Sie geben fast alle weniger als 1.000 Dollar pro Kopf aus."

Bürgerversicherung, Gesundheitskosten, Zuzahlungen_europäischer Vergleich
statistische Zahlen des Gesundheitswesens in D
Agenda 2010 - Bittere Medizin für die Patienten
http://www.jobmaschine-gesundheitswesen.de/
WHO-Datenbank "Gesundheit für alle" mit zahlreichen europäischen Informationen (in Deutsch)
EU Manual of Dental Practice (in engl. ; 408 S.) oder ©: Council of European Dentists (CED)
Vergleiche in Europa (© Bundesministerium) ; Vergleich private Krankenversicherung - und Gesundheitsversorgungs-Systeme in Europa

 

 



Graphik: Deutsche Ärztezeitung



Zusammensetzung
Leistungsausgaben
der GKV
alte B.-Länder 2005



Zahnarztdichte, BRD, 2007



Zahnarztzahlen:
1992 - 2007



Beschäftigungs-
zahlen ZÄ im Vergleich mit anderen Berufen (2009)

Gewährleistung
"Garantie", Mängelhaftung, engl.: responsibility for treatment, warranty; gesetzlich (allgemein u. sozialrechtlich) geregeltes Verhalten für den Fall, dass bei der zahnärztlichen Leistung (z.B. Füllung, Zahnersatz) im Nachhinein ein Mangel auftritt. Eine G. nach SGB V entsteht zum einen aus dem formlos abgeschlossenen Dienstvertrag für die (zahn-)ärztliche Leistung (z.B. Versorgung mit einer Füllung), zum anderen aus dem Werkvertrag (beim Zahnersatz als eine Kombination von Dienst- und Werkvertrag) und schließt bei letzterem für die Zeit von 2 Jahren (bis 2002: 6 Monaten) die kostenlose Beseitigung von Mängeln ein. Wurde der Mangel vorsätzlich herbeigeführt, kann zusätzlich Schadenersatz verlangt werden.
Bei hergestellten Werken, die im Rahmen eines Werkvertrags entstanden sind, muss dem Zahnarzt allerdings zunächst Gelegenheit zur Nachbesserung (s. Link am Ende) gegeben werden.
Seit dem Gesundheitsstrukturgesetz von 1993 (mit Zusatzänderungen 2000; §§ 135,136 SGB V) gilt im zahnmedizinischen Bereich eine verschuldensunabhängige G. für 2 Jahre, d.h., der Patient muss nicht belegen, das ihn keine Schuld am Schaden trifft ("Der Zahnarzt übernimmt für Füllungen und die Versorgung mit Zahnersatz eine zweijährige Gewähr. Identische und Teilwiederholungen von Füllungen sowie die Erneuerung und Wiederherstellung von Zahnersatz einschließlich Zahnkronen sind in diesem Zeitraum vom Zahnarzt kostenfrei vorzunehmen. Ausnahmen hiervon bestimmen die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheitlich."). Ausnahmen von dieser juristisch problematischen Regelung (nach Verlassen der Zahnarztpraxis kann das Verhalten nicht mehr kontrolliert werden; z.B. wurde angeordnet, nach Legen einer Füllung für 2 Stunden nichts zu Essen, der Patient hält sich nicht daran und die neue Füllung ist bald defekt) sind am 13.12.1993 durch Schiedsspruch des Bundesschiedsamtes für die vertragszahnärztliche Versorgung festgelegt worden ( BMV-Z). So können Wiederholungsfüllungen innerhalb von zwei Jahren zu Lasten der Krankenkassen abgerechnet werden bei
Milchzahnfüllungen
Zahnhalsfüllungen, (Kennzeichnung bei Abrechnung mit "z" oder "7" (bzw. "47" oder "vz"))
mehr als dreiflächigen Füllungen,
Eckenaufbauten im Frontzahnbereich unter Einbeziehung der Schneidekanten,
Fällen, in denen besondere Umstände (z. B. Bruxismus oder Vorerkrankungen) vorliegen, die der Zahnarzt auf dem Krankenblatt festhält.
Wiederholungsfüllungen können nicht abgerechnet werden, wenn ein Verschulden des Zahnarztes festgestellt wird.
Für Zahnersatz heißt es:
"Die Antragsfrist bei dem Prothetik-Einigungsausschuss bzw. der zuständigen Stelle beträgt 24 Monate. Diese klären die Verschuldensfrage im Einzelfall."
Claridentis, Haftung, Haltbarkeit von Zahnersatz, Honorar, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), Verjährung
Nachbesserungsrecht bei Gewährleistung von Zahnersatz

Gewebekleber
"Kunststoffkleber", "Fibrinkleber", engl.: fibrin glue, tissue glue, fibrin seal; Kunststoffkleber auf Acrylsäurebasis ( z.B. 2-Octyl-Cyanacrylat) oder natürliches Fibrin zum Verschluss "bluttrockener" Hautwunden bzw. zur »Abdichtung« einer Naht; für flächenhafte Blutungen auch in Sprayform. Eine alleinige Anwendung zum Wundverschluss ist mit G. im Regelfall nicht möglich (2007).
Naht, Schleimhauttransplantat, Wundkleber

Gewerbesteuer
engl.: trade tax, local business tax; zu den Real- oder Sachsteuern zählende Abgabenart, welche ausschließlich den Gemeinden zu Nutze kommt. Da Freiberufler nicht als Kaufleute tätig sind, sind sie bisher von dieser Abgabe befreit. Dies wurde zuletzt im Mai 2008 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt: "... Die daraus resultierende Befreiung von der Gewerbesteuerpflicht ist unter anderem eine Gegenleistung für die Bereitschaft der Freiberufler, bestimmte Regelungen im Interesse der Allgemeinheit hinzunehmen und Leistungen der Daseinsvorsorge zu erbringen." ..." Zudem sei die von Gemeinden erhobene Gewerbesteuer als pauschaler Ausgleich für deren besonderen Infrastrukturlasten zu verstehen, die durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben verursacht werden, typischerweise aber nicht oder kaum durch Angehörige der freien Berufe"
Die G. trug mit einem Anstieg von 18,7 % auf netto 27,8 Mrd. € im Jahr 2006 wesentlich zum Anstieg der gesamten Steuereinnahmen der Kommunen um 11,6 % auf 60,6 Mrd. € bei.
Jede Kommune kann eigenständig durch Beschluss des Stadt- oder Gemeinderates das Ausmaß der Gewerbesteuer selbst bestimmen. Die Stellschraube dafür ist der Hebesatz, ausgedrückt in Prozent. Dieser Prozentsatz wird mit dem nach bundeseinheitlichem Procedere festgesetzten Gewerbesteuer-Messbetrag multipliziert und ergibt dann die zu zahlende Gewerbesteuer. Der Hebesatz ist Ausdruck der verfassungsrechtlich gebotenen Finanzautonomie der Gemeinden.
Zusätzlich zum steuerpflichtigen Gewinn sollen künftig bestimmte Kostenarten, etwa Mieten, Pachten, Zinsen für Fremdkapital und Leasingraten in die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer einbezogen werden. Die Hinzurechnungen sind umstritten, weil sie auch dann zur Besteuerung führen, wenn kein oder wenig Gewinn anfällt.

