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3D-Imaging-Verfahren, optischer Abdruck

3D-Printing
Begriff aus der Implantatherstellung zum individuellen Knochenersatz innerhalb weniger Stunden. Bei dieser noch jungen Technik (2004) wird mit einem synthetischen Material ( Cerasorb®), welches bisher in den Knochendefekt eingefüllt wurde, ein anders Verfahren beschritten: Ein Druckkopf sprüht definiert flüssigen Binder auf ein Pulverbett auf, wodurch an den entsprechenden Stellen ein festes Gemisch entsteht. Anschließend wird die Bauplattform um eine Schichtdicke gesenkt. Aus einem Vorratsbehälter wird neues Pulver durch eine Walze aufgetragen und die nächste Schicht "gedruckt". Nach der Formgebung des Implantats wird es getrocknet und unter Hitzeeinwirkung gesintert. Ziel ist es dabei, die Implantate aus Cerasorb® patientenspezifisch und mit hoher Passgenauigkeit direkt in einem Prozessschritt zu formen.
Weitere Infos: h.duerr@mb.tu-chemnitz.de

d distal

D0 bis D4 Kariesklassifikation   

D2D
Abk. von Doctor to Doctor; Schlagwortbez. für eine Telematik-Technologie zur Dokumentation und sicherem Austausch patientenbezogener Daten in der Medizin. So können z.B. ärztliche Verrechnungsstellen dem Arzt die Möglichkeit einer elektronischen Abrechnung (eAbrechnung), eines elektronischen Arztbriefs (eArztbrief) oder einer elektronischen Überweisung (eÜberweisung) anbieten.
eHealth

DAC
Deutschen Arzneimittel-Codex; anerkannte Sammlung pharmazeutischer Regeln. Zur Herstellung von Arzneimitteln erforderliche Ausgangsstoffe müssen hinsichtlich ihrer Qualität strenge Normen erfüllen. Die Forderungen an Identität, Reinheit und Gehalt sind für viele Ausgangsstoffe in amtlichen Arzneibüchern enthalten - aber nicht für alle Stoffe. Deshalb gibt es seit 1972 den DAC als Ergänzungsbuch. Seine Inhalte werden von der DAC-Kommission, einem Gremium aus 18 Wissenschaftlern erarbeitet. Der DAC enthält neben allgemeinen Methoden und Anlagen Monographien für Wirkstoffe, Hilfsstoffe, pflanzliche Drogen und Zubereitungen.
Pharmakon
http://www.deutscher-apotheker-verlag.de/

Dachbiss ; wenig gebräuchlicher Ausdruck für einen extrem ausgeprägten, kombinierten Overbite- und Overjet-Biss

Dahl-Prinzip ; palatinale Plateaus

DAHZ
Deutscher Arbeitskreis für Hygiene in der Zahnmedizin, engl.: (sinngemäß): German working group for hygiene in dentistry; bekannt vor allem durch die periodische Herausgabe das sog. DAHZ-Hygieneleitfadens. Besetzt mit Experten aus Praxis, Wissenschaft und Industrie.
Hygiene
Desinfektionsmittelliste

DAJ
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (ehemals: Deutscher Ausschuss für Jugendzahnpflege); Dachorganisation der an der Jugendzahnpflege - mit besonderer Gewichtung der Gruppenprophylaxe - beteiligten Gruppierungen; 1949 gegründet als Deutscher Ausschuss für Jugendzahnpflege e.V.; seit 1989 durch das Gesundheitsreformgesetz (§21 SGB V) gesetzlich verankert. Die DAJ hat 50 Mitglieder:

Nach diesem Gesetz sollen Krankenkassen und Zahnärzte und die für die Zahngesundheitspflege in den Ländern zuständigen Stellen (z.B. Schulzahnärzte, Reihenuntersuchungen) gemeinsam und einheitlich Maßnahmen zur Erkennung und Verhütung von Zahnerkrankungen ihrer Versicherten bis zum 12. Lebensjahr fördern und sich an den Kosten der Durchführung beteiligen. Sie haben dabei auf flächendeckende Maßnahmen hinzuwirken. Die Gruppenprophylaxe soll vorrangig in Gruppen, insbesondere in Kindergärten und Schulen, durchgeführt werden; sie soll sich insbesondere auf die Untersuchung der Mundhöhle, Erhebung des Zahnstatus, Zahnschmelzhärtung, Ernährungsberatung und Mundhygiene erstrecken. Für Kinder mit besonders hohem Kariesrisiko sind spezifische Programme zu entwickeln. Zusätzlich gilt seit einer der Gesundheitsreformen ab 2000: In Schulen und Behinderteneinrichtungen, in denen das durchschnittliche Kariesrisiko der Schüler überproportional hoch ist, sollen die Maßnahmen bis zum 16. Lebensjahr durchgeführt werden.
Aus den 16 Landesarbeitsgemeinschaften für Jugendzahnpflege (LAG) wurden für das Schuljahr 2004/2005 berichtet: Von den etwa 7,5 Millionen in diesen Ländern lebenden Kindern im Alter zwischen drei und zwölf Jahren wurden rund 67 Prozent in Kindergärten und in Grundschulen (Klasse 1 bis 4), 31 Prozent in den 5. und 6. Klassen und 46 Prozent in Sonderschulen und Behinderteneinrichtungen von den Maßnahmen erreicht. Knapp 3,7 Mio. Kinder/Jugendliche nahmen an einer Reihenuntersuchung teil; 7.500 Elterninformationsveranstaltungen und 19.000 Einzelberatungen fanden in diesem Zeitraum statt.
Der Vorstand besteht aus zehn Vertretern der Ordentlichen Mitglieder:


         
                 
deutscher u. europäischer Vergleich der DMF-T-Werte

Der Verein hält u.a. rund 300 Aktionsvorschläge und Kopiervorlagen rund um Mundgesundheit und Ernährung für die Altersstufen Kindergarten bis Sekundarstufe II parat.

  BZÖG, DMF-Index, Mundgesundheit, Gruppenprophylaxe, Jugendzahnpflege, Prävention, Tag der Zahngesundheit
http://www.daj.de
http://www.tag-der-zahngesundheit.de/

Dakin Lösung
Dakinsche Lösung, engl.: Dakin’s solution; antiseptische Lösung auf der Basis von Natriumhypochlorid (0,45 % bis 0,5 %) und Borsäure (4 %). Im ersten Weltkrieg zur Wunddesinfektion eingesetzt, diente sie auch zur spülenden Desinfektion infizierter Wurzelkanäle

Dal Pont Osteotomie , Obwegeser-Dal-Pont Spaltung; eine der chirurgischen Eingriffe zur Beseitigung der Progenie; sagittale Spaltung

Dappenglas
engl.: Dappen dish; ohne Deckel existierende kleine Glasgefäße (in jüngerer Zeit auch aus Kunststoff) zum Anmischen oder Aufbewahren von Substanzen; benannt nach dem Krefelder Zahnarzt Wilhelm Dapp. Befindet sich zur Abdeckung auf dem D. noch ein exakt passender Deckel, so spricht man von einem Kappenglas (Abb. re).  

DAR ; Abk. von "D"entin "A"dhäsive "R"estauration(en); Dentinhaftung

Das Dental Vademekum
DDV
, auch: IDZ-Dentalvademekum; von der Bundeszahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung unter Verantwortung des IDZ herausgegebener komplexer Überblick über die Arbeitsmittel und Werkstoffe für zahnärztliche und zahntechnische Zwecke. 1989 erstmals publiziert, erschien 2009 die 10. Auflage. Es beschreibt neutral (Prüfung durch eine wissenschaftliche Kommission) über 7.600 Dentalprodukte von ca. 300 Dentalfirmen und gilt als Standardnachschlagewerk für Produktinformationen aus dem zahnärztlichen Bereich.

Datenschutzbeauftragter
nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), engl.: data protection official; §§ 4f, 4g BDSG sehen die Bestellung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten in öffentlichen und nicht öffentlichen Stellen vor, die personenbezogene Daten automatisiert verarbeiten und wo ständig >9 Personen mit der Datenverarbeitung beschäftigt sind. Dieser soll das Unternehmen in Datenschutz-Fragen zum einen beraten und zum anderen die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen überwachen. Die manchmal erhobene Forderung, dass eine derartige Person auch in Arztpraxen vorhanden sein müsste, entspricht nicht dem Gesetz ("... Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für die nichtöffentlichen Stellen, die in der Regel höchstens neun Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen. ..."; § 4f Abs. 1  BDSG )
EDV in der Zahnarztpraxis
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/

Dauerprovisorium ; Langzeitprovisorium

Daumenlutschen ; engl.: thumb-sucking; Lutschen

Davis Krone
Kernkrone, Dübelkrone, engl.: Davis crown;  historische (Ende des 19. Jhds), zweiteilige Form einer Stiftkrone unter Verwendung von Konfektionsteilen. Nach dem Einzementieren eines genormten Wurzelkanalstiftes wird auf dessen Stumpf eine vorgefertigte Keramikkrone aufzementiert.
Fingerhutkrone, Richmondkrone, Stiftaufbau

Dawson Griff
Unterkiefer-Führungs-Griff
, engl.: Dawson's handle, Dawson's maneuvre ?; der Unterkiefer wird mit beiden Händen am Kieferwinkel umfasst und mit den Daumen schädelwärts geführt. Der Griff dient, ebenso wie der Lauritzen-Griff, einer Deprogrammierung des neuromuskulären Systems, um eine zentrische Kondylenposition zu ermitteln.

DAZ
Deutscher Arbeitskreis für Zahnheilkunde, engl.: German working group for dentistry; der DAZ versteht sich als überregionaler zahnärztlicher Berufsverband. Entstanden ist er als Zusammenschluss örtlicher Studiengruppen, die - mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung - zu fachlicher Fortbildung, Fall-Besprechungen, Praxisbesuchen und Erfahrungsaustausch zusammenkommen. Auf Bundesebene existieren Referate und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen (z.B. Jugendzahnheilkunde und Prophylaxe, Umwelt- und Arbeitsschutz, Studienreform, Qualitätssicherung, Psychosomatik). Bei regelmäßigen, für Mitglieder offenen Ratssitzungen wird die Linie des Verbandes diskutiert und festgelegt. Der DAZ vertritt - nach eigen Angaben - zahnärztliche Interessen auf der politischen Ebene. Die Mitgliederzahl ist nicht bekannt und wurde auch auf Anfrage hin nicht mitgeteilt.
http://www.daz-web.de/
FVDZ, VDZM, Zahnärztekammer

Dazzler
Zahn-Dekor von engl.: to dazzle = blenden, Twinkels; zahnmedizinisch unbedenkliche Modeerscheinung aus den USA. Grundlage dieser Tatoo-Nachfolger (Tatoo = Markierung) ist eine Goldfolie. Sie werden mittels Säure-Ätztechnik (SÄT) auf den Zahn geklebt und können problemlos - ohne bleibende Schäden an den Zähnen zu verursachen - wieder entfernt werden.
Piercing, Twinkler, Vampierzähne, Zahnschmuck



©: www.prodenta.de

DBA
Dentin Bonding Agent, engl.: Kurzbezeichnung für Dentinhaftvermittler im Rahmen der Füllungstherapie mit Materialien auf Kunststoffbasis ( Komposites) oder bei der Behandlung überempfindlicher Zahnhälse.
Dentinhaftung

DDE-Index
Abk. von Developmental Defects of Enamel; vom Zahnärzte-Weltverband modifizierter Index des Fluorose-Index nach Dean zur Beurteilung des Schweregrades einer entwicklungsbedingten Schmelzveränderung; er hat den Al-Alousi Index abgelöst. Der als zeitaufwendig und kompliziert geltende, beschreibende Index kennt vier Stufen, welche bei bleibenden Zähnen mit einer Zahl (1-4) und bei Milchzähnen mit Buchstaben (A-D) angeführt werden:
Grad 1 (A) : abgegrenzte Opazität
Grad 2 (B) : nicht abgegrenzte, diffuse Opazität
Grad 3 (C) : hypoplastische Veränderungen
Grad 4 (D) : andere Schmelzveränderungen
Fluorose-Index

D.D.S.
Abk. für Doctor of Dental Science, oder - je nach Hochschule - auch D.M.D. (Abk. für Doctor of Medical Dentistry). Ist kein akademischer Grad im europäischen Sinn, sondern lediglich ein "Practitioner Title". Wer eine wissenschaftliche Qualifikation erwerben möchte, kann nach erfolgreichem Studium den "Philosophical Doctor (Ph.D.) erwerben.  Einem D.D.S. ist es nicht erlaubt, chirurgische Behandlungen durchzuführen. Hierfür muss ein D.D.S. / D.M.D. zusätzlich ein spezielles Studium absolvieren. Danach kann er das M.D. (Medical Doctor) seinem D.D.S. oder D.M.D. anhängen und dies zeichnet ihn als einen Spezialisten aus, z.B.:
Dr. Jens Prophymouse, D.D.S. (oder D.M.D), M.D.
D.D.S. steht auch für den US-amerikanischen Titel Doctor of Dental Surgery (surgery = Chirurgie)
Approbation, Doktor, Zahnarzt

Debonding , Entfernung von adhäsiv befestigten Materialien, Bracket

Débridement
Säuberung einer Oberfläche von Rückständen, engl.: do.; abgeleitet vom franz. Débris = Überreste; Bezeichnung in der ZHK - besonders in der Endodontie u. Parodontologie (surgical débridement) - für die Reinigung von Wurzelkanälen und Zahnoberflächen ( Kürettage, Scaling und Root Planing)  von Fremdmaterial, Gewebe und Mikroorganismen gebraucht.

Abb.: stark verunreinigte Zahnwurzel (hauptsächlich mit Detritus behaftet)


deciduus = abfallend, ausfallend, nicht bleibend; z.B.: Dens deciduus = Milchzahn

Deckbiss
Angle Klasse II/2, Schlagwortbez. und Überbegriff für eine Zahnfehlstellung, welche sich klinisch durch verdeckte untere Schneidezähne auszeichnet, engl.: closed bite, Angle classifikation II/2; Biss-Fehlstellung auf überwiegend erblicher Grundlage: Die oberen (mittleren) Schneidezähne überdecken die unteren, der Unterkiefer liegt zurück (mandibuläre Retrusion) bzw. der Oberkiefer ist zu weit nach vorn verschoben (maxilläre Protrusion). Häufig mit einem "Tiefen Biss" ("Tiefbiss") mit Berührung der unteren Schneidezähne am Gaumen kombiniert. Bei vorhandenem D. sind Zahnfleischprobleme seltener, ohne bisher die Zusammenhänge zu kennen. Eine kieferorthopädische Behandlung ist langwierig und sehr häufig von Rezidiven begleitet.
Obwohl der D. häufig nur der Angle Klasse II/2 zugerechnet wird, kann er auch bei anderen Bisslagen und Kieferfehlstellungen auftreten.
apicale Basis, Interinzisalwinkel, Okklusion, Offener Biss, Schachtelbiss, Steilbiss, Tiefer Biss



starke Abrasion durch einen Deckbiss und Frontzahn-
kronen


Deckelung Budget

Deckfüllung
engl.: cover filling; Bez. für die eigentliche Füllung in einem Zahn mit welcher der kariöse Defekt wieder so versorgt wird, dass eine normale Kaufunktion möglich ist; im Gegensatz zum Begriff "Unterfüllung" gebräuchlich.

Deckgold
Blendgold
, engl.: bonding gold, fuse-on gold paste; bräunlich-pastöses, in einem Bindemittel befindliches kolloidales Gold, welches bei Hitze auf metallischen Oberflächen durch Einbrennen eine goldfarbne Deckschicht bildet. Anwendung vorwiegend in der Metallkeramik, um der Aufbrenn-Keramik einen warmen Farbton zu verleihen.
Galvano-Technik, Glanzgold

Deckprothese , engl.: Cover denture o. Overdenture

Dectaflur , engl.: do.;  Fluoride, Olaflur

Deep Scaling
subgingivale Konkremententfernung
; Entfernung von Konkrementen und anderen Verunreinigungen auf der Wurzeloberfläche in der Tiefe einer Zahnfleischtasche. Eine der entscheidenden Maßnahmen unter örtlicher Betäubung bei der mechanischen Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Das D.-S. wird bei Anwendung modernerer Techniken (z.B. Ultraschallgeräte o. Vector) fast schmerzfrei.

