Zahnwissen-Lexikon   En - Ez
Ea - Em  
Grafiken Zahnaufbau

diese Übersetzung
kann entstellend
oder falsch sein!

Strg + F benutzen, um auf dieser Seite einen Begriff zu finden.

Enamelom , gutartige, klinisch unbedeutende Schmelzperle am Zahnhals oder der Bifurkation

Enamelum , substantia adamantina, der (Zahn-)Schmelz

Enanthem
engl.: enanthema, Schleimhautausschlag, welcher zusätzlich zu einem Exanthem als fleckige Mund- u. Racheneffloreszenz bei Masern, Röteln und Scharlach vorkommen kann
Urticaria

Endlosklammer , wenig gebräuchliche Bezeichnung für eine Klammerart, die sich über mehrere Zähne erstreckt; bekannt unter dem Ausdruck fortlaufende Klammer.

Endodontie
Endodontologie, laienhaft: "Wurzelkanalbehandlung", engl.: endodontia, endodontics; bedeutendes Teilgebiet der Zahnheilkunde, welches sich mit der Diagnose und Therapie von Zahnnerverkrankungen ( Pulpitis) und deren Folgen befasst. Definitionen:
So definiert die Europäische Gesellschaft für Endodontologie (ESE): " Endodontologie ist die Wissenschaft, die sich mit Gestalt, Funktion, Gesundheit, Verletzungen und Erkrankungen der Pulpa und der periradikulären Strukturen sowie mit der Ätiologie und Diagnose des Zahnschmerzes und dentaler Erkrankungen befasst."
Hülsmann definiert (1993) "... der Teil der Zahnheilkunde, der sich mit der Anatomie, Histologie und Physiologie des Endodontiums (Pulpa-Dentin-Organ) und mit der Ätiologie, Epidemiologie, Pathologie, Prävention, Diagnostik, Therapie und Prognose von Erkrankungen des Endodonts und der dem Endodont benachbarten periradikulären Gewebe befasst.“.

Traditionell wird die E. neben Kariologie, Parodontologie und Kinder-/Jugendzahnheilkunde der Zahnerhaltung zugerechnet.
Die E. gilt als eine bewährte Methode der Zahnerhaltung, besonders dann, wenn große Teile der Zahnkrone zerstört sind und/oder der Zahnnerv entzündet ist. Ziele einer endodontischen Behandlung sind die Entfernung von Geweberesten der infizierten Pulpa aus dem Wurzelkanalsystem, eine Freiheit von aktiven Keimen im Wurzelkanal und dem angrenzenden Dentin sowie der dichte apikale und koronale Verschluss des Wurzelkanalsystems. Um einen dreidimensionalen Verschluss des Kanals (der Kanäle) zu erreichen, werden neben Guttaperchastiften zusätzlich Sealerpasten eingesetzt.
Mehr als 13 Millionen Zähne werden jedes Jahr in Deutschland gezogen. Mehrere hunderttausend ließen sich nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endodontie (DG Endo, 2007) durch eine professionelle Wurzelkanalbehandlung retten. Endodontische Behandlungen weisen bei richtiger Diagnose und Therapie eine hohe Erfolgsrate auf; lediglich Implantate sind heute mit ähnlicher Erfolgswahrscheinlichkeit anzusehen, allerdings bei einem vielfach höheren Preis und individuell größeren Langzeitrisiken.
AGET, Antibiotikaprophylaxe, Behandlung von Milchzähnen, Endodontium, Fachgebiete, Gangränbehandlung, Operationsmikroskop, Periapical Probability Index, Preflaring, Pulpitis, Wurzelkanalbehandlung,
einige engl. Sprachausdrücke im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): backfill, binding point, cone fit, downpack, heat carrier, heat source, masterpoint, obturator, plugger, taper, tug back
http://www.endodontie.de/
klassische und neue Methoden in der Endodontie (2012)
Überblick über den aktuellen Stand in der Endodontie (2010)
Milchzahnendodontie: „State of the Art“ (2013)
Endodontie-Protokoll ist gescheitert
Grenzen der endodontischen Zahnerhaltung

endodontale Schienung, engl.: intra-radicular splinting; Transfixation

endodontisches Implantat , Transfixation

Endodontium , auch "Pulpa-Dentin-Organ", engl.: do.; funktionelle Einheit von Zahnnerv (Pulpa) und Zahnbein (Dentin mit Odontoblastenfortsätzen); Endodontie

Endodontologie , Wissenschaft von den Erkrankungen des Zahninneren (Pulpa) und den daraus entstehenden entzündlichen Veränderungen des Zahnhalteapparates Endodontie

endogen
engl.: endogenic; vom Inneren (des Körpers) kommend oder im Inneren entstehend. Im Zusammenhang mit Krankheitsursachen gebraucht. So gibt es z.B. bei der Parodontitis neben den äußeren (exogenen) Ursachen wie mangelnde Zahnpflege, endogene (innere) Faktoren wie z.B. ein geschwächtes Immunsystem oder andere Parodontitisrisikofaktoren

Endo-Instrumente , Schlagwortbezeichnung für die feinen Instrumente im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung , Wurzelkanalinstrumente

Endokarditis
engl.: endocarditis; Entzündung der Herzinnenhaut, besonders an den Herzklappen; führt unbehandelt fast immer zum Tode; behandelt weist die "klassische " E. (E. lenta, durch Streptokokken verursacht) immer noch eine Letalität von 5-10 %, die durch aggressive Staphylokokken hervorgerufene E. bis zu 75 % auf. Für die bakterielle E. wird eine Inzidenz von 20 - 60 Fällen/1 Mio. Einwohnern angegeben.
Voraussetzung für eine Entstehung der E. ist ein Eindringen von Keimen in die Blutbahn ( Bakteriämie): So tritt z.B. schon beim Zähneputzen ein Eindringen mit 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein. Allerdings sind diese Belastungen nur kurzfristig und von geringer Keimanzahl. Im Gegensatz dazu sind von den Zähnen und dem Zahnfleisch ausgehende Erkrankungen (infizierte Zahnwurzeln, Zahnfleischentzündungen) echte Risikofaktoren. Eine Untersuchung von 1998 zeigt, dass:
15,1% durch orale Erkrankungen bzw. deren Therapie ausgelöst wurden,
15,5% wurden durch Bakterien verursacht, die nicht aus der Mundhöhle stammen,
14,5% durch (allgemein-)medizinische Eingriffe bedingt sind,
  5,5% auf Drogenkonsum zurückzuführen sind
  und dass bei 52,5% der Fälle nicht bekannt ist, wodurch die E. ausgelöst wurde.
Bei Vorliegen einer E. werden zahnärztlich-chirurgische Eingriffe aus forensischen Gründen unter hohem Antibiotikaschutz durchgeführt ( Endokarditisprophylaxe), obwohl hierbei in jüngerer Zeit ein Umdenkungsprozess stattfindet.

Das Endokarditis-Risiko wird in 3 Gruppen eingeteilt:

  hohes Risiko z.B. beim Tragen von künstlichen Herzklappen, nach überstandener E., zyanotisch, angeborene Herzfehler, Gefäßendprothesen,
  erhöhtes Risiko z.B. bei angeborenen Herzklappenfehlern und Herzmissbildungen, alle erworbenen rheumatischen und nichtrheumatischen Herzklappenfehler, nach Herztransplantation
  nicht gesichertes bzw. ohne Risiko z.B. bei Herzschrittmachern, Bypassoperation, operierte Herzfehler ohne Restbefund.
Antibiotikaprophylaxe, Bakteriämie, Endokarditisprophylaxe, intraligamentäre Anästhesie

Endokarditisprophylaxe
antibiotische Abschirmung bei einer Endokarditis; hierbei ist ab 2007 ein grundsätzlicher Wandel zu beobachten (s.u.). Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten der Prophylaxe, welche i.d.R. kombiniert angewandt werden:
lokale Keimarmut (Antiseptik) durch Chlorhexidin-Mundspülungen in Verbindung mit einer sanierten Mundhöhle
Antibiotikaschutz ("systemische Antibiose") zur Abtötung der in die Blutbahn eingedrungenen Keime. Der Einsatz von Antibiotika reduziert zwar das Risiko, kann aber eine Bakteriämie nicht vollständig verhindern. Einsatz bei Patienten mit hohem Risiko obligatorisch ( Antibiotikaschutz, Endokarditis)
Zur Durchführung der E. gibt es versch. Empfehlungen, die sich jedoch nur geringfügig unterscheiden: Es werden Penicilline (Penicillin V oder Amoxycillin) - bei Penicillin-Unverträglichkeit - Lincosamine (Clindamycin) oder Makrolide empfohlen. Bei Patienten mit mäßig erhöhtem Risiko ist eine einmalige orale Gabe 1 Std. vor dem Eingriff ausreichend; bei hohem Risiko wird eine weitere Gabe nach dem Eingriff empfohlen.

Art Präparat Dosis (Erwachsene) Dosis (Kinder)
Standard-
prophylaxe
Penicillin V
z.B. Isocillin
oder

Amoxicillin
2 mal 1,2 Isocillin-Mega
1 Stunde vor dem Eingriff

3 Gramm > 70 kg; 2 Gramm < 70 kg
1 Stunde vor dem Eingriff
50.000 I.E./kg


50mg/kg
bei Penicillin-
unverträglich-
keit
Roxithromycin
z.B.
Rulid 300
oder
Clindamycin
oder
Erythromycin
1 Tablette
1 Stunde vor dem Eingriff


600 mg 1 Stunde vor dem Eingriff

1 Gramm 2 Stunden vor dem Eingriff
 

15mg/kg

 
       
Prophylaxe
bei hohem
Risiko
Penicillin V
z.B. Isocillin
oder


Amoxicillin
2 mal 1,2 Isocillin-Mega
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 1,2 Mega 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff

3 Gramm 
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 1 Gramm 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff
50.000 I.E./kg
1 Stunde vor dem Eingriff und
je 15.000 I.E./kg 8 u. 16 Std. nach dem
Eingriff

50 mg/kg 1 Std. vor und je
15 mg/kg 8 und 16 Std.
nach dem Eingriff
bei Penicillin-
unverträglich-
keit
Clindamycin 600 mg 1 Std. vor und je
300 mg 8 u. 16 Std.
nach dem Eingriff
15 mg/kg  1 Std. vor und je
7,5 mg/kg  8 u. 16 Std.
nach dem Eingriff
 
Für Schwangere mit Penicillinallergie enthalten die offiziellen Schemata (bisher, 2006) keine Empfehlungen. Es könnte z.B. Roxithromycin gegeben werden.

In neuerer Zeit (2007) ist von US-amerikanischer Seite ein Umdenken in der E. zu beobachten: Mangels fehlender Evidence wird eine E. nur noch bei schweren Endokarditis-Fällen ("Hochrisiko-Patienten") empfohlen; http://www.medscape.com/ (kostenlose Registrierung nötig)
Zahn-online entnehmen wir im Oktober 2007:
"
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verabschiedete jetzt das Positionspapier "Prophylaxe der infektiösen Endokarditis", das gemeinsam mit der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und in Kooperation mit 16 weiteren medizinischen Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Deutschen Herzstiftung erarbeitet wurde.
Grundlage waren neue Leitlinien der American Heart Association, die im April 2007 für Aufsehen gesorgt hatten. Das deutsche Positionspapier entspricht den Qualitätskriterien einer S2-Leitlinie, ersetzt die bisherige Stellung der beteiligten Fachgesellschaften und trägt somit zu einer internationalen Harmonisierung bei.
Bisher gehörte es zum medizinischen Goldstandard, einer großen Zahl von Patienten vor allem bei zahnärztlichen - aber auch bei urologischen, gynäkologischen, internistischen, dermatologischen, orthopädischen oder herzchirurgischen - Eingriffen 30 bis 60 Minuten zuvor Antibiotika zu verabreichen. Damit sollte einer Endokarditis vorgebeugt werden, die bei Menschen mit entsprechenden Risikofaktoren dadurch entsteht, dass Bakterien in das Blut eindringen. Nicht rechtzeitig behandelt, verläuft eine Endokarditis meist tödlich.
Das neue Positionspapier empfiehlt eine E.-Prophylaxe nur noch bei Hochrisiko-Patienten, das heißt bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder mit einer Endokarditis in der Vorgeschichte, bei Patienten mit bestimmten angeborenen Herzfehlern oder bei Patienten nach einer Herztransplantation, die Klappenfehler entwickeln.
Der Bedeutung der Mundhygiene zur Vorbeugung einer infektiösen Endokarditis kommt im neuen Positionspapier eine besondere Bedeutung zu. "Aus unseren Registern wissen wir, dass 80 Prozent der Patienten mit einer Endokarditis keinen Eingriff vor dem Auftreten der Erkrankung haben. Die Bakterien müssen also auf andere Weise ins Blut gelangt sein", erläutert Naber. "Eine Möglichkeit ist, dass die Bakterien aufgrund eines schlechten Zahnstatus bereits bei alltäglichen Aktivitäten wie dem Kauen ins Blut gelangen. Davor können wir nicht mit Medikamenten schützen. Es macht daher Sinn, kranke Zähne rechtzeitig solide zu sanieren und Karies und Parodontose effektiv zu behandeln." Den vollständigen Text des Positionspapiers "Prophylaxe der infektiösen Endokarditis" finden Sie im Internet auf der Homepage der DGK http://leitlinien.dgk.org/ ."