Der niedergelassene Zahnarzt übt einen freien Beruf aus. Seine Tätigkeit ist kein Gewerbe. Das gilt unabhängig davon, ob der Zahnarzt alleine, in Gemeinschaftspraxis oder in Praxisgemeinschaft tätig ist. Die Einkünfte sind steuerlich grundsätzlich als solche aus selbstständiger Tätigkeit zu behandeln. Eine G. entsteht daher grundsätzlich nicht für die zahnärztlichen Honorare, auch soweit sie im praxiseigenen Labor erwirtschaftet worden sind ( Umsatzsteuerpflicht). Es gelte jedoch Ausnahmen:

Freie Berufe, Prophylaxeshop, Umsatzsteuer, Vertragsarztrechtsänderungsgesetz
Muss die Rechnung dem Umsatzsteuergesetz entsprechen?

Gewürznelke , engl.: clove; probates Mittel in der Notfall-Zahnmedizin; Eugenol

GFK -Technik
Abk. von GlasFaserverstärkte Kunststoffe oder GlasFaser-Technologie für Konuskronen; von Prof. Körber (ehem. Kiel) entwickeltes Verfahren zur metallfreien Herstellung von Konuskronen ( Teleskopkrone); bisher keine Langzeiterfahrungen.
  Komposite,faserverstärkte, Targis Vectris,

Gilbert Krone
engl.: Gilbert's crown; historische Stiftkronenart: Verlötung eines die Wurzeloberfläche abdeckendes Platinkäppchens mit einem in den Wurzelkanal eingepassten Wurzelstift; anschließender Aufbau mit einem auf das Käppchen "aufgeschliffenen" Langstiftzahnes und Verblendung der palatinalen Fläche mit keramischer Masse
Stiftaufbau

Gilmore Reiter
engl.: Gilmore's "rider" (attachment)?; Steg-Gelenk-Verbindung bei einem vorgefertigten (Draht-)Steg. Historisch wurde als "Steg" zwischen zwei Kronen ein stabiler Golddraht verlötet, auf welchen der Rundung angepasste, federnde "Halbringe" Verbindungselemente - sog. "Gilmore Reiter" - griffen. Da diese der Teil waren, in welche "etwas hineingedrückt" wurde, bezeichnet man die G. auch als Matrizenteil.
Matrize, Steg

Gingiva
Zahnfleisch als ein Teil der Mundschleimhaut, engl.: gingiva, gum; bildet am Zahnhals den Abschluss des Zahnhalteapparates ( Parodontium), indem es mit dem Zahnschmelz bzw. -wurzelzement durch den sog. Epithelansatz verbunden ist und bewirkt so eine wirkungsvolle Abschottung des Körpers gegen Mikroorganismen ( Sulkus), was bei einer gesunden G. einen bakteriendichten Verschluss der Körperoberfläche bedeutet ( dentogingivaler Verschluss).
Der Gingivalsaum ("Zahnfleischrand") verläuft girlandenförmig über die einzelnen Zähne, ist durch den Epithelansatz ("Saumepithel") mit diesen verbunden und befindet sich 0,5 - 2 mm über (nach koronal) der Schmelz-Zement-Grenze.
Topographisch unterschieden wird die G. in 3 Bezirke (siehe 2. Abb.):
  • freie o. marginale Gingiva:
    sie liegt den Zähnen girlandenförmig an, ist ca. 1-2 mm breit und geht - getrennt durch die gingivale Furche (free gingival groove) - über in die
  • befestigte o. unbewegliche o. attached Gingiva:
    auch Gingiva propria; mit einer Breite - je nach Größe des Alveolarfortsatzes - von 1 - 10 mm. Sie ist fest mit der Unterlage verbunden und geht weiter wurzelspitzenwärts in die intensiver gefärbte, verschiebliche Mundschleimhaut (Alveolarmukosa) über - zum Gaumen hin ist dieser Übergang in eine Verschieblichkeit nicht vorhanden. Typisch für eine gesunde attached G. ist die mehr oder weniger ausgeprägte "Stippelung" (gingival stippling ; s. Abb.). Die unbewegliche Gingiva bildet eine Pufferzone zwischen der marginalen G. und der durch Muskelkraft beweglichen Lippen- und Wangenschleimhaut
    Diese Art von G. ist auch beim Implantationserfolg von großer Bedeutung: Beim Fehlen einer attached G. besteht ein zehnfach erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust ( biologische Breite, Osseointegration, Periimplantitis).
  • interdentale Gingiva
    liegt zwischen den einzelnen Zähnen und füllt den natürlichen Hohlraum fast vollständig aus; allerdings ist ihr Abschluss im Zahnzwischenraum nicht spitz (dies würde den Raum vollständig ausfüllen), sondern eingekerbt ("sattelförmig")

Histologisch aufgebaut ist die G. mit mehrschichtigem Plattenepithel (Unterteilung in Sulkusepithel, orales Epithel und Saumepithel), darunter liegen Bindegewebsstrukturen des supraalveolären Faserapparates.
Amalgamtätowierung, biologische Breite, Blanching-Test, Gingivablutungsindex, Gingivabreite, Gingivaformer, Gingivahyperplasie, Gingiva-Index, Gingivektomie, Gingivitis, Interdentalpapille, Melanosis, Miller-Klassen, Mundschleimhaut, parodontaler Biotyp, Parodontium, Periimplantitis, Pseudotasche, Schiller-Jodprobe, Stillmann-Spalte
Einteilung der Zahnfleischerkrankungen





die befestigte ("attached")
G. ist an der hellen Farbe zu erkennen



typische Stippelung der befestigten G.

Gingivaatrophie
"Zahnfleischschwund", engl.: gingival atrophy; altersbedingter oder durch Erkrankungen verursachter Rückgang des Zahnfleischs, sodass die Teile der Zahnwurzel mehr oder weniger sichtbar werden (die Zähne erscheinen "länger"). Parodontitis marginalis, "Parodontose", Rezessionen

Gingivabreite
engl.: gingival width; die Breite des Zahnfleischs in den verschiedenen Regionen der Mundschleimhaut mit einer Schwankung zwischen 1 und 9 mm; gemessen wird die Strecke vom Gingivarand bis zur Mukogingivalgrenze. "Im Oberkiefer ist die vestibuläre Gingiva meist am breitesten, im Frontzahnbereich und im Gebiet der Prämolaren an schmalsten. An der lingualen Seite des Unterkiefers ist die Gingiva im Frontzahnbereich am schmalsten und im Molarenbereich am breitesten. Ainamo et al. (1981) zeigten, dass die Gingivabreite mit dem Alter zunimmt. Sie ist bei 30- bis 40-Jährigen deutlich breiter als bei 20- bis 30-Jährigen. Da sich die Mukogingivalgrenze während des Lebens im Verhältnis zur unteren Grenze des Unterkiefers nicht verändert, dürfte die zunehmende Breite der Gingiva dafür sprechen, dass die Zähne im Laufe des Lebens infolge okklusaler Abnutzung langsam eruptieren (Ainamo und Talari 1976)". (aus www.blaues-haus-duesseldorf.de/download/ParodontundImplantat.pdf)
biologische Breite, parodontaler Biotyp,
Rezessionen

