Zahnersatz  -  Brücken

weitere Themen dazu:

  Behandlungsablauf: Kronen
 
Kosten: festsitzender Zahnersatz (Kronen/Brücken)

  
Zahnwissen-Lexikon: - Brücke

  Inhalte dieser Seite:

  Einleitung

  Muss jede Zahnlücke geschlossen werden?
  Kann jede Zahnlücke geschlossen werden?
  Was kostet eine Brücke?
 Verschiedene Brückenarten - allgemein
 Welche Materialien kommen zum Einsatz?

  Kann jeder Zahn zum Brückenpfeiler werden?

  Behandlungsablauf (1. Sitzung)
  Der Abdruck
  Provisorische Versorgung
  Brückengerüsteinprobe (2. Sitzung)
  Einsetzen der Brücke (3. Sitzung)
  Eingewöhnungsproblem / Schmerzen
  "Pflege" der Brücke
  Haltbarkeit / Risiken

Details

  Fachbegriffe
  Die versch. Brückenarten - äußere Erscheinung
      Schwebebrücke
      Basisbrücke
      Implantatbrücke - Verbundbrücke
      Freiendbrücke
      herausnehmbare Brücke

 
Weniger gebräuchliche Brückenarten
      Klebebrücke   
      Inlaybrücke -Teilkronenbrücke   
   
 
Präparationsarten

  vertiefende Infos

(funktioniert nur mit dem Internet-Explorer)

Bestehen Lücken in einem Gebiss, so sollten diese nach Möglichkeit geschlossen werden, um wieder eine vollständige Kaufunktion herzustellen und darüber hinaus im sichtbaren Bereich auch ein ansprechendes Äußeres zu erzielen und die Sprachfunktion regelrecht durchführen zu können.
Grundsätzlich lassen sich Zahnlücken nach drei Methoden schließen:
  • durch Brücken
  • durch Implantate (künstliche Zahnwurzeln)
  • durch herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen)

Die Entscheidung zwischen diesen Möglichkeiten hängt zum einen davon ab, ob diese oder jene Methode überhaupt im speziellen Fall durchgeführt werden kann und weiter, ob die finanziellen Verhältnisse das eine oder andere zulassen.

Festsitzender Zahnersatz (Brücken, Implantate) sind zwar i.d.R. teurer als herausnehmbarer, dafür ist aber das Beißgefühl und der Komfort um Vieles besser. Herausnehmbarer Zahnersatz ist dagegen meist erweiterbar, wenn an einem der eigen Zähne irreparable Schäden auftreten. Kosmetisch sind mit allen Methoden ansprechende Ergebnisse zu erzielen.
Wissenschaftliche Langzeituntersuchungen besagen, dass bei gesunden Mundverhältnissen eine Versorgung mit einer Brücke auf Grund der besseren Langzeitprognose einem herausnehmbaren Zahnersatz vorzuziehen ist.
Nachfolgend werden die verschiedenen Brückenarten besprochen, deren Notwendigkeit erläutert und auf die jeweiligen Vor- und Nachteile eingegangen.
Anhaltswerte zu entstehenden Kosten sind auf einer gesonderten Seite aufgeführt. Ein vorherige Beachtung der Seite "Kronen" wird zum besseren Verständnis empfohlen.


Muss jede Zahn-Lücke geschlossen werden
?

 


Diese Frage lässt sich nicht mit einem klaren JA oder NEIN beantworten, sondern ist davon abhängig, wo sich die Zahnlücke im Kiefer befindet.
  • Im sichtbaren Bereich wird sie meist schon vom Patienten mit einem klaren JA beantwortet, denn Zahnlücken sind OUT, selbst dann, wenn die Kassen nicht mehr soviel wie früher dazu bezahlen ( Festzuschuß). Hinzu kommt, dass viele Sprachlaute sich an der Hinterseite der Schneidezähne bilden und dass die Natur sich etwas dabei gedacht, wenn sie in den Mund besonders geformte Zähne zum Abbeißen stellte
  • Jeder Zahn im Kiefer - lässt man einmal die Weisheitszähne außer acht - hat seine Funktion in dem komplizierten Gefüge des Kausystems. Kommt es nun durch Fehlen eines oder mehrerer Zähne zu einer Störung dieses Gleichgewichts, so sind Dauerschäden vorprogrammiert (s. Abb.):
    Kippung der Nachbarzähne in die Lücke hinein
    Verlängerung des/der gegenüberliegenden Zahns/Zähne in die Lücke
    Bissverschiebungen und Kiefergelenkbeschwerden, sowie Schmerzen an anderen, am Kausystem beteiligten Strukturen
  • Nicht geschlossen werden müssen Lücken, die durch fehlende Weisheitszähne entstanden oder so klein sind (Lückenschluss, Lückenverengung), dass eine befriedigende Abstützung innerhalb der Zahnreihe gewährleistet ist
  •  
  • Sollte früher eine Zahnlücke festsitzend geschlossen werden, so kam dafür nur eine Brücke in Frage. Inzwischen sind aber künstliche Zahnwurzeln (Implantate) in vielen Fällen eine bessere und schonendere Alternative, sieht man einmal von den erheblichen Mehrkosten ab.

    Die nebenstehenden Abbildungen zeigen diese Unterschiede deutlich auf.




  • Nicht ganz einig ist sich die Wissenschaft darin, ob - bei sonst vollständig vorhandener Zahnreihe - ein Verlust des letzten Backenzahnes (vor dem Weisheitszahn, Zahn 7) versorgt werden sollte. Unter dem Begriff "verkürzte Zahnreihe" gibt es durchaus Auffassungen, die diesen Zustand für ausreichend halten. Wissenschaftliche Langzeituntersuchungen zur allgemeinen Gültigkeit dieser Feststellung existieren allerdings nicht.