Kürettage, Root-planing, Parodontalbehandlung, Wurzelglättung


Defektfraktur
engl.: irreparable fracture; Knochenbruch mit Verlust oder starkem Zusammenquetschen von Knochen (z.B. Teilen des Alveolarfortsatzes), wie dies etwa infolge einer Schussverletzung auftreten kann. Behandlung meist mit Adaptionsplatten und/oder Knochenersatzmaterialien
Impressionsfraktur, Kieferbruch

Defektprothese
Prothesenart, die zwei Funktionen vereint:
Ersatz von fehlenden Zähnen, um Kaufähigkeit und Ästhetik wiederherzustellen
Verschluss eines Defektes, der über den reinen Ersatz von Zähnen hinausgeht, so z.B. den Verschluss des Gaumens bei Gaumenspalten (s. Abb.), oder Ersatz von Kieferteilen nach Tumor-/Zystenoperationen ( "Resektionsprothese").
Epithese, Obturator
 



Defensine
antimikrobielle Eiweiße, engl.: do.; vom Körper produzierte kleine Eiweißverbindungen deren Körpergehalt bei der Abwehr von Entzündungserregern ansteigt. D. haben ein breites Wirkungsspektrum ("körpereignes Breitbandantibiotikum"). Die Kieferknochenzellen scheinen besonders viele D. zu produzieren.

Deflektion
Ablenkung von einer vorgegeben Richtung, engl.: deflection;
1.) Weggleiten des Unterkiefers beim Zusammenbiss
2.) Verwindungsfestigkeit oder Verdrehwinkel bei Wurzelkanalinstrumenten: Bei der Überprüfung des Frakturverhaltens nach der ISO-Norm 3630-1 von 1992 werden die Wurzelkanalinstrumente an der Spitze über eine Länge von 3 mm sowie am Schaft in einer Spannvorrichtung eingespannt. Die Wurzelkanalinstrumente werden bis zum Brechen verdreht. Je größer der Messwert, um so sicherer ist das Verhalten des Instrumentes innerhalb des Wurzelkanals ( Wurzelkanal-Instrumentenfraktur).
Deformation
http://miami.uni-muenster.de/

Deflexion
Ablenkung, engl.: deflection; in der ZHK als Kurzbezeichnung für Unterkieferdeflexion. Abweichung der Kinnspitze oder des Inzisalpunktes in der Frontalebene um mehr als 2 mm zu einer Seite hin bei einer Unterkieferöffnungsbewegung ohne Rückkehr in die Medianebene (= unkorrigierte Seitabweichung). Sicheres Zeichen für eine Störung des Kausystems, i.d.R. einer Erkrankung des Kiefergelenks.
Auslenkung, Deviation, Funktionsanalyse, Unterkieferbewegung

Deformation
Formveränderung bzw. Verformung ohne Volumenänderung. Unterscheidung in:
elastische Deformation: nach Eliminierung der Belastung stellt sich der Stoff wieder in seine ursprüngliche Form zurück
plastische Deformation: nach Biegung stellt sich das Werkstück nicht mehr in seine Ursprungsform zurück (Biegemoment). Bei metallischen Werkstoffen (z.B. einem Wurzelkanalinstrument) führt diese Formveränderung u.a. zu einer Versprödung und erhöhter Bruchanfälligkeit ( Wurzelkanalinstrumenten-Fraktur)
Deflektion

Degeneration ; engl.: do.; Rückbildung bzw. Verfall von Gewebe oder ganzer Organe

Degression
stufenweise Abnahme
, Verminderung, engl.: do.; Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (von 1993-96 und ab 1999 bei der Vergütung von Vertragszahnärzten): Die nach dem Bewertungsmaßstab (BEMA) erwirtschafteten Leistungen (Gesamtvergütung) werden einer Jahreshöchstgrenze unterworfen. Bei Überschreitung der z.Zt. (2006) gültigen Punktwertzahl von 350.000/Jahr erfolgt auf den Überhang ein Abzug von 20%; bei über 450.000/Jahr beträgt der Abzug 30% und bei über 550.000 Punkten 40%. Ist ein weiterer Zahnarzt in der Praxis voll beschäftigt (sog. Entlastungsassistent, Vorbereitungszeit), erhöhen sich die Punktmengen um 70% (soweit dieser vor dem 1.7.1997 genehmigt worden ist; danach genehmigte Entlastungsassistenten haben keinen "Degressionsbonus"); nur um 25%, wenn in der Praxis ein Entlastungs-, Vorbereitungs- oder Weiterbildungsassistent beschäftigt ist Vorbereitungszeit.
So sagt § 85, 4b-f SGB V (Gesamtvergütung):
Ab einer Gesamtpunktmenge je Vertragszahnarzt aus vertragszahnärztlicher Behandlung, einschließlich der kieferorthopädischen Behandlung, von 262.500 Punkten je Kalenderjahr verringert sich der Vergütungsanspruch für die weiteren vertragszahnärztlichen Behandlungen im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 SGB V um 20 vom Hundert, ab einer Punktmenge von 337.500 je Kalenderjahr um 30 vom Hundert und ab einer Punktmenge von 412.500 je Kalenderjahr um 40 vom Hundert; für Kieferorthopäden verringert sich der Vergütungsanspruch für die weiteren vertragszahnärztlichen Behandlungen ab einer Gesamtpunktmenge von 280 000 Punkten je Kalenderjahr um 20 vom Hundert, ab einer Punktmenge von 360 000 Punkten je Kalenderjahr um 30 vom Hundert und ab einer Punktmenge von 440 000 Punkten je Kalenderjahr um 40 vom Hundert. Satz 1 gilt für ermächtigte Zahnärzte entsprechend. Die Punktmengengrenzen bei der Beschäftigung von ganztägig angestellten Zahnärzten im Sinne des § 32b Abs. 1 der Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte und bei Gemeinschaftspraxen richten sich nach der Zahl der zahnärztlichen Mitglieder. Bei der Beschäftigung von Entlastungs-, Weiterbildungs- und Vorbereitungsassistenten erhöht sich die Gesamtpunktmenge um 25 vom Hundert der für einen Zahnarzt maßgeblichen Punktmenge. Bei Teilzeit oder nicht ganzjähriger Beschäftigung verringert sich die zusätzlich zu berücksichtigende Punktmenge entsprechend der Beschäftigungsdauer. Der Degression ist die Punktmenge aus allen abgerechneten vertragszahnärztlichen Leistungen im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 SGB V unterworfen. In die Ermittlung der erbrachten Punktmenge sind die Kostenerstattungen nach § 13 Abs. 2 SGB V einzubeziehen. Diese werden den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen von den Krankenkassen mitgeteilt."

Die Zahlen sind willkürlich - mit dem Hintergrund einer umstrittenen Qualitätssicherung durch diese  Festsetzung - festgelegt worden und beruhen auf der Annahme/Unterstellung, dass bei Überschreitung der Punktmengengrenzen keine sorgfältige Behandlung möglich sei.
Vergütungen für Zahnersatz auch nach der Regelversorgung unterliegen ab 2005 nicht mehr der Budgetierung/Degression.
Angestellter Zahnarzt, Budget, Gesamtvergütung, Gesundheitsreform, Punktwert
 Festzuschüsse ab 2005

Dehiszenz
Aufklaffen, engl.: (wound) dehiscence; in der Medizin gebräuchlich für eine:
1.) Nahtdehiszenz: ein Auseinanderklaffen der Wundnaht ("Aufgehen der Naht"), nachdem die Wundränder primär schon wieder vereinigt waren. Ursächlich ist meist eine zu starke mechanische Beanspruchung (Kauen, Sprechen) des Nahtgebietes
2.) Wunddehiszenz, (auch Wundruptur): Späteres Auseinanderklaffen einer primär verschlossenen Wunde. Neben mechanischen Störungen können hierfür auch Prozesse in der Tiefe (Blutungen, Eiterungen) verantwortlich sein.
In beiden Fällen erfolgt die Heilung dann i.d.R. nicht mehr als wünschenswerte Primärheilung ("per primam"), sondern in Form einer Sekundärheilung ("per secundam") aus der Tiefe heraus.
Wundheilungsstörungen

Dehnplatte
Expansionsplatte, engl.:  orthodontic expansion plate; herausnehmbares kieferorthopädisches Behandlungsmittel mit eingearbeitenden aktiven Elementen (z.B. Dehnschraube) zur Verbreiterung eines Kiefers (Ober- und/oder Unterkiefer) bei Zahnengstand. Meist kombiniert mit weiteren aktiven Elementen zur Bewegung von Einzelzähnen oder Zahngruppen. Spezielle Ausführungen können noch zusätzlich bewirken:
* Distalisation und Mesialisation von Seitenzähnen
* Osseodistraktion im UK
* Aufrichten, Erweitern, Drehen und Torquen von Molaren
* frühe Gaumennahterweiterung im OK
Aktive Platte, Coffin Feder, QuadHelix



D
. mit  Adams- u.
Ösenklammern als Halteelemente

Dehnschraube , Dehnungsschraube, Transversalschraube, engl.: expansion screw, jackscrew; Aktive Platte, Coffin Feder, Dehnplatte, Hyrax-Schraube, Nord Schraube, QuadHelix

Dekortikation
Dekortikalisierung, engl.: decortication; chirurgische Entfernung der äußeren festen Knochenschicht (Kompakta, Kortikalis) und Freilegung der darunter liegenden schwammigen Knochenstruktur (Spongiosa). Auf die Spongiosa wird dann zur besseren Durchblutung des Knochens gut durchblutetes Wangengewebe aufgelegt, um so eine bessere Durchblutung und damit Heilung des erkrankten Kieferknochens zu erreichen; bei schweren Formen der Kiefer-Osteomyelitis angewandt.
Kompakta, Osteomyelitis

Dekubitus , Decubitus, Druckgeschwür, engl.: decubital ulcer; Druckstelle

Dekuspidation
"Enthöckerung", "Planschleifen", engl.: decuspidation; Fachbezeichnung für eine historische Methode des radikalen Abschleifens der Höcker an Molaren und Prämolaren. Dadurch sollte eine Kariesprophylaxe erfolgen bzw. eine Entlastung von Zähnen beim Zusammenbiss erreicht werden. Heute werden feinere Formen der Abtragung angewandt. Einschleifen

Delaire Maske
engl.: Delaire mask; selten angewandtes extraorales kieferorthopädisches Behandlungsgerät zur Zurückschiebung eines vor dem Oberkiefer liegenden Unterkiefers (Behandlung der Angle Klasse III). Gummizügen übertragen die Kräfte auf einen Doppelmetallbogen, der an entsprechenden Bändern auf den großen Backenzähnen angelötet ist. Im Rahmen einer kieferorthopädischen Frühbehandlung eingesetzt, um das Unterkieferwachstum zu bremsen und den Oberkiefer zum Wachstum anzuregen.
Erfolgt die Abstützung der Maske nicht an der Kinnspitze, sondern am Jochbein, so spricht man von einer "Grummons-Maske"
Headgear

Delegation
von zahnärztlichen Tätigkeiten an das Fachpersonal einer Praxis, engl.: delegation of dental activities to dental assistants, delegation guidelines; entscheidend für die Verrichtung von Tätigkeiten am Patienten ist das Zahnheilkundegesetz. Dieses besagt im § 1 Abs. 5 u. 6 in der Fassung vom 4.12.2001:

Die Auslegungen hierzu sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ( Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung). Weitere Rechtsgrundlagen für eine D. sind:

Der Weltzahnärzteverband ( FDI) sagt zum Einsatzrahmen aus:
1. Einführung
Der Zahnarzt trägt dem Patienten gegenüber die Verantwortung für die Diagnose und Beratung sowie die Bereitstellung von Mundgesundheitsversorgung in Übereinstimmung mit dem geltenden Gesetz. Daraus folgt, dass der Zahnarzt ebenfalls für die Unterstützung, Führung und Beaufsichtigung der Hilfskräfte innerhalb des Praxisteams verantwortlich ist.
2. Definitionen
2.1 Zahnärztliche Hilfskraft: Mitglied des Praxisteams, dem der Zahnarzt in Einklang mit der aktuellen Gesetzgebung bestimmte Aufgaben im Rahmen der Mundgesundheitsversorgung der Patienten übertragen kann.
2.2 Beaufsichtigung: Betreuung der Hilfskraft bei der Ausführung ihrer Aufgaben und Pflichten.
3. Aufgaben und Pflichten
3.1 Der Zahnarzt ist verpflichtet:
  Dafür zu sorgen, dass die berufliche Kompetenz aller Mitglieder des zahn-ärztlichen Teams stets dem aktuellen Wissensstand entspricht und Hilfskräfte Schulung in Bezug auf die ihnen übertragenen Aufgaben erhalten.
Die Hilfskräfte beruflich zu betreuen und ihre Leistungen zu überwachen, um optimale Qualität der erbrachten Mundgesundheitsversorgung zu sichern.
3.2 Die Hilfskraft ist verpflichtet:
  Von den Aufgaben, die an sie delegiert werden, nur diejenigen auszuführen, für die sie im Rahmen der im jeweiligen Land zulässigen Berufspraxis angemessen qualifiziert bzw. ausgebildet ist und alle Aufgaben abzulehnen, für die sie nicht ausgebildet bzw. qualifiziert ist.
  Den Zahnarzt darauf hinzuweisen, wenn eine Behandlungsmaßnahme ihre Ausbildung bzw. Fachkompetenz als Hilfskraft überschreitet.
Delegationsrahmen: Was dürfen Zahnmedizinische Fachangestellte? (ZPW, 2017)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung

Demastikation
Abkauung, engl.: demastication; Abrasionen an den Kauflächen der Zähne, welche durch "abschleifende" Nahrungsmittel während des Kauvorgangs ausgelöst werden. Typisch für eine D. sind abgerundete Höcker/Grübchen ( Mörser-Pistill-Prinzip) ohne dass dabei ein Antagonistenkontakt besteht.
Abrasion, Abrasivität, Attrition, Usur

Demineralisation
engl.: demineralization; Verarmung eines Gewebes an Mineralien, Verlust von Mineralien aus der Zahnhartsubstanz, z.B. Entkalkung der Zahnoberfläche (Verlust von Calcium- und Phosphat-Ionen) durch Säuren. Der Ursprung der Säure kann in der Nahrung (z.B. saures Obst) oder in den organischen Stoffwechselprodukten von in der Plaque lebenden Bakterien liegen.
Kavitation, Mineralisation, Remineralisation, White Spot,

Denker Operation
engl.: do.; radikale Kieferhöhlenoperation (benannt nach Alfred D., 1863–1941, Münchner HNO-Arzt) in mehreren Variationen; meist bei Kieferhöhlentumoren angewandt. Herstellung eines dauerhaften Zugangs zum unteren Nasengang.