Gingivablutungsindex
nach Carter u. Barnes, engl.: Gingival Bleeding Index (GBI); in D wenig gebräuchlicher Index, der nach dem Reinigen mit ungewachster Zahnseide ("by bleeding following dental flossing") erhoben wird. Ausführlich (engl.) http://www.arcpoh.adelaide.edu.au/dperu/cpep/info/plaque.html
BOP

Gingivaformer
engl.: healing abutment, gum-moulder (former); in der Implantologie gebräuchliche kleine Schrauben, welche nach knöcherner Einheilung des Implantates und dessen spätere Schleimhaut-Freilegung (zweizeitige Implantation) in das Implantat geschraubt werden. Diese kleinen Schrauben bewirken, dass sich die umliegende Schleimhaut (Gingiva) optimal an die Implantate anlagert, den Implantatpfosten (der Teil, der frei in die Mundhöhle ragt) aber frei lässt. Eine Woche nach dieser Prozedur kann dann die eigentliche Abdrucknahme erfolgen, die sich nicht von den bekannten Abdrucknahmen ohne Implantation unterscheidet. Anwendung auch bei der einzeitigen Implantation, um die Schleimhaut bis zum Einsetzen der Suprakonstruktion (meist am gleichen Tag) zurückzuhalten.
Implantat

Gingivahyperplasie
Zahnfleischwucherung
, Gingivavergrößerung, fibromatosis gingivae, engl.: gingival hyperplasia; partielle oder vollständige Verdickung der Gingiva. Neben einer individuellen unbekannten Ursache hauptsächlich als medikamentöse Begleiterscheinung (z.B. Hydantoin, Phenytoin, Cyclosporine, Calciumantagonisten, Anabolika), wobei die sonst sichtbaren Zahnanteile zum Teil oder ganz bedeckt sein können. Die G. ist primär entzündungsfrei (s. Abb. oben). Durch die Ausbildung von Pseudozahnfleischtaschen und einer damit verbundenen erschwerten Mundhygiene treten rasch blutende Entzündungsherde auf (s. Abb. unten).
Ebenso können hormonell bedingte  Entzündungen ("Schwangerschaftsgingivitis"), schlechte zahnärztliche Versorgungen oder festsitzende kieferorthopädische Apparaturen gepaart mit einer schlechte Mundhygiene und tumorbedingte Einflüsse zu einer G. führen.
Neben Beseitigung der Ursachen ist, falls keine Besserung erfolgt, eine chirurgische Verkleinerung (Gingivektomie, Gingivoplastik) der Pseudozahnfleischtaschen nötig. Eine exzellente Mundhygiene (Professionelle Reinigung inklusive Scaling, häusliche Pflege) reduzieren das Hyperplasierisiko deutlich.

Gingiva, Gingivoplastik, Hyperplasie, Makrulie, Nifedipin, Papillon-Lefèvre Syndrom
Die Behandlung einer Gingivavergrößerung (2014)



medikamentenbedingte
G. ( Hydantoin)



Wucherung der Gingiva
infolge schlechter
Mundhygiene bei
schlecht passenden
künstlichen
Zahnkronen

Gingiva-Index
Gingivaindex nach Loe und Silness, GI, engl.: Loe's and Silness' gingival (disease) index; eine Maßzahl für den Zustand des Zahnfleischs. Neben den sichtbaren Symptomen wird vor allem die Blutungsneigung beim Manipulieren mit der WHO-Sonde an 3 Messpunkten/bestimmten Zahn gemessen. Man unterscheidet 4 Grade:
  • Grad 0 = normale Gingiva (beim Erwachsenen selten vorkommend)
  • Grad 1 = keine Blutung bei Berührung mit der WHO-Sonde, leichte Entzündung mit leichten Farbveränderungen, leichte Schwellung (Ödem), keine subjektiven Beschwerden
  • Grad 2 = mäßige Blutung beim Manipulieren (Abstreichen) mit der WHO-Sonde, Rötung, bedingt durch eine mäßige Entzündung, sichtbares Ödem (s. Abb. unten)
  • Grad 3 = Spontanblutungen aus der Gingiva, schwere Entzündung mit ausgeprägter Rötung und Ödembildung, Eiterungen, deutlich faulig-eitriger Geruch

Weitere Indizes - sog. Gingivaindizes - berücksichtigen ebenfalls meist die erhöhte Blutungsneigung der erkrankten Gingiva beim Sondieren und weniger die die Erkrankung verursachenden Beläge.

Belagsindex, BOP, CPITN, Gingiva, Gingivablutungsindex, Gingivitis, Index, Mundhygiene-Status, Periodontal Disease Index, Sulkus-Blutungs-Index (SBI)


Silness-Loe Index (6 Messpunkte in einem Gebiss)

 

 

 


gingival ; engl.: do.; zum Zahnfleisch gehörend, das Zahnfleisch betreffend, zum Zahnfleisch hin

gingivale Lagerung,  "gingivale Abstützung", engl.: gingival support; Abstützung

Gingivalrandschräger
Gingivarandschräger, Randschräger, Schmelzmeißel, engl.: margin trimmer, enamel cleaver; Handinstrumente zum Glätten der gingivalen Schmelzränder nach einer Präparation (meist) bei Kavitäten der Black-Klasse II. Die Klinge des abgewinkelten Instruments hat zum Handgriff hin einen Winkel von ca. 100° bei mesialen und von ca. 170° bei distalen Kavitäten.
Finieren, Präparation


©: der Grafik
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Gingivarandschnitt
Marginalschnitt, Zahnfleischrandschnitt, engl.: gingival margin incision (outline); gewebeschonende Schnittführung im Boden der Zahnfleischtasche durch das Epithel, die Submukosa und das Periost hindurch direkt auf den Kieferknochen. Vorteil dieser Schnittführung ist die nur geringe Schädigung der empfindlichen Interdentalpapille und eine gute Wiederherstellung der marginalen Situation nach Abheilung. Von Vorteil ist weiter eine gute Übersicht des Operationsgebietes und eine gute Reponierbarkeit nach dem Eingriff.

