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EADPH
European Association of Dental Public Health; europaweit tätiger Verein zur Entwicklung von "Mundgesundheitsstrategien" im Bezug auf eine Verbesserung der öffentlichen Zahngesundheit. Eine enge Kooperation mit der zuständigen Kommission der EU wird angestrebt.
http://www.eadph.org/ 

Eagle-Syndrom
nach dem US-amerikanischen HNO-Arzt Watt Weems Eagle benannt, der das Syndrom 1937 erstmals beschrieb und welches auf einen verlängerten Processus styloideus (Griffelfortsatz des Schläfenbeins) oder ein verknöchertes Ligamentum stylohyoideum zurückzuführen ist und dadurch das Zungenbein tangiert. Das Syndrom geht mit neuralgiformen Schluckbeschwerden, Ohren-, Hals-, Kopf und Nackenschmerzen, insbesondere bei einseitigen Kopfbewegungen, einher. Weiter bestehen unklare Gesichts- und Kauschmerzen.
http://www.zm-online.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Eagle-Syndrom

(Eastman) interdental bleeding index (EIB) SBI

easy to clean Effekt
in der ZHK Schlagwortbez. für Methoden im Rahmen der Nano-Technologie, welche die Zahnoberfläche derart versiegeln, dass sich daran kein Biofilm und damit kariesauslösenden Bakterien anhaften können ("Bakterien perlen von der Zahnoberfläche ab"). Sollten derartige Beschichtungen in die Praxis dauerhaft umzusetzen sein, so könnte ein drastischer Rückgang bei den Volksseuchen Karies und Zahnbetterkrankungen ("Parodontose") erreicht werden. Die Forschung konzentriert sich dabei auf flüssige Nano-Kunststoffe auf Komposit-Basis (2009). Experten räumen derartigen Methoden ein großes Zukunftspotential ein.

EBA-Zement
Abk. von Ethoxibenzoeacid; von den Zinkoxid-Eugenolzementen abgeleitete Befestigungs- oder Unterfüllungs-Materialien mit einem Zusatz von etwa 60 % Ethoxibenzoesäure. Die mechanischen Eigenschaften liegen zwischen einem provisorischen und definitiven Zement; eine Reizung des Zahnnervs wird als gering eingestuft. Bestandteile: Flüssigkeit: Eugenol und Ethoxibenzoesäure, Pulver: modifiziertes (Zusatz von Aluminiumoxid) Zinkoxid.
Befestigungszemente, Unterfüllung

EBM ,  Evidence-Based Medicine; Evidenzbasierte Medizin

ECC
Early Childhood Caries, frühe Milchzahnkaries; Krankheitsbezeichnung ohne genauere Definition im Milchgebiss. In der Literatur wird derzeit (2010) überwiegend jegliche Karies bei unter Sechsjährigen mit diesem Ausdruck bedacht, ohne auf genauere Kriterien einzugehen. Hieraus ergeben sich im internationalen Vergleich stark differierende Zahlen im Bezug auf eine Prävalenz. Dadurch bedingt wird auch die unterschiedliche Ätiologie der beiden Hauptkariesformen in diesem Alter vermischt: Nuckelflaschenkaries und gewöhnliche Karies.
Entstehung ist - wie bei jeder Karies - multifaktoriell: hohe Zufuhr von Kohlenhydraten und Zucker, weiche Speisen, schlechte Mundhygiene, frühe Infektion mit kariogener Mikroflora, Hypoplasien, Fehlernährung, niedriger Sozialstatus (als häufige Assoziation) usw. . Im Speichel von Kindern mit ECC finden sich im Vergleich zu Speichel von Kindern mit kariesfreien Gebissen erhöhte Konzentrationen der Antikörper sekretorische IgA und IgG. Die erhöhten IgG-Werte werden als Reaktion auf Entzündungsprozesse der Gingiva, die hohe IgA-Konzentration wird als Reaktion auf die hohe Belastung der Kinder mit kariogenen Bakterien, insbesondere St. mutans, interpretiert.
Nach Wyne (1999) lässt sich die ECC in die folgenden Typen untergliedern (aus zm-online):
Typ I (leicht bis mittelgradig)
Isoliert vereinzelte kariöse Läsionen an Milchmolaren und/oder Milchschneidezähnen
Ursache: kariogen feste oder halbfeste Nahrung bei unzureichender Mundhygiene
Betroffene Kinder: meist zwischen zwei und fünf Jahren
Typ II (mittelgradig bis schwer)
Kariöse Läsionen an den Milchschneidezähnen im Oberkiefer (abhängig vom Alter mit oder ohne Molaren-/Eckzahnkaries)
Schneidezähne im Unterkiefer sind kariesfrei
Ursache: verlängerte Trinkzufuhr aus Saugerflaschen oder extrem ausgeprägtes Stillen ("at-will-breast-feeding") bei guter oder schlechter Mundhygiene
Betroffene Kinder: bald nach Durchbruch der ersten Milchzähne
Typ III (schwer)
Kariöse Läsionen an (fast) allen Milchzähnen, auch die unteren Schneidezähne sind betroffen
Ursache: insgesamt kariogene Ernährung und unzureichende Mundhygiene
Betroffene Kinder: meist zwischen drei und fünf Jahren
Erhaltung von Milchzähnen, Speichel
Early Childhood Caries (ECC) (zm, 2017)
Ratgeber - Frühkindliche Karies vermeiden (BZK, 2016)
ECC behandeln (zm, 2015)
Frühkindliche Karies – Fakten und Prävention
Frühkindliche Karies - Das Konzept zur Prävention (2014)
Erfahrungen, Probleme und Einschätzungen niedergelassener Zahnärzte bei der Behandlung jüngerer Kinder - Ergebnisse einer bundesweiten Befragungsstudie (2013)
Isomaltulose sorgt für zahnfreundliche Kindertees
zahnfreundliche Kindertees
 




tief zerstörte Backenzähne im Milchgebiss

ECDI
European Centers for Dental Implantology; 2009 gegründete Gruppe von implantologisch tätigen Praxen und Kliniken, welche sich besondere Qualitätsanforderungen gesetzt haben: Die Ärzte der Zentren müssen seit mindestens 15 Jahren implantologisch tätig sein und mindestens 3.000 Implantate gesetzt haben. Die Zentren sind einer leitliniengerechten und wissenschaftlich gesicherten Therapie verpflichtet.
http://www.zahnimplantate.com/

Eckzahn
Augenzahn, Hundszahn, dens caninus, dens cuspidatus, engl.: canine or cuspid(tooth), eyetooth  für den oberen E.; zu den Frontzähnen gehörender 3. Zahn (von der Mitte nach hinten) im Ober- und Unterkiefer, sowohl im Milchzahn- wie im bleibenden Gebiss; etwa zwischen dem 10. und 12.Lebensjahr als letzter Frontzahn durchbrechend ( Dentition). Dadurch, dass schon die anderen Schneidezähne und meist auch schon die kleinen Backenzähne (Prämolaren) durchgebrochen sind, kann es im zu kleinen Kiefer zu einem Verhalten im Knochen (Retention) - Eckzahnretention - oder zu einem Durchbrechen vor oder über die eigentliche Zahnreihe ("nach außen") - Eckzahnaußenstand (Abb. rechts unten) bzw. Eckzahnhochstand (Abb. unten) - kommen.

Eckzahndistanz, Frontzahn, Prämolarisation, Retention, Schneidezahn, Simon Aug-Punkt, Wechselgebiss, Zahngrößen (Breite, Dicke, Länge)


rechter oberer E. aus versch. Sicht



Eckzahnaußenstand bei
einem Engstand

 

Eckzahnbreite
Eckzahndistanz
, EZD, nach Little (1975) engl.: bicanine breadth or width; Abstand zwischen den Eckzahnspitzen eines Kiefers, bzw. zwischen den vermuteten Eckzahnspitzen ibei abgeschliffenen Eckzähnen. Infolge des Kieferwachstums tritt besonders zwischen dem 6. u. 9. Lebensjahrs eine starke Vergrößerung mit nachfolgend abgeschwächter Tendenz auf.