Dens
D., pl.: Dentes; engl.: do. or tooth (pl. teeth);  lat. Bez. für Zahn

Keinen zahnärztlichen Bezug haben z.B.: Dens axis = nach oben gerichteter Zahnfortsatz des zweiten Halswirbels und Dens acusticus = Leiste im Innenohr.
Zahn

Dens in dente
"Zahn im Zahn", Populärbezeichnung für einen Dens invaginatus, Invaginationsodontom, Salter Zahn, engl.: do. o. tooth within tooth; als sog. seltene Zahnanomalie, welche meist an den bleibenden seitlichen oberen Schneidezähnen auftritt. Die Bezeichnung bezieht sich nur auf die Form, ist aber sonst nicht korrekt, da das Gebilde zwar von der Form her zahnähnlich ist (s. Abb.; an der Wurzelspitze befindet sich eine zystische Veränderung), aber im Gegensatz zum normalen Zahn hier das Dentin außen liegt und so den Zahnschmelz umhüllt. Sonderformen können nur die Schneidekante des seitlichen Schneidezahns betreffen und zeigen auf dieser Höckerchen und Fissuren (s. Abb. unten).
Wegen des meist beidseitigem Auftretens wird eine Erblichkeit angenommen, als Ausdruck eines Erbfaktors, der auch als Nichtanlage manifest werden kann.
Als Therapie wird nach E. Sonnabend angegeben:
Bei Kariesfreiheit wird das Versiegeln vorgeschlagen, sonst eine Kompositfüllung mit regelmäßigen Sensibilisierungsprüfungen. Es treten aber auch schon kurz nach dem Durchbruch Pulpanekrosen auf. Wurzelkanalaufbereitung und -füllung können erschwert sein, bis hin zur Unmöglichkeit, den Apex zu erreichen. Dieses Hindernis kann die Extraktion erforderlich machen.
Foramen caecum (coecum)Odontom



Dens invaginatus doppelseitig
mit Abszess und Fistelbildung




Schneidekante eines
seitlichen Schneidezahns
mit Höckern u.
Fissuren als Sonderform eines Dens in dente


Dens invaginatus , Dens in dente

Dens natalis
Dens connatalis
, engl.: do.; sehr selten vorkommendes Ereignis eines / mehrerer schon bei der Geburt vorhandener Zähne - meist Schneidezahn/-zähne in der Unterkieferfront - als Folge einer zu frühen Dentition. Die Wahrscheinlichkeit wird mit 1 : 2.000  angegeben.
Als Dens neonatale wird ein bis zum 30.Tag nach der Geburt durchbrechender Zahn bezeichnet
Da durch einen frühzeitigen Zahn i.d.R. der Stillakt für die Mutter äußerst schmerzhaft ist, wurde früher eine Entfernung dieser Zähne unmittelbar nach der Geburt/dem Erscheinen durchgeführt. Heute erfolgt, bedingt durch entsprechende Babynahrung, eine Umstellung auf künstliche Kost.
angeborener Zahn, prälaktaler Zahn

dental
engl.: do.; den Zahn, die Zähne betreffend, mit Hilfe der Zähne gebildet (Laute die mit Zunge und Zähnen erzeugt werden, Dentallaut), von den Zähnen ausgehend (= odontogen), zu den Zähnen gehörend.
addental, Dentallaut

Dentalberaterin
nicht anerkanntes, junges Berufsbild mit einem dreimonatigen Intensivtraining oder 12 Intervalleinheiten von jeweils einem halben Tag (ca. 4 Stunden) mit dazwischen liegenden Umsetzungsphasen von jeweils einer Woche. Es sollen dabei die Fähigkeiten und Kenntnisse erlernt werden, um die individuellen Bedürfnisse und Sorgen von Patienten vor der Behandlung zu erfragen und die Untersuchungsergebnisse und Therapievorschläge des Zahnarztes in laienverständliche Worte zu kleiden.
http://www.dentalberaterin.de/

Dental-CT
engl.: do.; CT-Untersuchungen des Unterkiefers (Mandibula), sowie des Oberkiefers (Maxilla) zählen zu den seltenen Untersuchungen. Dabei werden Ober- und Unterkiefer mit dünnen Schichten (1 bis 2 mm), meist mit sequentieller Schnittführung und Pitch 1 getrennt voneinander gescannt. Seltenere Indikationen stellen die Klärung der Ausdehnung von Zysten, Tumoren, die Lage von retinierten Zähnen in Bezug zu ihrer Nachbarschaft oder tiefe Paradontiden dar. Die vielfach ins Feld geführte erhöhte Strahlenbelastung konnte durch moderne Untersuchungstechniken deutlich reduziert werden. Die Bildqualität ist deutlich schlechter als die von DVT-Bildern.
DVT, Positronen-Emissions-Tomographie, Röntgendiagnostik, Voxel

Dentaldepot
Dentalhandel, engl.: dental depot or dental shop (offering dental supplies); Firmen, welche den zahnärztlichen Bedarf in Richtung Geräte, Instrumente, technischer Service und Verbrauchsmaterialien abdecken. Für zahnmedizinische Medikamente in der Praxis (z.B. Lokalanästhetika) haben D. einen apothekenähnlichen Status.
Ermächtigte Sicherheitstechniker der D. können z.B. Kontrollen nach der Medizingeräteverordnung durchführen.
http://www.bvdental.de/

dentale Nekrose ; Rachitis

Dentalfluorose , Zahnfluorose, engl.: dental fluorosis; Fluorose

Dentalgia , Dentalgie; vom Zahn ausgehende Schmerzen, Zahnschmerz

Dentalhygienikerin
DH
, engl.: Dental hygenist; speziell geschulte ("Aufstiegsfortbildung" gemäß § 46 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz) zahnärztliche Assistentin (Fachhelferin), welche in Deutschland gewisse zahnärztliche Dienstleistungen wie Zahnsteinentfernung (auch subgingival) Aufklärung in Mundhygiene und Prophylaxe ("professionelle Prophylaxe", professionelle Zahnreinigung), Herstellung von Provisorien usw. am Patienten in einer zahnärztlichen Praxis verrichten darf. Diese Tätigkeiten dürfen zwar ohne Aufsicht durch einen Zahnarzt, aber nur in einer Zahnarztpraxis erbracht werden. DHs gelten als zahnmedizinisch assoziierter Beruf ohne eigenes Berufsbild. DH's sind im Zahnheilkundegesetz im Zusammenhang mit der Gesundheitsstrukturreform 1993 erwähnt (s.u.).
In Deutschland besteht bisher (2011) keine staatliche Anerkennung dieses Berufsbildes - trotzdem bieten einige Länderzahnärztekammern (Stuttgart, Hamburg, Münster) entsprechende Ausbildungen an, die zumindest in diesen Bereichen anerkannt sind.
Nach Schätzungen gab es 2011 etwa 350 DHs in D (zum Vergleich: USA etwa 110.000, weltweit ca. 350.000). Eine alleinige Praxistätigkeit durch eine D. ("Dentalhygienepraxis" o. ähnliches) ist in Deutschland nach dem Zahnheilkundegesetz nicht erlaubt; ebenso dürfen keine örtliche Betäubungen oder vollständige Parodontalbehandlungen - auch unter Aufsicht - erbracht werden. In der Schweiz sieht z.B. die Regelung bezüglich Anästhesien anders aus ( http://www.dentalhygienists.ch/).
In Amerika wurden erstmals 1913 in Bridgeport DHs ausgebildet. 1973 wurde in Zürich ( Dentalhygieneschule Zürich) die erste Dentalhygiene-Schule in Mitteleuropa eröffnet.
Das Zahnheilkundegesetz von Baden-Württemberg erwähnt in § 1, Abs. 5 u. 6 die DHs erstmals:
" (5) Approbierte Zahnärzte können insbesondere folgende Tätigkeiten an dafür qualifiziertes Prophylaxe-Personal mit abgeschlossener Ausbildung wie zahnmedizinische Fachhelferin, weitergebildete Zahnarzthelferin, Prophylaxehelferin oder Dental-Hygienikerin delegieren: Herstellung von Röntgenaufnahmen, Entfernung von weichen und harten sowie klinisch erreichbaren subgingivalen Belägen, Füllungspolituren, Legen und Entfernen provisorischer Verschlüsse, Herstellung provisorischer Kronen und Brücken, Herstellung von Situationsabdrücken, Trockenlegen des Arbeitsfeldes relativ und absolut, Erklärung der Ursache von Karies und Parodontopathien, Hinweise zu zahngesunder Ernährung, Hinweise zu häuslichen Fluoridierungsmaßnahmen, Motivation zu zweckmäßiger Mundhygiene, Demonstration und praktische Übungen zur Mundhygiene, Remoti-vation, Einfärben der Zähne, Erstellen von Plaque-Indizes, Erstellung von Blutungs-Indizis, Kariesrisikobestimmung, lokale Fluoridierung z. B. mit Lack oder Gel, Versiegelung von kariesfreien Fissuren.
(6) In der Kieferorthopädie können insbesondere folgende Tätigkeiten an zahnmedizinische Fachhelferinnen, weitergebildete Zahnarzthelferinnen oder Dental-Hygienikerinnen delegiert werden: Ausligieren von Bögen, Einligieren von Bögen im ausgeformten Zahnbogen, Auswahl und Anprobe von Bändern an Patienten, Entfernen von Kunststoffresten und Zahnpolitur auch mit rotierenden Instrumenten nach Bracketentfernung durch den Zahnarzt."
Die Musterfortbildungsordnung DH ist auf den Internetseiten der Bundeszahnärztekammer abrufbar (  Ersatzweise unter © BZAEK).
Ab 2013 existiert auch ein Bachelor-Studiengang "Dentalhygiene und Präventionsmanagement". Beschlusslage der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) dazu ist, dass die Kammern aufgefordert sind, sich nicht an der Einführung eines Studiengangs "Bachelor Dentalhygiene" zu beteiligen.
Aufstiegsfortbildung, Delegation, Dentalberaterin, Kieferorthopädische Fachassistentin (Zahnmedizinische Kieferorthopädie-Assistentin), Prophylaxehelferin, Zahnmedizinische Prophylaxeassistentin (ZMP)
Delegationsrahmen der © Bundeszahnärztekammer (2009) als Orientierung
Fortbildungsordnung für Assistenzberufe der ©: Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg (2006)
Markierte Wege durch den Dschungel
http://www.ddhv.de/ , http://www.bddh.info , http://www.dh-dentalhygienikerin.de/
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt ; Fortbildungsangebote für Assistenzberufe
Gehalt: http://www.zahnjob.de/gehaltsrechner.htm

 

 

 

 

 

 

 



Dentalindex
in der Literatur von unterschiedlicher Bedeutung; so z.B. als
-- 
Der komparative Dentalindex (CDI) ergibt sich als Quotient aus den tatsächlich durchgetretenen zu den theoretisch zu erwartenden Zähnen
--  Dentalindex nach Flower: Verhältnis der Dentallänge (s. Abb.) x 100 durch Schädelbasislänge (Basion-Nasion-Abstand). Werte unter 42 bezeichnen eine Mikrodontie, Werte zwischen 42 und 44 eine Mesodontie und Werte über 44 eine Makrodontie
--  Erkrankungsindex als undifferenzierter "Sammelindex" bestehend aus Karies, Parodontalerkrankung, endodondischer und perikoronaler Läsionen


Dentallänge

Dentalkeramik , Keramik

Dentalkunststoffe, engl.: dental synthetic materials, Kunststoffe

Dentallabor
engl.: dental laboratory; zahntechnische Betriebsstätte nach der Handwerksordnung zum Anfertigen von Zahnersatz und dessen Reparatur sowie andere zahntechnische Arbeiten (z.B. kieferorthopädische Behandlungsgeräte) durch speziell dafür ausgebildete Zahntechniker.
Die Anfertigung von zahnärztlichen Arbeiten erfolgt ausschließlich auf Weisung des Zahnarztes im Rahmen eines Werkvertrags; eine behandelnde Tätigkeit der Zahntechniker am Patienten ist nach dem Zahnheilkundegesetz strafbar.
Bei der Anfertigung und Reparatur von Zahnersatz für gesetzlich Versicherte unterliegen die Preise hierfür einem bundeseinheitlichen Leistungsverzeichnis ( BEL); bei der Preisfindung für privat Versicherte gilt ein freier kalkulatorischer Preis ( BEB).
Ab Mitte Juni 1998 muss nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) jedes Werkstück, welche aus einem gewerblichen Laboratorium an einen Zahnarzt geliefert wird, eine sog. Konformitätserklärung mit folgendem Inhalt beiliegen:
Hersteller (das liefernde D.),
Auftraggeber (Zahnarzt),
Patientenname (mit Einwilligung) oder Chiffre,
Produktbezeichnung,
Materialien,
Endprüfung (Verantwortlicher im Labor; z.B. ein Zahntechnikermeister),
Spezielle Erklärung mit dem Text: "Das Produkt entspricht den grundlegenden Anforderungen.
Diese Bescheinigung muss vom Zahnarzt 10 Jahre lang aufbewahrt werden.

Ab dem 01.01.2012 müssen die Zahnarztpraxen die Abrechnungen der gesetzlich versicherten Patienten der KZV komplett elektronisch übermitteln. Dies bedeutet auch, dass die in den Laborrechnungen enthaltenen Material- und Laborkosten als Bestandteil der zahnärztlichen Abrechnung elektronisch an die KZV zu übermitteln sind.

Gewerbesteuer, Praxislabor, Sägemodell, Schwund, Umsatzsteuer, Wachsaufstellung, Zahnersatz, Zahntechnik, Zahntechniker
http://www.vdzi.de/
Wie digital ist die Zahntechnik wirklich?
 

 

 



Auslandszahnersatz:
Anteile nach
Ländern - 2009

Dentallänge , geradlinige Entfernung zwischen vom vorderen Rand des 1. Prämolaren bis zum hinteren Rand des 3. Molaren (Weisheitszahn) Dentalindex

Dentallaser , Laser, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde

Dentallaut , Zahnlaut, engl.: dental consonant; an den oberen Schneidezähnen gebildeter Laut, z. B. "T", addental, dental, S-Kanal;

Dentallegierung , engl.: dental alloy; Legierung

Dental Liaison Committee (DLC)
Vertretung der Zahnärzteverbände aller EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel. Bundeszahnärztekammer

Dentalmedizinischer Doktor (DMD), Doktor, Master, Zahnarzt

Dentalphobie; "Zahnarztangst", engl.: dental phobia; Angst; auch https://www.dentalphobie.info/

Dentalplaque , dentale Plaque, engl.: dental plaque; Plaque

DentalReflex - Methode
zu den medizinischen Außenseitermethoden gehörende "Diagnostik" auf der Grundlage, dass eine Beziehung zwischen den Zehen und den Zähnen bestehen soll, wofür keine wissenschaftlichen Beweise angeführt werden: "Dieses Wissen ist so detailliert, dass nicht nur bekannt ist, mit welcher Zehe welcher Zahn in Verbindung steht, sondern sich sogar bestimmen lässt, welcher Bereich um die Zahnwurzel herum beherdet ist. Selbst pathologisch veränderte Zahnfleischtaschen können millimetergenau lokalisiert werden."
alternative Behandlungsmethoden, Wechselbeziehungen
http://www.zhkplus.de/

Dentaltechnologie
engl.: dental technology; Ingenieurstudium, welches insgesamt acht Semester dauert. Es vermittelt theoretische und praktische Kenntnisse in Material, Verarbeitung, Forschung und Arbeitsprozesse in der Zahntechnik. Die Kenntnisse, über die der zukünftige Dipl.-Ing. für Dentaltechnologie verfügen wird, ermöglichen ihm den Einstieg in die verschiedensten u.a. sehr anspruchsvollen Tätigkeitsbereiche, sowohl in der Industrie als auch im Handel und öffentlichem Dienst, oder auch als Berater, Gutachter oder Lehrer in der Berufsschule. Am 1. April 2005 schlossen die ersten 13 Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ihren Studiengang "Dentaltechnologie" an der Fachhochschule Osnabrück ab.

Dentatus™ Artikulator
ehemals bekannter, individueller Non-Arcon Artikulator. Haupteigenschaften sind:
gerade Gelenkbahn
drehbare Gelenksäulen
veränderbarer Inzisaltisch
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/

Dentes , Plural von Dens (Zahn), Dens, Zahn

Dentes confusi, Dentes concreti , Gemination, Zahnverschmelzung, Zwillingszahn

DentHelp
EUS-DentHelp
; Entscheidungsunterstützungssystem (EUS); von der Akademie für Zahnärztliche Fortbildung Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen entwickeltes "Haltbarkeits-Vorhersage-System" bei neu zu planenden prothetischen Restaurationen.

