Zahnwissen-Lexikon   Ca - Cm
Cn - Cz  
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C ; Abkürzungssymbol für einen Eckzahn (vom lat. Caninus Zahnformel

CAD/CAM-Systeme
Abk. für die engl. Begriffe: Computer Aided Design ("rechnerunterstützter Entwurf") / Computer Aided Manufacturing ("rechnerunterstützte Fertigung") -Systems; Anwendung bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz aus Keramik; gelegentlich auch bei der Bearbeitung des labormäßig schwer zu verarbeitenden Titans; Haupteinsatzgebiet: Herstellung von Vollkeramik (z.B. CEREC™; Celay™, Procera-System™). Wurden anfänglich nur einzelne Keramik-Inlays und -Kronen (ohne Kauflächengestaltung) mit diesem Verfahren hergestellt, eröffnen moderne Keramiken und Techniken zunehmend den Einsatz auch bei größeren Rekonstruktionen (z.B. Brücken im Seitenzahngebiet mit Kauflächengestaltung). Von Francis Duret (1971) und später hauptsächlich von Mühlemann (Zürich) in die ZHK eingeführt.
2004 befanden sich 14 Systeme auf dem Markt - mit Investitionskosten bis zu 500.000 Euro. Eine zentralisierte Datenerfassung bzw. Fertigung erscheint deshalb bei der Weiterentwicklung sinnvoll zu sein, falls nicht schon jetzt bei einigen Systemen vorhanden, z.B. in Form eines "Fräszentrums", in welchem die vorbereiteten Arbeiten aus Fertigblöcken herausgefräst werden und zur Endbearbeitung wieder ins zahntechnische Labor gelangen.
Die CAD/CAM-Systeme bestehen im Prinzip aus 4 Komponenten:
  • Scanner, welcher die Präparation abtastet und die Daten digitalisiert. Dabei kann das Scannen im Mund direkt (intraoral) oder auf einem Präzisions-Gipsmodell nach Abdrucknahme in einem Labor erfolgen, wobei die intraorale Digitalisierung es bisher (2003) nicht erlaubt, neben einem Einzelzahn auch Teile eines Zahnbogens mit mehreren Zähnen in einem Schritt zu erfassen - eine wichtige Voraussetzung zum Anfertigen einer Brücke.
  • Dem CAD-Bereich, bestehend aus Computer und Software
  • Dem CAM-Bereich mit computergesteuerten Fräs- oder Schleifmaschinen, welche aus Metall- oder Keramik-Rohlingen den Zahnersatz herausarbeiten. Manuelle Nachbearbeitungen sind nötig.
  • Geeigneten Werkstoffen für die Mundhöhle

Noch nicht befriedigend gelöst ist die automatische Rekonstruktion der Kauflächen (Verzahnungssituation, Kaubewegungen des Unterkiefers); Hilfsweise werden hier u.a. gespeicherte Kauflächenvorlagen ("Bibliothekszähne") oder ein Scan der Kaufläche vor der Präparation verwendet. Kosmetisch kommt hinzu, dass überwiegend (2010) nur einfarbige Rohlinge zur Verfügung stehen.
Je nach Art des Zahnersatzes (Inlay, Krone, Brücke usw.) sind Art und Umfang der Datenerfassung unterschiedlich: Angefangen von den Oberflächendaten des präparierten Zahnes bei kleineren Arbeiten bis hin zu Daten über die Nachbarzähne und die Zähne des Gegenbisses. Hierbei kann die Datenerfassung taktil oder berührungsfrei-optisch erfolgen; ausschlaggebend für die Qualität der Datensätze ist die Mess-Sicherheit des jeweiligen Verfahrens und weniger die Anzahl der Messpunkte.
Entsprechend dem Konzept und der Zielgruppe wird unterschieden:

  • Chairside-Konzept: mit der Zielgruppe Zahnarzt. Die im Mund durchgeführte Vermessung und anschließende Herstellung des Ersatzstückes erfolgt ausschließlich in der Praxis, der Patient kann direkt in einer Sitzung versorgt werden. Typischer Vertreter: CEREC
  • Labside-Konzept: mit der Zielgruppe zahntechnisches Laboratorium. Der Zahnarzt gibt den Abdruck der Mundsituation nach Präparation - wie bisher - in ein spezialisiertes Labor. Typische Vertreter: Celay, Cercon, DCS, Everest.
  • Modifiziertes Chairside-Konzept: es wird nach der Präparation ein Scan durchgeführt und diese Daten mittels Internet direkt an ein angeschlossenes Dentallabor übermittelt. Im Gegensatz zur reinen Chairside-Herstellung hat dieses Vorgehen folgenden Vorteil: Da die Verblendung des Gerüstes nach wie vor manuell erfolgt, ist eine Anpassung der Kauflächen (Verzahnungssituation) exakt möglich. Der Einsatz hochfester, transluzenter Keramiken gestattet eine weit individuellere Gestaltungsmöglichkeit. Von Vorteil ist weiterhin, dass in der Praxis die Anschaffung der sehr teuren Fräß-/Steuereinheit entfällt; nachteilig, dass eine zweite Sitzung zum Einsetzen erforderlich ist. Typischer Vertreter: www.dentoptics.de
  • Modifiziertes Labside-Konzept: mit den Zielgruppen zahntechnisches Laboratorium und spezielles "Fräszentrum". Dadurch erfolgt eine räumliche Trennung zwischen Vermessung bzw. CAD-Konstruktion auf der einen und Fräsbearbeitung auf der anderen Seite. Meist handelt es sich bei letzteren um hochspezialisierte Fräszentren, die die vermessenen und berechneten Daten per Internet zugeschickt bekommen. Typische Vertreter: etcon, Procera.

Abdrucklose Praxis, Celay, Cerec, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Keramik, optischer Abdruck - digitale Abformung, Vollkeramik
Digitale Abformung und innovative CAD/CAM-Werkstoffe (zm, 2014)
Video
Präparationsrichtlinien für mit CAD/CAM gefertigte Restaurationen
Gerüst-Zirkon vs. Vollzirkon - Neue Werkstoffe und Verfahren für die CAD/CAM-Restauration (2013)
Einführung in die CAD/CAM Systeme
Kurzvorstellung von Vollkeramiksysteme durch Anklicken dieses Textes
Buchtipp: CAD/CAM-gefertigte Restaurationen

 

 



Verbund aus Zirkoniumoxid-Käppchen mit e.max CAD Krone (Sinterverbund)



"Modellation" der Zirkoniumoxid-Käppchen mittels CAD/CAM


©: R. Luthardt, H. Rudolph,
 O. Sandkuhl und M. Walter,
Dresden in ZWR



industriell gefertigter Keramik-Rohling

CAL , Attachmentverlust

Calciumfluorid
Kalziumfluorid, Calcium-/Kalziumdifluorid, Fluorit oder Flussspat, CaF2 engl.: calcium fluoride; in Wasser praktisch unlösliche chemische Verbindung, die sich z.B. bei Anwendung fluoridhaltiger Zahnpflegemittel auf der Zahnoberfläche bildet; entsteht auch, wenn das gut lösliche Natriumfluorid zusammen mit Milchprodukten eingenommen wird. Bei Säurezufuhr wird diese Schicht leicht zerstört. Dabei gehen die frei werdenden Fluorid-Ionen in den Speichel über oder lagern sich im Schmelz ein.
Fluoride, Tiefenfluoridierung

Calciumhydroxid
Calciumhydroxyd, Kalziumhydroxid, Ca(OH)2, engl.: calcium hydroxide; stark alkalisches Medikament (pH-Wert = 12), welches im Kontakt mit lebendem Gewebe oberflächliche Schädigungen bewirkt und Bakterien abtötend ( bakterizid) ist. Die geschädigten Gewebeanteile werden mineralisiert und es bildet sich so neue Zahnhartsubstanz. Bekannte Handelspräparate sind Calxyl™ oder Gangräna™.
Einsatz in der ZHK als wässrige Lösung (Kalkwasser, Kalkmilch) besonders:

Eine breiige Suspension von C. in Wasser (Ca(OH)2 (s)) wird auch als Kalkmilch bezeichnet; gefilterte Lösungen (Ca(OH)2 (aq)) bezeichnet man auch als Kalkwasser.
Caries profunda, Kerkhoff Paste, Liner, Unterfüllung, Vitalamputation, Vitalerhaltung, Wurzelkanalbehandlung

Calciumsalicylat
Calciumsalicylat-Sealer; durch Anmischen von Pasten aus Calciumhydroxid und Salicylsäure-Estern gebildetes Calciumsalz; Einsatz in der ZHK zur Pulpenüberkappung oder als Wurzelkanalfüllmaterial. Die Wirkung von C. ist schwächer als die vom Calciumhydroxid; ebenso wie Calciumhydroxid ist es nicht als alleiniges Unterfüllungsmaterial geeignet, da nach längerer Liegedauer eine Materialauflösung und eine dadurch bedingte Hohlraumbildung unter der eigentlichen Füllung stattfindet.
Calciumhydroxid, Caries profunda,

Calculus dentis ; Zahnstein

Calculus-Surface-Index, CSI , Zahnstein-Oberflächen-Index

Caldwell-Luc-Operation
operativer Kieferhöhlenzugang nach Caldwell-Luc, engl.: Caldwell-Luc operation, maxillary sinus operation; (Caldwell, Arzt, USA, 1834-1918; Luc, Otolaryngole, Paris, 1855-1925), (Kierhöhlen-) Fensterung; chirurgische Eröffnung der Kieferhöhle über die Mundhöhle (von der Wangenseite des Oberkieferknochens aus über die Fossa canina unter Berücksichtigung des N. infraorbitalis). Angewandt bei chronischer u. eitriger Sinusitis oder ausgedehnten Kieferhöhlenzysten.