Eckzahnführung
Eckzahn-geführte Okklusion, engl.: canine guidance or cuspid guidance or canine rise; dynamische Okklusion unter Hauptbeteiligung der Ober- und Unterkiefer-Eckzähne; bei der Seitwärtsbewegung (Laterotrusionsbewegung) haben nur die Eckzähne von Ober- und Unterkiefer der Arbeitsseite miteinander Kontakt. Alle anderen Zähne der Arbeits- und Balanceseite stehen sofort nach Einsetzen dieser Bewegung außer Kontakt. Dadurch entsteht ein Schutz der übrigen Zähne vor horizontalen Kräften, welche auf den Eckzahn selbst aufgrund seiner parodontalen Stabilität nur wenig Einfluss haben sollen.
Frontzahnführung, Gnathologie, Gruppenführung, Okklusion, Okklusionskonzepte, Zentrik

Eckzahnlinie
engl.: cuspid line; eine der Kennlinien bei der Herstellung von Vollprothesen. Neben der Mittellinie, Lachlinie, Kauebene bzw. Lippenschlusslinie dient diese Bezugslinie dem harmonischen Aufstellen der Kunstzähne. Sie wird im zahnlosen Kiefer als Senkrechte, anliegend an den Nasenflügeln, definiert.

Eckzahnlücke ; Affenlücke

Eckzahnrelation ; Molarenrelation

ECM-Methode , (= electrical caries monitor, Lode Medical Technology, Groningen, NL), elektrische Widerstandsmessung, engl.: electrical resistance test; Kariesdiagnostik

ECTS-Leistungspunktesystem
"
ECTS" ist die Abk. von "European Credit Transfer System", Zeitäquivalent für Studienleistungen innerhalb Europas. System zur Anrechung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen; 1989 im Rahmen von ERASMUS eingeführt. Die Deutsche Hochschulrektorenkonferenz hat in 2004 beschlossen "... Kreditpunkte sollen an allen Hochschulen zügig eingeführt werden und auch für hiesige Studierende wichtig werden. Neben den bisherigen absoluten Noten sollen die Hochschulen künftig zusätzlich relative nach dem Muster des ECTS vergeben... ... ECTS basiert auf der Übereinkunft, dass das Arbeitspensum von Vollzeitstudierenden während eines akademischen Jahres 60 ECTS-Credits ergibt. Das definierte Arbeitspensum liegt in Europa im Durchschnitt bei 1500 Stunden pro Jahr; in Deutschland geht man von 1800 Stunden aus. Das bedeutet, dass ein Credit 25-30 Arbeitsstunden entspricht. Das Arbeitspensum bezieht sich auf die Zeit, die die Lernenden im Durchschnitt benötigen, um die für die jeweilige Veranstaltung oder das Modul genau zu definierenden Lernergebnisse zu erzielen ...". Ausführlich unter: http://www.hrk.de/positionen/gesamtliste-beschluesse/position/convention/ects-als-system-zur-anrechung-uebertragung-und-akkumulierung-von-studienleistungen/.
Bologna-Prozess, Master

EDA
European Dental Association; die EDA wurde 1999 als Dachverband für Fortbildungsorganisationen und –Institutionen gegründet. Sie bietet die Möglichkeit eines Zusammenschlusses aller Gruppen und Institutionen, die in der Weiterbildung engagiert sind sowie Einzelmitgliedschaften für Zahnärzte, die sich in einem oder mehreren Fachbereichen spezialisieren wollen oder bereits spezialisiert haben.
http://www.eda-eu.org/

Edelmetalle
engl.: precious (noble) metals; hierzu gehören nach Definition chemisch besonders beständige Metalle ( Korrosion) wie Gold, sowie die Platinmetalle: Platin, Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium, Ruthenium und im weiteren Sinn auch: Silber und Quecksilber; hinzu kommen noch weitere Metalle, die eine noch höhere Korrosionsbeständigkeit besitzen aber nicht zu den E. gezählt werden: Titan, Zirkonium, Hafnium, Vanadium, Nion, Tantal, Chrom, Molybdän und Wolfram. E. werden von Salzsäure nicht angegriffen.
In der ZHK gebräuchliche E. für Zahnersatz: Legierungen. Die E. liegen dabei selten in reiner Form vor, sondern aus Stabilitäts- und/oder Kostengründen als Legierungen.
Duktilität, Legierungen, Legierungspass, NEM (NichtEdelMetalle), Schwund, Spannungsreihe v. Metallen, Spargold

Edentation , engl.: do.; teilweise oder vollständige Zahnlosigkeit, welche durch eine Zahnentfernung bedingt ist

Edgewise-Technik
festsitzende kieferorthopädische Behandlung mittels runden Drähten und Vierkantaußenbögen (Kantenbogentechnik) zur körperlichen Bewegung von Zähnen; Gable Biegung, Light-wire-Technik, Multibandbehandlung, Straight-wire-Technik

EDI , European Association of Dental Implantologists; BDIZ EDI (Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa); http://www.bdizedi.org/ 

Edlan-Mejchar Operation
parodontalchirurgisches Vorgehen mittels gestieltem Schleimhautlappen mit dem Ziel einer Vergrößerung der befestigten Gingiva bzw. einer Vertiefung der Umschlagfalte als Alternative zur klassischen Verstibulumplastik; als präprothetische Maßnahme tritt dadurch eine relative Erhöhung des Alveolarfortsatzes ein.

EDTA
Abk. von Ethylene Diamine Tetra-Acetate, engl.: do.,  auch ÄDTA = Äthylendiamintetraacetat , Editinsäure, Ethylendiamintetraessigsäure; es handelt sich um einen organischen Chelatkomplex eines von 2 N- und 4 O-Atomen gebildeten Oktaeders, dessen 12 Kanten z.T. durch (leicht sich auflösende) O-O-Brücken verbunden sind; bei Kontakt mit Natriumhypochlorid (NaOCl) wird naszierender Sauerstoff freigesetzt. EDTA bildet mit Metallionen lösliche Komplexe (Chelate); Einsatz bei der Wurzelkanalaufbereitung (Auffinden und Erweitern von Wurzelkanälen, "chemische Wurzelkanalaufbereitung") und bei der mechanischen Aufbereitung in Gel-artiger Konsistenz als "Gleitmittel" empfohlen. EDTA bewirkt weiter eine interne Bleichung und eine Auflösung der präparationsbedingten Schmierschicht. Da EDTA lediglich eine auflösende, aber keine reinigende Wirkung hat, wird die Kombination mit Natriumhypochlorid (NaOCl) als Spüllösung empfohlen. Handelsnamen: z.B. Calcinase™, Glyde-Gel™.

Weiter findet sich EDTA auch als Zusatz in versch. Lokalanästhetika: als zusätzlicher Stabilisator der beiden Wirkstoffe, des Vasokonstriktors (z.B. Adrenalin) und des Anästhetikums (z.B. Articain).
EDTA ist seit 1948 als Medikament in den USA für die Ausschwemmung von Schwermetallen und seit 2002 für die Notfallmedizin bei Hypercalcämie und Arrhythmie zugelassen.
MTAD, Natriumhypochlorid, Wurzelkanalbehandlung

EDV
in der Zahnarztpraxis, Dental-EDV, Praxiscomputer, engl.: EDP in the dental practice, practice computer;  etwa ab 1980 vereinzelt eingesetzte, im Jahr 2007 in fast allen Zahnarztpraxen vorhanden. Der einschlägige Software-Markt ist schwierig zu durchschauen: Viele Angaben der Hersteller lassen sich nicht miteinander vergleichen bzw. interpretierbar ( Seite der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung mit Anbieterliste und Datenbankrecherche). Insgesamt waren 2009 93 Programme auf dem Markt.
Im Abrechnungsverkehr mit den KZVen darf nur eine von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) geprüfte und zugelassene Software ("KZBV-Modul") eingesetzt werden. Bei der Vielzahl der Softwareanbieter werden etwa / der Marktanteile von den 4 großen Softwareanbietern ZVG, CompuDent, ChreMaSoft und Dampsoft gehalten, wobei die Firmen CompuDent, ZVG, ChreMaSoft und CompuPlan zur CompuDent-Gruppe gehören und mehr als die Hälfte des Marktes ausmachen.
Ab 1. Januar 2012 müssen alle Praxen ihre vertragszahnärztlichen Leistungen mit ihrer KZV grundsätzlich in papierloser Form abrechnen. Das gilt für sämtliche Leistungsbereiche, also konservierend-chirurgische Leistungen ebenso wie Leistungen in den Bereichen Parodontalerkrankungen, Kieferorthopädie, Kieferbruch und Zahnersatz. Auch Leistungen von zahntechnischen Fremdlaboren sollen zukünftig in die elektronische Abrechnung einbezogen werden. Es wird Übergangsregelungen geben, die in Ausnahmefällen weiterhin eine Papierabrechnung erlauben. Die Einführung der papierlosen Abrechnung ist durch das Sozialgesetzbuch V vorgeschrieben.
Bisher nur unbefriedigend gelöst ist das Problem der dokumentensicheren Archivierung dann, wenn es sich um eine reine EDV-Praxis ("papierlose Praxis") handelt. Fachspezifische Vorschriften bestehen bisher nicht. Eine aktuelle Gerichtsentscheidung (OLG, 2010) ist durch Anklicken dieses Textes zu lesen.
Die vernetzte Zahnarztpraxis (zm, 2014)
Datenschutzbroschüre der DGZMK (2016)
Datenschutz- und Datensicherheitsleitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV (Stand: März 2011) o. © KZBV
Datenschutz: Rechtssicher in die Cloud - geht das? (2014)
Datenschutzbeauftragter nach dem Bundesdatenschutzgesetz
Bitkom veröffentlicht Musterverträge für Auftragsdatenverarbeitung (2014)
Datenschutz in der Praxis - Entsorgung von Datenträgern (zm, 2014)
Elektronische Abrechnung in der Zahnarztpraxis (2012)
Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis

Effektive Dosis , engl.: effective dose; Personendosis

EFQM , Abk. von European Foundation for Quality Management; Qualitätsmanagement
http://www.efqm.org/  ;  http://www.qz-online.de

eGK, eCard, Gesundheitspass; elektronische Gesundheitskarte

eHealth
Schlagwortbez. für medizinische Tätigkeiten, Qualitätsverbesserungen und Rationalisierungsmaßnahmen die durch Instrumente wie Telemedizin und Telematik (elektronische Übertragung von Datenerfassungs- und Kommunikationsprozessen) erzielt werden. ==> elektronische Gesundheitskarte
TI – Die Revolution frisst ihre Kinder (zm, 2017)

Ehricke-Löffel
nach einem Berliner Zahnarzt (1890-1970) benannte, konfektionierte, metallische Abformlöffel für den bezahnten und unbezahnten Kiefer. Galten Jahrzehnte als Standard-Abformlöffel und wurden von Einmal-Löffeln aus Kunststoff überwiegend abgelöst. Abb.: perforierte E.-L. für den bezahnten Ober- und Unterkiefer.
  Abdruck

Eichner-Klassen
engl.: Eichner's categories (classifications); sehr umfangreiche Klassifizierung beider Kiefer der versch. Ausprägungen eines Lückengebisses nach der Anzahl der bestehenden Stützzonen. Erläuterungen siehe Abbildung.
                
                            

Andere Einteilungen ( Kennedy-Klassen; Wild-Klassen) orientieren sich an der konkreten Lage der Lücken innerhalb eines Kiefers und nicht an den Stützzonen
Abstützung

Eid des Hippokrates , Hippokratischer Eid, engl.: Oath of Hippocrates, Hippocratic oath; Hippokrates

Eierschalen-Test , engl.: egg-shell-test; ==> Fluoride

Eigenbeteiligung , Selbstbeteiligung, engl.: co-payment, Festzuschüsse, Selbstbehalt, Zuzahlung, Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz

Eigenlabor , Praxislabor

Einbetten
engl.: embedding; Schlagwortbezeichnung für eine bei der Herstellung von Zahnersatz gebräuchliche Technik: Das Ersatzstück wird in Wachs gearbeitet und in eine mit spez. Gips ( Einbettmasse) vorbereitete Küvette oder Muffel (= Behältnis) gebracht. Das rückstandsfrei entfernbare Wachs wird nach Abbinden des Gipses durch Wärme entfernt ("ausgebrüht" o. "ausgebrannt") und hinterlässt damit eine Hohlform des späteren Werkstückes, welche mit den entsprechenden endgültigen Materialien ausgegossen/ausgespritzt wird. Ein ähnliches Vorgehen wird beim Anfertigen von metallischem Zahnersatz ("Metallguss, Goldguss") angewandt.
Gegenteil von E. ist: Ausbetten, Ausküvettieren, engl.: deflasking
Inlay, Wachsmodell

Einbettmasse
engl.: (dental) investment compound or cast; gipsartige, feuerfeste Substanz auf der Basis von Quarz o. Cristobalit mit einem feuerfesten Bindemittel, in welche das Wachsmodell im Rahmen des Ausgießens ( Muffel) "eingebettet" wird. Derartige Massen erfahren beim Abbinden und Erhitzen auf Schmelztemperatur bewusst eine definierte Expansion (sog. Expansionseinbettung"), welche zum Ausgleich der Kontraktion des Gussobjektes beim Abkühlen auf Raumtemperatur ("Gussschrumpfung") dient.

Einfachsatz , GOZ-Einfachsatz, Schlagwortbezeichnung für eine Liquidierung zu den niedrigsten Sätzen der GOZ

Eingliedern
Eingliederung von Zahnersatz
, engl.: incorporation (of (artificial) dentures); dauerhaftes Einbringen ("Einsetzen") von Zahnersatz  in die Mundhöhle: Das E. besteht nicht nur aus dem Einsetzen (z.B. Festsetzen mit Befestigungszement) der Restauration in die Mundhöhle, sondern bedingt auch eine Anpassung dieser in die biologischen Strukturen und eine Unterweisung über den richtigen Gebrauch und die Pflege. Weiter können in der Nachfolgezeit noch geringfügige Korrekturen (z.B. Einschleifen, Entfernen von Druckstellen) erforderlich sein. Versicherungstechnisch gilt als Tag der Leistungserbringung der Tag des E. des Zahnersatzes. U.U. kann dem E. ein provisorisches Einsetzen einer Arbeit ("Probetragen") vorausgehen.
Einprobe, Fertigstellung, Probeeinsetzen, Zementieren

Einkaufsmodell
"Integrationsmodelle", "Sonderverträge", engl.: "purchasing model" ; mögliches Honorierungssysteme im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung: Krankenkassen können auch außerhalb der Rahmenverträge ( BEMA) mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Leistungen „einkaufen“. Hierzu gehören ärztliche/zahnärztliche Leistungen bei Vertragsärzten deren Gemeinschaften und Gesellschaften, Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmittel sowie Krankenhausleistungen und Pflegeleistungen; Leistungen, Preise und Qualitätsstandards könnten frei verhandelt werden. Die Grundsätze dazu sind im § 63 SGB V geregelt.
Vor dem Abschluss entsprechender Verträge sollte bedacht werden:
  Regelungen, die den Vertragszahnarzt schützen und zu einer Konfliktvermeidung bzw. -lösung beitragen (z. B. das vertraglich vereinbarte Gutachterwesen) gelten nicht mehr
  Der Vertragszahnarzt muss die Vertragskonditionen mit den Krankenkassen selbst aushandeln. Er kann sich hierbei nicht mehr auf das Kollektiv der Vertragszahnärzte in Form der KZV berufen
  Auswirkungen bestehen aber nicht nur in Bezug auf die Vergütung der Leistungen. Es können bspw. auch verlängerte Gewährleistungsfristen Gegenstand der Vertragsverhandlungen sein.
  Ein einzelner Vertragszahnarzt wird weniger Gewicht in den Vertragsverhandlungen haben - und damit möglicherweise Ziele schwerer oder gar nicht durchsetzen können als im Kollektiv. Regelungen, die den Vertragszahnarzt schützen und zu einer Konfliktvermeidung bzw. -lösung beitragen
  Die Einzelpraxis ist wesentlich abhängiger von den Krankenkassen, da letztere die Versicherten in die integrierte Versorgung bringen

Mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz wurde eine Ausweitung dieser Modelle präferiert und sog. Selektivverträge auf der Basis des § 140a SGB V von Kassenseite angestrebt.
integrierte Versorgung, Manged Care, Selektivvertrag