Kann jede Zahnlücke durch eine Brücke versorgt werden?
Meist JA; Einschränkungen bestehen bedingt bei einer starken Kippung der Brückenpfeiler oder wenn die Pfeilerzähne nicht gut im Kiefer verankert sind. Hier hat ein herausnehmbarer Zahnersatz durch seine Erweiterbarkeit außerhalb des Mundes meist eine bessere Prognose.
Ebenso muss das Verhältnis eigene Zähne/Implantate zu der Anzahl der fehlenden Zähne stimmen. Wenn auch hierfür keine Richtzahlen existieren, da jeder Zahn eine andere Pfeilerzahnwertigkeit besitzt, so ist auch für einen Laien klar, dass nicht ein festsitzender Zahnersatz eingegliedert werden kann, wenn fast alle Zähne fehlen und nur noch 3 Pfeilerzähne vorhanden wären. Bedenken Sie immer, dass die Brückenpfeiler für die fehlenden Zähne "Mitbeißen" müssen.
Ist keine gute Mundhygiene vorhanden und auch der Wille zu einer dauerhaften Veränderung der Zahnhygiene nicht erkennbar, so sind Brücken und Kronen fehl am Platz, da diese rasch "abfaulen" - herausnehmbarer Zahnersatz kann bei Verlust eines eigenen Zahnes erweitert werden, eine Brücke nicht!
 



Was kostet eine Brücke?
Jegliche Form von Zahnersatz - egal ob Krone, Brücke oder Prothese - ist immer eine Maßanfertigung und individuell an die Mundsituation angepasst. Deshalb ist es auch nicht möglich, Preistabellen oder ähnliches zu veröffentlichen, da jeder Fall anders gelagert ist und für ein und denselben Befund verschiedene Techniken und Brückenarten zum Einsatz kommen können.
Nach einer gründlichen Untersuchung, der Anfertigung von Röntgenaufnahmen und der Information über die verschiedenen Möglichkeiten, wird ein Heil- und Kostenplan (HKP, "Kostenvoranschlag") aufgestellt. Dieser muss bei den Gesetzlichen Krankenkassen vor der Behandlung zur Genehmigung und Festsetzung des Zuschusses eingereicht werden. Die anteilmäßige Beteiligung der Kasse - in bestimmten Fällen auch die vollständige - wird nach einem 2005 eingeführten Festzuschuss-System berechnet. Mehr dazu auf einer gesonderten Seite.
Bei Privat Versicherten ist ein vorheriger ein Heil- und Kostenplan (HKP, "Kostenvoranschlag") - je nach Versicherungsbedingungen -  nicht unbedingt notwendig, trotzdem empfiehlt sich dieser, damit nach Abschluss der Behandlung nicht "unangenehme Überraschungen" auftreten.

EURO-Anhaltswerte für die versch. Brückenarten finden Sie auf einer gesonderten Seite

verschiedene Brückenarten
Ähnlich den künstlichen Zahnkronen gibt es eine Vielzahl von Brückenarten. Man kann nach dem Aussehen (z.B. metallisch oder zahnfarben), den verwendeten Materialien, nach der Präparation, nach der Größe oder nach der Verankerung am/im Zahn unterscheiden. Hinzu kommt noch die Form der Brücke selbst: Ist das Brückenglied wie bei einer natürlichen Brücke "schwebend" - sitz also dem Zahnfleisch nicht auf - so spricht man von einer Schwebebrücke. Bei einem Aufsitzen auf dem Kiefer - dies ist aus kosmetischen und funktionellen Gründen häufig zwingend erforderlich - spricht man von einer Basisbrücke. Und schließlich wird bei der Größe und der Pfeileranzahl einer Brücke zwischen ein- und mehrgliedrig und ein- und mehrspannig getrennt.
Allen konventionellen Arten gemein ist die Herstellung nach Präparation und Abdrucknahme in einem zahntechnischen Labor.
  • Schwebebrücke
    das Brückenglied liegt dem Kiefer nicht auf - es ist "unterspülbar"; gilt als "Standardanwendung" im nichtsichtbaren Backenzahn-Bereich; (s. Abb. rechts, Mitte)
  • Basisbrücke
    das Brückenglied sitzt dem Kieferkamm mehr oder weniger ausgedehnt auf; gilt als Standardversorgung; (s. Abb. rechts, unten)
  • Freiendbrücke
    unter Umgehung ideal-statischer Gesichtspunkte grenzt das Brückenglied nicht beidseitig an einen Brückenpfeiler (= Endpfeilerbrücke) an
  • Verbundbrücke
    dieser Name kann einmal besagen, dass die Brücke selbst aus verschiedenen, miteinander "verbundenen" Materialien besteht, wird aber meist für eine Kombination der Brückenpfeiler aus eigenem Zahn und Implantat gebraucht
  • Klebebrücke
    auch unter dem Namen Maryland-Brücke bekannt, wird diese wenig gebräuchliche Art vorwiegend im jugendlichen Gebiss angewandt
  • Inlaybrücke
    statt Kronen als Pfeilerzähne werden Gussfüllungen oder Keramikinlays zur Verankerung an den natürlichen Zähnen gewählt
  • herausnehmbare Brücke
    durch eine spezielle Konstruktion ist diese Brücke - meist vom Patienten selbst - zur Reinigung herausnehmbar, hat aber sonst die Merkmale einer konventionellen Brücke
 

 

 

 