Antibiotika, Antibiotikaprophylaxe, Bakteriämie, Endokarditis
Bei Parodontose-Behandlung droht Gefahr fürs Herz
http://leitlinien.dgk.org/

Endomethasone
eine der meist benutzten cortisonhaltige Wurzelfüllpaste mit den Bestandteilen Hydrocortisonacetat, Dijod-Thymol, Bariumsulfat, Magnesiumstearat und als Flüssigkeit zu über 90 % Eugenol. Wissenschaftlich im Sinne einer biologischen Wurzelfüllung kontrovers diskutiert, da histologisch Gewebsnekrosen um die Wurzelspitze registriert werden.
Wurzelfüllpaste, Wurzelkanalfüllung 

Endometrie
elektrische Wurzelkanallängenbestimmung; engl.: endometry; Messung des elektrischen Widerstands (in Ohm) im aufbereiteten Wurzelkanal (in Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung) basierend auf der Tatsache, dass ein sehr konstanter elektr. Widerstand zwischen Desmodont und Schleimhaut besteht, welcher beim Erreichen der Wurzelspitze ( Apex) schlagartig abfällt. Diese Längenbestimmung ist exakter als die Standardmethode mittels Röntgenbild (sog. Röntgen-Messaufnahme): Anatomisch bzw. durch die Aufnahmetechnik bei einer Röntgenaufnahme bedingt, kann die abgebildete Wurzelspitze vom anatomischen Apex abweichen.
Die 1962 entwickelten "Apex-Locatoren"  ("Odontometer", nach Sunada; reines Widerstandsmessgerät mit Gleichstrom), liegen inzwischen (2006) in der 4. Generation vor, welche nach der sog. relativen Impedanzquotient-Methode mit zwei Frequenzen arbeiten: Es wird der elektrische Widerstand im Wurzelkanal gegenüber einem Wechselstrom von 400 und 8000 Hz verglichen. Eine absolute Trockenheit ist nicht mehr erforderlich; für den Stromfluss ist sogar eine Feuchte notwendig.
Da ein Kurzschluss unbedingt vermieden werden muss, ist die Verwendung von Kofferdam erforderlich.
In einer vergleichenden Untersuchung (2005) werden den Geräten Justy II
(Hager & Werken) und Root ZX (Morita) die besten Ergebnisse bescheinigt.
Als optimal wird heute eine
Kombination aus Röntgen-Messaufnahme und E. angesehen. Mit einem derartigen Verfahren kann präzise - wenn auch aufwendig - die Arbeitslänge bestimmt werden; die besten Ergebnisse werden bei Verwendung des vom Hersteller angegebenen Bezugspunktes erreicht.
 Bedenken wegen Interferenzen mit Herzschrittmachern moderner Bauart oder Defibrillatoren bestehen nicht mehr.

© der Produktgrafik: www.vdw-dental.com/
Messgriff, Messlehre, Nadelaufnahme, Röntgen-Messaufnahme,
Seitenkanal, Wurzelkanalbehandlung, Wurzelkanallänge, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)
Vergleich von 4 versch. elektronischen Apex-Locator-Systemen
9 Endometriegeräte im direkten Vergleich (2011)





Prinzip der E.
(reine Widerstands-
messung)



 

Endomolare
engl.: do.; kephalometrischer Messpunkt auf der Mitte des Innenrandes des Alveolarlimbus des zweiten oberen Molaren, bei Affenschädeln des dritten Molaren. Die Entfernung der beiden gegenüberliegenden Punkte wird auch als (innere) Gaumenbreite bezeichnet; Werte um die 35 mm gelten als Normwerte.
Ektomolare, Gaumenindex

Endotom
nach Dr. El - Kabarity und Dr. Stolpe; mit Akkubetrieb arbeitendes kleines Instrument zur lokalen Hitzeentwicklung in der Mundhöhle. Vornehmlich eingesetzt im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung/Wurzelspitzenresektion zum Abtrennen und "Verschweißen" von Guttapercha-Stiften

Endotoxin , engl.: do.; wärmeunempfindliches Bakteriengift, welches erst bei Zellauflösung frei wird

Endpfeilerbrücke
engl.: terminal bridge, - bridgework, - fixed partial denture; als Standard geltende Brückenform, bei welcher das Brückenglied beidseitig ("endständig") auf je einer Krone ("Brückenpfeiler", "Ankerzahn") ruht.
Brücke

endständig
Endstand
, engl.: terminal; bezeichnet in der ZHK den nach hinten (distal) betrachtet letzten Zahn einer Zahnreihe. Dieser befindet sich im "Endstand". Im vollbezahnten Gebiss sind somit die Weisheitszähne "endständig".
Zahnflächen

en face
en-face-Analyse, franz.: en face = im Gesicht, engl.: do.; Ansicht auf das Gesicht, Ansicht von vorn; im Gegensatz zur Ansicht von der Seite (en profil) in der ZHK gebräuchlich bei der Analyse von Gesichtsaufnahmen und Schädelröntgenaufnahmen (Fernröntgenbild). So erfasst die en-face-Analyse, Asymmetrien und fehlerhafte Proportionen des Gesichtes in den versch. Ebenen und orientiert sich dabei an Bezugspunkten bzw. -linien (siehe Abb.). Bestimmend für die Analyse sind die Kollmannschen Proportionen, welche das Gesicht in Ober-, Mittel- und Untergesicht aufteilen und diesen Teilen eine etwa gleiche Größe zuweisen ( Biomet-Gesicht).
Fotostataufnahme, Kennlinien, Messpunkte, Profilanalyse


Englische Krankheit , Rachitis

Engelsgesicht Cherubismus

Engstand
der Zähne, Zahnengstand, Schmalstand, "Platzmangel", engl.: crowded teeth, crowding (crowding = Zusammendrängen); lack of alveolar space; Missverhältnis zwischen der Länge des knöchernen Zahnbogens ( Alveolarfortsatz) und der Summe der Zahnbreiten; meist dadurch bedingt, dass genetisch gesehen zwischen der (zu breiten) Erbanlage der Zähne und einem zurückgebildeten Kiefer ein Größen-Missverhältnis besteht. Beim E. treten vermehrt Karies, bedingt durch erschwerte Reinigung, und Parodontalerkrankungen auf.
Man unterscheidet nach der Historie:
primärer Engstand als ein endogen bedingtes Missverhältnis zwischen Zahnbreite und Platzverhältnissen im Alveolarfortsatz
sekundärer Engstand als ein erworbener, (exogener) Platzmangel durch frühzeitigen Verlust der Stützzonen ( Erhaltung von Milchzähnen, Innen-/Außenstand)
tertiärer Engstand im Erwachsenenalter ("Adoleszenten-Engstand", s. Abb.); meist an den Unterkieferschneidezähnen auftretend mit unbekannter Ursache ("Mesialdrift" der Zähne?, Weisheitszahndruck?)
Man unterscheidet nach dem Vorkommen:
apikaler Engstand (im Bereich der Schneidezähne), d.h. der E. liegt im Bereich der Zahnwurzeln, die Kronen der Schneidezähne haben eine fächerförmige Stellung
koronaler Engstand im Bereich der Zahnkronen, die Wurzeln haben ausreichend Platz
frontaler Engstand (anterior crowding) mit Verschachtelung der Schneidezähne (s. Abb.)

Der E. und seine Folgen ist die häufigste kieferorthopädische Behandlungsart. Engstände müssen unbedingt behandelt werden (notfalls ausschließlich durch einfaches Ziehen von Zähnen), weil sich sonst im Kiefer der natürlichen und künstlichen Reinigung nur schwer zugängliche Zahnstellungen bilden ("Schmutznischen"), welche eine Karies ( Kariesprädilektionsstellen) u. Parodontitis begünstigen. Zusätzlich bewirkt der E. im sichtbaren Bereich (Schneidezähne) ein oft kosmetisch störendes  Erscheinungsbild.
Zur Behandlung des E. können u.a. im Jugendlichenalter - je nach Platzangebot und Lage des E. - einer oder beide kleinen Backenzähne (Prämolaren) gezogen werden.

Abweichung, Arch Length Discrepancy (ALD), Ausgleichsextraktion, Drehstand, Dreiecksstellung, Extraktionstherapie, Fehlstellung von Zähnen, Gaumennahterweiterung, Gebissreduktion, Innen-/Außenstand, Kompressionsanomalie, leeway space, Lingualstand, Mesialdrift, Platzbedarfsanalyse, Pont Index, Raphe-Papillen-Transversale, Reihenextraktion, Schmalkiefer, Schmutznische, Staffelstellung, Steiner-Analyse, Stripping

 




frontaler Engstand
("Adoleszenten-Engstand")
mit
Verschachtelung



Innenstand eines
seitlichen
Schneidezahnes

 

 



Eckzahnaußenstand bei
einem
Engstand



durch E. bedingte Schmutznischen

enoral , intraoral

enossal
enostal, intraossal, intraossär, engl.: do.; im Inneren des (Kiefer-)Knochens befindlich, in den Knochen hineinragend; Begriff gebräuchlich im Zusammenhang mit den versch. Implantatverfahren

Entfernung
von festsitzendem Zahnersatz, Kronenentfernung
, engl.: crown removal; Abnahme einer definitiv fest zementierten Zahnersatzarbeit, meist zur Erneuerung derselben oder vor Entfernung des Pfeilerzahnes. Hierbei sind zwei versch. Möglichkeiten vorhanden:

Entkalkung , Initialkaries, Demineralisation

Entkeimung , "Entseuchung", engl.: disinfection; Oberbegriff für eine Vernichtung von Krankheitserregern; Desinfektion, Hygiene, Sterilisation

Entlastungsabdruck , Entlastungsabformung; engl.: relief impression; Kompressionsabdruck, Muco-Seal® Abformung

Entlastungsbügel , engl.: relief connector; Palatinalbügel, Transversalbügel

Entscheidungsunterstützungssystem (EUS) ; DentHelp

Entspannungsschiene , engl.: relaxation splint; AufbissSchiene

Entwicklerbad
engl.: developing bath; Flüssigkeit aus einem Gemisch chemischer Substanzen, die das belichtete "Bild" einer Filmemulsion sichtbar machen. Neben den eigentlichen Entwicklersubstanzen (wie z.B. Hydrochinon, Metol oder Phenidon) enthält ein Entwickler noch verschiedene Hilfsmittel, welche die Autooxidation und die Schleierbildung verhindern, sowie Beschleunigungs- und Kalkschutzmittel.
Fixierbad, Röntgenfilm, Röntgenverordnung (Konstanzprüfung)