Gingivalsaum
marginale Gingiva, Gingivarand, Zahnfleischsaum, Margo gingivalis, engl.: gingival margin; girlandenförmig verlaufender Übergang des äußeren Saumepithels in die befestigte Gingiva ohne scharfe Grenze. Vom Gingivarand her wird die Zahnfleischtaschentiefe gemessen und in Millimeter angegeben
Amalgamtätowierung, Gingiva, Gingivitis, Schwermetallsaum, Stillmann-Spalte


entzündeter G. =
Gingivitis

Gingivaprotektor , engl.: gum protector; Kofferdam

Gingivaretraktion
temporäre, engl.: temporary gingival retraction; mit dem Ziel einer exakten Darstellung des Endpunktes einer Präparation vor einer Abdrucknahme, wenn dieser innerhalb der Zahnfleischtasche (subgingival) liegt. Zur Anwendung kommen folgende Methoden:
Einlegen von Fäden oder Ringen, mit oder ohne chemischen Zusatz ( Retraktionsfaden)
elektro- oder radiochirurgische Methoden
indirekte Verdrängung durch provisorische Kronen oder spezielle Hülsen
chemisch-mechanische Verfahren ( z.B. Expaxsyl o. Magic FoamCord)
Abdruck, Eisensulfat, Präparationsgrenze
Weichgewebsmanagement bei der Abformung präparierter Zähne

 


Gingivarezession
Zahnfleischrückgang, Zahnfleischschwund
, engl.: recession (shrinking) of the gums; biologische Breite, Gingivaatrophie, Miller-Klassen, Piercing, Rezessionen

Gingivatransplantat , engl.: gingival graft; Schleimhauttransplantat

Gingivektomie
Zahnfleischentfernung
, engl.: gingivectomy; chirurgische Zahnfleischabtragung bei Zahnfleischerkrankungen zur Verkleinerung der supraalveolären Zahnfleischtasche, insbesondere bei Gingivahyperplasien; meist in Kombination mit anschließender Gingivoplastik durchgeführt. Unterschieden wird in:
externe G., welche als alleinige Maßnahme die gewucherte Gingiva vollständig entfernt ( Exzision), und
interne G. im Zusammenhang mit parodontalen Zahnfleisch-Lappenoperationen. Hierbei wird das innere Epithel ("Taschenepithel") mit dem anhaftenden Eitergewebe entfernt, ohne dabei das Zahnfleisch insgesamt zu kürzen ( überempfindliche Zähne)
Neben der konventionellen Abtragung mittels Skalpell, kann die G. auch mit elektrochirurgischen Instrumenten (Elektrotom, HF-Chirurgie) oder mit Lasertechniken erfolgen.
Gingiva, Gingivoplastik, Parodontalchirurgie, Parodontalverband
http://www.dgparo.de/content07/pdf/glossar/29.pdf

Gingivitis
Zahnfleischentzündung
, Ulitis; engl.: do. or inflammation of (the) gums (gingivae); oberflächliche Entzündung des Gingivalsaums  mit einer Ablösung des Saumepithels von der Zahnoberfläche unterschiedlicher Ursache:
infektiös, durch bakterielle Entzündungen, meist durch mangelnde Mundhygiene ("Schmutzgingivitis"); häufigste Ursache. Im Zuge der Plaqueausdehnung nach subgingival kommt es zu Entzündungen mit Zahnfleischbluten und Bildung von Zahnfleischtaschen. Parodontale Strukturen (Alveolarknochen und Desmodont) sind von der Entzündung nicht betroffen. Der Schweregrad ist durch die Plaquemenge und die bakteriellen Stoffwechselprodukte bestimmt. Dabei Verschiebung der natürlichen Bakterienflora (überwiegend grampositive Kokken und aerobe Verhältnisse) zu gramnegativen Stäbchen und anaeroben Verhältnissen.
mechanisch, durch Zahnstein, zerstörte Zähne, nicht korrekt angepasste zahnärztliche Arbeiten (Füllungs- o. Kronenränder; Randschluss)
hormonell, z.B. in der Schwangerschaft ("Schwangerschaftsgingivitis", Parodontitis u. Schwangerschaft), Pubertät ( Pubertätsgingivitis), Reaktion auf nicht abgestimmte Ovulationshemmer
medikamentös, als Begleiterscheinung von Pharmaka, wie Nifedipin, Phenytoin
toxisch, z.B. durch Schwermetallvergiftungen ( Bleisaum, Quecksilbervergiftung)
Begleiterscheinung einer allgemeinen Erkrankung; Gingivitis als Begleitsymptom

Anzeichen einer G. sind ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, welches bei mechanischer Beanspruchung (z.B. beim Zähneputzen, Essen wie "Biss in den Apfel") spontan zu bluten beginnt und ein übler Mundgeruch/-geschmack. Nach Entfernung der Störfaktoren (Entfernung der Plaque durch gründliches Zähneputzen oder durch eine zahnärztliche Behandlung, ( PZR) bildet sich die G. relativ rasch zurück; unbehandelt geht sie - je nach individueller Immunitätslage - in eine Parodontitis über, wobei hier nicht mehr die Mundhygienefaktoren sondern eine übersteigerte Entzündungsreaktion mit der Freisetzung von gewebeauflösenden Substanzen die Hauptrolle spielt.
Nach dem experimentellen Gingivitis-Modell von Löe (1965) zeigt sich, dass nach 7-10 Tagen Verzicht auf jegliche Mundhygiene die Plaque "gereift" ist, klinische Entzündungszeichen treten dann nach 2-3 Wochen auf.
Die G. ist weltweit bei Kindern wie auch bei Erwachsenen mit einer Prävalenz zwischen 60 und fast 100 Prozent anzutreffen und gilt neben Karies als eine der weit verbreiteten Infektionserkrankungen. Bekannt ist weiterhin, dass ca. 13% der Menschen "Gingivitis-Resistent" sind.
Special: Einteilung und Erscheinungsbilder von Zahnfleischerkrankungen
Special: Einteilung der Zahnfleischerkrankungen (international)
Behandlung in der SchwangerschaftGingiva, Kamille, Mukositis, Parodontitis, Periodontal Disease Index, Plaut-Vincent Angina, Schwangerschaftsgingivitis, Zahnfleischnische http://www.gaba-dent.de/dental_profi/gingivitis.html
Video


ausgedehnte G. durch
mangelnde Zahnpflege ...


... Blutungen beim leichten
Berühren

 



Gingivitis ulcerosa

Gingivitis
(Parodontitis) als Begleitsymptom, gingivoparodontale Manifestation (systemischer Erkrankungen). engl.: gingivitis as concomitant symptom (of systemic illnesses); einer allgemeinen Erkrankung ("Zahnfleisch als Spiegel des Körpers") ist bei vielen Allgemeinerkrankungen anzutreffen; sie lassen sich grob unterteilen in:

Eine Nichtbehandlung der Grunderkrankung - was häufig nur schwer oder gar nicht möglich ist, lässt die Gingivitis in eine Parodontitis oder in Mischformen Gingivitis/Parodontitis übergehen.
Gingiva, Gingivitis, Einteilung der Zahnfleischerkrankungen, Leichttherapie, Morbus Crohn, Sondierungsblutung, Überkonturierung

Gingivoplastik
Zahnfleischplastik, engl.: gingivoplasty; chirurgisch-modellierende Formung des Zahnfleisches im Sinne einer Wiederherstellung natürlicher Formen zur Erleichterung der Mundhygiene und der Ästhetik ("rosa Ästhetik"). Hierzu kommen konventionelle Instrumente und in jüngerer Zeit verstärkt HF-chirurgische und Laser-Verfahren zum Einsatz
Gingivahyperplasie, Gingivektomie, Parodontalchirurgie