Eine Variante ist die Operation nach Lindorf: im Gegensatz zu Caldwell-Luc wird das Knochenfenster der eröffneten Fossa canina am Operationsende wieder mit dem eingangs vorsichtig entfernten Knochen gedeckt.
Lindorf Knochenfenster, Nasenfenster



© der Grafik:
www.ghorayeb.com

Calessco
Abk. von Castless Corona = gusslose Krone; basierend auf industriell vorgefertigten Kronenkappen kann diese Kronenart in nur einer Sitzung angefertigt werden - dadurch wird eine erhebliche Kostenminderung erzielt. Bevor nicht ausreichende klinische Langzeitstudien vorliegen, kann C. nur als Langzeitprovisorium betrachtet werden.
Krone, Langzeitprovisorium
http://www.calessco.de

Calor ; engl.: do.; Erwärmung, Hitze. Typische Begleiterscheinung einer akuten Entzündung.

Calxyl ™  in versch. Darreichungsformen vorliegendes Calciumhydroxid ; www.oco-praeparate.de/html/calxyl.html

Camper Ebene
Campersche Ebene, Nasoaurikularebene, Tragus-Subnasale-Ebene, engl.: Camper's line; virtuelle Ebene am Schädel, benannt nach dem holl. Anatom Dieter C: (1722-1789), welche durch die Punkte Nasensporn (spina nasalis anterior) und Tragion (oberer Rand des  Gehörgangs) bestimmt wird. Diese verläuft etwa parallel zur Okklusionssebene und wird im zahnlosen Kiefer bei der Anfertigung einer Vollprothese als Bezugspunkt für die Kauebene herangezogen.
Die Ohr-Nasen-Ebene (Nasoaurikularebene) entspricht etwa der C. E.

Mit dem Camper-Gesichtswinkel - engl.: Camper's facial angle -  bezeichnet man den Wert, der sich aus der Camper-Ebene und einer Linie "Nasensporn-Prominenz der Stirn" ergibt. Dieser Winkel beträgt etwa 80 - 90° 
FRS-Analyse, Spinaebene, Vollprothese




Candida albicans
Mundpilz, Soor(-pilz), Soormykose, Candidose, engl.: u.a. auch: thrush fungus; Fadengeflecht (Myzel) zur Gattung der Sprosspilze (Hefen) gehörend. Erreger des weißlichen Soor. Vorkommen der Mundhöhle und häufig auch im Darm, ohne irgendwelche Erkrankungen auszulösen (gutartig-parasitär). Auf Grund von Antibiotikagaben, bei reduzierter Abwehrkraft oder schweren Grunderkrankungen (z.B. HIV) kann es durch Störung des natürlichen Mikrobengleichgewichtes zu einem Wuchern dieses Geflechtes kommen. Im Mundbereich bilden sich rasenartige, weißliche Beläge, die beim Versuch des Abwischens leicht bluten. Ausnahmsweise kann der Pilz in die Blutbahnen eindringen; er kann dadurch Organe infizieren bzw. zerstören. Etwa die Hälfte aller Menschen beherbergt Candida albicans in ihrem Körper. Im Allgemeinen hält das Immunsystem die oft lästigen Untermieter in Schach. Dennoch werden pathogenen Pilzen allein in Deutschland mehrere Tausend Todesfälle pro Jahr angelastet - Tendenz steigend. Insbesondere immungeschwächte Chemotherapie- Patienten oder Empfänger von Transplantaten sind von den lebensgefährlichen Mykosen betroffen. Die bisherigen Präparate sind häufig wenig spezifisch und haben zum Teil erhebliche Nebenwirkungen. Zudem werden die Pilze zunehmend resistent gegen die eingesetzten Wirkstoffe.
Ein Zusammenhang bei der Entstehung von Karies ( Kariesbakterien) wird vermutet und wissenschaftlich erforscht. Bisherige Studien zeigen, dass C. a. bei über 50% der untersuchten Personen in der Mundhöhle anzutreffen ist. Dabei tritt C. a. signifikant häufiger bei Männern, Rauchern, einem hohen DMF-T-Index und einem niedrigen pH-Wert auf. C. a. wird innerhalb von 30 s durch Spülungen mit NaOCL (0,5 %ig wie auch 5 %ig) zerstört. Als zuverlässigste Therapie gilt die Behandlung mit antimykotischen Medikamenten wie z.B. Moronal (Nystatin®). Zur Therapie der oralen Candidiasis (s.u.) müssen möglichst lang anhaltend ausreichend hohe Konzentrationen eines Antimykotikums im Speichel erreicht werden. Dies kann durch die intravenöse, perorale oder lokale Verabreichung der Wirkstoffe in Form von Pastillen, Spüllösungen oder Gelen erreicht werden. Neuerdings sind miconazolhaltige Kaugummis zur Behandlung der oralen C. a. auf dem Markt. Im Vergleich mit Gel auf Miconazol-Basis erbrachte der Kaugummi bei geringerer Dosierung mindestens gleichwertige Ergebnisse bei sehr guter Akzeptanz durch die Patienten.
Ein zu tiefe Bisshöhe und damit verbundenen Feuchtecken in dem Mundwinkeln ( Rhagade) begünstigt einen C.a.-Befall.
Der Nachweis des Pilzes wird i.d.R. in mikrobiologischen Laboratorien aufgrund eines Abstriches durchgeführt oder z.B. durch den  "micro-med-Candida-Test" zur einfacheren Diagnostik in der ärztlichen Praxis (direkter, kultureller Nachweis von Hefepilzen).
Bei beeinträchtigtem Speichelfluss ist ein gehäufter C. a. zu beobachten. Dieser führt häufig dazu, dass betroffene Patienten in ihrer Ernährung auf weiche, flüssige und oft kalorienreiche Kost ausweichen. Dies führt zwangsläufig zu einer Fehlernährung, welche wiederum starke Einflüsse auf die Speichel-Drüsenfunktion und damit den C. a.-Befall hat.
Zur Therapie werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Antimykotika, Kariesbakterien, Mykosen, Prothesenstomatitis, Soor, Speichelmenge, Xerostomie, Zungenbelag

 


überarbeitet nach ©:
web.mit.edu/




Caninus , CAugenzahn , Eckzahn, Abk. von Dens caninus, engl.: canine tooth; vom Namen des Hundes abgeleiteter Ausdruck für den Eckzahn

Cannabis ; Dronabinol

Capdepont (-Hodge-Stainton) Zahndysplasie
"kronenlose Zähne", engl.: Capdepont-Hodge syndrome; dentinogenesis imperfecta; zu den Verhornungsanomalien gehörendes Missbildungsyndrom mit zu kleinen, gelblich-karamellfarbenen Zähnen, angeborenen Schmelzhypoplasien und Palmoplantarkeratosen. Die Zahnkronen werden durch die Dentinschwäche rasch abgebaut, z.T. bis auf die Wurzel hinab. Derartig "kronenlose Zähne" werden auch als "Capdepont-Zähne" oder Glaszähne bezeichnet.
Dentinogenesis imperfecta, Stainton-Syndrom, Zahnhartsubstanzdefekte



Capistrum
Kopfverband, lat. Zaum, Halfterbinde, engl.: Barton's bandage; Notverband zur Fixierung größerer Verletzungsstücke an den Seiten und untern Teilen des Gesichts; ebenfalls Bez. für einen Druckverband nach größeren Kieferoperationen.

Capitation-Modell
Capitation = Vergütung von Ärzten nach Kopfpauschalen. Im Capitation-System schließen "Ärzte-Netzwerke" und Krankenkassen einen Versorgungsvertrag für eingeschriebene Versicherte, der die Zahlung einer Versichertenpauschale unabhängig von tatsächlich erbrachten medizinischen Leistungen an das Ärztenetz vorsieht. Versicherte, die sich für einen solchen Vertrag entscheiden, bekommen einen Beitragsrabatt von bis zu 20 Prozent und müssen sich verpflichten, medizinische Leistungen nur über das Ärztenetz in Anspruch zu nehmen. Aus der C., die sich nach Alter, Geschlecht und Morbiditätsfaktoren der Versicherten bemisst, werden nicht nur Leistungen innerhalb des Ärztenetzes sondern auch externe Ärzte, Krankhäuser und andere Leistungserbringer bezahlt.

Capitulum ; in der ZHK Kurzbez. für das Kiefergelenkköpfchen (Caput oder Capitulum mandibulae)

Carabelli Höcker
Tuberculum Carabelli, Tuberculum anomalus, engl.: Carabelli's cusp; überzähliger (akzessiorischer) mesio-palatinaler Höcker an den 1. oberen Backenzähnen (Milch- und bleibende Zähne) mit etwa 60-prozentigem Auftreten bei unterschiedlicher Ausprägung. Zählt nicht als Fehlbildung; schon bei prähistorischen Funden vorhanden.
Diskutiert wird das häufigere Vorhandensein eines C.H. bei angeborener Syphilis. Daraus folgernd wird der Fund derartiger überzähliger Höcker bei paleopathologischen Untersuchungen mit einer Inzidenz dieser Geschlechtskrankheit in der Vergangenheit in Zusammenhang gebracht.
Bolk Höcker, Cingulum, Höcker, Odontomere, Talon, Tuberculum dentis, Zahnverschmelzung



Carbamid-Peroxid ; Harnstoffderivat; Bleichen

Caries , vom lat. für "Fäulnis" Karies

Caries decline
Kariesrückgang; Bezeichnung für den besonders bei Jugendlichen beobachteten Rückgang der Karies in Industrieländern etwa ab den 90er Jahren des letzten Jhds. Lag das Kariesvorkommen bei 12-jährigen im Jahr 1989 in Westdeutschland noch bei einem DMF-T-Wert  von 4,1 und in Ostdeutschland bei 3,1, so waren es im vereinten Deutschland des Jahres 2000 nur noch 1,2. Zurückgeführt wird diese Tatsache neben einem gesteigerten Mundhygieneverhalten vor allem auf den Einsatz offener und "versteckter" Fluoride. Karies nimmt allerdings in jüngerer Zeit vor allem bei kleinen Kindern mit teilweise schwerwiegenden Folgen wieder zu. Ein wissenschaftliche Erklärung ist bisher dazu nicht zu finden.
Karies, Kariesrisiko

Caries incipient , Kariesinitial, beginnende Karies engl.: incipient caries o. initial caries ; Initialkaries, White Spot