Entzündung
Inflammation, engl.: inflammation; als E. bezeichnet wird die Ansammlung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Gewebe und die damit verbundenen Zeichen (nach Galen) wie Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz (Das Hormon Bradykinin aktiviert bein einer E. M-Typ-Kaliumkanäle in schmerzsensiblen Nerven) und eine gestörte Funktion (Erstbeschreibung durch den Römer Aulus Cornelius Celsus als: rubor, calor, tumor, dolor u. funktio laesa), als als eine körpereigene Abwehrreaktion auf bakterielle, chemische oder thermische Reize. Das menschliche Immunsystem reagiert auf Verletzungen und Infektionen des Körpers mit E.. Sie sind für den Heilungsprozess wichtig, können aber selbst schädlich wirken, wenn sie chronisch werden. Ausgelöst werden Entzündungen durch Botenstoffe wie das Zytokin Interleukin-6 (IL-6). Dieses Peptidhormon dockt an spezielle Rezeptormoleküle auf Zellen an und treibt so die Entzündung. Ein anderes Zytokin, Interleukin-27, kann diese Wirkung aufheben.
Entzündliche Reaktionen lassen sich nicht nur bei Infektionen oder den sog. Autoimmunerkrankungen (z.B. bei Gelenkrheuma oder Multipler Sklerose) finden, sondern auch bei Krebs, Arteriosklerose und Diabetes. Dennoch wird das Wesen der E., ob akut oder chronisch, trotz intensiver Forschungen bis heute nicht vollständig verstanden:
Die Steuerung einer E. erfolgt hauptsächlich durch (neutrophile) weiße Blutkörperchen. Diese "Gesundheitspolizisten" eilen zum Ort einer Verletzung und sondern dort Stoffe ab, die Entzündungsreaktionen fördern und zudem antibakteriell wirken. An ihrer Oberfläche tragen sie das "Adhäsionsmolekül L-Selectin", das ihnen wie ein Navigationssystem den Weg zur Unfallstelle zeigt.
Bakterien stimulieren im entzündeten Gewebe die Einwanderung weißer Blutkörperchen. Zusammen mit Botenstoffen aus dem Blutkreislauf und aus Nervenfasern können diese Zellen Entzündungsschmerz verursachen. Untergruppen der weißen Blutkörperchen, unter anderem die so genannten Neutrophilen, können jedoch auch schmerzlindernd wirken. Sie setzen Opioidpeptide frei, die sich an die sogenannten Opioidrezeptoren auf den schmerzleitenden Nervenfasern im entzündeten Gewebe binden und so den Entzündungsschmerz hemmen.
Bei der Beendigung der Entzündungsreaktion wird vermutet, dass das Nukleosid "Adenosin" als Signalgeber fungiert, indem es sich an entsprechende Rezeptoren der Zelle bindet und dadurch eine Kettenreaktion auslöst, welche die Entzündung verlangsamt und schließlich ganz stoppt.
Das Anfangsstadium einer Entzündung (etwa bei Wunden oder Eiterungen) ist durch massive Einwanderung bestimmter Immunzellen (neutrophile Granulozyten und Makrophagen) gekennzeichnet. Diese Zellen, die normalerweise im strömenden Blut und damit in einer sauerstoffreichen Umgebung leben, müssen sich nun an eine sauerstoff- und nahrungsarme Situation anpassen und ihren Energiestoffwechsel auf dieses ungünstige Milieu umstellen. Man fand nun diejenige Substanz, HIF-1a, die diese Umstellung reguliert. HIF-1a wird nur unter Sauerstoffmangel aktiv. Unter dem Einfluss von HIF-1a gewinnen die Immunzellen ihre Energie durch anaerobe Glykolyse, das heißt aus dem Abbau von Kohlenhydraten unabhängig von Sauerstoff. Ohne diese Umschaltung auf anaerobe Glykolyse können die Immunzellen in dem sauerstoffarmen Gebiet der Entzündung nicht überleben und ihrer Funktion, der Beseitigung von Schadstoffen nicht nachkommen.
Auf Grund der mangelhaften Energieproduktion der Zellen verlieren sie ihre Fähigkeit, Schadstoffe zu neutralisieren oder Mikroben abzutöten. Bei Mäusen, so konnte gezeigt werden, bleiben die typischen Zeichen der Entzündung aus, wenn HIF-1a *) fehlt: So kam es an der Haut der Tiere nach Auftragen einer Lösung, die normalerweise eine heftige akute entzündliche Reaktion hervorruft, nicht zu der üblichen Rötung, Schwellung und Zellvermehrung. Auch der Versuch, eine chronische rheumatoide Gelenkentzündung künstlich auszulösen, gelang nicht, wenn das HIF-1a -Gen ausgeschaltet war. Weder infiltrierten die Zellen die Gelenkkapsel, noch entwickelte sich entzündliches Bindegewebe mit nachfolgender Knorpelzerstörung. Die nun erkannte Bedeutung von HIF-1a für die Funktion von Immunzellen dürfte auf die praktische Medizin große Auswirkungen haben: Die Hemmung von HIF-1a könnte bei schweren Infektionen die Entwicklung zur Blutvergiftung ("Sepsis") aufhalten, oder bei Gelenkrheuma die entzündlichen Veränderungen hintanhalten. Eine komplette Blockierung dürfte indessen eher schädlich sein, weil damit die Immunbarriere aufgehoben würde.
*) HIF-1a ist ein Teilmolekül von HIF-1 (hypoxia inducible factor-1) und wird nur unter Sauerstoffmangelbedingungen aktiviert. Substanzen, die HIF-1a hemmen, werden die Bekämpfung schwerer Entzündungen erleichtern. Das Gesamtmolekül HIF-1 ist schon länger bekannt. Es regt die Gefäßneubildung (Angiogenese) in Tumoren aber auch in gesunden Geweben an. Deshalb sucht die Pharmaforschung nach Stoffen, die HIF-1 und damit die Angiogenese bei Krebs hemmen.
Antibiotika, Bromelain, Cortison, Gingivitis, Hyperämie, Kataplasma, Keratinisationsindex, Ödem, Periimplantitis
gute graphische Darstellung des Entzündungsvorgangs

Enukleation; Ausschälung, Entkernung ==> Wurzel-Enukleation

Enula
Enulis, engl.: do.; heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für eine Geschwulst, welche sich - im Gegensatz zur Epulis - zentral im Kiefer entwickelt.

Enzym
griech.: en zyme = in der Hefe, früher: Ferment, engl.: enzyme; unentbehrliche organische Eiweiß-Verbindungen, welche den Körperstoffwechsel katalysatorartig beeinflussen ("Biokatalysator") ohne dabei selbst verändert zu werden. Werden in Körperzellen gebildet, können aber auch außerhalb dieser wirken.
bakteriologische Identifizierungssysteme, Ballaststoffe, Kauakt, Kollagenase, Saccharase

EOA
Abk. von Elastisch-offener Aktivator, entwickelt von G. Klammt (Görlitz); bei diesem elastisch offenen Aktivator wurde zur Erhöhung der Trage- und Sprechkomforts die Kunststoffbasis auf ein Minimum reduziert und durch stärkere Verbindungsdrähte im Frontbereich ersetzt.
Aktivator, Klammt Aktivator

Eosin
engl.: do.; Tetrabromfluoreszein-Natrium, vo griech. "Eos" = "Morgenröte"; roter, Triphenylmethan-Farbstoff aus der Gruppe der Teerfarben (aromatischer Halogenkohlenwasserstoff), der in der Medizin (Histologie) zum Färben von Zellen dient (Hämatoxylin-Eosin-Färbung oder HE-Färbung). Durch ihn werden Zellbestandteile wie z. B. das Zytoplasma oder die dentale Plaque rötlich angefärbt (sog. "Eosinophlie"). Auch zum Abtöten von Keimen verwendet (Wunddesinfektion/Wundheilung).
Auf Grund der Anfärbbarkeit leiten sich auch differenzierende Namen, wie z.B. eosinophile Granulozyten, eosinophile Plaque oder eosinophiles Granulom ab

eosinophiles Granulom  Granulom

Epidemie
Seuche, Massenerkrankung, griech. epi = über, demos = Volk, engl.: epidemic; ansteckende Massenerkrankung in einem begrenzten, größerem Gebiet. Ist das Gebiet kleiner (lokal), so spricht man von einer Endemie (engl.: endemic).
Epidemiologie ist die Wissenschaft von der Bestimmung und Verteilung der Krankheiten.
Pandemie, Tröpfcheninfektion
Skript_Epidemiologie-TUDresden.pdf

Epikrise
griech. für "Nachbeurteilung", engl.: epicrisis; abschließende Beurteilung einer überstandenen Krankheit auf deren Ursache und Verlauf hin durch einen Arzt; evtl. verbunden mit einer Prognose.
Auch für: die nach einer Krise (Wendepunkt einer Krankheit) auftretenden Krankheitserscheinungen.

Epikutantest
Provokationstest
, Läppchentest, Patch-Test, "Pflastertest", engl.: patch test, epimucosal test; fachärztlicher Test beim Verdacht auf eine Allergie oder zur Erkennung einer derartigen Erscheinung. Es werden auf die Haut die auszutestenden Allergene (z. B. Nickel, Farbstoffe) für ungefähr 48 Stunden mit einem undurchlässigen Pflasterfixiert. Nach dieser Zeit kommt es nach Pflasterentfernung zur ersten Ablesung. Eine zweiten Ablesung erfolgt wiederum ca. 48 Stunden später, um in diesem Vergleich allergische Reaktionen von toxikologischen unterscheiden zu können.
Eine echte Entscheidungshilfe bieten E. nur dann, wenn die Tests von erfahrenen, dermatologisch versierten Allergologen gemäß den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) durchgeführt werden. So fordern z.B. die Gesetzlichen Krankenkassen einen E. zur medizinischen Bestätigung oder Erforschung einer vermeintlichen Amalgamallergie; pauschale Aussagen von Pseudomedizinern ohne entsprechende seriöse Testung ( EAV) werden nicht anerkannt.
Analog zur Hauttestung können auch Provokationstests auf der Wangenschleimhaut vorgenommen werden (sog. Epimukosatest, engl.: epimucosa-test). Da generell auf der Mundschleimhaut eine geringere Allergiebereitschaft als auf der Haut besteht, können derartige Tests negativ ausfallen, obwohl der E. positive Werte anzeigte.
Allergiepass, Allergietestung, Schleimhautprobe
http://www.allergie.medhost.de/epukutantest.html

Epilepsie
Fallsucht, epileptischer Anfall, engl.: epilepsy, falling sickness; Oberbegriff für Anfallserkrankungen versch. Ursache.
Für die zahnärztliche Behandlung ergeben sich folgende Besonderheiten:
Durch die Anamnese muss zunächst das individuelle Risiko des Patienten ermittelt werden. Grundsätzlich sind Epileptiker durch eine medikamentöse Behandlung entweder weitgehend anfallsfrei, oder die Medikation ist uneffektiv. Im ersteren Fall stellt die zahnärztliche Behandlung für den Patienten kein wesentliches Risiko dar, insbesondere dann, wenn der letzte Anfall bereits lange zurückliegt. Bei instabiler Situation sollte vor der Behandlung in jedem Fall der behandelnde Neurologe befragt werden, ob eine Prämedikation (z. B. Diazepam) erforderlich ist oder ggf. die Dosierung der üblichen Medikamente erhöht werden soll. In jedem Fall sollten alle Faktoren vermieden oder reduziert werden, die einen Anfall auslösen können, z. B. starke Schmerzen, helles Licht, ungewohnte Geräusche. Zu beachten ist, dass Lokalanästhetika dosisabhängig die Krampfbereitschaft erhöhen können. Daher sollten Lokalanästhetika vorsichtig dosiert und mit Unterbrechungen gegeben werden.
Das Einlegen eines Gummikeiles zwischen die Zähne zur Vermeidung von Bissverletzungen ist heute nicht mehr zeitgemäß, da hierbei die Gefahr des Erstickens besteht.

Ein typisches Zeichen für eine unter medikamentöser Behandlung (Hydantoin, Phenytoin) stehende Anfallserkrankung ist eine Wucherung (Hyperplasie) des Zahnfleischs (s. Abb. http://www.epilepsie.sh/) . Weiter können eine Xerostomie, eine höhere Infektionsrate sowie verzögerte Heilungsprozesse und veränderte Blutungszeiten als Medikamentennebenwirkung auftreten.
http://www.epilepsie-beratung.de/


Zahnfleischhyperplasie nach Hydantoin-Behandlung

 

 

Epinephrin , engl.: epinephrine; Adrenalin

Epithel
Deckgewebe, engl.: epithelium, epithelial layer; oberste, gefäßlose Körperzellschicht. Man unterscheidet zwischen verhorntem (äußere Körperhaut) und unverhorntem (Schleimhaut) E. . Es umkleidet den gesamten äußeren u. inneren Körper als abdeckendes und somit schützendes Gewebe.
Unter einer Epithelialisierung - auch Epithelisierung - versteht man eine Epithel-Neubildung, so wie diese z.B. bei der Wundheilung im Sinne einer Reparation von Körperdeckgewebe auftritt.
Cuticula, Gingiva, Mukosa

Epithelansatz
dentogingivale Verbindung
, engl.: epithelial attachment; biologische Verbindung des inneren Saumepithels der Zahnfleischtasche mit dem Zahnschmelz; bei einem intakten E. wird auch von einer Epithelbarriere gesprochen.
Attachment, dentogingivaler Verschluss, Pseudotasche

Epithelgranulom , engl.: epithelial granuloma Pseudozyste

Epithese
Defektprothese, Gesichtsprothese, Körperersatzstück, engl.: epithesis; nach Defektverlusten (z.B. Tumoroperationen, schweren Unfällen/Verbrennungen) im Gesichtsbereich o. sichtbarem Kieferbereich angefertigte und vom Patient i.d.R. entfernbare Gesichtsprothese, welche in Form und Farbe der Umgebung angepasst ist. Bevorzugte Materialien sind heute Kunststoffe (Silikone), Keramik und Glas.
Eine Sonderform der E. stellt die Zahnfleischmaske dar.