Dentikel
Dentinkörnchen, Pulpastein, engl.: pulp stone; zahnbeinähnliches abgerundetes Hartgebilde innerhalb der Nervhöhle eines Zahnes. Es sorgt hin u. wieder für neuralgiforme Schmerzen und kann zu Erschwernissen bei der Wurzelkanalaufbereitung führen. Einteilung in:
» adhärenter Dentikel: dem Dentin aufsitzende D.
» echter Dentikel: während der Zahnentwicklung gebildeter D. aus irregulärem Dentin
» falscher (unechter) Dentikel: erst nach Abschluss der Zahnentwicklung entstehender D. aus geschichteten Lagen verkalkten Gewebes
» interstitieller Dentikel: D. innerhalb des normalen Dentins
Dentin, Obliteration

 



Dentiküre , an "Maniküre" angelehntes Modeschlagwort für eine "besondere" Professionelle Zahnreinigung

Dentimeter
engl.: Buxbaum Dentimeter, dental depth gauges; historische, im Umfang veränderbare Drahtschlinge zur Messung des Kronenumfangs eines Zahnstumpfes am zervikalen Rand; entwickelt Ende des 19. Jhds. von Dr. Buxbaum, Dental Department of the Cincinnati College of Medicine
Ringmaß
Dentin
Zahnbein, Dentinum, ungew.: Ebur (= Elfenbein), engl.: dentin(e); die (von außen her) dem Zahnschmelz folgende Zahnhartsubstanz.
(nach  Bibliothek Uni-Halle): "D. ist ein vitales, mineralisiertes Hartgewebe. Es bildet die Hauptmasse des Zahnes und verleiht ihm seine spezifische Gestalt. Das D. umschließt die Pulpa, wird koronal von Schmelz und im Wurzelbereich von Zement überzogen. Entwicklungsgeschichtlich ist das Dentin ektomesenchymaler Herkunft, es entsteht aus der Zahnpapille.
In seiner chemischen Zusammensetzung ist das D. mit dem Wurzelzement und Knochen vergleichbar, es unterscheidet sich aber vom Schmelz. Das D. besteht zu 70 Gew.% aus anorganischen Bestandteilen, vor allem Hydroxylapatit, zu etwa 20 Gew.% aus organischen Bestandteilen und zu etwa 10 Gew.% aus Wasser. Der mineralisierte Anteil enthält dabei im wesentlichen Kalzium und Phosphor (Gewichtsverhältnis 1:2,13). Daneben sind variable Konzentrationen an Fluorid, geringe Mengen an Karbonaten und Magnesium sowie eine Reihe von Spurenelementen (Al, Br, Cl, Cr, Fe, K, Mn, Na, S, Si, Zn) zu finden. Die organische Matrix besteht zu 91-92% aus Kollagen, fast ausschließlich Typ I, und zu 8-9% aus nicht kollagener Grundsubstanz (Chondroitinsulfat, Muko-und Sialoproteine, Lipide, Zitrat, Laktat).
Morphologisch gesehen setzt sich das mineralisierte Zahnhartgewebe D. aus folgenden Bausteinen zusammen: Den Dentinkanälchen samt periodontoblastischem Raum, den Odontoblasten mit ihren Fortsätzen, dem peritubulären Dentin, dem intertubulären Dentin und dem Manteldentin.
Das gesamte Dentin wird von Dentinkanälchen ("Tubuli dentinales") durchzogen. Die Zahl und der Durchmesser der Dentinkanälchen nehmen von der Pulpa zur Schmelz-Dentin- Grenze ab. Sind an der Pulpa-Dentin-Grenze im Durchschnitt 45000/mm² (30000- 52000/mm²) vorzufinden, reduziert sich diese Zahl bei 3mm Abstand von der Pulpa schon auf 20000/mm² (7000-40000/mm²). Der Durchmesser vermindert sich von 3-4µm an der Pulpa auf 0,5-0,9µm an der Schmelz-Dentin-Grenze; er nimmt altersbedingt durch Obliteration ab.
Die Härte des menschlichen Dentins ist bedeutend geringer als die des Schmelzes, jedoch größer als die des Wurzelzementes oder des Knochens. Sie ist relativ konstant in allen Bereichen des Zahnes und wird mit einer Vickers-Härte von 82,5 kp/mm² bei 25 p Belastung angegeben. Lediglich pulpanah und in peripheren Bereichen ist die Härte mit 50-60 kp/mm² etwas reduziert" (nach  Bibliothek Uni-Halle)

Im Gegensatz zum Schmelz (knapp 90 Volumenprozent) besitzt D. nur einen anorganischen Anteil von etwa 45%. Die flüssigkeitsgefüllten Dentinkanälchen (s.o.) stehen unter einem nach außen gerichteten Druck (~ 25 - 30 mm Hg). Die Fläche, welche die flüssigkeitsgefüllten Kanälchen einnehmen, werden an der der Pulpa mit 22 - 28 % angegeben und nehmen zur Dentin-Schmelzgrenze hin auf 1- 4% ab. Diese Zahlen sind für die Dentinhaftung von Bedeutung: tiefere Schichten des D. verhalten sich ausgesprochen hydrophil; dies wirkt den hydrophoben Eigenschaften der Adhäsive entgegen.

Die kritische Grenze für die Kariesentstehung liegt für Schmelz bei pH 5,5–5,7 und Dentin bei pH 6,3–6,5  - Schmelz ist also widerstandsfähiger als D. gegen äußere Einflüsse. D. reagiert äußerst empfindlich (mit Deformierungen und Schmerzen) auf mechanische Reize. So konnte gezeigt werden, dass bereits geringe Kräfte von  30 cN - so wie sie beim Darüberstreichen mit einer Sonde auftreten können - zu einer Verformung mit oberflächlichem Verschluss der Kanälchen und zu Schmerzempfindungen führt.

Ampulle, Dentinogenesis imperfecta, Odontoblasten, Odontium, Odontoklasten, Prädentin, Raschkow-Plexus, Sekundärdentin, Tertiärdentin, Tomes Körnerschicht, Vasodentin, Wurzeldentin, Zahn
Aus der Grundlagenforschung: Dentin- und Hartgewebeneubildung nach Überkappung der Pulpa (zm, 2017)
Dentin: Was Zähne fester macht als jedes bekannte künstliche Material



 

 

 

 



Denkmodell zur Schmerzauslösung durch äußere Einflüsse

Dentinadhäsive ; Dentinhaftung

dentin-blush , Präparationstrauma, Pulpenhämatom

Dentinfärbung ; engl.: dentin staining; Kariesdetektor

Dentinhaftung
Dentinadhäsion, Dentinhaftvermittler, DAR, "Dentinkleber",
engl.: adhesive dentin bonding; historische Weiterentwicklung der Schmelz-Ätz-Technik ( Adhäsivtechnik) unter Einbeziehung eines weitaus größeren Zahnhartsubstanz-Anteils.
Historie: Seit über 100 Jahren gibt es unzählige Versuche und Empfehlungen zur Bearbeitung und Benetzung von Schmelz- und Dentinoberflächen mit dem Ziel, eine innige und dichte Verbindung zu Restaurationsmaterialien mit dem Zahn zu erhalten ( Randschluss). In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde versucht, erste "Dentinklebungen" zu realisieren. Erst seit Anfang bis Mitte der 90er Jahre des letzten Jhds. liegen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vor, um ein Totalbonding (einschließlich Dentin, Adhäsivtechnik) in der klinischen Anwendung ("Praxisreife") empfehlen und einsetzen zu können.

Bei konventioneller Vorgehensweise (ohne D. oder SÄT) werden nach der Präparation einfache Füllungen als plastische Masse in die aufgebohrten Zähne gestopft, wo sie erhärten und unter den Überhängen des Füllungsrandes ("unter sich gehende Stellen") Halt finden. Eine andere Methode ist das Einzementieren laborgefertigter Füllungen (Inlays). In beiden Fällen kommt es zu keinem innigen Verbund der Füllung mit dem Zahn. Mit Hilfe moderner Adhäsivtechniken gelingt es heute, Füllungen mit entsprechenden Klebern nicht nur am Schmelz, sondern auch an den tieferen Zahnschichten (Dentin) "fugenlos" anzukleben, so dass kein (Rand-)Spalt mehr verbleibt. Durch diese so genannten Dentinadhäsive können Füllungen, Veneers, Teilkronen oder Kronen aus Metall, Kunststoff oder Keramik am Zahn befestigt werden. Dabei wird nicht nur ein Herauslösen verhindert, sondern auch der behandelte Zahn insgesamt stabilisiert.
Anatomisch ist grundsätzlich zu beachten:
Im Gegensatz zum Schmelz (knapp 90 Volumenprozent) besitzt D. nur einen anorganischen Anteil von etwa 45%. Die flüssigkeitsgefüllten Dentinkanälchen stehen unter einem nach außen gerichteten Druck (~ 25 - 30 mm Hg). Die Fläche, welche die flüssigkeitsgefüllten Kanälchen einnehmen, werden an der der Pulpa mit 22 - 28 % angegeben und nehmen zur Dentin-Schmelzgrenze hin auf 1- 4% ab. Diese Zahlen sind für die Anwendung von Adhäsiven von Bedeutung: tiefere Schichten des Dentins verhalten sich ausgesprochen hydrophil; dies wirkt den hydrophoben Eigenschaften der Adhäsive entgegen.
Bedingt durch die Präparation eines Zahnes mit Bohrinstrumenten verbleibt anschließend auf der Oberfläche des Dentins eine sog. "Schmierschicht" welche aus Kollagen- u. Hydroxylapatittrümmern, Dentinliquor u. Odontoblastenfortsätzen, Blut-, Speichel- u. Kühlspraybestandteilen besteht;  sie ist mit etwa 2 bis 6 µm langen "Schmierpfropfen" ausgebildet, welche die angeschnittenen Dentinkanälchen verschließen.
Prinzipiell lassen sich zwei Arten der chemomikromechanischen Dentinhaftung unterscheiden, basierend auf chemischen und morphologischen Oberflächenanalysen:
Erhaltung der Schmierschicht und Imprägnation mit Kunststoff oder
Auflösung der Schmierschicht mit
     vollständiger Entfernung durch Konditionierung oder
     Wiederausfällung der gelösten Schmierschicht
Je nachdem, wie Adhäsivsysteme diese Schmierschicht behandeln, unterscheidet man:

Bisher sind nur wenige Untersuchungen darüber vorhanden, wie sich die D. auf den Zahnnerv auswirkt. Bisherige Untersuchungen bestätigen die Vermutung, dass bei direktem Kontakt der Adhäsiv-Materialien mit dem Zahnnerv Pulpenschädigungen auftreten können; eine Verwendung als direktes Überkappungsmaterial wird - bevor größere Langzeitstudien vorliegen - deshalb nicht empfohlen. Da das Standardpräparat bei Überkappungen des Zahnnervs - Calciumhydroxid - säurelöslich ist, muss es immer durch eine Unterfüllung abgedeckt werden.
Bisherige Chromosomen-Aberrationsanalysen lassen vermuten, dass Dentinhaftvermittler mit einem gewissen genotoxischen Risiko verbunden sein könnten. Bestimmte Bestandteile der Substanzen wie Acrylate scheinen dafür verantwortlich zu sein.
Eine nach dem Legen der Füllung auftretende Überempfindlichkeit des Zahnes, bedingt dadurch, dass die Dentinkanälchen vor dem Einbringen der eigentlichen Füllung nicht richtig verschlossen wurden, klingt meist nach 6 Wochen von selbst ab, da bis dann das Dentin soviel Proteine selbst ausgefällt hat um die Überempfindlichkeit "von innen" heilen zu können.
Adhäsivtechnik, C-Faktor, Conditioner, Füllungsmaterialien, Leakage, Liner, Randschluss, Überempfindlichkeit

Dentinimplantat
autogenes, engl.: dentin implant;  Abdecken der bei einer Vitalamputation frei liegenden Stümpfe der Wurzelpulpa mit kariesfreien Dentinspänchen, die aus dem selben Zahn gewonnen werden. Bei dieser wohl mehr theoretisch wirkenden Methode sollen die kleinen Teilchen als Keimzentren für die Ausbildung einer Hartsubstanzbarriere dienen.

Dentinkanälchen ; Tubuli (dentinales); Abrasion, Dentin

Dentinogenesis imperfecta
DI
, Glaszähne, unvollständige Zahnbildung, engl.: do. o. dark teeth; genetisch bedingte Dysplasien des Zahnbeins (Häufigkeit etwa 1:8.000). Oft gleichzeitiges Vorkommen einer Zahnunterzahl und Störungen des gesamten Skelettsystems (Osteogenesis imperfecta). Unterscheidung in zwei Hauptgruppen:
  • Dentinogenesis imperfecta (DI; hereditaria)
    autosomal-dominant vererbt, welche beide Dentitionen befallen kann; es besteht eine bläuliche Verfärbung der Zahnkronen und ein glasartiges Aussehen des Zahnes, da die Odontoblasten durch andere Zellen ersetzt werden, die atypisches Dentin bilden. Da das Dentin als "Unterbau" für den Schmelz weich ist und keine regelrechte Verbindung dazu stattfindet, kommt es bei Belastung zu Absplitterungen oder Abrasion, u.U. bis hin zur Pulpa.
  • Dentindysplasie (DD)
    Typ I = radikuläre Dentindysplasie mit fehlenden oder nur stummelhaften Wurzeln, umfangreichen Obliterationen der Pulpenkammer schon vor Durchbruch der Zähne
    Typ II = koronale Dentindysplasie mit normalen Zahnwurzeln und einer "distelförmigen" Pulpenkammer, worin sich Dentikel befinden können
  • Stainton-Syndrom

Amelogenesis imperfecta, Capdepont(-Hodge-Stainton) Zahndysplasie, Glaszähne, Osteogenesis imperfecta, Schalenzahn, Zahnhartsubstanzdefekte

 


Dentinoid , die noch unverkalkte Grundsubstanz des Dentins

Dentinom
engl.: dentinoma; seltener, gutartiger odontogener Tumor im oder am Kiefer; auch als Abart eines ameloblastischen Fibroms oder Odontoms angesehen.

Dentinoblasten ; Odontoblasten

Dentinplastik ,  Wurzelkanalverbolzung, Begriff aus der Endodontie beim Verschluss des Apex; Patency-Feile

Dentinscherbe , Zahnscherbe, Zahnscherbchen, erstes Sichtbarwerden von Teilen der Krone eines Zahnes auf dem Röntgenbild; Abb. Weisheitszahn

Dentist
Zahnmediziner, engl.: do.; in D (West) bis 1952 existierende Berufsbezeichnung für Zahnheilkundige ohne akademische Ausbildung ( Approbation); staatlich anerkannte aber nicht bestallte Zahnmediziner, dieses waren i.d.R. Zahntechniker, welche nach erfolgreichem Besuch einer Dentistenschule am Pat. behandeln durften (s.u.). In vielen anderen Ländern/Sprachen Bezeichnung für einen Zahnarzt (dental surgeon = Zahnarzt, Kieferchirurg). In D heute eher als abfällige Titulierung gebraucht.
Historie:
1851 wird in Preußen eine Kurierverbot erlassen; allerdings: mit dem Erlass der "Neuen Gewerbeordnung für den Norddeutschen Bund" wurde 1869 die sog. Kurierfreiheit dort eingeführt, die übrigen deutschen Länder folgten bis 1873 (eine Approbation benötigte nur, wer sich als "Arzt" bezeichnen wollte). Für die zunächst unter vielen Begriffen bezeichneten "Zahnheilkundigen" setzte sich ab 1900 der Begriff "Dentist" durch. 1939 wird das Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) erlassen, die Zahnheilkunde ist diesem Personenkreis nicht zugänglich. Erst mit dem Zahnheilkundegesetz (1952) wurde die Kurierfreiheit in der ZHK in D (West) endgültig abgeschafft und auch der Dualismus mit dem Dentistenstand durch das "Bonner Abkommen" (manchmal auch als "Allensbacher Abkommen" bezeichnet) beendet. Bis Ende 1953 erbrachten die 15.000 damals tätigen deutschen D. durch einen 60stündigen Fortbildungskurs den entsprechenden Qualifikationsnachweis und erhielten daraufhin die Bestallung als Zahnarzt. Parallel dazu trat diese Einigung des Berufstands in der Sowjetischen Besatzungs-Zone (SBZ, später: DDR) schon 1949 durch das sog. "Leipziger Abkommen" ein ( ZP-aktuell).
1910 wurden die D. in die Reichsversicherungsordnung aufgenommen, ab 1920 erfolgte eine staatliche Prüfung ("Dentistenbestallung") nach zweijähriger praxisorientierter Fachschullehre auf einer Dentistenschule. Um diese Zeit gab es etwa doppelt so viel D. wie Zahnärzte in D. Die mit Beginn des 20. Jhds. verstärkt wissenschaftliche Ausrichtung der ZHK und die zunehmende Erfordernis allgemeinmedizinischer Zusammenhänge führte zu einer immer stärkeren Kluft zwischen den approbierten Zahnärzten einerseits und dem Dentistenstand auf der anderen Seite.
Kurierfreiheit, Stomatologie, Zahnarzt, ZahnProthetiker
Wegbereiter der Zahnheilkunde - Carl Sauer – Widersacher der Dentisten (zm, 2017)