Einkommen
der Zahnärzte, engl.: income of dentists; die zahnärztlichen Mitteilungen (zm) schreiben hierzu in 2-2016:
"Nach Abzug aller Kosten verdiente ein verheirateter Zahnarzt mit zwei Kindern 2013 insgesamt 83.800 Euro (West), beziehungsweise 65.600 Euro (Ost). Die Arbeitszeit lag bei durchschnittlich 47 Stunden pro Woche."
Zahnärztliche und zahntechnische Vergütung beim Zahnersatz – Ergebnisse aus einem europäischen Ländervergleich (idz, 2017)
Wert einer Zahnarztpraxis
Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2015
Einlage
medikamentöse, engl.: medicated filling; Schlagwortbezeichnung für eine im Rahmen einer Gangrän- oder Wurzelkanalbehandlung gebräuchliche Methode zur Desinfektion des infizierten Wurzelkanals für einen bestimmten Zeitraum; vereinzelt auch für das Einbringen eines Medikamentes bei Caries profunda o. Wundheilungsstörungen gebraucht.
Es wird eine mit einem bakterienabtötenden Medikament (z.B. ChKM, Chorhexidin) getränkte Papierspitze in den Wurzelkanal gebracht und ggf. mehrmals gewechselt. Andere Methoden bringen in den infizierte Wurzelkanal desinfizierende Calciumhydroxyd- oder Antibiotika- / Corticoidhaltige Pasten (z.B. Ledermix®) ein. Ein neues Präparat ("Speikosept") arbeitet mit einem 2-prozentigen Chlorhexidin-Gel.
Zur Frage, ob nach einer Wurzelkanaleinlage der präparierte Wurzelkanal offen gelassen werden sollte, geht man heute davon aus, dass nur bei sehr akuten Prozessen der Kanal zur Druckentlastung maximal einige Tage lang offen gelassen werden sollte, in den meisten Fällen aber nach Spülen mit NaOCl und entsprechender Trocknung, diese mit einer E. oder gleich mit dem endgültigen Wurzelfüll-Präparat abgefüllt und provisorisch verschlossen werden sollten, um eine Reinfektion aus der Mundhöhle vorzubeugen ("One Step Technik"). Medikamentöse Einlagen mit Cortison-Präparaten (z.B. Ledermix®) oder Paraformaldehyd, wie sie früher üblich waren, sind heute obsolet.
Apexifikation, Calciumhydroxid, Chlorphenol, Dochtdrainage, Formokresol, Gangränbehandlung, Reaktionsdiagnostik, Schweizer Paste, Vitalerhaltung, Walkhoff-Paste, Wurzelkanalbehandlung, Zauberpaste


Ausheilung eines apicalen Defektes mittels ChKM
©: Dr. Robin Mohr
 

 



konservative Behandlung eines apicalen Granuloms mittels Calciumhydroxid-Einlage

Einlagefüllung
Inlay, Gussfüllung engl.: inlay; Füllung zur Versorgung eines defekten Zahnes aus Legierungen o. keramischen Massen bzw. einer Zwischenform beider Werkstoffe (sog. Galvano-Inlays). E. haben einen langen Bestand in der Mundhöhle, sind aber auf Grund der aufwendigen Herstellung sehr viel teurer als Amalgam- oder Kompositefüllungen.
Inlay, Keramik-Inlay

Einlagerungsosteoplastik
engl.: (sinus) inlay particulate graft; kieferchirurgisches Vorgehen zur Beseitigung eines Knochendefektes (Unfälle, Zysten oder bösartige Veränderungen) bzw. zur Gewinnung von autogenem Knochen für ein späteres Implantatbett, i.d.R. beim Sinuslift angewandt. Zum Aufbau von fehlendem Knochen stehen mehrere Operationstechniken zur Verfügung, die teilweise auch miteinander kombiniert werden ( auch unter Augmentation):
Einlagerungsosteoplastik
Anwendung meist im Oberkieferseitenzahnbereich: man transplantiert Knochen oder bei kleinen Defekten auch Knochenersatzmaterialien an den Boden der Kieferhöhle; Sinuslift
Auflagerungsosteoplastik
man transplantier Knochen auf den atrophischen Kieferkamm. Diese Technik, welche nicht auf bestimmte Kieferregionen beschränkt ist, benötigt Knochen (keine Knochenersatzmaterialien), da meist größere zusammenhängende Knochenstückchen (z.B. aus dem Beckenkamm) dem noch vorhandenen Knochen aufgelagert und fixiert (aufgeschraubt) werden. Im Anschluss daran wird die umgebende Schleimhaut mobilisiert und das Transplantat damit vollständig bedeckt.
Sandwich-Osteoplastik
man transplantiert Knochen zwischen den noch vorhandenen Knochen; dabei muss eine Restknochenstärke von ca. 8mm vorhanden sein. Man trennt diesen Knochen sandwichartig auf und bringt in den vergrößerten Spalt Knochen ein. Auch bei diesem Verfahren eignen sich wegen der Größe des Ersatzgewebes nur bedingt Knochenersatzmaterialien. Angewandt meist im Oberkiefer-Frontzahngebiet, da die ursprüngliche Knochenoberflächenstruktur erhalten bleibt.
Distraktionsosteogenese
( Distraktionsosteotomie) man zieht einen vorher gespaltenen Knochen mit einer entsprechenden Apparatur kontinuierlich auseinander (ca 0,7 mm/Tag). Im Gegensatz zur vorher beschriebenen Sandwich-Technik wird der Spalt dabei durch körpereigenes Material (Kallus) aufgefüllt. Wegen der Tragedauer der Apparatur im Mund (auch nach der Distraktion noch ca. 3 Monate) nur selten angewandt und auf spezielle Fälle beschränkt.
http://web.tu-dresden.de/sorg/mkg/Dys.pdf

Einmalhandschuhe
Schutzhandschuhe, engl.: disposable gloves, single-use gloves; im medizinischen Bereich vielfach angewandte Handschuhe, um die untersuchende Person und/oder den Patienten vor Infektionen zu schützen. Zum Einsatz kommen dafür hauptsächlich Materialien auf Latexbasis, bei Allergien auch auf Nitril- oder Vinylbasis. Im Handel in versch. Größen (XS-XXL) angeboten als gepuderte und ungepuderte E. sowie fabrikmäßig steril bzw. unsteril.

Einmalspritze , engl.: disposable syringe; Rekordspritze

Einphasenabformung
Einkomponentenabformung, engl.: single phase impression; Präzisionsabformung eines Kiefers oder Teilen davon ( Präparation) mit einer Abdruckmasse oder dem gleichzeitigem Anmischen und Einbringen von zwei aufeinander abgestimmten Materialien versch. Konsistenz (ein knetbares Material ("putty") und ein dünnfließendes ("wash"); sog. "putty-wash-Technik") Doppelmischabdruck.
Da bei diesem Vorgehen der nötige "Staudruck" fehlt, werden Strukturen innerhalb der Zahnfleischtasche unbefriedigend wiedergegeben. Zusätzlich ist das Auftreten von "Saugnasen" nicht ganz zu vermeiden.
Solange keine Strukturen in der Zahnfleischtasche dargestellt werden müssen (z.B. Inlay, Teilkrone, supragingivaler Kronenrand) ist mit dieser Methode in Kombination mit einem Individuellen Löffel äußerst genaue Abformungen erreichen.
Abdruck, Doppelmischabdruck, Elastomere, Korrekturabdruck, Zweiphasenabformung


Einprobe
von Zahnersatz
, Anprobe, engl.: try-in, mock-up; Tätigkeit der erstmaligen Überprüfung einer Restauration vor der endgültigen Fertigstellung und dem Einsetzen im Mund des Patienten. Neben dem korrekten Sitz der Arbeit werden in dieser Phase besonders funktionelle und kosmetische Faktoren überprüft. Das Werkstück befindet sich zu diesem Zeitpunkt noch in einem Stadium, wo Korrekturen ohne erheblichen zahntechnischen und finanziellen Aufwand möglich sind. Ggf. erfolgt eine E. mehrmals.
Eingliedern, Fertigstellung, Wachsaufstellung, Zementieren

Einschleifen
von Zähnen (natürlichen o. künstlichen), Okklusionskorrektur, engl.: (spot) grinding, occlusal contouring; Verrichtungen an den Kau-/Schneidekantenflächen natürlicher oder künstlicher Zähne zur Harmonisierung der Okklusion und Artikulation, um funktionelle Störungen zu vermeiden oder diesen vorzubeugen bzw. parodontologische und kosmetische Verbesserungen zu erreichen. Ziel ist dabei, eine störungsfreie Artikulation und eine stabile Okklusion herzustellen. Man unterscheidet:

Aus den bislang vorliegenden randomisierten kontrollierten klinischen Studien liegen keine Nachweise dafür vor, dass systematisches okklusales E. mit einem Nutzen verbunden ist. Zum Zwecke der Behandlung oder Prävention von CMD kann diese Therapie deshalb nicht ausschließlich empfohlen werden (aus einer Stellungnahme der DGZMK). Ein selektives E. (spot grinding) wird nach gleicher Quelle bei ausgewählten Indikationen (z.B. okklusale Vorkontakte nach Eingliederung von Restaurationen, zum Stillstand gekommene Kiefergelenksveränderungen) für sinnvoll erachtet.
adjustiert, BoLu-Regel, Dekuspidation, diagnostisches Einschleifen, DoMu-Regel, Eingliedern, Einschleifregeln, Kaubewegung, Kaufläche, Malokklusion, Okklusionsfolie, Vorkontakt, TMD

Einschleifregeln ; engl.: grinding rules; kurzgefasste Ausdrücke (Abkürzungen der jeweiligen Technik) für das empfohlene Vorgehen beim systematischen Einschleifen. Mehr unter BoLu-RegelDoMu-Regel