Caries profunda
Cp, tiefe Karies, engl.: deep (seated) caries; lat. Bezeichnung für eine Karies, welche sich im pulpennahen Dentindrittel befindet und meist bis dicht an den Zahnnerv reicht und/oder diesen tangiert und meist schon infiziert hat (etwa ab 0,5 mm Restdentinstärke). I.d.R. mit (starken) Schmerzen ( Pulpitis) behaftet.
Im Rahmen der sog. Caries profunda Therapie wird versucht, das noch lebende und evtl. ausheilbare Zahnmark vor weiteren Infektionen zu schützen und seine Zellen zu einer Dentin-Neubildung (sog. Tertiärdentin, Reizdentin) anzuregen ( Vitalerhaltung): Nach vollständiger Entfernung des erweichten Dentins (verfärbtes, aber hartes Dentin kann belassen werden) wird die Kavität i.d.R. mit einem Calciumhydroxidpräparat abgedeckt und - zum Schutz vor einer Reinfektion - die Kavität randdicht verschlossen. Da das Standardpräparat Calciumhydroxid säurelöslich und nicht druckstabil ist, muss es immer durch eine Unterfüllung abgedeckt werden.
Nach Bildung von genügend Tertiärdentin ("Reizdentin", dauert einige Monate), erneute Eröffnung der Kavität und Entfernung der verbliebenen Karies. Gleichzeitig erfolgt eine Vitalitätsprüfung, um sicher zu stellen, dass die Pulpa nicht abgestorben ist ( devital). Diese "klassische Behandlungsmethode" wird heute vielfach nicht mehr angewandt, sondern es erfolgt - ohne Wartezeit - das Legen der definitiven Füllung in der gleichen Sitzung, da bei richtiger Indikation und ordnungsgemäßen Vorgehen selten mit Komplikationen (z.B. einer Wurzelkanalbehandlung) zu rechnen ist.
Die früher vertretene Auffassung, dass Milchzähne nicht einer Cp-Behandlung zugänglich seien, wird in jüngerer Zeit nicht mehr vertreten, da auch die Odontoblasten der Milchzahnpulpa zu Reparaturmaßnahmen fähig sind.

Als Kariesstufen werden unterschieden (s. Abb.):
Caries superficialis: Ausbreitung im Schmelz, evtl. mit Dentinbeteiligung - i.d.R. (noch) schmerzfrei
Caries media: mit Dentinbeteiligung - i.d.R. Schmerzen beim Essen
Caries profunda
: s.o.

Mit dem Begriff Caries sicca, engl.: dry caries,  bezeichnet man eine "ausgetrocknete Karies"; gemeint ist damit eine durch Veränderung der Umgebungsbedingungen (z.B. Besserung der Mundhygiene) zum Stillstand gekommene Karies. Als Vorstufe der Caries sicca gilt die Caries tarda, welche als langsame, chronisch verlaufende Karies bezeichnet wird.

Folgende 6 Punkte können helfen, die Diagnostik "reversible oder irreversible Schädigung des Zahnnervs" zu untermauern und eine entsprechende Therapie (Vitalerhaltung oder Entfernung des Zahnnervs) einzuleiten:
Was löst den Schmerz aus?
bei „kalt, süß, sauer“, liegt eine reversible, bei „Wärme“ eine irreversible Pulpitis vor.
Wie lange hält der Schmerz an?
Bei „ungefähr so lange, wie der Reiz besteht“ ist die Pulpitis reversibel, bei „Schmerz überdauert den Reiz“ irreversibel.
Tritt Schmerz spontan auf?
Nie = reversible Pulpitis, JA = irreversible Pulpitis.
Ist der Schlaf nachts wegen Zahnschmerzen gestört?
Falls JA = irreversible Pulpitis.
Lindert Kälte den Schmerz?
Falls JA = irreversible Pulpitis in den meisten Fällen.
Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
Bei „1–3 Tage“ liegt eine reversible, bei längerem Schmerz oder Schmerzen gefolgt von schmerzfreien Intervallen liegt i.d.R. eine irreversible Pulpitis vor.

ART-Technik, Behandlung von Milchzähnen, Calciumhydroxid, erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Eugenol, Hyperämie, Karies, Kariesentfernung, Pulpitis, Reaktionsdiagnostik, Spontanschmerz, Tertiärdentin, Temperaturempfindlichkeit, Überkappung, Vitalerhaltung, Vitalitätsprüfung, Zinkoxid-Eugenol

 


Caries superficialis


Caries media


Caries profunda

 

 

 

 

 



Darstellung
im
Röntgenbild

Cariogram
in Schweden entwickeltes (D. Bratthall, G Hänsel Petersson, JR Stjernswärd; Malmö), kleines Computerprogramm für die zahnärztliche Praxis zur Kariesrisikobestimmung. Es werden berücksichtigt:
der aktuelle Kariesbefund,
vorhandene Allgemeinerkrankungen,
die Ernährungsqualität (Zuckermenge),
die Ernährungsgewohnheit (Zuckerfrequenz),
die Plaquemenge,
die Konzentration von Mutans -Streptokokken im Speichel,
die Fluoridanwendung,
die Speichelsekretion,
die Speichel-Pufferkapazität,
eine allgemeine klinische Beurteilung.
Nach Eingabe von mindestens sieben von zehn Parametern wird ein Diagramm erstellt, dass die Wahrscheinlichkeit für das Neuentstehen kariöser Erkrankungen darstellt und gleichzeitig zeigt, bei welchen Faktoren Änderungen durchzuführen sind.
Dentoprog-Methode
 

 


Carisolv
"chemische Kariesentfernung", engl.: chemical treatment of tooth decay; Gemisch aus Natriumhypochlorit und verschiedenen Aminosäuren zur "bohrerfreien" Kariesentfernung (Herstellerangabe). Es besteht aus zwei Komponenten (Komponente 1: hochvisköses Gel aus Glutaminsäure, Leucin und Lysin (= Aminosäuren) in 0,1 M Konzentration; Komponente 2: 0,5prozentige Natriumhypochlorit-Lösung; cave Verfalldatum!), die erst kurz vor der Behandlung vermischt werden. Am erkrankten Zahn wirkt das Prinzip der Chloridierung der Kollagenmoleküle durch das Hypochlorit; die beigefügten Aminosäuren bewirken, dass nur kariös verändertes, denaturiertes Kollagen aufgelöst werden soll.
Allerdings muss die Karies im Dentin von außen her frei zugänglich sein - ein Umstand der nicht immer gegeben ist und so muss dann doch eine mechanische Präparation mit dem Bohrer erfolgen. Hinzu kommt ein relativ hoher Zeitaufwand dieser Methode: Da das Auftragen des Gels und das "Herauskratzen" ( Exkavieren) der Karies bei einer größeren Kavität etwa 3mal wiederholt werden muss, kann es bei schwer zu behandelnden Kindern - gerade für diesen Personenkreis wird die Methode propagiert - schnell zu Compliance-Problemen kommen mit der Folge, dass Karies zurückbelassen wird. Im Vergleich der Therapiedauer zeigte sich ein signifikanter Vorteil zugunsten der konventionellen Bohr-Methode: Mit im Mittel 2,47 Minuten war diese deutlich schneller als das chemomechanische C.-Verfahren mit 7,51 Minuten.
Es wird empfohlen, die Mundschleimhaut vor einem direkten Kontakt mit C. zu schützen. Eine Schädigung der Pulpa konnte bisher bei sachgemäßer Anwendung nicht nachgewiesen werden.
In der neueren Literatur wird von versch. Wissenschaftlern C. auch als Kariesdetektor bezeichnet

ART-Technik, Behandlung von Milchzähnen, Erhaltung von Milchzähnen, HealOzone, Kariesdetektor, Kariesentfernung, Kariesinfiltration, Kariestherapie, minimal-invasiv, PDT, SmartPrep,
http://www.chirurgie-portal.de/zahnmedizin/carisolv.html

 

 


Prinzip der C.-Behandlung
©: der Grafik:
Carisolv™

Carmalt Drüse , engl.: Carmalt glandula; kleine Speicheldrüse disto-bukkal vom unteren Weisheitszahn

Carmichael Krone , historische Rillen-Schulter-(Teil-)Krone, engl.: Carmichael crown; Teilkrone

Carpule
Karpule, Zylinderampulle, engl.: cartridge (syringe); aus Glas bestehendes, schlankes zylinderförmiges Behältnis mit beidseitigem Gummiverschluss ("durchstechbar") für Injektionsflüssigkeiten (z.B. Lokalanästhetika). Die C. wird in eine dafür geeignetes spezielles Spritzengestell eingelegt und an einer Seite durch das rückseitige Ende der Injektionsnadel durchstochen.
Injektion, Lokalanästhesie, Luer, Rekordspritze

Carver
vom engl.: to carve = schnitzen, meißeln, hauen; versch. geformte und bezeichnete Instrumente zur Oberflächengestaltung ("Carving") einer noch plastischen Amalgamfüllung.

Case Management
"Fallführung"; Definition nach Hermann Haack: "ist ursprünglich eine amerikanische Managementstrategie mit dem Ziel, die Versorgung von Versicherten in einer akuten Krankheitsepisode so zu steuern, dass in einem abgestimmten Prozess die individuell notwendigen Gesundheitsleistungen zeitnah zur Verfügung gestellt werden. Dabei verfolgt Case Management als eine Technik des Managed Care das Ziel, die Qualität der Versorgung so zu sichern, dass auch langfristig entstehende Kosten gesenkt werden. Diese Form der Fallführung geschieht durch sogenannte Case Manager, die für die fortlaufende Fallbeobachtung, die Organisation eines optimalen Behandlungsprozesses und die Betreuung der Patientin/des Patienten auch zur Stärkung dessen Mitwirkung zuständig sind. Case Management wird auch häufig gezielt zur Fallführung von chronisch Kranken beim sog. Disease-Management eingesetzt."
Compliance, Disease-Management, Integrierte Versorgung, Managed Care

Catgut
Katgut, engl.: do., Darmsaite, "Katzendarm"; resorbierbares chirurgisches Nahtmaterial tierischen Ursprungs (meist von Rindern) für Körperhöhlen. Für die Mundhöhle weniger geeignet, da es durch den Speichel zu schnell aufgelöst wird und deshalb keine ausreichend lange Haltbarkeit der Naht gewährleistet. Chrombeigaben verlängern die Resorptionszeit (aber: Möglichkeit der Catgut-Dermatitis).
Wegen eines möglichen BSE-Risikos besteht seit Februar 2001 ein Verbot bei der Verwendung von C. bovinen Ursprungs. Heute meist Ersatz durch Polyactid und Polyglycolid.
Naht

caudal ; kaudal

Cavit
Handelsname für ein gebrauchsfertiges provisorisches Füllungsmaterial "aus der Tube", mit den Hauptbestandteilen Zinkoxid, Zink- und Calciumsulfat, sowie Glykol o. Polyvinylacetat und Triethanolamin. Unter dem Einfluss von Speichel härtet das pastenartige Material innert weniger Minuten aus.
Im Handel unter den Namen Cavit™, Cavit W™ und Cavit G™. Die Endhärte der drei Varianten ist in der Reihenfolge der Nennung abnehmend. Das Material ist undurchlässig für Medikamente. Cavit G ist in einem Stück ohne Rückstände entfernbar (als Versorgung einer Inlay-Kavität), Cavit für okklusal belastete temporäre Füllungen, Cavit W mit erhöhter Klebekraft für die Versorgung nach endodontischen Behandlungen.