Dentista (Club)
Buena Vista Dentista Club e.V., 2014 in Dentista e.V. umbenannt. Webadresse: http://www.dentista-club.de
"Der Dentista e.V. ist ein unabhängiges Forum für Zahnärztinnen und Zahntechnikerinnen. Der Verband ist die Dachstruktur über dem Dentista Verband der Zahnärztinnen und dem Dentista Forum Zahntechnikerinnen.
Ordentliche Mitglieder können werden: Zahnärztinnen und Fachzahnärztinnen, Zahnmedizinstudentinnen, Assistenzzahnärztinnen, Ruheständlerinnen und Wiedereinsteigerinnen in die zahnärztliche Berufsausübung. Ordentliche Mitglieder im Forum Zahntechnikerinnen sind Zahntechnikerinnen von Berufseinstieg bis Ruhestand.
Fördermitglieder können werden natürliche Personen (z. B. Zahnärzte, Ärztinnen, Ärzte, Physiotherapeuten, allgemein: Förderer der Club-Aktivitäten) und juristische Personen (Unternehmen, Verbände, Organisationen u.ä,).
Der Dentista e.V. ist auch Dach für das "Forum Zahntechnikerinnen", das über die nachstehende Webadresse erreichbar ist: www.forum-zahntechnikerinnen.de "

Dentitio difficilis
(Zahn-)Durchbruchsstörung, difficilis = schwierig, erschwert; veralteter Ausdruck für einen mit Komplikationen verbundenen Zahndurchbruch, heute: Perikoronitis, engl.: difficult dentition, pericoronitis; erschwerter Zahndurchbruch mit teils ausgeprägter Zahnfleischentzündung. Bekannt bei den Milchzähnen unter dem Begriff  "Zahnen"; bei den Weisheitszähnen auf Grund von Platzmangel eines durch Gebissreduktion bedingten zu kleinen Kiefers. Kann teilweise erhebliche Schmerzen mit starker Entzündung, Fieber und eine eingeschränkte Mundöffnung verursachen.
Nicht vollständig durchgebrochene oder eingestellte Weisheitszähne sind manchmal die einzigen Gebiete von Zahnfleischentzündungen im ansonsten gesunden Gebiss. Besonders die hinteren Flächen der dritten Molaren weisen dabei häufig eine stark erhöhte Sondierungstiefe mit entsprechendem Befall pathogener Mikroorganismen in den Taschen auf. Vor allem für junge Patienten ist eine solche Situation eine Quelle chronischer Entzündung im Mund, die eine Entfernung raten lassen.
Kapuze, Weisheitszahn, Zahndurchbruch, Zahnen



d. d. ("eitrige Zahnfleischkapuze") bei einem durchbrechenden 1. Backenzahn,
"6-Jahr-Molar"



erschwerter Weisheitszahn-
durchbruch
Dentition
Dentitio, Zahndurchbruch, Zahnung, "Zahnen", engl.: do. o. tooth eruption, toothing or teething, beginnt etwa mit dem 5. - 7. Säuglingsmonat und endet i.d.R. zwischen 17 u. 24 Jahren (Durchbruch der Weisheitszähne). Die D. laufen in Etappen, sog. Zahnetappen, ab. Näheres unter Wechselgebiss
Neben dem augenscheinlichen Durchbruch besteht zeitlebens ein "kontinuierlicher Durchbruch der Zähne": Dieser beträgt in der aktiven Wachstumsphase 1,2 bis 1,5 mm/Jahr und später ca. 0,1mm/Jahr. So kann z.B. ein mittlerer Schneidezahn zwischen dem 9. u. 25. Lj. 6mm nach kaudal und 2,5 mm nach labial "wachsen".
Die D. sind häufig bei Fluoridzugabe um 1 Jahr verzögert, ohne von negativen Auswirkungen begleitet zu sein.
Bis auf die Weisheitszähne im bleibenden Gebiss meist ohne Probleme, im Milchzahngebiss gern mit Komplikationen ("Zahnen") auftretend.
angeborener Zahn, Ersatzzahn, Dentitio difficilis, Dentitionsreihenfolge, Eruption, Gebiss, Nutzungsperiode, Wechselgebiss, Zahndurchbruch, Zahndurchbruchszeiten



Durchbruchzeiten der Milchzähne



meist erscheinen die unteren mittleren Schneidezähne beim Kleinkind als erste (6.-8. Monat)



Durchbruchszeiten
(bleibende Zähne, in Jahren)




Dentitionsreihenfolge
Dentitionssequenz, engl.: dentition sequence; Reihenfolge der Zeitpunkte des Auftretens der Zähne in der kindlichen/jugendlichen Mundhöhle; z.B. wichtig für die Bestimmung des günstigsten Zeitpunktes von kieferorthopädischen Behandlungsmaßnahmen (Einschätzung der Wachstumsbereitschaft des Kiefer-Gesichts-Komplexes).
im Milchzahngebiss verläuft die D. - für Ober- und Unterkiefer identisch :
  Zahn 1, 2, 4, 3, 5
im bleibenden Gebiss verläuft die D. - für Ober- und Unterkiefer verschieden - derart:
  Oberkiefer:  Zahn 6, 1, 2, 4, 5, 3, 7, 8
  Unterkiefer: Zahn 6, 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8
Dentition, Wechselgebiss, Zahndurchbruch, Zahndurchbruchszeiten

Dentitionszyste
Eruptionszyste
, (Zahn-) Durchbruchszyste, engl.: eruption cyst; der follikulären Zyste ähnliche Flüssigkeitsansammlung im Hohlraum zwischen dem inneren und äußeren Schmelzepithel ( Zahnsäckchen), zu den odontogenen Zysten zählend und in beiden Dentitionen vorkommend. Der Zahn liegt nicht mehr im Knochen (wie bei der follikulären Zyste), sondern befindet sich unterhalb der Mundschleimhaut. Die bläulich durchschimmernde Zyste bedeckt den Zahn käppchenartig. Nach chirurgischer Freilegung der D. bricht der Zahn normal durch und die D. bildet sich zurück. Bei Milchzähnen auch kombiniert mit einem Eruptionshämatom.
Keratozyste, Zyste



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Dentitio tarda
verzögerter Zahndurchbruch, "Spätzahner", engl.: do. o. retarded dentition; erheblich (mehr als 2 Jahre) von der physiologischen Durchbruchszeit ( Dentition) und/oder den übrigen Körperwachstumsmerkmalen abweichendes Erscheinen eines Zahnes. Neben genetischen Faktoren ( erbliche primäre Zahndurchbruchstörung) werden Stoffwechselstörungen (Vitamin D-Mangel), hormonelle Störungen der Hypophyse oder Schilddrüse, Begleitsymptom bei Syndromen, Folgen erhöhter ionisierender Strahlung, usw.
Betroffen ist sowohl das Milch- wie auch das bleibende Gebiss. Im bleibenden Gebiss wird der Ausdruck auch noch für den verspäteten Durchbruch infolge Verlagerung der Zahnkeime oder mangelndem Platz in der Zahnreihe gebraucht.
erbliche primäre Zahndurchbruchstörung, Eruption, Zahndurchbruch

dent-Nosode
auf dem Prinzip von Autonosoden ( http://www.autonosode.de/index.asp) beruhende, unterstützende, homöopathische Therapie zur Behandlung von entzündlichen Zahnfleischerkrankungen. Autonosoden sind aus patienteneigenen Materialien hergestellte homöopathische Vaccine und sollen einen individuellen Bezug zur Krankheitsgeschichte des Patienten haben.
Bei der dent-Nosode-Methode werden z.B. die Parodontalkeime aus der Zahnfleischtasche entnommen, speziell aufbereitet und dann dem Körper in einer homöopathisch verdünnten Form (D6 - D30) präsentiert. Über die Erkennung keimspezifischer Oberflächenstrukturen soll eine spezifische Immunantwort hervorgerufen und somit die Erreger auf immunologischer Ebene bekämpft werden.
Die Anwendung erfolgt in die mechanisch oder chirurgisch vorbehandelte Zahntasche. Eine alleinige Nosodentherapie ohne mechanische/chirurgische Vorbehandlung ist zwecklos, da die entzündeten Oberflächen eine viel zu große Oberfläche aufweisen. Langzeituntersuchungen stehen bisher aus.

dentoalveoläre Kompensation
engl.: dentoalveolar compensatory mechanism; Eigenschaft des Körpers, eine skelettale Dysgnathie (z.B. eine Progenie) durch Anpassen der Zahnstellung zu kaschieren ("kompensieren"). Mit Hilfe dieses Mechanismus werden Zähne und Alveolarbögen an unterschiedliche Lagebeziehungen zwischen Ober- und Unterkiefer angepasst.

dentogen , engl.: odontogenic, odontogenous; vom Zahn(-system) ausgehend, oder zur Zahnentwicklung bzw. zum Zahn(-system) gehörend. dental

dentogingivaler Verschluss
dentogingivale Verbindung (Komplex), Epithelansatz, engl.: dentogingival seal; biologisch "dichte Verbindung" (für Mikroorganismen undurchlässig) zwischen der Mundhöhle und dem im Kiefer liegenden Teil des Zahnes durch das sog. Verbindungsepithel, welches am Zahnschmelz in Höhe des Zahnhalses mit dem Epithelansatz verbunden ist, und einer Verbindung von kollagenen Fasern ( Wurzelhaut) zwischen dem Alveolarknochen und dem Wurzelzement. Der d. V. schottet dadurch den Körper vor einem Eindringen von Fremdkörpern jeglicher Größe (z.B. Bakterien, Viren) hermetisch ab. Beim Einpflanzen künstlicher Zähne (Implantation) kann naturbedingt nie ein biologischer d. V. erfolgen. Diese Gegebenheit stellt die Hauptursache für ein "Nichteinheilen" des Implantats dar.
Alveolarmukosa, biologische Breite, Gingiva, Kronenrand, Osseointegration, Pseudotasche, Saumepithel, Sharpey Fasern, SulkusTaschenboden, Taschentiefe, Zahnfleischtasche


Dentoklasten
Zementoklasten, engl.: dentoclasts, cementoclasts; vielkernige Riesenzellen, welche das Wurzelzement abbauen. Sie sind von Osteoklasten nicht zu unterscheiden.

Dentometer™ ; Prepometer

Dentoprog-Methode
Kariesrisikobestimmung; die Kariesrisikobestimmung nach diesem Verfahren eignet sich für Kinder der Altersgruppen 6,5 - 10 Jahre und 10 - 11,5 Jahre. Sie basiert auf den Daten einer 4-jährigen Untersuchung an fast 500 Kindern. Aus den Erkenntnissen dieser Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Zimmer der interaktive Karies-Risikotest entwickelt. Nach der Diagnose und Eingabe drei klinisch rasch bestimmbaren Parameter kann das individuelle Karies-Risiko abgeschätzt werden. Folgende Formeln kommen zum Einsatz:
6- bis 8-Jährige: Anzahl gesunder Milchmolaren (MM, 0 – 8), Anzahl verfärbter Fissuren und Grübchen an ersten Molaren (0 – 8):
DPW = -0.34 x ges. MM + 0.18 x verfärbter Fissuren/Grübchen

bei 9- bis 12-Jährige zusätzlich erfasst: Anzahl White spots an den Außen- und Innenflächen der Zähne (0 – 8)
DPW = -0.27 x ges. MM + 0.24 x verfärbter Fissuren/Grübchen + 0.34 x White spots

Als zweckmäßig hat sich hierbei der "Kariesrisikoschieber" nach Professor Marthaler (Zürich) erwiesen.
Cariogram, Kariesrisiko
http://www.gaba-dent.de/

DentoSafe
Zahnrettungsbox, engl.: tooth rescue box; (Fa. MEDICE, www.medice.de/); rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Der pH-Wert des in der Rettungsbox enthaltenen Nährmediums wird vom Hersteller mit 7,2 bis 7,3 angegeben, die Osmolarität mit 335 mmol/ kg. Ein Antibiotikum ist nicht enthalten. Das Zell-Nährmedium enthält ein Puffersystem zur Stabilisierung des pH-Werts sowie einen Farbindikator, der ein gefährliches Absinken des pH-Wertes durch einen Farbumschlag von rosa nach gelb signalisiert. Der Hersteller gibt an, dass die Nährlösung die wichtigen Wurzelhautzellen für 25 Stunden vital erhält; danach kann der Zahn noch einmal in frische Lösung gelegt und so bis zu 50 Stunden gelagert werden. D. wird bei Raumtemperatur gelagert und ist dann drei Jahre haltbar.
traumatische Zahnverletzungen



Denture-Hygiene-Index
nach Wefers, DHI, Messzahl zur Einschätzung des Verschmutzungsgrades von herausnehmbaren Zahnersatz; von Wefers 1999 beschrieben. Es werden die basalen, vestibulären und oralen Prothesenflächen inspiziert und bewertet. Die Prothese (Ober- und Unterseite) wird in 10 Areale aufgeteilt (s. Abb.). Diese Bezirke werden nach dem Ja/Nein Prinzip auf das Vorhandensein von Belägen inspiziert. Harte und weiche Beläge werden bei der Auszählung gleich behandelt. Somit ergeben sich pro Prothese Indexpunkte zwischen 0 und 10. Der Gesamtwert wird auf Prozente umgerechnet. Fakultativ können zur besseren Sichtbarmachung Plaquerelevatoren eingesetzt werden.
Neben der Überprüfung der Reinigungsqualität durch den Patienten dient der DHI auch dazu, die Eigenschaften verschiedener Prothesenbasismaterialien zu überprüfen (Hygienisierbarkeit der verwendeten Materialien). Naturgemäß schneiden hierbei weichbleibende Unterfütterungsmaterialien sehr schlecht ab.
Weiter ist noch der PHI (Prothesen Hygiene Index) nach Schubert und Schubert seit 1979 bekannt.