Schwebebrücke o. Basisbrücke zum Lückenschluss


welche Materialien kommen zum Einsatz?
Eines vorweg: Grundsätzlich dürfen in Deutschland nur nach dem qualitätssichernden Medizinproduktegesetz zugelassene Stoffe verarbeitet und in den Mund eingesetzt werden. Es ist meist eine reine Kostenfrage, ob aus einem vorbeugendem Gesundheitsschutz heraus oder aus besonderen Ansprüchen hinsichtlich Aussehen auf teurere Materialien zurückgegriffen wird - auch bei preiswerten Materialien wird kein "Gift in den Mund eingebaut". Sollte eine Allergie bekannt sein oder eine Neigung zu derartigen Reaktionen bestehen, so empfiehlt sich immer vor der Behandlung ein anerkannter Allergietest bei einem Spezialisten (Allergologe, Hautarzt).
  • Edelmetall-freie Metalle
    sog. NEM-Werkstoffe, auch als "Sparlegierung" bezeichnet; im Lexikonteil
  • Edelmetall-haltige Metalle
    sog. Goldlegierungen, welche einen mehr oder weniger hohen Anteil an versch. Edelmetallen, gemischt mit unedlen Metallen, haben; im Lexikonteil (Legierung")
  • Metall-freie Materialien
    sind im sichtbaren Bereich zunehmend Einsatzgebiet der keramische Massen. Moderne Verfahren wenden auch modifizierte Kunststoffe an, die ähnliche Eigenschaften haben sollen - bisher fehlen aber häufig Langzeiterfahrungen
  • gemischte Materialien
    hauptsächlich in der Kombination Edelmetall und Keramik. Derartige Kombinationen kommen meist im sichtbaren Bereich zum Einsatz: auf eine metallische Grundsubstanz wird eine Keramikmasse "aufgebrannt"; im Lexikonteil ("Metallkeramik")

kann jeder Zahn als Brückenpfeiler herangezogen werden?
Im Prinzip JA, wenn die Zahnwurzel ausreichend fest im Kieferknochen verankert ist, das Zahnfleisch einen gesunden Zustand aufweist und sich an der Wurzelspitze keine krankhaften Prozesse befinden. Um dies festzustellen, ist vor einer Überkronung immer eine gründliche Untersuchung verbunden mit einer Röntgenaufnahme notwendig.
  • Die Zähne sind schon von Natur aus einmal stärker und einmal weniger fest im Kiefer verankert. Bei der Größe der Brücke ist diese Pfeilerzahnwertigkeit zu berücksichtigen und eine entsprechende Anzahl von Brückenpfeilern zu wählen

Musste der betreffende Zahn auf Grund seiner Zerstörung vor der eigentlichen Kronenaufnahme vorbehandelt werden, so sollten bestimmte Wartezeiten eingehalten werden, denn wenn die Brücke/Krone einmal fest mit dem Zahn verankert ist, sind Behandlungsmaßnahmen am darunter liegenden Zahn erschwert oder gar nicht mehr möglich:

  • Nach einer direkten Überkappung des Zahnnervs: ca. 6 Monate
  • nach Wurzelkanalbehandlungen bei krankhaften Prozessen des Nerven oder der Zahnwurzel: Ca. 4 bis 6 Monate; Röntgenkontrolle zur Überprüfung des Erfolgs zwingend erforderlich
  • bei Implantaten: Ca. 3 bis 6 Monate (abhängig von der Methode; ggf. auch sofortige endgültige Versorgung); Röntgenkontrolle zur Überprüfung des Erfolgs zwingend erforderlich
  • Nach der Behandlung einer sonst symptomlosen tiefen Karies (Caries profunda) sind i.d.R. keine Wartezeiten einzuhalten


Wie
läuft die
Behandlung ab?


1.Termin:

Bis zum fertigen Einsetzen einer Brücke vergehen normalerweise drei Sitzungen in einer Zahnarztpraxis. Bei kleinen Brückenarten kann u.U. auf eine Sitzung verzichtet werden;  bei schwierigen anatomischen/kosmetischen Verhältnissen und größeren Brücken können auch noch zusätzliche Sitzungen erforderlich sein. Nach einem gewissen Zeitabstand erfolgt dann evtl. nochmals eine Kontrolle dahingehend, ob sich die Brücke gut in die Zahnreihe eingefügt hat und ob die Höhe stimmt.

1.Termin:

Unter örtlicher Betäubung werden zunächst die Brückenpfeiler von vorhandener Karies oder alten Füllungen befreit. Gebiete, welche nahe an den Zahnnerv reichen, werden mit einem speziellen Material abgedeckt und - falls notwendig - eine Aufbaufüllung gelegt. Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen erfolgt die eigentliche Präparation des Zahnes.
Eine ausführliche Beschreibung dazu finden Sie auf der Seite "Kronen", da sich die Brückenpfeilerpräparation im wesentlichen an der Präparation für eine Krone orientiert


Zusätzlich ist auf eine parallele Ausrichtung der Brückenpfeiler zueinander zu achten, da die Brücke aus "einem Guss" ist und Abweichungen von der Parallelität ein Einpassen der fertigen Brücke verhindern. Man bezeichnet dies als passende Einschubrichtung.
Bei schwierigen anatomischen Verhältnissen oder größeren Brücken kann ein "Parallelometer" wertvolle Dienste leisten.
Sollte ein parallele Ausrichtung nicht möglich sein, so kann versucht werden, durch Einarbeiten eines Geschiebes an einem der Pfeilerzähne mittels einer Geschiebebrücke diesen Umstand zu berücksichtigen


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Abdrucknahme, Bestimmung der Zahnfarbe und provisorische Versorgung sind ebenfalls ausführlich auf der Seite "Kronen" beschrieben.