Cavitron, eines der ersten wassergekühlten Ultraschallgeräte zur Zahnsteinentfernung; www.dentsply.com/

CBW
Abk. von Crownless Bridge Works; Sonderform der Klebebrückentechnik: Zum besseren Halt des Brückenglieds an den Pfeilerzähnen werden in diese feine Halteelemente - "intrakoronäre Präzisionsverankerung" - gearbeitet (extrakoronale Adhäsivattachments); zusätzliche seitliche Abstützungs- und Halteelemente in Form von "Maryland-Flügeln" werden von Anwendern empfohlen.
Hauptsächlich wegen des Zeitaufwands beim speziellen Präparieren und sorgfältigen Einkleben hat sich diese Brückenart nicht durchsetzen können; alternativ wird bei derartigen Situationen (unbeschädigte Nachbarzähne) eher auf ein Implantat zurückgegriffen.
Brücke, Geschiebe, Klebebrücke
http://www.gapless.de/


© der Grafiken

www.crownless-bridge-works.com

CCARD
Abk. v. "Cologne Classification of Alveolar Ridge Defect" ("Kölner Defektklassifikation"). Auf der 8. Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) des BDIZ EDI wurden im Februar 2013 die Therapieverfahren der oralen Augmentation von Hartgewebe unter die Lupe genommen und neu klassifiziert. Ziel der Konferenz war die Entwicklung einer einfachen, therapieorientierten Defektklassifikation, unter Berücksichtigung bereits existierender Einteilungen, mit dem Einschluss verschiedener Defektcharakteristika und der Empfehlung verschiedener etablierter Therapieverfahren für die jeweilige Defektklasse. Es wurde folgende Klassifikation erarbeitet:
Drei Charakteristika des Defekts werden unterschieden: Richtung, Größe, Einbettung in die Umgebung
1. Code: Defektorientierung (H: horizontal, V: vertikal, K: kombiniert, S/+S: Sinus maxillaris)
2. Code: Rekonstruktionsbedarf des Defekts (1: < 4 mm, 2: 4-8 mm, 3: > 8 mm)
3. Code: Relation von Augmentation und Kieferkurvatur (i: intern, innerhalb, e: extern, außerhalb)
In dieser Klassifikation werden Extraktionsalveolen nicht berücksichtigt (wegen fortschreitendem Remodeling, Weichgewebsdefekt, Morphotyp)
Beispiele:
Defektcode H.1.i: Defekt unter 4 mm, innerhalb der Kurvatur
Defektcode S.1: Sinusdefekt unter 4 mm (keine i/e Angabe erforderlich)
Defektcode K.2.e.S2: kombinierter Defekt von 4-8 mm, außerhalb der Kurvatur, mit Sinusdefekt von 4-8 mm
Augmentation, Knochenersatzmaterialien, Sinuslift
Kölner Defektklassifikation (CCARD) als Leitfaden bei Knochenaugmentation in der Praxis

Ceka-Anker
Druckknopfanker, heute kaum noch gebräuchliches druckknopfartiges, extrakoronales Verbindungselement bei herausnehmbaren Zahnersatz ("Kombinationsprothese")
Geschiebe, Kugelanker, Matrize, Schubverteilungsarm
http://www.ceka-vertrieb.de/


Celay-Verfahren
Kopier-Schleif-Verfahren, CAD/CAM-Technologie; engl: Celay-procedure; von der Fa. Mikrona und VITA entwickeltes mechanisiertes Kopiersystem, welches in einem Fachlabor das Präzisionsmodell eines präparierten Zahnes abtastet und zeitgleich einen industriell vorgefertigten Aluminiumoxidblock entsprechend beschleift. Anwendung bei Inlays, Teilkronen, Veneers und Kronen; mit neueren Werkstoffen (Celay-Zirconia) auch für kleinere Brücken und individuelle Stiftaufbauten geeignet.
Befestigungszement, CAD/CAM, Keramik, Vollkeramik, Zirkon


© der Graphik: ww.mikrona.com/

CEN/TC 55 "Zahnheilkunde"
Europäisches Komitee für Normungen (CEN) innerhalb der Zahnheilkunde in den Mitgliedsstaaten der EU. So wurden die für dentale Medizinprodukte gültigen "harmonisierten Normen" durch die CEN/TC 55 - Kommission im Auftrage der EG-Kommission erstellt: 1. Werkstoffe, 2. Instrumente, 3. Ausrüstungen, 4. Dentalimplantate.
Schon Ende 2000 wurde die hundertste europäische Norm für die Zahnheilkunde von dem Komitee verabschiedet.
Medizinproduktegesetz, Normenausschuss Dental
http://www.normapme.com/

Cephalosporine
Antibiotikum, Betalaktamantibiotikum, engl.: cephalosporins; ähnlicher Wirkungsmechanismus wie Penicillin (greifen an der Zellwand der Bakterien an und hemmen die zum Aufbau notwendige Transpeptidase), aber breiterem Wirkungsspektrum (nicht wirksam bei Enterokokken u. manchen Anaerobiern). Stabil gegen die von Bakterien gebildete Penicillinasen.
Historie: 1945 isolierte Guiseppe Brotzu in der Nähe einer Abwassereinleitung ins Meer (Cagliari, Sardinien) Cephalosporium acremonium, dessen Filtrate Staphylokokken-Kulturen hemmen konnten.
Handelspräparate: Cephamycine (5. Generation, gute Wirkung bei Anaerobiern), "ältere" C. wie Cefalexin, Cefadroxil oder Cefaclor; Zufuhr meist nur per Injektion (parenteral) möglich. In der ZHK unbedeutend.

Ceraplatin™ Krone
kosmetisch hervorragende vollkeramische Folienkrone, welche als Trägersubstanz ein dünnes Foliengerüst aus fast reinem Gold besitzt. Diese anschmiegsame Folie wurde dem Zahnstumpf anrotiert und darauf die Keramik gebrannt. Folienkrone

Cerasorb
synthetisches, biokompatibles Knochenaufbaumaterial aus phasemreinen Beta-Tricalciumphosphat. Die resorbierbare Keramik in Granulatform dient dem Auffüllen von Knochendefekten. In Kontakt mit körpereigenem Knochen wird C. in einem Zeitraum von ca. 6 bis 15 Monaten - je nach Größe des Defekts - resorbiert und durch ortsständigen Knochen ersetzt.
C. ist für die Anwendung im gesamten Skelettsystem zertifiziert und verfügt zusätzlich als erstes Knochenaufbaumaterial seit Juni 2000 über eine Zertifizierung für die Kombination mit körpereigenen Wachstumsfaktoren (PRP), die aus Eigenblut gewonnen werden.
Cerasorb™ PARO weist eine verringerte Porosität und eine erhöhte "Schüttdichte" auf - hierdurch soll eine zu rasche Resorption verhindert werden. Indikation: Auffüllung von zwei- oder mehrwandigen Knochentaschen, von Bi- und Trifurkationen und zur Augmentation des Kieferkamms.
3D-Printing, Knochenersatzmaterialien, PRP, Tricalciumphosphat
http://www.curasan.de

 


überarbeitet nach ©: www.curasan.de

Cercon
Strukturkeramik mit hoher Festigkeit, sog. "smart ceramics"; neuartige Anwendungstechnik (Fa. Degussa in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich) für ein Keramik-System auf Zirkonoxid-Basis. Dadurch sollen Festigkeiten erreicht werden (von 800 bis 900 Newton), die auch im Seitenzahnbereich größere vollkeramische Brücken zulassen. Noch junge Technik mit fehlender Langzeiterfahrung.
CAD/CAM, Keramik, Zirkonoxid


überarbeitet nach ©
www.degudent.de

CEREC
engl.: CEramic REConstruction; Produktname der Fa. Sirona für direkt am Patienten ("Chairside") nach dem CAD/CAM-Verfahren gefertigte  Keramik-Inlays, Kronen und Veneers. 1987 wurde CEREC 1 als eine Revolution vorgestellt, stetig weiterentwickelt und ergänzt, so dass sich die CEREC-Produktfamilie mittlerweile aus CEREC 2, CEREC 3, CEREC Scan und CEREC Link zusammensetzt.
Nach der Präparation wird der Zahn im Mund des Patienten mit einer elektronischen Kamera unter Monitorkontrolle abgetastet. Daraus wird die zukünftige Zahnfüllung bzw. Krone/Veneer konstruiert und anschließend aus einem hochwertigen zahnfarbenen Industriekeramik-Block herausgeschliffen. Dieses präzise Werkstück wird noch in der gleichen Sitzung mittels Ätztechnik endgültig eingesetzt.
Die 2003 neu eingeführte Software CEREC 3 D hat eine durchgängige dreidimensionale Darstellung und ermöglicht so die genau Anpassung der Approximalbereiche, die Berücksichtigung der Gegenzähne (Antagonisten) bei der Kauflächengestaltung, Erweiterung des Anwendungsbereichs auf mehrere Zähne in einem Kiefer ("Quadrantensanierung"). Wenn auch die Anfertigung von (kleineren) Brücken mit diesem System möglich ist, so ist bis heute (2008) die Datenlage im Bezug auf eine Haltbarkeit äußerst gering.
Kritikpunkt an C. und ähnlichen Verfahren ist das Problem des Randspalts (s. Abb.). In einigen klinischen Studien finden sich Hinweise, dass die Randspalten stark variieren. Eine neue Studie (Akbar JH et al.: Marginal Adaption of Cerec 3 CAD/CAM Composite Crowns Using Two Different Finish Line Preparation Designs; J Prosthodont (2006) 15: 155-163) spricht von "klinisch akzeptablen Kronenpassungen".
Abdrucklose Praxis, Befestigungszement, CAD/CAM, Keramik, optischer Abdruck - digitale Abformung, Sofortinlay, Vollkeramik
Special: Vollkeramik - eine Standortbestimmung (2005)
Kurzvorstellung der Vollkeramiksysteme