Gips
Kalziumsulfat (CaSO4), Hartgips, engl.: gypsum, hard stone plaster. Viel verwendetes Grundmaterial - in der Natur als Dihydrat (Ca[SO4] • 2 H2O) meist in weißer Farbe vorkommend ("Marienglas"). Verwendung zur Herstellung zahntechnischer Arbeiten ( Gipsmodell, Sägemodell) und (veraltet) zahnärztlicher Abdrücke.
Durch Erhitzen (> 107°C) geht der in der Natur gewonnene G. in ein Halbhydrat, den sog. Stuckgips, über: Hemihydrat (es gibt α-Hemihydrat, das durch nasses Brennen entsteht und großkristallin ist, und β-Hemihydrat, welches durch trockenes Brennen entsteht und kleinkristallin ist) und Anhydrit (ohne zahnmedizinische Bedeutung, totgebrannt). Wird dieser oberhalb 200°C unter Druck weiter "verbrannt", entstehen die sog. Hartgipse.
Einteilung in Gips-Klassen:
Klasse Ι: Abdruckgips = β-Hemihydrat mit Zusätzen
Klasse II: Alabastergips = β-Hemihydrat = Weißgips
Klasse ΙII: Hartgips = α-Hemihydrat
Klasse IV : Spezialhartgips ("Stone") = α-Hemihydrat mit Zusätzen (z.B. NaCl, Borax, usw.) für Zahnkränze
Da besonders die festsitzenden Zahnersatzarbeiten mit einer Präzision im tausendstel Millimeterbereich gearbeitet werden müssen ( Randschluss), hat die Qualität der G. bei der Arbeitsmodellherstellung eine entscheidende Bedeutung. Mängel welche Arbeitsmodelle bedingt durch die Eigenart des G. haben können, wie zu geringe Härte, Sprödigkeit, Abbindeexpansion, Lösbarkeit durch Wasser, können durch sorgfältige Auswahl und exakte Verarbeitung des Werkstoffes auf eine tolerable Größe reduziert werden. Die vereinzelt verwendeten Modellmaterialien aus Kunststoff sind den G. vor allem wegen einer Schrumpfung bei der Abbindung (= Polymerisationsschrumpfung) deutlich unterlegen.
Einbetten, Gipsabformung, Modell, Sägemodell
"Die 10 Gipsgebote"

Gipsabformung
Gipsabdruck, engl.: plaster impression; historische, heute nur noch selten angewandte Abdruckart (zuweilen bei Registrierungen als "Gipsverschlüsselung") mit sog. "Abformgips". Diese rosa eingefärbte Gipsart - meist Alabastergips - ist schnell-abbindend und weist durch zugesetztes Talkum und Geschmacksstoffe nur eine geringe Härte auf. Nach Abbinden wird der Gipsabdruck mit einer Gipszange im Mund zerbrochen und außerhalb des Mundes mühevoll mit Klebewachs wieder zusammengesetzt.
Abdruck, Gips

Giromatic ®
engl.: Giromatic (Contra Angle);  bekanntes Winkelstück zur maschinellen Wurzelkanalaufbereitung; seit 1964 auf dem Markt. Es erfolgt eine alternierende Vierteldrehung abwechselnd in beide Richtungen (= reziproke Rotation um 90°)  3.000 Mal pro Minute, d. h. ca. 20 Mal schneller als mit der Hand.
http://www.micro-mega.com/

GIZ , Glasionomerzement

G-Klammer
in der Aufsicht einem "G" entsprechende Klammerart, wobei die Abstützung auf der mesialen Okklusionsfläche des Zahnes liegt. Sie wirkt als indirekte Verlängerung des Prothesensattels.

GKV , Gesetzliche KrankenVersicherung

GKV-Finanzierungsgesetz
GKV-FinG
, zum Jahresbeginn 2011 in Kraft tretendes weiteres "Gesundheitsreformgesetz". Damit soll die Umwandlung in ein wettbewerblich geprägtes Gesundheitssystem in der Gesetzlichen Krankenversicherung vollzogen werden. Zugleich beginnt mit der Einführung einkommensunabhängiger Zusatzbeiträge (auch Sozialhilfeempfänger müssen einen von ihrer Krankenkasse erhobenen Zusatzbeitrag zahlen) der Einstieg in ein neues Finanzierungssystem. Mit dieser Reform kann der Krankenkassen-Zusatzbeitrag einkommensunabhängig und in beliebiger Höhe erhoben werden, soziale Härten sollen durch einen Sozialausgleich aufgefangen werden.
So gilt ab 2011 für Versicherte: der allgemeine Beitragssatz der Krankenkassen soll ab Januar 2011 um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5% steigen (dies bringt den Krankenkassen alleine 2011 sechs Milliarden Euro zusätzlich). Zusätzlich haben Krankenkassen die Möglichkeit, Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe von den Versicherten zu erheben, die diese allein tragen müssen – ohne Beteiligung der Arbeitgeber. Um eine finanzielle Überforderung Einzelner zu verhindern, wird ein Solidarausgleich geschaffen. Dieser greift, wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Prozent des Einkommens übersteigt.
Versicherte, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt, haben dafür wieder schneller die Möglichkeit, in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Seit 2007 beträgt die Wartefrist vor einem Wechsel drei Jahre, zukünftig wieder ein Jahr.
Komplettiert wird das Reformpaket von kurzfristig greifenden Kostendämpfungsmaßnahmen in allen Sektoren. Z.B: Bei den Zahnärzten wird die Gesamtvergütung für vertragszahnärztliche Leistungen ohne Zahnersatz in 2011 um 0,9% und 2012 um die um 0,5%-Punkte verminderte Grundlohnsummenrate steigen. Zudem wird der bestehende Ost-/West-Unterschied bezüglich der Höhe der Vergütung zahnärztlicher Leistungen (ohne Zahnersatz) in den nächsten beiden Jahren zur Hälfte angeglichen; weitere Anpassungsschritte bleiben den Krankenkassen vorbehalten.


Beitragssätze GKV 2009

Die Regelungen im Detail:

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG), Festbeträge von Arzneimittelpreisen

GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz
GKV-FQWG; Kabinettsentwurf zur Gründung eines neuen ==> Qualitätsinstitutes

GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) ; Gesundheitsreform ab 2004

GKV-Versorgungsstärkungsgesetz - (GKV-VSG)
2014 als Referentenentwurf vorliegendes Sozialgesetz zur Stärkung der Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel ist die gesundheitliche Sicherstellung an die sich wandelnden Anforderungen an das Gesundheitssystem anzupassen. Soll das GKV-Versorgungsstrukturgesetz ablösen.
Scharfe Instrumente für die Selbstverwaltung (Ärztezeitung, 10-2014)

GKV-Versorgungsstrukturgesetz - GKV-VStG
ab 2012 geltendes Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Eckpunkte sind eine Neuordnung der Bedarfsplanung, eine Regionalisierung der Honorarpolitik für die Vertragsärzte und eine Entschärfung von Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Bei Neugründungen von Medizinischen VersorgungsZentren (MVZ) muss der (zahn-)ärztliche Leiter eines MVZ als Vertrags(zahn)arzt tätig gewesen sein.
Dies Gesetz soll durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz - (GKV-VSG) abgelöst werden.
ausführliche Darstellung durch die Deutsche Apotheker- u. Ärztebank (©)