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provisorische Versorgung

Brückengerüst-
einprobe

2.Termin

 

2.Termin:
Im Gegensatz zur Einzelkrone besteht eine Brücke immer aus mindestens zwei Kronen, welche optimal auf dem Zahnstumpf sitzen müssen. Frühere Verfahren probierten die Pfeilerkronen im "Rohzustand" im Mund ein, bevor nach einem erneuten Abdruck über die eingepassten Kronen im Labor das Brückenzwischenglied gefertigt und mit den Pfeilerkronen verlötet wurde. Moderne Verfahren fertigen die Brücke "in einem Stück" und stellen zunächst ein Brückengerüst her, welches zur Prüfung der Passgenauigkeit, Spannungsfreiheit und Kontrolle der Einschubrichtung im Mund einprobiert wird (= Gerüsteinprobe), bevor die weitere Verarbeitung (z.B. Verblendung mit zahnfarbenen Materialien) und Fertigstellung im Labor erfolgt.
Nur bei kleinen Brücken kann auf eine derartige Zwischeneinprobe verzichtet werden. Bei größeren Brücken erfolgt u.U. eine nochmalige Einprobe dann, wenn das Brückengerüst mit der Grundstruktur der Keramik überzogen ist (durch diesen Brennvorgang können Veränderungen im Metallgefüge auftreten), man spricht von einer Rohbrandeinprobe.
Derartige Eingriffe müssen nicht unbedingt unter örtlicher Betäubung erfolgen - individuell können hier aber erhebliche Unterschiede vorliegen.

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Metallgerüst bei der
Anprobe im Mund
("Gerüsteinprobe")

Eingliedern der Brücke

3.Termin

3.Termin:
Bei kleineren Brücken kann normalerweise in einer 3. Sitzung die Brücke definitiv eingesetzt werden. Der Eingriff muss nicht unbedingt unter örtlicher Betäubung erfolgen - individuell können hier aber erhebliche Unterschiede vorliegen.
Größere Brücke werden häufig erst einmal provisorisch eingegliedert um eventuelle Restspannungen auszugleichen und werden erst nach einiger Zeit definitiv eingegliedert.
Weitere Sitzungen können ebenfalls noch erforderlich werden, wenn die Zahnfarbe des Ersatzes korrigiert werden muss.
Eine ausführliche Beschreibung über das definitive/provisorische Einsetzen und die Befestigungstechniken finden sie Sie auf der Seite "Kronen", da sich die Vorgänge um das Eingliedern im Wesentlichen ähnlich sind.

Schmerzen oder sonstige Beschwerden nach dem Einsetzen  --
Eingewöhnungs-
probleme
Wenn auch nicht die Regel: Eingewöhnungsprobleme können auftreten und sind von mehreren Faktoren abhängig. So kann z.B. schon vor der Behandlung der Nerv durch Karies leicht geschädigt gewesen sein und das zusätzlichen Behandlungstrauma (Präparieren, Abdruck, Einzementieren usw.) lassen ihn nun empfindlicher als sonst reagieren. Weiter reagiert Jeder anders auf Eingriffe am Zahn mit mehr oder weniger starken Schmerzen. Typische Eingewöhnungsprobleme sind:
  • Temperaturempfindlichkeit
    wird als das größte Problem von Patienten geschildert und kann sehr unangenehm sein - besonders auf kalt. Solange diese Heiß-Kalt-Empfindlichkeiten nur ein paar Sekunden anhalten, kann dies als "normal" bezeichnet werden - nach ein paar Tagen/Wochen sollten sich diese Beschwerden zurückgebildet haben. Wichtig ist, dass Sie das Gefühl haben, dass die Empfindlichkeit ab- und nicht zunimmt.
    Halten derartige Empfindlichkeiten aber minutenlang an, treten auch von allein auf oder verstärken sich zusehends, so kann eine behandlungsbedürftige Nervschädigung vorliegen. Kontaktieren Sie dann unbedingt Ihre Zahnarztpraxis
  • Spannungsgefühl, verändertes Kaugefühl
    gilt als harmlos und legt sich meist innerhalb von 1 - 2 Tagen, bei größeren Brücken können auch noch ein paar Tage mehr vergehen
  • Die Brücke fühlt sich zu hoch an
    auch dies kann in den ersten 1 -2 Tagen nur ein subjektives Gefühl sein, da sich neue Zähne in der Zahnreihe befinden. Haben Sie aber das Gefühl, dass die anderen Zähne nicht mehr richtig aufeinander beißen, so unbedingt die Zahnarztpraxis aufsuchen. Das Kausystem reagiert äußerst empfindlich auf Störungen in der Bisshöhe. Schon das Abschleifen von einem Millimeterbruchteil kann hier sofortige Besserung bringen
  • Die Brücke schmerzt beim Zubeißen
    tut von alleine weh, Sie wachen nachts mit Schmerzen auf oder Sie haben das Gefühl, dass der Zahn leicht beweglich ist. All dies deutet auf ein ernsthafteres Problem hin. Zur Abklärung unbedingt und bald eine Zahnarztpraxis aufsuchen
  • Mängel an der zahnärztlichen Arbeit
    Sollte die zahnärztliche allerdings erhebliche Mängel aufweisen ("Mängelrüge"), so ist die Erstellung eines Mängelgutachtens erforderlich. Näheres dazu im Zahnwissen-Lexikon