©: der Grafik:
Sirona



industriell gefertigter Keramik-Rohling



CER-Index , Abk. von "Caries, Extractio, Restauratio"; ungebräuchlich, identisch mit dem DMF-Index

Cermet-Zemente
Metallverstärkte
GIZs, die Wortzusammensetzung aus "ceramic" und "metal" bezieht sich auf Glasionomerzemente, denen im Pulver aus Stabilitätsgründen Edelmetallpartikel beigemischt sind.

cervical , zervikal, engl.: do.; den Zahnhals betreffend, am Zahnhals gelegen ; Zahnflächen

Cervitec ™
1-prozentiger Chlorhexidin-Lack mit Thymol versetzt, welcher auf die Zahn-/Wurzeloberfläche aufgetragen wird. Danach soll eine kontinuierliche Abgabe (Depot von Chlorhexidin) über 3-4 Monate erfolgen. In den ersten 24 Stunden nach Applikation dürfen keine Zähne geputzt werden.
Chlorhexidin

Cetyl-Pyridin-Chlorid
Cetylpyridiumchlorid
, CPC; quaternäre Ammoniumverbindung von geringer Substantivität als Grundlage von einigen Mundspüllösungen. Zur Verbesserung der Verweildauer wird CPC mit Zink kombiniert (z.B. Odol-med3 Extreme); in der ZHK wegen der raschen Auswaschung durch den Speichel von untergeordneter Bedeutung.

CE-Zeichen
engl.: CE-Logo; Produkt-/Qualitätspass für den freien Warenverkehr innerhalb der EU; franz. Abk. von Commission Europenne; das Medizinproduktegesetz schreibt vor, dass alle zahnärztlichen und zahntechnischen Arbeitsmittel und Werkstoffe (z.B. Füllungsmaterialien, Prothesenwerkstoffe), die am Patienten angewendet werden, dieses Zeichen tragen. Das Logo darf nur von CE-zertifizierten Firmen auf ihre Produkte gebracht werden; es garantiert dann den freien Warenverkehr dieses Handelsguts innerhalb der EU.
klinische Studie ("klinisch geprüft"), Medizinproduktegesetz, Normenausschuss Dental

C-Faktor
engl.: C-factor (C = configuration); gebräuchlich bei Füllungsmaterialien, die während der Polymerisation materialbedingten Schrumpfungsvorgängen unterliegen (z.B. Komposites; Lichtpolymerisation). Der C-Faktor entspricht dabei dem Verhältnis von gebundener zu ungebundener Oberfläche des Materials. Als gebundene Oberfläche versteht man die adhäsiv vorbehandelten Zahnhartsubstanzoberflächen ( Kavitätenwände). Die freie Oberfläche entspricht in der Regel der Grenzfläche zur Luft. Ein hoher Anteil gebundener Oberfläche und somit ein großer C-Faktor erhöht die Gefahr des Adhäsionsverlustes durch Schrumpfungskräfte und fördert dadurch eine Randspaltbildung.


Champions®-Implants
"Champions", minmal-invasive Technik der Implantation. Nach Herstellerangaben wurden 2010 allein in Deutschland über 50.000 Implantate erfolgreich implantiert und prothetisch versorgt.
http://www.champions-implants.com ; http://www.mimi-info.de/fragen_antworten.htm

Champy-Platte
engl.: Champy rigid fixation; Miniplatten zur Osteosynthese, benannt nach einem der Pioniere der modernen Osteosynthese, (M.C. Champy, Sraßburg). Die aus Titan gefertigten monokortikalen Miniplatten werden bei Unterkieferfrakturen und auch für Frakturen des Mittelgesichts eingesetzt.
Plattenosteosynthese

Charters-Methode
Charters-Massage, engl.: Charter's method (of toothbrushing); spezielle Zahnputztechnik bei Zahnfleischerkrankungen und während der Abheilzeit nach parodontal-chirurgischen Eingriffen am Zahnfleisch. Der Zahnbürstenkopf wird etwa in einem 45° Winkel an das Zahnfleisch gelegt (umgekehrt wie bei der Bass-Technik; siehe Abb.) und dies dann mit den seitlichen Partien der Borsten mit leichten, kreisend-rüttelnden Bewegungen massiert. Zusätzlich wird versucht, zur Reinigung die Borstenenden in die zahnfleischfreien Zahnzwischenräume zu stoßen. Die Borsten der Zahnbürste sollten bei dieser Technik hart, in Abständen stehend und dreireihige Bündel haben. Wegen der manuellen Kompliziertheit dieser Technik heute kaum noch in Gebrauch.
Bass-Technik, Stillman-Technik, Zahnputztechniken

 


Checkbiss
einfache Bissregistrierung, Kontrollbiss, engl.: check-bite; Schlagwort für eine innerhalb des Mundes (intraorale) durchgeführte Lagebestimmung der Kiefer zueinander mit Hilfe eines Registrats, meist mit Hilfe einer erweichten wachsplatte .
Bissnahme, Okklusion, Okklusogramm, Registrierung, Wachsbiss

Checkbiss-Artikulator ; Artikulator

Cheilion
Mundwinkelpunkt
, kraniometrischer Weichteilpunkt, gelegen am Übergang der Oberlippe in die Unterlippe. Bedeutung u.a. in der Vollprothetik, wo dieser Punkt auf die Bissschablone übertragen wird, um die Breite der künstlichen Frontzähne festzulegen.

Cheilitis
Lippenentzündung, engl.: do. or inflammation of the lip(s); meist durch Bakterien oder Pilze (Soor) ausgelöst, ebenso allergischen Ursprungs bzw. durch chronische Sonneneinstrahlung oder Klimaeinwirkungen ("Sommercheilitis", "Seemannslippe") verursacht. Betroffen ist häufiger die Unterlippe. Nach Entzündungsentstehung und klinischem Bild werden mehrere Unterformen unterschieden. Eine C. wird in zahlreiche Krankheitsbilder unterteilt, wobei in der ZHK die beiden häufigsten sind:
Cheilitis vulgaris mit dem Symptom der "aufgesprungenen Lippen" und
Cheilitis angularis (s. Abb.), auch unter dem Begriff Mundwinkelrhagade oder Perlèche bekannt
Pachycheilie, Rhagade
Abb.: http://dermatology.cdlib.org/



"Seemannslippe"


Chemotaxis
engl.: do.; durch chemische Reize bedingte Anregung von Zellen zu einer zielgerichteten Bewegung; so locken z.B. die Stoffwechselprodukte (Toxine) von Bakterien die körpereigenen Granulozyten zu ihrer Bekämpfung im Sinne einer Leukotaxis an.

Chemotherapeutika
engl.: chemotherapeutic agents; aus chemischen Substanzen hergestelltes Arzneimittel (synthetische Wirkstoffe) unterschiedlicher Struktur, welche Krankheitserreger oder Körperzellen in ihrem Wachstum selektiv hemmen oder abtöten
Antibiotika, Antimykotika, lokale Antibiotikazufuhr, Virustatika

Cherubismus
Engelsgesicht, Riesenzellentumor, Cherubskopf, engl.: cherubism , (familial) bilateral giant cell tumor; äußerst seltene, gutartig-wuchernde, zystenartige Kieferknochenerkrankung; beginnend symetrisch-beidseitig im Unterkiefer. Die familiär gehäuft auftretende Erkrankung (autosomal-dominant) scheint nicht eine Sonderform der fibrösen Dysplasie zu sein, da sie fast ausschließlich die Kieferknochen betrifft und sich im Alter von 2 bis 4 Jahren ausbildet. Sie erreicht etwa mit 6 Jahren ihren Höhepunkt und bildet sich u.U. mit der Pubertät vollständig zurück. Es wird eine Penetranz von 100% beim männlichen und 50-70% beim weiblichen Geschlecht angegeben; das verantwortliche Gen wurde auf Chromosom 4p16.3 lokalisiert.
Der Name C., sinngemäß übersetzt mit "Engelsgesicht" (der Name wurde von dem Kanadier Jones (1933, Radiologe) geprägt, der damit eine "familial multilocular dystic disease of the jaws" beschrieben hatte; er verglich die betroffenen Patienten mit Cherubinen auf den Gemälden von Rubens, die durch ihre Pausbäckigkeit und die nach oben gerichteten Augen auffielen), leitet sich von dem Erscheinungsbild dieser Erkrankung ab; charakteristisch ist die faziale Schwellung des unteren Gesichtsdrittels: Durch die Knochenauftreibungen, welche den Ober- und mehrheitlich den Unterkiefer betreffen, entsteht ein pausbäckiges Gesicht mit evtl. himmelwärts gerichtetem Blick. Häufig kommt es zu einer Verzögerung des Zahndurchbruchs, zu Zahnwurzelresorptionen und Verlagerung von Zähnen.
Eine einheitliche Therapieempfehlung besteht nicht; kosmetisch-modellierende Knochenabtragungen sollten erst nach der Pubertät durchgeführt werden.
Riesenzellgranulom





multiple Zysten assoziiert mit C.