Einschubrichtung
engl.: direction of insertion; diejenige Richtung, bei welcher Zahnersatz auf die Pfeilerzähne gesetzt ("geschoben") wird. Während bei festsitzendem Zahnersatz (Brücken) eine starke Parallelität der Pfeilerzähne erforderlich ist, um das Werkstück einzusetzen, hat herausnehmbarer Zahnersatz größere Toleranzen, bzw. können diese durch entsprechendes Einschleifen geschaffen werden.
Äquator, Brücke, Klammer, Modellguss, Parallelometer



Einser , engl.: incisor;  Schlagwortbezeichnung für einen der mittleren Schneidezähne; Zahnschema

Einsetzen ; Eingliedern

Einsicht in Behandlungsunterlagen Dokumentation

einspannig , single-span (bridge) Brücke

Einstellverfahren
"Einstellung", engl.: (X-ray) adjustment procedure, positioning;  Begriff aus der Röntgenologie. Gemeint ist damit die Position des Sensors (Röntgenfilm) im Bezug auf das Objekt und die Richtung der Strahlenquelle. So wird z.B. bei der Winkelhalbierungstechnik der Zentralstrahl auf die Winkelhalbierende "eingestellt", um dadurch auf dem Sensor eine etwa gleichgroße Abbildung des Objektes (Zahnes) zu erhalten.
laterale Zahnaufnahme

Einstückgussprothese , Modellguss

Einweginstrumente
Einmalinstrumente
, engl.: one-way instruments; vor allem in der zahnärztlichen Chirurgie gebräuchliche Instrumente zum einmaligem Gebrauch; dies vor allem aus hygienischen Gründen. Bekannte Vertreter sind Handschuhe, Spritzen, Kanülen und Skalpelle. Weiter während der zahnärztlichen Behandlung in Form von Spülbechern, Lätzchen, Mundschutz usw. . Der Gebrauch derartiger Materialien stellt inzwischen vom Umfang her ein nicht zu unterschätzendes Entsorgungsvolumen dar, ist aber z.T. aus hygienischen Gründen vorgeschrieben bzw. gefordert.

Einwilligung , engl.: informed consent, operative permit ; Aufklärung

Einzelabformung
engl.: single cast o. impression; Einzelabformung eines Kiefers oder (historisch) einzelner Zahnstümpfe (Kupferring-Kerr-Abdruck)
Abdruck , Einzelabformung (Fremdlink)

Einzelleistungsvergütung
engl.: fee for service; Vergütungsform in der gesetzlichen Krankenversicherung:
Jede ärztlich/zahnärztlich erbrachte Sachleistung während einer Behandlung wird in einer vom BEMA festgelegten Höhe von den Krankenkassen ohne Abschläge ausbezahlt. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jhds. in der Zahnheilkunde übliche Vergütungsform, welche auch heute noch auf dem Papier besteht, aber durch die übergreifende Budgetierung ausgehebelt worden ist. In der Praxis heißt dies, dass zwar eine Honorierung nach einer E. erfolgt, das Praxisbudget als Gesamtjahresvorgabe (festgelegt im Honorarverteilungsmaßstab) i.d.R. die E. aller Jahresleistungen erheblich nach oben beschränkt.
Nach Feststellungen des IDZ bestehen folgende Auswirkungen (positiv/negativ) bei einer E.:
umfassende medizinische und therapeutische Versorgung
Honorierung eng mit dem Umfang den Bemühungen und erbrachten Leistungen verknüpft
Vermeidung von Überweisungen
kostenminimale Produktion
Nutzung des technischen Fortschritts
kurze Wartezeiten
Spezialisierung, auch aufwendige Medizin wird angewendet
ermöglicht eine leichte Beurteilung der Praxis des Anbieters
tendenziell steigende Gesundheitsausgaben
Erbringung medizinisch unnötiger Leistungen (Überversorgung/-therapie)
unnötig viele Wiederbestellungen, da jede Leistung honoriert wird, dadurch viele kurze Arzt-Patienten-Kontakte und Erhöhung der Zeit- und Wegekosten für den Patienten
vergleichsweise wenig Prävention
BEMA, Degression, Festzuschuss, Fallpauschale, Gesamtvergütung, Honorarverteilungsmaßstab, Komplexgebühr, Kopfpauschale, Sachleistung

Einzelpraxis
engl.: single practice (office), solo dentistry practice; in Deutschland die "klassische Form" der zahnärztlichen Berufsausübung (~ 80% der Praxen in 2009 mit absteigender Tendenz). Eindeutiger Vorteil der. ist die hohe Unabhängigkeit und Selbständigkeit und zwar insbesondere bei der Bestimmung von:
• Praxisort
• Art u. Umfang der Praxiseinrichtung
• Zahl, Qualifikation und Persönlichkeit der Mitarbeiter
• Praxisorganisation
• Arbeitszeit und Freizeit
• Kostenaufwand für die Praxisführung
• Honorargestaltung bei Privatbehandlungen

Nachteil der E. ist, dass der gesamte Betrieb von einer Person abhängt. Ausfallzeiten durch Krankheit, Urlaub oder Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen lassen die Betriebskosten weiterlaufen, bringen aber keine Einnahmen. Die Vertretung des Praxisinhabers durch andere Praxen birgt u.U. die Gefahr, dass Patienten abwandern bzw. deren diagnostische Unterlagen der Vertretung nicht zur Verfügung stehen. Auch ist in der Einzelpraxis die Möglichkeit zu ständiger fachlicher Kommunikation nicht vorhanden.
In der Sozietät - gleich welcher Art - gibt es diese Nachteile nicht. Hinzu kommt noch die Kostenersparnis durch die gemeinsame Nutzung von Räumen, Einrichtung und Personal.

Aufbewahrungsfrist, Degression, Gemeinschaftspraxis, Gewerbesteuer, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, Niederlassung, Teilgemeinschaftspraxis, Wert einer Zahnarztpraxis
Buchtipp: Gemeinschaftspraxis & Co. - Alternativen zur zahnärztlichen Einzelpraxis (W. Schinnenburg; Zahnärztlicher Fach-Verlag, zfv, 2010); ausführliche und kompetente Darstellung der umfangreichen Materie von einem Zahnarzt und Fachanwalt für Medizinrecht

 



© der Grafik: IDZ-Köln (2008)

Einzelzahnanästhesie , intraligamentäre Anästhesie

Einzelzahnersatz
engl.: single-tooth denture, Zahnersatz eines einzelnen fehlenden Zahnes innerhalb einer geschlossenen Zahnreihe. Bis auf provisorische Versorgungsformen ( Interimsprothese) immer in Form einer festsitzenden Restauration, z.B. durch eine Brücke oder ein Einzelzahnimplantat

Einzementieren , engl.: cementation ; Schlagwortbezeichnung für das definitive Einsetzen einer zahnärztlichen Restauration. Befestigungszement

Eisensulfat
engl.: iron sulphate; Einsatz in der ZHK zur Blutstillung bei chirurgischen Eingriffen sowie in Verbindung mit Retraktionsfäden zur Verdrängung der Gingiva (z.B. Visco Stat™ - Tissue Management System). Dabei kommt es zu einer Komplexbindung zwischen dem Bluteiweißen und E. und dadurch zu einem mechanischem Verschluss der Blutgefäße.
Mortalamputation

Eismann Index
Index zur Ermittlung des KfO-Behandlungserfolgs, engl.: do.; von Eismann 1970 entwickelter ("numerische Erfolgsbewertung kieferorthopädischer Therapie") und 1973 von Schmuth einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellter morphologische Messzahl zur Einteilung von Dysgnathien aufgrund einer Modellanalyse. In der Bewertungstabelle nach Eismann werden 15 Kriterien aufgeführt, die nicht nur Ästhetik und Funktion, sondern auch die Wahrscheinlichkeit potentieller Folgeerkrankungen, wie vor allem Karies und Parodontopathien bewerten. Wegen der Kompliziertheit des Verfahrens konnte sich der E. in der Praxis nicht durchsetzen.
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/4726/1/Ochlich_Anita.pdf (S. 26)

Eiter
Pus, engl.: pus; zerstörte infizierte Gewebszellen in flüssiger Form. Die typischen Eiterbakterien sind Staphylo- und Streptokokken; die Verflüssigung erfolgt durch Leukozyten ("weiße Blutkörperchen").
Abstrich, Abszess, Autovakzine, Exsudat, Infiltrat, ubi pus ..., Ulzeration, Vereiterung

Eiterbakterien
Schlagwortbezeichnung für Bakterieanarten, welche eitrige Entzündungen verursachen. Als typische Vertreter gelten die kugelförmigen Staphylo- und Streptokokken
Abstrich, Abszess, Eiter