Depotphorese , Iontophorese, wissenschaftliche Stellungnahme der DGZMK zur D.: http://www.dgzmk.de/

Depression  Infraokklusion

Deprogrammierer
Kois Deprogrammer
, Vorrichtung zur Kaumuskelentspannung durch Entfernen aller okklusalen Interferenzen und aller habituellen Bewegungsabläufe des Unterkiefers. Der hauptsächlich nachts getragene D. beseitig nach Tagen/Wochen Muskelverspannungen und dynamische Fehlokklusionen, welche der Patient einnimmt, um Schmerzen zu vermeiden. Eine Rückführung in eine zentrische Relation kann dadurch bewirkt werden.
http://www.gak-stuttgart.de/download.php?id=42 ; https://www.dentalaegis.com/cced/2012/12/transitional-bonding-with-the-kois-deprogrammer-a-conservative-treatment-approach

Depuration
engl.: do.: lat. = Reinigung,  Entfernung von schädlichen Belägen/Verunreinigungen. In der ZHK vereinzelt gebraucht für eine Zahnbelagsentfernung (Konkremente, Plaque, Zahnstein) bzw. Wundtoilette; http://www.zmk-aktuell.de/

Dermatom , Hauthobel; Mukotom ("Schleimhauthobel")

Dermoidzyste , "Haargeschwulst", engl.: dermoid cyst Weichteilzyste

Desensibilisierung , Desensitizer, engl.: desensitization; überempfindliche Zähne, Allergie, Gluma, Kaliumnitrat

Desinfektion
Entkeimung, Entseuchung, engl.: disinfection; mit dem Ziel der Keimverminderung durch Abtötung oder Inaktivierung.
Unterscheidung zwischen physikalischer D. (Hitze o. Strahlen), und chemischer D. (mit Desinfizienzien wie Alkohole, Formaldehyd, Ozon, Peressigsäure, Wasserstoffperoxid usw.). Für die Händedesinfektion werden zahnärztlicherseits überwiegend 60 - 80 %ige Alkohole nach einer vorherigen Seifenreinigung verwandt. Nicht wirksam sind Desinfektionsmaßnahmen gegen Bazillensporen; deshalb müssen chirurgische Instrumente durch entsprechende Verfahren sterilisiert werden.
Asepsis, Aseptik, Biostoffverordnung, Full Mouth Desinfection, Formalin, Glutaraldehyd, Grobdesinfektion, Heißluftsterilisation, Hygiene, Instrumentendesinfektion, Kaltsterilisation, Kavitätendesinfektion, PDT, Sprühdesinfektion, Sterilisation, Sterilität, Thermodesinfektion, Wasserentkeimung, Wischdesinfektion
"Infektionsprävention in der Zahnheilkunde - Anforderungen an die Hygiene" ; sog. Hygienerichtlinien des RKI, 2006 o. ©: RKI-2006
Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (31.5.2007) , ©: RKI-2007

Desmodont
Wurzelhaut, Periodontium, (Paro-) o. Periodontalligament, engl.: periodontal ligament (PDL); bestehend aus feinen kollagenen Faserbündeln (sog. Sharpey-Fasern), welche einerseits im Wurzelzement des Zahnes, zum anderen im Alveolarknochen befestigt sind und so den Zahn federnd abstützen ( Thekodontie). Diese Federung erlaubt ein Nachgeben ("Intrusion") des Zahnes bei einer vertikalen Belastung bis zu ca. 20 µm. Weiter befinden sich im D. Nervenfasern sowie Blut- und Lymphgefäße.
Ankylodontie, Gomphosis, intraligamentär, Konnektor, Ligament, Parodontium, Periotom, Sharpey-Fasern, Wurzelhaut



Anatomie / Begriffe
des Zahnhalte-apparates

Desmodontalspalt , Alveolarspalt; Parodontalspalt

Desmodontitis , engl.: periodontitis; wenig gebräuchlicher Ausdruck für eine Entzündung der Wurzelhaut; Parodontitis

desolat , trostlos, traurig; in der ZHK gebräuchlich für stark vernachlässigte, meist nicht mehr reparable Gebisszustände ("desolates Gebiss").
Sanierung

Desquamation , Ablösung, Abschuppung, engl.: do., der der obersten Epithelschichten von (Schleim)Häuten. desquamative Gingivitis, Landkartenzunge

Detritus , engl.: do.; Überreste zerfallener Zellen oder Gewebe im oder am Zahn  Debridement

Deviation
Abweichung, Ablenkung, engl.: do. o. mandibular skewing; in der ZHK als Kurzbezeichnung für Unterkieferdeviation. Abweichung der Kinnspitze oder des Inzisalpunktes bei der Öffnungsbewegung um mehr als 2 mm zu einer Seite hin, mit Rückkehr in die Medianebene (= korrigierte Seitabweichung). Sicheres Zeichen für eine Störung des Kausystems, i.d.R. einer Erkrankung des Kiefergelenks.
Abweichung, Deflexion, Funktionsanalyse, Unterkieferbewegung

devital
korrekter: avital, engl.: do.; abgestorben, leblos; in der ZHK Bezeichnung für einen Zahn, dessen Zahnnerv abgestorben ist ("pulpatot", "marktot") und so keine Reaktion mehr zeigt. Devitalisation, Vitalitätsprüfung

Devitalisation
devitalisieren
; medikamentöse Abtötung (eines Zahnnervs), engl.: devitalization; durch chem. Mittel auf Paraformaldehydbasis (z.B. Toxavit®) oder arsenhaltige Substanzen (sog. Amputationspasten). Chemische Mittel zur D. sind nur noch in Ausnahmefällen in der Notfallsprechstunde gebräuchlich; eine Verwendung von arsenhaltigen Substanzen ist obsolet, die von (Para-)Formaldehyd umstritten. Standard ist heute die sofortige Entfernung ( Vitalexstirpation) eines dauerhaft geschädigten Zahnnervs unter örtlicher Betäubung mit anschließender (in der gleichen Sitzung oder später) Wurzelkanalfüllung.
Arsenik, devital, Einlage, Mortalexstirpation ,(Para-)Formaldehyd , "toter Zahn", Vitalexstirpation, Wurzelkanalbehandlung



sog. "tote
Schneidezähne
" mit
kosmetisch störender
gräulicher Verfärbung.
Ursache: Unfall. Gebiss ist sonst Kariesfrei.
Behandlungsmöglichkeit:
internes Bleichen

DGAZ
Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (ehemals Arbeitskreis für Gerostomatologie, AKG). Gemeinnütziger Verein mit ua. folgenden Zielen: Förderung einer wissenschaftlichen Gerostomatologie, Förderung der gerostomatologischen Fort- und Weiterbildung, Vertretung der wissenschaftlichen Gerostomatologie in den Organen und Strukturen der anderen medizinischen Fachgebiete und ihrer Nebengebiete.
http://www.dgaz.org

DGÄZ ; Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde, http://www.dgaez.de/

DGFDT ; Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund und Kieferheilkunde; http://www.dgfdt.de

DGGZ
Deutsche Gesellschaft für geschlechterspezifische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde; erforscht und kommuniziert Unterschiede in der Biologie (Sexus) und in der soziokulturellen Geschlechterrolle (Gender) mit dem Ziel, Prävention und Therapie in der Zahnheilkunde gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten auszurichten, hormonelle Unterschiede zu beachten sowie Information und Aufklärung der Patienten entsprechend zu optimieren.
Ab 2015 Umbenennung in GDI (Gender Dentistry International e.V.), um damit stärker die internationale Zusammenarbeit zu dokumentieren.
http://www.dggz-online.de/

DGI ; Deutsche Gesellschaft für Implantologie;   http://www.dgi-ev.de  ; implantologische Fachgesellschaften

DGK , Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde ; http://www.kinderzahnheilkunde-online.de/

DGP
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. ; die DGP hat sich 2006 mit ihren über 3300 Mitglieder zur mitgliederstärksten wissenschaftlichen Fachgesellschaft in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde entwickelt.
ARPA , http://www.dgparo.de

DGPro; DGZPW

DGZS ; Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Schlafmedizin ; www.dgzs.de

DGUZ
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin, engl.: German Association of Environmental Dentistry; die Gesellschaft schreibt zu ihrem Zweck u.a.: "Zahnmediziner sind gezwungen, Fremdmaterialien in den Körper ihrer Patienten dauerhaft einzubringen. Jedes Material kann aber einen Trigger für chronische Entzündungen darstellen denn es geht Wechselwirkungen mit dem Organismus ein. Andererseits werden Zahnärzte aber auch mit der Situation konfrontiert, dass immer mehr ihrer Patienten schon an chronisch entzündlichen Erkrankungen leiden. Bei ihnen müssen sie gezielt nach unverträglichen Materialien oder Störfaktoren suchen und zusätzliche entzündliche Reize vermeiden, um den bestehenden Erkrankungsprozess nicht zu beschleunigen."
http://www.dguz.de/

DGZ
Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung
; "... sie wurde im Rahmen einer Gründungsversammlung am 14.11.1986 ins Leben gerufen. Sie entstand aus der Arbeitsgemeinschaft für Zahnerhaltung (AfZ), die die Belange der Zahnerhaltung innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mundund Kieferheilkunde (DGZMK) vertreten hatte. In der ehemaligen DDR bestand bereits seit 1966 die Gesellschaft für Konservierende Stomatologie. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurde von den Vorständen beider Gesellschaften die Zusammenführung zu einer gemeinsamen Fachgesellschaft zum 01.01.1991 beschlossen. ..." (nach DZZ 2009; 64)
Bekannte Auszeichnungen: "Adolph-Witzel-Medaille" u. "Walkhoff-Preis".
Ende 2010 erfolgte eine Ausweitung dieser Gesellschaft als Dachgesellschaft-Zahnerhaltung für andere Gruppierungen (nachfolgend aus ZPWonline; s. Schema):
DGRZ und DGPZ: Die künftige Deutsche Gesellschaft für restaurative Zahnerhaltung (DGRZ) soll zukünftig aus der DGZ heraus gegründet werden. Dies wird eines der wichtigsten Ziele des neuen Vorstandes der DGZ sein. ­Parallel wird auch die Gründung einer ­Gesellschaft für die präventive Zahnmedizin (DGPZ) vorangetrieben.
DGET (ehem. DGEndo): Die Endodontologie wird in der DGZ und damit in der DGZMK künftig von der DGEndo vertreten, die ihren Namen in Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie geändert hat. Alle bisherigen Aktivitäten der DGEndo werden fortgeführt und vom bestehenden Vorstand getragen.
http://www.dgz-online.de/
 


DGZI
Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie e. V., engl.: German Association of Dental Implantology; Der weltweit vertretenen DGZI gehören in D mehr als 350 (Stand 3/2009) geprüfte Spezialisten der Implantologie mit der geschützten Bezeichnung "Spezialist Implantologie" an. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist eine zertifizierte Weiterbildung wie das Curriculum Implantologie der DGZI, eine mindestens vierjährige implantologische Erfahrung und der Nachweis von 400 gesetzten Implantaten bzw. von 250 implantologisch versorgten Fällen. Außerdem erhalten die Spezialisten den "Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie".
Partnergesellschaften sind in den USA, die AO Academy of Osseointegration, die über 6000 Mitglieder hat und die AAID, die mehr als 3500 Zahnärzte als implantologische Mitglieder hat. Beide Gesellschaften agieren ebenfalls weltweit.
implantologische Fachgesellschaften
http://www.dgzi.de

DGZMK
Deutsche Gesellschaft für Zahn- , Mund- und Kieferheilkunde (Centralverein), engl: sinngemäß: German Academic Association of Dentistry; über 13.000 Mitglieder starke, älteste wissenschaftliche Dachorganisation der wissenschaftlichen Gruppierungen der deutschen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. In dieser Funktion koordiniert sie die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen aus Politik und Gesellschaft und die Erarbeitung von Leitlinien für die zahnmedizinische Behandlung. Wissenschaftsförderung und Wissenstransfer gehören zu ihren Kernkompetenzen. Wichtigste wissenschaftliche Auszeichnung: "Miller-Preis".
Es besteht eine "enge Kooperation" mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) - innerhalb derer beide Organisationen ihre volle Eigenständigkeit bewahren. So erarbeiten bspw. BZÄK und DGZMK zusammen die verbindlichen Vorgaben auf dem Gebiet der Fortbildung.
http://www.dgzmk.de (u.a. Leitlinien, Stellungnahmen)
Stellungnahmen, die älter als 5 Jahre alt

DGZPW ; ehemals "Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde e.V." ; seit 2009 umfirmiert in "Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien e.V." (DGPro); http://www.dgpro.de/

DHI , Denture-Hygiene-Index

DI-S , Abk. von Debris Index Simplified, dt.: vereinfachter Belags-Index; Belagsindex

Diabetes
Diabetes mellitus, "Zuckerkrankheit", engl.: do.; Störung des Kohlenhydratstoffwechsels verbunden mit einem anomal hohen Zuckerspiegel in Blut und Harn. Es gilt als gesichert, dass aufgrund der sekundären Organveränderungen bei dieser Stoffwechselerkrankung, wenn sie nicht ärztlich behandelt ("eingestellt") ist, die Anfälligkeit für systemische Infektionen aller Art stark erhöht ist. Die Prävalenz ist in den vergangenen Jahren in Deutschland kontinuierlich angestiegen.
Aus zahnärztlicher Sicht sind Diabetiker als "immunschwache" Gruppe besonders häufig von gestörter Wundheilung und lokaler Infektion betroffen, was z.B. den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika vor operativen Eingriffen anraten lässt. Das Risiko, eine Zahnfleischentzündung (Parodontitis) zu bekommen, ist etwa dreimal so hoch wie das eines Nichtdiabetikers. Dazu kommt, dass eine Parodontitis sich ungünstig auf die Blutzuckereinstellung auswirken kann.
Zweierlei belastet das Immunsystem von Diabetikern: Bei hohen Blutzuckerwerten bindet sich überschüssige Glukose an Immunglobuline - wichtige Bestandteile des Abwehrsystems - und mindert dadurch deren Leistung. Auch spezielle weiße Blutkörperchen, die Granulozyten, büßen an Wirkung ein. Zudem bedingt eine im Vergleich zu Nichtdiabetikern oft schlechtere Durchblutung der kleinsten Blutgefäße, dass diese nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und so anfälliger für Keime werden.
Weiter gibt es klare Zusammenhänge zwischen Zahnfleischerkrankungen und einem schlecht eingestellten D.:
Untersuchungen ergaben: 66% aller Diabetes-Patienten zeigen Anzeichen parodontaler Zerstörung, 43% weisen eine starke Parodontitis auf. Dabei zeigte sich: Je schlechter der Diabetes eingestellt war, je höher die Prävalenz einer starken parodontalen Erkrankung. Damit ist eine klare Assoziation zwischen schlecht eingestelltem Diabetes und Parodontitis gegeben. Weiter wird vermutet, dass Diabetiker mit bestimmten IL-1 Genotypen ein erhöhtes Risiko für eine schwere parodontale Erkrankung haben, vermutlich sind dies Träger von IL-1 B (-511) und IL-1B (+3954).

Im Umgang mit D. tauchen besonders folgende Abkürzungen auf:

Antibiotikaprophylaxe, Bakteriämie, Implantat: Risikofaktoren, Mundgeruch (Halitosis), Parodontitis-Risiko, Periimplantitis, Schleimhautbrennen
Broschüre: Diabetes und Mundgesundheit, © Bundeszahnärztekammer; "Wie Diabetes mellitus und Parodontitis sich gegenseitig beeinflussen", © Bundesärztekammer
Wie sind Parodontitis und Diabetes mellitus vergesellschaftet? (zm, 2017)
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie - Ratgeber (2014)
Gut gepflegt bei Diabetes

Diacrylate
engl.: do.; Verknüpfung von zwei Acrylsäuregruppen. In der ZHK meist Verwendung bei den Kompositen, sog. Diacrylat-Komposite. Als organische Matrix werden dazu die Monomere Bisphenol-A-Glyzidyl-Methacrylat (Bis-GMA), Urethandimethacrylat (UDMA), Triethylenglycoldimethacrylat (TEGDMA) und ähnliche verwandt. Die Grundformel für die unpolymerisierte Form der D. lautet M-R-M. "M" steht für die Methacrylatgruppe CH2=C(CH3)-CO-O- ; "R" steht für das Molekülskelett. D. haben im Gegensatz zu herkömmlichen Polymethylmethacrylaten eine höhere Materialfestigkeit und eine bessere Farbbeständigkeit. Hinzu kommen eine geringere Wärmeentwicklung, Polymerisationsschrumpfung und thermische Expansion bei der Polymerisation.
Kunststoffe, Methacrylate

Diagnodent
Handelsname, Kariesdiagnostikgerät auf Laserbasis, sog. Laserfluoreszenzsytem. Die Fluoreszenz-Anregung findet im Bereich des roten Farbspektrums bei einer Wellenlänge von 655 nm statt.: Eine Laserdiode erzeugt gepulstes Licht mit einer definierten Wellenlänge, das auf den Zahn trifft. Sobald veränderte Zahnsubstanzen von dem ausgesandten Licht angeregt werden, fluoreszieren sie mit dem Licht einer anderen Wellenlänge. Es erfolgt ein akustisches Signal. Die Wellenlänge wird im KaVo DIAGNOdent durch eine entsprechende Elektronik ausgewertet. D. zeigt bei der Diagnostik der Fissurenkaries eine hohe Sensitivität. Das Gerät eignet sich vor allem bei Zähnen mit einer scheinbar intakten Oberfläche, die für den Zahnarzt schwierig zu diagnostizieren sind und zum Kariesmonitoring (Verlauskontrolle einer Karies über Monate/Jahre). Während die Inspektion solcher Oberflächen eine Sensitivität von unter 20% zeigt, erreicht der D. Werte von über 80%. (Quelle: PD Dr. A. Lussi, Uni Bern).
Die Nutzung der Laserfluoreszenz zur Kariesdiagnostik hat sich als sinnvolle Ergänzung der konventionellen klinischen Karies-Untersuchung bewährt. Die Anwendung von D. kann diese jedoch nicht ersetzen und sollte daher stets unterstützend erfolgen. Ein Breiteneinsatz in zahnärztlichen Praxen besteht zur Zeit (2004) aus vielschichtigen Gründen nicht.
Neuerdings wird die Laserfluoreszenz auch zur Diagnostik auf Restkaries nach Kariesentfernung im Dentin propagiert. Als Richtwert für eine ausreichende Exkavation gilt ein DIAGNOdent®-Wert von 11-20; insbesondere bei Pulpanähe sind derartige Methoden allerdings nicht aussagekräftig.
Hidden caries, Kariesdiagnostik, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde,
http://www.kavo.com/  (auch © der Grafiken)
Umfangreiche Diagnostikmethoden im Überblick (ZWP / 2015)
Kariesdiagnostik mit Difoti