Magnetkräfte, Obturator, Resektionsprothese, Prothese, Zahnfleischmaske


©: www.bpdental.de
Zahnfleischmaske

Epulis
dem Zahnfleisch aufsitzende Geschwulst, griech. Wortkombination: epi = auf, ulon = Zahnfleisch;  meist im bezahnten Oberkiefer auftretend; bestehend aus einem gefäßreichen Granulationsgewebe (leichte Blutungen bei Reizung), welches sich später u.U. in Bindegewebe umwandeln kann.
Die in Deutschland gängige Unterscheidung in die Formen E. granulomatosa, E. fibromatosa, E. gigantocellularis, E. sarcomatodes, E. gravidarum oder E. angiomatosa (sog. "Schwangerschaftsepulis"); E. congenita ("Neumann Syndrom") und E. fissurata wird von der internationalen Nomenklatur der WHO nicht unterstützt.
Die Behandlung besteht i.d.R. in einer chirurgischen Entfernung (Exzision) der E. nach vorheriger Ausschaltung etwaiger Reize (Füllungs-, Kronen-, Prothesenrändern) und histologischer Abklärung. Gelegentlich ist die Entfernung des betroffenen Zahnes bei häufigen Rezidiven erforderlich.
Enula, Granulom, Riesenzellgranulom, Schwangerschaftsepulis





E. granulomatosa





E. gravidarum
Equipoise System
von engl.: equipoise = Gleichgewicht; spezielles, wenig bekanntes Design für Teilprothesen. Nach Herstellerangaben wird besonders auf eine ideale Kraftverteilung (precision C&L Attachment) und an eine ästhetische Unauffälligkeit der Halteelemente (esthetic “hidden clasp”) geachtet.
http://www.thedentureclinic.co.uk/partial-dentures.php

Eradikation
lat. "ex" = „heraus“ , "radix" = „Wurzel“;  vollständige Eliminierung eines Krankheitserregers aus dem Körper. I.d.R. als sog. "pharmakologische Eradikation" mittels Antibiotika oder Chemotherapeutika.

erbliche primäre Zahndurchbruchstörung
seltene Fehlentwicklung des Durchbruchs bleibender Zähne. Nach dem Ausfallen der Milchzähne schafft es bei den betroffenen Kindern ein Teil der neuen Zähne nicht, durch den Ober- und Unterkiefer durchzubrechen. Aus diesem Grund kann es zu einem seitlich "offenen Biss" kommen, d.h. die Backenzähne des Ober- und Unterkiefers haben keinen Kontakt zueinander. Dadurch kann es zu Einschränkungen der Kaufunktion und zur Überlastung einzelner Zähne kommen.
Ursache sind genetische (autosomal-dominanter Erbgang) Veränderungen (Mutationen) im so genannten PTHR1-Gen, das im Stoffwechsel der Knochen eine wichtige Rolle spielt. Trotz dieser Bedeutung des Gens zeigen die Personen jedoch keine weiteren Symptome am Skelett.
Dentitio tarda, Zahndurchbruch

Erdbeerzunge
Himbeerzunge, engl.: strawberry tongue; Schwellung der Zungenpapillen bei (Infektions-)Erkrankungen, z. B. beim Scharlach
Lackzunge, Lingua, Zungenbelag


Erfolgsgarantie , auf (zahn-)ärztliche Behandlungen, engl.: guaranteed success rate; Behandlung, Dienstleistung, Gewährleistung

Ergonomie
(griechisch ergos: Werk; nomos: Gesetz), engl.: ergonomics; Lehre von den Belastungen der Arbeit. Die E. ist ein Teilgebiet der Arbeitswissenschaft. Sie versucht durch Analyse und Gestaltung der technischen, organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeitsprozessen, die Arbeit des Menschen an dessen physische und psychische Möglichkeiten anzupassen.
In der ZHK Anfang der 70er Jahre des letzten Jhds. vor allem durch Professor Schön in D geprägt. Er legte vor allem auf eine optimale Behandlungsposition, eine effektive Beleuchtung, sowie einem einfachen Zugriff auf das benötigte Instrumentarium und Materialien für die unterschiedlichen Arbeitsweisen wert.

Erhaltung von Milchzähnen
engl.: preservation of milk teeth; unter dem Gesichtspunkt einer optimalen Ausbildung des bleibenden Gebisses eine der wichtigsten zahnärztlichen Maßnahmen im Milchzahngebiss. Weltweite Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiss: Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den zweiten Backenzähnen des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für die bleibenden Zähne der Betroffenen beträchtlich. Frühzeitiger Milchzahnverlust - fast immer durch mangelnde Mundhygiene und falsche Ernährung bzw. Essgewohnheiten bedingt - führt zu vielfältigen Schädigungen im bleibenden Gebiss:
  • Platzhalterfunktion der Milchzähne: Das Fehlen oder eine erhebliche Zerstörung einzelner Milchbackenzähne bewirkt, dass die ersten bleibenden Zähne in den freien Raum durchbrechen und so den erst später durchbrechenden Zähnen den Weg verschließen (s. Abb. oben). Aus Platzmangel erfolgt nun ein Durchbruch meist außen oder innen von der regulären Zahnreihe, bzw. die bleibenden Zähne bleiben ganz im Kiefer liegen ( Retention). Es kommt zu sog. Engständen dadurch, dass die Platzhalterfunktion der Milchzähne verloren gegangen ist.
  • Verlust der Stützzone: Gehen mehrere Milchbackenzähne (Molaren) verloren, so ergibt sich folgendes: Der Unterkiefer nähert sich dem Oberkiefer und verlagert sich nach hinten, die unteren Schneidezähne beißen in den Gaumen hinter - und nicht auf - die oberen Schneidezähne und drücken diese nach außen, welche dadurch bedingt auf die Unterlippe beißen. Es entsteht im Profil ein "fliehendes Gesicht", das sog. Vogel- oder Rückgesicht.
  • Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende, einzeitige Therapie in Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung, Mundhygiene, Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinanästhesie erfolgen können.
  • Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Caries profunda-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die Odontoblasten der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen fähig sind.

Die Erhaltung von Milchzähnen spielt in D nach Meinung von Experten noch immer (2007) eine untergeordnete Rolle: Obwohl ein allgemeiner Kariesrückgang bei Kindern und Erwachsenen zu beobachten ist, bleibt der Sanierungsgrad im Milchgebiss unbefriedigend. Dabei liegt der Anteil unversorgter Karieserkrankungen umso höher, je jünger die kleinen Patienten sind.
12 Tipps zur Babyzahnpflege Behandlung von Milchzähnen, ECC (frühe Milchzahnkaries), Carisolv, Engstand, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Ernährungsempfehlungen, Fissurenversiegelung, FU-Positionen, HealOzone, kieferorthopädische Frühbehandlung, Kinderkrone, konfektionierte Milchzahnkrone, Kinderprothese, Milchzahnverlust, vorzeitiger, Mundkeil, Nursing-Bottle-SyndromPlatzhalter, primär-primär-Prophylaxe, QuickTimeTrance
Special: Kinderzähne (Fremdlink auf www.Zahnwissen.de)
Video: Gesunde Kinderzähne
http://www.kinderzahnheilkunde-online.de/, Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund

 

 


Platzmangel für die nachfolgenden bleibenden Zähne durch frühzeitigen Milchzahn-Verlust

 


Verlust der Stützzonen und Absenkung des Bisses durch frühzeitigen Verlust der Milchmolaren

 



Erhaltung von zwei Milch-Backenzähnen durch "Kinderkronen"

erhaltungsfähig , erhaltungswürdig
engl.: preservable, worthy of preservation; Begriffe, die im Zusammenhang mit tief zerstörten oder stark gelockerten Zähnen auftauchen, wobei der Begriff "Erhaltungsfähigkeit" der übergeordnete ist: Er bezeichnet die Tatsache, dass ein bestimmter Zahn mit den Mitteln der zahnärztlichen Kunst - u. U. sehr aufwendig - noch zu erhalten ist. Der Begriff "Erhaltungswürdigkeit" bezieht sich auf eine individuelle Betrachtung des gesamten Gebisses und beurteilt, ob durch eine Erhaltung dieses Zahnes (der Zähne) ein Gewinn für die Mundgesundheit erzielt werden kann: Beispiel: So kann ein tief von Karies befallener Weisheitszahn in einem vollständigen Gebiss häufig noch durch aufwendige Maßnahmen (z.B. Wurzelkanalbehandlung, Überkronung) durchaus erhalten werden (= erhaltungsfähig), eine Erhaltungswürdigkeit besteht aber nicht, da dieser Zahn funktionell nicht benötigt wird. Völlig anders liegt der Fall, wenn sich nur noch wenige Zähne im Mund befinden, hier kann der gleiche Zahn aus funktionellen Gründen erhaltungswürdig sein - wenn er überhaupt erhaltungsfähig ist. Ebenso muss in einem stark vernachlässigtem Gebiss (s. Abb.) die Erhaltungswürdigkeit anders gesehen werden, als in einer gepflegten Mundhöhle. Gleiches gilt für einen erhaltungsfähigen Milchzahn, der, bedingt durch einen baldigen Zahnwechsel, nicht mehr erhaltungswürdig ist.
Auch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses beschreiben: "... Die konservierende Behandlung sollte ursachengerecht, zahnsubstanzschonend und präventionsorientiert erfolgen. Jeder Zahn, der erhaltungsfähig und erhaltungswürdig ist, soll erhalten werden." ... "In der Regel ist die Entfernung eines Zahnes angezeigt, wenn er nach den in diesen Richtlinien beschriebenen Kriterien nicht erhaltungsfähig ist. Ein Zahn, der nach diesen Richtlinien nicht erhaltungswürdig ist, soll entfernt werden. Eine andere Behandlung von nicht erhaltungswürdigen Zähnen ist kein Bestandteil der vertragszahnärztlichen Versorgung."
Pfeilerzahn, Richtlinie
 



20-jähriger Patient:
die Zähne sind "erhaltungsfähig", aber auch "erhaltungswürdig" bei einer derartigen Mundhygiene?