Mundhygiene - auch eine Brücke will gepflegt werden!
Da wird zuweilen angenommen, dass mit einer Brücke im Mund nichts mehr passieren kann, da die Karies ja an Porzellan oder Metall keinen Schaden mehr anrichten kann. Dies stimmt auch noch, denn die Kariesbakterien brauchen organisches Material um Schaden anzurichten - also nicht mehr putzen?
Weit gefehlt, denn Brücken haben - auch wenn sie den sichtbaren Zahn ganz "überziehen" - eine entscheidende Schwachstelle: Der Kronenrand. Damit wird die Übergangsstelle zwischen dem Brückenpfeiler und natürlichem Zahn bzw. dessen Zahnfleisch bezeichnet. Erfolgt keine gründliche Zahnpflege, so beginnt es in dieser Region rasch wieder an zu faulen. Weiter sammelt sich auf der Oberfläche einer Brücke - ebenso wie auf natürlichen Zähnen - Plaque an, welche das Zahnfleisch reizt und zu erheblichen Entzündungen führen kann.
Ein Hygieneproblem stellt das Gebiet unter dem Brückenglied dar: Dieses lässt sich mit Zahnbürste oder herkömmlicher Zahnseide nur schwer erreichen. Darunter befindlich Beläge verfaulen, reizen das Zahnfleisch und bewirken einen üblen Mundgeruch. Basisbrücken sind von diesem Problem besonders tangiert. Abhilfe schaffen hier spezielle Zahnseidenarten, die am Anfang mit einer (stumpfen) nadelähnlichen Einführungshilfe versehen sind und sich so unter das Zwischenglied führen lassen. Ebenso bieten speziell geformte Zahnzwischenraumbürstchen eine gute Reinigungsmöglichkeit. Im Gegensatz dazu sind zwar Mundduschen "besser als nichts", haben aber mit Abstand die schlechteste Reinigungswirkung in dieser Problemzone!
Zahnbürste, Zahnseide und Co. - und damit regelmäßig - sind also unbedingt nötig, wollen Sie nicht bald die neue Brücke dem Zahnarzt zum Ziehen überlassen!
Special: Mundhygiene
Sollten Sie eine zahnfarbene Verblendung aus Kunststoff haben, so achten Sie unbedingt darauf, dass die Zahnpasta nur wenige Abrasivstoffe beinhaltet, sonst blitzt nach einigen Jahren das blanke Metall durch.


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mangelnde Mundhygiene und deren Folgen

 

Haltbarkeit und Risiken - Gründe für einen vorzeitigen Verlust
Wer Ihnen erzählt, dass Brücken "ewig halten", ist unseriös und gehört in den Kreis der Marktschreier und nicht in eine seriöse Zahnarztpraxis! Dabei sind es weniger die Materialien selbst, welche zu einem Verlust führen, sondern folgende Punkte:
  • eine schon bestehende Zahnfleischerkrankung mit Alveolarknochenverlust ("Parodontose"). Ob mit oder ohne Brücke: Die Pfeilerzähne wären immer irgendwann verloren gegangen, wobei die Mehrbelastung durch eine Brücke derartige Prozesse noch beschleunigen kann
  • mangelnde oder falsche Mundhygiene; siehe vorigen Punkt
  • ein Wurzelkanal-behandelter ("toter") Zahn als Brückenpfeiler:
    derartige Zähne haben generell eine verminderte Lebenserwartung. Erfahrungswerte gehen von etwa 10 Jahren aus - aber auch hier gibt es starke Abweichungen nach oben und unten
  • starkes Knirschen und Pressen
  • aus falscher Sparsamkeit wurden zu wenige Pfeiler in die Brücke einbezogen, es kommt zu einer Überbelastung der Pfeilerzähne
  • unzulängliche technische und zahnärztliche Arbeit
    dies besonders dann, wenn der Abschluss Krone-Zahn ( Kronenrand) mangelhaft ist oder die Indikation für eine Brücke überhaupt nicht gegeben war

Liegen keine besonderen Risiken vor, so kann besonders festsitzender Zahnersatz sehr lange halten - dem Autor sind selbst eigene Fälle bekannt, wo dies über 35 Jahre der Fall ist.

Wissenschaftliche Studien zur Haltbarkeit - besonders untereinander vergleichbare - sind dem Autor nicht bekannt; Standards in der Beurteilung existieren nicht. Einen Anhaltspunkt für Deutschland liefert eine umfangreiche Studie bei festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) von Prof. Kerschbaum (Köln, 2000), welcher 34.000 Rechnung einer privaten deutschen Krankenversicherung (DKV) in einer repräsentativen Stichprobe über 25 Jahre (1974 - 1999) ausgewertet hat. Pro Patient wurde dabei nur eine Brücke/Krone analysiert, um die Unabhängigkeit der Auswertung zu gewährleisten. Insgesamt wurden 4.363 Kronen und 1.664 Brücken analysiert. Als Zielkriterium galt: Erneuerung der Kronen und Brücken bzw. der Verlust des Pfeilerzahns = Misserfolg in dieser Zeit. Die Studie sagt nichts darüber aus, ob der Zahnersatz nach fachlichen Kriterien (welchen?) noch in Ordnung ist:

Zeit nach Eingliederung in Funktion (%) 95 % Konfidenz-Intervall
Kronen Brücken Kronen Brücken
1 Jahr 99,8 99,7 99,6 - 100,0 99,4 - 100,0
5 Jahre 94,1 97,5 92,7 - 95,5 96,6 - 98,5
10 Jahre 83,3 86,6 80,9 - 85,6 84,3 - 88,9
15 Jahre 68,3 72,2 65,3 - 71,3 69,1 - 75,3
20 Jahre 48,4 50,2 45,0 - 51,9 46,6 - 53,9
25 Jahre 28,6 27,7 25,0 - 32,1 24,0 - 31,4