EKF-Index (Abk. von Extraktion, Karies, Füllung); auch in D nicht mehr gebräuchliche Messzahl, ersetzt durch den DMF-Index

E-Klammer , engl.: circumferential clasp ; Doppelarmklammer

Ektodontium , Schmelz

Ektomolare
ekm, am weitesten seitlich (außen) gelegener Punkt an der Außenfläche der Alveolarfortsatzes. Dieser Punkt liegt gewöhnlich auf den Alveolarrändern der zweiten Molaren, bei Affenschädeln im Bereich der dritten Molaren. Der Abstand E. zu E. wird als Maxilloalveolarbreite bezeichnet.
Endomolare, Maxilloalveolarindex

ektopisch , engl.: ectopic; nicht an der typischen Stelle befindlich oder liegend; zuweilen gebraucht für verlagerte Zähne

Ekzem
Ekzema, engl.: eczema; nicht ansteckende, in vielfältig auftretende juckende Entzündung der Haut meist auf dem Boden einer Überempfindlichkeit. Wird ein E. durch eine allergische Reaktion ausgelöst, wird dies als Kontaktallergie bezeichnet (Typ IV-Allergie)
Allergie

Elastizitätsmodul ; engl.: modulus of elasticity; Polymerisationsschrumpfungskraft

Elastomere
Elaste
, engl.: elastomer; Oberbegriff für eine große und weit verbreitete Gruppe von elastisch-plastischen (elastisch-irreversibel) Abdruckmaterialien wie die Silikone und die Polyether-Gummimassen und Polysulfide mit unterschiedlicher Konsistenz (dünn-, mittel-, schwerfließend, knetbar). Ihr wesentliches Merkmal ist die sog. Gummielastizität: sie lassen sich auf mindestens das Doppelte ihrer Länge dehnen und kehren beim Loslassen in ihren Ausgangszustand zurück.
Die Anwendung erfolgt bei der zahnärztlichen Abdrucknahme stets nach dem gleichen Prinzip: Eine Basispaste wird mit einer Aktivator- und Katalysatorpaste vermischt, wobei die Konsistenz der Basispaste durch Füllstoffe, Strukturbildner und Fließhilfsmittel verändert und so den jeweiligen Gegebenheiten des Abdruckobjektes angepasst werden kann. Nach der Abbindung entstehen (hart-)gummiartige, durch die Zusatzmittel unterschiedlich elastische Abdrücke, welche ein sehr präzises Rückstellungsvermögen besitzen und sich in ihrer Form nur noch unwesentlich verändern.
Abdruck

Elbrecht Klammer
engl.: Elbrecht's clasp; ungebräuchliche Klammerart, wobei der Klammerstiel in der zentralen Fissur über die Kaufläche verläuft. Angewandt historisch meist auf dem letzten UK-Molaren, wenn kein Gegenbiss vorhanden ist (fehlender Antagonist).
Klammer

Elbrecht Schiene
Parodontalschiene, "Parodontoseschiene", "Krallenschiene", engl.: crib splint; durch den Patienten abnehmbare Schienungsklammer, welche ursprünglich die Zähne von oral und vestibulär umfasste und so einen gewissen Halt im parodontal vorgeschädigten Gebiss bewirkte. Kauflächenauflagen verhindern ein Absinken der E. . Aus kosmetischen Gründen wird eine (kosmetisch unbefriedigende) Modifikation derart vorgenommen, dass der labiale Teil der Schiene durch interdentale Greifer ersetzt wird. Weiter wurden Kombinationen mit partiellem Zahnersatz vorgenommen. Gilt wegen der Gefahr von Kariesbildung durch das Tragen und einer ungünstigen Hebelwirkung in Kombination mit partiellem Zahnersatz heute als obsolet.
fortlaufende Klammer, Parodontalschiene

elektrische Zahnbürste
engl.: electric tooth brush; seit Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhundert auf dem Markt befindliche elektrisch betriebene (Akku, Batterie) Zahnreinigungsgeräte ("Urtyp": broxodent™), welche in der 1. Generation den Handzahnbürsten unterlegen waren und nur für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik empfohlen wurden. Sie wirkten durch einfach vibrierende oder rotierende Bewegungen und waren noch z.T. mit dem Stromnetz direkt verbunden. Durch eine konstante Weiterentwicklung sind sie heute (2011) bei richtiger Anwendung den Handzahnbürsten i.d.R. überlegen. Entscheidend ist aber immer die richtige Putztechnik und -dauer. Bürsten mit sog. Timern sind deshalb zu bevorzugen.
Die modernen elektr. Z. werden in zwei Produktklassen unterteilt:
  • oszillierende Geräte
    arbeiten mit einer Frequenz von ca. 60 - 80 Hz und oszillieren (schwingen) in einem Rotationswinkel von ca. 50° - typischer Vertreter: 3D Excel (s. Abb. oben). Diese Bürstenart ist von ihrem Borstenkopf her klein, meist rund und erreicht so auch schwer zugängliche Bereiche des Gebisses. Konstruktionsbedingt sind die Bürsten in der Anwendung nicht ganz einfach zu handhaben, sollen sie den konventionellen Bürsten überlegen sein: Jeder Zahn muss einzeln gereinigt werden, zum Erreichen der Zahnzwischenräume muss eine Schwenkbewegung ausgeführt werden. Ein Zeitvorteil entsteht bei richtiger Anwendung kaum.
  • schallaktive Bürsten ("Ultraschallzahnbürsten"; Sonic Zahnbürste)
    mit einem breiten Frequenzbereich im hunderter Hertz-Bereich (200 - 500 Hz) = bis zu 30.000 Bewegungen/Minute; teilweise auch im echten Ultraschallbereich (KHz-Bereich). Entscheidend ist nicht so sehr der Hertz-Bereich, sondern die Amplitude (Auslenkung der Borstenenden). Sie sollte bei etwa 4 mm liegen. Typische Vertreter: Philips Sonicare und Oral-B sonic.

Ein großes und auf Dauer teures Problem sind die Ersatzbürsten dieser Geräte. Ebenfalls sollte vor einem Kauf abgeklärt werden, wo Bürstenköpfe, defekte Akkus oder eine Reparatur möglich sind.
Bedenken wegen einer möglichen elektrischen Gefährdung im Badezimmer bestehen heute nicht mehr, da alle auf dem Markt befindlichen Geräte Akku- oder Batteriebetrieben sind, wobei die Akku-Versionen durchweg mehr Power aufweisen.
Dr. Stefan Zimmer (Uni-Klinik Düsseldorf) nennt Entscheidungskriterien:
Hat die Zahnbürste einen Timer?
Wie hoch ist die Frequenz der Bürste? Obwohl nicht durch Studien belegt, ist davon auszugehen, dass eine höhere Oszillationsfrequenz eine bessere Plaqueentfernung erlaubt
Wie groß ist die Amplitude der Bürste? Eine Amplitude von 3-4 mm scheint für eine gute Reinigungsleistung erforderlich
Was kosten Ersatzbürsten und wie lange halten sie? Häufig wird nicht an die Folgekosten gedacht
Wo bekomme ich Ersatzköpfe? Bisweilen müssen Ersatzköpfe in der Apotheke bestellt werden
Handelt es sich um ein Akku- oder Batterie-Gerät? Letztere sind meist preiswerter, aber auch deutlich leistungsschwächer
Ist der Akku austauschbar oder muss ein neuer Handgriff oder gar ein komplett neues Gerät mit Ladestation gekauft werden, wenn der Akku "schlapp" macht?
(Hand-)Zahnbürste, Sonic Zahnbürste, Zahnputztechniken
elektrischen Zahnbürsten im Vergleich (testberichte.de, 2013)
http://edoc.hu-berlin.de/
Video: Putzanweisung

 


Abb.:
Philips Sonicaire

 

 


Abb.:
Oral-B sonic

 