Chip-Karte
Schlagwortbez. für eine Krankenversichertenkarte, KVK, engl.: ~ health insurance identy card; als Versichertennachweis bei der Zugehörigkeit zu einer (meist) Gesetzlichen Krankenkasse mit den Daten: ausstellende Krankenkasse, Wohnsitz-KV (KZV), Vor- und Familienname des Versicherten, Geburtsdatum, Anschrift, Krankenversicherten-Nummer, Versichertenstatus, Tag des Beginns des Versicherungsschutzes etc. . Wer beim (Zahn-)Arztbesuch seine Krankenversichertenkarte nicht vorlegen kann, hat in der Regel kein Anrecht auf eine Behandlung - Notfälle ausgenommen.
Gesetzlich veranlasst in der "Gesundheitsreform 1993" (sog. "Seehofer-Reform") wurde die C.-K. 1995 verbindlich für den bis dahin gültigen Krankenschein eingeführt. Obwohl nicht zutreffend: Die Versichertenkarte hat für Patienten den Charakter einer EC-Karte: sie können Leistungen abbuchen lassen, eingezahlt haben sie zuvor bei ihrer Krankenkasse.
Die ursprünglich für 2002 geplante Einführung eines elektronischen Gesundheitspasses ("elektronische Gesundheitskarte") mit Patientendaten wird zum 1.10.2011 eingeführt. elektronische Gesundheitskarte
elektronische Gesundheitskarte, Festzuschüsse, Kassenabrechnung, Kostenerstattung, Sachleistung, ZOD

Chipping
Keramik-Chipping
, Absplitterung, Ausprengung, Bez. für zwiebelförmige Abscherungen (keine Abplatzungen im klassischen Sinn, sondern Defekte innerhalb der Verblendkeramik) einer Verblendkeramik, ohne dass diese meist bis in die Tiefe des Gerüstes (Metall, Keramik) reichen - die Restauration ist äußerlich als unversehrt zu erkennen. Die Ursachen für dieses Verhalten sind bisher (2011) nicht sicher bekannt. Vermutet wird u.a. ein unterschiedlicher Schrumpfungskoeffizient während der Abkühlung, welcher zu inneren Spannungen der Verblendkeramik führt.
Andere Erklärungen gehen beim Keramikgerüst-Chipping davon aus, dass es zu Störungen zwischen dem Zirkon und der Verblendkeramik wegen einer unvollkommenen Verbundschicht (Leuzin-Schicht) kommt, welche maßgeblich für die Stabilität des Verbundes zuständig ist.
Keramik, Zirkoniumoxid

Chirurgie
engl.: surgery; Übersetzung aus dem Griech. lautet sinngemäß "Heilung von Krankheiten mit der Hand". Ein Teilgebiet der Medizin als Lehre von der operativen Behandlung krankhafter Störungen und Veränderungen im Organismus
Piezochirurgie, präprothetische Chirurgie

ChKM , Chlorphenol-Kampfer-Menthol

Chloramphenicol , engl.: do.; Breitbandantibiotikum, bakteriostatisch wirkend, geringe Bedeutung in der ZHK ( Fokalmin)

Chlorethyl
"Eisspray", "Kältespray", engl.: do.; unter Druck stehendes verflüssigtes Gas, welches bei der Anwendung durch Verdunstung lokal Kälte erzeugt. Anwendung in der ZHK zur Vitalitätsprüfung oder Oberflächenanästhesie ("Vereisung"); heute nur noch wenig gebräuchlich.
"Kältetest"

Chlorhexidin
CHX, engl.: chlorhexidine; keimhemmendes und plaquereduzierendes Medikament mit hoher Substantivität in der Mundhöhle: Es wird elektrostatisch an die negativ geladenen Oberflächen von Zähne, Gingiva, Plaque und Mukosa gebunden und steht als Reservoir über mehrere Stunden für einen "slow release" zur Verfügung und zeichnet die Wirkung von CHX besonders aus. So können bspw. Chlorhexidin-Lacke (z.B. Cervitec™, 1% Chlorhexidin plus 1% Thymol;  EC40™, stark übersättigte Lösung (40-prozentig von Chlorhexidin-Diacetat in Alkohol) die Konzentration von Streptococcus mutans in der Plaque sowie im Speichel langfristig und effektiv reduzieren. Wirkungsoptimum bei einem pH-Wert zwischen 7 u. 9. Gilt heute als der "Goldstandard" bei den medizinischen Mundspüllösungen und generell als das effektivste Chemotherapeutikum gegen Streptococcus mutans. Im Handel als Mundspüllösung (0,1-0,2%ig), als Gel (0,5-5%ig) und Lack (10-40%ig; Cave sachgemäße Anwendung, da sonst Schleimhautreizungen).

Besonders bewährt hat sich C. dann, wenn aus medizinischen Gründen vorübergehend auf eine normale Mundhygiene (mit einer Zahnbürste) verzichtet werden muss (sog. "chemische Zahnbürste" Plaquekontrolle (chemische)). Dabei ist zu beachten, dass derartige Lösungen nur bei entsprechender Konzentration, Spülmenge und -dauer (z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis) ihre echte "Anti-Plaque-Wirkung" entfalten; in geringeren Konzentrationen (z.B. 2 x 10 ml 0,06-prozentig = 12 mg Tagesdosis) wirken derartige Lösungen nur Plaque-vermindernd sowie bakteriostatisch und sind dann nur noch als wertvolle Unterstützung der täglichen mechanischen Zahnpflege anzusehen. In 1,25-prozentiger Lösung wird C. auch unterstützend zur Spülung bei infizierten Wurzelkanälen eingesetzt. Neuere (teure) Applikationsformen zur Langzeitwirkung in entzündeten Zahnfleischtaschen sind ebenfalls auf dem Markt ( PerioChip™).
Nebenwirkungen harmloser Art - zumal bei millionenfacher Verordnung des Wirkstoffes weltweit - sind bei Langzeitanwendung kosmetisch störende, bräunliche Verfärbungen der Zähne bzw. zahnfarbener Zahnfüllungen und der Zunge (s. Abb.), Beeinträchtigung des Geschmacks (bitter), in Einzelfällen ein Abschuppen der obersten Schleimhautzellen und ein gelegentliches Wuchern von Hefepilzen ( Candida albicans) bei immungeschwächten Patienten. Sie verschwinden nach einem Absetzen oder Vermindern der Konzentration, bzw. lassen sich zahnärztlich bei den Verfärbungen der Zähne problemlos behandeln ( Pulverstrahlgeräte). Zahnverfärbungen durch die klassischen Stoffe (Tee, Wein Kaffee, Nikotin) werden bei einer CHX-Anwendung verstärkt.
Ebenso werden allergische Reaktionen beschrieben. So weißt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Sep. 2013 auf folgendes hin (siehe auch © BfArM):
"... Ist bei einem Patienten eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Chlorhexidin aufgetreten, so muss der Patient über die Gefahr einer allergischen oder anaphylaktischen Reaktion bei erneuter Anwendung aufgeklärt werden. Der Patient muss auf die Notwendigkeit, alle chlorhexidinhaltigen Arzneimittel oder andere chlorhexidinhaltigen Produkte zu meiden, hingewiesen werden. Wird eine Chlorhexidinallergie vermutet, sollte im Zweifelsfall eine allergologische Diagnostik durchgeführt werden. ..."

CHX kann - bedingt durch den kationischen Charakter - durch langkettige anionische Tensidmoleküle, z.B. anionisches Natriumlaurylsulfat, das in den meisten Zahnpasten als Oberflächenbenetzer ("Schäumerzusatz") dient, und durch Natriummonofluorphosphat neutralisiert werden. Generell ist wegen der positiven Ladung des C.-Moleküls die Gesamtformulierung (sog. Galenik) des Präparates entscheidend, soll es seine volle Wirksamkeit entfalten. Sicherheitshalber sollte zwischen einer CHX-Anwendung und nachfolgender Zahnreinigung ein Zeitintervall von 30 Minuten liegen.

Geschichte: CHX wurde Ende der 40er Jahre des letzten Jhds. auf der Suche nach antiviralen Substanzen erkannt und von Davis et al. beschrieben. Es diente dann als Malariaprophylaktikum und wurde in versch. medizinischen Bereichen verwendet, u.a. bei der Behandlung von Verbrennungen. 1970 berichteten erstmals Löe und Schiøtt über eine sehr effektive Gingivitis- und Plaquereduktion der Substanz.
Antiseptikum, Aphthe, Cervitec, Full Mouth Desinfection, Hexetidin, Kavitätendesinfektion, lokale Antibiotikazufuhr (CHX-Chip), meridol™, Mundspüllösungen, Polyhexanid (PHX), Plaquehemmung, Streptococcus mutans
==> Chlorhexidin in Prophylaxe und Therapie (ZPW, 2015)
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (Sep. 2013)



bräunliche Verfärbungen nach 5-tägiger intensiver
CHX-Spülung

Chlorodontie
"grüne Zähne", engl.: chlorodontia; green teeth; seltene Zahnentwicklungsstörung als Folge einer überstandenen Säuglingsgelbsucht (Icterus gravis neonatorum). Es besteht eine schmutzig-dunkelgrüne Verfärbung der Milchzähne durch bandförmige Einlagerung eines Blutpigmentes in das Grenzgebiet zwischen Dentin und Schmelz.