GKV-WSG
Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung, engl.:?; im April 2007 erlassenes, erneutes Gesetz zur Strukturverbesserung des Gesundheitswesens in D. Das umstrittene Gesetz, welches "Schritt für Schritt" in Kraft treten soll, bringt Veränderungen in folgenden Kernbereichen:
• Einführung einer Krankenversicherungspflicht für alle
Erstmals in der deutschen Sozialgeschichte besteht ab dem 1. Januar 2009 für alle Einwohnerinnen und Einwohner die Pflicht, eine Krankenversicherung abzuschließen, wenn kein ausreichender anderer Schutz besteht. Dies gilt gleichermaßen für die gesetzliche wie die private Krankenversicherung. Für Versicherte, die dem GKV-System zuzuordnen sind, gilt die Versicherungspflicht bereits ab dem 1. April 2007. Versicherte, die dem PKV-System zuzuordnen sind, können sich ab dem 1. Juli 2007 ohne Risikoprüfung und -zuschläge wieder privat versichern. Die Versicherung erfolgt zunächst im Standardtarif (ab 1. Januar 2009 Basistarif) zu erheblich verbesserten Bedingungen (Sicherstellung der Versorgung, Kontrahierungszwang, keine Risikozuschläge). Die vom BMG geschätzten 200 000 bis 300 000 Nichtversicherten sollen so in die gesetzlichen und privaten Kassen zurückkehren können. Bis Ende 2007 machten allerdings nur 43.000 Bürger davon Gebrauch.
• Reform der Versorgungsstrukturen und der Kassenorganisation
Kassen können viel stärker als bisher ihre Möglichkeiten zur Vertrags- und Tarifgestaltung nutzen, um Kosten zugunsten ihrer Versicherten einzusparen. Die Reform zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Krankenkassen zu erweitern, den Versicherten entsprechend der unterschiedlichen Präferenzen differenzierte und qualitativ hochwertige Angebote zu machen (ausführlich unter : Fundament der neuen Gesundheitsversicherung als PDF-Dokument oder unter © Bundesministerium für Gesundheit)
• Reform der Finanzierungsordnung
Ab 2009 gilt für gesetzlich Versicherte ein bundesweit einheitlicher Beitragssatz. Reicht dieser nicht aus, können Kassen eine Zusatzprämie erheben, deren Höhe begrenzt ist. Ausführlich unter : Fundament der neuen Gesundheitsversicherung als PDF-Dokument oder unter © Bundesministerium für Gesundheit
• Reform der privaten Krankenversicherung
Ab dem 1. Januar 2009 müssen die Unternehmen der privaten Krankenversicherung einen Basistarif anbieten. Es besteht Kontrahierungszwang, Risikozuschläge oder -ausschlüsse gibt es im Basistarif nicht. Der Basistarif muss in seinem Leistungsumfang dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sein und darf den GKV-Höchstbeitrag nicht überschreiten. Ab dem 1. Januar 2009 können alle freiwillig in der GKV Versicherten innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach Beendigung der Versicherungspflicht in den Basistarif wechseln. Ausführlich unter : Fundament der neuen Gesundheitsversicherung als PDF-Dokument

Für den zahnärztlichen Bereich ergeben sich vielfältige Änderungen; nachfolgend sind die wichtigsten kurz dargestellt:

Das GKV-WSG im Wortlaut als PDF-Dokument
Agenda 2010 - Bittere Medizin für die Patienten
GKV-Finanzierungsgesetz (ab 2011), Konvergenzklausel
Deutsche Gesundheitspolitik seit 1975 - Reformen über Reformen; ©: Niedersächsisches Zahnärzteblatt 12/2010

Glabella
vom lat. glaber = glatt, engl.: do., Bereich zwischen den Augenbrauenbögen. Es ist dies die unbehaarte Stelle zwischen den Augenbrauen und wird auch als "Stirnglatze" bezeichnet; benutzt als kephalometrischer Messpunkt. An der G. orientieren sich die:
Glabellaebene: Frontalebene, welche durch die G. verläuft
Glabellasenkrechte: senkrechte Linie durch den Glabellapunkt auf die Frankfurter Horizontale. Als Profil-Ideal sollte die Oberlippe ventral dieser Linie liegen. http://miami.uni-muenster.de/
Metopion, Ophryon

Glandula , Drüse, engl.: do. o. gland; Speichel

Glanzbrand
engl.: final firing; letzter Brand bei Keramikarbeiten, welcher für eine glatte Oberflächenstruktur und eine entsprechende Lichtreflexion sorgt - im Gegensatz dazu reflektieren Keramikarbeiten ohne G. das auffallende Licht durch Streureflexion nur diffus - der Zahnersatz wirkt "tot".
Keramik

Glanzgold
Frankfurter; Deckgold, spezielles Lösen von Goldverbindungen in ätherischen Ölen und organischen Lösungsmitteln. Einsatz als feuerfestes Dekor für Porzellan, Keramik und Glas; in der ZHK als Abdeckung nach dem Oxidbrand bei der Metallkeramik, um der grau-schwarzen Oberflächenstruktur eine bessere Tiefenfarbwirkung zu geben.

Glasfaserverstärkte Komposites, GVK, engl.: fiber reinforced composites; Komposites, faserverstärkte, Targis Vectris

Glasionomerzement
GIZ, (Glas-)Polyalkenoatzement, engl.: glass ionomer cement; Zusammensetzung grundsätzlich aus einer Flüssigkeits- und einer Pulverkomponenten, welche beim Vermischen via "Säure-Base-Reaktion" aushärten. Das Pulver bestehet aus gemahlenem, fluoridhaltigem, aluminiumreichen Silikatglas; die bis zu 50 % wässrigen Lösungen aus Polycarbonsäuren (früher: Polyacrylsäure, heute Acryl-, Methacryl-, Itacon- oder Maleinsäure) und Wasser. Bei relativ unproblematischen Verarbeitungseigenschaften besteht - auch bei den Modifikationen - nur eine eingeschränkte Biegefestigkeit und somit Tauglichkeit als Füllungsmaterial. Unterteilung in:
konventionelle GIZ
konventionelle GIZ mit antibakteriellen Eigenschaften
metallverstärkte GIZ (Cermetzemente)
stopfbare (hochvisköse) GIZ
lichthärtende, kunststoffmodifizierte GIZ (Hybridionomere)