Abb.:
3D Excel der Fa.
Braun/Oral-B

Elektroakupunktur
nach Voll, EAV, Vega-Test, engl.: Voll's electroacupuncture, Vega's test; 1971 zur Verträglichkeits-Testung und zum Auffinden spezieller Akupunkturpunkte eingeführt. Nach den Vorstellungen des Arztes VOLL ist seine Methode als eine Kombination der traditionellen chinesischen Medizin mit modernster Elektrotechnik zu sehen. Dabei soll folgendes geschehen:
Zwischen den einzelnen Körperorganen sollen tiefreichende Wechselbeziehungen bestehen, welche durch ein Fließen in Kanälen der Lebensenergie 'Chi' erfolgt. Krankheiten jeder Art sollen diesen Energiefluss hemmen oder behindern. Eine der Möglichkeiten zur Behebung derartiger Fließstörungen soll das Einstechen von Nadeln in die Kanäle an entsprechenden, organspezifischen Punkten der Haut (Akupunkturpunkten) sein. VOLL will mit seiner Methode diese Akupunkturpunkte nachweisen und durch elektrische Reizung zum Zwecke der Heilung stimulieren. Dabei ist der diagnostische Teil seines Gerätes im Prinzip ein simples Widerstandsmessgerät mit selbstdefinierter, bezugsloser Skaleneinteilung; der therapeutische Teil besteht aus einer regelbaren Wechselspannungsquelle, die die Zufuhr von niederfrequenten Impulsen geringer Spannung zur Behebung des Energiegleichgewichtes ermöglicht.
Durch zusätzliches Einbringen von Substanzen in den Messkreislauf soll einerseits deren individuelle Verträglichkeit, andererseits deren schädigende Belastung - falls sie sich schon im Mund befinden - getestet werden. Dazu werden diese Stoffe in homöopathischer Konzentration in Glasampullen gegeben und diese in eine "Wabe" gestellt. Dieser aus Metall bestehende "Diagnoseblock" wird als Nebenschluss in den Patientenmesskreis oder mittels einer "Antenne" mit diesem in Bezug gebracht. Dadurch soll der Stromkreis der Leitwertmessung beeinflusst und aus dem Ergebnis entsprechende Behandlungskonsequenzen gezogen werden.
Sowohl unter physikalischen wie auch medizinischen Aspekten kann dieser Test nur als "pseudowissenschaftlicher Unfug" (Prof. Visser, Göttingen) bezeichnet werden. Als Allergietestung ist dieses Verfahren - trotz gegenteiliger Behauptungen - nicht geeignet.
Abschließend eine Meldung in "Die Welt" vom 7.4.2006:
Eine Fachkommission der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI) bewertet die alternativmedizinischen Verfahren der "Bioresonanz" und "Multiresonanz" sowie die Elektroakupunktur nach Dr. Voll nach eingehender Begutachtung als "diagnostischen und therapeutischen Unsinn". Die physikalischen Grundlagen dieser Verfahren hätten sich nach der Überprüfung durch Physiker als falsch herausgestellt. Die Diagnosen sind zufällig, die Diätempfehlungen irrational und die vermeintlichen Therapieerfolge in kontrollierten Studien nicht wiederholbar. Die vom Züricher Allergologen Professor Dr. Brunello Wüthrich angeführte Kommission konstatiert in der Fachzeitschrift "Aktuelle Dermatologie": "Mangels gesetzlicher Interventionsmöglichkeiten möchte die SGAI Patienten vor diesen unsinnigen Diagnose- und Behandlungsmethoden warnen"
Eine Variante der EAV ist der sog. Vega-Test (Vega's test): Während VOLL über 1000 Akupunkturpunkte kennt, kommt der Vega-Test mit nur einem Punkt aus.
Allergietestung, alternative Behandlungsmethoden

 

 

 

 

 



Elektroanalgesie
Elektroanästhesie, Schmerzausschaltung mittels Schwachstrom, engl.: electroanalgesia; mit unterschiedlichem Erfolg angewandte Methode zur lokalen Schmerzausschaltung im Kieferbereich bei nicht-chirurgischen Anwendungen. Durch Überlagern eines Schwachstroms im Mikro-Ampere-Bereich können die für die Empfindlichkeit eines Zahnes verantwortlichen Nervenfasern gehemmt und die Reizempfindlichkeit vermindert werden.
Anästhesie, Analgesie, TENS

Elektrochirurgie
engl.: electrosurgery; Oberbegriff für chirurgische Eingriffe mittels kleinflächiger aktiver Elektrode (chirurgische Diathermie, Thermokaustik); Gewebezerstörung mittels Joule-Wärme an der aktiven Elektrode; i.d.R. als Skalpellersatz, aber auch zur Blutstillung (Kautern).
Herzschrittmacher, HF-Chirurgie

Elektrodesiccation , Elektrodesikkation, Desiccation = Trocknung, Ausdörrung; HF-Chirurgie

Elektrofulguration , fulgur = Blitz; HF-Chirurgie

Elektrokauter
Elektrokauterisation
, engl.: electrocautery, durch Strom erhitzte Drahtschlinge ("Glühschlinge"), Kugel oder Messer zur örtlichen Gewebezerstörung (Verbrennung, Verkochung, Verschorfung) von störendem Zahnfleisch o. zur örtlichen Blutstillung. Relativ primitive Geräte, da im Gegensatz zur modernen HF-Chirurgie keine Steuerung der Stromstärke und damit Wärmeentwicklung möglich ist. Hierdurch große Gefahr der Verletzung vitaler Strukturen in der Nachbarschaft.

Elektrokoagulation ; Koagulation = Ausflockung, Gerinnung; HF-Chirurgie

Elektrometrie , elektrometrische Längenbestimmung, Endometrie

Elektromyostimulation
engl.: electro-myostimulation; auch: EMS; geht von der Tatsache aus, dass jeder lebende Organismus fein abgestimmt in einer definierten Art und Weise harmonisch und kohärent schwingt. Aus der Literatur ist bekannt, dass Störungen der Muskulatur, Verletzungen und deren Folgen durch eine EMS verbessert werden können; gelegentlich auch bei Kiefergelenkserkrankungen eingesetzt.

Elektronische Gesundheitskarte
eGK, Gesundheitspass, eCard, engl.: electronic health insurance card; nach § 291 a SGB V vorgeschriebener maschinenlesbarer Ausweis als Nachfolger der seit 01.01.1995 geltenden Krankenversichertenkarte ("Chip-Karte") mit zum System gehörender elektronischer Patientenakte. Ziel des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ist es, mithilfe der eGK das Gesundheitswesen in Deutschland grundlegend zu "modernisieren". Die Karte gilt dabei als "Schlüssel" zu einer neuen Telematik-Infrastruktur. Wie die bisherige Krankenversichertenkarte (Chip-Karte) wird sie zunächst nur zum Einlesen der Versichertenstammdaten dienen. Längerfristig sollen weitere Funktionen hinzu kommen. Vornehmlich aus Datenschutzgründen und einem vermehrten Verwaltungsaufwand ist die eGK seit ihrer Planung in der Kritik - besonders von Seiten der Heilberufe wegen mangelnder Datensicherheit.
Ab 1. Januar 2015 (ursprünglich geplant: 2006) gilt für Gesetzlich Versicherte nur noch die eGK als Versicherungsnachweis. Die Karte muss auch immer das Foto des Versicherten beinhalten (Ausnahme: Kinder unter 15 J und Personen, denen ein Foto wegen einer Behinderung nicht zugemutet werden kann).
Chip-Karte, gematik, ZOD
Elektronische Gesundheitskarte: Kommt nach der Wahl das Aus? (heise, 2017)
Telematik-Anbindung - KZBV rechnet mit Termin Ende 2018 (DZW, 2017)
Offener Brief an Prof. Dr. Karl Lauterbach (KZVWL, 2017)
TI – Die Revolution frisst ihre Kinder (zm, 2017)
E-Health-Gesetz gebilligt, Technik aber nicht verfügbar (2015)
Werdegang der eGK aus IT-Sicht
Kasper und die elektronische Gesundheitskarte (2014)

Elektrophorese
Ionophorese, engl.: electrophoresis, ionophoresis; Wanderung von Ionen in einem elektrischen Gleichstromfeld. Anwendung: Trennung von Stoffgemischen versch. Ladung oder Molekülgröße; in der Medizin gebräuchlich zur biochemischen Bestimmung von Eiweißen und Nukleinsäuren. Wandern bei diesem Vorgang niedermolekulare Teilchen, so spricht man von Ionophorese.
Iontophorese

Elektrosensibilität
engl.: (self-reported) electromagnetic hypersensitivity; als bisher ungelöstes medizinisches Problem: Betroffene Menschen schreiben zahlreiche Symptome wie Kribbelgefühle, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Geschmacksstörungen usw. dem Einfluss elektrischer und magnetischer Felder im häuslichen Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Mundhöhle oder anderswo zu. Nach wie vor existiert jedoch kein verlässlicher medizinischer oder biologischer Indikator mit dem sich die Existenz dieser subjektiv erlebten Befindlichkeitsstörung beweisen ließe, ebenso wenig ein Untersuchungsverfahren. Zweifelhafte Therapie mittels "Stromsanierung" (z.B. Entfernung von Amalgamfüllungen)
Galvanismus im Mund, Spannungsreihe v. Metallen

Elektrotomie , -tomie = schneiden; HF-Chirurgie

Elevatorium
engl.: (e)levator; stumpfes chirurgisches Gerät zum Lösen/Anheben der Knochenhaut (Periost) vom Knochen Hebel, Periotom