© zm-online

Chloroform
Trichlormethan, engl.: do.; in der ZHK früher gebräuchliches Lösungsmittel für Guttapercha ("Chloropercha") und Zinkoxid-Eugenol-Zemente im Rahmen der Wurzelkanalfüllung sowie zur Kavitätenreinigung; heute eingestuft als Substanz mit begründetem Verdacht auf Krebserkrankungen; Anwendung gilt als obsolet.
Aptal-Harz-Chloropercha, Geschichte der Lokalanästhesie,

Chlorphenol-Kampfer-Menthol
ChKM
, camphorated and mentholated chlorophenol; Mischung der Originallösung aus 27 % Parachlorphenol mit Kampfer (72 %) und Menthol (1 %) zur Behandlung infizierter Wurzelkanäle ("Depot-Antiseptikum"). Bedingt durch die Kombination versch. bakterienabtötender und schmerzstillender Mittel wird relativ schnell eine Schmerzfreiheit eines entzündeten Wurzelkanals ( Gangrän, Einlage) erreicht. Die effektive Wirkung des ChKM wird durch einen hervorragenden "Kriech-Effekt" bis hinein in feine Verzweigungen des Kanals erreicht, da dieses bis weit in die Dentinkanälchen vordringt und so auch Keime - insbesondere Anaerobier - eliminiert, welche sich einer mechanischen Wurzelkanalsäuberung entziehen. Gelegentlich auch als Einlage in infizierte Alveolen. Im Sinne einer "biologischen Wurzelkanalfüllung" gelten derartige Behandlungen angeblich heute als obsolet, ohne dafür einen gesicherten Beweis zu erbringen.
Medizinisches Fertigpräparat: "Original ChKM-Lösung nach Prof. Walkhoff" (Fa. Haupt, Würzburg) , über Dental-Depots zu beziehen. Bei der Verwendung von ChKM sollte folgendes beachtet werden (Mitteilung von Dr. Dr. Osswald, http://www.tarzahn.de/, an den Autor in 2005):
"Die GESÄTTIGTE Originallösung kann kein Apotheker selber herstellen. Die Gefahr liegt darin, dass dann, wie in der Chlumsky-Rezeptur, Alkohol (oder ähnliches) als Lösungsmittel verwendet wird. Ein derartiges Vorgehen ist obsolet, weil die Lösung dann wasserlöslich und sofort resorbierbar wird. Darin liegt nach Angabe des Apothekers, der die Original-Lösung herstellt, die Ursache für die Meldungen über die angebliche systemische Toxizität und das Märchen, ChKM sei nur 24 Stunden wirksam. Die Original-Lösung wird erst dann unwirksam, wenn genau so viel Sekret zugetreten ist, wie ChKM-Lösung vorhanden ist."
Alveolitis, Chlumsky-Lösung, Dry Socket, Einlage, Gangränbehandlung, Kampfer, Phenol, Thymol, Wurzelkanalbehandlung
Stellungnahme des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu ChKM (2009)
http://www.tarzahn.de/
http://www.tarzahn.de/Timbuktu%20Methode/B.Speich_Diss.pdf (ausführlich zu dieser Materie, Dissertation) ; http://deposit.ddb.de/



Ausheilung eines apicalen Defektes mittels ChKM
©: Dr. Robin Mohr

Chlumsky - Lösung
Phenol-Kampfer-Gemisch, nach Vitezslav C., 1867-1943, Krakau, engl.: Chlumsky's solution; bestehend zu 60 % aus Kampfer und 30 % aus Phenol, vermischt mit 10 % Ethanol. Heute nicht mehr gebräuchliche Therapie als desinfizierenden Einlage in Alveolen oder infizierten Wurzelkanälen.
Chlorphenol-Kampfer-Menthol, Phenol

Chorea Huntington , Veitstanz

Christensensche Phänomen
Christen Phänomen, engl.: Christensen phenomenon; Auseinanderklaffen von Bisswällen bei der Vorschub- (= sagittales Christen Phänomen) oder Seitwärtsbewegung (= transversales Christen Phänomen)
Die Vorschubbewegung des Unterkiefers bei Zahnkontakt ist abhängig von:

Schaltet man nun im Versuch auf einem Modell die Schneidezahnführung aus, in dem man beide Zahnreihen „einebnet" und mit Schablonen versieht, so ergibt sich:
Führt der Unterkiefer eine Vorschubbewegung aus, kommt es zu dem benanntem Phänomen: Die Schablonen klaffen hinten
(dorsal) und bei steiler Gelenkbahn stärker als bei flacher auseinander. Dieser Effekt ist auf die Einwirkung des Kiefergelenks auf die Vorschubrichtung zurückzuführen.
Kompensationskurve

Chromsäure
Summenformel: H2CrO4, engl.: chromic acid; als 10%-ige Lösung historisch verwendet als Ätzmittel bei der Behandlung von diversen Schleimhautentzündungen (z.B. Aphthen, Druckstellen). Durch den Gewebstod bilden sich gelbliche Verschorfungen auf dem ehemals entzündeten Gebiet. Chrom(VI)-Verbindungen sind stark giftig (die tödliche Dosis beträgt einen halben Teelöffel) und krebserregend. Falsch: Bez. für Kaliumdichromat

chronisch , chronicus, engl.: chronic;  langsam sich entwickelnd/verlaufend; akut, chronisch krank

chronisch granulierende Entzündung
nach Partsch, extraorale Fisteleiterung, extraorale Zahnfistel, engl.: extraoral fistula associated with an apical infection; fortgeleitete, chronische Entzündung an der Wurzelspitze eines Zahnes in den Bereich der äußeren Gesichtshaut.
Aufgrund der Fistellokalisation auf der Haut werden die Patienten häufig von Nichtzahnärzten in diesem Bezirk operiert ohne die eigentliche Ursache zu erkennen oder zu beseitigen. Als Ursache kommen chronisch fortschreitende Granulome oder infizierte Zysten in Frage.
Eine erfolgreiche Therapie kann nur in einer Kombination aus Ursachenbeseitigung (u.U. Spontanausheilung der Hautfistel) und Exzision der Fistel bestehen
Abszess, Fistel, Parodontitis apicalis
Nicht ohne zahnärztliches Konsil - Chronisch granulierende Parodontitis nach Partsch (zm, 2016)



extraorale Fistel ausgehend von einem zerstörten UK-Zahn




chronisch krank
engl.: "chronically ill"; Begriff aus der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland mit der Bedeutung, dass diese Patienten weniger Zuzahlungen leisten müssen. Normalerweise sind Zuzahlungen auf zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens beschränkt - bei chronisch Kranken sind dies nur ein Prozent. Dies gilt auch für deren Familienangehörige, wenn sie gemeinsam in einem Haushalt leben. Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 22.1.2004 gilt:
Ein Patienten gilt als schwerwiegend chronisch krank, wenn er wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:
a) Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel des SGB IX vor.
b) Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 % nach § 30 BVG vor oder eine Erwerbsminderung von mindestens 60%.
c) Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität aufgrund der ständig behandlungsbedürftigen Gesundheitsstörung zu erwarten ist.
Besonders das letzte Kriterium einzuschätzen, wird Aufgabe der Ärzte sein. Sie müssen auf einem Einheitsformular ankreuzen, was auf ihre Patienten zutrifft. Diese können dann eine Zuzahlungsminderung bei ihrer Kasse beantragen.
Ebenso umstritten ist die Definition "schwerwiegende Erkrankung" (engl.: serious illness), da hierbei auch sonst rezeptfreie Medikamente zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse auf Rezept verordnet werden können. Voraussetzung dafür ist, dass diese Medikamente bei der jeweiligen Krankheit Behandlungsstandard sind. Für allopathische und pflanzliche Arzneien wurden hier vom Gemeinsamen Bundesausschuss konkrete Arzneistoffe konkreten Indikationen zugeordnet und eine umstrittene Liste erstellt.
Den Grad der Behinderung bescheinigt das Versorgungsamt, die Pflegestufe die Pflegekasse und die dauerhafte Behandlung ein Arzt. Ab 2005 müssen chronisch Kranke nicht mehr jedes Jahr aufs Neue ihre dauerhafte Erkrankung nachweisen, um die reduzierten Zuzahlungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können.
2008 ist die "Chroniker-Richtlinie" ( http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/458/ ) in Kraft getreten: Wer chronisch erkrankt ist und deshalb bei den Zuzahlungen von der halbierten Belastungsgrenze (1% statt 2% der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt) profitieren will, muss nachweisen, dass er sich vor der Erkrankung über die dafür relevante Vorsorgeuntersuchung hat beraten lassen. Diese neue Regelung gilt für Versicherte, die ab 2008 erstmals Vorsorgeuntersuchungen nach §2 SGB V in Anspruch nehmen können. Dies sind alle Frauen, die nach dem 1.4.1987 und alle Männer, die nach dem 1.4.1962 geboren wurden. Bisher (Anfang 2008) beschränkt sich die Richtlinie auf Früherkennungsuntersuchungen von Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs; weitere Beschlüsse des GBA zu Früherkennungsuntersuchungen sowie zum sog "Gesundheits-CheckUp" sind zu erwarten.
Gemeinsamer Bundesausschuss, Gesundheitsreform, Härtefall, Remission, Zuzahlungen

Chymus ; Speisebrei; Kauakt

CIE-Lab-System
engl.: do.; 1931 von der Commission Internationale de l`Eclarage entwickeltes System zur objektivierbaren Farbbestimmung. Hierbei werden die Farbwerte durch Helligkeitsmessung der 3 Grundfarben (rot, grün, blau) basierend auf der Reflexionsintensität gemessen. Ergebnisse nach diesem System sind sehr präzise und reproduzierbar, jedoch sind diese für die tägliche Farbbestimmung in der Zahnmedizin nur schwer durchführbar, da ein fundiertes Wissen in der Farbmetrik erforderlich ist.
Zahnfarbe

Cieszynski-Dieck-Technik
Isometrieregel, Cieszynski Regel, (Ausrichtung des Zentralstrahls auf eine Winkelhalbierende gebildet aus dem Winkel von Zahnachse und Filmebene) nach Cieszynski-Dieck zum Ausgleich der fehlenden Parallelität zwischen Zahnachse und Film.
Halbwinkeltechnik

Cingulum
Zingulum, lat. für Gürtel, Cingulum basale dentis, engl.: do. o. basal ridge; wenig gebräuchlicher Ausdruck für einen am Zahnhals (meist bukkal) gelegenen Schmelzwulst, der sich bis zu einem Art Höcker (Tuberculum molare, Randtuberkel) verdicken kann, dies besonders bei Milch-Backenzähnen.
Bolk Höcker, Carabelli Höcker, Höcker

circumscript , circumsciptus, zirkumskript, engl.: circumscribed; umschrieben, deutlich abgegrenzt

CIRS
Abk. v. Critical Incident Reporting-System, Fehler-Melde-System in der Medizin; weitgehend in der Ärzteschaft unbekannte bzw. misstrauende Einrichtungen, denen eine aufgetretene Komplikation ("kritische Ereignisse") gemeldet werden kann. In der Studie "Qualitätsmanagement und Patientensicherheit in der ärztlichen Praxis 2010" der Stiftung Gesundheit erhält kein potenzieller CIRS-Träger gute Noten. Am ehesten vertrauen niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten Universitäten als Träger von CIR-Systemen. zur Studie