Erhaltungstherapie
parodontale; engl.: (periodontal) maintenance therapy; Oberbegriff für eine Vielzahl von Maßnahmen zur Erhaltung der parodontalen Strukturen. Hierzu zählen primär eine regelmäßige und intensive Nachsorge ("Parodontalsprechstunde", "Recallstunde", s. Abb.) in einer zahnärztlichen Praxis sowie eine intensive und korrekte Mundhygiene seitens des Patienten. Im weiteren Sinne werden darunter auch Maßnahmen verstanden, die zahnärztlicherseits in der Mundhöhle Verhältnisse schaffen, die einer erneuten Erkrankung vorbeugen (z.B. Verkleinerung der Zahnfleischtaschen, gesteuerte Geweberegeneration usw.)
Parodontalbehandlung, Recall, Reevaluation, unterstützende Parodontitistherapie


Erkennungsmerkmale von Zähnen ; engl.: characteristic dental features; Zahnmerkmale

Ermächtigung
von (Zahn-)Ärzten, Teilnahme an der vertrags(zahn-)ärztlichen Versorgung, engl.: authorization of doctors/dentists; Begriff aus dem Sozialgesetzbuch V (SGB V). Primär bleibt die ambulante Behandlung von gesetzlich Versicherten den niedergelassenen (Zahn-)Ärzten mit einer Zulassung vorbehalten. In Ausnahmefällen gilt nach SGB V, dass eine zulassungsähnliche E. für Andere (i.d.R. Krankenhausärzte mit Fachqualifizierung) erteilt wird, soweit und solange eine vertragsärztliche Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse der hierfür geeigneten Krankenhaus- oder Universitätsklinikärzte oder anderer Personengruppen (z.B. Psychotherapeuten) nicht sichergestellt werden kann ("Unterversorgung"). Die E. wird i.d.R. für einen befristeten Zeitraum (z.B. 5 Jahre) ausgesprochen.
Mit Urteil aus 2004 (Az.: 1 BvR 378/00, Urteil vom 17.08.04) stellt das Bundesverfassungsgericht u.a. fest, dass den niedergelassenen Vertragsärzten ausdrücklich das Recht zugebilligt wird, die E. eines Krankenhausarztes gerichtlich überprüfen zu lassen. Die E. sei eine "nachrangige Form der Teilnahme" an der Versorgung und dürfe nur erteilt werden, "soweit und solange eine ausreichende Versorgung der Versicherten ohne die besonderen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden oder die Kenntnisse" des ermächtigten Arztes nicht sichergestellt sei.
Altersgrenze, Sicherstellungsauftrag, Zahnarztregister, Zulassung

Ernährungsempfehlungen
engl.: dietary recommendations; unter zahnärztlichen und ernährungsphysiologischen Aspekten (nach Staehle, Strippel in zm 17/2004):

Weiter hat die WHO 2003 folgende Ernährungsempfehlung zur Vorbeugung vor chronischen Erkrankungen herausgegebnen:
Gesamtfett:                    15 - 30 % der Energieaufnahme
gesättigtes Fett:              unter 10 % der Energieaufnahme
Kohlenhydrate:                45 - 55 % der Energieaufnahme
Freie Zucker:                   unter 10 % der Energieaufnahme
Eiweiß:                            10 - 15 % der Energieaufnahme
Cholesterin:                     unter 300 mg/Tag
Speisesalz:                      unter 5 g/Tag
Obst und Gemüse:           über 400 g/Tag
Stärkefrei Polysaccharide: über 20 g/Tag in Form von Obst/Gemüse
Ballaststoffe:                    mindestens 35 g/Tag; vor allem durch den Konsum von Vollkornprodukten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, zur Unterstützung der Darmgesundheit täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren. Nahrungsmittel Ballaststoffgehalt:
1 Scheibe Vollkornbrot (50g) 8,1g
1 Portion Müsli mit Nüssen (50g) 6,6g
1 EL Leinsamen (10g) 3,9g
1 mittelgroße Salzkartoffel (100g) 1,2g
1 Portion Vollkornreis (50g) 1,1g
1 Portion Feldsalat (50g) 0,75g
1 mittelgroße Karotte (100g) 3,6g
1 Apfel mit Schale (125g) 2,5g
1 Portion Erdbeeren (250g) 5,0g
10 Haselnusskerne (10g) 0,8g
Quelle: Heseker, B. u. H. (1999): Nährstoffe in Lebensmitteln, Frankfurt
http://www.netzwerk-gesunde-ernaehrung.de/ , http://www.was-wir-essen.de/
Functional Food, Malnutrition
Isomaltulose sorgt für zahnfreundliche Kindertees
Zahngesunde Ernährung - die 10 häufigsten Irrtümer

Ernst Häkchen
Ernst Ligatur, engl.: Ernst ligature (internal wire ligature); nach dem Berliner Kieferchirurgen (1887-1947) benannte einfache Achterligatur (figur-of-eight ligature wire) um zwei benachbarte Zähne, wobei die Ligaturenden häckchenförmig abgebogen werden und als Halteelemente für eine intermaxilläre Verschnürung dienen. Anwendung hauptsächlich in der Notfallmedizin bei Kieferbrüchen.

ERO
Europäische Regionale Organisation der Fédération Dentaire International (FDI). Zusammenschluss europäischer Staaten (mit Israel) zur Abstimmung einer gemeinsamen zahnärztlichen Gesundheitspolitik und Außendarstellung
Council of European Dentists

Erosion
Erosions-bedingte Zahnschäden, "Säureschäden", engl.: erosion-related enamel defects; mechanische Abnutzung von durch Säureeinwirkung erweichter Zahnhartsubstanz (Demineralisation) ohne Beteiligung von Bakterien, bevor diese in ausreichendem Maße durch die im Speichel vorhandenen Mineralien remineralisiert werden konnte. Verursacht i.d.R. durch Säuren aus Nahrungsmitteln: Saure Getränke, Soft- bzw. Erfrischungsgetränke, Früchte, Essig, Sauermilchprodukte, Acetylsalicylsäure, Eisenpräparate - = extrinsische Erosion - oder Bulimie, Sodbrennen (Reflux) usw. - = intrinsische Erosion.
Das durch eine E. freiwerdende Dentin ist i.d.R. leicht bis stark empfindlich, da durch den chemischen Prozess im Gegensatz zur Abrasion keine Schmierschicht erzeugt wird, die die empfindlichen Dentinkanälchen verschließen könnte.
Zur Beurteilung der E. schlagen Lussi et al. (Bern) den BEWE (auch: "Lussi-Index") vor:
  • vestibuläre Zahnflächen
    Grad 0: Keine Erosion. Schmelz glänzend, Verlust der Oberflächenstrukturen (Perikymatien) möglich
    Grad 1: Größerer flächenhafter Verlust von Schmelzsubstanz. Intakte Schmelzleiste zervikal des Defektes. Eindellungen, Stufenbildung. Schmelz zeigt Seidenglanz. Kein Dentinbefall
    Grad 2: Dentin liegt auf weniger als der Hälfte der betroffenen Zahnoberfläche frei
    Grad 3: Dentin liegt auf mehr als der Hälfte der betroffenen Zahnoberfläche frei
  • okklusale und orale Zahnflächen
    Grad 0: Keine Erosion. Schmelz glänzend, Verlust der Oberflächenstrukturen (Perikymatien) möglich
    Grad 1: Schwach ausgeprägte Erosion. Gerundete Höcker, Schmelz seiden-glänzend, Füllungen höher als benachbarte Zahnsubstanz. Das Dentin ist nicht befallen
    Grad 2: Stark ausgeprägte Erosion. Zusätzlich ist das Dentin befallen

Durch die Säureeinwirkung kommt es zu einer Zerstörung des kristallinen Gefüges der äußeren Schichten von säureexponiertem Zahnschmelz und Dentin, so dass die obersten Schichten der Zahnhartsubstanzen teilweise direkt in Lösung gehen. Diese demineralisierten Zahnoberflächen können dann beim Zähnebürsten (s.u.) oder beim Kauen von abrasiven Nahrungsbestandteilen noch verstärkt abgetragen werden.
Das erosive Potential versch. Getränke und Nahrungsmittel ist sehr unterschiedlich und nicht immer aufgrund des Geschmacks zu vermuten. Der "IME Wissenschaftlicher Informationsdienst 5/2011" schreibt u.a.:
"Von den getesteten Lebensmitteln verursachten Limonaden, Sportgetränke, das Energiegetränk Red Bull, Fruchtsäfte bis auf Karottensaft, Früchte und Salatdressings einen signifikanten Abfall der Schmelzhärte innerhalb der ersten zwei Minuten nach Exposition (p < 0,01). Der Trend setzte sich bei allen Proben bis auf Isostar und Thomy French Dressing auch nach 2-4 min fort. Im Gegensatz dazu bewirkten Kaffee, Tee, Mineralwasser und Joghurts keine Veränderung der Zahnhartsubstanz. Ausnahmen in diesen Kategorien stellten Hagebuttentee, Joghurt der Sorte Waldfrucht und ein Mineralwasser mit Lemonzusatz dar, die ähnliche Wirkungen wie Limonaden zeigten. Schwieriger stellten sich die Verhältnisse bei alkoholischen Getränken und Medikamenten dar, die zu recht unterschiedlichen Ergebnissen führten. Entsprechend der Ergebnisse der Härtemessungen des Zahnschmelzes zeigten Mineralwässer ohne Lemonzusatz, Kaffee, Tee (außer Hagebuttentee) und einige Medikamente pH-Werte über 5,5. Die geringsten pH-Werte zwischen 2,4 und 3,3 wiesen Limonaden und Red Bull auf. Früchte, Salatdressings, Joghurts sowie Orangen- und Grapefruitsaft zeigten relativ hohe Pufferkapazitäten (> 0,1 M/l), die geringsten Werte zeigten Kaffee, Tee (außer Hagebuttentee) und Mineralwasser."
Ein verzögertes Zähneputzen nach dem Genuss derartiger Getränke/Speisen soll dazu dienen, die erweichten Zahnoberflächen durch Kalzium- und Phosphat-Ionen im Speichel zu remineralisieren, so dass die Zahnoberfläche wieder widerstandfähiger wird. Derartige Empfehlungen sind allerdings nicht überzeugend wissenschaftlich gestützt. Ebenso scheint kein Unterschied in der Verwendung von weichen oder harten Zahnborsten zu bestehen. Bedeutung kommt vielmehr der Zahnpasta zu: Je abrasiver die Zahncreme ist, desto größer ist auch der Gewebsverlust.
In jüngerer Zeit wird der Einsatz von Zahnpasten, welche mit Natriumhexametaphosphat (IMP) angereichert sind, als anti-erosiver Schutz empfohlen. Vermutlich bildet dieser Wirkstoff eine, einige Stunden bestehend bleibende, schützende Pellikel auf der Zahnoberfläche.

Als Abhilfe werden vorgeschlagen:

  • Statt Fruchtsäfte zu trinken, Frischobst essen, da Obstsorten den Speichelfluss anregen und so durch Neutralisation dem Säureangriff entgegenwirken
  • Nicht mit sauren Getränken "zur Erfrischung" den Mund umspülen
  • Den gesundheitlichen Vorteilen einer vegetarischen oder auch gemüsebetonten Ernährung steht offenbar ein erhöhtes Risiko für säurebedingte Zahnschäden gegenüber.
  • Kauen von "zahnpflegenden" Kaugummis, um den Speichelfluss und damit die Pufferkapazität zu erhöhen
  • Keine sauren Lebensmittel (fest o. flüssig) während der Nacht verzehren
  • Nicht unmittelbar nach dem Verzehr derartiger Lebensmittel die Zähne putzen - unbedingt vorher gut mit Wasser (Milch) den Mund gut durchspülen oder etwa ½ - 1 Std. warten. Derartige Empfehlungen sind allerdings nicht überzeugend wissenschaftlich gestützt
  • Zahnpasten mit geringem Schmirgelanteil und/oder auf Bicarbonat-Basis (z.B. Signal Bicarbonat; erhöht den pH-Wert) anwenden
  • Verwendung einer Bicarbonat-Zahncreme (z.B. "Signal-Bicarbonat"), da diese zur Erhöhung des pH-Wertes in der Mundhöhle beiträgt
  • regelmäßige, hochdosierte Fluoridapplikationen (= Steigerung der Säureresistenz) bzw. das Putzen mit einer fluoridhaltigen Paste
  • Die Zugabe von Mineralien wie Kalzium, Phosphor und Fluoride in säurehaltige Getränke lassen sich erosive Schäden an der Zahnhartsubstanz zwar nicht vermeiden aber deutlich vermindern.