Sog. "Luxusbehandlungen" (besonders aufwendige Versorgungsformen) bringen nach dieser Untersuchung keine zusätzlichen Verbesserungen der Haltbarkeitsdauer


Details

 


Fachbegriffe
Im Zusammenhang mit Brücken tauchen verschiedene Fachbegriffe auf:
  • Brückenanker oder Pfeilerzahn
    ist der Zahn auf welchem die Brücke befestigt ist. Meist ist dies ein natürlicher Zahn, der dafür vorbereitet (präpariert) wird. Beim Einsatz von Implantaten ( Verbundbrücke) kann dies auch ein Implantat sein
  • Brückenspanne oder Brückenzwischenglied
    bezeichnet die eigentliche Brücke, also den Brückenteil, welcher einen (oder mehrere) fehlende Zähne ersetzt. Im Gegensatz zum Brückenanker auch unter dem Begriff Brückenkörper bekannt
  • Brückenglied
    jedes Teil einer Brücke, also sowohl ein Brückenanker, wie auch ein Brückenzwischenglied gelten jeweils als ein Brückenglied. Somit besteht jede Brücke mindestens aus drei Brückengliedern (den beiden Pfeilerzähnen und der Brückenspanne) - man spricht auch von einer "dreigliedrigen Brücke"
  • Einspannig - Mehrspannig (Abb. unten)
    das Gebiet welches die Brücke "überbrückt" wird auch als Brückenspanne bezeichnet. Überbrückt eine Brücke nur eine Lücke, so bezeichnet man dies als "einspannig". Werden von einer einzigen Brücke mehrere Lücken überdeckt, so bezeichnet man diese (größere Brückenart) als "mehrspannig". Wie aus der Abb. ersichtlich ist die Brücke - trotz verschiedener Spannen - immer fünf-gliedrig  
 


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Die verschiedenen Brückenarten
nach ihrer äußeren Erscheinung
Wie schon eingangs erwähnt, kann man Brücken nach versch. Kriterien einteilen. So z.B., wie die Pfeilerzähne überkront werden (metallfarben bzw. zahnfarben).
Nebenstehende Grafik zeigt einen Querschnitt der äußeren Erscheinung einer Pfeilerkrone. Das Brückenzwischenglied wird dann entsprechend angepasst.
Häufig sind bei Brücken (aus Kostengründen) Mischformen anzutreffen: Im sichtbaren Bereich wird zahnfarben verblendet, im nichtsichtbaren Bereich belässt man die Metallstruktur.

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Die Schwebebrücke




Ginge es allein nach der Mundhygiene, so gäbe es nur diese Brückenart: Nämlich die, welche der aus der Umwelt her bekannten am nächsten kommt. In der Zahnheilkunde wird diese Brückenart als "Schwebebrücke" bezeichnet, da sie in einem offenen Bogen die Zahnlücke(n) überdeckt. Andere Bezeichnungen sprechen auch von einer "unterspülbaren" Brücke. Im sichtbaren Bereich ist diese Brückenart kosmetisch und funktionell (Sprechen) untauglich, da sie Lücke nur zum Gegenbiss hin schließt, das Hauptgebiet des fehlenden Zahnes aus hygienischen Gründen aber frei lässt.

unter hygienischen Aspekten das Optimum einer Brücke, da es die Selbstreinigung des Gebisses wenig behindert und diese Brückenart der häuslichen Zahnreinigung gut zugänglich ist
funktionell uneingeschränkt nutzbar, sicheres, "festes" Beißgefühl
sehr gute Langzeiterfahrungen
kosmetisch untragbar, deshalb nur im nichtsichtbaren Bereich einsetzbar
zum Reinigen i.d.R. nicht entfernbar
im Hohlraum unter dem Brückenglied bleiben Speisereste hängen - eine Entfernung ist jedoch problemlos möglich
Die Basisbrücke

 





punktförmige Auflage = Tangentialbrücke

Im sichtbaren Bereich soll eine Zahnlücke nach Möglichkeit so geschlossen werden, dass der Kunstzahn im normalen Gesprächskontakt nicht als solcher auffällt - eine Schwebebrücke scheidet deshalb von vornherein aus. Deshalb wird die Basis des Zwischenglieds auf das Zahnfleisch in der Lücke "aufgesetzt" - man bezeichnet dies als "Basisbrücke".
Im Widerspruch zu diesem kosmetischen Wunsch steht die Tatsache, dass konventionelle Brücken nicht zur Reinigung kurzzeitig herausgenommen werden können. Je breiter diese Basis nun dem Zahnfleisch aufsitzt, umso schlechter ist die Kontaktfläche zu reinigen - Zahnfleischentzündungen und übler Mundgeruch können die Folge sein, besonders dann, wenn es mit der täglichen Zahnpflege nicht so genau genommen wird. Nach Form und Kontakt zum Zahnfleisch unterscheidet man grob 5 versch. Auflage-Arten:
keine Auflage (Schwebeglied), bei welchem das Brückenglied keinen Kontakt zur Schleimhaut hat ("unterspülbar"); vom hygienischen Standpunkt her optimal, aber kosmetisch und phonetisch ungeeignet
sattelförmige Auflage; die Auflage hat ca. die Größe des Querschnitts eines natürlichen Zahns. Gute funktionelle und kosmetische Eigenschaften, aber nur unzulänglich zu reinigen
modifizierte sattelförmige Auflage; die Auflagefläche am Zahnfleisch ist zur besseren Reinigungsmöglichkeit leicht konkav gehalten. Speisereste können sich festsetzen bzw. ohne Hilfsinstrumente (z.B. Zahnseide, Zahnstocher) schwere Entfernbarkeit derselben
punktförmige Auflage ("Tangentialbrücke"; s. Abb. li.); gute Hygienefähigkeit, jedoch störendes Zungengefühl und leichtes Festsetzen von (fasrigen) Speisen, unbefriedigende Kosmetik
ovalförmige Auflage und Gestaltung des Gliedes; sehr guter kosmetischer und guter hygienischer Aspekt; schwerer als die anderen Formen herzustellen (Größe des Ovals ist individuell sehr verschieden).