Diagnose
Feststellung und Benennung einer Krankheit, engl.: diagnosis; Benennen oder Erkennen eines Krankheitsbilds nach medizinisch anerkannten Methoden. Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung einer Krankheit. Unter
Diagnostik versteht man alle Maßnahmen, die auf die Erkennung eines bestimmten Krankheitsbildes gerichtet sind (z.B. Kariesdiagnostik). Ein
Diagnose-Irrtum ist nur unter bestimmten Bedingungen als Behandlungsfehler zu werten. Eine Haftung des Arztes ist mit ihm nicht zwingend verbunden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2002  entschieden. Zwar sei das Nichterkennen einer erkennbaren Erkrankung und der für sie kennzeichnenden Symptome grundsätzlich als Behandlungsfehler zu werten. "Irrtümer bei der Diagnosestellung, die in der Praxis nicht selten vorkommen, sind jedoch oft nicht die Folge eines vorwerfbaren Versehens des Arztes", entschieden sie. Krankheitssymptome seien nicht immer eindeutig und könnten auf verschiedenste Ursachen hinweisen. Aufgrund der Unterschiedlichkeiten des menschlichen Organismus wiesen Patienten Anzeichen derselben Krankheit in verschiedener Ausprägung auf, so der BGH. "Diagnose-Irrtümer, die objektiv auf eine Fehlinterpretation der Befunde zurückzuführen sind, können deshalb nur mit Zurückhaltung als Behandlungsfehler gewertet werden." Ein Fehlverhalten liege etwa vor, wenn der Arzt Symptome einer Erkrankung nicht ausreichend berücksichtigt oder eine unrichtige Diagnose stellt, weil er eine notwendige Befunderhebung unterlassen hat. Urteil des Bundesgerichtshofs, Aktenzeichen.: VI ZR 304/02
Befund, Beratung, Berufshaftpflicht, Differentialdiagnose, Dokumentation, Funktionsanalyse-klinische, Gebissanalyse, Haftung, ICD, ICDAS, IGel-Leistungen, Inspektion, Konsilium, Palpation, Orphan Diseases, Perkussion, Reaktionsdiagnostik, Untersuchung
Diagnostische und therapeutische Verfahren
ICD-10-WHO (deutschsprachige Ausgabe, Version 2013)

diagnostische Lokalanästhesie
selektive Anästhesie
, örtliche Betäubung bestimmter Zähne/Kieferabschnitte zur Eingrenzung eines unklaren Schmerzgeschehens bzw. zum Ausschluss/zur Bestätigung von einem vom Pat. vorgegeben Schmerzes an einem bestimmten Zahn/Kieferabschnitt.

diagnostisches Aufwachsen
engl.: diagnostic wax(ing)-up; künstliche Schaffung von Kauflächenstrukturen aus Wachs auf einem Modell zur vorausschauenden Analyse von Maßnahmen, welche innerhalb einer Restauration durchgeführt werden
Aufwachstechnik

diagnostisches Einschleifen , engl.: diagnostic grinding; Einschleifen von Zähnen

Diaket
root canal sealer, wenig gebräuchliches Wurzelfüllungsmaterial auf Kunststoffbasis, bestehend aus Zinkoxid und Wismutphosphat (Pulver), Phenylpentadion, Dichlorophen und Triethanolamin. Schlechte  Entfernbarkeit und Auslösung entzündlicher Reaktionen beim Überstopfen. Produktion wurde 2007 eingestellt.
Wurzelkanalfüllung

Diamant
engl.: diamond; härtester bisher bekannter Stoff; vielfältige Verwendung in der ZHK meist zur Bearbeitung von Zähnen ( Präparation): Diamantstaub in unterschiedlicher Körnungsgröße (Angaben erfolgen in ISO-Nummern) wird auf galvanischem Wege auf die Oberfläche von Schleifkörpern (auch von Zahnzangen) gebracht.
Bohrer, Karborund, Schleifmittel

Diaphanoskopie , Kariesdiagnostik

Diaskopie ; Röntgendurchleuchtung; Röntgendiagnostik

Diastema
Zwischenraum zwischen den Zähnen, "Affenlücke", "Zahnlücke ohne Zahnverlust", engl.: do.; Zahnlücke - meist zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen, wird dann auch als Trema bezeichnet - mit unterschiedlichem Ursprung:
  • echtes Diastema: erblich; bedingt durch ein tief ansetzendes Lippenbändchen und einem zu großem Zahnbogen. Eine Behandlung erfolgt i.d.R. durch Entfernung oder Plastik des Lippenbändchens, chirurgischer Entfernung des Bindegewebes zwischen den beiden Zähnen und späterer kieferorthopädischer Behandlung; günstigster Zeitpunkt: Nach Durchbruch der bleibenden seitlichen Schneidezähne (ca. mit 8±1 Jahren)
  • unechtes Diastema: auf Grund der Nichtanlage oder Verkümmerung eines oder beider seitlichen Schneidezähne (s. Abb. Mitte). Behandlung - je nach Ausprägung - mittels Verbreiterung der mittleren Schneidezähne durch Komposite-Füllungen, Veneers, Kronen
  • oder einer Vollkeramikbrücke
  • mediales Diastema: Lücke zwischen den beiden oberen mittleren Schneidezähnen - meist bedingt durch einen zu großen Zahnbogen und/oder zu klein ausgeprägte Schneidezähne  oder ein tief ansetzendes Lippenbändchen (Abb. unten). Behandlung wie beim unechten D.
  • als "Affenlücke" oder "Primatenlücke" wird die entwicklungsgeschichtlich bedingte Lücke zwischen Eck- und Schneidezahn im Oberkiefer, bzw. zwischen Eckzahn und erstem Milchbackenzahn bezeichnet, welche im Milchgebiss physiologisch ist

Frenulum, Lippenbändchen, Postlaktealebene






echtes D. durch tief ansetzendes Lippenbändchen

 



unechtes D.  im
Unterkiefer

unechtes D. während des Zahndurchbruchs

Diathermie ; engl.: electrosurgery; Elektrochirurgie, HF-Chirurgie, Mikrodiathermie

Dichotomer Index , "JA-NEIN-Entscheid" , einfacher Index, welche auf der Anwesenheit oder Abwesenheit eines Merkmals beruht (vorhanden o. nicht vorhanden).

Dicke Backe
Parulis; Anschwellung/Auftreibung der Wange, engl.: parulis; Abszess, Granulom, Mumps, Parulis


Dieck Einstellung o. Technik ; Isometrieregel; Cieszynski-Dieck-Technik

Dienstleistung , engl.: medical care, (medical) service) , Dienstvertrag

Dienstvertrag
engl.: service contract, contract of employment; jeder zahnärztliche Behandlungsvertrag - welcher keiner Schriftform bedarf (durch Betreten des Behandlungszimmers und Öffnen des Mundes erklärt der Patient seine Behandlungswilligkeit) - hat normalerweise den Rechtscharakter eines D., d.h. es besteht die vertragliche Verpflichtung des Zahnarztes zur Erbringung einer Heilbehandlung nach den heute gültigen Regeln der medizinischen Kunst ( Fortbildung, Fortbildungssiegel) zu therapieren; er garantiert keine Heilung ("Erfolgsgarantie"), sondern nur, alles zu unternehmen, damit ein Heilungserfolg eintritt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Patient dazu, das vereinbarte Honorar zu zahlen. Der (Zahn-)Arzt erlangt seinen Honoraranspruch nicht erst dann, wenn er erfolgreich tätig geworden ist, sondern er verdient - wie jeder Dienstverpflichtete - sein Honorar bereits durch sein Tätigwerden als solches.
Bei versch. zahnärztlichen Behandlungen (z.B. Anfertigung von Zahnersatz) erfolgt eine vertragliche Durchführung nach dem Dienst- und Werkvertrag.
Eine Kündigung des D. ist zu jeder Zeit ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten möglich. Was sonst sonst in unserem Recht nicht vorgesehen ist, bietet der §627 BGB, nämlich die fristlose Kündigung des Behandlungsvertrages ohne jegliche Begründung zu jeder Zeit; meist geschieht dies aus einem Vertrauensverlust heraus. Patienten pflegen das häufig auf recht einfache Art auszudrücken: Sie bleiben einfach weg! Dieses Verhalten stellt stillschweigend eine Kündigung des Behandlungsvertrages dar. Allerdings darf dies beiderseitig nicht zur "Unzeit" - d.h. zahnärztlicherseits z.B. nicht mitten in einer Wurzelkanalbehandlung oder während einer Zahnentfernung; von Seiten des Patienten z.B. nicht kurz vor Fertigstellung des Zahnersatzes - erfolgen. Ebenso ist in einer Bestellpraxis - dies ist in D heute die Regel - eine rechtzeitige Vertragskündigung mitzuteilen, will man sich nicht wegen eines "nichteingehaltenen Termins" dem Behandler gegenüber Schadenersatzpflichtig machen.
Bei zahnärztlichen Arbeiten - hier speziell beim Legen einer Füllung oder Anfertigen von Zahnersatz - kann es vorkommen, dass diese nicht auf Anhieb passen oder in der ersten Zeit noch Schmerzen (z.B. Druckstellen oder eine Empfindlichkeit auf Warm und Kalt) verursachen. In diesen Fällen muss dem Behandler in zumutbarer Weise die Gelegenheit zu einer Nachbesserung (u.U. auch mehrmals) gegeben werden. Der Patient kann den eingegangenen Behandlungsvertrag (und damit auch die Zahlung eines Honorars) wegen Mängeln nur kündigen, wenn der Zahnarzt weitere Eingriffe und Maßnahmen an Zähnen und Zahnersatz ablehnt, oder wenn der Zahnersatz infolge einer der anerkannten Regeln der Zahnmedizin widersprechenden Planung oder Ausführung völlig unbrauchbar ist ( Gutachter).
Verjährungsfristen:
--  aus Fehlbehandlung: 30 Jahre
--  Verjährung der Honorarforderung: nach 2 Jahren (zum Jahresende)
Behandlung, Behandlungspflicht, Dienstleistung, Honorar, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), Nachbesserung, Prothese, Werkvertrag

Differentialdiagnose
DD, engl.: differential diagnosis, Unterscheidung von symptomatisch ähnlichen oder gleichen Krankheitsbildern bei der Stellung einer Diagnose; sollte immer die gestellte Diagnose kritisch begleiten.
Diagnose

Diffusionsvergoldung
engl.: diffusion gilding ?; nur selten angewandte thermische Methode des "Veredelns" von nicht edlen Werkstoffen: nach einer galvanischen Vergoldung erfolgt eine Wärmebehandlung über 8 Std. bei 500° C; Galvanostegie

DIFOTI , engl.: digital fiber optic transillumination, Kariesdiagnostik

digitale Abformung ; optischer Abdruck

Digitale Dentale Technologie
Studiengang Digitale Dentale Technologie (B.Sc.);  ==> http://www.praxishochschule.de/de/studium/studiengaenge-dental/digitale-dentale-technologie

digitales Röntgen , engl.: digital radiodiagnostics; Röntgendiagnostik, digitale

digitale Volumentomographie, DVT

Dignathie , Dignathia , sehr seltene Form einer Mehrfachanlage von Kiefern oder Zähnen

Dilazeration
Zerfetzung
, Zerreißung engl.: dilaceration; Bezeichnung für Zahnkeimschädigungen der bleibenden Zähne durch ein Trauma (meist durch einen darüber liegenden Milchzahn verursacht); verantwortlich sind i.d.R. zentral luxierte Oberkiefer-Milch-Schneidezähne, welche bei den bleibenden Zähnen Formveränderungen bewirken. traumatische Zahnverletzungen

DIMDI
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information; 1969 gegründet ist es eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) und stellt eine Vielzahl von Datenbanken und Infos aus dem medizinischen Bereich zur Verfügung. http://www.dimdi.de/

Diphyodontie , einmaliger Zahnwechsel im Leben, zweifache Zahnbildung; Polyphyodontie

Direkte Überkappung des Zahnnervs, engl.: direct pulp capping; Calciumhydroxid, Tertiärdentin, Überkappung

Discus
Diskus
, discus articularis (discus = Scheibe), Gelenkzwischenscheibe, Kiefergelenkscheibe, engl.: articular disc; aus Knorpel bestehende Scheibe zwischen zwei Gelenkflächen (Fossa articularis und Condylus). Gehalten wird der D. durch Bänder der Kiefergelenkskapsel.
Jedes Gelenk, welches eine hohe Inkongruenz (= Nichtübereinstimmung, Nichtdeckung) aufweist, ist mit einem D. oder Meniskus ausgestattet. Hauptaufgabe dieses Knorpelgebildes ist eine Gelenkflächenanpassung und eine Pufferung von Kräften, die auf die Gelenkflächen einwirken. Der D. trennt die obere und untere Gelenkkammer des Kiefergelenks voneinander.
internal derangement, Kernspintomographie, Kiefergelenk, Sonographie, Subluxation



schematische Darstellung
des Gelenks

Diskusprolaps ; veraltete Bez. für eine totale, anterior-mediale Diskusverlagerung in habitueller Interkuspidation ohne Reposition

Diskussubluxation ; veraltete Bez. für eine totale, anterior-mediale Diskusverlagerung in habitueller Interkuspidation mit Reposition

Discusverlagerung
Diskusverlagerung, alt: Discusluxation o. Diskusluxation, engl.: disc displacement; unphysiologische Lagebeziehung des Discus in Relation zum Kondylus. Diese können sein: partiell oder total, mit und ohne Reposition, in maximaler Interkuspidation oder bei excursiven Unterkieferbewegungen
Die Lage des Discus articularis kann sich zum Condylus hin unphysiologisch mit (engl.: disk displacement with reduction) oder ohne (engl.: disk displacement without reduction) Reposition verändern. Dabei wird unterschieden:

Hyaluronsäure, Kiefergelenk, Repositionierungsschiene, Subluxation

 


Subluxation des
Kiefergelenks

 

Disease-Management
engl.: "disease" = Krankheit; Modewort etwa für "Verwaltung" von Krankheitsbildern und/oder Krankheitsverläufen" mit dem Ziel, die zur Verfügung stehenden Ressourcen im Sinne einer qualitativ hochwertigen und zugleich kostengünstigen medizinischen Versorgung möglichst effektiv einzusetzen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) definiert: "Durchführung von strukturierten Behandlungsprogrammen. Der Begriff steht für eine indikationsbezogene Optimierung standardisierbarer Versorgungsabläufe."
Disease-Management-Programme sind systematische Behandlungsprogramme, die auf Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin zurückgreifen: Therapeutische Entscheidungen müssen dabei immer auf Grundlage einer nachgewiesenen Wirksamkeit der Behandlungsform getroffen werden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Managed-Care-Versorgungsformen. Dabei steht nicht der einzelne Patient, sondern eine Gruppe von Patienten mit ähnlichen/gleichen Erkrankungen im Ziel der Untersuchungen/Behandlungen. Beispielsweise kann mit einem D.-M. festgestellt und entsprechende Konsequenzen daraus gezogen werden, dass die Gabe von fluoridhaltigen Medikamenten den Kariesbefall der Bevölkerung nachhaltig senkt und es so anzuraten ist, generell Fluoride zu verordnen.
Case Management, Gesundheitsmanagement, Integrierte Versorgung, Managed-Care, Qualitätsmanagement, Telematik
Unterausschuss Disease-Management-Programme

Disk-Implantat ; http://www.boi.ch; http://www.diskimplant.de/

Disklusion , engl.: disclusion; "Auseinanderklaffen", "Kontaktlosigkeit" von Zähnen oder Zahngruppen im Bezug auf den Gegenkiefer; Okklusion, Okklusionsstörung