Zur Früherkennung der Zahnschmelzerweichung wenden Wissenschaftler die hochempfindliche Messmethode der "Nanoindentation" an. Dabei wird eine extrem feine Spitze, deren Radius etwa 1.000 mal dünner als ein Haar ist, in die Oberfläche des Zahnschmelzes gedrückt. Dann wird die Kraft gemessen, die der Schmelz der Spitze entgegensetzt. Mit der Methode gelingt es die Erweichung zu messen, die nach nur zwei Minuten Einwirkzeit von z.B. Soft-Drinks eintritt. So erkennen die Forscher Zahnerosionen lange bevor sie für den Zahnarzt sichtbar werden.
Abrasivität, Bulimie,
Ernährungsempfehlungen, Karies, keilförmige Defekte, pH-Wert, Reflux (Sodbrennen) Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnhartsubstanzdefekte
Konsum von Getränken und dentale Erosion bei US-amerikanischen Kindern

 






Rückseite der Oberkiefer-Schneidezähne einer
langjährig Essgestörten Patientin, die regelmäßig erbrochen hat. Infolge intrinsischer Erosion liegt großflächig Dentin frei



erosionsbedingte Zahnhalskaries -Wurzelkaries




Auflistung von Fruchtsaftgetränken und Softdrinks (2004) mit den pH-Werten



Auflistung von Fruchtsaftgetränken und Softdrinks (2010) mit den pH-Werten und entsprechendem Verlust der Zahnhartsubstanz



Auflistung (2004) von Inhaltsstoffen versch. Alcopops

Ersatzdentin , engl.: irregular (secondary) dentine; Sekundärdentin, Tertiärdentin

Ersatzkassen
Ersatzkrankenkassen, engl.: etwa: substitutional social health insurance funds; Krankenversicherungen mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie standen über viele Jahrzehnte nur Angestellten und freiwilligen Mitgliedern offen ("gesetzliche Privatversicherung"). Organisation der Ersatzkassen für Angestellte sind seit 1912 im Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK), die Arbeiter-Ersatzkassen seit 1938 im Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV; Auflösung 2009, seither Bez. VdEK = Verband der Ersatzkassen). 1996 wurde die historische Trennung in Arbeiterkassen und Angestellten-Ersatzkassen abgeschafft, somit stehen heute (2009) die E. allen Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung über die freie Kassenwahl offen.
Primärkrankenkassen

Ersatzkassenvertrag , Bundesmantelvertrag

Ersatzzahn
Ersatzzähne
, engl.: succedaneous tooth o. teeth; verwirrende Bez. für die Zähne, welche die Milchzähne ersetzen (hat nichts mit Zahnersatz zu tun). Es sind dies die bleibenden Zähne 1 bis 5, da die Zähne 6 - 8 im Milchgebiss nicht vorhanden sind. Die E. werden aus der Ersatzzahnleiste (engl.: successional lamina) gebildet, welche sich oral hinter den Milchzahnkeimen entwickelt.
Dentition, Milchzahn, Zahn, Zuwachszähne

Erstabdruck ; Situationsabdruck

Eruption
Zahneruption
, Eruptio dentis, engl.: tooth eruption; entwicklungsbedingter dynamischer Prozess, der den Zahn aus seiner Keimlage im Alveolarfortsatz in die Mundhöhle bis zu seiner endgültigen Position in eine Antagonistenokklusion bewegt. Dieser, auch als biologische Eruption bezeichneter Prozess, wird durch das eruptive Potential der Zahnwurzel gesteuert. Der eigentliche Zahndurchbruch, d.h. das Sichtbarwerden der Zahnkrone, beginnt i.d.R. dann, wenn die Wurzellänge erreicht ist. Erfolgt dieser Durchbruch vor dem normalen Stadium, spricht man von einem unreifen Zahndurchbruch (Dentitio präcox); erfolgt er später, von einem verspäteten Zahndurchbruch (Dentitio tarda).
Dentition, Dentitionsreihenfolge, erbliche primäre Zahndurchbruchstörung, Gebiss, Mineralisationszeiten, Retention

Eruptionszyste , engl.: eruption cyst; Dentitionszyste

erschwerter Zahndurchbruch , engl.: difficult dentition; Dentitio difficilis, Weisheitszahn, Zahnen

Erwachsenenparodontitis , AP von engl.: adult periodontitis; Parodontitis marginalis, Zahnfleischerkrankungen

erweiterte Fissurenversiegelung , engl.: extended fissure sealing; Fissurenversiegelung

Erweiterter Bewertungsausschuss
Paritätisch besetztes Gremium (Zahnärzte, Krankenkassenvertreter und Unparteiische) zur Festsetzung des einheitlichen Bewertungsmassstabs ( BEMA). So beschreibt er die abrechenbaren Leistungen und deren Bewertung nach Punkten. Enge Verzahnung mit dem Bundesausschuss Zahnärzte und Krankenkassen, welcher ab 2004 nicht mehr existiert Gemeinsamer Bundesausschuss.
BEMA, Bundesausschuss Zahnärzte und Krankenkassen

Erysipel
Wundrose, Gesichtsrose, engl.: (traumatic) erysipelas, facial erysipelas; hochinfektiöse, durch Bakterien (Streptokokken) verursachte schmerzhafte und häufig gefährliche Erkrankung der Gesichtshaut oder der Mundschleimhäute

Erythem
engl.: erythema; entzündungsbedingte, flächenhafte Hautrötung infolge Mehrdurchblutung durch Gefäßerweiterung. Nach der Ursache Unterscheidung in aktives und passives E.
Röntgendermatitis

Erythrodontie
"Blutzähne", "Vampirzähne", engl.: erythrodontia, not correctly: "pink teeth"; Rot-Braun-Verfärbung der Zahnsubstanz bei familiärer Porphyrinurie. Grafik

Erythromycin , Makroloide

Erythroplakie
orale Erythroplasia
, "rote Läsion", engl.: erythroplasia; seltene, zu den Präkanzerosen zählende rötliche Flecken der Mundschleimhaut. Auch als "rote Komponente" einer inhomogenen oralen Leukoplakie bezeichnet,  verbunden mit einem hohen Potential zur Entartung. Lokalisation vorwiegend im Bereich von Mundboden, Zunge und Unterlippe.

Erythrosin
engl.: erythrosine; synthetisches Bi-Natriumsalz von 2,4,5,7 - Tetrajodofluoreszin; Hauptbestandteil der gängigen Plaquefärbetabletten (sog. Plaqueindikatoren, Plaquerevelatoren). E. besteht zu mehr als 50% aus Jod.
In Deutschland als Lebensmittelfarbstoff zugelassen, attestiert auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie diesem Stoff eine gesundheitliche Unbedenklichkeit. Allerdings kann man im gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitsdatenblatt nachlesen, dass E. beim Verschlucken als gesundheitsschädlich eingestuft wird.
Möglicherweise Auslöser für Hyperaktivität bei Kindern. Im Bakterienversuch wurden Erbgutveränderungen beobachtet. Im Tierversuch liegt die LD50 (= 50% der Tiere sterben daran) bei Ratten bei 1840 mg/kg. Hochgerechnet müsste ein Kleinkind von den Standardtabletten (5 mg) 3.000 Stück schlucken, um gefährdet zu sein - eine Vergiftung kann demnach bei sachgemäßer Anwendung ausgeschlossen werden.
Vorsicht ist bei Personen mit einer Jodallergie angebracht, da E. Jod enthält und (seltenen) allergische Reaktionen auslösen kann.
Färbetabletten




©: DERWEB Ltd

Anfärben der Plaque

Esmarch Handgriff
Esmarch-Heiberg Handgriff; engl.: Esmarch maneuver; in der Notfallmedizin angewandter beidseitiger Kiefergriff zum Freihalten der Atemwege bei Bewusstlosigkeit. Durch Vorschieben und Herunterdrücken des Unterkiefers bei einem überstreckten Kopf wird der Rachen vor der zurücksinkenden Zunge frei gehalten.
http://erste-hilfe-infos-de.server11129.isdg.de/index.php?id=762 (mit Abb.)
http://www.aerztezeitung.de/

Essstörung
engl.: eating disorder; von der normalen Nahrungsmenge abweichende Quantität der Nahrungsmittel; Ausdruck vorwiegend bei einem Zuwenig (Bulimie, Magersucht) dieser Stoffe gebraucht.

Etch-and-Rinse-Technik , Adhäsivtechnik

Etching , Adhäsivtechnik

Ethylendiamintetraacetat , EDTA; EDTA, Wurzelkanalbehandlung

Eufunktion , engl.: normal function; normale Funktion; die Silbe "eu-" bedeutet das Gegenteil von "dys-"; daher Dysfunktion für eine Fehlfunktion

Eugenol
eng.: do.; Hauptinhaltsstoff des Nelkenöls (Gewürznelke), außerdem vorkommend in Muskat, Lorbeer, Piment, Zimt; eines der Phenol-Derivate mit einer ausgezeichneten bakteriostatischen und betäubenden Wirkung. Bekannt aus der Notfallmedizin ("bei Zahnschmerzen eine Nelke zerkauen"); Haupteinsatz in der ZHK - meist in Kombination mit Zinkoxid - als indirektes Überkappungsmaterial ( Caries profunda), provisorischer Befestigungszement ("Eugenolzement"), zur Behandlung infizierter Zahnwunden und als Zusatz von Wurzelfüllmaterialien. E. gilt als "Kunststoff-Weichmacher" und ist daher nicht als Befestigungszement oder Unterfüllungsmaterial für Kunststoff-Füllungen geeignet.
Bei der Gewürznelke handelt es sich um die Blütenknospe des Gewürznelkenbaumes (Myrtengewächs), der von den indonesischen Molukken stammt. Noch hellrot, wird sie in geschlossenem Zustand gepflückt und getrocknet. Ganz oder gemahlen sowie als Öl sind die Blütenknospen im Handel erhältlich. Im Mittelalter taufte man das vielseitige Gewürz, das der Form nach an kleine Nägel erinnert, "negellin" und später "Nelke", ohne dass es mit der gleichnamigen Blumengattung (Dianthus) verwandt ist. In jüngerer Zeit wird auch der Einsatz von E. bei der Oberflächen-Schmerzausschaltung diskutiert: Ein Gel, hergestellt aus Gewürznelken, ist als topisches Anästhetikum genauso wirksam wie Benzocain, in der Herstellung und Verfügbarkeit jedoch bedeutend günstiger.
Studien belegen bei bestimmten Patienten eine Allergie auslösende Wirkung.
Zinkoxid-Eugenol, Zahnschmerz

Eugnathie
Orthognathie, fehlerfreies, harmonisches Gebiss, engl.: orthognathia, eugnathia; ein nach den anatomischen Regeln ausgebildetes und geformtes natürliches Gebiss; regelrechter Zahnzusammenbiss mit Neutralbiss. Geringes Hervorragen des Mittelgesichts; gekennzeichnet u.a. durch den Profilwinkel (Winkel zwischen Ohr-Augen-Ebene und der Verbindungslinie der Nasenwurzel mit dem Oberkiefer-Zahnfachrand in der Mittelebene). Bei Profilwinkeln von 85° und mehr spricht man von E., bei solchen unter 80° von Prognathie (Vorstand des Oberkieferkörpers) und bei Winkeln zwischen 80°-85° von Mesognathie.
Eine geringfügige Protrusion der OK-Frontzähne wird im Vergleich zu anderen Stellungen der Schneidezähne von Vielen als ästhetisch ansprechender beurteilt.
Ein anatomisch korrektes Gebiss ist eine Seltenheit. Über 90% aller Teilnehmer einer großen regionalen Kohortenstudie wiesen Dysgnathiesymptome auf. Am häufigsten lag ein frontaler Engstand (siehe Abb.) oder ein vergrößerter Overjet vor. Die Autoren werteten die kieferorthopädischen Befunde von 1.777 Teilnehmern der Study of Health in Pomerania (SHIP) im Alter zwischen 20-49 Jahren aus. Bei 92,2% der Teilnehmer wurden Dysgnathiesymptome festgestellt, über 90% verfügten über mehr als ein Merkmal und damit über eine komplexe Dysgnathiesymptomatik. Häufigste Prävalenz hatten der frontale Engstand im Unterkiefer (62,9%), gefolgt vom frontalen Engstand im Oberkiefer (41,9%) und einem vergrößerten Overjet (< 4 mm, 36,8%). Die Prävalenz weiterer Merkmale lag dahinter deutlich zurück. Eine schwere Dysgnathie wurde 32,8% der Studienteilnehmer bescheinigt. Ein anatomisch korrektes Gebiss lag lediglich bei 7,8% der Probanden vor. Definiert war ein korrektes Gebiss auch noch bei geringen Normabweichungen, wie beispielsweise dem ausschließlichen Vorliegen eines Engstandes Grad 1. Erfasst wurden 14 definierte Symptome einer Dysgnathie. Die Untersuchungen wurden von zuvor zusätzlich geschulten Zahnärzten in Stralsund und Greifswald anhand eines Untersucherhandbuchs durchgeführt. Die Erhebung der Daten umfasste den Zeitraum Oktober 1997 bis Mai 2001. Durch Interviews ermittelten Forscher zudem, ob die Patienten bereits eine kieferorthopädische Therapie erhalten hatten. Dies war bei 26,7% aller Probanden der Fall.