Standard in der Brückenversorgung; immer im sichtbaren Bereich
funktionell uneingeschränkt nutzbar, sicheres, "festes" Beißgefühl
sehr gute Langzeiterfahrungen
kosmetisch untragbar, deshalb nur im nichtsichtbaren Bereich einsetzbar
zum Reinigen i.d.R. nicht entfernbar
bei unzweckmäßiger Gestaltung des Brückengliedes bleiben Speisereste hängen - eine Entfernung ist jedoch manchmal mit Schwierigkeiten verbunden
Implantate als Kronenpfeiler oder Brückenpfeiler - Implantatbrücke und Verbundbrücke


Häufig gibt es Mundsituationen, bei welchen zwar Zähne fehlen, die Zähne vor und hinter der Zahnlücke aber kariesfrei sind oder nur eine kleine Füllung aufweisen. Typisches Beispiel dafür ist der fehlende erste untere Backenzahn ( "Sechsjahrmolar"). Beim Lückenschluss durch eine Brücke müssen nun die beiden im Prinzip "gesunden" Nachbarzähne erheblich beschliffen werden. Eine elegante, wenn auch teure Alternative, bieten in solchen Fällen eingepflanzte künstliche Zahnwurzeln. Damit lässt sich eine Brücke entweder ganz vermeiden ( Suprakonstruktion) oder sie kann doch wesentlich kleiner gehalten werden, indem man eine größere Zahnlücke durch den Einsatz von Implantaten "verkleinert". Kommen ausschließlich Implantate als Brückenpfeiler zum Einsatz, so spricht man von einer Implantatbrücke; treten Mischformen auf, so bezeichnet man derartige Konstruktionen als Kombinations-, Hybrid- oder Verbundbrücke

keine oder geringere Opferung von gesunder Zahnsubstanz, da je nach Konstruktion auf Brückenpfeiler ganz verzichtet werden kann.
hohe Kosten
chirurgischer Eingriff

Freiendbrücke


Manchmal ist zur statisch korrekten Abstützung der Brücke vor oder nach der Zahnlücke kein natürlicher Zahn mehr vorhanden oder aber, der zu beschleifende natürliche Pfeilerzahn ist völlig kariesfrei bzw. liegt im sichtbaren Bereich (z.B. ein Eckzahn) und ist so markant ausgeprägt, dass ein Beschleifen zu einer Ankerkrone diesem Zahn erhebliche kosmetische Nachteile bringt. Eine der Lösungen in einem solchen Fall ist die sog. Freiendbrücke, welche an strenge Voraussetzungen geknüpft ist:
  • Das Brückenglied ist mit mindestens zwei - aus statischen Gesichtspunkten drei und mehr miteinander verblockten - Kronen verbunden
  • Das Brückenglied ist höchstens einen Zahn breit - angestrebt wird die Breite eines kleinen Backenzahns (Prämolaren)
  • Die Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer sind sonst ohne Lücken
  • Der Kaudruck vom Gegenkiefer her ist auf das Freiendglied nicht übermäßig stark, es finden keine ausgeprägten Fehlbelastungen statt

Alternativ werden in solchen Fällen Implantate, Verbundbrücken oder Klebebrücken ("Maryland-Brücke") angewandt

Die "sichere" Alternative:
Herausnehmbare Brücke


Wenn es anatomische, kosmetische, technische und finanzielle Umstände zulassen, so ist eine durch den Patienten herausnehmbare Brücke das Mittel der Wahl, da sie die Vorteile des herausnehmbaren mit dem des festsitzenden Zahnersatzes vereint. Weil sie auf der Basis von Teleskopkronen beruht, wird sie auch als teleskopierte Brücke bezeichnet.
Diese besonders bei größeren Brückenkonstruktionen angewandte Methode ist gerade im parodontal leicht vorgeschädigtem Gebiss das Mittel der Wahl. Nachteilig ist die konstruktionsbedingte (Doppelkronen) größere Dicke der Brücke und die Tatsache, dass aus Spannungsgründen keine (oder nur bedingt) Keramikmaterialien als Verblendung zum Einsatz kommen können.
zur täglichen Mundhygiene herausnehmbar
bei Verlust eines oder mehrerer Pfeilerzähne erweiterbar
Beißgefühl wie mit einer festsitzenden Brücke
stärkere Präparation der Pfeiler als sonst (Doppelkrone)
"Dicker" als eine normale Brücke
da selbst herausgenommen werden kann, wird sie von manchen Patienten Patienten nicht als "echte Brücke" angesehen
hohe Kosten
 

Weniger gebräuchliche Brückenarten  - Sonderformen

 

Klebebrücke -

 
Maryland-Brücke / Adhäsivbrücke



Prinzip der K.


ebenfalls nach der Entwicklungsstätte unter dem Namen Maryland-Brücke oder nach der Befestigungstechnik als Adhäsivbrücke bekannt. Zur Schonung der an die Zahnlücke angrenzenden Nachbarzähne werden diese nicht überkront, sondern die Brücke ist so gestaltet, dass der fehlende Zahn an die Nachbarzähne mittels Ätztechnik in einem aufwendigen Verfahren "angeklebt" wird. Diese an den Nachbarzähnen ("Ankerzähnen") einen geringen Eingriff bedingende Technik ist nur bei optimalen Bissverhältnissen anwendbar. Nach einer Studie von 1995 an 1637 Patienten waren nach fünf Jahren Tragedauer nur noch 66% der Brücken intakt.