Haupteinsatzgebiet
: bei Klasse V Kavitäten (Zahnhalsfüllungen) und für herkömmliche Klasse III Kavitäten, wenn die Ästhetik nicht entscheidend ist, sowie als provisorisches Füllungsmaterial. Nicht geeignet für Klasse II u. IV Kavitäten. In der Kinderzahnheilkunde als befriedigender Amalgamersatz ( Behandlung von Milchzähnen).
Beim Abbinden von G. tritt eine Reaktion der freigesetzten Aluminium- und CalciumIonen mit der Polysäure zu einer "vernetzten" Matrix (= Ionomer; Ionomere sind allgemein Salze organischer Polysäuren. Dabei bewirken die mehrwertigen Metallionen eine Vernetzung) auf. Weinsäure kann in diesem Prozess eine Beschleunigung der Abbindereaktion bewirken.
Durch Ionenaustausch mit der Zahnhartsubstanz entsteht eine chemische Verbindung mit der Zahnhartsubstanz (über die Carboxylgruppe der Säure, 2-4MPa), was eine gute Haftung des Materials an der Zahnsubstanz bewirkt. Obwohl GIZs eine chemische Bindung zur Zahnhartsubstanz eingehen, erreichen sie im Allgemeinen nur geringere Haftwerte als Komposite, die mit Hilfe der aufwendigen Adhäsivtechnik verarbeitet werden. Eine besondere kariesverhindernde Wirkung der GIZ dann, wenn der Pulveranteil Fluoride enthält (sog. Depotwirkung), konnte im Gegensatz zu werbenden Aussagen der Industrie bei in vivo Studien bisher auf Dauer nicht überzeugend festgestellt werden (der Höhepunkt der Fluoridabgabe wird nach 24 Std. erreicht; danach geht er kontinuierlich zurück). Die GIZ sind von der Kosmetik her noch akzeptabel, lassen sich aber wegen der große Partikelgröße der Silikatteilchen nur unbefriedigend polieren. In der Literatur wird die Lebensdauer von GIZ mit ca. 2 - 4 Jahren angegeben. Eine Art Weiterentwicklung der GIZ stellen harzmodifizierte bzw. kunstoffmodifiziert eGIZss ("Hybridionomere") und die Kompomere dar. Neueren GIZ-Befestigungszemente sind vornehmlich kunstoffmodifiziert, daraus resultiert eine Unverträglichkeit mit Eugenol.

Konventionelle GIZ mit antibakteriellen Eigenschaften: Die antibakteriellen Eigenschaften von GIZ sind bei Zusatz von CHX-Puder deutlich erhöht. Bei der Verwendung von CHX-Diacetate in 1%-iger Konzentration werden auch optimale physikalische Verbundeigenschaften erzielt.
Metallverstärkte GIZs - sog. Cermet-Zemente (abgeleitet von ceramic metal; z.B. Ketac-Silver®) - zeigen höhere Festigkeitswerte und eine bessere Radiopazität; sie werden bei Stumpfaufbauten und Milchzahnfüllungen eingesetzt.
Stopfbare GIZs werden aufgrund ihres chemischen Verbundes zur Zahnhartsubstanz häufig in der Füllungstherapie an Milchzähnen an Stelle des umstrittenen Amalgams eingesetzt. Das Handling ist leichter, die Polierbarkeit ist trotz verkleinerter Korngröße immer noch schlecht. Weiterer Einsatz bei der ART-Technik.
Da die GIZs in ihren mechanischen Eigenschaften modernen Kompositen jedoch deutlich unterlegen sind, wurden kunststoffmodifizierte GIZs bzw. Resin-modifizierter GIZs  (rmGIZ), die die Vorteile beider Werkstoffe vereinen sollen, entwickelt (z.B.Photac-Fil™, ESPE, Fuji II LC™). Das Pulver ähnelt dem der konventionellen GIZ, aber an die Polyacrylsäureketten wurden Methacrylatgruppen, insbesondere HEMA, oder andere relativ hydrophile Gruppen angefügt. Jedoch setzen die meisten rmGIZ noch weniger Fluorid frei als konventionelle Produkte (Wechselwirkung zwischen Polyacrylsäure-Ionen und der Kunststoffmatrix). Von Nachteil ist auch die höhere Abbindeschrumpfung. Die größte Stabilität wird bei den rmGIZ erreicht, wenn sie in Verbindung mit Adhäsivsystemen eingesetzt werden (z.B. das GIZ-basierte Fuji Bond LC® von GC International). Bei den lichthärtenden modifizierte GIZ-Varianten besteht zudem der Vorteil, dass die Abbindung schneller erfolgt - ein Vorteil vor allem im Milchgebiss, wo ein Trockenhalten des Füllungsgebiets manchmal nur schwer möglich ist.
So wertvoll GIZs bei der Befestigung von Restaurationen und in der Füllungstherapie bei Zahnhals- und Milchzahndefekten sein können - zur Fissurenversieglung sind sie weniger geeignet. Keineswegs sind sie als Amalgamalternative zu gebrauchen.
Der Einsatz von Ultraschall und die dadurch bedingte Hitzeentwicklung (um bis zu 13°C erhöht) während des Abbindens von GIZs verleiht diesen anscheinend günstigere physikalische Eigenschaften im Bezug auf deren Druckfestigkeit.
Durch Bleaching-Maßnahmen werden GIZs - im Gegensatz zu früheren Meldungen - in ihrem Abrasionsverhalten nicht noch zusätzlich geschwächt.
Special: Füllungen auf Zahnwissen.de
Amalgamalternativen, Behandlung von Milchzähnen, Fissurenversiegelung, Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen, Ionomere, Ketac-Silver, Komposite, Sandwichfüllung, Varnish

Glaskeramik
Glasskeramik
, Bioglas, engl.: glass ceramics; Oberbegriff für Composite-Werkstoffe aus Glas und Kristallen; mineralische Massen, die im geschmolzenen Zustand als Glas vorliegen und während der Abkühlphase aus dem Kalifeldspat des Glases Kristalle bilden. Sie werden aus Glasschmelzen durch gesteuerte Kristallisation (durch eine spezielle Temperaturbehandlung werden die Glasschmelzen in einen  zum Teil polykristallinen und teils glasigen, keramischen Zustand überführt) hergestellt. Als Hauptbestandteile werden Lithiumoxid-, Aluminiumoxid- und Siliciumoxid eingesetzt. Daher werden G. auch als LAS-Systeme bezeichnet. Im Gegensatz zum Glas besitzen G. ausgezeichnete Thermoschockeigenschaften.
Seit Ende der 80er Jahre werden synthetische Glaskeramiken in der ZHK eingesetzt. Hauptsächlicher Einsatz in der Fräs-, Press- und Schleifkeramik.
Empress, Keramik, Keramiksysteme, Presskeramik
http://www.freidok.uni-freiburg.de/

Glaszähne
engl.: hereditary opalescent dentin, Capdepont's disease, Capdepont-Hodge syndrome; Schlagwortbezeichnung für transparent (bläulich) erscheinende Zahnkronen infolge einer Störung de Dentinbildung.
Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie, Dentinogenesis imperfecta, Zahnentwicklungsstörungen

Glattflächen
der Zähne
, engl.: smooth surfaces (of teeth); Bezeichnung für die Außen- und Innenflächen der Zähne die nur wenig oder gar nicht von Fissuren/Höcker durchsetzt sind. Die G. sind, da der natürlichen und mechanischen Reinigung optimal zugänglich, selten von Karies befallen.
Bäckerkaries, Zahnflächen