    

Eliminatio dentis , völlige Umfließung der Zahnurzel mit Taschenepithel ; Parodontitis marginalis

E-Linie
nach Ricketts, "Esthetic-Line" engl.: Ricketts esthetic line; Verbindungslinie zwischen den Punkten No und Pgs (Nasenspitze und Weichteilkinn) . Diese Linie dient als sagittaler Bezug zur Lippenposition bei der Profilanalyse.
Ästhetiklinie, Fernröntgenbildanalyse, Mundtangente, Nasolabialwinkel

Ellbogen Effekt
Ellbogen-Trichter-Effekt
, Isthmus-Trichter-Effekt,  engl.: elbow-zip-effect; nicht beabsichtigte Stufe beim Aufbereiten eines Wurzelkanals in der Nähe der Wurzelspitze. Ausgelöst durch einen abgekrümmten Wurzelkanal und/oder nicht biegsame Wurzelkanalinstrumente. Kann in der Konsequenz zu einer tiefen " Via falsa" führen
Batt-Spitze, Step-back-Technik, Step-down-Technik, Wurzelkanalbehandlung



Ellis Klassen, engl.: Ellis classes; Einteilung bei Zahnfrakturen; traumatische Zahnverletzungen

Elongation
engl.: do.; Herauswachsen eines Zahnes aus seinem Zahnfach, "scheinbare Verlängerung"; meist auf Grund des Fehlens des Gegenzahnes oder bei hochgradrigider Parodontitis. Zur regelrechten Okklusion ( Malokklusion) müssen elongierte Zähne wieder gekürzt (beschliffen) werden; anschließend Ersatz des fehlenden Gegenzahns.
Abweichung, Extrusion, Okklusion, Zahnersatz



Eluxation , Avulsion

Elyzol
 - Dentalgel (Handelname), Metronidazol-Antibiotikum. Das gebrauchsfertig Gel sollte nach erstmaligem Scalen und Wurzelglätten in die entzündete Zahnfleischtasche eingebracht werden. Nach Vertreiberangaben (Colgate-Palmolive) soll E. besonders gegen die "Markerkeime"  Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Bacteroides fosythus und Treponema denticola wirksam sein.

Emdogain
EMD, Schmelz-Matrix-Protein, "Protein des Amelogenin", engl.: enamel matrix protein; gewonnen aus Zahnkeim-Extrakten von Schweinen soll es zur Förderung der regenerativen Erneuerung von verloren gegangenen parodontalen Strukturen ( Parodontium) dienen. Es wird deshalb in der parodontalen Therapie zur Förderung der Geweberegeneration eingesetzt. Daneben soll E. antibakterielle Eigenschaften besitzen und auch zur direkten Pulpenüberkappung eingesetzt werden können. Nicht geeignet für eine geschlossene Parodontaltherapie, wo keine signifikante Regeneration eintritt.
E
. wird als Gel in entsprechende Knochendefekte (Knochentaschen) eingebracht. Nach Herstellerangaben (Fa. Biora; Straumann, Basel) erfolgt dabei eine "biologische Regeneration" der Knochentasche, welche bis zu einem Jahr dauern kann. Dabei wird dem E. eine "biologische Barrierefunktion" nachgesagt, welche epitheliales Tiefenwachstum ( GTR) verhindert.
Bei Replantationen und Transplantationen von nicht mehr im Kiefer befindlichen (avulsierten) Zähnen können Schmelz-Matrix-Derivate wie z.B. E. der Resorption an beschädigten Wurzeloberflächen vorbeugen und den parodontalen Heilungsprozess anregen.
Der eigentliche Wirkstoff des E. ist das Protein des Amelogenin, das vom menschl. Körper (von den Zellen der Hertwigschen Epithelzellen) während der natürlichen Zahnentwicklung produziert wird. Es ist maßgeblich zur Differenzierung von Wurzelzement bildenden Zellen während der Zahnreifung beteiligt. Dieses Eiweiß wird bei erkrankten Zähnen auf die gereinigte Wurzeloberfläche aufgebracht und führt unter Nachahmung der natürlichen Prozesse zu einer Wiederherstellung von Wurzelzement, parodontalem Ligament und Alveolarknochen; in Kombination mit einem koronalen Verschiebelappen auch zur Deckung von Rezessionen.
Defekte, welche mit E. versorgt werden, sollen auch i.d.R. schneller und komplikationsloser heilen, obwohl Amelogenin allein kein antibakterielles Potenzial besitzt. Diese Tatsache wird der Trägersubstanz des Schmelzmatrixderivates - ein Propylen-Glykol-Alginat (PGA) -Träger - zugeschrieben; zudem enthält das Gel wärmebehandeltes E.. Letzteres soll das Infektionsrisiko senken. Der genaue Wirkungsmechanismus ist bisher (2010) nicht restlos aufgeklärt.
Gesteuerte Geweberegeneration, parodontale Regeneration, Parodontitis, Trans-Replantation
wissenschaftliche Untersuchungen zu E.
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e. V. (wissenschaftliche Stellungnahme)

EMF = Edelmetall-frei (EMF-Legierung) ; NEM

Eminektomie
engl.: eminectomy; chirurgische Höhenabtragung der Eminentia articularis (Eminetia = Vorwölbung, Wulst) am Tuberculum articulare zur dauerhaften Behandlung der rezidivierenden kondylären Kiefergelenksluxation. Durch diesen, vor allem bei älteren Patienten durchgeführten Eingriff, kann sich der Kondylus leichter in die Gelenkpfanne zurückbewegen; außerdem wird die Mobilität im oberen Gelenkraum eingeschränkt, sodass der Kondylus daran gehindert wird, vor den Vorsprung zu treten.
Kiefergelenk

EMOM , Executive Master of Oral Medicine; Master

empfindliche Zähne, oder Zahnhälse, engl.: sensitive teeth, sensitive tooth necks; überempfindliche Zähne

Emphysem
krankhafte Luft
(Gas-)ansammlung im Körpergewebe, engl.: emphysema; z.B. bei zu starken Einblasen von Luft in den Wurzelkanal (Insufflation) bzw. "Überspülung" mit Wasserstoffperoxid im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung oder durch gasförmige bakterielle Stoffwechselprodukte. Führt zum typischen Knistergeräusch ("Schneeballknirschen) der darüber liegenden Haut beim Abtasten (Palpation).
Pergamentknistern, Wurzelkanalspülung

Empress ®
auch IPS-Empress (IPS = Ivoclar Porcelain Systems), sog. "Presskeramik", engl.: pressed all-ceramic restorations; 1989 von der Fa. Ivoclar (Lichtenstein) entwickeltes und heute vielfach angewandtes Pressverfahren zur Herstellung von Kronen, Inlays und (bedingt) kleinen Brücken auf Glaskeramikbasis (Prinzip: s. Abb. re.). Diese Glaskeramik besteht aus Siliziumoxid, Aluminiumoxid und Kaliumoxid mit Leuzit als Kristallbildner und ist der Urvater vieler Presskeramiken, die heute am Markt sind.

Special: Vollkeramik - eine Standortbestimmung (2005)

Kurzvorstellung der Vollkeramiksysteme

Befestigungszement, Keramik, Keramikinlay, Keramiksysteme, Komposit-Inlay, Mantelkrone, Presskeramik



Ersatz alter
Amalgamfüllungen
durch Empress™-
Presskeramik
© der Grafik:
www.ag-keramik.de

Empyem , engl.: empyema; Eiteransammlung in bestehenden Körperhöhlen wie der Kieferhöhle, Stirnhöhle, Gelenken, usw.
Sinusitis

EMS , Elektromyostimulation

EM-Zahnersatz
Abk.v. Effektive Mikroorganismen im Zahnersatz, aus Japan stammende "Philosophie" über ein "neuartiges Material", aus welchem Zahnersatz (Kronen, Brücken) hergestellt werden kann. Der Entwickler/Entdecker dieses "Wundermaterials" - Prof. Teruo Higa - betitelt eine seiner Veröffentlichung "Eine Revolution zur Rettung der Erde. Mit effektiven Mikroorganismen (EM) die Probleme unserer Welt lösen". "EM" - oder korrekter "EM-1" - enthält 80 Arten von "nützlichen" Mikroorganismen, wie Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien, Hefen und Aktinomyceten sowie Zuckerrohrmelasse und Wasser. Diese Bakterien werden in einem "komplizierten Verfahren" in zahnkeramische Massen eingearbeitet und sollen dann auf den Organismus eine vielfältige positive Wirkung haben (z.B. als „freie Radikalefänger“).
http://www.em-zahnersatz.de


zu En-Ez

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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