Eine Variante ist die Crownless Bridge Works - Technik (CBW); Details im Lexikon ("CBW")
Eine weitere Variante bedient sich einem faser-verstärktem Komposite; Details im Lexikon

nur geringe Eingriffe an der Zahnsubstanz der Pfeilerzähne
hervorragende Ästhetik; sichtbarer natürlicher Zahn bleibt erhalten
keine Belastung des Zahnfleisches
Besonders für Kinder und Jugendliche geeignet
im Frontzahnbereich nur bis zum Ersatz von zwei, im Backenzahnbereich (bedingt) höchstens zum Ersatz von einem fehlenden Zahn geeignet
Empfindlich im Klebeverbund durch Scherkräfte

Ankerkrone in Form von Inlays oder Teilkronen



Hintergedanke bei diesen Brückenarten - z.B. Inlaybrücke, Teilkronenbrücke - ist eine Substanzschonung der an die Lücke angrenzenden Zähne (Brückenpfeiler) oder es sind kosmetische Aspekte, die die natürlichen Zahnstrukturen weitestgehend erhalten lassen. So erfolgt die Verankerung entsprechend durch mindestens zwei Inlays (Abb. oben) oder die Brückenpfeiler werden in Form einer Teilkrone gearbeitet (Abb. unten)

"minimalinvasive" bzw. substanzschonende Präparation
eingeschränkt kosmetische Anpassung an die Nachbarzähne (häufig schimmert das Metall durch den Zahn durch; häufig sind die metallenen Inlay/Kronenränder leicht zu sehen; s. Abb.)
bedingt durch die Vergrößerung des Kronenrandes (dieser läuft nun nicht mehr nur zirkulär um den Zahnhals herum sondern z.T. über eine ganze Zahnfläche), Anwendung nur bei guter Mundhygiene und kariesresistentem Gebiss
statisch nicht so stabil wie eine Vollkrone
lösen bei gesetzliche Versicherten im Fall einer Inlaybrücke keinen Festzuschuss aus - Teilkronen dagegen schon
Die Präparationsarten Wie schon unter der Besprechung von Einzelkronen erwähnt, soll der Übergang der Brückenpfeiler-Krone zum natürlichen Zahn hin so harmonisch wie möglich sein und dicht abschließen ( Kronen: Behandlungsablauf und Kronenarten). Um hier ein Optimum zu erreichen, bedient man sich verschiedener Präparationssarten, die entweder ausschließlich oder in Kombination angewandt werden.
  • tangentiale Präparation
    ohne irgendeine Auskehlung oder Stufe ist der Übergang ohne besondere Markierung und besteht aus einem leichten Winkel zum natürlichen Zahn.
    gilt als "einfache" Präparationsart
    relativ wenig Zahnsubstanz muss abgetragen werden
    auch bei schwierigen anatomischen Verhältnissen anwendbar
    die Präparationsgrenze ist auf dem Modell und im Mund nur schwer zu erkennen
    der Kronenübergang steht leicht über den Zahn heraus; stärker dann, wenn die Krone zahnfarben verblendet ist.
    auch bei korrekter Verarbeitung kann es zu Zahnfleischreizungen kommen.


  • hohlkehlförmige Präparation
    gilt heute als Standardpräparationsart und kann für die meisten Arten von Kronen eingesetzt werden. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen nötiger Entfernung von Hartsubstanz und ausreichender Materialstärke für eine Krone dar. Haupteinsatzgebiet sind verblendete Kronen.
    Standard-Präparationsart; auch anatomisch fast immer einsetzbar
    guter Kompromiss zwischen Zahnhartsubstanzabtragung und erforderlichem Platz zur Aufnahme einer Krone
    wenig Belastung des angrenzenden Zahnfleisches



  • Stufenpräparation
    besonders im sichtbaren Bereich und in der Parodontalprophylaxe angewandte Präparationsart. Vom Arbeitsaufwand her sehr aufwendig, schafft sie gerade für keramische Restaurationen gute statische Verhältnisse und ergibt ausreichend Platz für eine optimale Schichtstärke. Haupteinsatzgebiet sind Vollkeramik-Kronen im Frontzahnbereich.
    optimale Schonung des angrenzenden Zahnfleischs
    schafft genug Raum für eine ausreichende Schichtstärke der Krone
    anatomisch meist nur an den oberen Frontzähnen einsetzbar
    erhebliche Zahnhartsubstanzabtragung, bei Jugendlichen auch an oberen Frontzähnen selten anwendbar
    Gefahr einer Nervschädigung oder -eröffnung bei der Präparation
    aufwendige und schwierige Präparationsart, besonders, wenn sie vollständig am Zahn (zirkulär) durchgeführt wird





 

 

vertiefende Infos Bei dem Umfang der Materie wurden auf dieser Seite die gängigen Begriffe allgemeinverständlich aufbereitet. Wollen Sie mehr wissen oder sich vertiefend informieren, so schlagen Sie bitte im Zahnwissen-Lexikon unter dem jeweiligen Begriff nach.
  Leitlinie - Kronen und Brücken aus Vollkeramik (zm, 2015)
 
Leitfaden "Zahnzusatzversicherungen" der KZV Baden-Württemberg


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[ Autor: Dr. Klaus de Cassan ]   
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