Abweichung, Angle, anisognath, ästhetische Analyse, Biss, Distalbiss, Dysmorphophobie, Camper, Dysgnathie, Fehlstellung von Zähnen, Frontzahnstufe, Gelenkwinkel, isognath, Kieferprofilfeld, Megalognathie, Molarenrelation, Retrognathie, Prognathie, SNA-Winkel, SNB-Winkel



die drei Haupt-
Lagebeziehungen

des Unterkiefers zum Oberkiefer.
oben:
normaler Biss
Mitte:
Rückbiss (= Prognathie) u. positivem Overjet
unten:
Vorbiss (= Progenie) u. negativem Overjet

EUS-Denthelp

EVA System
INTRA LUX EVA Prophylactic®
; auf der Basis von niederfrequentoszillierenden Instrumenten (Hub ~ 1,5 mm) beruhendes Prinzip der Zahnreinigung und Beseitigung überstehender Füllungsränder sowie dem Finieren, vornehmlich im Zahnzwischenraum und zugänglichem Zahnwurzelbereich. Mit reduzierten Hubbewegungen (Hub ~ 0,4 - 0,8 mm) auch zu Präparationszwecken in diesem Raum eingesetzt ( sonoabrasive Systeme).
http://www.kavo.com/


Evidenzbasierte Medizin
EBM
, nachweisgestützte (belegestütze) Medizin, nach dem lateinischen Wortstamm bedeutet "Evidenz" etwa "anschauende Gewissheit"; engl.: evidence-based medicine. Im Gegensatz zu der deutschen Bedeutung von Evidenz = "Deutlichkeit", "Klarheit", "Augenscheinlichkeit", "Offensichtlichkeit", "vollständige, überwiegende Gewissheit", hat sich weltweit die englische Bedeutung für Evidenz = "Nachweis", "Beleg" durchsetzen können und sich auch im deutschsprachigen Bereich als Terminus technicus etabliert. So definiert man damit eine gewissenhafte, explizite und vernünftige Anwendung der besten medizinischen Informationen in der täglichen klinischen Entscheidungsfindung. Sinn der evidenzbasierten Medizin ist es, patientenorientierten Entscheidungen eine wissenschaftlichere Grundlage zu geben, als dies oft der Fall ist - allerdings: Die Medizin ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich unter anderem naturwissenschaftlicher Methoden bedient (sog. "individualisierte Medizin"). Insofern ist der Ausdruck "evidenzbasiert" kein Qualitätssiegel.
Nach Schätzungen können momentan (2007) nur ca. 10 Prozent des Spektrums der Zahnmedizin durch Evidenz-basierte hochwertige klinische Studien abgedeckt werden. Auf einem Workshop wurde festgestellt (Evidenzbasierte Zahnmedizin im Deutschen Cochrane Zentrum (Böning, Hugger, Türp); zm 91, Nr. 18, 16.9.2001) "... Obwohl prospektive Therapiestudien auch in der Zahnmedizin den Goldstandard darstellen, wird sich die Gewinnung von zahnmedizinischer Evidenz auch in Zukunft auf Kohortenstudien, retrospektive Studien und Fall-Kontrollstudien stützen müssen. In der Zahnmedizin sind Verblindungen oder Randomisierungen häufig nicht möglich, und prospektive Therapiestudien erweisen sich oftmals auf Grund der langen Überlebenszeiten zahnärztlicher Restaurationen als undurchführbar. ..."
Da in der Medizin - im Gegensatz zu den Naturwissenschaften - viele Grundlagen nicht auf festen Gesetzen beruhen, sondern eine Patienten- und Behandlerorientierten "Individualisierung" unterliegen, steht die EBM z.Zt. auf drei Säulen (Definition nach Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.):
der individuellen klinischen Erfahrung des (Zahn-)Arztes (= interne Evidenz)
den Werten und Wünschen des Patienten
dem aktuellen Stand der wissenschaftlich fundierten klinischen (Zahn-)Medizin (= externe Evidenz)"
und weiter wird die Integration der EBM in die (zahn-)medizinische Praxis, Lehre und Forschung gefordert, um:
wissenschaftlich untermauerte Verfahren bekannt zu machen und in die Praxis einzuführen
veraltete, überflüssige und ggf. schädliche Maßnahmen zu identifizieren
Lücken in der Gesundheitsversorgung erkennbar zu machen
Hinweise für sinnvolle klinische, vor allem patientenorientierte Forschung zu geben"

Die U.S. Agency for Health Care Policy and Research (AHCPR) teilt die EBM nach Evidenz-Typen graduell ein, wobei die Stufen III und IV eine gute Aussagekraft besitzen:
Ia Evidenz auf Grund von Metaanalysen randomisierter, kontrollierter Studien
Ib Evidenz auf Grund mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie
IIa Evidenz auf Grund mindestens einer gut angelegten, kontrollierten Studie ohne Randomisierung
IIb Evidenz auf Grund mindestens einer gut angelegten, quasi-experimentellen Studie
III Evidenz auf Grund gut angelegter, nicht experimenteller deskriptiver Studien (z.B. Vergleichsstudien, Fall-Kontrollstudien)
IV Evidenz auf Grund von Berichten/Meinungen von Expertenkreisen, Konsensuskonferenzen ( http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/083-001m.htm) und / oder klinischer Erfahrungen anerkannter Autoritäten.

Darauf aufbauend leitet sich eine "Stärke der Empfehlung" (Empfehlungsstärke) ab:
Klasse A: Basiert direkt auf einer Grad-I-Evidenz = starke Empfehlung
Klasse B: Basiert direkt auf einer Grad-II-Evidenz oder einer extrapolierten Grad-I-Evidenz = Empfehlung
Klasse C: Basiert direkt auf einer Grad-III-Evidenz oder einer extrapolierten Grad-I-Evidenz bzw. Grad-II-Evidenz
Klasse D: Basiert direkt auf einer Grad-IV-Evidenz oder einer extrapolierten Grad-I-Evidenz bis Grad-III-Evidenz

alternative Behandlungsmethoden, Blindversuch, Fortbildungssiegel, klinische Studie, Leitlinie, Odds, Querschnittsstudie, Richtlinie, systematische Übersicht, Validität, wissenschaftlich anerkannt
Wo ist der Beweis (ausführliche Online-Darstellung, 2013, empfehlenswert!)
Leitlinien in der Zahnmedizin - Evidenz statt Eminenz (zm, 2013)
Glossary: http://www.cebm.net/?o=1116  (in engl.)
http://www.patientenleitlinien.de/ 
http://www.ebm-netzwerk.de/
 http://www.imbi.uni-freiburg.de/biblio/cochrane.htm
http://metaanalyse.online-forschung.info/

Exanthem
engl.: exanthema; Hautausschlag , z.B. bei Infektionskrankheiten oder als Reaktion allergischer bzw. toxischer Erkrankungen ("Arzneimittelexanthem"); großflächig auf der Haut auftretend.
Enanthem, Urticaria

Exazerbation
Exacerbation, engl.: do.; Verschlechterung, Verschlimmerung einer bestehenden Krankheit oder deren Verlauf; "Aufflammen (flare up)" einer chronischen Entzündung (z.B. einer Parodontitis). In der Zahntechnik auch gebräuchlich für das Radieren von Zähnen auf einem Gipsmodell (z.B. zum Anfertigen einer Immediatprothese).
Parodontitis apicalis, Parulis

Exhärese
Exhairese, engl.: exeresis; operatives "Herausziehen" eines Gefäß- oder Nervabschnittes; Neurexhärese, Neurotomie, Trigeminusneuralgie

Exkavation
Exkavieren, engl.: excavation; Ausbuchten, Aushöhlen. Zahnmedizinisch ist damit das Entfernen von kariösem Dentin mit langsam rotierenden Bohrern oder entsprechenden Handinstrumenten ( Exkavator) gemeint. In kariösem Dentin ist die Kollagenmatrix derart geschädigt, dass eine Remineralisation nicht mehr möglich ist. Darunter befindet sich eine Schicht, in der zwar der Mineralanteil aufgelöst, die Kollagenstruktur jedoch erhalten ist. Diese innere Dentinkariesschicht muss daher nicht unbedingt exkaviert werden.
Behandlung von Milchzähnen, Exkavator, Füllungstherapie, Kavität

Exkavator
engl.: (dental) excavator; versch. gebogene und unterschiedlich große, "löffelartige", scharfe Handinstrumente zur Entfernung von Karies aus dem Zahnbein; Haupteinsatzgebiete sind die Behandlung ängstlicher Kinder und ein Entfernen der Karies in der Nähe des Zahnnervs. Große Rosenbohrer nehmen bei sehr langsamer maschineller Umdrehung in einem Winkelstück und entsprechendem Geschick auch die Funktion eines E. war.
Exkavation, Löffel,scharfer, Rosenbohrer

Exkochleation
Auskratzung, engl.: excochleation; chirurgisches Auskratzen von Gewebe in einer Knochenhöhlung mit einem "scharfen Löffel". Granulom, Zyste

exogen
engl.: exogen(e)ous; außerhalb des Körpers entstehend; von außen her in den Organismus eindringend (z.B. Krankheitserreger oder Krankheiten); endogen

Exostose
Exostosis, Torus mandibulae, Epostoma, Osteophyt, Tuberculum mandibulae, Unterkieferwulst, "Überbein am Kiefer", Knochenhypertrophie, spez. Form einer sich nach außen entwickelnden Hyperostose, gutartiger Knochentumor, engl.: exostosis, poroma; zu den gutartigen Knochengewächsen gehörende, langsam wachsende überschüssige Knochenbildung, besonders an der Innenseite des Unterkiefer-Alveolarfortsatzes (s. Abb.); seltener im Gaumenbereich ( Torus palatinus) oder Alveolarfortsatz des Oberkiefers (s. Abb. u.) beobachtet. Eine Behandlung (chirurgische Abtragung) erfolgt i.d.R. nur dann, wenn ein herausnehmbarer Zahnersatz im Unterkiefer zu ständigen Druckstelle/-schmerzen führt. Sie erfolgt meist durch "Abmeißeln", da die E. oftmals dem Knochen nur aufliegen und sich dann durch einen Knochen-Meißel leicht mobilisieren lassen.
Eine erbliche Komponente scheint beim Auftreten wahrscheinlich.

Ostektomie, Osteoplastik, Paget Syndrom



beidseitige E. - Tubercula mandibulae - im Unterkiefer


seltene E. im OK

Expansionseinbettung ; Einbettmasse

Expasyl ®
patenförmiges Mittel (Zusammensetzung: Aluminiumchlorid und Kaolin, welche die adstringierenden und hämostatischen Eigenschaften bewirken) zur temporären Verdrängung der marginale Gingiva sowie der Trocknung der Zahnfleischtasche (Sulkus) bei der zahnärztlichen Abdrucknahme: Hierzu wird die Masse in den Sulkus eingebracht, die dann expandiert und so die Abformung nach Aussage vieler Anwender deutlich erleichtert und verbessert soll. Relativ hoher Preis.
Abdruck, Retraktionsfaden

Expertensysteme
engl.: expert systems; unter Medizinern umstrittene Computerprogramme, die Ärzten bei Diagnose- oder Therapieentscheidungen helfen sollen ("Diagnose per Computer"). Von der Struktur her sollen derartige Systeme Untersuchungsbefunde dokumentieren und Veränderungen aufzeigen (Monitoring). Darüber hinaus erfolgt eine (softwaremäßig vorgegebene) kritische Bewertung der Befunde. Z.B. widmet sich ein Computerprogramm (nach Bratthall) der Bestimmung des Kariesrisikos: Es werden die schon bestehende Karies, die Ernährung, Bakterienvorkommen in der Mundhöhle und die Anfälligkeit des Patienten gewichtet, um daraus Vorhersagen zur Höhe des Kariesrisikos zu machen. 
E. befinden sich in der ZHK noch in der Entwicklung und liefern bisher kaum brauchbare Ergebnisse in Richtung von Therapieempfehlungen.
Dentoprog-Methode

Explantation
Gegenteil von Implantation, engl.: do.; mit unterschiedlicher Bedeutung:
1.) Gewebe- oder Organentnahme bei einem Verstorbenen zum Zweck der Gewebekultur
oder Transplantation des betreffenden Organs. Neben der Feststellung des Hirntods des Verstorbenen bedarf es einer testamentarische Einwilligung des Verstorbenen oder des schriftlichen Einverständnis der nächsten Angehörigen.
2.) Entfernung von Knochenersatzmaterialien (Transplantaten) oder im Kiefer liegenden (enossalen) Implantaten. Ist z.B. ein Implantat auch nach mehreren Monaten immer noch nicht fest im Knochen verankert oder tritt eine spätere Lockerung auf, muss es i.d.R. explantiert, d.h. entfernt, werden. Diese seltene Komplikation bedingt u.U. (abhängig von der Implantatkonstruktion und der Ausprägung der Entzündung) einen erheblichen Verlust des umgebenden Kieferknochens.
Autotransplantation, Explantationsbohrer, Implantat, Implantatverlust, Knochenersatzmaterialien, Osseointegration, Periimplantitis