Behandlungsfehler, CIRS Dent, Haftung, Komplikationen, Qualitätsmanagement
http://www.jeder-fehler-zaehlt.de/ ; http://www.cirsmedical.de/ ; http://www.jeder-zahn-zaehlt.de/

CIRS Dent
"Jeder Zahn zählt!"; Fehlermanagement-System (engl.: fault management system) als Berichts- und Lernsystem für die zahnärztliche Praxis; auf Basis des von der BZÄK 2011 entwickeltem computergestützten, internetbasierten, anonymen Berichts- und Lernsystem „Jeder Zahn zählt!“ wurde es 2014 in Kooperation von der KZBV übernommen und weitergeführt. Damit wird ZahnärztInnen eine Möglichkeit geboten, sich anonym und geschützt vor Sanktionen über unerwünschte Ereignisse auszutauschen – und zwar losgelöst vom Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Erarbeitung von Mindeststandards für Fehlermeldesysteme.
Anfang 2016 wurde das System unter dem Namen „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“ ( www.cirsdent-jzz.de ) von BZÄK und KZBV gemeinsam auf eine breite Basis gestellt.
In der Zahnmedizin gibt es jährlich rund 90 Millionen Behandlungsfälle (2015) allein bei Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – Zahnärzte sind die mit am häufigsten aufgesuchte n Ärzte. Unabhängig von den im MDK -Report ausgewiesenen Behandlungsfehlern, arbeitet die Zahnärzteschaft an einer weiteren Verbesserung der Behandlungsqualität.
==> CIRS

Clapton Linie
Kupfersaum, engl.: Clapton's line; türkisfarbige Verfärbung von Zahnfleischsaum und (später) den Zahnflächen als Folge einer chronischen Exposition mit Kupferstaub.
Schwermetallsaum

Claridentis
2006 im Bereich der AOK Bayern (vereint ca. 40% der Gesetzlich Versicherten in diesem Bundesland) gemeinsam mit der dent-iv GmbH, München, als Management- Gesellschaft eingeführtes Modell der "Integrierten Versorgung" auf dem zahnärztlichen Sektor. Zahnärzte, die C. beitreten, sind mit Ärzten verschiedener Fachrichtung (Gynäkologen, Kinderärzten, HNO-Ärzten, Internisten und anderen) eingebunden zur gemeinsamen Betreuung bei verschiedenen Erkrankungen. Die "Partnerzahnärzte“ bekommen für Leistungen in der Füllungstherapie und Endodontie höhere Honorare und für jedes Jahr einen Zuschlag je behandeltem AOK-Versicherten. Patienten erhalten eine PZR kostenlos und haben verlängerte Gewährleistungszeiten (5-6 Jahre statt 2 Jahre). Die Behandlungen unterliegen keinerlei Budgetbegrenzungen oder Regelungen des bayerischen Honorarverteilungsmaßstabs (HVM). Die Zahnärzte rechnen direkt und nicht über die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZVB) mit der „dentiv“ ab.
http://www.dentiv.com/
goDentis, MacDent, McZahn

Clindamycin
Lincosamide-Antibiotikum; engl.: do.; mit Ähnlichkeiten zu den Makrolid-Antibiotika. Hemmung (=> bakteriostatisch) von grampositiven Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus, Streptokokken, Anaerobier); mit guter "Einwanderung" in den (Kiefer-)Knochen und ausreichendem bakterizidem Wirkspiegel auch in schlecht durchblutendem Gewebe. Penicillin-Alternative, da ähnliches Wirkungsspektrum.
Tagesdosis 1 - 3 Gramm; auch von anderen Antibiotika bekannt, treten bei C. häufiger gastro-intestinale Beschwerden auf; teilweise Kreuzresistenz mit Erythromycin
Antibiotika, Penicillin

Clonidin
engl.: clonidine; (Handelsname u.a.: Catapressan®, Boehringer-Ingelheim), gefäßverengendes Medikament (Vasokonstriktor, Antisympathotonikum mit Imidazolin-Struktur) als Beimengung bei der Lokalanästhesie. C. wird als sichere Alternative zu Adrenalin in der Leitungsanästhesie, insbesondere bei Patienten mit Herz-/Gefäß-Erkrankungen oder bekannter Adrenalin-Empfindlichkeit empfohlen. Als Nebenwirkung werden u.a. Müdigkeit, Verstärkung bestehender Herzrhythmusstörungen, Blutdrucksenkung, Mundtrockenheit (über Hemmung der Freisetzung von Acetylcholin) angegeben
Vasokonstriktoren
http://www.bdsoft.de/

Club der Cariesfreien
CC, von der elmex®-Forschung unter der Schirmherrschaft der Bundeszahnärztekammer ins Leben gerufene Initiative, die aufzeigen will, dass Karies kein unabwendbares Schicksal ist, sondern durch die richtige, medizinisch sinnvolle Zahnpflege verhindert werden kann. Personen die älter als 18 Jahre sind und ein kariesfreies, naturgesundes Gebiss (ohne Füllungen, ohne kariöse Schäden und mit 28 Zähnen ohne Weisheitszähne) nachweisen können, steht eine Mitgliedschaft offen. Dieser Nachweis muss zum Ende des Kalenderjahres neu erbracht werden.
naturgesundes Gebiss

CMD
kranio-mandibuläre Dysfunktion (Funktionsstörung; kranio = abgeleitetes Wortteil für Schädel o. Kopf, mandibula = Unterkiefer), engl.: cranio-mandibular dysfunction; Fehlfunktion im Bereich aller Strukturen, die die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer bestimmen und steuern; Sammelbezeichnung für einen vielfältigen Komplex von Erkrankungen des Kausystems, welche in einem Bezug zu Symptomen im Kopf-Hals-Nackenbereich stehen; häufig auch als ein psychisch-orthopädisches Problem angesehen.
Zur Diagnose werden neben der klinischen und instrumentellen Funktionsanalyse, bildgebende Verfahren (auf der Röntgentechnik basierend, Magnetresonanzverfahren, Ultraschallverfahren (Sonographie) endoskopische Methoden (Arthroskopie)) und konsiliarische Verfahren (zur Abklärung psychischer und orthopädischer Faktoren (insbesondere die Halswirberlsäule)) eingesetzt.
Zur Diskussion stehen zwei Therapieansätze: Ein somatischer und ein psychischer. Der somatische Ansatz konzentriert sich auf Veränderungen der Okklusion, Schienentherapie, Medikation und chirurgische Maßnahmen, der psychische Ansatz setzt auf Heimübungen, Stressmanagement, Aufklärung, Biofeedback, Hypnose und Verhaltenstherapie. In einer kontrollierten, randomisierten Studie (Journal of Orofacial Orthopedics/Fortschritte der Kieferorthopädie, 04/2002: 259-260) wurden 124 Patienten mit CMD zwischen 18 und 70 Jahren in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Hälfte wurde mit Patientenaufklärung, Physiotherapie, Schienentherapie und Medikation, die andere mit dreimal einstündigen Aufklärungssitzungen, Anleitung zum Stressmanagement, Entspannungsverfahren und einem individuell entwickelten Heimübungsprogramm behandelt. Der Erfolg der Therapien wurden nach sechs Wochen sowie sechs und zwölf Monaten miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass die Patienten aus der Heimübungsgruppe zu allen Zeitpunkten hinsichtlich fast aller Parameter signifikant besser abschnitten.
Achsiographie, Äquilibrierungsschiene, Botulinustoxin, CMD-Screening, Deviation, Einschleifen, Funktionsanalyse_klinische, Helkimo-Index (Mobilitätsindex), internal derangement, Kiefergelenkbeschwerden, Kiefergelenkgeräusche, kraniofazial, Schmerz, Myoathropathien, Temporo-Mandibular-Index, TENS, Tinnitus, TMD
Okklusion und CMD - eine Standortbestimmung (2013)
Die Rolle des Physiotherapeuten bei CMD (zm, 2013)
Laientest auf CMD
www.cmd-dachverband.de
"Wenn die Bisslage ... verloren geht", © Dr. W. Burk, www.OldenBurk.de
Sehr ausführlich Darstellung eines Falles durch Dr. Kares  o. © Dr. Kares

CMD-Screening
Verfahren zur Diagnostik von kranio-mandibulären Dysfunktionen. Als Goldstandard gelten hier die "Research Diagnostic Criteria for TemporoMandibular Disorders (RCD/TMD)". Diese sehr ausführliche Befunderhebung hat sich wegen des Aufwands in der Zahnarztpraxis nicht durchsetzen können. Zur Vereinfachung des Testverfahrens schreibt Siegfried Leder in zahnfim.de:
"Seit 2009 steht nun auch eine Kurzversion davon zur Verfügung. Dieser Screeningtest vermag mit nur einer Frage („Haben Sie Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte, in der linken oder in beiden?“) CMD-Schmerzpatienten herauszufiltern oder eine schmerzassoziierte CMD-Diagnose als unwahrscheinlich gelten lassen. Dabei ergibt sich ein positiver Vorhersagewert von 80 % und ein negativer Vorhersagewert von > 99 %8. Dies bedeutet, dass Patienten, die die Frage nach Gesichtsschmerzen verneinen, zu über 99 % auch an keiner schmerzhaften CMD leiden. Um auch noch die Funktion der Kiefergelenke zu überprüfen, empfiehlt der Autor, die Kieferöffnung, die Laterotrusionskapazität und Protrusionskapazität quantitativ zu überprüfen. Jeder Patient sollte mindestens 40 bis 42 mm weit den Kiefer öffnen können. Gemessen wird üblicherweise an den Schneidekanten der Inzisivi, anschließend wird der Overbite addiert. Die Laterotrusionskapazität nach beiden Seiten sollte mindestens 8 mm und die Protrusionskapazität mindestens 7 mm betragen. Verneint der Patient die Frage nach Gesichtsschmerzen und liegen Kieferöffnung und die exzentrischen Bewegungen im Normbereich, ist der CMD-Screeningtest negativ."


zu Cn-Cz

[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]    [ Anfragen ]
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