Diskus , Discus

Dislokation , engl.: dislocation; Verlagerung bzw. Verschiebung von Knochenbruchstücken bei einer Fraktur. Kieferbruch, Luxationsfraktur

Disparallelität
divergierender ("auseinander strebender") Verlauf von zwei Achsen. In der ZHK z.B. bei der Versorgung mit festsitzendem Zahnersatz von Bedeutung: bei einer Brücke müssen die Pfeilerzahnpräparationen parallel zu einander sein, da sich sonst die Brücke nicht einsetzen lässt. Sollte diese Parallelität aus anatomischen Gründen (z.B. Kippung der Pfeilerzähne in die Lücke hinein) nicht möglich sein - man spricht von "Disparallelität" -, so wird die Brücke mit einem Geschiebe in einem der Pfeilerzähne versehen, in welches dann das speziell gearbeitete Brückenzwischenglied fest eingreift.
Präparation

Display ; Schlagwortbez. für die sichtbaren Zahn- und Zahnfleischanteile beim Lachen; ästhetische Analyse, Lachlinie

Disposition
"besondere Anfälligkeit", engl.: disposition; vererbte oder erworbene Neigung eines Organismus auf bestimmte Einflüsse (meist) mit einer Erkrankung zu reagieren. Prädisposition

Disstress
Stress mit negativen Auswirkungen
, engl.: dystress; welcher je nach individueller Prädisposition und Länge der Einwirkung dauerhaft negative Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Gegenteil: Eustress ; Stress
http://www.atnet.ch/

distal
d, distalis, engl.: do.; weiter von der Kiefer-Mittellinie entfernt (nach hinten hin gerichtet), d.h. von zwei Zähnen ist derjenige der distale, welcher vom mittleren Schneidezahn aus gesehen der hintere der Beiden ist.
endständig, Zahnflächen

Distalbiss
Distalokklusion, Rückbiss, Retrokklusion, engl.: disto-occlusion; Fehlstellung des Gebisses, bei welcher der Unterkiefer weiter als normal zurückliegt (= distal) zum Oberkiefer. Im ersten Lebensjahr normal, sonst als Fehlstellung bezeichnet.
Angel-Klassen, Herbst-Apparatur, Dysgnathie, kieferorthopädische Frühbehandlung, Mesialbiss, Prämolarenbreite

distalexzentrisch ; exzentrische Projektion

Distalfeder ; Mesialfeder

Distal-Mesial-Plaque-Index
nach Fischman (1986/1987); Variation des Navy-Plaque-Index; vierstufiger Belagsindex, bei welchem auf die schwer mit der Zahnbürste erreichbaren gingivalen und zervikalen Anteile eines Zahnes, besonders im Interdentalraum, der Schwerpunkt gelegt wird.
Plaqueindex  

Distalstand ; Mesialstand

Distomie , engl.: distomia; (stoma = Mund) Missbildung in Form einer doppelten Mundspalte; Gesichtsspalten

Distomolar
Retromolar
, überzähliger Backenzahn, engl.: do. or fourth molar, supernumerary or fourth molar; hinter dem Weisheitszahn gelegener überzähliger Zahn, meist im Oberkiefer anzutreffen (nach dem Zahnschema die Zähne 19 u.29 - s. Abb. - bzw. 39 u. 49 im UK). Selten anzutreffen, bei Naturvölkern häufiger verbreitet.
Als Paramolaren (engl.: paramolar) werden überzählige Zähne bezeichnet, welche sich wangenwärts der regulären Backenzähne als eine Art "Überproduktion" der Zahnleiste befinden und häufig mit dem eigentlichen Backenzahn verwachsen sind. Fließender Übergang zum Tuberculum distomolare.
Weisheitszahn, Zahnüberzahl (Hyperodontie)




überzählige Weisheitszähne im Oberkiefer




Distraktionsosteotomie
Kallusdistraktion, Knocheninduktion durch Osteodistraktion, Osteodistraktion, von Distraktion = Auseinanderziehen o. Strecken, engl.: distraction osteotomy, (callus) o. (bone) distraction; Methode zur Verlängerung des Knochens im Sinne einer Knochenneugewinnung; vornehmlich heute in der ZHK in der Implantologie angewandt (= Distraktionsimplantat). Wegen der Tragedauer der Apparatur im Mund (auch nach der Distraktion noch ca. 3 Monate) nur selten angewandt und auf spezielle Fälle beschränkt.
Während eines längeren Zeitraums (Wochen bis Monate) werden - nach chirurg. Trennung -  die beiden entstanden Knochenstücke (Knochensegmente) mittels Schraubapparatur unter Spannung langsam und kontinuierlich voneinander "wegbewegt". So wird im Unterkiefer ein Wert von max. 1 mm/Tag angegeben. Der sich im Spalt befindliche Kallus verknöchert mit der Zeit - neuer Knochen ist entstanden. Die D. ermöglicht es auch, effektive Veränderungen des Gesichtsprofils in Weichteil schonender Weise - z.B. Korrektur eines zurückverlagerten Kinns ("Vogelgesicht") - vorzunehmen.
"Bis Ende der 80er Jahre wurden zu kurze Kieferknochen durch Knochenstücke aus der Hüfte oder einer Rippe verlängert. Da bei diesem Verfahren das Wachstumsverhalten des neuen Knochenstückes nie vorausgesehen werden konnte, griffen die Kieferchirurgen, wie einige Jahre zuvor bereits Unfallchirurgen und Orthopäden, auf die Arbeiten des Russen Ilisarov zurück. Er hatte entdeckt, dass sich der Kallus, der sich bei einem Bruch bildet, durch entsprechende Apparaturen dehnen lässt. Dazu wird der Abstand der beiden Knochenbruchstücke von einem Edelstahlgerüst, das auf die jeweiligen Knochenstücke aufgeschraubt ist, schrittweise vergrößert. Nach abgeschlossener Dehnungsphase bleibt das neue Knochenstück noch einige Zeit fixiert, um zu verknöchern. Mit dieser Kallus-Distraktion ist ein nahezu unbegrenztes Knochenwachstum möglich. Die Bonner Kieferchirurgen haben die bisher äußerlich angebrachte Vorrichtung zur Knochenfixierung und Kallusdehnung weiterentwickelt und für eine rein intraorale Anwendung angepasst. Zunächst wird der Kiefer an einer bestimmten Stelle während einer Operation gebrochen, um dann die zahnbrückenartige Klammer aufzusetzen und zu befestigen. Nach Kallusbildung wird der Knochen täglich mit einer Schraube um 1 mm gedehnt. Durch das neue Verfahren werden die Weichteile im Gesicht nicht mehr verletzt und deshalb entstehen keine Narben. Gleichzeitig ist der Tragekomfort für den Patienten erheblich angenehmer. Erste Testuntersuchungen an Schweinen waren so erfolgreich, dass im Frühjahr diesen Jahres erstmals ein Patient mit diesem Gerät erfolgreich behandelt wurde. (aus einer Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)"
In der ZHK bestehen für die D. vor allem als Einsatzmöglichkeiten Gesichtsfehlbildungen u. -assymetrien im jugendlichen Alter, sowie Gewebsdefizite im Alveolarfortsatzbereich ("Alveolarfortsatzdistraktion") im Rahmen prä-implantologischer Versorgungen.
Von der Technik her existieren intra- und extraorale Apparaturen: Intraorale Apparaturen führen zu weniger Einschränkungen bei Schlaf und der Freizeitaktivität, erschweren allerdings Nahrungsaufnahme und Mundhygiene. Als Nachteil der extraoralen Technik gilt zudem eine mögliche Narbenbildung.
Augmentation, Einlagerungsosteoplastik, Gaumennahterweiterung, Genioplastik, GerüstimplantatImplantat, Osteosynthese, sagittale Spaltung
Mehr Luft durch Distraktionsosteogenese (zm 2015)
Vertikale Distraktionsosteogenese des Alveolarfortsatzes
Knochenersatzmaterialien und periimplantärer Knochen, (ZWP, 2017)
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren, (ZWP, 2012)
Der Einsatz eines neuen Distraktors bei der vertikalen Distraktion des Kiefers
http://web.tu-dresden.de/sorg/mkg/Dys.pdf
Video

 



©: http://www.sorg-group.com

Disziplinarausschuss
engl.: etwa: disciplinary committee; paritätisch besetztes Gremium innerhalb der Selbstverwaltung (bei der KZV angesiedelt), welches dann auf Antrag tätig wird, wenn gegen Vorschriften, Rechte und Pflichten der vertragszahnärztlichen Pflichten verstoßen wird. Näheres regeln die Satzungen und Geschäftsordnungen der KZVen, welche nach Maßgabe des SGB V (§ 81, 5) aufgestellt werden. Maßnahmen sind je nach der Schwere der Verfehlung Verwarnung, Verweis, Geldbuße oder die Anordnung des Ruhens der Zulassung oder der vertragsärztlichen Beteiligung bis zu zwei Jahren. Das Höchstmaß der Geldbußen kann bis zu zehntausend Euro betragen. Ein Vorverfahren (§ 78 des Sozialgerichtsgesetzes) findet nicht statt.
Nur ein verschwindend geringer Teil der niedergelassenen Vertragsärzte verstößt gegen die vertragsärztlichen Pflichten. Nach einer Auswertung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) müssen sich im Jahresdurchschnitt 25 Ärzte vor dem D. verantworten. Bei einer Gesamtzahl von 13 000 im KV-Bezirk sind das gerade einmal 0,2 Prozent.
Berufsverbot, KZV, Vertragszahnarzt, Zulassung

DLS-Syndrom
Ektodermaldysplasie, engl.: ectodermal dysplasia; genetische Fehlbildung von Organen, die sich aus dem Ektoderm (äußeres Keimblatt des Embryos) entwickeln, Die Abkürzung steht für
Dysodontie = Fehlentwicklung der Zahnanlage mit daraus resultierenden fehlgebildeten Zähnen, überschüssigen Zähnen, Verkalkungsstörungen usw.
Leukotrichosis = „Weißhaarigkeit“, „weiße Haarlocke"
Sanguinatio = Blutungen im Verdauungstrakt

DMF-Index
Kariesindex, engl.: caries index, DMF-rate, CER-Index; statistischer Gradmesser für die Schwere bzw. Auswirkung einer Karieserkrankung (sog. "Karieslast"). Weltweit gebräuchlich, dient er besonders bei Bevölkerungsuntersuchungen zur Dokumentation der Ausprägung des Kariesbefalls bei einer Person und der Prävalenz von Bevölkerungsgruppen.
DMF wird abgeleitet von: D=decayed=(kariös) zerstört; M=missing=fehlend; F=filled=mit einer Füllung o. Krone versehen. Eine weitere Unterteilung erfolgt in den DMF-T-Index (T für tooth/teeth = auf den ganzen Zahn/Zähne bezogen; auch als DMFT abgekürzt) und den DMF-S-Index (S für surfaces; bezieht sich auf eine einzelne Zahnfläche; da jeder Zahn mehrere Flächen (i.d.R. 5) hat, fällt die Messzahl höher aus und ist aufwendiger zu ermitteln, dafür aber exakter; auch als DMFS abgekürzt).
In Deutschland ist noch gelegentlich der EKF-Index (Extraktion, Karies, Füllung) anzutreffen.
Für das Milchzahngebiss gilt, dass alle Indices klein geschrieben werden (z.B. dmf-Index)

Auf nebenstehender Abb. haben 5 Zähne Karies (D), 7 Zähne eine behandelte Karies = Füllungen (F) (die beiden überkronten Zähne = ganzer Zahn ist blau eingefärbt, werden den Füllungen zugerechnet), an 3 Zähnen befindet sich eine Kombination aus Füllungen und Karies (D + F) und 3 Zähne fehlen (M). Da bei  dem DMF-T-Index der gesamte Zahn zählt, ist es gleichgültig, ob sich mehrere Defekte oder Füllungen oder Kombinationen an einem Zahn befinden, der Zahn wird stets nur einmal mit seinem Zustand in dem Index aufgeführt. Die Weisheitszähne - da nicht bei jedem von Natur aus vollzählig vorhanden - werden vom Index nicht erfasst (auf der Abb. mit (  ) versehen); somit kann der DMF-T Index des menschlichen Gebisses höchstens "28" betragen.

Der DMF-Index wird international als Kriterium für die Zahngesundheit eines Staates herangezogen. So formulierte die WHO in den 90er Jahren als ein Fernziel der Prophylaxe die Zahl "22-77-99", was heißen soll, dass bei 99% der Bevölkerung die 77jährigen noch mindestens 22% der eigenen Zähne in Gebrauch haben sollten.

Die mittlere dmf-t-Werte (Milchgebiss) bei 6-7-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,89; 1997: 2,39; 2000: 2,21; 2004: 2,16
Die mittlere DMF-T-Werte bei 12-Jährigen betrugen in D:
1995: 2,44; 1997: 1,75; 2000: 1,21; 2009: 0,75

FS-T Index, Index, Karies, Kariesklassifikation, Mundgesundheit, naturgesundes Gebiss, SiC-Index, T-Health Index, Zahngesundheit
Kariesbefall bei 12-Jährigen im internationalen Vergleich (BZÄK, 2014)
Studie zur Mundgesundheit bei Flüchtlingen und deren Behandlungskosten (BZÄK, 11-2017)




Berechnungsbeispiel



Zähne mit Kariesbefall (DMF-T) bei 12-jährigen in D, 1983-2014



Karieserfahrung bei 12-Jährigen im internationalen Vergleich


DMPS - Test
engl.: do.; Abk. für Natrium-2,3-Dimercaptopropan-1-sulfonat, Gegenmittel bei Schwermetallvergiftungen. Als Mobilisationstest dient dieses diagnostisch umstrittene Verfahren zur Freisetzung von Metallen (z.B. Kupfer, Quecksilber, Zink) aus dem menschl. Organismus: Der "Chelatbildner" Dimercaptopropansulfonsäure mobilisiert derartige Stoffe und macht sie z.B. im menschl. Urin messbar.
Von den meisten Wissenschaftlern wird dieser Test als diagnostische Methode bei sog. "Quecksilbervergiftungen" aus Amalgamfüllungen - dem Haupteinsatzgebiet dieses "Tests" - bezweifelt:
In einer wissenschaftlichen Untersuchung (Vamnes J.S. et al. Diagnostic value of a chelating agent in patients with symptoms allegedly caused by amalgam fillings J. Dent Res 79 868 2000) wurden 80 Studienteilnehmer untersucht. Aufgeteilt in vier Gruppen (gesund und ohne Amalgam-Füllung, gesund und mit Amalgam-Füllung, Patienten mit Beschwerden und Amalgam-Füllungen, Patienten mit Beschwerden und daraufhin entfernten Amalgam-Füllungen). Von jedem Studienteilnehmer wurde nach intravenöser Gabe von DMPS jeweils 30 und 120 Minuten und 22 Stunden danach Urin gesammelt. Die Gesamtmenge des ausgeschiedenen Quecksilbers (23,7-25,5µg Hg) unterschied sich nicht zwischen den gesunden Probanden mit Amalgam-Füllung und den beschwerdebehafteten Probanden mit Amalgam-Füllungen. Die Gesamtmengen des ausgeschiedenen Quecksilbers bei Patienten ohne Amalgam-Füllungen betrug 7,2-8,5µg Hg. Nach Ansicht der Autoren hat der Quecksilber-Mobilisationstest mit DMPS keinen diagnostischen Wert. Es ist keine Differenzierung möglich zwischen Personen, die ihre Beschwerden auf Amalgam-Füllungen zurückführen und denen die gesund mit ihren Füllungen leben. Es kann lediglich eine höhere Quecksilberausscheidung bei Patienten mit Amalgam-Füllungen bestätigt werden.
Des Weiteren ist dieser "Test" auch nicht ungefährlich:
  • als i.v. verabreichter Stoff hat DMPS ein hohes Allergiepotential
  • auch jahrelang schlummernde und völlig inaktive Depots im Körper werden durch dieses Verfahren aktiviert und können nun zu akuten Symptomen einer Quecksilbervergiftung führen

Amalgam, Mobilisationstest, Quecksilber

 

 

 


chem. Formel


zu Dn-Dz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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