Glattflächenversiegelung
Versiegelung des Bracketumfeldes bei einer kieferorthopädischen Behandlung, engl.: smooth surfaces sealing; präventiver/therapeutischer Verschluss der Glattflächen von Zähnen mit einem dünnfließenden Kunststoff (z.B.: Light Bond™ Reliance). Hauptsächlich angewandt bei einer kieferorthopädischen Multibandbehandlung, da hier bei nicht besonders gründlicher Mundpflege Entkalkungen der durch die Apparatur bedeckten Zahnflächen (i.d.R. der Labialflächen) ein gravierendes Problem darstellen.
Fissurenversiegelung

gleichartiger Zahnersatz
engl.: standard restorations, similar dentures; welcher mit der Festlegung von Festzuschüssen (ab 2005; § 55 Abs. 5 SGB V) in die gesetzliche Krankenversicherung eingeführt worden ist: Über die sog. Regelleistung hinaus werden weitere Leistungen erbracht, die die Regelleistung im Grundsatz aber nicht verändern - sog. add ons. Der Versicherte erhält seinen gesetzlichen Festzuschuss und trägt die anfallenden Mehrkosten (Honorar, Laborkosten) selbst. Diese Mehrkosten berechnen sich nach der (privaten) GOZ.
Beispiel: Soll der Zahn 16 überkront werden, so sieht die Regelleistung eine (kostengünstige) Krone aus Metall vor. Wünscht der Patient aus kosmetischen Gründen eine zahnfarbene Verblendung ("weiße Krone"), so trägt er den Differenzbetrag auf Grundlage der GOZ selbst.
SpecialFestzuschüsse ab 2005
andersartiger Zahnersatz, Festzuschüsse, Regelversorgung

Gleichwert
Äquivalenzwert, engl.: attenuation equivalent; Begriff aus der Filterung von Röntgenstrahlen: Jedes Material im Strahlengang zwischen Röntgenquelle und dem zu durchleuchtenden Objekt wirkt als Filter. Diese Eigenschaft wird mit dem Äquivalenzwert für Aluminium oder Kupfer angegeben. In der Röntgendiagnostik kann die Gesamtfilterung einen Al-Gleichwert von 1,5 mm bis 12 mm aufweisen. Die Filterung in medizinischen Röntgenanlagen soll verhindern, dass allzu weiche Röntgenstrahlung, welche nichts zur Diagnostik beiträgt, in der Haut des Patienten absorbiert wird. Dies könnte zu unzulässig hohen Strahlendosen für den Patienten führen. Somit wird durch eine Filterung die Strahlung "gehärtet". Nach DIN Norm muss Röntgenstrahlung, die auf Menschen angewendet wird, mit mindestens 2,5 mm Al- Gleichwert gefiltert werden.
Filter, Strahlenschutz

Gleichwertigkeit der Ausbildung , engl.: equivalence of education certificates; Approbation

Gleitbahn
okklusale
, Führungsfunktion der Kauflächen der Zähne, engl.: occlusal contact surface; Begriff aus der dynamischen Okklusion: "Aneinandervorbeigleiten" der Antagonistenzähne beim Kieferschluss oder bei Seitwärtsbewegungen auf führenden Schliffflächen ("Führungsfacetten").
Gleitbahnbezogene Okklusionskonzepte gehen davon aus, dass allein/überwiegend die Führungsfacetten der Kauflächen die Dominanz bei den Unterkieferbewegungen unter Zahnkontakt haben.
Bennet-Bewegung, Bewegungssimulator, Gleithindernis, Gnathomat, Schlittenartikulation

Gleitbiss , Schlittenartikulation

Gleithindernis
Gleitbehinderung, Störkontakt, okklusale Interferenz, engl.: occlusal interference; okklusale Störung auf dem Weg von der Zentrik zur habitueller Interkuspidationsposition, welche ein harmonisches Aneinandergleiten der Antagonistenzähne verhindert ( Gleitbahn). Daraus resultierende Hyperbalancen stören das harmonischen Eingleiten in die Zentrik beim Kauakt, belasten die Zähne unphysiologisch und können Verursacher unbewußter Bruxismusaktivitäten sein. Allerdings werden derartige Hyperbalancen bei mehr als 50 % der Patienten ohne funktionelle Störungen beobachtet.
Okklusionsstörung, Vorkontakt

Gleitpfad
engl.: glide path; Begriff aus der Endodontie; der Weg eines Wurzelkanalinstruments (z.B. rotierendes Nickel–Titan–Instrument) im Wurzelkanal, welcher diesem ungehinderten Zugang bis zur Arbeitslänge erlaubt, ohne dass das Instrument frakturiert und ohne dass bei der Aufbereitung eine Stufenbildung oder eine Via falsa entsteht.
http://wurzelspitze.wordpress.com/2011/05/24/wann-ist-ein-gleitpfad-ein-gleitpfad/

Glossa , griech. für Zunge; Lingua

Glossitis
Zungenentzündung, engl.: do.; i.d.R. vorkommend als akute oder chronische Entzündung der Zungenschleimhaut (G. superficialis); isoliert oder in Kombination mit der Mundschleimhaut ( Stomatitis) und/oder des Rachenraums auftretend. Als Symptome treten auf:
Zungenbrennen
– Schmerzen an Rand und Spitze
Parästhesien
Geschmacksstörungen
Ursachen können Infektionskrankheiten ( Candida), Immunsystemstörungen, Verletzungen, systemische Erkrankungen und allergische Faktoren sein.
Davon abzugrenzen ist die meist isoliert auftretende G. profunda mit Papillenschwund, welche auch tiefere Schichten der Zunge betreffen kann. Ursachen hierfür sind meist:
– Biermersche Anämie (Huntersche Glossitis, Vitamin-B12-Mangel)
– Polyglobulie
– Vitamin-B- und -C-Mangel
– Diabetes mellitus
– Postgastrektomie-Syndrom
Lingua

Glossodynie , Zungenbrennen

Glossopexie
Eingriff an der Zunge, um ein durch diese ausgelöstes Atemhindernis (Glossoptose) temporär zu beseitigen. Dabei wird die Zungenbasis chirurgisch mit der Unterlippe oder dem Vestibulum fixiert. Robin-Syndrom
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/04H004/t6.pdf

Glossoptose
Glossoptosis, engl.: do.; Zurücksinken der Zunge in den Rachenraum/Schlund. Dadurch Verlegung des Kehlkopfeingangs und Erstickungsgefahr. Dieser Zustand kann angeboren sein oder bei tiefer Bewusstlosigkeit auftreten. Glossopexie

Glossoschisis Lingua bifida

Gluma Desensitizer ® , Gemisch aus 2-Hydroxyethylmethacrylat (HEMA) u. Glutaral. Verwendung des Stoffes u.a. zur Desensibilisierung von Zähnen

Glutaraldehyd
1,5-Pentandial
, gebräuchliches Mittel in der Flächendesinfektion (2 %) bei guter Materialverträglichkeit und Auflösung von Biofilmen (z.B. in Wasserschläuchen); stark Eiweiß-fällend. Ebenfalls Einsatz, um (zahn-)ärztliche Geräte zu sterilisieren. Beimischung bei einzelnen Primern in der Adhäsivtechnik. Gelegentlich noch Verwendung bei der Milchzahnamputation als Formokresol-Ersatz.
Formalin

Glykogen
tierische Stärke, Glycogen, Leberstärke, engl.: glycogen; Speicherform der Kohlenhydrate bei Säugern; es dient der kurz- bis mittelfristigen Speicherung und Bereitstellung des Energieträgers Glukose. G. gilt als kurzfristiger Energiespeicher und wird von der Leber und Muskulatur gebildet.
Der Abbau des G. - die Glyko(geno)lyse - hat als Produkte Glukose oder Milchsäure

Glykose , D-Glucose ; Zucker


zu Gn-Gz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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