Explantationsbohrer
Explantationsfräse, engl.: explantation drill; feines Instrument, welches zur Entfernung eines Implantates dient, sofern dies noch relativ fest im Knochen verankert ist. Das einem Schaftlochbohrer ähnliche Instrument legt das Implantat im oberen Teil derart frei, dass es mit einem Spezialinstrument entfernt werden kann.

exspektative Diagnostik ; Reaktionsdiagnostik

Exstirpation
"Ausrottung", engl.: do.; totale chirurgische Entfernung von erkranktem Körpergewebe oder eines Organs. Begriff in der ZHK gebräuchlich als Pulpenexstirpation = totale Entfernung der Zahnpulpa mittels einer sog. Exstirpationsnadel ("Nervnadel", dünne, in den Wurzelkanal passende Nadel mit Widerhaken zum Entfernen des erkrankten Zahnnervs).
Pulpektomie

Exsudat
Ausschwitzung, engl.: exudate; entzündliche Ausschwitzung (eiweißhaltige Flüssigkeit, die bei Entzündungen aus den Blut-/Lymphgefäßen austritt; Eiter) oder eine Drüsenabsonderung
Abstrich, Abszess, Eiter, Infiltrat

Extensionsabdruck
Extensionsabformung, engl.: extension impression; Variante des sog. Funktionsabdruck im zahnlosen Unterkiefer, wobei zur Optimierung des Sitzes von Prothesen der retromolare und sublinguale Raum mit abgeformt wird (sog. Extensionsprothese). Individuelle Gewöhnungsfähigkeit bei nach diesem Verfahren hergestellten Unterkiefer-Vollprothesen
Abdruck, Muco-Seal® Abformung, Sublingualrolle, Überextension, Unterzungenflügel

Extensionsbrücke , Freiendbrücke, engl.: cantilever bridge, extension bridge; Brücke, Freiendbrücke

Extensionsklammer , Sonderform einer fortlaufenden Klammer, indem die E. nur zwei Zähne umfasst

extrakoronal , interkoronal

Extraktion
Zahnextraktion, Zahnentfernung, Extrahieren, "Ex", "Zahn ziehen", engl.: (tooth) extraction; Entfernung eines Zahnes mit speziell dafür geformten Zahnzangen und/oder Hebeln, Krallen, Wurzelzangen aus seinem Zahnfach unter örtlicher Betäubung; häufigster kieferchirurgischer Eingriff in einer Zahnarztpraxis. Zur E. werden - nach Lösen der Verbindung Zahn-Kieferknochen ( Hebel, Periotom) - versch. Techniken angewandt, die in den seltensten Fällen durch Kraft, sondern mehr durch Gefühl geprägt sind ( Luxation). I.d.R. erfolgt bei einwurzligen Zähnen eine rotierende, bei mehrwurzligen eine schaukelnde Bewegung zu deren Entfernung.
Bei tief zerstörten ( Caries profunda, Wurzelkanalbehandlung) oder im Kiefer zurückgebliebenen (retinierten) Zähnen ( Weisheitszahn) muss vorher die Schleimhaut aufgeschnitten ("Aufklappung") und ggf. der bedeckende Knochen abgefräst ( Osteotomie) werden.
E. sollten immer erst nach der Anfertigung von Röntgenaufnahmen der Zahnwurzel und Umgebung erfolgen, um anatomisch bedingte Komplikationen bei einer E. (z.B. abgekrümmte Wurzeln, Nachbarschaft zu einer Kieferhöhle oder einem Nerv) zu minimieren.
Indikationen zu einer E. sind vielfältig und unterscheiden sich im Milch- und bleibendem Gebiss:
Indikationen zur Extraktion im Milchgebiss (1. Dentition):

Indikationen zur Extraktion im bleibenden Gebiss (2. Dentition):

Eine vorübergehende Kontraindikation besteht bei akuten Entzündungen (schlechtere Wundheilung, Probleme mit der örtlichen Betäubung), akute Phase eines Herzinfarkts und während einer Chemo- bzw. Strahlentherapie.
Nach einer E. hat der Kieferkamm einen mittleren Verlust der horizontalen Breite von 3,8 mm und einen mittleren vertikale Verlust in der Höhe von 1,24 mm innerhalb von 6 Monaten nach Zahnextraktion

Für die Knochenregeneration ("Abheilung") spielt es offenbar keine entscheidende Rolle, ob man die Extraktionswunde mit künstlichem Knochen oder ähnlichen Materialien (z.B. Gelantineschwamm) nach der Zahnentfernung auffüllt. Wichtiger für den Heilungsprozess ist eine sorgfältige Entfernung eitriger Prozesse und ein stabiles Blutkoagulum - hier sollte ggf. eine Annäherung der Wundränder mittels Situationsnaht oder zumindest die Applikation eines Aufbisstupfers erfolgen. Diese Maßnahmen vermeiden zusätzlich, dass es zu Wundheilungsstörungen (dolor post, dry socket) kommen kann.

Als Komplikationen/Risiken bei einer E. gelten:
Abbrechen der Zahnkrone oder Fraktur der Zahnwurzel; eine Entfernung erfolgt dann durch Osteotomie bzw. mit speziellen Instrumenten über die Alveole
Verletzung der umgebenden Weichgewebe
Fraktur der Alveolarwand
Nachblutungen, Nachschmerzen, Schwellungen
Infektion der Extraktionswunde mit Wundheilungsstörungen (sog. "trockene Alveole" o. "dry Socket")
Eröffnung der Kieferhöhle im Oberkiefer-Backenzahnbereich
Verletzung des Unterkiefernerven, besonders bei der Osteotomie verlagerter Weisheitszähne.
Kiefergelenksluxation
Extraktion des falschen Zahnes
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff werden strenge Anforderungen an eine entsprechende Operationshygiene gestellt ( http://www.rki.de/).

In 2011 schreiben BZÄK/KZBV in einer Pressemtteilung u.a. zum Zahnverlust:
"Die Zahl der jährlichen Extraktionen ist deutlich zurückgegangen: von über 16 Mio. Anfang der neunziger Jahre auf ca. 13,4 Mio. im Jahr 2009 in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dennoch bleiben Karies bei 29,7 Prozent und Parodontitis bei 28,5 Prozent aller Fälle ursächlich für die Extraktion. Ab Mitte 40 nehmen die Zahnverluste deutlich zu und erreichen bei den 66- bis 70-Jährigen einen Höhepunkt. Mit zunehmendem Lebensalter ist Parodontitis der Hauptgrund für Zahnverlust."

Alveolarkammplastik, Alveolenstabilisator, Antibiotikaprophylaxe, Ausgleichsextraktion, Avulsion, Blutgerinnungsstörungen, Dry Socket, Edentation, Extraktionszange, Geschäftsfähigkeit, Hebel, Knochenheilung, Naht, Ögram-System, Osteoradionekrose, Osteotomie, Quick-Wert, Periotom, per primam, Prämolarenzange, PrimärheilungRadix relicta (Wurzelrest), Reihenextraktion, RootReplica™, Situationsnaht, traumatische Zahnverletzungen, Verhalten nach einer Zahnentfernung, Wundheilung, Wundinfektion, Zahnfraktur
historisch: Pelikan
Extraktionskunde

 

 


Extraktionstherapie
Entfernung bleibender Zähne bei geringen Platzverhältnissen, Ausgleichsextraktion, Reihenextraktion, gesteuerte Extraktion, engl.: serial extraction; erprobte Maßnahme zur Behebung von Zahnengständen (mit oder ohne zusätzliche kieferorthopädische Behandlung). Wird häufig von Laien (Eltern) kritisch gesehen: "Warum muss ein gesunder Zahn entfernt werden?", aber ohne eine derartige Maßnahme ist keine regelrechte Einordnung bei einem viel zu kleinen Kiefer zu erwarten.
Als Indikationen gelten:
Vorzeitige Extraktion von Milchzähnen
Störungen beim Durchbruch bleibender Zähne / Unterminierende Resorption
Platzgewinn im betreffenden Kiefergebiet
Platzverlust bedingt durch Einengung der Stützzone
Milchmolarendepression (Infraokklusion)
Vorzeitige Extraktion von bleibenden Zähnen
bei hochgradigem Platzmangel
zur Korrektur der Bisslage
Korrekturen der Achsenstellung
Missverhältnis von SI-OK zu SI-UK
Zahnüberzahl im Gegenkiefer
Ästhetiklinie, Ausgleichsextraktion, Begg Technik, Engstand, Gebissreduktion, Geschäftsfähigkeit, leeway space, Platzbedarfsanalyse, Raphe-Papillen-Transversale, Reihenextraktion, Tweed

 


Extraktionszange
Zahnzange
, engl.: dental o. extracting forceps; in Form und Größe unterschiedliche Instrumente zur Entfernung von Zähnen. Die Form der Zangenbacken (auch Branchen) entspricht der anatomischen Form des auf den Zahnhals folgenden Wurzelbereiches, dadurch ist ein sicheres Umfassen des jeweiligen Zahnes mit dem Zangenmaul bei seiner Extraktion gewährleistet; häufig sind zu einem noch festeren Umgreifen des Zahnes die Innenseiten der Backen diamantiert. Der Zangengriff ist je nach anatomischer Lage des Zahnes gerade oder versch. stark abgewinkelt, um den Zahn in seiner Achsrichtung exakt greifen zu können. Die beiden Zangenbacken sind über ein Schloss (auch: englisches Schloss) miteinander verbunden.
Bajonettzange, Extraktion, Rabenschnabelzange, Zahnschlüssel




Oberkiefer-Schneidezahn-Zange


Unterkiefer-Schneidezahn-Zange


extraoral , engl.: do.; außerhalb des Mundes (gelegen oder stattfindend); intraoral, Zahnflächen

extrinsisch
engl.: extrinsic; von außen her angeregt, durch äußere Zwänge; Gegenteil: intrinsisch.
Bleichen, Erosion, Verfärbung von Zähnen

Extrusion
engl.: extrusion;
1.) Überstehen eines Zahnes über die Okklusionsebene ( Elongation); ragt aus dem Zahnfach heraus - ist "länger". Bedingt durch Fehlen eines Antagonisten oder bei fortgeschrittenen Zahnbetterkrankungen; Folge eines Zahnunfalls traumatische Zahnverletzungen

2.) (erwünschte) Folge einer kieferorthopädischen Behandlung: Mittels einer Extrusionskraft, die von einer entsprechenden Apparatur ausgeht (z.B. einer Extrusionsfeder), wird der Zahn aus seinem Zahnfach langsam soweit herausgezogen, bis er die Okklusionsebene erreicht

 


exzentrisch
exzentrische Projektion; engl.: excentric projection; außerhalb des Mittelpunktes liegend. Begriff in der ZHK bei einer speziellen Röntgentechnik (exzentrische Projektion), um einen Zahn "dreidimensional" darzustellen: Der Zentralstrahl weicht von der normalen orthoradialen Projektion (senkrecht auf eine gedachte Tangente am Zahnbogen) entweder nach vorn ("mesialexzentrisch") oder hinten ("distalexzentrisch") ab. So können Objekte, die bei einer orthoradialen Projektion übereinander liegen würden (Zahnwurzeln, verlagerte Zähne) getrennt dargestellt werden.
laterale Zahnaufnahme, parallaktisch verschobene Projektion, Röntgendiagnostik, Summationseffekt, Winkelhalbierungstechnik

Exzision
Excisio(n), Aus-/Herausschneiden von Gewebe, engl.: excision; eine Probeexzision, engl.: sample excision, mit anschließender histologischer Untersuchung dient zu diagnostischen Zwecken (z.B. Verdacht auf Mundhöhlenkrebs).
Gingivektomie, Keilexzision, Linguotomie, VY-Plastik, Z-Plastik

 

zu Ea-Em

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
Haftungsausschluss  
 /  rechtliche Hinweise
© 00 · 16 ZiiS-GmbH

Die Graphiken beruhen teilweise auf den Vorlagen der Firmen Corel-Corp. ( http://www.corel.com ) und TechpoolStudios Inc. ( http://www.lifeart.com ) bzw. wurden entsprechend überarbeitet; sie dürfen weder gespeichert bzw. heruntergeladen werden und sind nur zur persönlichen Betrachtung bestimmt.
Bitte beachten Sie den Disclaimer und die Copyright-Bestimmungen der ZiiS-GmbH